Tilo Jung will nicht zum Hofstaat gehören, lieber seinen Kram machen. Foto: Joachim E. Röttgers

Tilo Jung will nicht zum Hofstaat gehören, lieber seinen Kram machen. Foto: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 451
Medien

Jung und nicht naiv

Von Josef-Otto Freudenreich (Interview)
Datum: 20.11.2019
Während die Zeitungsverleger kuriose Kampagnen erfinden, um ihre Geschäfte zu retten, zeigt Tilo Jung, wie Journalismus auch gehen kann. Und rät den Alten der Branche, doch mal in den Spiegel zu schauen.

Der Medienkongress der Landesregierung neigt sich dem Ende zu, die grüne  Staatsministerin Theresa Schopper bilanziert "großes Kino" und die Anwesenheit der "Crème de la Crème" in den Stuttgarter Wagenhallen (Kontext berichtete). Draußen ist es schon dunkel, die verbliebenen Gäste holen sich noch ein Glas Rotwein, während der Journalist Tilo Jung bereits den Computer aufgeklappt hat und schreibt. Vorher hat er mit Clemens Bratzler (SWR) noch über Follower & Formate diskutiert. Vor der Heimreise bleibt noch Zeit für einen kleinen Plausch. 

 

Herr Jung, was empfehlen Sie den Alten, die auch hier besseren Zeiten nachgetrauert haben?

Guckt in den Spiegel.

Das muss nicht tröstlich sein.

Aber realistisch. Dann sehen sie erstmal alte Menschen, die womöglich aus der Zeit gefallen sind. Sie sollten sich eingestehen, dass sie nicht mehr alles mitbekommen, was sie vielleicht früher mitbekommen haben. Die Welt entwickelt sich eben weiter.

Ein bisschen mehr Mitleid mit uns Alten möchte schon sein.

Es hilft aber nichts. Es hilft auch nichts, jetzt darüber zu klagen, dass die einen nicht mehr drucken, die anderen nicht mehr finanzieren, die dritten das Gedruckte nicht mehr lesen, die vierten alles gratis haben wollen. Das ist so sinnlos, wie wenn ich Leute beschimpfe, die AfD gewählt haben. Es wäre sinnvoller, sich an die eigene Nase zu fassen und zu überlegen, warum man selber nicht gewählt wird. Altes Sprichwort: Wer mit dem Finger auf  jemanden zeigt, auf den zeigen drei zurück.

Keiner vom Hof

Tilo Jung, 34, gebürtiger Mecklenburger, hat 2013 mit seiner Interviewsendung "jung & naiv – Politik für Desinteressierte" angefangen. Seine Zuschauer sind zwischen 18 und 35 Jahre alt und gehen in die Hunderttausende. Er habe keine politische Agenda, sagt er über sich selbst, er wisse nur, wie es nicht laufen sollte, und dass er keiner "vom Hof", kein staatstragender Journalist sei. Seit 2015 gibt es von ihm auch den Podcast "Aufwachen", in dem er die politische Berichterstattung analysiert. Mit Vorliebe ARD und ZDF. (jof)

Ein Vorgang in der Bundespressekonferenz erscheint Jung symptomatisch: 2015 klagt die AfD Kanzlerin Merkel als Schlepperin an und präsentiert einen Zehnpunkteplan. In den folgenden Monaten merkt er, dass sieben oder acht Punkte der AfD von der Regierung Merkel umgesetzt werden. Die Regierung habe das in der Hoffnung gemacht, die Leute ruhig zu stellen. Das Gegenteil sei eingetreten.

Der Spruch mit den drei Fingern könnte von meiner Mutter stammen.

Kluge Frau, jedenfalls klüger als alle diejenigen, die glauben, das Internet sei an allem schuld. Warum gehen die Jungen denn ins Netz? Weil es böse ist? Sie gehen ins Netz, weil es leichter zugänglich, leichter verständlich und authentischer ist. Und warum stellen die Verleger ihr Zeug ins Internet, wenn es so böse ist?

Weil sie sonst den Totengräber bestellen können. Sagen sie.

In Österreich gibt es ein schönes Gegenbeispiel: die Wochenzeitschrift "Falter". Die verschenkt nichts. Auf ihrer Homepage kündigen sie zwar auch ihre Kracher an, lesen kann man sie aber nur in der gedruckten Ausgabe. Wenn man da konsequent ist und die Türe zulässt, gewöhnen sich die Leute daran und zahlen irgendwann auch dafür.

Inzwischen sind die Verlage Meister darin, die ausgefuchstesten Paywalls hochzuziehen.

Mit mäßigem Erfolg. Relevante Nachrichten finde ich überall. Wenn ich sie über den "Spiegel" nicht kriege, gehe ich halt zum "Stern", der mir sagt, was im "Spiegel" gestanden hat.

Das werbefinanzierte Pressemodell scheint an sein Ende zu kommen.

Ja, und es beschleunigt sich durch Google, Facebook und Youtube. Dorthin wandern die Zielgruppen der Werbung und damit auch die Werbebudgets. Das wäre nur politisch zu beeinflussen, wenn man sagen würde: Na, dann besteuern wir die mal schön und finanzieren die alten Modelle quer, die uns so wichtig sind.

Sie selbst sagen: Kritischer Journalismus und Werbung vertragen sich nicht.

Ein Werbefuzzi will immer ein angenehmes Umfeld. Wer schaltet gern Reklame, wenn es um IS-Terror oder den NSU geht? Kritischer Journalismus ist per se werbeunfreundlich.

Quote wäre aber schon nicht schlecht.

Niemand will ein Produkt anbieten, das kein Mensch interessiert. Aber in der heutigen Zeit noch mit der Kategorie Quote anzutreten, ist abenteuerlich. Insbesondere beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Warum kaufen die sündhaft teure Sportrechte ein?

Wegen der Grundversorgung ihres Publikums. Sagen sie.

Quatsch. Weil sie damit ihre Quote am Jahresende noch einigermaßen halten. Sonst würde rauskommen, dass noch viel weniger junge Leute ARD und ZDF gucken. Viel gescheiter wär’s, sie würden das Geld, das sie in Sportrechte stecken, in neue Sendungen investieren. Warum läuft denn jetzt kein neues Format im "Zweiten" in der Zeit, in der es früher die Championsleague gebracht hat?  

Stimmt. Da müsste Geld übrig sein.

Aber hallo. Mit diesem Geld könnte man wahrscheinlich mindestens zehn Sendungen produzieren. Mit jungen Leuten, für junge Leute, und mit dem Mut zum Risiko, etwas schiefgehen zu lassen. Daraus habe ich selbst am meisten gelernt. Ich bezeichne mich nicht von ungefähr als freien Chefredakteur.

Das ZDF hat Jung im vergangenen Jahr gebeten, eine Pilotsendung zu entwickeln. "Meine Sache, mit Unterhaltung", sagt er, "kein Kabarett, kein heute-show-Kram". Zuerst hätten sie ihn hoch gelobt, danach abgelehnt. Die Alten im Sender seien es gewesen, die es gefährlich gefunden hätten, wenn er erfolgreich gewesen wäre. Heute würden mehr Junge seinen Kram kennen als das "heute journal", erzählt der 34-Jährige.

In alten Hierarchien ist Schieflaufen und Scheitern nicht vorgesehen.

Ich weiß. Erst kommt der Redaktionsleiter, dann der Abteilungsleiter, dann der Chefredakteur, und wehe, zwischendrin scheitert einer. Dann ist er gleich angeschlagen und das Projekt gefährdet. Es ist typisch deutsch zu glauben, alles müsste auf Anhieb klappen und perfekt sein. Ich habe einige Zeit in den USA gelebt und dort gelernt, erstmal zu machen und dann zu schauen, ob’s funktioniert. Wäre ich in Deutschland geblieben, hätte ich wahrscheinlich zuerst meine Oma gefragt, ob das Video okay ist, und darauf keine ehrliche Antwort bekommen. Stattdessen habe ich es einer breiten Öffentlichkeit präsentiert, die mich hätte teeren und federn können. 

Hat sie nicht getan. Inzwischen kriegen Sie fast jeden von der Berliner Bühne.

Aber nicht wegen der Perfektion, sondern wegen der Zeit, die ich habe. Sahra Wagenknecht hat mir erzählt, dass ein ZDF-Team eineinhalb Stunden gebraucht habe, bis es ein 15-Sekunden-Statement im Kasten hatte. Bei mir kriegt sie eineinhalb Stunden, ungeschnitten, und Fragen gestellt, die auf der Augenhöhe von jungen Leuten liegen. Ein Danke für die Zusammenarbeit, wie im Politikbetrieb üblich, gibt es bei mir nicht.

Immer wieder erfrischend sind Jungs Fragen an die Regierungssprecher in Berlin. Etwa wenn wieder militärische Einsätze bevorstehen. Während die Altvorderen fragen, wann’s los geht und wieviel Soldaten ausgesandt werden, will Jung wissen: Warum gehen wir, wie kommt man hin, was ist das Ziel, was ist das Exitszenario? Inzwischen sei es ein Running Gag, dass Regierungssprecher Seibert darauf keine Antworten habe.

Eingangs haben wir gefragt, was Sie den Alten empfehlen? Was raten Sie den Jungen?

Guckt euch an, was euch selbst fehlt und behebt den Mangel. Seid eure eigene Zielgruppe. 


Die kursiven Passagen basieren auf einem Gespräch, das Peter Unfried und Harald Welzer mit Jung für "tazFuturZwei" (6/2018) geführt haben.

Presse im Umbruch

Print geht, digital kommt. Die meisten Verleger haben das zu spät bemerkt. Statt zu investieren, sparen sie den Journalismus kaputt. Aber es gibt auch positive Beispiele.

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11 Kommentare verfügbar

  • Peter Nowak
    vor 2 Wochen
    Thilo Jung reicht sich auch in den Kreis derjenigen ein, die mit ihrer Betonung des Generationskonflikts mit den berüchtigten "alten, weißen Männern", die Frauen werden auch hier gerne unterschlagen, auch die erkämpften Rechte verschrotten wollen, die einmal erkämpft wurden. Das wird auch die Antwort auf die beiden ersten Fragen deutlich. Da gibt es sicher Männer und Frauen, die Rechte beispielsweise am Arbeitsplatz erkämpft haben, von denen die Jüngeren nicht mal zu Träumen wagen. Mit dem auch von Jung strapazierten Generationskonflikt wird auch ihnen die Möglichkeit genommen, voneinander zu lernen. Es hieß mal an der Arbeiter*innenbewegung nach Niederlagen: "Geschlagen ziehen wir nach aus; die Enkel Fechtens besser aus.
    Peter Nowak
  • Ruby Tuesday
    vor 3 Wochen
    Sascha Lobo ist etabliert im öffentlich-rechtlichen Sendebetrieb. Wie es um Tilo Jung steht bleibt unklar, denn, dass sich ihm die Herzen der Jungen bis 35 zuwenden ist denkbar, aber eher unwahrscheinlich. Das Anklicken eines Beitrags bedeutet nicht unbedingt „zuende gesehen oder gelesen“. Wenn „die Alten der Branche“, wie von Tilo Jung empfohlen, in den Spiegel schauen sehen sie Redaktionsfamilien oder Kollektive in die man hineinwuchs. Zeitung bedeutete Bildungsauftrag, man konnte sich auch auf eine erfolgreiche Anwendung der Rechtschreibregeln verlassen. Ich gebe es zu, manche Redaktionssekretärin war wegen der Rechtschreibfehler oft zu Tränen gerührt.

    Mit dem ersten Druckexemplar in der Hand ging es zum petit déjeuner nach deutscher Art. Kännchen Kaffee und belegte Brötchen, am Tresen oder Marktstand einer der Redaktion nahegelegenen Markthalle. Dort gab es die wertvollen Tipps, worüber das Schreiben lohnt. Bundes- oder Landespressekonferenz bedeutete Regierungs-Wärmestube - maximal tauglich versäumten Schlaf nachzuholen. Es gab und gibt dort, wie heute auch, ausgedruckte, fertige Pressemitteilungen. Die Berichterstattung richtet sich in der Folge vornehmlich an politische Wendehälse.

    Die heißen Boulevard-Tipps kamen vom Personal des Berliner Salambo oder anderer Etablissements. Alle „hochwichtigen“ Hintergrundgespräche fanden in der VIP-Lounge der Falschgoldfestung, dem Springer-Hochhaus in der Kochstraße, statt. (Klaus Hoffmann: Salambo.) Lohnt sich. https://www.youtube.com/watch?v=NyjO0ZB9ovg

    Warum drucken die einen nicht mehr was andere finanzieren und dritte nicht mehr lesen? Das Druck- und Anzeigengeschäft hat sich verlagert. Der Anteil ausländischer Zeitungen und Special Interest Magazine hat zugenommen. Wöchentlich werden mehrere Anzeigenblätter verteilt. Diese geben, viel zu oft, die „Stimme ihres Herrn“ wieder.
    Knapp 500 Gramm brachte die „seewoche“ auf die Haushaltswaage. Das Anzeigenblatt „seewoche“ kommt aus dem Südkurier Medienhaus. Früher inserierten ALDI und die gesamte Discountersippe, vierfarbig, ganzseitig, donnerstags, in Abonnement- und Boulevardblättern. An den Wochenenden dominierten Immobilien, Möbelhäuser, Kultur- und Reiseseiten, Stellenanzeigen. Anzeigenblätter beherrschen den Markt. Sie sind nicht Förderungsfähig. Trotzdem werden kostenlose Anzeigenblätter, im Auftrag des SPD-Wirtschaftsministers, mit Vertriebskostenzuschüssen belohnt. Ein Ergebnis Rotwein trinkender Lobbyisten, Verleger, Minister und Staatssekretäre.

    Neue junge Sendeformate wurden bei zdf-neo oder ONE, obwohl gut gemacht, aufgegeben mangels Einschaltquote. Sieben bis acht Millionen Zuschauer hatte die Plattenküche vor Jahrzehnten. Heute reicht für Skandale ein Böhmermann. Anderthalb Stunden Sarah Wagenknecht, ohne Kostümwechsel, empfinde ich eher als langatmig.

    Seine erfolglosen Bemühungen, im öffentlich-rechtlichen Sendebetrieb zu landen, fanden ein Ende in der Tilo Jung Ich AG. Seine Biografie nennt Schülerreporter beim Nordkurier, Studium Jura Betriebswirtschaftslehre. Nominierungen für Auszeichnungen liegen recht lange zurück und so kommt er wohl auf das Thema Altenbashing, das besonders die Jungen der Union begeistert. Sein Flug zurück nach Berlin lässt sicher die Fridays for Future und deren große Anhängerschar an ihm zweifeln, gibt es doch gute und direkte Bahn- und Busverbindungen. Aber für die Belange der Fridays for Future Jugend ist Jung wohl selbst inzwischen etwas zu alt, mit bald 35 Jahren.
  • Manfred Wieczorek
    vor 3 Wochen
    Hilfe!! Das Nachfolgende zeichnet also Tilo Jung aus und unterscheidet ihn von den Altvorderen? Im Beitrag heißt es:
    "Immer wieder erfrischend sind Jungs Fragen an die Regierungssprecher in Berlin. Etwa wenn wieder militärische Einsätze bevorstehen. Während die Altvorderen fragen, wann’s los geht und wieviel Soldaten ausgesandt werden, will Jung wissen: Warum gehen wir, wie kommt man hin, was ist das Ziel, was ist das Exitszenario?"
    Das, was hier als erfrischend bezeichnet wird, das sollte schlicht Journalismus sein! Vor dem Hintergrund sollte der Rat an die Alten nicht lauten "Schaut in den Spiegel", sondern: Macht Journalusmus!
    Journalismus zu machen, ist übrigens kein Privileg der Jungen. (Wenn ich mir so manche Formate verdeutliche, dann schon gar nicht.) Was sagte Trainerlegende Otto Rehhagel doch gleich: "Es gibt keine jungen und alten Spieler. Es gibt nur gute und schlechte." (Für die Jüngeren: Otto Rehhagel wurde als Trainer u.a. Europameister. Nein, nicht mit Spanien, Frankreich oder Deutschland. Mit Griechenland!)
  • Philippe Ressing
    vor 3 Wochen
    Nun ja, dass sich Werbung und Inhalt nicht nur nicht vertragen, sondern diese versucht den Inhalt zu bestimmen, ist leider ein alter Hut. Ich erinnere mich an eine Anzeige in einem Werbefachblatt zur Hochzeit der Hausbesetzer-Szene in den 90ies. Auf einem Foto mit einem Steinewerfer wirbt eine Werbeagentur: "Wir schützten Sie vor der Umfeldverschmutzung". Gemeint ist die Agentur sorgt dafür, dass die Anzeige nicht neben einem redaktionellen Inhalt auftaucht, der der Werbeaussage schadet. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen......
  • Verena Saisl
    vor 3 Wochen
    Naiv: Und wenn Tilo Jung Marcel Grauf mal interviewte...
    ;-)
  • prof.dr.albrecht götz von olenhusen
    vor 3 Wochen
    das interview mit jung ist exzellent und sehr aufschlussreich, auch wenn man mit einigen
    überzogenen wertungen und Eigeneinschätzungen nicht zu 100 % übereinstimmen mag.
    es zeigt jedoch, wie investigativer und sonstiger politischer Journalismus heute interessant und lesbar aussehen kann. freundliche grüsse
    agvo
  • Alt&kritisch
    vor 3 Wochen
    Tilo Jung ist für mich der beste Journalist im deutschsprachigen Raum!
    Ich kenne viele junge Leute, die sich durch ihn, für Politik interessieren und er hat Recht;
    Werbung und kritischer Journalismus, das passt nicht zusammen!
    Wer glaubt, dass Werbung nur finanziert, aber niemals Forderungen stellt, der ist naiv!
    Top Journalist, unabhängig von der Werbeknute- Tilo, mein Geld bekommst du!
    Print ist der Anachronismus des 21.Jahrhunderts, da macht sich zurecht Panik breit!
  • willi germund
    vor 3 Wochen
    Jung und schon ein solcher Snob - das wäre wohl die bessere überschrift.

    Das Jung ausgerechnet das Internet, diese Lügenschmiede, Propagandamühle und Befriedigungsmaschine für Selbstdarstellungssucht als "authentisch" beschreibt, raubt mir den Atem.

    Der nicht mehr ganz so junge Jung sollte selbst mal in den Spiegel schauen und sich fragen, was er da sieht.

    Seine "Einsichten" über die Krise der Medien sind weder neu noch originell, seine Begründungen für den Erfolg des Internets schlicht oberflächlich. Seine Behauptung, junge Leute würde edas Internet gerne nutzen, weil es "einfach" sei, unterstellt seinen Altersgenossen und noch jüngeren letzten Endes, dass sie fvon Faulheit, bestenfalls Bequemlichkeit getrieben würden. Gratis-Nachrichten gibts es, wenn dies denn die Erklärung sein soll, auch im Rundfunk oder Fernsehen.

    Jung reitet auf einer Masche. Das kurzweilige Interview versäumt leider, dem Reiter auf seinem hohen Ross ordentlich auf den Zahn zu fühlen - und Jungs Worthülsen zu entlarven.

    Journalismus bedeutet mehr als Schaumschlägerei.

    Im übrigen war auch ich mal so alt wie Jung - aber kein solch überhebliches Ekel wie er.
    • DeadManWalk
      vor 3 Wochen
      Das Jung ausgerechnet das Internet, diese Lügenschmiede, Propagandamühle und Befriedigungsmaschine für Selbstdarstellungssucht als "authentisch" beschreibt, raubt mir den Atem.

      DAS Internet ist kein Informationportal, wie eine Rundfunkanstalt, ein TV Sender, eine Zeitung. Es ist ein technisches Hilfsmittel um Informationen zu verbreiten. So wie das Papier, ähnlich wie der Fernsehapparat, wie das Radio.

      "Seine "Einsichten" über die Krise der Medien sind weder neu noch originell, seine Begründungen für den Erfolg des Internets schlicht oberflächlich."

      Aber was machen die Medien? Ich zitiere H.Jung "Das ZDF hat Jung im vergangenen Jahr gebeten, eine Pilotsendung zu entwickeln. "Meine Sache, mit Unterhaltung", sagt er, "kein Kabarett, kein heute-show-Kram". Zuerst hätten sie ihn hoch gelobt, danach abgelehnt. Die Alten im Sender seien es gewesen, die es gefährlich gefunden hätten, wenn er erfolgreich gewesen wäre."

      Hmm anscheinend sind sie genau das was T.Jung beschrieben hat.
      "Aber realistisch. Dann sehen sie erstmal alte Menschen, die womöglich aus der Zeit gefallen sind.... Die Welt entwickelt sich eben weiter."
  • Peter Nawal
    vor 3 Wochen
    Herr Jung würde einen erstklassigen Staatssekretär abgeben!
  • Jörg Tauss
    vor 3 Wochen
    Ein Interview, das richtig Spaß am Lesen macht.

    Bemerkenswert der Hinweis auf die BPK und die dortige Fragepraxis.Allein Jung und ausgerechnet das vielgescholtene RT Deutsch bringen die Bundesregierung und deren lapidar- arrogantes Auftreten in die Bredouille.

    2. Highlight: Die Kritik an den Sportzeiten. In der Tat: Weshalb werden keine interessanten neuen Formate (nicht nur aber auch) an Stelle der Championsleague getestet? Die Erstarrung der öffentlich - rechtlichen Sender ist leider handgreiflich und macht es deren Kritikern leicht....

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