So geht Haltung: Demo gegen den AfD-Parteitag in Stuttgart 2016. Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 333
Medien

Seele verkauft

Von Anna Hunger
Datum: 16.08.2017
Mit dem "Stuttgarter Wochenende" landete als Beilage auch der rechte "Deutschland-Kurier" in Stuttgarter Briefkästen. Da stellt sich die Frage, wo die Grenze liegt zwischen verlegerischer Verantwortung und Fahrlässigkeit.

Die Südwestdeutsche Medienholding (SWMH) hat, wie berichtet, einem Anzeigenblatt ein Supplement beigelegt, das einer Menge LeserInnen aufstieß und innerhalb der Branche Verwunderung bis Abscheu hervorrief. Im "Stuttgarter Wochenende" steckte der "Deutschland-Kurier", ein AfD-nahes Hetzblatt, das seine Verachtung und seinen Zynismus gegenüber Geflüchteten, der Politik, der Normal-Gesellschaft, der Presse auf acht Seiten druckt.

So kann man das machen als Medienkonzern. Wenig Skrupel, stets dem Geld verpflichtet, auch wenn es nur 10 000 Euro sind, wie im Falle des "Deutschland-Kuriers", die nicht mal ein Nasenwasser sind für einen Großkonzern wie die SWMH.

Stefan Winterbauer, Autor des Branchenmagazins "Meedia", brachte es vergangene Woche auf den Punkt: "Ein Pamphlet wie den 'Deutschland Kurier' für ein paar Euro dem eigenen Medium beizulegen, ist selbst für ein Anzeigenblättchen so ein bisschen würdelos. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Die dürfen das machen. Wenn sie meinen, sollen die das auch machen. Vor allem, wenn einem das eigene Image komplett egal geworden ist."

"Mit der Verteilung des AfD-Sprachrohrs hat sich der SWMH-Sprössling keinen Gefallen getan. Im Gegenteil wurden Leser irritiert und andere Verlage damit düpiert", betont die DJV-Landesvorsitzende Dagmar Lange, was sehr freundlich formuliert ist.

So richtig klar mag man sich auch an anderer Stelle nicht positionieren. Auch nicht beim Pressekonzern Madsack ("Göttinger Tagblatt", "Leipziger Volkszeitung", "Märkische Allgemeine"). "Auch die Veröffentlichung von Anzeigen zu gesellschaftlichen oder politischen Themen ist Bestandteil der Meinungsfreiheit und damit auch Auftrag der unabhängigen Presse – unabhängig von den Inhalten. Trotzdem findet diese Insertionsfreiheit selbstverständlich Grenzen, insbesondere dann, wenn der Inhalt der Anzeige gegen Gesetze oder behördliche Bestimmungen verstößt", heißt es auf Anfrage.

BDZV "würde einen Teufel tun, von so einer Veröffentlichung abzuraten"

Beim BDZV, dem Dachverband der deutschen Zeitungsverleger, in dessen Anzeigenausschuss auch der verantwortliche SWMH-Geschäftsführer Bernhard H. Reese sitzt, fällt die Antwort deutlicher aus. Da heißt es von Seiten der Pressestelle auf die Frage, ob es denn vom Bundesorgan der Verlegerschaft eine Art Leitfaden oder Empfehlung gebe, mit solcherart Postillen umzugehen, man "würde einen Teufel tun, von so einer Veröffentlichung abzuraten", dem Verband sei es verboten, sich in wirtschaftliche Belange der Verlage einzumischen. Es gebe einen grundlegenden "Rest" der Gesellschaft, dem Medien meinungsmäßig "offenbar nicht den Raum geben, den er braucht", oder auch schön "Es ist eine Abwägungssache: mach ich meine Leser sauer, oder erreiche ich einen weiteren Leserkreis." Selbst bei allerfreundlichster Interpretation und mit dem fiesen Knacken des morschen Asts im Hinterkopf, auf dem die Print-Branche sitzt: Auch Siechtum spricht nicht frei von Verantwortung.

Düpiert, also von der SWMH vor den Kopf gestoßen, fühlt sich eigentlich nur DuMont ("Berliner Kurier", "Hamburger Morgenpost"), derzeit im Rechtsstreit mit dem "Deutschland-Kurier", weil der Titel ganz ähnlich aussieht wie der des "Berliner Kurier". "Leserinnen und Leser haben sich verwundert bei uns gemeldet und wollten wissen, ob wir etwas damit zu tun haben", sagt Björn Schmidt, Leiter Unternehmenskommunikation der DuMont Mediengruppe. "Wir stehen für unabhängigen und qualitativ hochwertigen Journalismus, den wir damit nicht in Verbindung gesetzt sehen wollen." Immerhin. Wenn auch nur aus formalen Gründen, aber ein Verlag, der sich distanziert vom Hetzblatt.

"Die Funke Mediengruppe ("WAZ", "Berliner Morgenpost", d. Red.) versteht sich als Unternehmen, in dem Unabhängigkeit und parteiübergreifendes Arbeiten an oberster Stelle stehen. Wir prüfen Beilagenangebote sehr genau und würden wir das Gefühl bekommen, dass das entsprechende Angebot nicht zu unseren unternehmensweiten Grundsätzen passt, würden wir die Veröffentlichung der Beilage in unseren Medien ablehnen." Auch so eine wachsweiche Formulierung. Aber immerhin: Anstatt den "Deutschland-Kurier" beizulegen, schreibt "Der Westen", das Onlineportal der Funke Mediengruppe, über das Blättchen. Am vergangenen Samstag wurde der Deutschland-Kurier 300 000 Mal auch in Essen verteilt, wohl von eigenen AusträgerInnen.

"12 Artikel zählt die Ausgabe, fünf sind davon von AfD-Mitgliedern oder Sympathisanten geschrieben. Unabhängig? Wohl kaum", urteilt "Der Westen" und befragt den Deutschen Journalisten-Verband: "Ich würde dieser Postille jede journalistische Qualität aberkennen", sagt Sprecher Hendrik Zörner, die Zeitung sei "Propaganda von der ersten bis zur letzten Seite". Der Presserat sagt: "Für uns entspricht die Zeitung nicht den Kriterien, die wir für Presseprodukte voraussetzen." Das sei eher ein Vereinsblatt. 

"Deutschland-Kurier" verbreitet Hetze und falsche Tatsachen

Eines für Mitglieder, die es mit Zahlen und Wahrheiten nicht so genau nehmen. Das Recherchebüro Correctiv jedenfalls hat den "Deutschland-Kurier" vor einer Weile auf seine Wahrheitstreue überprüft – Ergebnis: "Viele Fakten stimmen nicht." Correctiv hat ebenfalls die – zurecht – umstrittene Prüfung von Facebook-Kommentaren auf deren Fake-Gehalt mitübernommen. Fakten-Finder sind der wohl notwendigste Trend des Mediensystems seit langer Zeit, um genau das zu verhindern, was der "Deutschland-Kurier" macht: Hetze und falsche Tatsachen verbreiten.

Gegen beides sperrt sich sogar die Schwäbisch Media ("Schwäbische Zeitung") in Ravensburg, im sicher biedersten aller baden-württembergischen Landkreise. "Für Wahlwerbung gilt der Grundsatz, dass Meinungsäußerungen gestattet sind, nicht aber Hetze (gleich ob rechts oder links) und falsche Tatsachenbehauptungen (soweit wir dies prüfen können)." Dazu würde im Falle des "Deutschland-Kuriers" eine einfache Google-Suche reichen.

Das eigentlich Tragische an der Sache mit der SWMH-Beilage allerdings ist überhaupt nicht rechercheintensiv, es liegt sogar auf der Hand: Da bemüht sich die Zivilgesellschaft seit einer ganze Weile, gegen diese neue Art des Rassismus und Nationalismus Stellung zu beziehen in Demonstrationen oder Kunstaktionen, kluge Menschen schreiben kluge Bücher, Fernseh- und Nachrichten-JournalistInnen formulieren brettharte Kommentare zum Thema, und selbst die Werbe-Branche nutzt ihre Verbreitungskanäle und ihre Öffentlichkeitswirkung, um gegen AfD-Ressentiments und Flüchtlingshetze vorzugehen.

Und ausgerechnet ein Stuttgarter Medienhaus torpediert all diese Bemühungen, in dem es eine rechte Postille mit einem Wahrheitsgehalt von nahezu Null mitverteilt. Für 10 000 Euro.


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14 Kommentare verfügbar

  • Andromeda Müller
    am 21.08.2017
    Sehr geehrter Herr Steiner ,
    1. auch die USA haben flüchtende Juden von ihren Küsten nach Europa zurückgeschickt !
    da lief vor ein paar Wochen eine Dokumentation , ich denke das war auf ZDF-Neo .
    Und im Übrigen keinerlei Interesse gezeigt auch ein paar ihrer Bomben für die Schienenwege nach Ausschwitz und soweiter zu verwenden . In Kenntnis bzgl. der KZs war die US-Regierung jedenfalls.

    2. Die Leitmedien sind und waren schon lange total verlottert , ein Bild-Chefredakteur wechselt ohne Probleme zum Spiegel uvm.
    Komisch , BILD und Springer ist nicht im Populismus - Bashing enthalten . Wer erklärt`s ?
    Vielleicht mit einer Zufallstheorie ?
    Wem gehören die Leitmedien ? Siehe Volker Pispers :
    https://www.youtube.com/watch?v=uPvGtlYxv5U

    3. Das Vegetieren in lybischen Lagern erheben die populistische EU und der populistische de Maziere , ebenso wie der in Kontext: gefeierte Macron , gerade , weil selbst initiiert , nun zum humanitären "Goldstandard".
    Eine Aufhebung der EU- Senegal oder anderer , - durch Korrumpierung afrikanischer Polit-Kollegen - , EU-Verträge zur Ausplünderung der Ressourcen ( Fischvorkommen , u.a. auch Somalia mit Folge Piraterie-Problem und Fluchtbewegungen nach Jemen , dort bereits das 4.Kriegsjahr + Bundeswehreinsatz am Horn von Afrika/Steuerzahler, ebenso gesamte Westküste Afrikas , Landgrabbing durch Hedgefonds z.B. für BIO-Diesel und Handcremes und Lebensmittelbeimischungen , Coltan - Handels"Wege"etc.) kommen natürlich nicht in Frage .
    Und dann arbeitet man sich empört an den Symptomen ab , wie ein Beiblatt , das durch 2. und 3. erst ermöglicht wird.
    Sehr bequem aber fragwürdigst , diese "Haltung" .
    Eigentlich will man den Status Quo beibehalten und , wie Hagen Rether so schön sagt , zu den "Guten" gehören . Die Bevölkerung wird permanent belogen (Mittelmeerretter und Schlepper arbeiten zusammen, unisono von den Leitmedien ohne Belege mitposaunt , diese SpinDoctor-PR/Propaganda und "Leitmedien-Leistung" , ein erneutes Beispiel von Meinungs-und Empörungsmanagement/Wording . Warum kein Thema bei Kontext: ?
    Die Lebensretter müssen sich rechtfertigen , nicht die Verursacher und Blockierer der Flüchtlingsströme) , aber muß es sich auch noch selbst veräppeln ?
    Im übrigen haben die üblichen Verdächtigen den Nazis zugearbeitet , Banker und Industrielle . Ohne die "Wirtschaft" geht jeder Staat bankrott , siehe Arbeitgeber-/Unternehmer Generalstreik damals in Chile und heute Venezuela.
    Klassenkampf von Oben gegen jedwede demokratische Wahlentscheidung.

    Im Übrigen pflichte ich Herrn Sohn zu , stillos ist stillos , egal ob bei BILD oder woanders.
  • David Sohn
    am 20.08.2017
    "Verpiss dich AfD" "So geht Haltung: Demo gegen den AfD-Parteitag in Stuttgart 2016"
    Erstaunliche Bildunterschrift. Das ist ganz einfach schlechter Stil oder Gossensprache um es mal höflich zu formulieren.
    Man stelle sich nur mal vor, jemand würde eine andere Partei welche im vielen Landtagen und demnächst im Bundestag sitzt so beschimpfen?
    Oder einen Politiker der momentanen Regierung?
    Den Aufschrei in der Presse möchte ich hören.
    Warum Double Standards?
  • Rolf Steiner
    am 18.08.2017
    Paul-Wilh. B. Ihr Zitat "In Deutschland ist es seit der Massenzuwanderung über das Mittelmeer nicht mehr erlaubt irgend welche kritischen Anmerkungen vorzubringen" macht doch jedem Denkenden klar, dass Ihnen die Flüchtlinge als solche überhaupt nicht passen. Dass Sie vorsätzlich vergessen, in welch katastrophalen Zuständen die Menschen in libyischen Lagern dahin vegetieren müssen. Dass ihnen das gesamte Problem - sei es in Afghanistan, Irak, Syrien, Jemen, Afrika - völlig am A.. vorbei geht. . Dasselbe dumme Verhalten haben die aus Nazi-Deutschland flüchtenden Juden mit den menchenverachtendenb Behörden der Schweiz erlebt. Für deren rassistisches Verhalten sich manche bis heute nicht schämen. So wird es sich auch bei uns entwickeln, wenn es nach den denkunfährigen Beton-Köpfen der hartleibigen "Deutschen" gehen sollte. Die Schweizer haben damals den Nazis zugearbeitet, Heute ist es bei uns leider auch so weit gekommen.
  • Paul-Wilh. B.
    am 18.08.2017
    Genau so ist es, wenn jemand einen kritischen Blick auf die Einwanderungspraxis wirft, dann muss er sicherlich in die rechte Ecke gestellt werden!

    In Deutschland ist es seit der Massenzuwanderung über das Mittelmeer nicht mehr erlaubt irgend welche kritischen Anmerkungen vorzubringen.

    Lange habe ich den Kontext für eine ausgewogene Publikation gehalten, doch jetzt kommen mir die Zweifel?

    Wenn selbst in öffentlichen Dienst immer mehr Kopftuchträgerinnen im Publikumsverkehr sozusagen ihr religiöses Statement setzen, dann hat der Bürger dieses als gewünschte Zeichensetzung hinzunehmen.

    Das kann doch nicht in diesem Tempo weiter gehen. Denn wir treiben damit genau die Hochqualifizierten in zunehmendem Maße ins Ausland und das ist wohl gewollt.

    Wir haben Menschen in Deutschland, die seit 30 Jahren hier wohnen und immer noch keine Sprachkenntnisse für eine Kommunikation erworben haben.

    Somit ist der Gettoisierung Tür und Tor geöffnet. Dies zeigt sicht selbst bei den Deutschrussen, die mehr Medien in dieser Sprache nutzen.

    So kann sich die Zukunft mit Hilfe der Genderung wohl bald als recht in den Islam abtriftend erweisen. Glücklicherweise werden dann sicherlich die nutzlosen Genderlehrstühle dem Rotstift anheim fallen, was sich als positiv heraustellen wird.
    • Daniel S.
      am 18.08.2017
      "In Deutschland ist es seit der Massenzuwanderung über das Mittelmeer nicht mehr erlaubt irgend welche kritischen Anmerkungen vorzubringen."

      Ich kann diesen Schwachsinn nicht mehr hören. Merken se wat?! Hier steht ihr Kommentar... Hat Ihnen jemand verboten, das zu schreiben? Nein, Sie können das ungestört so kommentieren, wie tausende andere auch, die etwas schreiben, von dem sie dann behaupten, dass man das in Deutschland gar nicht schreiben dürfte.. Blickt ihr das alle wirklich nicht? Bemekrt keiner den Widerspruch?!

      Und noch was: Man kann seine Meinung äußern hier, auch rechte. Aber es gibt halt keinen Rechtsanspruch drauf, dass diese Meinung allen zu gefallen hat, nü?!
      Selber pöbeln ohne Ende, aber bei Gegenrede rumjammern, dass man infam verleumdet wird. Frechheit aber auch!
    • D. Hartmann
      am 18.08.2017
      Herr Paul-Wilh. B., wo steht das bzw. wer behauptet, dass es in Deutschland nicht erlaubt wäre, sich kritisch zur Zuwanderung zu äußern?
      Ist ihnen jemand bekannt, der wegen so einer Äußerung in Deutschland ins Gefängnis geworfen oder auch nur zu einer Geldstrafe verurteilt worden wäre? Etwa Sie selbst? Wenn ja, dann beschreiben sie diesen Fall bitte ganz konkret.

      Falls Sie damit nur sagen wollten, dass nicht jede diese (Ihrer?) "Kritiken" mit Beifallsstürmen aufgenommen wird bzw. auf manche sogar heftige Erwiderungen folgen, dann schreiben Sie das bitte auch so. Mit Ihrer Behauptung "kritische Anmerkungen wären nicht erlaubt" stellen sie eine Assoziation zu Verhältnissen in totalitären Ländern (z. B. Türkei, China ...) her, wo bestimmte Äußerungen tatsächlich staatliche Schikanen oder sogar Strafen zur Folge haben. Davon sind wir aber in Deutschland glücklicherweise wirklich weit entfernt.

      Noch eine Frage, Herr Paul-Wilh. B.:
      Wäre es möglich, dass Sie es nur darüber verärgert sind, dass die von Ihnen genannten kritischen Äußerungen in den Medien und der Öffentlichkeit nicht mehr auf so große Zustimmung treffen, wie dies noch vor 25 Jahren der Fall war?
      Ja, die "Mehrheitsmeinung" hat sich in dieser Zeit nach meiner Beobachtung aus dem Süden Deutschlands (Bayern + Ba-Wü) tatsächlich ein ganzes Stück (von rechts außen) in Richtung liberaldemokratisch verschoben.

      Damals war die Ablehnung von Zuwanderung in Deutschland fast noch gesellschaftlicher Konsens (außer bei den Grünen). Interessanterweise wurden in der deutschen Gesellschaft Mitte der 90er Jahre zwar die "Probleme" durch die Kriegsflüchtlinge vom Balkan ständig diskutiert, aber die von Ihnen erwähnten "Deutschrussen" wurden selbst von den eifrigsten Zuwanderungskritikern nicht als potentielles Problem wahrgenommen. Schon damals gab es also den Glauben, allein durch den Pass könnte Integration erreicht werden. Ein Fehlschluss, wie wir heute wissen.
    • Marla V.
      am 18.08.2017
      Oihoihoih da wird aber alles, wirklich alles in einen Topf geworfen...
      Und zum Schluss die immer mehr um sich greifende Frauenverachtung! Genderung! Können Männer nur Demokratie, wenn nur sie dürfen?

      "Denn wir treiben damit genau die Hochqualifizierten in zunehmendem Maße ins Ausland.."
      Hochqualifizierte sind schon länger auf Auslandskurs, weil hier weit vor den Kopftuchträgerinnen vieles mies war! Krankenschwester gehen lieber in die Schweiz, da die Arbeitsbedingungen pflegerisch besser sind! Etc pp
      Ne Freundin ist in die USA weil der Männerwahn verhindert hat an der UNI was zu werden... jetzt ist sie Professorin! Ein Freund ist jetzt Professor in Kanada, weil Deutschland mit Mölln gezeigt hat: Dunkehäutige sind nicht erwünscht!

      "Wir haben Menschen in Deutschland, die seit 30 Jahren hier wohnen und immer noch keine Sprachkenntnisse für eine Kommunikation erworben haben. Dies zeigt sicht selbst bei den Deutschrussen, die mehr Medien in dieser Sprache nutzen."
      Der gerade nahezu Heilig gesprochene Kohl, hat vehement immer gesagt: wir sind kein Einwanderungsland! Dementsprechend ist auch nie -wie in anderen Ländern- aktiv in Sprachförderung investiert worden!
      Sobald in den 60ern die 'Gastarbeiter' kamen, hätte 'wellcome germany' flächendeckend Sprachkurse anbieten, verpflichtend anbieten müssen, aber gerade die AusländerDistanzierten, die rechtskonservativen wollten die Arbeitskraft aber ansonsten nicht wahr haben was dann sozial und alltagslebig passiert!
  • Andrea H.
    am 16.08.2017
    Gab es tatsächlich noch eine Seele, die jetzt hätte verkauft werden können?
    Früher habe ich die StZ immer mal gelesen, heute stöbere ich nur noch kurz durch das Onlineangebot und finde es jedes mal erschreckend. Ein Sammelsurium unkommentierter Pressemeldungen, Beiträge deren Recherchetiefe nicht über das Blatt Papier auf dem Tisch hinausgeht und von anderen übernommene Geschichten, deren Wahrheitsgehalt schon vor dem Erscheinen in der StZ längst wiederlegt wurde, garniert mit Klicksammlern, die an Offensichtlichkeit oft ihresgleichen suchen.

    Ich bin froh, das "Stuttgarter Wochenende" schon nach der zweiten Ausgabe per Aufkleber am Briefkasten abbestellt zu haben - die Gewichtsanteile (50g Zeitung, 300g Werbung) waren doch zu deutlich - allerdings bedurfte es noch einer schriftlichen Aufforderung zur Unterlassung. Das Wochenblatt habe ich abbestellt, nachdem dort 2011 in einem Artikel die die kritischen Stuttgarter, die ihrer Meinung Ausdruck verliehen deutlich beleidigt wurden.

    Ich kann das nur empfehlen - ich empfinde keinerlei "Informationsverlust" - und habe wieder viel mehr Platz in der Papiertonne :-)
    • David Sohn
      am 17.08.2017
      Da haben wir ja exakt das gleiche gemacht. Musste auch eine Ermahnung ans Wochenblatt schicken.
      Heute benutze ich eine Liste an Blogs und informier mich gezielt.
      Momentan habe ich das Thema NGO Schlepperbanden auf dem Radar. Da muss man schon suchen um an echte Fakten zu kommen.
  • Rolf Steiner
    am 16.08.2017
    Real ist sollte etwas weiter denken als bis an die nächsten Straßenlaterne! Denn, die "Hälfte der 9.500 Flüchtlinge in Stuttgart unter 25 Jahre alt" - das heißt doch, dass wir hier rund 5000 Menschen haben, die im arbeitsfähigen Alter sind und bei entsprechender Ausbildung ihren Beitrag zum Bruttosozialprodukt leisten werden. Wenn dieses "deutsche" Jammerlappenblatt ehrlich die Fakten berücksichtigen könnte und nicht nur mit dumm-nazionalistischen Kosten-Berechnungen manche Menschen in ihrer Verblödung noch bestärken würde, wäre unserem Land mehr geholfen. Aber mit armseligen Argumenten die Demokratie beschmutzen, ja, genau das können diese AfD und dieses braunversiffte Schmierenblatt bestens.
    • Real Ist
      am 16.08.2017
      Vielleicht habe ich mich mißverständlich ausgedrückt, aber genau jene 5.000 unter fünfundzwanzigjährige Flüchtlinge sind gemeint, die aufgrund mangelnder Bildung und Interesse vollkommen ungeeignet für Lehrstellen sind, und das ist nicht nur in Stuttgart so.
  • Real Ist
    am 16.08.2017
    Die Medaille hat zwei Seiten.
    Warum existieren eigentlich solche rechten Blätter wie Deutschlandkurier, Kompakt und wie sie alle heißen?
    Nach kurzem Querlesen habe ich zwar noch keine Lügen beim Deutschlandkurier entdeckt, aber das muss ja nicht heißen, dass man bei weiterem Durchlesen diesbezüglich nicht doch noch fündig werden kann, auf alle Fälle muss Kritik an diesem rechten Blatt erlaubt sein, auch die SWMH muss Kritik ertragen können.
    Aber wie sieht es eigentlich mit der Kritikfähigkeit der Leitmedien incl. dem Kontext aus? Haben sie neutral über die Flüchtlingswelle berichtet oder diverse Problematiken eher verharmlost bzw. verheimlicht?
    Dazu ein Beispiel, ich kann mich noch gut daran erinnern, wie uns dummen Bürgern erklärt wurde, dass wir Jugendliche Flüchtlinge zum Besetzen unserer freien Lehrstellen brauchen, die Realität ist dem Bürger dann im Stuttgarter Rathaus von einem Mitarbeiter des Jobcenters erklärt worden, das Jobcenter hat große Vermittlungsprobleme mit U25, da durchweg die Eignung und der nötige Willen fehlt, um eine der vielen freien Lehrstellen anzutreten, auf Nachfrage erfuhr man, dass ca. die Hälfte der 9.500 Flüchtlinge in Stuttgart unter 25 Jahre alt sind.
    Diese niederschmetternde Tatsache konnte man in keiner einzigen Zeitung nachlesen, in diese Art der Berichterstattung, bei der alle negative Fakten über Flüchtlinge konsequent unter den Teppich gekehrt wurden und werden, bildet auch der Kontext leider keine Ausnahme.
    Wenn Medien den Blick auf die zweite Seite der Medaille verweigern, brauchen sie sich nicht zu wundern, dass rechte Blätter diese Informationslücken füllen.
    http://www.zeit.de/2017/30/fluechtlinge-medien-berichterstattung-studie
    Zeitungen waren eher Volkserzieher als kritische Beobachter.
  • Rolf Steiner
    am 16.08.2017
    So verwahrlost zunehmend die deutsche Medienlandschaft und verlommt bei manchen Verlagen zur Gosse. Demokratie oder rechtsextremer Totalitarismus gefällig? Trinkfähige Milch und übelste Jauche passen auch nicht in denselben Alu-Tank-Wagen. Doch merke: Jauche stinkt und beschmutzt.
  • Jetztredichklartext Jetztredichklartext
    am 16.08.2017
    Warum Seele verkauft. Es scheint die Ausrichtung des Medienkonzerns zu sein. Mit Populismus macht man Auflage und Reichweite. Und nichts anderes verkauft ein Medienunternehmen.

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