Geld stinkt nicht: Der "Deutschland-Kurier" bringt dem "Stuttgarter Wochenende" rund 10 000 Euro. Foto: Joachim E. Röttgers. Titelmontage: Kontext

Ausgabe 332
Medien

Ein ganz dunkles Wochenende

Von Josef-Otto Freudenreich und Minh Schredle
Datum: 09.08.2017
Das Stuttgarter Pressehaus verbreitet ein rechtes Pamphlet – ohne Bedenken. Dem Anzeigenblatt "Stuttgarter Wochenende" liegt der "Deutschland-Kurier" bei, der auch das Zentralorgan der AfD sein könnte. STZN-Geschäftsführer Bernhard H. Reese sagt, auch solche Meinungen müssten einen "Marktplatz" haben.

"Hilfe, was ist das?" So meldet sich Marlene Blumenstock in der Redaktion. Die 65-Jährige ist eine sehr lebendige Frau mit pfiffigen Ideen. Zuletzt hat sie in Untertürkheim einen Laden für regionale Produkte aufgemacht. Dort erfährt Frau Blumenstock, was es Neues gibt im Quartier. Die Zeitung "Wochenende" solle sie lesen, sagt eine Freundin, da liege Ungeheuerliches bei. Ein "Deutschland-Kurier". Durchs Logo fliege ein schwarz-rot-gold gestreifter Adler. Normalerweise liest die Aktionskünstlerin so etwas nicht.

Frau Blumenstock hat uns besucht, der Aufklärung halber. Vielleicht sollte man zunächst erwähnen, dass das "Wochenende" gar keine Zeitung, sondern ein Anzeigenblatt ist. Das ist nichts Schlimmes, eben eine gedruckte Shopping Mall, dekoriert mit ein paar Texten, damit es so aussieht, als wäre es eine Zeitung. Für die Verleger bringt es Geld und ist billig herzustellen, für die LeserInnen ist es gratis, für die Werbetreibenden günstig, weil sie zu geringeren Preisen ziemlich viele Leute erreichen. Aus diesen Gründen wirft nahezu jeder Zeitungsverlag ein Anzeigenblatt auf den Markt. In Stuttgart sind es gleich zwei aus demselben Haus: das "Wochenblatt" (Auflage 350 000) und das "Stuttgarter Wochenende" (213 000). Beide gehören zur Südwestdeutschen Medienholding (SWMH), beide haben dieselben Geschäftsführer.

Einer von ihnen ist Bernhard H. Reese. 2008 von der "Saarbrücker Zeitung" gekommen, ist er durch einige Aktivitäten aufgefallen. Im Juli 2009 verkündete er 17 RedakteurInnen bei "Sonntag Aktuell", dass sie zum Jahresende ihren Job verlieren würden. Im Dezember 2015, als die Überreste des Blattes vor dem Exitus standen, verkaufte er die Titelseite komplett an Daimler. Als "besonders aufmerksamkeitsstarke Werbeform", wie er damals betonte. Das stimmte. "Sonntag Aktuell" erschien plötzlich wie ein Stern aus dem Mercedes-Reich, und die Fachwelt fragte sich, ob die Trennung zwischen Redaktion und Reklame jetzt endgültig perdu sei?

Der "Deutschland-Kurier" ist nicht einfach rein gerutscht

Nun hat Reese seinem "Wochenende" den "Deutschland-Kurier" beigelegt. Erschienen am Samstag, den 5. August. Ein Blatt, das auch das Zentralorgan der AfD sein könnte. Es ist nicht einfach so rein gerutscht in das "Wochenende", es war eine bewusste Entscheidung, bestätigt der Geschäftsführer auf Kontext-Anfrage. Nicht nur wegen der 10 000 Euro, die verbucht werden können, auch wegen grundsätzlicher Erwägungen. In Kauf nimmt er dafür die Proteste vieler LeserInnen, das Missvergnügen im eigenen Laden, die Säuernis seiner Austräger, die noch öfter angemistet werden. Und ob seine Verleger-Kollegen über den Deal erfreut sind, dürfte ziemlich zweifelhaft sein. Zum einen wollen sie juristisch gegen den Kurier vorgehen (DuMont), zum anderen sind sie realistisch genug, zu wissen, dass sie aus dieser Ecke stets Feuer kriegen. "Stand jetzt war das kein Fehler", sagt Reese, auch wenn er den Auftraggeber, diesen "fragwürdigen Verein", selbst nicht gut finde. Dasselbe gelte für die AfD. Um Himmels willen. Es sei aber nun mal nicht sein Job, die "Appetitlichkeit" von politischen Prospektbeilagen zu bewerten.

Demokratietheoretisch betrachtet, so führt der Manager weiter aus, müssten auch solche Meinungen einen "Marktplatz" finden. Und die LeserInnen die Chance haben, sich mit der gesamten politischen Bandbreite auseinander zu setzen. Selbstverständlich werde vorher geprüft, bei Wahlwerbung stets zentral, also auf der Ebene der Geschäftsführer, ob die Inhalte rechtskonform sind. Sollte ein Auftraggeber gar im Visier des Verfassungsschutzes sein, werde man "natürlich ablehnen".

Wie sensibel er zu reagieren in der Lage ist, will Reese am Beispiel der Fernsehzeitung "rtv" verdeutlichen, in deren Herausgeberkreis er sitzt. Das Millionenblatt liegt auch den Stuttgarter Gazetten bei und war lange eine beliebte Reklameplattform für den Rottenburger Kopp-Verlag, der mit Vorliebe gegen die "Islamisierung" des Abendlandes und für die AfD agitiert. Auf die Anzeigen der Fernsehzeitung habe er keinen Einfluss, aber sowas würde er für seine Anzeigenblätter ablehnen, versichert Reese. Soviel Abstand muss sein.

Als wär's ein Lesezirkel von Grundgesetzfreunden

Wir lernen: Der "Deutschland-Kurier" ist weniger schlimm. Das liegt wahrscheinlich schon am Namen. Herausgeber ist der "Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten", was wie ein Lesezirkel von Grundgesetzfreunden klingt. Bekannt geworden ist der Verein erst kürzlich als Tarnorganisation für GroßspenderInnen, die die AfD bundesweit mit Wahlwerbung unterstützen. Seinen Sitz hat er in Stuttgart, Julius-Hölder-Straße 48, wo kein Klingelschild auf ihn verweist. Sein Vorsitzender ist David Bendels, der das Büro, so genau weiß er es denn auch nicht, in der Stuttgarter Hölderlin-Straße wähnt. Der 32-Jährige selbst wohnt 250 Kilometer nordöstlich im oberfränkischen Lichtenfels und war früher in der CSU.

Auf die Frage, warum gerade Stuttgart, warum hier die Gründung im September 2016, warum hier das Büro, sagt er, das sei ganz einfach. Viele Männer der ersten Stunde kämen aus Schwaben, darunter etliche Mittelständler, die früher bei der FDP waren. Deshalb auch die Adresse in Degerloch, wo der Klub bei einem office management unter gekommen ist, das auch noch Gebäudereiniger, Finanzdienstleister und die "Krake Verwaltungs KG" betreut. Im Untergeschoss verspricht die "Pasit Thaimassage" der Kundschaft "Wellness pur für Körper, Geist & Seele". Noch sei man nicht so weit, sich eine Villa anmieten zu können, erläutert Bendels gegenüber Kontext. Auch wenn die Spendenbereitschaft "sehr groß" sei. 14 000 Unterstützer habe sein Verein bereits. Namen nenne er selbstverständlich nicht.

Und wie hält er's mit der AfD? Das hat er schon dutzende Male beantwortet und das hat sich nicht geändert. Sein Verein sei "parteipolitisch unabhängig", betont Bendels, es gebe "keine Kooperation und keine Absprachen", allerdings erscheine ihm die AfD die "derzeit einzige wählbare konservativ-bürgerliche Partei" zu sein. Dies könne er auch guten Gewissens empfehlen. Da ist es praktisch, dass er auch noch zugleich Chefredakteur des "Deutschland-Kuriers" ist. Bereits im Vorfeld der ersten Ausgabe (Titelzeile: "Merkel irrer als Trump?") hatte er angekündigt, das Blatt solle als "Bild-Zeitung von rechts" langfristig angelegt sein. Für ein Publikum, dem die neurechte "Junge Freiheit" zu intellektuell ist.

Schauen wir uns also die neue Ausgabe an: Guido Reil (früher SPD, heute AfD) hat sich Dreck ins Gesicht geschmiert und einen Helm aufgesetzt. So posiert der Mann des Volkes, ein echter Arbeiter eben, für das Foto zu seiner Kolumne "Glück auf! Der Steiger spricht". Darin ist zu lesen: "Jeder Pleite-Griechen (sic!) hat im Schnitt mehr Immobilienbesitz als der deutsche Michel."

Na klar, in Schorndorf waren 1000 sexwütige Ausländer unterwegs

Ehemalige Unionschristen sind ebenfalls mit von der Partie. Neben der ehemaligen Vertriebenenchefin Erika Steinbach, die inzwischen Wahlwerbung für die AfD macht, schreibt auch Rechtsanwalt Maximilian Krah (früher CDU, heute AfD). In seiner Kolumne "Hier kräht der Krah" (ja, sie heißt wirklich so), darf er sich über das "Skandalurteil der Woche" auslassen. Aktuell kräht der Krah, in Schorndorf wären 1000 sexwütige Ausländer unterwegs gewesen. Dass die Polizei ihre Falschmeldung auf 100 Randalierer korrigiert hat – reine Show. Da ist er sich ziemlich sicher, denn: die Polizei hat ja bei Köln schon mal gelogen, da sind weitere Beweise überflüssig, um ganz genau Bescheid zu wissen. Ein wenig erinnert das an die "Breitbart"-Brüder aus den Vereinigten Staaten, die mit alternativen Fakten aufwarten konnten, lang bevor sie in Mode kamen und nach der Kölner Silvesternacht vermeldeten, der wütende Sexmob habe außerdem den Dom und einige Polizisten in Brand gesetzt.

Der schrägste Vogel unter den derzeitigen Autoren – und gleichzeitig vom "Deutschland-Kurier" als Aushängeschild beworben – ist Peter Bartels, der vor gut zwei Jahrzehnten mal Chefredakteur der "Bild"-Zeitung war. Später hatte er versucht, die "Super!" als "Bild"-Konkurrenz für Ostdeutschland aufzubauen. Sollte ne ganz große Nummer werden. Im Mai 1991 ist die Zeitung mit einer Auflage von 500 000 Exemplaren an den Start gegangen, im Juli 1992 war schon wieder Schluss. Geblieben ist eine legendäre Schlagzeile, die das Boulevardblatt bereits am zweiten Erscheinungstag brachte: "Angeber-Wessi mit Bierflasche erschlagen – ganz Bernau ist glücklich, daß er tot ist".

Konsequenterweise wurde Bartels auch Kopp-Autor. Bei den Rottenburger Rechtsaußen erschien 2016 sein Buch über die Bildzeitung, in dem er die "Wahrheit über den Niedergang" enthüllen wollte; die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali beschimpfte er als "iranische Paradelesbe", und seit März 2017 schreibt er für das rechtsextreme Hetzportal "PI News". Diese Europäer, befand er dort jüngst, wollen "keine neuen Millionen "Flüchtlinge", die sich auf der verlogenen schwarz/rot/grünen Welle einer angeblichen "Gut-Menschlichkeit" in die weichen Wohlfahrts-Bettchen tragen lassen, weil ein paar Tausend alimentierte Tugend-Terroristen wie Volker Beck sich womöglich in einer Crystal-Meth-Wolke um ihr Karma sorgen."

Auch im "Deutschland-Kurier" wettert Bartels in wüsten und wirren Tiraden gegen alles, was nicht rechts ist – und schafft es dabei tatsächlich, sich noch diffuser zu artikulieren. Wegen Merkel würden deutsche Frauen zwischen 8 und 80 "es" (ohne weiter zu konkretisieren, was "es" denn sein soll) jeden Tag stumm über sich ergehen lassen, "nicht selten mit der Machete an der Kehle. Um dann von einer Dame namens 'Justizia' zynisch gemessert zu werden, warum sie gar nicht … oder nicht laut genug geschrien haben …" (Auslassungen im Original).

Gewieft haben die Blattmacher ihre aktuelle Ausgabe inhaltlich auf die Landeshauptstadt abgestimmt, und ein anonymer Autor stemmt sich gegen "Dieselpanik und Feinstaubhysterie" in Stuttgart. Treibende Kraft bei den Fahrverboten, erfährt man hier, seien nicht Gerichte oder die Deutsche Umwelthilfe, sondern Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann, "ein altgrüner Betonkopf". Denn, so lernt man im "Deutschland-Kurier", der nebenbei bemerkt kostengünstig in Osteuropa (Prag) gedruckt wird, ist es eine grüne Leidenschaft, lustvoll das industrielle Rückgrat Deutschlands zu demontieren.

Frau Blumenstock reicht es jetzt. Sie sagt beim Redaktionsbesuch, am meisten sei ihr geholfen, wenn sie das "Wochenende" samt Beilage in die Altpapiertonne treten könnte.


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16 Kommentare verfügbar

  • Andromeda Müller
    am 11.08.2017
    Also , ich tippe mal darauf , daß die Stuttgarter Nnachrichten , die Stuttgarter Zeitung , die Süddeutsche und vieles vieles mehr (siehe Kontext: -Aufstellung der SWM-Holding , alles der Familie Schaub aus Ludwigshafen siehe Volker Pispers zu Medien https://www.youtube.com/watch?v=uPvGtlYxv5U , bei gut recherchierenden Kabarettisten gibt es ja heutzutage 100% mehr Sachinformation als in öffentlich-rechtlichen und Privaten sowieso) ,
    die inzwischen bellizistische taz (Ukraine) und auch der Deutschland-Kurier ihren jeweils eigenen neo"liberalen"/neofeudalen Zweck erfüllen. Empörungsmanagement. Sowie empörte Gruppen gegeneinander in Stellung zu bringen.
  • David Sohn
    am 10.08.2017
    Danke für die Werbung. Bei soviel Aufregung werde ich doch gleich mal den Deutschland-Kurier in meine bookmarks nehmen und habe das Angebot auf 4 kostenlose Exemplare angenommen. Dann werd ich ja sehen, wie schlimm das Blatt ist. Zumindestens der fehlende Gendersprech ist positiv zu vermerken.
    • Schwa be
      am 10.08.2017
      Ohjeohje, hätten wir mit unserer Kritik und dem Hinweis von Dani Walter auf das rechtskräftige "Henning Greve Urteil gegen Reklame im Briefkasten" mal bloß die Klappe gehalten....!
      Link zum rechtskräftigen Urteil des Landgerichts Lüneburg (Az: 4 S 44/11 - Verkündung am 4. November 2011): http://www.badische-zeitung.de/wirtschaft-3/urteil-gegen-reklame-im-briefkasten-rechtskraeftig--54448289.html
      Aufgrund Ihrer bisherigen Kommentare vermute ich allerdings das sie lieber David Sohn unserer Aufklärung nicht bedurften um herzhaft zuzugreifen.
    • Peter Kurtenacker
      am 12.08.2017
      Habe bisher noch keines dieser Machwerke gesehen. Die Verteilung scheint nicht gleichmäßig zu sein. Andererseits die ganzen Wahlkampfsachen, auch der LINKEN, kann man eh vergessen. Sind alles nur Absichtserklärungen. Da jeder eine Koalition eingehen müsste, hat jeder auch schon eine Ausrede. Es läuft alles mit kleinen Variationen vor wie nach der Wahl weiter.
  • Fridolin Hinterhuber
    am 10.08.2017
    So sind sie halt

    So sind sie halt,die Rechtsaußen:Wasser predigen,aber selbst Wein trinken.In diesem Falle heißt das,ein rechtes Hetzblättchen auf den Markt zu werfen,dieses Pamphlet aber nicht beim angeblich durch die Flüchtlinge so geknechteten deutschen Volk drucken zu lassen,sondern im Ausland.
    Und im Hintergrund anonyme Finanziers,die nicht zeigen wollen,dass sie ihre Finger im gefährlichen Spiel haben.
    Dank an "Kontext" dafür,dass sie immer wieder die unappetitliche Soße aufdecken.
    Eine Schande ist es außerdem,dass die Medienholding,Eignerin von "Stuttgarter Nachrichten" und "Stuttgarter Zeitung",offenbar finanziell schon so klamm ist,dass sie es nötig haben,die rechte Beilage gegen entsprechende Entlohnung ihrem Anzeigenblättchen beilzulegen.
  • Schwa be
    am 10.08.2017
    Großen Dank auch von mir an Dani Walter (hab das Urteil mal abgespeichert).
    Konzerne verstehen (leider) nur so eine Sprache (möglich durch die herrschende Politik die sie schützt). Der kleine Bürger hat in dieser verkorksten Demokratie gegenüber den im Alltag immer häufiger auftretenden Gängelungen/Bevormundungen nur zwei Möglichkeiten: Zu resignieren oder zu klagen. Und da die meisten (verständlicher Weise) nicht den Klageweg beschreiten und stattdessen resignieren (was von Jürgen Feistel darüber hinaus noch als eine "gute Tat" verkauft wird) haben wir diese verkorkste Demokratie die wir eben heute haben.
    Zu Kommentator Wolfgang Weiss: Zuerst einmal danke für Ihren m.E. sehr guten Kommentar.
    "Im übrigen können die Austräger*innen noch am wenigsten dafür, wenn sie angemistet werden." Da gebe ich Ihnen vollkommen Recht. Doch darin besteht auch das Prinzip der Verantwortlichen. Sie lassen immer die aufeinander los bzw. die müssen es ausbaden die nichts dafür können und das oft auch nicht wollen. Hier ist das der Wohnungsnutzer und der Austräger und im Supermarkt ist es der/die Kassiererin und der Kunde der penetrant und unaufhörlich mit der Frage nach irgendeiner Kunden- oder Punktekarte gegängelt wird. Viele Kassiererinnen wollen es nicht fragen und viele Kunden nicht gefragt werden. Und so werden die Unschuldigsten aufeinander los gelassen und misten sich an nur weil die verantwortlichen das Konsumverhalten ihrer Kunden ausspionieren wollen.
  • Wolfgang Weiss
    am 09.08.2017
    @Dani Walter : Zustimmung! Das ist eine gute Möglichkeit und ich vermute mal, daß das Stuttgarter Pressehaus solch eine "Sprache" auch verstehen würde.
    Zusätzlich würde ich Herrn Reese (wenn denn so was möglich wäre und er überhaupt erreichbar ist!) die Frage stellen, ob er bereit wäre,- im Zuge der Ausgewogenheit und "Demokratietheoretisch betrachtet" ,- auch eine "KLAR"-Zeitung der LINKE in seine Käsblättle zu integrieren. Einfach nur, damit die Leser*innen die Chance haben, sich mit der gesamten politischen Bandbreite auseinander zu setzen.

    Im übrigen können die Austräger*innen noch am wenigsten dafür, wenn sie angemistet werden.
  • Dr. Diethelm Gscheidle
    am 09.08.2017
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich verstehe die Aufregung nicht. Der von mir sehr geschätzten "Kontext-Wochenzeitung" liegt sogar wöchentlich an jedem Samstag die böse "taz" bei - ein linkes Revolverblatt, welches dem diabolischen Kommunismus das Wort redet. Das ist ja wohl mindestens genau so schlimm!

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. Diethelm Gscheidle
    (Presse-Fachmann, Verkehrswissenschaftler & Dipl.-Musikexperte)
    • Wolfgang Zaininger
      am 09.08.2017
      Was bitte ist ein linkes Revolverblatt? Kontext schätzen, TAZ diabolischen Kommunismus unterstellen? Wenig fachmännisch, verkehrswissenschaftlich daneben und musikalisch eher dissonant Herr Ungescheidle! (Dr. wo eingekauft?)
    • Florian Hinterhuber
      am 10.08.2017
      "Dr.Gscheidle" - ein schönes Pseudonym,das Sie sich da ausgesucht haben :-)))
      Und auch ein lustiger Text:Die "taz" als linkes "Revolverblatt" zu bezeichnen,das angeblich einem "diabolischen Kommunismus das Wort" redet.Wirklich ein Feuerwerk der guten Laune.Wer soviel humoristisches Talent besitzt,könnte sich schon fast als Gagschreiber für die "heute-show" bewerben,tirili,tirila...
  • Dani Walter
    am 09.08.2017
    Ich würde folgendermaßen vorgehen:
    1. Brief an das Stuttgarter Pressehaus, des Inhaltes, Sie mögen fürderhin davon ablassen, das Stuttgarter Wochenblatt oder das Stuttgarter Wochenende in meinen Briefkasten zu stecken. Verbunden damit die Aufforderung, alle möglichen Austräger, auch die von Subunternehmen, darüber zu informieren, dass ein Einwurf der beiden Produkte in meinen Briefkasten zu unterlassen ist.
    Dazu noch der Hinweis, dass ich im Zuwiderhandlungsfalle einen Anwalt damit beauftrage, der alsdann abmahne und eine schriftliche, strafbewährte Unterlassungserklärung verlange. Ich würde noch auf den §1004 BGB hinweisen. Immerhin geht es hier um MEINEN Briefkasten.
    2. Das ganze würde ich per Gerichtsvollzieher zustellen lassen. Kostet zwar ein paar Euro Gebühr (schätzungsweise 30 Euro), ist aber, im Gegensatz zu einem Einschreiben hundertprozentig gerichtsfest. (Wer's billiger absenden will, finde die Faxnummer von dem Laden und faxe mit Sendebericht aus dem der Inhalt hervorgeht).
    Meines Wissens muss so ein Brief genügen, um die Firma, die das Anzeigenblättchen mit redaktionellem Teil (BGH, Beschluss vom 16.5.2012, I ZR 158/11, K&R 2012 S. 676) veröffentlicht, darüber zu informieren, dass ich trotz (und eigentlich auch gerade wegen) des redaktionellen Teiles die Blättchen nicht in meinem Briefkasten haben will.
    Zusätzlich aber noch nen Bebbr "keine Anzeigenbätter mit redaktionellem Anteil einwerfen" oder "keine kostenlosen Zeitungen einwerfen" am Briefkasten anbringen, damit auch der eigentliche Austräger Bescheid wissen muss und keine Ausrede mehr hat, ist meiner Meinung nach ne gute Idee. Allerdings ist der Bebbr wohl nicht Pflicht, wenn man den Verantwortlichen für den Einwurf per Brief über seinen Unwillen informiert. Siehe
    https://www.lawblog.de/index.php/archives/2012/01/05/eine-waffe-fr-werbemde/

    Bin ich froh, dass ich das Blättchen in letzter Zeit nicht im Briefkasten hatte. Aber falls, denke ich, zu wissen, wie ich mich wehren könnte...
    • Dani Walter
      am 09.08.2017
      Sorry, der oben eingefügte Link zum Thema Bebbr scheint nicht zu funktionieren. Alternativ würde der hier passen:
      http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/lueneburg-urteil-gegen-reklame-im-briefkasten-rechtskraeftig-11593543.html
    • Dani Walter
      am 09.08.2017
      Sorry, da Links hier nur funktionieren, wenn sie kurz sind, hier die Suchbegriffe, mit denen das passende Urteil und Artikel dazu findbar sind:
      Henning Greve Urteil gegen Reklame im Briefkasten rechtskräftig
    • Jürgen Feistel
      am 09.08.2017
      Pragmatische Lösungen wären:
      .) Aufkleber "Keine Werbung" am Briefkasten anbringen
      .)Sollte doch was drin landen, ungelesen wegwerfen
      So sollten Sie auf der sicheren Seite sein. Und Sie würden nicht das Gemeinwesen unnötig belasten.
  • Rolf Steiner
    am 09.08.2017
    Geld stinkt nicht - so scheint es mancher "Verleger" zu akzeptieren, wenn er von braunen Querulanten und eindeutig mit Nazi-Sprüchen hantierenden AfD-Befürwortern die verlogensten Postillen vertreiben darf.
  • Peter Kurtenacker
    am 09.08.2017
    Was mich immer wundert, das dies alles so funktioniert. Der einfache Leser wird von den "Aufklärern" längst nicht mehr erreicht. Die aufklärerischen linken Intellektuellen sollten einmal ihr Reden und Handeln überprüfen. Wird vielleicht nach der Wahl kommen, wenn es keine "linken" Mehrheiten mehr gibt. Das Denken in Links und rechts ist aber inzwischen überholt. Die neuen Nazis sind vor allen Menschenverachtend. Und das kann sogar ganz fromm sein.

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