Ausgabe 262
Editorial

Triumph und Resterampe

Von unserer Redaktion
Datum: 06.04.2016

Für Zeitungsleser aus Stuttgart und der Region hat mit dem Wochenende die Zukunft begonnen. Nach mehr als 30 Jahren war der vergangene der erste Sonntag ohne "Sonntag Aktuell". Damit nicht genug: Seit Anfang der Woche arbeiten die beiden Stuttgarter Blätter StZ und StN mit einer einzigen Redaktion. In Stuttgart ist Sparen angesagt, seit die Eignerin SWMH vor ein paar Jahren die "Süddeutsche Zeitung" gekauft hat. 

Das Weltblatt aus Bayern hatte ein historisches Wochenende. Wahnsinn. Die Panama Papers, die Steuerhinterziehung und Geldwäsche in ungeahntem Ausmaß mittels Offshore-Firmen enthüllen, ein Meisterstück. 400 Journalisten aus 80 Ländern haben mitgearbeitet und mit ihnen in erster Reihe die Münchner, die eine Bombe von weltweiter Relevanz platzen lassen. Eine, deren Knall einen fassungslos hinterlässt über so viel Unverfrorenheit, so viel Frechheit und unglaublich dreister Verarsche.

Während die Bayern ihren verdienten Erfolg feiern, präsentiert sich in Stuttgart das neue, viel gepriesene Samstagsblatt, die Sonntags-Ersatzzeitung, schon in seiner ersten Ausgabe als Resterampe und wird dreist mit Texten aus der großen Schwester SZ bestückt. Zweite Wahl wird schon gut genug sein für die Baden-Württemberger. 

So kommt es, dass die einen ausbluten, während die anderen Triumphe feiern können. Liebe Kollegen in München, wo bleibt eigentlich eure Solidarität?

Kontext in Berlin

Fremde oder Freunde? So lautete das Motto des taz-lab, des jährlichen taz-Kongresses im Haus der Kulturen der Welt am vergangenen Wochenende. Kontext-Redakteurin Anna Hunger saß mit Krimiautor Wolfgang Schorlau auf der Bühne und sprach mit ihm über sein neues Buch zum NSU. "Beate Zschäpe als Kriminalroman" hieß die Veranstaltung mit anschließender Publikumsdiskussion, die noch locker länger hätte gegen können, wäre es nach den rund 200 ZuhörerInnen gegangen. Denn natürlich sind im Moloch rund um die NSU-Ermittlungen Dutzende Fragen offen. Trotz Roman. Und was letztendlich wirklich passiert ist, weiß selbst Experte Schorlau nicht. "Ich weiß nur eines: dass es nicht so gewesen sein kann, wie offiziell behauptet wird."

Mehr zum taz-lab gibts unter diesem Link.

Fünf Jahre Kontext: das Fest

Bühne frei am 1. Mai! Und zwar für Kontext – das Fest. Wir feiern mit Max Uthoff, dem begnadeten Kabarettisten der "Anstalt", mit Peter Grohmann von den Anstiftern, der ehemaligen taz-Chefredakteurin Ines Pohl und dem Spoken Word Impro Orchestra fünf Jahre bissig-kritischen Journalismus aus der Hauptstätter Straße in Stuttgart und laden Sie herzlich ins Theaterhaus zum Mitfeiern ein! Mehr zum Fest finden Sie unter diesem Link.


Gefällt Ihnen dieser Artikel?

0 Kommentare verfügbar

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

KONTEXT per E-Mail

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer mittwochvormittags unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail.JETZT ANMELDEN

Letzte Kommentare:
















Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!