Die lange Leitung mit den Abgasen. Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 332
Medien

Das ist nicht niedlich

Von Johanna Henkel-Waidhofer
Datum: 09.08.2017
Der Begriff Schummelsoftware steht seit 2015 auch für die Versäumnisse im Dieselskandal. Nicht nur PolitikerInnen sparen klare Worte zu oft aus. Gerade in vielen Redaktionsstuben ist sprachliche Präzision Mangelware, wenn es gilt, die Autoindustrie zu entlarven.

Klaus-Peter Murawski, als Chef der Staatskanzlei wichtigster Berater von Winfried Kretschmann, hat sich dieser Tage als "Verantwortungsethiker" ereifert, weil baden-württembergischen MedienvertreterInnen einen "Krieg gegen unseren Industriestandort führen". Belege nannte er nicht. Sie zu finden, wäre ihm kaum gelungen. Gerade die Reaktionen auf den mit so viel Spannung erwarteten "Nationalen Gipfel" in der vergangenen Woche zeigten, dass im Gegenteil die spitzen Pfeile viel öfter gegen Umwelt- und Klimaschützer fliegen. "Nicht genug, nicht genug, rufen nun am lautesten diejenigen, die am liebsten alle Autos aus dem Stadtverkehr ziehen möchten, Großkonzerne per se für halbkriminelle Vereinigungen halten und für die eine weitestgehend industriefreie Luftreinhaltung Vorrang vor dem Erhalt von Zigtausenden Arbeitsplätzen hat", posaunen beispielsweise die "Stuttgarter Nachrichten".

Halbkriminelle Vereinigungen? Rudi Hickel, der linke Wirtschaftsprofessor aus Bremen, beklagt seit den Neunzigern die einseitig neoliberale Ausrichtung beim größten Teil der schreibenden Zunft. Im Abgasskandal haben sich zwar mehrere Rechercheverbünde und Redaktionen in der Republik große Verdienste erworben. In Kommentaren und Analysen dagegen kommen die Bosse nach der bewährten "Ja, aber"- Methode viel zu gut weg. Politiker wären bei ähnlicher Sachlage schon längst mit Schimpf und Schande aus ihren Ämtern gejagt worden. Nur mal hypothetisch angenommen, andere bedeutende Säulen der Republik hätten sich ähnliche Skandale geleistet – etwa Krankenkassen im großen Stil Prämien und Tarife abgesprochen oder Gewerkschaften Urabstimmungen gefälscht –, es wäre der Teufel los im Land. Nicht so bei den hohen Herren – Frauen gibt's eh kaum – in den Vorstandsetagen der Autokonzerne mit und ohne leuchtenden Stern.

Wo Betrug zu Schummelei verharmlost wird

Jedenfalls hat "Schummelsoftware" gute Chancen, demnächst in die Liste der "Wörter des Jahres" aufgenommen zu werden. Schon in einem der allerersten Artikel zum Thema, erschienen noch vor dem Auffliegen der VW-Abgasaffäre in den USA, fällt dieses seltsame Wort, das immer etwas Niedliches an sich hat und eher an Spickzettel unter Pennälerbänken erinnert als an millionenfachen Kundenbetrug. "Hersteller schummeln immer mehr bei Angaben zum Spritverbrauch", schrieb der "Spiegel" im Herbst 2015. Verbraucherschützer und Umweltverbände bemängelten seit Langem, steht da zu lesen, "dass der Neue Europäische Fahrzyklus (NEFZ), nach dem der Normverbrauch eines Autos ermittelt wird, den realen Alltag im Auto in keiner Weise abbildet". Das derzeitige Verfahren biete zu viele Schlupflöcher und Ausweichmöglichkeiten und verzerre damit den Wettbewerb. Ziemlich genau ein Jahr später liegt die Drohung mit einer Geldstrafe von 18 Milliarden Dollar auf dem Tisch. Im Frühjahr 2017 stimmen die Wolfsburger einem Vergleich zu, 2,8 Milliarden Dollar zu zahlen und für drei Jahre externe Aufseher zu akzeptieren.

Der "Spiegel" kannte schnell nach den ersten Enthüllungen jene ICCT-Studie, die heute in jedes Archiv unter A wie Abgasskandal gehört. Denn die Forscher waren dem deutschen Weltkonzern hartnäckig auf den Fersen. Gemeinsam mit der West Virginia University wurden Werte vorgelegt, die VW erklärte mit einem Fehler in der Motorsteuerungssoftware. Alle weiteren Ermittlungen sollten mit dem Rückruf von rund einer Millionen Autos in den USA unterlaufen werden. Kalifornische Beamte trauten der Theorie nicht, prüften in Echtzeit und stellten gleichbleibende Werte fest. Erst nach der Drohung der Amerikaner, Modelle des Baujahrs 2016 nicht zuzulassen, räumten die Verantwortlichen die Manipulationen ein.

VW-Chef Müller will nicht von unternehmerischem Versagen reden

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks spricht nach dem Dieselgipfel, im Zusammenhang mit den von ihr wegverhandelten staatlichen Abwrackprämien älterer Fahrzeuge mit und ohne Schummelsoftware, wahre Worte gelassen aus: "Wer zur Marktwirtschaft ja sagt, darf bei Unternehmensversagen nicht nach dem Staat rufen." Sogleich bekommt sie nicht nur von VW-Chef Matthias Müller eins übergebraten ("Einer Wortwahl 'unternehmerisches Versagen' etcetera mag ich mich nicht anschließen"), sondern auch von mehreren Kommentatoren. Und die "Stuttgarter Zeitung" stellt trotz der vielen Gespräche, die die kämpferische Sozialdemokratin im Vorfeld des Treffens zum Thema Nachrüstung geführt hat, zugleich ihre Kompetenz in Frage: "Hendricks, die Umbauten im Motorraum gefordert hat, konnte sich mit ihrer Forderung nicht durchsetzen. Sie hätte sich über das Machbare informieren sollen."

Kein Applaus für ihre harte Haltung, für so simple wie berechtigte Aussagen wie "Die Bevölkerung hat ein Recht auf saubere Luft". Stattdessen immer neue Locken auf Glatze, in der Tonlage von, "Trotz aller Entrüstung über die malignen Machenschaften gewinnverliebter Auto-Manager können bodenlose Strafexpeditionen gegen eine der wichtigsten Branchen Deutschlands kaum der Weisheit letzter Schluss sein: Die Fahrzeugindustrie ist hierzulande nichts weniger als systemrelevant, und eine wirtschaftliche Überforderung von Volkswagen, Daimler und Co hätte im internationalen Wettbewerb negative Konsequenzen – so sehr möglichst umfassende und teure Nachbesserungen moralisch auch gerechtfertigt scheinen" ("Badische Neueste Nachrichten"). Scheinen? Es scheint, als bräche allzu oft der Autofahrer im Leitartikler durch oder gar der Autokäufer, der sich womöglich selbst erst kürzlich ein Euro-5-Modell gekauft hat. Und es scheint, als wäre der dann noch weniger zu Abstraktion und Distanz in der Lage als der Patriot im TV-Moderator bei der Fußball-WM.

Umweltschützer und Autolobbyisten im selben Kommentartopf

Ein (vorläufiger) Zenit ist erreicht, wenn bestbezahlte Autolobbyisten in Berlin und Brüssel im selben Kommentatorentopf landen wie Umwelt- und Klimaschützer von BUND, Nabu, Greenpeace oder WWF. Die einen nehmen Einfluss, damit Milliarden eingespart, Grenzwerte hochgesetzt oder Fristen verlängert werden. Mit ihnen etwa die Deutsche Umwelthilfe auf eine Stufe zu stellen, ist dreist. Jürgen Reschs Organisation muss sich als Abmahnverein beschimpfen lassen, aber wenn VW-Chef Müller sagt, die Konzerne hätten die CO2-Gesetzgebung "oktroyiert bekommen" und süffisant anfügt: "Oder vereinbart, wie immer Sie wollen" –, dann sträubt sich keine Feder. "Oktroyieren" übersetzt der Duden mit aufbürden, aufzwingen, diktieren. Dabei wissen die Hersteller seit fast zehn Jahren, was auf sie zukommt: EU-Rat und Parlament einigten sich im Dezember 2008 auf Strafzahlungen ab Ende 2020 für jedes Gramm CO2, das die Neuwagen-Flotte eines Herstellers über den Grenzwert von 95 Gramm pro Kilometer hinaus verbraucht, was gut vier Liter Treibstoff entspricht.

Natürlich ist Müller klar, dass von "oktroyiert" keine Rede sein kann. Denn die Bundesregierung, allen voran die Kanzlerin, hatte die ursprünglich in Brüssel beschlossenen Regeln 2013 nach Kräften zu verwässern geholfen. Volkswagen hatte sich übrigens danach ausdrücklich dazu bekannt. "Mit diesem Kurs erweisen CDU und SPD den deutschen Autobauern mittelfristig einen Bärendienst", prognostizierte damals Daniel Moser von Greenpeace. Denn die Verschiebung werde sie "technologisch zwei Jahre zurückwerfen". Und dann kam auch noch eine Hochrechnung auf den Tisch, wonach zwar Peugeot-Citroën, Fiat-Chrysler, Renault-Nissan, Toyota oder Volvo die Ziele erreichen würden, nicht aber die deutschen Firmen. Vor allem die im Premiumsegment, was ein schönes Wort ist für immer dickere Spritfresser und Luftverpester mit PS-Junkies am Steuer.

Immerhin, ein Paulus unter den Experten hat derzeit mediale Hochkonjunktur: Ferdinand Dudenhöffer, der schon vor Jahren aufhorchen ließ mit seinen Einschätzungen ("Im Grunde schummeln alle in der Branche") stand lange Zeit im Verdacht, als früherer Opelianer und Porsche-Abteilungsleiter arg eng verbandelt zu sein mit der Autoindustrie. Längst wird er als "Marcel Reich-Ranicki der Autobranche" tituliert. Einmal schrieb die "Zeit" über ihn, ihn als Automobilexperten zu beschreiben greife zu kurz. Denn Experte nenne sich in dieser Welt "traditionell jeder, der mal ein Fahrsicherheitstraining absolviert hat". Dudenhöffer ist wirklich einer und muss sich im Netz – neben viel Applaus – auch vorwerfen lassen, einen Krieg gegen Konzerne zu führen. Für seine Konfliktbereitschaft gibt's massenhaft Belege. Und NachahmerInnen sind dringend gesucht!


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18 Kommentare verfügbar

  • Magus Carolus
    am 13.08.2017
    Es würde mich nicht wundern, wenn der Diesel'skandal' in Deutschland nur eine einzige Konsequenz hätte, nämlich den Dieselkraftstoff teurer zu machen. Das würde so richtig perfekt zu der Art von "Reformen" passen, die Schwarzrotgrüngelb seinem Wahlpöbel seit dem neoliberalen Urknall in Deutschland alljährlich um die Ohren haut. Und der Wahlpöbel rezipiert artig die Expertisen, die ihm interessengesteuerte Politik als Sachzwänge erklären.
  • Andromeda Müller
    am 13.08.2017
    Dieselgate , Atomausstiegs-Kostengate , Atomausstiegsklage-Gate , S21-Gate , BER-Gate ,
    Elbphilharmonie-Gate , 10 Mrd. Steuerverschwendungs-Gate p.a. , 70-100Mrd. Steuerhinterziehungs-Gate p.a. , 30 Mrd. Umsatzsteuerbetrugs-Gate p.a. , ADAC-Gate incl.embedded Journalists-Gate , Fracking-Gate , Tafelrunde-Gates bundesweit , Hartz IV-Gesetze von Bertelsmannstiftung-Gate , Medien-Gate/Volker Pispers (https://www.youtube.com/watch?v=uPvGtlYxv5U), Assmussen-Gate (besonders unterhaltsam der Kabarettist Hagen Butzko mit Vorwort von Dieter Hildebrandt https://www.youtube.com/watch?v=G7va0n85Bcc), Syrien-Gate , GTZ/GIZ-Gate
    https://www.youtube.com/watch?v=HQPRLRL_1Qc
    https://www.youtube.com/watch?v=qq0MS7b1v2c ab Min.17 und Fatima ab 22:24 und
    ab 26:35 !!!
    usw.usw.
    Und weil wir uns das alles schließlich verdienen müssen gehn wir wieder wählen , gell ?
  • Werner Runde
    am 10.08.2017
    Eine weiterhin von der Autoindustrie verbreitete Lüge, die keiner merkt, besteht in dem Märchen, der große Vorteil des Diesels sei der geringe CO2-Ausstoss. Das ist nachweislich falsch, nachzulesen u.a. in wikipedia Stichwort "Kraftstoffverbrauch", Kapitel "Umrechnungen", "Berechnung der CO2-Emission". Keine Beachtung wird der Verharmlosung geschenkt, wenn von 130 g CO2 pro km geschrieben anstelle von 13 kg CO2 pro 100 km wie es bei der Verbrauchsangabe üblich ist.
    • adabei (adabei)
      am 14.08.2017
      Nichts an meinem Hinweis, verehrter Herr Runde, ist falsch oder missverständlich. Und 130 Gramm CO2 pro Kilometer ergeben dank einfacher Multiplikation auf 100 Kilometer dann eben 13 Kilogramm, schon klar. Und auf 1000 km sogar 130 Kilogramm. Und während eines 100.000 km-Autolebens sind es dann, na… eben 13 Tonnen !
      Und um die Sache korrekt zu Ende zu denken: Natürlich muss man den Volumen-Vergleich bei Benzin und Diesel anstellen, schließlich wird Kraftstoff in Litern getankt und verbraucht. Und natürlich verursacht dann Dieselkraftstoff dank seines höheren Energieinhalts auch die etwas höheren CO2-Emission (2,62 kg zu 2,32 kg CO2) pro verbranntem Liter. Da haben Sie Wikipedia schon korrekt zitiert. Aber: Dieselmotoren verfügen nach wie vor über einen höheren Wirkungsgrad als Benziner, sie verbrauchen also bei vergleichbarer Leistung deutlich weniger Kraftstoff und sind deshalb – in Sachen CO2 - eben das bessere Konzept.
      Man sollte also die Sache nüchtern analysieren und den Diesel wegen der Abgasbetrügereien der Konzerne nicht in Bausch und Bogen verdammen.
  • h. heine
    am 10.08.2017
    Hallo, mir zu oberflächlich und dies nicht nure, weil ich Wirtchafts- und Sozialwissenschaftler kenne/las, die am Beispiel BRD-Gesellschaft von basalen Schwindelstrukturen sprachen, also nicht so weichgespülte Presseclub Rudis. Gruß, HH.
  • adabei (adabei)
    am 10.08.2017
    Nur eine Anmerkung zur Präzisierung: 95 Gramm CO2, gemessen nach NEFZ auf dem Prüfstand entsprechen 3,95 Liter Benzin, hochgerechnet AUF 100 KILOMETER. Mit Dieselkraftstoff wären es 3.56 Liter/100 km.
    • Werner Runde
      am 10.08.2017
      Es tut mir leid,dass Sie das Problem nicht ansatzweise erfasst haben. 95 Gramm CO2 auf 1 km entsprechen 9,5 Kilogramm CO2 auf 100 km. Das meine ich mit Verharmlosung. Bei 130 g CO2/1km sind das entsprechend 13 kg CO2 auf 100km. Um zu exakten Ergebnissen zu kommen, dürfen Sie nicht 1l Benzin mit 1 Liter Diesel gleichsetzen, das ist falsch. Benzin hat eine Dichte von 750 g pro Liter, während Diesel eine Dichte von 850 g pro Liter hat. Sie müssen also 3,95 Liter mit 750 g multiplizieren und kommen auf 2962,5 g Benzin. Sie müssen dann 3,56 l Diesel mit 850 g multiplizieren und kommen auf 3026 g Diesel. Wenn die Messung nach NEFZ stimmt, benötigt man also mehr Diesel als Benzin auf 100 km. Ein ähnlicher Fehler passiert, wenn eine amerikanische Gallone mit einer britischen Gallone gleichgesetzt wird oder eine deutsche Meile mit einer englischen Meile oder ein englisches Pfund mit einem deutschen Pfund.
      Die Milliarden Subventionen für Diesel, die den Diesel billiger als Benzin machen, sorgen für diesen Glauben an den Diesel.
  • Schwa be
    am 10.08.2017
    Das bürgerliche Politik irreparabel mit Konzernen und Banken verfilzt ist, ist ein alter Hut. Auch durch die unterstützende manipulative Kraft der Leitmedien wird seit Jahrzehnten erfolgreich verhindert das dies breite Bevölkerungsschichten zur Kenntnis nehmen und bei Wahlen entsprechend bewusst handeln.
    Der Abgasskandal ist da nur ein Beispiel von vielen wie die Wähler/die Bevölkerung von ihren gewählten Repräsentanten nach der Wahl benutzt und hinters Licht geführt werden.
    Und nochmal, das bürgerliche, also neoliberal kapitalistische Lager reicht von den Grünen, über die SPD, die CDU/CSU, die FDP bis zur aggressiv nationalen AfD (zusammen bilden diese die "radikale Mitte"). Wer diese Parteien bei der bevorstehenden Wahl wieder wählt und dabei auf Besserung/Einsicht hofft ist auf dem berühmten Holzweg und unterschätzt den rein egoistischen Machterhaltungs- bzw. Geltungstrieb von Opportunisten die immer nur den für sie persönlich bequemsten und lohnendsten Weg gehen werden. Opportunismus klingt harmlos, hat aber fatale Auswirkungen - in der Regel für die breite Masse.
  • Matti Illoinen
    am 10.08.2017
    War das nicht schon immer so? Sind irgendwelche Verantwortliche bei den Banken, zur Verantwortung gezogen werden, als sie in Teilen mit krimineller Energie an den Finanzmärkten sich verspekuliert haben? Mit wie vielen Milliarden wurde die Steuerzahler zur Kasse gebeten? So weit ich informiert bin, ging es hier um hunderte von Milliarden.
    • Blender Blender
      am 10.08.2017
      Auch der Aspest-Eternit-Skandal, die HIV-Infektion von Blutern mit infiziertem Faktor VIII, oder zuletzt die Brustimplanatate aus Industriesilikon zeigt die Inkompetenz der Politik die Verbraucher vor Verbrechern zu verschonen.
  • Jürgen Feistel
    am 09.08.2017
    Bitte,
    verfassen Sie doch bitte mal einen sprachlich (und mehr noch: wissenschaftlich) präzisen Artikel zum Thema "Grenzwerte" und deren Zustandekommen.

    Vielen Dank im Voraus.
  • Manfred Maier
    am 09.08.2017
    Kein neues Programm, nur ein Update des alten Programmes?
  • Thomas Müller
    am 09.08.2017
    ) "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
    (3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen."..

    ist es nicht an Zeit, auch mal wieder an das Grundgesetz zu denken?
    Warum fordert niemand die Enteignung Daimlers oder der gesamten Automobilindustrie und die demokratische Kontrolle derselben?

    Wenn nicht jetzt- wann dann?
  • Horst Ruch
    am 09.08.2017
    Sieh an, alles seit 27 Jahren bekannt. Die Mär von plötzlich gültigen Grenzwerten.(laut StgtZ v. 9.8.2017).
    Der Krug geht solange zu Brunnen, bis er bricht.
    Seit 2011 regiert und posaunt der Lufblasenversprecher Kretschmann das "Grüne" vom blauen Himmel herunter. Blue tec.
    Seine propagierte gezählte Mehrheit, deren "nachhaltige" Auswirkungen sich nun zu rächen scheinen.
    Allerdings wird "seine" Mehrheit aus den Umsatzmargen in € der Führungs-"Nieten" der Konzernbosse gebildet.
    Der eigentliche Skandal, zu mindest in BW, ist das hysterische Geschrei noch Elektromobilität, das die seltsamsten Blüten treibt. Ohne Wissen, wie sich das elektrische Gesamtumweltkonzept zusammensetzt, plappert einer dem anderen nach.
    Die Hektik mittels (verdeckter Steuer)- Abwrackprämien neue Modelle zu kaufen, zeigt doch wo's langgehen soll.
    "Kauft Euro 6, dann ist das Problem gelöst".
    Das also hat der Dieselgipfel hervorgebracht. Unverschämt statt verschämt traten Deutschlands "Falschlenker" aufs Podium. Und....die Politik spricht von achtbarem Ergebnis. In solchen Augenblicken wünscht man sich als braver Schummelfahrer ausnahmsweise den Kalifornischen Staat zu Hilfe. Denn nach dem derzeitigen neutral überprüften Stand der Technik wurden die geforderten Grenzwerte zu Euro 6 überhaupt nicht eingehalten.
    Kein Problem: Der Cheflobbyist Wissmann sorgt dafür, daß die Kanzlerin samt Verkehrsminister auch weiterhin hinter "euch" den unersättlichen Konzernlenkern stehen. Der Mauscheleienstaat macht's möglich, nach dem Motto: ein bisschen mehr Lüge ist doch erwünscht.
    Dies erfreut auch den Finanzminister, hat er doch durch einen doppelt und dreifach höheren Spritverbrauch eine lukrative (geheime) Einnahmequelle, mehr Spielraum, um die Deutsche Bahn vor dem finanziellen Ruin zu retten.
    Solange es niemand beanstandet, gilt freier Kauf und freie Fahrt für solvente Bürger. Egal, Euro 7 kommt bestimmt.
  • Peter Meisel
    am 09.08.2017
    KONTEXT 9-8-17 Das ist nicht niedlich - sprachliche Präzision
    Danke für den wichtigen Spiegel unserer Kultur, unsere Sprache! Diese wird nicht nur vernachlässigt (wie die Bildung in BW) sondern oft zum beugen der Wahrheit missbraucht. Sogar in den Urkunden deutscher Rechtsstaatlichkeit, den KFZ Papieren wird die Unwahrhaftigkeit dokumentiert: Abgase / Lärm / Sicherheit etc. Dagegen wird mit industriellem Fleiß unsere Gesundheit geschädigt.
    Ihr Text zitiert, die Sprache für den „millionenfachen Betrug“ bis hin zum Aufruf Dudenhöffers an den Souverän zur Konfliktbereitschaft!
    Der Vorsatz ist durch die „Marktkonforme Demokratie“ der Politik bewiesen und verhindert durch Handeln (s. INSM Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft) unser Bemühen um Aufklärung: sapere aude. Für mich haben wir wieder eine Babylonische Sprachverwirrung. Wir hätten es wissen können 1.Mose 11, 1-9.

    Demokratie, als die besten Staatsform stammt von Aristoteles Politik, 4. Buch. 4. Kapitel 1292a7 (griech. demos Volk kratein herrschen): „Denn in den Demokratien, wo es nach dem Gesetze zugeht, ist kein Aufkommen für die Demagogen, weil daselbst die Besten aus den Bürgern die Stimmführer sind.“ Dank der Römer kennen wir die Bedeutung Republik (res publika). Sie haben, als die Vergewaltigung der Lucretia veröffentlicht wurde, aus Zorn die herrschenden Etrusker Könige vertrieben und die Römische Republik gegründet.
    Das bedeutet für mich und jeden anderen Souverän: Regiere dich selbst!
    Hier in Deutschland lässt sich das Volk regieren. Im Parlament findet man mehr Lobbyisten als Abgeordnete. Die gewählten Vertreter haben geschworen u.a. Schaden vom Volk abzuwenden!
    Zur Zeit herrscht hier eine „Marktkonforme Demokratie“. Märkte sind die Industrie und Banken. (siehe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft INSM) und wird von Frau Angela Merkel gemeinsam mit Friede Springer (Presse) und Liz Mohn (Bertelsmann) organisiert.
    Aktuelles Beispiel Das KfZ Industrie Kartell, den Nord-Süd-Dialog (Hannover/Stuttgart), die Privatisierung öffentlicher Aufgaben (Private Publik Partnership PPP von Lothar Späth) z.B Autobahn Bau, Bahn AG usw).
    Ein Stuttgarter Richter hatte endlich den Mut hin zu schauen! Ich als Souverän entscheide!

    Unser Schicksal ist der Schluss in der Oper Babylon „Mich selber habe ich gestochen. Getötet ist das Beste, was ich hatte, die Illusion vom sichern Heil“ (Skorpion letzter Satz; Libretto Peter Sloterdijk München 2012)
  • Klaus-Peter Murawski
    am 09.08.2017
    "Weniger" habe ich nicht geschrieben.
  • Klaus-Peter Murawski
    am 09.08.2017
    Das mir zugeschriebene Zitat bezieht sich auf einen persönlichen Brief an einen guten alten Freund. Sowas kommentiere ich normalerweise grundsätzlich nicht. Aber in einem Punkt mache ich eine Ausnahme, weil er zu wichtig ist: Ich habe nie geschrieben, gesagt oder auch nur gedacht, dass die Medien einen Krieg gegen den Industriestandort Deutschland führen. Das ist einfach falsch.
    • Philippe Ressing
      am 09.08.2017
      1. Wem die Stadt Stuttgart gehört erkennt jeder, der am Bahnhof angekommen die Turmspitze betrachtet. 2. Was soll die Aufregung Herr Murawski, Ihr Ministerpräsident sowie ihre Partei sehen sich längst als modernisierte CDU light.

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