Rapmusik kommt aus den Musikboxen, es gibt einen Billardtisch, Tischkicker und Spielekonsolen. Dazu eine Bar, die mit Getränken und Snacks gut ausgestattet ist. Aus Pappe ist ein Sichtschutz gebastelt worden, der auf einem Tisch steht. "Vote" steht an der Seite mit weißer Farbe auf einem roten Pfeil, "Wahlkabine" in großen gelben Lettern auf blauem Grund vorne dran, der Duft von Chemie steigt von Nahem noch in die Nase. An einem Samstagnachmittag, zwei Wochen vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg, befindet sich das wohl gemütlichste Wahllokal im Stuttgarter Ortsteil Bad Cannstatt. Im Jugendzentrum Cann, nur ein paar Meter vom Bahnhof entfernt, findet die sogenannte Haus-Wahl statt. Wählen darf hier jede und jeder, Alter und Nationalität sind egal. Vor allem aber richtet sich das Angebot an jugendliche Erstwähler:innen, die noch nie gewählt haben und sich mal an der Wahlurne ausprobieren wollen.
Vor vier Jahren hat der Landtag das Wahlrecht in Baden-Württemberg geändert. Bei der anstehenden Wahl am 8. März gibt es erstmals wie bei der Bundestagswahl zwei Stimmen: die erste fürs Direktmandat, die zweite bestimmt den Parteienproporz. Eine Sache ist aber anders als bei der Bundestagswahl: Auch 16-Jährige dürfen schon ihre Kreuzchen machen. Circa 7,7 Millionen Menschen sind in Baden-Württemberg laut dem Statistischen Landesamt wahlberechtigt, zum ersten Mal wählen dürfen 650.000, darunter 180.000 Minderjährige.




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