Miese Luft, Baustellen, ein riesiges Loch in Stuttgart-Mitte: Helga Stöhr-Strauch reicht's. Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 370
Gesellschaft

Schluss mit Stuttgart

Von Josef-Otto Freudenreich
Datum: 02.05.2018
Warum, um Himmels willen, zieht jemand von Stuttgart nach Brandenburg? Die Miterfinderin der Montagsdemos, Helga Stöhr-Strauch, tut genau das. In einer "zu Tode gerittenen Stadt" wolle sie nicht mehr leben, sagt die 56-Jährige.

Gehen, solange es noch geht oder Stuttgart im beginnenden Frühling 2018: Drinnen, im Wohnzimmer von Helga Stöhr-Strauch, hängt ein Hirsch mit Atemschutzmaske. Draußen, auf der Straße, prangt ein Werbeplakat für die Stadt, die wir lieben sollen. Mit einem Herz in der Mitte. Vor das Plakat hat jemand hingekotzt. In den "Stuttgarter Zeitungsnachrichten" kommentiert der Lokalleiter scharf und sagt, wer, wie dieser Theater-Intendant Peymann, diese Stadt als menschenfeindlich bezeichne, habe einen "ideologischen Blick". Ungetrübt von der Lebenswirklichkeit, die keineswegs etwas mit mächtigen Autokonzernen und willfährigen Grünen-Politikern zu tun habe. Da hat es der Frau mit dem Hirsch gereicht.

Kann man nicht verstehen oder will man nicht verstehen, dass eine Stadt, in der die Schwachen keine Chance zum Bleiben, und die Menschen keine Möglichkeit zum Erholen haben, menschen- und lebensfeindlich ist? Danke, Herr Peymann, Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen. (Helga Stöhr-Strauch)

Helga Strauch-Stöhr hat dem Lokalleiter einen Brief geschrieben und aufgezählt, was ihr alles Pein bereitet:

Die SUV-Fahrer, die werktags ihr Viertel (Heusteig) verstopfen, die Bürgersteige zustellen und über autofreundlich geschaltete Ampeln brettern. Mercedes- und Porsche-Lenker, die wochenends ihre Kinder in Rikschas packen und in Auspuffhöhe durch das gentrifizierte Quartier kutschieren.

Soll Alexander jetzt eine Sauerstoffmaske tragen?

Die Luft, die inzwischen so schlecht ist, dass ihrem lungengeschädigten Mann vom Arzt empfohlen wurde, Stuttgart zu verlassen. "Soll Alexander jetzt eine Sauerstoffmaske tragen?", fragt seine Frau.

Der Glaube, dass mit Beton- und Glitzerburgen ein Grad von Menschenfreundlichkeit erreicht sei, der mit jeder Tonne Zement gesteigert werden kann.

Sie schließt ihren Brief mit dem Wunsch an den Lokalleiter, er möge eine schöne Zeit in einem Medienkonzern haben, "der sich redlich Mühe gibt, die Stuttgarter Situation schön zu schreiben". Eine Antwort hat sie nie erhalten.

Die Bitterkeit ist auch biographisch bedingt. 1984 ist die gebürtige Mainzerin nach Stuttgart gekommen, 22 Jahre jung war sie damals und Studentin der Germanistik. Beim Federballspielen im Stadtgarten habe sie sich in die Stadt verknallt, erzählt sie, und sich 26 Jahre später zu Tode geängstigt. Beim Schwarzen Donnerstag 2010, als alte Leute von "Roboter-Polizisten herumgewirbelt" wurden. Dazwischen lagen die Hochzeit mit Alexander Strauch, der beim Staatstheater Tontechniker war, die Geburt zweier Söhne, acht Kanarienvögel in drei Wohnungen sowie die Begegnungen im Schloßgarten mit verloren geglaubten KommilitonInnen, die alle Heinrich Steinfest, Christine Busch und Jeschi Paul zuhörten. Das sei, sagt sie, und lächelt für einen kurzen Moment ein seliges Lächeln, ihr Sommermärchen gewesen. 

Eine fröhliche, bisweilen biestige Frau, die Blumen und Bücher verkaufte, beim Wittwer zum Beispiel, für wenig Geld, Theater spielte und für die "Stuttgarter Nachrichten" Texte schrieb, die ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr bestellt wurden: Helga Stöhr-Strauch war eine der ersten Aktivistinnen gegen Stuttgart 21, eine, die zu den ErfinderInnen der Montagsdemonstrationen zählte – und bitter enttäuscht wurde.

Bespuckt fürs Dagegensein

Sie hat für die Grünen Wahlkampf gemacht, sie wollte die CDU weg haben und hat dafür schwarze Grüne gekriegt, einen Ministerpräsidenten, der Wahrheiten durch Mehrheiten ersetzt, einen Oberbürgermeister, der S-21-Gegner als Ewiggestrige betrachtet. Trotzdem oder gerade deshalb hat sie den Oben-Bleiben-Button nicht ablegt. Ein Jahr nach dem Schwarzen Donnerstag hat sie ein älterer Mann deshalb angespuckt und gesagt, sie, die "Dagegner", sollen doch endlich aufhören und einsehen, dass sie verloren hätten.

Da ist etwas zu Bruch gegangen. Der Traum, zusammen etwas verändern zu können, und sei die Gegenmacht noch so groß. Das war die Zeit des scheinbaren Gehörtwerdens, des zivilen Ungehorsams, der Hauptstadt des Widerstands, der Stuttgart plötzlich mit etwas anderem berühmt machte, als mit Mercedes und Porsche und den dazugehörigen Straßenschneisen.

Im Jahr 2012 hat sie aufgehört, regelmäßig zu den Montagsdemos zu gehen. Sie spürte ihre Hilflosigkeit und den Zorn darüber, Energie nicht mehr in Aktion umwandeln zu können, und fand Trost in dem Bild an der Wand, das Gangolf Stocker gemalt hat, das S-21-Dagegen-Urgestein. Es ist ein Geschenk ihres Mannes und heißt "Die Erscheinung", was immer da kommen möge. Auf jeden Fall warten die Menschen auf etwas, im besten Fall immer auf etwas Gutes. Da guckt sie drauf, wenn sie glaubt, es wieder mal nicht aushalten zu können, wie ihre MitstreiterInnen behandelt werden. Sie denkt dann an die Bürgermeisterriege, die "arrogant" herum grinse, wenn sich Hannes Rockenbauch (SÖS) zu Wort melde. Und sie erinnert daran, dass Bürgermeister Werner Wölfle (Grüne) mit ihr einst gegen den Tiefbahnhof zu Felde gezogen ist.

Ich erfahre, dass der grüne Sozialbürgermeister, der einst bei der Caritas angestellt war und mit uns für den Kopfbahnhof gestritten hat, heute die hohenstädtischen Unterkunftspreise für Flüchtlingefür völlig in Ordnung hält. (Helga Stöhr-Strauch)

Alles Geschichte. Die "Stuttgarter Zeitung", die sich einst rühmte, S 21 möglich gemacht zu haben, siehe den legendären StZ-Autoren Adrian Zielcke, bläst inzwischen in ein anderes Horn. Sie findet S-21-Opfer in Ulm, auf deren Dachboden sich Ratten tummeln, hoch getrieben von den Sprengungen im Untergrund. Die Bewohnerin, Frau Pintar, zeigt einen Eimer voller toter Nager, die sie mit Giftköder erwischt hat. Das sei ziemlich eklig gewesen, berichtet sie.

In Brandenburg wartet ein Bungalow mit Grün drumrum

Das geschieht alles ohne sie, zieht an ihr vorbei, mal in diese, mal in jene Richtung, ohne sie nach dem Weg zu fragen. So schaut die Frau jetzt auf sich und ihren nichtrauchenden Mann, der unter einer chronisch obstruktiven Bronchitis (COPD) und den Folgen eines Verkehrsunfalls leidet. Im September 2015 war's, als ihn ein Pforzheimer Pizzabäcker am Stuttgarter Wilhelmsplatz vom Roller geholt hat. Einfach an einer roten Ampel über den Haufen gefahren. Seitdem ist Alexander Strauch schwer beschädigt und froh darüber, dass ihm der linke Unterschenkel nicht amputiert werden musste.

Jetzt ist Schluss. Helga Stöhr und Alexander Strauch verlassen die Stadt. Nach 34 Jahren. Die Wohnung in der Altenbergstraße, für die sie jahrelang gearbeitet haben, ist verkauft, der Möbelwagen auf den 2. Mai bestellt, um aus der "zu Tode gerittenen Stadt" gen Norden zu entschwinden. Sie wollen raus aus der schlechten Luft, raus aus dem Verkehr, raus aus den horrenden Lebenshaltungskosten.

Wir verlassen diese Stadt, weil sie aufgerissen, zugebaut und so zerbrochen ist wie der Traum vom Sommermärchen in den Jahren 2009 bis 2011, den Hoch-Zeiten unseres bürgerlichen Engagements gegen das dümmste Projekt seit dem Turmbau zu Babel. (Helga Stöhr-Strauch)

Sie ziehen nach Brandenburg in die gleichnamige Stadt, ohne jemanden zu kennen, in einen Bungalow im Grünen, wo der Mann frei atmen kann. Alexander Strauch ist inzwischen 61 und Rentner, sie ist 56 und sicher, dass sie als Multitalent etwas finden wird. Ob das gut gehen wird, gerade in Brandenburg, wo das Fremde eher selten willkommen geheißen wird, wer weiß? In diese braune Ecke wollt ihr ziehen, werden sie von Freunden gefragt, und Helga Stöhr sagt dann, dass die AfD in Stuttgart kein kleinerer Haufen sei. "Zieht lieber mit uns fort", ruft sie ihnen zu, "etwas Besseres als den Tod findet ihr überall".


Gefällt Ihnen dieser Artikel?
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!

23 Kommentare verfügbar

  • Real Ist
    am 09.05.2018
    Herzlichen Glückwunsch an alle, die aus dieser mittlerweile zugrunde gerichteten Stadt fliehen können, auch bei mir laufen die Vorbereitungen, exakt vier Tage vor Renteneintritt steht bei mir der Möbelwagen vor der Tür.

    Es ist müßig, die ganzen bekannten Missstände aufzuzählen, aber wer nach 58 Jahre CDU-Herrschaft Hoffnung auf positive Veränderungen hegte, wurde bitter enttäuscht, statt 2013 endlich den verkehrs-und umweltspolitischen Amoklauf S21 zu stoppen und dafür drei Jahre Opposition zu riskieren, haben die Grünen mittels einer perfiden Volksabstimmung die Schuld auf die Bürger abgewälzt, Wölfle und Schairer sind längst ein Herz und eine Seele und klopfen sich für ihr verantwortungsloses Zerstörungswerk gegenseitig auf die Schulter.

    Stuttgart war mal eine schöne und lebenswerte Stadt mit angenehmen Mitbürgern, diese Zeit ist beendet.
  • Peter Hermann
    am 07.05.2018
    Man geniert sich inzwischen ja schon fast, zuzugeben, dass man in Stuttgart geboren wurde. Dank umsichtiger Eltern konnte ich es frühzeitig verlassen und wurde zu meinem Glück in Bayern sozialisiert. Was in dieser Stadt kurz nach dem Krieg allein an intakter Architektur zerstört wurde, stinkt gen Himmel. Ich sage nur: Kaufhaus Horten, der großartige Bau von Mendelssohn, ohne Not einem besch.....enen Eiermann-Bunker geopfert. Und dann des unsäglichen Bürgermeisters Klett "autogerechte Stadt", die halbe Stadt durch B14 und B27 verschandelt! Ich verstehe jeden, der diese Agglomeration von unfähigen Provinzpolitikern, unhöflichen Einheimischen und noch unhöflicheren Reingeschmeckten schleunigst verläßt. Und jetzt zum ganzen Elend auch noch das S21-Desaster... Wie hieß es doch schon in den 60er Jahren so treffend: "Das schönste an Stuttgart ist die Autobahn nach München."
    • Schwa be
      am 08.05.2018
      Sehr geehrter Peter Hermann,
      so sehr ich Ihren Kommentar schätze, doch was bitte ist - aus politischer Sicht - Glück daran in einem Bundesland (Bayern) bzw. in einer Stadt (München) zu leben/aufzuwachsen, welches aktuell ein Gesetz (!!) verabschieden will (Polizeiaufgabengesetz) das von der bayrischen Landtagsmehrheit mit dem Stichwort ‘Prävention’ gerechtfertigt wird, und tatsächlich ein massiver Angriff auf demokratischen Rechte darstellt (m.E. Repression - Unterdrückung/gezielte Willkür)?

      Das in Bayern geplante Seehofersche Polizeiaufgabengesetz spricht politisch genau die gleiche Sprache wie S21. Und auf dieser Grundlage übrigens will der neue Bundesinnenminister auf Bundesebene das Polizeirecht verschärfen.

      Expert*innen bezeichnen den Gesetzentwurf für das Polizeiaufgabengesetz als schärfstes Polizeirecht seit 1945: Auch ohne das Vorliegen einer konkreten Gefahr sollen Menschen unbegrenzt weggesperrt werden können, die Telefone von Bürger*innen abgehört und deren Post geöffnet, Drohnen und Bodycams eingesetzt und die Gesichtserkennung bei Videos auf öffentlichen Plätzen und Veranstaltungen eingesetzt werden können. Online-Durchsuchungen mit einem direkten Zugriff auf private Computer und der Einsatz von Staatstrojanern, die private Daten nicht nur durchsuchen und abgreifen sondern auch verändern können, sind ebenfalls geplant. Dazu kommt die sogenannte präventive DNA-Analyse von Zufallsfunden der Polizei.

      Diese Grundrechtseingriffe betreffen uns alle, Privatpersonen ebenso wie soziale Bewegungen und politische Proteste. Dagegen müssen wir uns einsetzen!
      Ich kann nur alle auffordern am "Vatertag" zur Großdemonstration gegen das Polizeiaufgabengesetz (PAG) nach München zu kommen: 10. Mai 2018 ab 13.00 Uhr auf dem Marienplatz (soll niemand später sagen er habe von nichts gewusst oder das habe ich so nicht gewollt!
  • Clara Borowski
    am 06.05.2018
    Ich freue mich sehr ,von dieser bewundernswerten Frau erfahren zu haben
    Kann, ebenfalls aus dieser Generation stammend, die sich tatsächlich aufgrund ihrer Sozialisation in den 70-& 80 gern einbildeten, dass Bürgerrechte & -entsprechendes Engagement in diesem Land tatsächlich etwas nachaltig bewirken könnten. Doch spätstens mit Stuttgart21 (selbst aus dem fernen NRW) begreifen mussten, wo es politisch hingehen wird.....da braucht es die afd gar nicht zu.
    Doch warum kann Hert Josef-Otto Freudenreich sich offenbar 'herausnehmen', diese Frau als "bisweilen biestig" zu bezeichnen??!
    Das ist arroganter, links-verpackter Sexismus pur, von einem der "alten Männern" verfasst, die an anderer Stelle gerne auch in der 'KONTEXT' als solche bezeichnet werden.
    Auch ihre "Bitterkeit" stößt ihm offenbar auf....was sollen diese Begrifflichkeit angesichts einet Frau, die alles gegeben hat, auch privat schweres zu bewältigen hat, & sich ganz offenbar nach wie vor das Recht herausnimmt, die (politische)) REALITÄT als DAS zu bezeichnen, was sie ist?
    ALLES GUTE, IHNEN, Frau Stöhr-Strauch!!
    • Schwa be
      am 07.05.2018
      Bis auf "...,links-verpackter Sexismus..." kann ich mich Ihrem Kommentar nur anschließen Frau Borowski! Alles liebe und Gute auch von mir Frau Stöhr-Strauch!
      Herr Freudenreich - wie so manch andere(r) in der Kontext Redaktion - ist m.E. nicht wirklich "links". Denn von S21 einmal abgesehen ist dazu die grundsätzliche Kritik an neoliberaler/kapitalorientierter Politik jeglicher Couleur m.E. zu zahm/zu harmlos/zu undeutlich/zu indirekt. Vielleicht fehlt auch einfach nur der Mut, da das Blatt sich ja lobenswerterweise überwiegend aus Mitgliedsbeiträgen finanziert und dadurch (vermutlich immer noch) ständig ums finanzielle überleben kämpft. Ich kann nur vermuten - jedenfalls hebt sich Kontext trotzdem oft positiv vom Mainstream ab!
      "Das ist arroganter Sexismus pur, von..." ohne "links-verpackter" halte ich für passender.
    • Peter Hermann
      am 07.05.2018
      Werte Frau Borowski,
      wenn ich Sie recht verstehe, ist es also „arroganter Sexismus“ wenn man als Autor einer Frau nicht ausschließlich positive Eigenschaften zuschreibt, ja? „Biestig“ und „bitter“ sind nach Ihrer Lesart somit Adjektive, mit denen man eine Frau (welcher der Autor im übrigen ja durchaus empathisch gerecht wird) also nicht bezeichnen darf, wenn man nicht von (anscheinend idiosynkratisch männerallergischen) Damen wie Ihnen als Sexist beschimpft werden möchte. Nun lese ich tagtäglich in diversen Gazetten von Autorinnen über männliche Politiker wenig schmeichelhaftes, und sie selber alters-diskriminieren den (meines Erachtens allenfalls „älteren Herrn“) Freudenreich ja mit gezielter Häme als „alten Mann“. Falls Sie die Metapher mit dem Glashaus und den Steinen kennen, könnten Sie Ihre doch arg emotionale Stellungnahme hier vielleicht nochmal überdenken...
    • Helga Stöhr-Strauch
      am 07.05.2018
      Liebe Frau Borowski, lieber Schwa be, liebe KommentatorInnen,
      danke für Ihre und die vielen anderen nachdenklichen, freundlichen und kritischen Anmerkungen zu unserem Fortzug aus Stuttgart. Wir konnten diesen Schritt wagen und wir sind froh, dass wir nun in der schönen Stadt Brandenburg mit all ihren Facetten gelandet sind. Gerne möchte ich - wie von Josef Otto Freudenreich bereits erwähnt - gelegentlich ein paar Eindrücke nach Stuttgart übermitteln. Allerdings möchte ich ihn an dieser Stelle auch ausdrücklich in Schutz nehmen. Josef und ich pflegen einen freundschaftlich-kollegialen Umgang miteinander und wenn er mich als "bisweilen biestig" bezeichnet, empfinde ich das keineswegs als Abwertung, sondern als nicht ungerechtfertigt. Denn wer Biss hat, der darf auch Zähne zeigen. Und wenn sie es mit einem Zwinkern tut. In diesem Sinn: Herzliche Grüße und vielleicht bis bald!
  • Normaler Bürger
    am 04.05.2018
    Es wäre schön, wenn Kontext über das Gutachten des renommierten Strafrechtlers Prof. Bülte zu den S21-Untreuefragen berichten würde. Das Gutachten hat es absolut in sich, ist mit Fakten sehr gut untermauert und lässt sich m.E. nicht einfach so vom Tisch fegen. Demnach ist die politisch gelenkte Staatsanwaltschaft in Berlin dazu verpflichtet, wegen Untreue Ermittlungen aufgrund der permanenten Weiterbau-Strategie gegen die Bahnvorstände und Verantwortlichen für das S21-Desaster einzuleiten, und zwar auch gegen die ehgemaligen. Und zwar nicht nur gegen die mit Möhrchen bedachten Bahnmanager, sondern auch gegen die verantwortlichen Politiker. Staatsanwaltschaftliche Ermittlungen wären schon mal ein erster Punkt, diese korrupte und verkaufte Stadt etwas erträglicher zu machen. Damit wieder ein Hauch von Rechtsstaatlichkeit einzieht, zum Wohle derer, deren Mehrheitsmeinung seit Jahren ignoriert wird (siehe die Kontext-Umfrage nach der sog. "Volksabstimmung") und die noch nicht von hier noch nicht weg gezogen sind.
  • zara Z.
    am 04.05.2018
    Die Stadt ist wie ihre Einwohner. Reich und multikulturell, geleckt und oberflächlich, dörflich und großstädtisch, von oben herab und warm, anziehend und abweisend, vorbildlich und liberal.

    Ich war kürzlich in Paris und war erschreckt über die Härte dieser Stadt, die ich noch ganz anders in Erinnerung hatte. Ich denke, dass die beschriebenen Zustände in Stuttgart überall passieren, dies ist der Zustand der Welt. Ich kann aber nachvollziehen, wenn Frau Stöhr-Strauch für sich einen Wechsel beschließt.
  • Dr. Diethelm Gscheidle
    am 03.05.2018
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    auch ich habe schon mehrfach darüber nachgedacht, Stuttgart zu verlassen. Eine Stadt, deren Bürger das gottgegebene Geschenk "Stuttgart 21" nicht annehmen möchten, die von einem Bürgermeister der unredlichen Bevormundungs-Bündnisgrünen regiert wird, und in der man darüber nachdenkt, redliche Diesel-Fahrer mittels Fahrverboten in sozialistischem Stil zu enteignen, hat meine werte Anwesenheit und mein Steueraufkommen eigentlich nicht verdient. Allerdings ergeben sich für mich praktisch keine Alternativen - wo soll ich denn hinziehen? Ins arbeitsfaule Gammel-Berlin? In die unkeusche Huren-Hauptstadt Hamburg? In die Säufer-Stadt Düsseldorf? Nach Proteten-Köln? Eigentlich bleibt für redliche Menschen wie mich nur der Umzug in ein kleines, traditionelles bayerisches Dorf oder in den hochredlichen Vatikanstaat übrig - dort besteht jedoch leider keinerlei Bedarf für redliche Verkehrswissenschaftler wie mich. So bleibe ich wohl oder übel in Stuttgart - wenn auch nur unter Protest!

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. Diethelm Gscheidle
    (Verkehrswissenschaftler & Dipl.-Musikexperte)
  • Kornelia E.
    am 03.05.2018
    Grüne:
    wer wirklich nach den 'rotgrünlinks' versifften Verrat der SchröderFischerSteinkühlersMaschmeiersMehrdorns (Hartz4, Rentenkürzungen, ReichenSubventionierungen, Kriegsminsterium, Scheinprivatisierungen, Ex-Expertokratien), des Bündnis90 Verrats ("wir wollten Demokratie und bekamen Regierung"), des 'Palmer zugunsten Schuster' Wahlappells ernsthaft komplett auf die 'nahe der CDU' stehenden BW Grünen gesetzt hat, sollte seinen Frust auch nutzen, bzw gewinnbringend für Andere einsetzen und ernsthaft 'enrümpeln' also knallhart reflektieren!
    Vll eine 'raus aus den Denkkuhlen-Kessel-gen flaches windiges Land' Fete incl Tagung 'Fehleranalyse' ;)
  • Sabine Reichert
    am 03.05.2018
    DANKE + ALLES GUTE FÜR DIE ZUKUNFT.
  • Marla V.
    am 03.05.2018
    @all
    Ich finde nicht, dass sich die Lebensqualität der Stadt (der Städte) -und mit der städtischen Arroganz der Macht und Verachtung des Ländlichen einhergehend- erst jetzt negativ verändert....
    Es ist ein langer schleichender Prozess gewesen! (s.Buch von Ostertag)

    Stuttgart hat einen Stadtteil "krank", einen Stadtteil "Luxus", einen Stadteil "Einkaufen", -dank S21- die Stadtteile "Banken" und "Immobilien/Investoren", -nach BackesLederes Wunsch- einen Stadteil "Macht/Kultur", einen Stadtteil "Uni", einen erste Klasse Park (Killesberg) und -noch- 2.Klasse Park (mit dem Stadtteil Paris-Bratislawa wird dieser auch zum 1.Klasse Modell umgestaltet, wetten?), HalbhöhenErhöhte und Feinstaubgeplagte, etc...

    Die Stadt versteht sich nicht als Gastgeberin der Vielen und als Vermittlerin, sondern als trennend Verwaltene!
    Ergo als Machtmetropole!
    Die beim langen Sommermärchen enstandene Idee MILAs, das Schloß zum Bürgerschloß zu machen wurde verworfen.... Warum wohl?

    Die Sommermärchenjahre hätten diese pietistisch verkniffene Stadt zur Demokratie-ImpulsStadt Europas werden lassen können!
    Aber der Obrigkeitsverliebte Deutsche braucht die Hierachiestruktur!
    Wunderbar bei der IBA (oder auch beim "Palais") zu sehen!
    Oben wird eine Produkt vorgegeben, in den Experto- Echokammern vorgekaut und dann darf -auf den vorab definierten Spielwiesen- das Fußvolk ein bisschen "mitmachen"!
    (Und dann feiern sich die VIPs erst mal .... Schulterklopf!)
    Niemals andersherum!
    (Selbstbewußte Bürger, gern Widerstand, Rebellion, Gegnerschaft genannt, geht nur, wenn diese tot sind!) (Oder wenn die Karre im Dreck fest steckt!)
    • Henning Volkert
      am 04.05.2018
      Liebe Marla, ein toller Kommentar! Danke!
      Helga und Alexander alles Gute und ein schönes Leben in Brandenburg an der schönen Havel (Stadt am Fluß :-D ).
      @ Frau Schiller: musste das sein?
  • Josef-Otto Freudenreich
    am 02.05.2018
    Das Angebot steht: Wenn sie will, kann Helga Stöhr-Strauch aus Brandenburg für Kontext berichten. Aber lassen wir sie jetzt erstmal ankommen.
  • Bettina Oeding
    am 02.05.2018
    Herzlichen Dank an Helga Stöhr-Strauch für ihr Engagement und für alles, was sie für unsere Stadt getan hat! Dank auch an die Redaktion, an Herrn Freudenreich, für das Aufschreiben ihrer Geschichte. Auf dass sie nicht vergessen werde in dieser Stadt.
    Schön fände ich es, wenn wir in absehbarer Zeit einmal davon lesen könnten, wie es den beiden in Brandenburg denn so ergeht. Vielleicht auch, wie der Blick von weit weg auf diese Stadt ist.
  • Liane Krusche
    am 02.05.2018
    Aus jeder Zeile dieses Artikels springt mir meine liebe, überaus geschätzte Freundin Helga entgegen. Ich kann ihre und Alexanders Gründe, Stuttgart zu verlassen, lebhaft nachvollziehen. Die Lebensqualität in Stuttgart hat sich in den letzten Jahren - nicht zuletzt wegen der ausufernden Baustellen für S21, aber auch aus vielen anderen Gründen - extrem verschlechtert. Vermutlich werden viele Menschen in den nächsten Jahren diese Konsequenz ziehen und aus der Stadt wegziehen. Liebe Helga, wir wünschen Dir und Alexander eine schöne Zeit in Brandenburg!
  • U. Braun
    am 02.05.2018
    Wie viele sind wohl schon gegangen oder werden noch gehen (müssen), nicht, weil sie Stuttgart nicht mehr mögen, sondern in dieser Stadt schlicht nicht mehr atmen können? Und wie viele davon fehlen hier schmerzlich?

    Nicht, dass ich glaube, dass eine offizielle Auszeichnung Helga Stöhr-Strauch von ihrem Wegzug hätte abhalten können. Aber eine öffentliche Anerkennung, beispielsweise den Verdienstorden des Landes, hätte sie für ihr bürgerschaftliches Engagement, das stets uneitel und nie selbstgerecht oder gönnerhaft daherkam, allemal mehr verdient als so manch andere. Sie, die biegsame Geschmeidigkeit in der Sache Gottseidank nie mit vermeintlich gut demokratischer Kompromissfähigkeit verwechselt hat, wird es freilich verschmerzen können.

    Meinen allerherzlichsten Dank an Helga, auch stellvertretend an so viele, die ihr hochprofessionelles Können großzügig über Jahre weg ohne Gegenleistung gespendet haben und immer noch spenden und dafür nicht selten auch noch angespuckt werden! (Und immer noch reichlich werden, denn das geht schließlich auch bestens im übertragenen Sinne.)
  • Philippe Ressing
    am 02.05.2018
    Einzige Kritik: Was Sie über Stuttgart und die Grünen konstatieren, trifft leider auf ganz Deutschland zu. Hoffentlich finden Sie Ihr Glück, das Ihnen hier genommen wurde wieder.....
  • Marla V.
    am 02.05.2018
    Auch Sonja Moor und Max Moor (ttt) sind nach Brandenburg geflüchtet....
    Scheint spannend zu sein!
    www.sonja-moor-landbau.de
    Und industrieller HanfAnbau.... (Und um Cannabis Konzessionen wird gerungen ;)
    www.hanf-magazin.com

    Also alles Gute!

    Ps: eine Stadt, ein Land, das eine lange Tradition mit Rechten hat, sollte ein bißchen leiser auftreten! (REPs im Landtag, Burschenschaften ohne Ende, AfD im Landtag)
    • U. Braun
      am 02.05.2018
      P.S. Bitte nicht (m)eine Stadt, (m)ein Land hauen, wenn doch der Esel gemeint ist!
  • heike schiller
    am 02.05.2018
    halleluja. brandenburg. ein landschaftlicher traum. andere erzählen vom alltäglichem alptraum - besonders für zugegzogene aus dem westen des landes und für alle anderen, die dort gern pauschal osmanen genannt werden. aber die luft ist auf dem land wirklich gut. die weite ein augenschmaus. das landgrabbing eine katastrophe. der öpnv spärlich. aber berlin ist nah - mit dem auto auch schnell zu erreichen. ich bleibe in stuttgart. ich mag meine stadt mit all ihren unzulänglichkeiten.
  • Gangolf Stocker
    am 02.05.2018
    Ach Helga, um Dich werd ich weinen.

Neuen Kommentar schreiben

KONTEXT per E-Mail

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer mittwochvormittags unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail.JETZT ANMELDEN

Letzte Kommentare:




Ausgabe 450 / Wir schweigen nicht / Peter Bahn / vor 1 Stunde 13 Minuten
Kann man auch per PayPal spenden?








Ausgabe 450 / Wir schweigen nicht / Nick Rudnick / vor 21 Stunden 16 Minuten
Auf hoher See und vor Gericht ...




Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!