Ausgabe 370
Editorial

Ausgepupst – jetzt wird gefeiert

Von unserer Redaktion
Datum: 02.05.2018

Der Rätsel-Stoff war vielleicht unanständig. Aber es machte anständig Spaß, die Lösung zu finden. Von wegen degoutant oder pfui. Das war mal wieder feine Unterhaltung, wie wir das von Ruprecht Skasa-Weiß gewöhnt sind. Ja, das gelingt ihm auch beim windigen Thema Flatulenz. Was hat der Kollege nicht alles an Pups-Prominenz zusammengetragen. Von Titus Petronius über Günter Grass bis hin zu Kim Kardashian mussten sie alle einen Buchstaben hergeben, aus dem das duftende Lösungswort zusammengesetzt ist.

Nun hat sich's ausgepupst. Das Kontext-Osterrätsel wird in dieser Ausgabe aufgelöst. Die richtigen Antworten landeten im roten Kontext-Putzeimer. Und Glücksfee Annette Ohme-Reinicke von den Anstiftern hat sie unter den strengen Augen der Kontext-Redaktion herausgefischt. Wir beglückwünschen uns zum Chefredakteur der "Stuttgarter Zeitung", der das erste Kontext-Rätsel möglich gemacht hat. Joachim Dorfs war dieser Text zu anzüglich. Wir gratulieren den GewinnerInnen. Die Bücher sind schon unterwegs und der glückliche Schmauser bei Vincent Klink benachrichtigt. Und last but not least bedanken wir uns bei Ruprecht Skasa-Weiß, der uns sein Rätsel geschenkt hat. Wir bieten Flüchtlingen vom Pressehaus Berg gerne Asyl. Und es werden immer mehr.

Wer am vergangenen Mittwoch beim Streik in Esslingen war, konnte sich von der schlechten Stimmung unter den JournalistInnen im Land ein Bild machen. Es ist ja nicht nur die Tariferhöhung, die sie auf die Straße treibt. Es ist auch die Missachtung der Verleger, die sich durch Absperrgitter vor ihren JournalistInnen schützen lassen mussten – um Winfried Kretschmann ungestört lauschen zu können. Der grüne Ministerpräsident sprach von Veränderungen in dem Gewerbe, die viele Beschäftigte "schmerzhaft" zu spüren bekämen, auch bei der "Eßlinger Zeitung", und er fügte in Klammern an, dass er das "sehr bedauere". Mehr nicht. Die vollständige Rede ist hier zu lesen.

Als Kontrast zu Kretschmann empfehlen wir Stadtflaneur Joe Bauer, der am 1. Mai gesagt hat, was an diesem Tag aus journalistischer Sicht gesagt werden muss: "Vielleicht war Papier einmal geduldig – wir sind es nicht mehr". Und dann noch solidarische Grüße an die Hausbesetzer in Heslach schickte. Bauers Rede ist hier zu finden.

Aber Achtung: Journalismus kann und darf auch Laune machen. Deshalb wollen wir am Samstag, den 12. Mai, nicht nur darüber diskutieren, was guter Journalismus ist. Wir haben auch kritische Verlage, Radios, Zeitungen und das Bürgerprojekt Die Anstifter eingeladen, ihre Projekte vorzustellen. Wolfgang Schorlau wird aus seinem neuen Griechenland-Krimi lesen und gemeinsam mit Werner Dannemann Musik machen. Kontext-Fotograf Joachim E. Röttgers wird die Kulturinsel in Bad Cannstatt mit seinen Fotos zu einem Ausstellungsraum machen.

Wir laden ein zum Schauen, Schmecken, Informieren und Diskutieren. Und auch die Kulturinsel in Bad Cannstatt selbst mit ihrem urban gardening-Projekt und ihrem Eisenbahnwagon, in dem die Lesungen mit Anton Hunger und Daniela Engist stattfinden, ist schon einen Besuch wert.

Laudator Peter Grohmann wird gewohnt scharf auf den Tag einstimmen. Und Katrin Gottschalk (taz), Oliver Schröm (correctiv), Dietrich Krauß (Die Anstalt) und Susanne Stiefel (Kontext) diskutieren über Mainstream-Journalismus und über Alternativen jenseits des privatwirtschaftlich organisierten Verlegermodells. Diskutieren sie mit und tanzen Sie in den Abend mit der Band Merry Judge, die ab 20.30 Uhr Kopf und Seele durchpustet und mit ihrem Reggae-Sound in die Beine fährt.

Der Eintritt ist frei zum 1. Kontext-Pressefestival. Wir freuen uns auf eine lebendige Diskussion. Gute Laune. Und ein schönes Fest (Mehr unter diesem Link).


Gefällt Ihnen dieser Artikel?

0 Kommentare verfügbar

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

KONTEXT per E-Mail

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer mittwochvormittags unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail.JETZT ANMELDEN

Letzte Kommentare:
















Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!