Bild 1 von 6: Asterix, Obelix, und ein alkoholhaltiger Hinkelstein.

Was soll der MP da noch sagen?

Bezeichnet den Jubilar als "Kapitalisten mit Herz": EU-Kommissar Günther Oettinger.

Noch realoer als der Kapitalist mit Herz: der Tübinger OB Boris Palmer.

So umarmen sich echte Männer: Rudolf Bühler und seine "beste Sau im Stall".

Der Rock'n'Roller des Abends.

Ausgabe 341
Gesellschaft

Rezzo und die Rentner

Von Josef-Otto Freudenreich
Datum: 11.10.2017
Rezzo Schlauch lädt die S-Klasse zur großen Geburtstagssause, Verdi lädt Rentner zu Kaffee und Kuchen. Wer auf beiden Feiern zu Gast war, der sieht, wie gespalten die Gesellschaft ist.

Der Fritz ist der Schlaueste. Er spricht als erster, weil er so alles erzählen kann, was die anderen nach ihm auch gerne erzählen würden. Von der Plastiktüte in Portugal, in der Rezzo das ganze Urlaubsgepäck hat, von der erschöpften Putzfrau in seinem Bett, vom roten Wein, der oft die letzte Brücke zum Sozi Schröder war. Fehlte eigentlich nur noch der Bericht über die Baumerklimmung in Boxberg. Die Älteren wissen es noch: Im kalten Januar 1987 bildeten Lobredner und Gelobter die Avantgarde des Protests gegen ein geplantes Daimler-Testgelände.

Die Rede ist von Fritz Kuhn, dem Oberbürgermeister, und Rezzo Schlauch, dem ehemaligen Staatssekretär. Als sie noch jung und wild waren.

Was haben die Leute gelacht am vergangenen Freitag, als Schlauch seinen 70. Geburtstag mit einer großen Sause in der Cannstatter Kulturinsel feierte, die früher ein Güterbahnhof war. Das tut dem Erzähler gut, weil er immer ein Teil von Geschichten ist, die viel lustiger sind als das Rathaus, und weil sie damals noch Kerle waren. Der Rezzo natürlich ein Hauptkerle, dem in einem unbedachten Moment, von denen es viele gab, raus gerutscht war, Frauenpolitik interessiere keine Sau. Das war vor 25 Jahren.

Damals hatte der konzeptionelle Stratege Kuhn wieder eingreifen müssen, schließlich sind auch Frauen Wähler, also -Innen, und Schlauch musste Abbitte leisten, was er gewiss mit ausladender Geste und Bravour gemeistert – und wieder vergessen hat. Unter den Rednern an seinem Geburtstag ist nicht eine Frau. OB Kuhn denkt bei derlei Gelegenheiten gerne darüber nach, dass "emotionale Intelligenz nicht mein Fachgebiet ist". Wenn er die auch noch hätte, nicht auszuhalten. So schwelgt der 62-Jährige in Erinnerungen, als wären Asterix und Obelix für kurze Zeit noch einmal auferstanden. Für jüngere LeserInnen: Spätestens seit der OB-Wahl 1996, als Schlauch knapp gegen Wolfgang Schuster (CDU) verlor, klebten die Spitznamen wie Pattex an den beiden.

Kretschmann: politische Korrektheit nicht übertreiben

Der Winfried, also Kretschmann, hat's da schwer. Wenn Biographien auf Anekdoten schrumpfen, der Vorredner die besten geklaut hat, kann sich der Herr Ministerpräsident beklagen, was er auch tut, es hilft aber nichts. So nimmt er den Parteifreund Schlauch lieber als Beleg für die Wandlungsfähigkeit der Grünen, die ihre "Milieus verlassen" sowie "Opportunitätsgründe" haben walten lassen. Mit der politischen Korrektheit, mahnt Kretschmann, möge man es bitteschön "nicht übertreiben".

Das hat den meisten der 400 Gäste gut gefallen, diese Offenheit nach allen Seiten. Von Wieland Backes (Autobekämpfer) bis Wendelin Wiedeking (Autokämpfer), von Eckart von Klaeden (Daimler-Lobbyist) über Boris Palmer (Migrationsexperte) bis Helmut Zerlett (Harald-Schmidt-Show-Bandleader), von Susanne Eisenmann (CDU) über Günther Oettinger (CDU) bis Thomas Strobl (CDU-Frauenversteher) – alle haben sich bei Schlauch wohl und womöglich jung gefühlt, wenn sie auf Rezzos Transparente an der Wand geguckt haben: "It's Only Rock'n Roll But I Like It". Das gilt auch für den EU-Kommissar, der Schlauch einen "Kapitalisten mit Herz" und seine eigene Schulzeit in Korntal als verbesserungsfähig beschreibt: "Nur drei Jahre Englisch, da kommt halt nix raus".

Trotzdem, alles High Performer, die zu Rezzo gekommen sind, weil er einer der ihren ist. Zwar seit 2005 raus aus der Politik, aber drin im grünschwarzrotgelben Netzwerk. Im jüngsten Fall heißt es WMP Eurocom AG, wo der parlamentarische Staatssekretär a. D. seit Jahresende im Aufsichtsrat sitzt. Zusammen mit Hans-Hermann Tiedje, der mal Kohl-Berater und "Bild"-Chef war, mit Hans Eichel, der mal SPD-Finanzminister war, mit Eckhard Cordes, der mal Mercedes-Chef war, mit Bernd Schmidbauer, der mal Geheimdienstkoordinator war. Die Berliner Lobby- und Beratungsagentur, einst von Hans-Dietrich Genscher (FDP) mitgegründet, rühmt sich bester Kontakte an der Schnittstelle von Politik, Wirtschaft und Medien.

Aber die Heimat bleibt natürlich das Hohenlohische. Da mag die Sponsorenliste für das Geburtstagsfest noch so weit auswärts sein, vom Bankhaus Ellwanger über Immobilien Pflugfelder bis zur Hofbräu AG. Der wichtigste Mann bleibt Biobauer Rudolf Bühler, der Chef der schwäbisch-hällischen Schweine. Er wird an diesem Abend sagen, der Rezzo sei seine "beste Sau im Stall".

Verdi erwartet nichts Gutes von den Grünen

Ortswechsel: Die Gewerkschaft Verdi, Bezirk Stuttgart, lädt zur Jubilarehrung in die Filderhalle Leinfelden-Echterdingen. 600 sind im Saal, 20 von ihnen sind schon 65 Jahre und mehr dabei. Zum Auftakt gibt es Kaffee und trockenen Kuchen, danach ein Streichensemble aus drei Musikerinnen und ein Grußwort der Bezirksvorsitzenden Claudia Häußler. Sie sagt, die Republik rücke nach rechts, dagegen müsse man eine solidarische Gesellschaft setzen. Ein Jubilar ruft: "Reichtum für alle".

Da lachen sie auch, die RentnerInnen im Saal, aber es klingt etwas bitter. Wie von dieser Rente leben?, fragt Cuno Brune-Hägele, der Verdi-Geschäftsführer, und rechnet vor, dass der "männliche Rentenzugang" im Westen mit 980 Euro (weiblich 562) und im Osten mit 952 (814) veranschlagt sei. Er sagt, der Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit bleibe bestehen, und deshalb brauche es starke Gewerkschaften. Kein Werfen mit Wattebäuschen. Und er erinnert an Christina Frank, den Schutzengel der Schlecker-Frauen. Sie ist im August gestorben, gerade mal 62 Jahre alt, die Kämpferin für die, die man nicht gesehen hat.

An diesem Samstagnachmittag sind Getränke und Essen frei, auch die Blumentöpfe auf den Tischen dürfen mitgenommen werden. Sponsoren finden sich auf der Einladung nicht. Auch die Gage für den Elvis-Imitator Ray Martin übernimmt keine Bank. Im Goldglitzeranzug intoniert er den König des Rock'n'Rolls. Kiss me quick, In the Ghetto, Suspicious Minds. Und manche tanzen sogar dazu. Das hat etwas Rührendes.

Tja, und jetzt? Die Sozis sind raus aus der Regierung, sehen diesen Graben zwischen Reich und Arm vielleicht wieder, aber erstmal wird wohl Jamaika kommen. Mit der FDP und den Grünen tauchen neue Spieler auf, die früher mal an Soziales dachten. Er erwarte "nichts Gutes" von ihnen, sagt Brune-Hägele.

Manche haben ihre Ehrenurkunden mitgebracht. Darin drückt der Verdi-Bundesvorsitzende Frank Bsirske seinen Dank aus für die "Mitarbeit bei der Verwirklichung unserer gewerkschaftlichen Ziele". Ich habe eine für 40 Jahre gekriegt. Wofür auch immer. Vielleicht dafür, dass ich mit Setzer Hans gerne gestreikt habe. Nach 20 Jahren haben wir uns bei der Jubilarehrung getroffen. Hans ist inzwischen 82 und fährt jede Woche nach Tübingen zum Folkloretanz. It's au only Rock'n'Roll, würde Partytiger Schlauch wohl sagen.


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16 Kommentare verfügbar

  • Jue.So Jürgen Sojka
    am 12.11.2017
    Die jungen Wilden – als sie noch jung und wild waren. Das waren noch…
    Es war. Es war! Und was ist heute? Was blieb übrig von den [i]damals[/i] jungen, ihrem Denken, den Gesprächen und Vorstellungen, die sie mal hatten – [i]entwickelt[/i] hatten? Haben Sie sich entwickelt? Zum Guten. Wie Wein eben, der, gut gelagert, seine Qualität stetig verbessert. Und – geöffnet seine Aromen in die Nase steigen lässt, die Lust darauf machen den Gaumen zu streicheln. Jedoch nur dann, wenn er nicht sauer geworden ist!!

    Sind die Weichen, die von ihnen gestellt wurden -von Asterix und Obelix- noch intakt? Oder stellt sich der Zustand ihrer Selbst, und in ihrem Umfeld, so dar, wie in unserem Hauptbahnhof in STUTTGART – Marode, vernachlässigt die [b]Instandhaltung[/b] und [b]Modernisierung[/b]!

    Zuerst war das Wort. Wie wahr! – Allerdings: Ein Blick sagt mehr als 1.000 Worte. Wie wahr. Wie wahr!!
    Also der Blick geweitet, die Wahrnehmung auf 100% erhöht, und geblickt, in längst vergangen Geglaubtes.
    Hervorgekramt, was vergessen scheint. Oder sogar schön gefärbt! Schaun mr a mole:

    A.) Asterix und Obelix, die erste Veröffentlichung in Mundart – In? Schwäbisch! [b][1][/b] 1995 war's, also ein Jahr vor der Rede von "Asterix" im Landtag von Baden-Württemberg, mit dem Thema: "Debatte zum Projekt Stuttgart 21" [b][2][/b]

    B.) In Schläuche gefüllt, der Trunk, der leicht zur Sucht werden kann. Der Rote in der Toskana mundet da besonders – friktioniert in der Fraktion der anders sein wollenden. Sich abgeseilt vom Handelsplatz? NEIN. Nein! Es braucht doch auch mal Zeit zum Auftanken … Von Sonne, und was es da sonst noch gibt, in der Toskana. :-)

    Jetzt ließe sich hier die Buchstabenreihe fortsetzen mit Aufzählungen -Kleinbuchstaben an die großen angehängt-, vergleichende Betrachtung von Gewesenem und Heutigem!
    Es lässt sich zusammenfassen: Als Tiger gesprungen und als… Sich selbst zu früh – viel zu früh – es sich bequem gemacht. Eingerichtet eben, in der Hierarchie, die sie vorgefunden haben – [b]CONSERVARE[/b] und mit den Konservativen auf Du und Du.
    Na dann. Macht weiter so ihr Gestrigen, die ihr Euch grämt über verlustig gegangenes – was nichts mit dem Wort "lustig" gemein hat.

    [b][1][/b] Büchle 1 – Asterix schwätzt Schwäbisch – Dr große Graba – Gschwätz & Bildla
    Rückseite http://up.picr.de/30923136de.jpg
    Innenteil – die zwei Hauptdarsteller http://up.picr.de/30923137oq.jpg

    [b][2][/b] Rede von Fritz Kuhn im Landtag Baden-Württemberg zu "STUTTGART 21" am 18. Okt. 1996
    Internetseite Bündnis 90/Die Grünen http://up.picr.de/30923132uw.jpg
    • Jue.So Jürgen Sojka
      am 12.11.2017
      Rezzo Schlauch, ebenfalls Studium der Rechtswissenschaften in Freiburg, wie so manch anderer:
      Konrad Adenauer, Gustav Heinemann, Heiner Geißler, Gerhard Mayer-Vorfelder,
      Alfred Biolek, Roman Herzog, Wolfgang Schäuble, Ulrich Goll, Andreas Voßkuhle und … – auch der [b]"SdZ"*[/b] (in drei aufeinanderfolgenden Jahren, ein einem besonderen Jahrzehnt,).

      Rezzo Schlauch gründet mit Franz Friedel 1983 die Kanzlei „Schlauch und Kollegen“ (bis 2008) – Büro in der Rotebühlstraße 99, in der Nähe vom Feuersee.
      RECHTSANWALT = Anwalt der Völkerrechte, Menschenrechte, Grundrechte, Verfassungsrechte und 3 der Gebotenen aus den 10 Geboten! [b][3][/b]

      Jetzt haben Politiker/Politikerinnen erhebliche Defizite darin, das aufrecht zu erhalten, was _ihnen_, wie uns ALLEN, auf den Geburtsweg mitgegeben wird – aufrichtig, offen und ehrlich im Umgang mit sich selbst sein! [b][4][/b]

      Und er, Rezzo Schlauch (*1947)? Und Sie, seine ihn Umgebenden, mit denen er "groß" geworden ist?
      Otto Schily (*1932), Hans-Christian Ströbele (*1939), Joschka Fischer (*1948), Winfried Kretschmann (*1948), Jürgen Trittin (*1954), Fritz Kuhn (*1955) … Wegbegleiter, wie festzustellen ist.

      [b]"SdZ"*[/b] = Schreiber dieser Zeilen – zu uns Kindern wurde gesagt: [i]Ich[/i] haben wir heute nicht da; bekommen wir auch nicht mehr rein! Wir sollten keine "Ich-Menschen" werden, also keine Egoisten – zuerst war das Wort.

      [b][3][/b] Die 3 Gebotenen http://www.trueten.de/archives/9123-Was-mir-heute-wichtig-erscheint-378.html#c8653 und Podiumsgespräch im Haus der Wirtschaft mit Wieland Backes, Edzard Reuter und Boris Palmer am 18.11.2015
      [b]Einmischen, Unbequemsein, Standhalten![/b]

      [b][4][/b] Wozu noch wählen? http://www.trueten.de/permalink/Wozu-noch-waehlen.html#c8558
      [b]DEMOKRATIE[/b] leben, um sie zu er~_[b]erleben[/b]_[b]![/b]
      … Die Abgeordneten/Volksvertreter verstehen sich selbst jedoch als Politiker/Politikerinnen: …
      DRKultur 24.07.2012 Mappus und die kollabierte Demokratie | Der Respektsverlust politischer Akteure
      Von Günther Lachmann http://www.parkschuetzer.de/statements/178643
    • Jue.So Jürgen Sojka
      am 19.11.2017
      Alles was Recht ist!
      Tische, Teppiche und was da sonst noch in Verwendung genommen wird, um darunter verwahrt zu sein. Allerdings nur so lange, wie sich niemand verpflichtet wähnt zu heben, was die "Bemühten" darunter zu verstecken suchen!!
      Apropos suchen: Sieht Mann davon ab, dass _er_ selbst für sich Verantwortung zu übernehmen hat, dann lässt sich all _sein_ Fehlverhalten verstehen. Vorsicht – keine Verständnis dafür entwickeln!!

      Also hier nachgesehen, was "Asterix" und "Obelix" -so er denn OB geworden wäre- zu erfüllen haben:
      GemO und GOG, die wesentlichen Auszüge, die von _ihrer_ Aufsicht zu erfüllen ist
      http://up.picr.de/30989693hc.jpg

      Allerdings hat "Asterix", als Bürger und als Jurist, sich in unsere Gesellschaft ebenfalls einzubringen.
      Fordernd von ALLEN Amtspersonen _ihr_ Anforderungsprofil auch zu erfüllen!!
      Zu den grundlegenden Prinzipien unserer Ordnung sind insbesondere zu rechnen:
      https://c.web.de/@337901998990951104/E-E50HHgSjed-V_V7Mb5xA
      Also bevor die " Erklärung" unterschrieben wird, muss die Gewähr durch Bewerber gegeben sein, sich für die freiheitlich demokratische Grundordnung einzusetzen!!

      http://www.parkschuetzer.de/statements/198407 in den Kommentaren 08.11.2017 um 12:56,
      um 13:00 und um 13:53 Uhr Albert-Ludwigs-Universität-Freiburg mit "ERSTI-INFO"
  • E. Rosa
    am 11.11.2017
    Will JOF noch eine Karriere als Baby Schimmerlos machen? Trotz yellow press Stil ist die Charakterisierung der alten, weißen Männer des "alternativen" Milieus gelungen. Vielleicht wird mit der Berichterstattung über den Landespresseball dieses Genre fortgesetzt?
    Aber die letzten fünf Abschnitte über ver.di nehmen dann die Sorge um einen möglichen Hang des Chefredakteurs zum Boulevardjournalismus.
  • Andromeda Müller
    am 18.10.2017
    Hat man denn jemals eine inhaltliche Wahl gehabt ?
    Auch im Westen gab es nur eine Blockpartei , ebenso wie in der wiedervereinigten "Republik", wie man am gesamten Personal,- bei einer Handvoll Ausnahmen -, sieht.
    Aber es sind ja alle so begeistert "wählen" , besser legalisieren gegangen , gestern wie heute. ich freue mich schon auf meine nächste Chance in 4 Jahren . Sie auch ?
    Danke liebe Demokratie.
    Und wenn`s zu wenige werden wird halt die Wahlpflicht eingeführt oder die letzte Stimmabgabe (mit garantiertem digitalem Datenschutz natürlich) gilt einfach ewig weiter.
    P.S.Schlecker : Die Staatsanwaltschaft hat ja eine ganze Reihe von Anklagepunkten lt."Medien" heute aufgehoben. Vielleicht reicht´s auch noch irgendwie zu einer Ehrenpension des Landes Baden-Würrtemberg..
  • Karl Krützmann
    am 17.10.2017
    Asterix, Obelix, und ein alkoholhaltiger Hinkelstein.
    Schonn. Nur - daß beide Fakes sind - alle wie die Flasche - gell.
  • Franco Vaderno
    am 16.10.2017
    Da hat nur noch der Bruderkuss mit Oettinger gefehlt! Grüne sind eben auch raffgierig. Wer solch ein Fest arrangiert, der weiß auch über die Machenschaften dabei!
  • Heinz Heckele
    am 14.10.2017
    Bemerkenswert was der SPIEGEL zu der Sause berichtet: die Firmen der eingeladenen Industrieprominenz sollten das Fest mitfinanzieren. Nachzulesen hier:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/rezzo-schlauch-industrie-sollte-geburtstagsparty-von-ex-politiker-sponsern-a-1172748.html
    • Schwa be
      am 15.10.2017
      Und welche Schlüsse ziehen Sie aus dem Spiegel Artikel?
      Das der grüne Schlauch allein der unseriöse ist (der ja laut Spiegel davon gar nichts wusste)? Und das die juristisch prüfenden Firmen selbstverständlich sich auf so etwas unseriöse nicht einlassen würden (sind ja alles gute Firmen)?! Schmutzkampagne gegen grün? Normale Vorgehensweise in bürgerlichen Kreisen - nur stümperhaft umgesetzt?
      Was will uns bzw. Ihnen dieser Artikel sagen?
      Mir ists gleich, ich gebe auf Artikel im Spiegel nicht viel bis gar nichts. Und so lange sich bürgerliche gegenseitig ans Bein pissen schon dreimal nicht.
      Spiegel sollte sich mal mit dem Union Busting (Zerstörung und Diskreditierung von Gewerkschaften, Betriebsräten) auseinandersetzen - und zwar seriös! Doch dazu ist das Blatt zu sehr auf Linie.
  • Schwa be
    am 13.10.2017
    Was wird hier Diskutiert? Die von Schlauch, stellvertretend für die meisten bürgerlichen Politiker, inszenierte Selbstbeweihräucherung und zur Schau getragene Dekadenz (laut Duden.de: u.a. kultureller Niedergang in den Lebensgewohnheiten und Lebensansprüchen; Verfall,) wurde am 24.10.2017 von der Mehrzahl der Wähler zum x-ten Male wiedergewählt. Das heißt: So will es das Volk. Sich später darüber zu wundern oder zu diskutieren wird nicht helfen - auch keiner Gewerkschaft. Gewerkschaften (zumindest die die noch kämpfen und damit den Namen noch verdienen - z.B. GDL) werden in der bürgerlich neoliberalen Welt von Politikern und Leitmedien öffentlich an den Pranger gestellt (und so die Bürgermeinung manipuliert). Stichwort: Union busting, laut Wikipedia: Union Busting (Gewerkschafts-Zerstörung) ist ein Fachbegriff aus den USA für die systematische Bekämpfung, Unterdrückung und Sabotage von Arbeitnehmervertretungen, also Gewerkschaften und Betriebs- und Personalräten.
  • Wolfgang Zaininger
    am 11.10.2017
    Pfarrers Kinder, Müllers Vieh, geraten selten oder nie ...
    Was sagte mal ein ehemaliger grüner Stadtrat und fiel prompt in Ungnade (obwohl durchaus kein Fundi)? "Zwei Zentner Unverstand!" Nein. ein Sensibelchen war S nie, vor allem, wenn es um die eigenen Interessen ging.
    • Andromeda Müller
      am 18.10.2017
      Sehr geehrter Herr Zaininger ,
      ich mache darauf aufmerksam das das Wort "Fundi" ein "Wording ist.
      So wie zu Zeiten des kalten Krieges das Wort "Freiheit"nur als positiv besetztes Leerwort für die propagandistische Selbstbeweihräucherung der "eigenen westlichen Werte" fungierte (nur ein einziges Beispiel WM 1978 in Folterdiktatur Argentinien) , - zig mal in Reden und Wahlkämpfen bis zum Erbrechen wiederholt wurde , und heute gänzlich fehlt - ist auch der Begriff Fundis durch bereits bestehende Assoziationen medial/Propagandistisch von Beginn an negativ konnotiert und als sog.Wording (Fundamentalisten/Fundamentalismus/Radikale/Betonköpfe/Sturköpfe/Uneinsichtige/Unbelehrbare/Uneinsichtige/in eine Idee Verrante) zur langsamen und propagandistischen Gehirnwäsche eingeführt worden.
      Der Begriff "Freiheit" wird kaum noch medial ge - und be - nutzt.
      Im Hinblick auf Überwachungsstaat (Snowden/Greenwald/Prof.Thomas Fischer ,ehem. Vorsitzender des 2.Strafsenats am Bundesgerichtshof in Karlsruhe und Verfasser des maßgeblichen Kommentars zum deutschen Strafrecht , - in einem Interview) sehr erstaunlich .
      Er wird z.Zt. zu einem "rechten" Begriff umdefiniert.
      Bitte benutzen Sie doch den Begriff echte oder ursprüngliche , oder Nicht - Neo"liberale" Grüne statt Fundis". Danke.
      Zu Wording der ehemalige Spreches des deutschen Journalistenverbandes Eckart Spoo :
      https://propagandaschau.wordpress.com/2015/11/09/ard-co-eckart-spoo-wording/
      https://www.jungewelt.de/loginFailed.php?ref=/artikel/273429.sprachregelung-bei-der-ard.html

      Sprachregelung bei der ARD
      Wording – Anmerkungen zum Gebrauch ausgewählter Begriffe bei der Beschreibung von Konflikten
      Eckart Spoo

      Zur Frankfurter Buchmesse ist der Sammelband »ARD & Co. Wie Medien manipulieren« erschienen, in dem 17 Autoren Beispiele und Strukturen von zielgerichteter Informationsvermittlung in den Konflikten der vergangenen Jahren beschreiben. junge Welt dokumentiert mit freundlicher Genehmigung des Selbrund-Verlags auszugsweise den Aufsatz »Wording – Anmerkungen zum Sprachgebrauch«, den der Gründer der Zweiwochenzeitschrift Ossietzky, Eckart Spoo, verfasst hat.
      siehe 2.ten Link
  • Marion Kuster
    am 11.10.2017
    Einer der besten Artikel, die ich bei Kontext je gelesen habe. Dank dafür!

    Ist das Beschriebene nicht der Grund des Vertrauensverlustes in die Verantwortlichen im Allgemeinen?
    Egal ob Schily, Schlauch, Joschka Fischer, Eichel, keiner (insbesondere der linken Politiker) kann heute anscheinend ohne dubiose Zusatzverdienste alt werden.
    Herr Schlauch, reicht ein Staatssekretär-Pension nicht, um die letzten Jahre sehr üppig zu faulenzen? Kann sich ein Rezzo Schlauch keine Geburtstagsfeier privat leisten, ganz ohne Sponsoren?
    Die einen nennen das alles clever, die anderen peinlich, die Dritten armselig.
    Ich gehöre zu den Dritten.
  • Gerd Rathgeb
    am 11.10.2017
    Auch wenn man die politische Korrektheit nicht übertreiben soll, wie unser Ministerpräsident meint, so sollte man sich schon fragen, was einen zu Ruhm, Ehre und Geld gekommenen Menschen wie R. Schlauch dazu bringt, sein Geburtstagsfest von Bierbrauern, Banken und Immobilienfirmen sponsern zu lassen. Diese Frage hat für mich nichts mit „Unkorrektheit“ zu tun. Vielmehr mit Anstand - und Achtung denen gegenüber, die mit ihrer Mindestrente oder Hartz 4 Almosen nur davon träumen können, auch mal ein Geburtstagsfest zu feiern.
  • w.-g. esders
    am 11.10.2017
    "Denn die einen sind im Dunkeln
    Und die andern sind im Licht.
    Und man siehet die im Lichte
    Die im Dunkeln sieht man nicht."
  • Ein Gespenst geht um.... Manni Fest
    am 11.10.2017
    Da schreibt ein Poltergeist über zwei vorgezogene Halloween-Parties: Die Arrivierten, denen zehn Jahre Aufbauarbeit mit Migranten - hauptamtlich - gut täten und den Ausgebeuteten, die zehn Jahre dialektischen Materialismus auf der Schulbank drücken müssten, damit dann vielleicht und hoffentlich eine gewerkschaftliche Veranstaltung die Rentner zum Tee laden würde, bei der Kollege Zizek. Manfred Haug samt Frigga und andere Referenten der Rosa-Luxemburg-Stiftung den 400 Rentnern hegelsche auf dem Kopf stehende Flötentöne vermitteln und alle gemeinsam "Anmut sparet nicht und Mühe" singen. Und wer noch rüstig genug ist, kann zur Cannstatter Kulturinsel gehen und ein wenig raufen und die Kerle, die Dialektik für Mundart halten ,auf die Obstbäume jagen.

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