In aller Bescheidenheit

Wir alle kennen das kleine gallische Dorf von Asterix im Nordwesten Frankreichs, das sich als einziges im Lande standhaft der Besetzung durch die Römer widersetzte. Nun haben wir hier zwar kein Römerproblem mehr, auch sind wir kein Dorf, sondern eine ganze Provinz, und wir liegen im Südwesten.

Aber ein Problem, mindestens eines, haben wir Journalisten in Deutschland doch: Wir zweifeln an uns und unserem Beruf. Die einstmals vollen Redaktionskassen sind leer, ungewöhnlich viele Kollegen "freigestellt", die Leser laufen uns davon, die Jugend, flüstern wir uns zu, will uns gar nicht mehr, weiß womöglich in ihrer Mehrheit nichts von unserer Existenz, macht ihren Journalismus selber.

Grafik: Infotext/S.Weber unter Verwendung eines Fotos von Martin Storz

Mehrheit gegen Stuttgart 21

Die Stimmung in Baden-Württemberg kippt. 54 Prozent der Wahlberechtigten lehnen das Bahn- und Immobilienprojekt Stuttgart 21 inzwischen ab. Nur noch 39 Prozent befürworten es. So lautet das Ergebnis einer aktuellen TNS-Emnid-Umfrage, die die Kontext:Wochenzeitung und die taz in Auftrag gegeben haben. Bei der Volksabstimmung im November 2011 stimmten dagegen 59 Prozent für den unterirdischen Durchgangsbahnhof und 41 dagegen. Damit hat sich das Verhältnis innerhalb von gut einem Jahr ins Gegenteil verkehrt.

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Musterland des Gehörtwerdens?

Baden-Württemberg soll das Musterland der Bürgerbeteiligung werden, verkündeten Ministerpräsident Winfried Kretschmann und sein Vize Nils Schmid (SPD). Der grüne MP erklärte "die Politik des Gehörtwerdens" zu seiner Leitidee. Doch was tun, wenn das Volk seine Meinung ändert? Wenn es sich mal für, mal gegen Stuttgart 21 ausspricht, wie jetzt bei der von Kontext und taz beauftragten Umfrage?

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Merkel spannt Schutzschirm

"Stuttgart 21 wird gebaut", verkündete Wolfgang Schäuble am Wochenende. Ausgerechnet er. Ausgerechnet der Finanzminister. Ausgerechnet der Obersparkommissar der Europäischen Union. In Stuttgart dagegen wollen Angela Merkel und Schäuble Milliardenbeträge an Steuergeldern vergraben. Gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung, wie das jüngste Umfrageergebnis von TNS Emnid zeigt.

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Rauschen im Blätterwald

Von "Bild" bis "Welt" – der Blätterwald hat gerauscht und, wie es so ist, ein höchst unterschiedliches Echo ausgelöst. Während MP Winfried Kretschmann unverzagt an der Volksabstimmung festhält und Bahnsprecher Wolfgang Dietrich die Umfrage für "unredlich" hält, bleibt Politikprofessor Hans-Georg Wehling ganz nüchtern. Die Kostenexplosion bei S 21 erzeuge eben "größeren Protest", sagt er.

Der Schiefbahnhof

Stuttgart 21 ist weltrekordverdächtig: Mit über 15 Promille sind die Gleise im Tiefbahnhof so steil wie in keinem anderen Großstadtbahnhof. Für Bahnexperten birgt die Schieflage ein unbeherrschbares Sicherheitsrisiko. Mit dem Gefälle steige die Gefahr, dass Züge aufeinanderprallen oder wegrollen, sagen sie. Dem Projekt müsse deshalb die Baugenehmigung entzogen werden.

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Dampfkessel NSU-Ausschuss

Alles Informanten? Das Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) soll kurz vor dem Untertauchen des Trios Mundlos, Böhnhardt, Zschäpe erwogen haben, die Mitglieder der Terrorzelle als Informanten anzuwerben. Und will selbiges dann mit absonderlichen Begründungen unterlassen haben.

Strahlendes Erbe

Am 11. März jährt sich der der GAU in Fukushima zum zweiten Mal. In Deutschland wurde der Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. Doch beim Rückbau der Meiler mangelt es an Transparenz und Sicherheit. Ein Besuch in Rheinsberg und Obrigheim.

 

Wasser im Blick

In Brüssel werden derzeit die Weichen gestellt: Eine neue Richtlinie soll privaten Konzernen den Zugang zur Wasserversorgung der Städte erleichtern. In Stuttgart klagt die Stadt gegen die EnBW – und kann sich doch aus der Umklammerung nicht lösen.

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