Entwirrungsauftrag: Der Populismus fällt zur Zeit weltweit auf guten Boden. Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 331
Gesellschaft

Falsche Versprechungen

Von Walter Ötsch und Nina Horaczek
Datum: 02.08.2017
Die Politik von Rechtspopulisten beruht auf einem einzigen Grundgedanken: Hier sind Wir und dort sind die Anderen. Diese beiden Gruppen braucht es. Sonst nichts. Das Buch unserer Autoren entlarvt die simplen Mechanismen, mit denen Demagogen arbeiten. Hier ein Auszug.

Rechtspopulisten haben stets dieselbe Erzählung: jene von einer zutiefst gespaltenen Welt, in der zwei Gruppen gegeneinander kämpfen. Wer so eine Welt predigt, den bezeichnen wir als Demagogen. Der Begriff Demagogie kommt aus dem Altgriechischen und leitet sich ab aus den Wörtern "démos" (= das Volk) und "agógein" (= führen). Demagogie ist die Führung des Volkes in einem zweifachen Sinn: Erstens als Ver-Führung, eine unzufriedene Bevölkerung wird mit Verheißungen einer besseren Politik verführt. Dies geschieht zweitens, indem Demagogen von "dem Volk" reden: Sie schaffen damit das Kunstprodukt einer gleichartigen Bevölkerung, die durch einen gemeinsamen "Volkswillen" verbunden ist. Immer, wenn so ein Bild entworfen wird, sprechen wir von Demagogie.

Demagogen aller Schattierungen unterteilen die Menschen in zwei Gruppen: Die "In-Gruppe", das sind die Wir. Die "Out-Gruppe", das sind die Anderen. Angebote für eine derart simple Botschaft gibt es viele: Deutsche gegen Flüchtlinge, US-Amerikaner gegen Mexikaner, Kroaten gegen Serben, und überhaupt: Weiße gegen Schwarze, Arier gegen Juden, Inländer gegen Ausländer.

Das Bild einer zweigeteilten Gesellschaft ist das Wichtigste im Rechtspopulismus. Am besten ist das zu verstehen, wenn Sie sich in ein solches Bild hineinversetzen. Stellen Sie sich möglichst lebhaft vor, Sie stehen gerade auf einer großen leeren Ebene. Hier gibt es nichts außer zwei Gruppen von Menschen. Die eine Gruppe steht nahe bei Ihnen. Diese Gruppe ist hell erleuchtet und gibt Ihnen ein warmes Gefühl. Sie ist wie von einer unsichtbaren Mauer umgeben. Danach kommt ein leeres Feld und hinter diesem steht eine zweite Gruppe. Sie sehen diese Gruppe nur dunkel. Sie spüren ein Gefühl der Verunsicherung und Angst, das sich allmählich in Hass steigert, oder noch besser, Sie empfinden sogar Ekel.

Mehr ist es nicht. So sieht das innere Bild von Demagogen aus. Unsere wichtigste Botschaft: dieses Bild nachvollziehen zu können, zu verstehen, wie einfach und wie gefährlich es ist - und anderen davon zu erzählen. Denn Rechtspopulismus funktioniert nicht ohne ein demagogisches Gesellschaftsbild. Der Vorteil: Wer dieses Bild verstanden hat, wer erkennt, welche Eskalationsspiralen darin eingebaut sind und wie gefährlich diese wirken können, ist in Zukunft gefeit, sich von Rechtspopulisten verführen zu lassen.

Wir und die Anderen 

Sich zwei Gruppen vorzustellen und sich einer der beiden Gruppen gedanklich zuzuordnen, ist per se noch nichts Schlechtes. In vielen Fällen ist das durchaus berechtigt. "Wir" und "Andere" sind Alltagsbegriffe, jeder und jede verwendet sie. Um zu wissen, wer wir sind und zu wem wir gehören, benötigen wir Einteilungen: Männer und Frauen, Jung und Alt, eigene Firma oder Konkurrenz.

Das Demagogische ist nicht die Einteilung in zwei Gruppen. Es ist die Intensität und die Ausschließlichkeit.

Daran lassen sich Demagogen erkennen:

1. Die Radikalität
Sie trennen die Wir und die Anderen radikal. Es gibt (fast) keine verbindenden Merkmale. Die Anderen müssen völlig anders sein und dürfen gar keine Züge der Wir aufweisen.

2. Die Aggressivität
Sie belegen die Anderen mit einer aggressiven und ausgrenzenden Sprache.

3. Die Ausschließlichkeit
Sie zeichnen die Wir nur als gut und wahr, die Anderen ausschließlich als böse und falsch.

4. Die Kriegsrhetorik
Sie dramatisieren eine tiefe Feindschaft zwischen den Wir und den Anderen. Zwischen den Wir und den Anderen tobt ein Kampf auf Leben oder Tod.

5. Die Negativität
In ihrer politischen Werbung setzen Demagogen überwiegen auf Negativthemen.Rechtspopulistische Politik ist vor allem ein Kampf gegen die Anderen.

6. Das Geschäft mit der Angst
Demagogen sprechen gezielt Ängste an, verstärken sie und lenken sie auf die Anderen um. Denn die Anderen sind schuld, wenn Wir Angst haben. Demagogische Politik ist Angst-Politik und Demagogen sind Angst-Experten.

7. Das autoritäre Element
Demagogische Bewegungen sind notwendig autoritär. Sie stehen unter der direkten Leitung einer Gruppe, eines Führers oder einer Führerin. Wir nennen diese Führungsspitze das Super-Wir.

8. Die Demokratiefeindlichkeit
Demagogische Politiker wollen nicht nur an die Macht kommen oder eine Regierung bilden. Sie drängen nach radikaler Umgestaltung des politischen Systems. Demagogen wollen die Demokratie und ihre Institutionen autoritär umbauen.

Wir sind "das Volk"

Alles, was Demagogen tun, tun sie – so behaupten sie zumindest – für "das Volk". US-Präsident Donald Trump hat in seiner Antrittsrede versprochen: "Wir nehmen die Macht von Washington D.C. und geben sie an euch, das Volk, zurück." Schon Jörg Haider (1950-2008), langjähriger Chef der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) und einer der ersten äußerst erfolgreichen Demagogen der Nachkriegszeit, sagte zu seinen Anhängern: "Viele Bürger fürchten mit Recht, dass die Regierung das Volk austauschen will, weil es sich bei Wahlen nicht mehr gehorsam zeigt." Auch der heutige FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sagt: "Bevor die Politiker das Volk austauschen, wird das Volk die dafür verantwortlichen Politiker austauschen." Gerne ruft er auch seinen Anhängern auf Wahlveranstaltungen zu: "Ihr seid das Volk."

"Wir sind das Volk", lautet auch der Kampfspruch der Alternative für Deutschland (AfD) und der Pegida-Bewegung ("Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes"). Eine derart konstruierte homogene Gemeinschaft schließt alle Anderen, etwa Neuankommende im Land, aus.

"Mein Volk will es." Mit diesen Worten propagierte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdo˘gan die geplante Wiedereinführung der Todesstrafe nach dem verhinderten Militärputsch im Sommer 2016. Mit denselben Worten rechtfertigte der ungarische Premierminister Viktor Orbán die neue ungarische Verfassung. Der niederländische Demagoge und Parteichef der "Partei für die Freiheit" (PVV), Geert Wilders, wirbt schon lange mit dem Slogan "eigen Volk eerst". Die französische Front-National-Chefin Marine Le Pen stellte ihren gesamten Wahlkampf 2017 unter das Motto "Au Nome du Peuple", auf Deutsch: "Im Namen des Volkes".

Wer ist aber "das Volk"? "Das Volk" – und das ist der zentrale Punkt – gibt es gar nicht. Es ist schlichtweg eine Erfindung. "Das Volk" ist eine rhetorische Floskel, die Demagogen nützen, um sich selbst von anderen Politikern abzugrenzen. Denn nur sie alleine, so die Behauptung, verkörpern den einen Willen des einen Volkes. So behauptet etwa die FPÖ: "Da wir aber wissen, was wir wollen, und wissen, was die Österreicher wollen, und da unser Weg immer breitere Zustimmung erfährt, werden wir weiterhin als Stimme jener auftreten, denen das regierende politische System die Stimme nimmt."

Wir sind "Henk und Ingrid", sind die "Normalos"

Die Wir sind idealisierte Menschen, die nirgendwo anzutreffen sind. Sie sind nur "brav", "arbeitsam", "bürgerlich", "modern", "tüchtig" und so fort. Innerhalb dieser Wir-Gruppe gibt es keine Konflikte, keine Spannungen, keine Probleme.

Geert Wilders nennt seine Wir gerne auch "Henk und Ingrid" als idealisierte Vertreter eines vermeintlich einfachen Volkes. Der FPÖ-Chefstratege Herbert Kickl spricht wiederum von den "Normalos", deren Interessen seine Partei als einzige vertrete: "das sind die Leut', für die es noch einen Unterschied zwischen Mann und Frau gibt, die finden, der Staatsbürger soll noch etwas zählen, für die der Begriff 'Pflicht' nichts Verwerfliches ist".

Demagogen müssen deshalb sagen: Die Anderen können gar nicht für "das Volk" sprechen. Im Prinzip sind die anderen Parteien "Volksverräter". Die AfD spricht laut ihrem führenden Mitglied Björn Höcke als "die Stimme des Volkes ... gegen eine, und das muss ich ganz deutlich sagen, verrückt gewordene Allparteienpolitik". Alle anderen Parteien werden in einen Topf geworfen. Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) zum Beispiel ist für Höcke ein "Volksverderber, anders kann ich ihn nicht nennen". FPÖ-Chef Strache bezeichnete wiederum den früheren österreichischen Bundeskanzler Werner Faymann als "Staatsfeind". Für den türkischen Präsidenten Erdogan gehört mittlerweile beinahe die Hälfte der Bevölkerung zu den "Volksverrätern" – jedenfalls alle, die ihn nicht wählen und unterstützen. Für US-Präsident Donald Trump sind kritische Medien und unabhängige Richter "Feinde des Volkes".

Welch Unsinn dies ist, wird spätestens klar, wenn man sich vor Augen führt, woraus denn "das Volk" bestehen soll. Dieses Volk-Konstrukt rechter Demagogen besteht ausschließlich aus den Guten, den Wahren, den Fleißigen und Aufrechten. Und jeder und jede dieser Aufrichtigen und Guten ist auch noch Opfer der bösen Anderen: "Wer in diesem Land vernunftbasierte Positionen vertritt, wird von der Politelite als 'Pack' beschimpft, von Medien als rechtsextrem eingeordnet und bekommt von der staatlich geförderten Antifa den privaten Pkw angezündet", sagt der AfD-Politiker Armin-Paul Hampel.

Wir gegen "die Elite"

Kein erfundenes "Volk" ohne seine erfundenen Gegenspieler. In Wahlkämpfen ist das meist "die Elite". Für Demagogen gibt es keine verschiedenen Eliten, die vielleicht unterschiedliche Interessen verfolgen. Es gibt nur eine einzige Elite, die in ihrer Gesamtheit bösartig ist. Diese Elite hat sich gegen "das Volk" verschworen: "Es ist ein politisches Kartell, das die Schalthebel der staatlichen Macht und die gesamte politische Bildung eisern im Griff hat. Nur das Volk kann diesen selbstherrlichen Gewaltinhabern die illegitime Macht wieder entreißen", steht zum Beispiel im Parteiprogramm der AfD.

Im gespaltenen Bild der Gesellschaft steht auf der einen Seite das moralisch saubere, ehrliche und authentische "Volk". Auf der anderen Seite – dort drüben, weit weg – steht die feindliche "Elite", die "Systemparteien": ein Haufen moralisch korrupter Lügner. Für die AfD ist das "die politische Klasse", für die FPÖ die "rot-grüne Kulturschickeria" und "die rot-grüne Medienschickeria, für Matteo Salvini von der italienischen Lega Nord "die autoritären EU-Eliten, denen keinerlei Autorität zusteht"

Österreich ist für die FPÖ ein "Parteienstaat, in dem gnadenlos die Interessen teilkorrumpierter Eliten regieren." Für US-Präsident Trump ist das politische System der USA insgesamt korrupt und manipuliert. Seine Konkurrentin Hillary Clinton bezeichnete Trump als eine "reine Marionette" von Großindustriellen und Elitemedien, diese würden die "totale Kontrolle" über sie ausüben.

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán geht noch einen Schritt weiter. Ihm scheint das konstruierte Volk zu wenig. Also schafft er ein "magyarisches Urvolk" als reines, ursprüngliches Volk, das verteidigt werden muss.

Wir und die Anderen machen die Politik einfach

Politik ist ein schwieriges Geschäft. Wer politisch erfolgreich sein will, muss den Überblick behalten, Kompromisse eingehen und widersprüchliche Interessen bündeln. Oder man macht es sich einfach und setzt auf die Populistenkarte. Dann kann man Widersprüche und Ambivalenzen einfach ignorieren. Mit Wir und den Anderen gibt es nur Schwarz und Weiß, keine Grautöne.

Im Gegensatz zum tatsächlichen Leben: In einer immer undurchsichtigeren Welt kann man sich schon einmal wie im Dschungel vorkommen. Überall wuchern die seltsamsten Pflanzen in alle Richtungen – ein Wirrwarr, das keiner durchschaut. Hinter jedem Baum könnte ein Raubtier lauern und uns verschlingen. Kein Wunder, dass man sich da fürchtet.

In so einem Dschungel wächst die Sehnsucht nach einem einfachen, überschaubaren Garten: ein paar Gemüsebeete, einige Blumen und Bäume und rundherum ein großer Zaun, der unser Reich schützt. Demagogen sind Meister darin, zuerst einen lebensbedrohlichen Dschungel herbeizureden und den Leuten im gleichen Atemzug als Erlösung den umzäunten Garten als Paradiesgarten zu verheißen. 

 

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Buch "Populismus für Anfänger" der Autoren Walter Ötsch und Nina Horaczek, erschienen im Westend Verlag, 18 Euro.


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7 Kommentare verfügbar

  • Fritz Huber
    am 07.08.2017
    griechische Begriffe?
    démos = das Dorf, nicht Volk
    der Sorros-Leak hat ja gezeigt, dass die Linken am kompatibelsten mit seiner Vorstellung von NWO sind – NWO bedeutet zwangsweise Rassenvermischung, Zerstörung von Nationen und Herrschaft einer kleinen Elite.
    Ein Trost – wenn ihm dieser Plan gelingt werden auch die Abkömmlinge deutscher Linken, wie einst die Indianer, in Reservaten hausen.
    • Schwa be
      am 08.08.2017
      Wenn ich sie richtig verstehe sind Sie für Rassentrennung!
      Auch wenn Leib und Leben von Menschen (nicht Rassen) bedroht ist verursacht durch militärische und wirtschaftliche Aggressionen des Westens (also durch die Billigung unserer bürgerlichen Kriegsparteien und Politiker) und diese dann als Flüchtlinge versuchen zu uns bzw. nach Europa zu kommen? Sind sie dann immer noch für Rassentrennung?
      Meinen Sie nicht das es besser ist über Fluchtursachen zu sprechen?
      Glauben Sie wirklich das unser Kulturkreis etwas besseres ist als andere Kulturkreise?
      Wollen sie über Ihre Angst vor Reservaten sprechen?
  • Schwa be
    am 05.08.2017
    So manipulieren wahre Demagogen - entlarvt von Noam Chomsky und Edward S. Hermann.
    Hier der Link zum ca. 5-minütigen Video: https://www.youtube.com/watch?v=-s-29V6sDu0
    Noam Chomsky – Die 5 Filter der Massenmedien
    Das Propagandamodell von Noam Chomsky und Edward S. Herman ist ein politisch-soziologisches, bzw. medienwissenschaftliches Modell, das den manipulativen Einfluss wirtschaftlicher und politischer Interessengruppen auf die Berichterstattung der Massenmedien in Demokratien beschreibt.
    Anders ausgedrückt, werden damit systemische Tendenzen der Massenmedien als Folge von strukturell bedingten ökonomischen und politischen Interessen innerhalb der Medien und von äußeren Einflussnahmen erklärt. Das Propagandamodell wurde zuerst 1988 in Hermans und Chomskys Buch „Manufacturing Consent: the Political Economy of the Mass Media“ dargestellt. Die Theorie beschreibt, wie die großen Medienkonzerne ein pluralistisches und nicht-verschwörerisch agierendes Propagandasystem bilden können, das fähig ist, ohne zentrale Steuerung einen Konsens im Interesse der gesellschaftlichen Oberschicht herzustellen und die Öffentlichkeit manipulativ in die Perspektiven der Oberschicht einzubinden, während gleichzeitig der Anschein eines demokratischen Prozesses der Meinungsbildung und der Konsensfindung gewahrt bleibt.
    Gemäß einer oft zitierten Aussage Chomskys ist „die Propaganda für die Demokratie wie der Knüppel für einen totalitären Staat.“ Das Propagandamodell versucht somit, eine als gegeben angenommene tendenziöse Berichterstattung in den Massenmedien als Produkt ökonomischer Sachzwänge und Einflussnahmen zu erklären. Die zugrundeliegende These, daß die Berichterstattung großer US-Medien zu bestimmten Themen tatsächlich tendenziös bzw. interessengeleitet ist, versuchen die Autoren dabei anhand einer Anzahl von detailliert dokumentierten Fallbeispielen nachzuweisen.
    Chomsky und Herman beschreiben in ihrem Modell eine systematische Vorauswahl der kolportierten Nachrichten in den Medien. Die Inhalte werden selektiert und sortiert: Während kritische politische Fragen aussortiert werden, werden spektakuläre, aber banale Informationen in den Mittelpunkt gerückt. Den Grund hierfür sehen Chomsky und Herman in fünf Filtern, die bestimmte Nachrichten aus den Massenmedien fernhalten. Die Medien werden mit diesen Filtern funktionalisiert, um bestimmte Wünsche einflussreicher Gruppen zu erfüllen. Es wird also ein
    Propagandamodell der Massenmedien entworfen.
    Originalquelle: „NOAM CHOMSKY – The 5 Filters of the Mass Media Machine“ (02.03.2017 Al Jazeera English / Narrated by Amy Goodman, Executive Producer of Democracy Now!)
  • Schwa be
    am 03.08.2017
    Ich stimme dem Vorkommentator "Andromeda Müller" zu 100 % zu.
    "Propaganda (von lateinisch propagare ‚weiter ausbreiten, ausbreiten, verbreiten‘) bezeichnet in seiner modernen Bedeutung die zielgerichteten Versuche, politische Meinungen und öffentliche Sichtweisen zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und das Verhalten in eine vom Propagandisten oder Herrscher erwünschte Richtung zu steuern. Dies steht im Gegensatz zu pluralistischen und kritischen Sichtweisen, welche durch unterschiedliche Erfahrungen, Beobachtungen und Bewertungen sowie einen rationalen Diskurs geformt werden." Quelle: IN, Wikipedia
    In diesem von Wikipedia beschriebenen "modernen" Sinne ist dieser Artikel m.E. zu 100 % propagandistisch zugunsten der etablierten bürgerlich neoliberalen Parteien. Er ist m.E. eine Werbung für diese Parteien durch Manipulation - wobei nur die bürgerlich neoliberale, aggressiv nationalistische AfD, neben linken Parteien getroffen werden sollen.
    Demagogen würden in zwei Lager spalten! Doch bürgerliche neoliberale Politiker (Grüne, SPD, CDU/CSU, FDP, AfD) und die sogenannten (Leit)Medien machen nichts anderes wie spalten - es ist quasi ihr Tagesgeschäft.
    Sie spalten in Putinversteher und aufrechte freiheitsliebende Demokraten (um von Ihren angezettelten Aggressionen/Kriegen abzulenken), sie spalten an der nationalen/kulturellen Linie (de Maizieres Thesen der Leitkultur), sie spalten beim Mobbing von Gewerkschaften (GDL-Streiks), sie spalten durch das schaffen von prekärer Beschäftigung (Leiharbeit/Zeitarbeit - moderne Versklavung), sie spalten durch privat- und gesetzlich Krankenversicherte (besser verdienende werden bevorzugt), und, und, und!
    Die Autoren dieses Artikels halten Demagogen zudem vor Politik zu vereinfachen. Was sie aber m.E. eigentlich sagen wollen ist, das Politik außer für den linken und rechten Demagogen insbesondere für den gemeinen Bürger von der Straße viel zu komplex ist. Denn Dinge zu verkomplizieren, zu zerreden, zu verwirren gehört zum bürgerlichen Politikrepertoire um einseitige Interessen durchzusetzen oder zu schützen. Stichwort Untersuchungsausschüsse, Arbeitskreise, Diesel-Gipfel, etc.! Alles soll (fast) so bleiben wie es ist.
    Falsche Versprechungen kennen wir zudem seit Jahrzehnten von den etablierten Parteien.
    Diesen bzw. solche Artikel zu veröffentlichen halte ich aufgrund meiner Ausführungen für eine journalistische Katastrophe sofern man für sich in Anspruch nimmt investigativ zu sein.
  • Ruby Tuesday
    am 03.08.2017
    Bürgermeister beschimpfen "ihr" Volk. Gemeinderäte schaffen Fakten gegen das Volk und verursachen Millionenschäden durch falsche Subventionspolitik. Tatort Bodenseekreis.
    "Bürgermeister Jürgen Beisswenger übte zu Beginn (der Gemeindratssitzung) scharfe Kritik an den Touristikern, die vor der Sitzung versucht hatten, auf Gemeinderäte einzuwirken", so liest man es in der Schwäbischen Zeitung vom 02.08.2017. Wenige Tage nachdem Land- und Kreisrat ein neues Geldgeschenk für den Flughafen Friedrichshafen in Höhe von 2 Millionen unter Ausschluss der Öffentlichkeit in einer Blitzaktion beschlossen hatten. Es sind viele kritische Stimmen gegen diese Echt Bodensee Card, mit der Touristen künftig umsonst fahren, während für Berufspendler die Preise steigen und Eltern für den Schulbusverkehr ständig höhere Mittel aufbringen müssen. Die Touristiker sind das rote Tuch für den Bürgermeister, der völlig unbeachtet lässt, dass bisher nur vier von 24 Städten und Gemeinden dem Projekt beigetreten sind oder es strikt ablehnen und die Kritiker auch aus den Reihen der Gemeinderäte kommen.

    Natürlich kommt man sich verschaukelt vor, wenn der Bundestagskandidat Leon Hahn (SPD-Jusos) Wassereis in Friedrichshafen verteilt und mit einem Wurfzelt die schöne neue Wohnwelt für zukünftig Obdachlose Familien vorstellt. Nach den Gerhad Schröder Sozialreformen fällt die Unterscheidung schwer, ob das als Scherz verstanden werden soll oder als künftige Hilfe gegen Obdachlosigkeit ernst gemeint ist. Schließlich gibt es schon zu viele Obdachlose in Deutschland die in genau solchen Zelten, trotz Arbeitsstelle, leben müssen.

    Solange die Plazierung der Abgeordneten über Listenverfahren stattfindet, so lange wird es keine blühenden Landschaften für den Bodenseekreis geben, das bedeutet in diesem Fall öffentliche Verkehrsmittel die pünktlich fahren, mit ausreichend Platz, dass Schüler nicht bis zu einer Stunde in überfüllten Bahnen und Bussen stehen müssen oder bezahlbaren Wohnraum statt Rollkoffersiedlungen.

    Da wird das Bundestagsmandat von Annette Groth (DIE LINKE) quasi in Erbpacht an Claudia Haydt weitergereicht. Hat sie Ambitionen den Bodenseekreis voranzubringen?
    Sie greift bereits jetzt nach europäischen Sternen. Verständlich, da sind die Diäten höher.
    Und trotzdem hat die AfD einen schweren Stand. Zu durchsichtig und unverständlich sind deren Hassausbrüche im Landtag. Es geht in der Urlaubsregion Bodensee darum, die europäische Vierländerregion voranzubringen. Nicht um tumbe Deutschtümelei. So bleibt die Fragestellung nicht wählen oder. Nur für das Oder fehlt ein(e) Kandidat(in) als wirkliche regionale Interesssenvertretung, wie man sie in einer Vielzahl auf den Straßen des Landes findet - bei den zornigen Bürgern für eine demokratische Selbstverwaltung.
  • Andromeda Müller
    am 03.08.2017
    Ganz ehrlich ,
    der Artikel ist selbst populistisch im Sinne von demagogisch und der Aufteilung von Gruppen in Gut und Böse. Sehen sie sich , sehr geehrte Autoren , nicht auch ganz einseitig bei den Guten ? Glauben sie nicht , auch diese "Bösen"haben hehere Ansprüche verinnerlicht ?
    Wäre nicht wenigstens hervorzuheben , daß nur aufgrund der Entstehung dieses "Populismus" ,
    - im übrigen ein negatives Wording -, egal ob für "Links" (GR/ES/I) oder "Rechts"(GB/PO/HU/D/A/F/USA) incl. dem Wording "Querfront"- ,
    der Neo-"liberalismus" (ein euphemistischer Wording-Begriff für marktkonformer Abbau des Sozial-und Rechtsstaates weltweit , schon vergessen , 85 Menschen besitzen soviel wie die ärmste Hälfte der Weltbevölkerung ) zurecht in Frage gestellt wird ? Ist Oxfam , Jean Ziegler , ATTAC "populistisch" ?
    Wenn die neoliberale Blockpartei aus CDU/CSU/SPD/FDP/Grüne und die halbe Linke die ebenso neoliberale AFD gemeinsam abwatschen um von sich selbst und :

    S21/Rente/Gesundheitspolitik/Arbeitslosigkeit/Hartz IV/Altersarmut/Steuerhinterziehung/Verdoppelung des Verteidigungshaushaltes/Modul-Kurzzeitwissen statt Bildung an Schulen und Hochschulen/Privatisierung von Straßen-und Schulbau/immer noch keine Finanzmarktregulierung sondern weitere Deregulierung/Schuldenblase/Schleifen von Arbeitsrechten und Verbraucherrechten/CETA/TISA/TTIP/deutsche Truppen vor Leningrad am Hindukusch und in Timbuktu , über Syrien und am Horn von Afrika/ Flüchtlings - "Hotspots" im ach so friedlichen Lybien/Besitz und Meinungseinfalt bei 90% der "Leit"-Medien durch 7 "Familien" in D ,(Volker Pispers zu Medien) /Klimaschutz/Meeresverschmutzung uvm.
    abzulenken , und alle kräftig mitmachen :
    Wie steht`s dann mit unserer "Demokratie" ?
    Sind denn die Medienkampagnen gegen "Florida-Rolf" und Hartz IV - Bezieher nicht "populistisch" ? Die Neid-Debatte lief doch gegen diese Schicht. Nie gegen Reiche , denken sie an all die Glanz und Glamour-Zeitschriften die in jeder Praxis liegen ! RTL 2 , nicht populistisch ? Wem gehört das alles ? Der Kabarettist Pispers zählt es auf : https://www.youtube.com/watch?v=uPvGtlYxv5U

    Was ist denn nicht an all den Wahlslogans der Blockpartei populistisch ? Nehmen sie doch einfach "Blühende Landschaften" , "Black is beautiful" und neu "Wohlstand für alle !"
    Nur zu ihren ersten 2 Punkten :
    zu 1. Radikalität : "Basta" Schröder und "There is no alternative"-Thatcher /Alternativlos-Merkel , keine Diskussion und Lösung obiger Punkte im Sinne des Allgemeinwohls
    zu 2. Agressivität : Sind deutsche Truppen außerhalb der Landesgrenzen , legalisiert durch die Blockpartei , sind die Stimmungsmache gegen die faulen Griechen , die Hartz IV-Empfänger , Rußland , Türkei , Venezuela, Weselsky und die letzten kleinen einflußreichen Gewerkschaften und gegen die Personen , die diesem Mainstream nicht folgen , wie Wagenknecht , Lafontaine und Lucke , wie Wulff und Köhler , Käßmann und Brendlein nicht agressiv ? Selbstverständlich , weil völlig einseitig und unverhältnismäßig .
    Ihr Artikel hat selbst den Touch von Ausschluß und Ausschließlichkeit , selbst wenn einigem analytisch zuzustimmen ist . Hoffentlich können sie diese Ansicht tolerieren .
    • David Sohn
      am 03.08.2017
      Bin begeistert über den Kommentar und verblüfft, daß Sie im Gegensatz zu mir durchgekommen sind.

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