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König mit Migrationshintergrund

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Jetzt ist auch noch die Monarchie verrückt geworden! Norwegens König Harald zum Beispiel heißt alle in seinem Land herzlich willkommen.

Ja, Kreuzkruzitürken! Liebe Monarchen, so geht das nicht! Wenn schon bei uns da unten die Weltbilder durcheinanderrutschen, so muss doch wenigstens bei euch da oben im Schloss noch alles geordnet zugehen. Jawohl, es sollte weiterhin Verlass sein auf eine schöne Volksverachtung, wie sie zum Beispiel Königin Marie Antoinette so exzellent vorgelebt hat ("Wenn das Volk kein Brot hat, soll es doch Kuchen essen!"), oder auf ein souveränes Demokratieverständnis, das Wilhelm II. so schön in Worte fasste: "Es ist mir vollständig gleichgültig, ob in dem Reichstagskäfig rote, schwarze oder gelbe Affen herumspringen." Aber nein, Adel verpflichtet heute einfach nicht mehr. Da gibt jetzt der norwegische König Harald V. am 6. September eine Gartenparty im Osloer Schlosspark, stellt sich ohne Krone, also quasi in Bürgerzivil, ans Rednerpult und sagt tatsächlich: "Norweger sind Mädchen, die Mädchen lieben, Jungs, die Jungs lieben, und Mädchen und Jungs, die sich gern haben."

Und dieser Harald ist einfach nicht zu bremsen, er sagt auch noch: "Norweger glauben an Gott, an Allah, an alles und an nichts." Norweger kämen heute auch, so der fast achtzigjährige Monarch, "aus Afghanistan, Pakistan und Polen". Oder sie seien aus "Schweden, Somalia und Syrien" immigriert. Er selbst habe übrigens auch Migrationshintergrund, bekennt dieser Harald – überhaupt: Das ist doch kein Name für einen König! – und quatscht dann, als habe er diesen Einwand gar nicht gehört, einfach weiter. Jawohl, seine Großeltern seien vor 110 Jahren aus Dänemark und England "eingewandert". Aber zu Hause sei ja eh dort, wo das Herz schlage, behauptet dieser adlige Gutmensch und endet seine empörende Rede mit dem Wunsch: "Noch einmal: willkommen, alle zusammen, ich hoffe, wir haben eine schöne Zeit miteinander!"

Hah! Da freut man sich natürlich schon auf die Widerrede des Nachbarkönigs Carl Gustav XVI. Der wird seinem gaga gewordenen Berufskollegen jetzt aber ordentlich die Meinung geigen, dass nämlich dieses Flüchtlingspack ... Wie bitte? Der Schwedenkönig lässt sich zwei Wochen nach Haralds unverantwortlichem Willkommensgruß so vernehmen: "Gut, dass er das gesagt hat. Wie Sie wissen, ist die Zahl der Flüchtlinge und Asylsuchenden in Schweden sehr hoch. Mir ist ein Herzensanliegen, dass wir Menschen helfen, die in Not sind, die ihr Leben aufs Spiel setzen und übers Wasser zu uns kommen. Danach dann kommt die Integration. Wir sind da nah bei Angela Merkel." Mein Gott, sind die da oben denn alle verrückt geworden?

Apropos Gott! Dessen Stellvertreter könnte ja auch mal was zu diesen Flüchtlingsschmarotzern sagen, die so dreist übers Meer kommen und unser ... Ach ja? Das hat dieser Papst Franziskus schon getan? Und wird es am 30. September anlässlich des Welttags des Migranten und Flüchtlings auch wieder tun? Nun gut, dann schauen wir halt mal rein in seine schon vorab veröffentlichte Botschaft: "Die Gleichgültigkeit und das Schweigen führen zur Mittäterschaft, wenn wir als Zuschauer Zeugen des Todes durch Erstickung, Entbehrung, Gewalt und Schiffbrüche werden." Ja, darf man denn einfach so irrational und gefühlig daherquasseln?

Dieser aus Argentinien dahergelaufene Kerl, bei dem man gern nachkontrollieren würde, was wirklich auf den vatikanischen Wahlzetteln stand, bevor sie verbrannt wurden, dieser Pseudo-Papst also will uns tatsächlich ein schlechtes Gewissen machen. Und botschaftet nun einfach so weiter: "Die Migranten sind unsere Brüder und Schwestern, die ein besseres Leben suchen fern von Armut, Hunger, Ausbeutung und ungerechter Verteilung der Ressourcen der Erde, die allen in gleichem Maße zukommen müssten." Und er setzt jetzt sogar noch eins respektive einen drauf: "Den anderen aufnehmen bedeutet Gott selbst aufnehmen." Puhhh! Aber mit solchen An- und Aussprüchen wird er bei unserem bayerisch-deutschen Ersatzkönig Seehofer bloß auf Alpingranit stoßen. "Jetzt also auch noch den lieben Gott aufnehmen, hahaha", so wird Seehofer sagen. Und final dazusetzen: "Geht überhaupt nicht. Obergrenze schon erreicht!"

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3 Kommentare verfügbar

  • Coronarsklerose
    am 03.10.2016
    Antworten
    Auch König Harald und sein Land werden auf dauer um die alte Weisheit, daß man die Kuh die man melken möchte nicht schlachten darf nicht herumkommen, sonst ist er bald die längste Zeit König gewesen! Was seine gut gemeinte Ansprache zudem ziemlich relativiert sind die im Vergleich zu anderen Ländern…
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