Eugenia, Elena und Anna (v. l. n. r.) treffen sich jeden Tag auf der Bank im Zentrum vom Roßdorf.

Ausgabe 265
Gesellschaft

Risse in der schönen, heilen Welt

Von Susanne Stiefel
Fotos: Joachim E. Röttgers
Datum: 27.04.2016
Die Roßdorfer wollen keine Flüchtlinge aufnehmen. Bei der Landtagswahl hat mehr als ein Drittel die rechtspopulistische AfD gewählt. So lesen sich Meldungen über den Nürtinger Stadtteil. "Wir Roßdorfer sind bunt, nicht braun", wehrt sich Reinmar Wipper. Besuch in einer Siedlung, die in Verruf geraten ist.

Von hier oben hat man den Überblick. Liebermannhochhaus, 20. Stock, hoch über den Dächern vom Roßdorf. In der Ferne die Schwäbische Alb, etwas näher Nürtingen, ganz nahe, am Fuße des Hochhauses, unter den surrenden Hochspannungsleitungen, direkt neben der ökumenischen Stephanusgemeinde, eine Wiese. Die Nanzwiese. Hier will die Stadt Nürtingen Flüchtlinge unterbringen. Reinmar Wipper, grauer Zauselbart, Brille, erklärungsgewandt, zeigt nach unten: "Direkt unter den Leitungen, das ist doch kein Platz für Flüchtlinge", sagt der 72-Jährige.

Seit einem Jahr knistert es im Roßdorf. Die Stadt Nürtingen sucht fieberhaft nach Orten, wo sie Flüchtlinge unterbringen kann. Sie suchte auch im Roßdorf, fand dort die Nanzwiese. Gerüchte machten die Runde, hetzerische Flugblätter steckten in den Briefkästen, die zum "Widerstand gegen das Asylantenheim" aufriefen, die vor Al Kaida warnten und einen "Anschlag auf die Stephanuskirche" unterstellten. Anonym. Reinmar Wipper, ehemaliger Lehrer, ehemaliger Stadtrat der Nürtinger Liste/Grüne, hat Anzeige wegen Volksverhetzung gegen unbekannt gestellt. "Das geht gar nicht", sagt er. Es gehe aber auch nicht, dass die Stadt die Ängste der Roßdorfer auf die leichte Schulter nehme. Viele, allen voran die Russlanddeutschen, fühlen sich nicht ernst genommen und zu wenig informiert.

Es gibt überlegenswerte Argumente gegen einen Flüchtlingscontainer an diesem Ort. Es gibt die Not der Stadtverwaltung, die Flüchtlinge schnell unterbringen muss. Und es gibt die Ängste der Roßdorfer. Die Gemengelage ist eine diffizile. Und mittendrin die Russlanddeutschen mit ihrer Angst vor Fremden und ihrer Sorge um Sicherheit. Aber die braune Keule hilft auch nicht weiter.

Also heruntergestiegen vom Hochhaus. Da sitzen sie auf dem Bänkle, Rollator vorne, Frühlingssonne von hinten: Eugenia, Elena und Anna, drei ältere, russlanddeutsche Damen, Wollmütze fest auf dem Kopf, Schalk in den Augen. Seit 17 Jahren lebt Anna bei ihrer Tochter im Roßdorf, täglich trifft sie sich mit ihren Freundinnen am Dürerplatz, zu Hause haben die Jungen das Sagen. "Du hast Glück, Schwiegersohn füttert dich durch", sagt Elena mit starkem Akzent. "Aber nur bis 90", antwortet Anna, 87, und lacht: "Spaß." Von Politik wollen die drei Frauen nichts wissen. Die Jungen haben gesagt, wo sie bei der Landtagswahl ihr Kreuz machen sollen: AfD. Schulterzucken. Nicken: Ja, sie haben Angst vor den Flüchtlingen, vor den geplanten Containern auf der Nanzwiese gleich nebenan, man höre so viel von Vergewaltigungen, Selbstmordattentaten, Muslimen. Gerüchte haben eine lange Halbwertzeit rund um den Dürerplatz.

Auch Reinmar Wipper ist vom Liebermann nach unten gekommen. Er ist gerne dort oben, wegen des Blicks und des Überblicks vom höchsten Hochhaus, er kennt aber auch die Niederungen seines Roßdorf. Seit fast 40 Jahren wohnt er im ersten Stock, fast ebenerdig, doch die Türen bleiben offen, als er zu einer Führung durch sein Viertel einlädt. Der Mann hat Vertrauen in seine Nachbarn. Er zeigt auf die Stephanuskirche ("Wir haben eine engagierte Pfarrerin"), den russischen Laden mit dem märchenhaften Namen Skaska ("Unser Tante-Emma-Laden"), er weiß, dass die Russlanddeutschen lieber hier einkaufen als im "Lädle" am Dürerplatz, wo Brot und Fleisch zwar öko, aber auch teurer sind. Natürlich kennt er auch die drei alten Damen, nach denen man die Uhr stellen kann. Täglich ab 14 Uhr sitzen sie hier, auf dem Marktplatz der Siedlung, mit Apotheke, Kreissparkasse, Kosmetiksalon, Fotostudio, Regiolädle, Bäckerei mit Café. "Mit Kaffee und Humor kommt man dem Stress zuvor", steht auf den Pappbechern.

Das Roßdorf wurde in den 60er-Jahren gebaut als Bundesmustersiedlung, von exquisiten Einfamilien- über Terrassen- bis hin zu Hochhäusern ist hier alles zu finden. Grund war der Zuzug von Heimatvertriebenen, in den 90ern kamen die Spätaussiedler dazu. Knapp 34 Prozent der Roßdorfer haben im März die AfD gewählt.

Reinmar Wipper ist ein Fremdenführer der besonderen Art, kämpferisch, sendungsbewusst und kein bisschen altersmilde. Er kennt nicht nur die Fakten, sondern auch die Seele seines Viertels. Den Unterstützungsfond "Teilen im Roßdorf", der Spenden einsammelt und weniger Begüterte unbürokratisch unterstützt. Die Bürgervereinigung Roßdorf, die Veranstaltungen und Treffs organisiert, sich ums multikulturelle Zusammenleben kümmert und monatlich eine Zeitung herausbringt. Es gibt einen engagierten Sozialarbeiter, eine engagierte Pfarrerin und jede Menge Feste auf dem Dürerplatz. "Wir sind bunt, nicht braun", sagt Wipper.

Er kämpft um den Ruf seines Viertels und für seinen Traum von einem multikulturellen, friedlichen Miteinander. 2009 kam er für die Nürtinger Liste/Grüne in den Gemeinderat, seit die Pläne zur Nanzwiese bekannt wurden, fordert er vehement mehr Informationen und direkte Gespräche. Als ihm ein CDU-Kollege vergangenes Jahr vorwarf, eine braune Suppe anzurühren, ist er zurückgetreten. Stiller ist er deshalb nicht geworden. "Der öffentliche Frieden im Roßdorf ist gefährdet", schreibt er an OB Otmar Heirich von der SPD, "kommen Sie hierher und reden mit den Menschen."

Es wirkt seltsam vorgeschoben, das Argument, dass man Flüchtlinge nicht unter den knisternden Hochspannungsleitungen unterbringen soll. Wenn man das ernst meinte, müsste man auch die Häuser räumen, die seit den Zeiten drunterstehen, als man es mit der Strahlengefahr noch nicht so genau nahm. Doch hinter diesen Argumenten stecken irrationale Ängste vor Übergriffen alleinstehender Männer und vor muslimischen Terroristen. Ängste, die von anonymen Flugblattschreibern noch angeheizt wurden: "Wir werden Widerstand leisten. Sollte das Asylantenheim dennoch gebaut werden, haben wir das Recht und die Pflicht zum Widerstand", war da zu lesen. Reinmar Wipper will nicht, dass die Situation eskaliert. Immer öfter hört er russlanddeutsche Männer sagen, dass sie ihre Frauen und Kinder beschützen wollen, notfalls mit Waffen. Er hält argumentativ dagegen, klärt auf. Er meint, dass das auch der Oberbürgermeister tun sollte. Bei einer Bürgerversammlung im Roßdorf.

Es ist so eine Sache mit den Ängsten. Sie wuchern umso mehr, je weniger sie von Informationen gestoppt werden. Angst kann man auch trefflich instrumentalisieren, niemand beherrscht das besser als die Rechtspopulisten von der AfD. Zur Wahlveranstaltung mit Beatrix von Storch strömten viele Roßdorfer ins Waldheim gleich um die Ecke. "Viele haben mit ihrem Kreuz gegen die Stadtverwaltung protestiert", sagt Katharina Propp.

Konstantin und Katharina Propp waren nicht dabei. Als die Kinder klein waren, zogen die Propps hierher. Wie ein Dörfle sei es, die Natur so nahe, Kindergarten, Grundschule, alles hier für die Kleinen, und auch die Nachbarn hatten ein Auge auf die Kinder. Die Propps, deren Eltern aus Russland geflüchtet waren, fühlten sich sicher. "Nein, ich habe keine Angst", sagt Katharina, 37, Absolventin der Lazi Medienakademie, ernst, "aber man macht sich nach Silvester so seine Gedanken." Konstantins bester Freund in Kasachstan war Muslim, "aber man macht sich schon Gedanken, wenn man die Nachrichten von Terroranschlägen liest".

Seit 2009 betreibt das Paar sein Fotostudio Propp Photographie, mitten im Roßdorf, am Dürerplatz. Babybilder hängen im Schaufenster und an den Wänden ihres kleinen Studios, daneben Bilder lächelnder Paare. Die Propps haben viel zu tun, Hochzeit für Hochzeiten ist von April bis September, "da fotografieren wir jedes Wochenende". Bei russischen Hochzeiten ist ein Video ein Muss, das ist der Job von Konstantin. Der gelernte Zahntechniker ist 44, Autodidakt und redet wenig. Er ist immer noch auf Kriegsfuß mit der deutschen Sprache, kam erst mit 15 Jahren nach Deutschland. Zwei Kinder hat das Paar, die älteste Tochter geht aufs Gymnasium, deren Freunde haben türkische, italienische oder rumänische Namen. "Wir haben nichts gegen Flüchtlinge", sagt Katharina, "wir wollen nur Sicherheit für unsere Kinder."

Die Propps haben nicht AfD gewählt. Auch Wipper, der sich ein bisschen wie der Bürgermeister vom Roßdorf fühlt, kennt keinen einzigen AfD-Wähler. Ein wenig erinnert Roßdorf an das Italien der Berlusconi-Zeit: Viermal regierte der als Ministerpräsident, doch keiner wollte ihn gewählt haben.

In Nürtingen, 40 000 Einwohner, müssen 600 Flüchtlinge untergebracht werden, etwa 60 davon im Roßdorf. Etwa 4,5 Millionen deutschstämmige Migranten aus den ehemaligen Sowjetrepubliken leben heute in Deutschland. Warum wehren sich ausgerechnet Menschen gegen Flüchtlinge, die selbst einmal aus ihrer Heimat geflüchtet sind? Jagoda Marinic kennt die "Opferkonkurrenz zwischen neuen und alten Migranten". "Minderheiten, die sich ohne Willkommenskultur aus eigener Leistung integriert haben, fühlen sich nicht genug gewürdigt", sagt die 39-Jährige. Seit 2012 leitet Marinic das Interkulturelle Zentrum in Heidelberg, sie habe die Stadt verändert, jubelte die Lokalpresse schon nach zwei Jahren.

Die Schwierigkeiten der Integration kennt die Tochter kroatischer Eltern aus eigener Erfahrung. Die Migranten haben geschuftet, sich hochgearbeitet, doch im öffentlichen Leben, in Verwaltung, Politik oder Medien sind sie wenig vertreten, am schlechtesten die Russlanddeutschen, sagt Marinic: "Das liegt auch an ihrer Skepsis gegenüber dem politischen System in ihrer Heimat." Nun sehen sie plötzlich eine Willkommenskultur, von der sie einst wenig gespürt haben. Nach dem Willen der Bundesregierung soll es jetzt ein Integrationsgesetz geben. Für die alten Migranten kommt es zu spät.

Birgit Mattausch arbeitet seit sechs Jahren als Pfarrerin im Roßdorf. Sie kennt die Biografien der Alten von ihren Sterbegesprächen, die Geschichten vom Leben im Arbeitslager, von der Ankunft in Sibirien, wo sich Vertriebene für die erste Nacht im Boden eingruben, um nicht zu erfrieren. Sie kennt den Familienzusammenhalt, die Tauffrömmigkeit, die Sterbekultur. Die Pfarrerin mit dem sonnigen Lächeln mag diese Menschen, die in Russland die Nazis waren, in Deutschland als Kommunisten geächtet werden und nun versuchen, zwischen den Welten klarzukommen. Sie lächelt breit, wenn sie von "meinen Russlanddeutschen" erzählt. Doch vergangenen Sommer, bei der Diskussion um die Nanzwiese, ist ihr zum ersten Mal Rassismus begegnet. Über das Abschneiden der AfD ist die junge Pfarrerin erschrocken. "Krass", sagt sie, "die heile schöne Roßdorfwelt hat Risse bekommen."

Vergangenen Mittwoch, am 20. April, sind der Nürtinger Oberbürgermeister und seine Bürgermeisterin Claudia Grau (parteilos) nun ins Roßdorf gekommen. Sie haben sich mit Vertretern der Kirche, dem Chef des Polizeipostens und Vertretern der Bürgervereinigung Roßdorf an einen Tisch gesetzt. Zwei Stunden haben sie diskutiert. Ein Aktionskreis Flüchtlinge soll im Roßdorf gebildet werden, der die ängstlichen Roßdorfer aufklären und Privatwohnungen für die Flüchtlinge finden soll. Eine öffentliche Veranstaltung mit dem Oberbürgermeister wird es derzeit nicht geben. Noch sind die Planungen nicht abgeschlossen. 


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10 Kommentare verfügbar

  • Schwabe
    am 02.05.2016
    @kommentator
    Es scheint so als ob Sie noch nicht einmal in der Lage sind meinen Kommentar vom 27.04.2016, 12:37 Uhr (12 Sätze) richtig und sachlich zusammenzufassen. Denn wäre Ihre Zusammenfassung richtig wäre ich ein Rassist - bin ich aber nicht.
    Was meine Vermutung/Unterstellung betrifft, dass Eugenia, Elena und Anna ebenfalls keine (zumindest überzeugten) Rassisten sind indem ich deren Ängste/Sorgen mit den seit Jahren vorherrschenden politischen Zuständen in Deutschland verbinde, mit einer mir von Ihnen angedichteten Vision, Querfront, Putin, GULAG oder DDR 2.0 zu tun hat erschließt sich wohl n ur Ihnen.
  • kommentator
    am 02.05.2016
    Ich darf zusammenfassen: Nicht diejenigen, die eine rassistische Partei wählen, sind Rassisten, sondern diejenigen, die dieses Verhalten kritisieren.
    Dieser Geistesblitz ist nicht sonderlich originell. Ein gewisser Lutz Bachmann verbreitet solche Weisheiten seit geraumer Zeit bei den beliebten Pegida Versammlungen. Wobei wir wieder beim Thema Querfront wären.

    Am besten setzt sich Schwabe zu den armen, besorgten Elenas aufs Bänkle und erklärt denen, dass Putin ein lupenreiner Demokrat ist und der GULAG nie existierte, sondern eine Erfindung des Imperialismus ist. Seine Vision von einer DDR 2.0 unter Führung der ex-SED/LINKEN im Schulterschluss mit dem großen sozialistischen Bruder im Osten, wird die Damen sicher begeistern. Dann müsste er nur noch die Söhne, die ja bekanntlich die Wahlzettel der besorgten ausfüllen, auch davon überzeugen und bei der nächsten Wahl wird alles gut!
  • Rolf Steiner
    am 01.05.2016
    Dass sich Russlanddeutsche in der Flüchtlingsfrage der Haltung des Kreml anschließen, der vorsätzlich Chaos in Europa beschwört, ist nicht ungewöhnlich. Migranten, die schon länger in einem Land sind, stehen häufig n e u hinzukommenden Fremden besonders skeptisch gegenüber. "Zynisch könnte man argumentieren, dass das sogar ein Zeichen von Integration ist", sagte Jannis Panagiotidis, Juniorprofessor für die "Migration und Integration der Russlanddeutschen" an der Universität Osnabrück. Panagiotidis. "Sobald ich gegen Ausländer bin, positioniere ich mich schließlich als Inländer." Also, liebe Demokraten: es gibt noch sehr viel zu tun. - Und: helfen Sie mit, damit Deutschland demokratisch bleibt !!!
  • Rolf Steiner
    am 01.05.2016
    Russlanddeutsche wurden und werden gezielt von den Neonazis und der AfD als "dummes Stimmvieh" missbraucht. Die eine oder andere Demo dieser Menschen (z.B. gegen das angebliche Missbrauchsopfer aus Berlin) wurde von braunen "Fachleuten organisiert. Parallel werden die Russlanddeutschen auch von russischen Medien in die "nationale Richtung" geleitet. Dabei ist vermutlich nicht nur Geld, sondern auch eine aktive Schützenhilfe von Putin für die Landtagswahlkämpfe vermittelt worden. Auch die Massen von AfD-Wahlplakaten zeigen, dass hierzu Geld geflossen sein muss. Von wem? Wir müssen jetzt schon sehr aufmerksam beobachten, wie und wo sich die russische Seite zu der bevorstehenden Bundestagswahl positioniert. Beobachter befürchten, dass erneut die Russlanddeutschen von rechten Gruppen und von Moskau instrumentalisiert werden könnten. Die demokratischen Parteien müssen schon jetzt Gegenstrategien entwickeln und einsetzen, besor es zu spät ist.
  • Rolf Steiner
    am 30.04.2016
    Die direkte Demokratie ist keine brauchbare Alternative zu der repräsentativen parlamentarischen Demokratie. Was entscheidet man denn in einer Volksabstimmung? Wie soll man den unhintergehbaren Sachzwängen und Widersprüchen der neokapitalistischer Gesellschaftsordnung entgehen? Damit wird die eigene Unterdrückung lediglich selbst in die Hand genommen und Herrschaft, Gewalt, Ausgrenzung, Aushalten schlimmstrer Widersprüche noch mehr verinnerlicht und dabei noch einer durchgehenden Verblödung Vorschub geleistet. Die von der AfD angestrebte Beteiligung des "Volkes" lebt allein von dem Ressentiment, dass sich Politiker angeblich an den positiven Prinzipien des Gemeinwesens vergehen würden. Statt sich manchen Schaden logisch zu erklären, messen sich diese verbiesdterten Leutchen lieber an ihren Wolken-Kuckucks-Idealen, die von Begriffen wie Volk, Nation, Abgrenzung und Fremdenhass bis zum äußersten rechten Rand aufgefüllt sind.

    Passend zu diesem Thema: Vor den dummen Schweizer Inititiven wie Minarettverbot ein Blick zurück in das Kalifornien der 1980er Jahre. Dort hat ein durch und durch verblödeter „Extremismus der Mitte“ versucht,, die Rechte von Migrantenkindern auf Schulbesuch einzuschränken. Gottseidank kam dieses verkoimmene und , menschenverachtende Ansinnen nicht durch. Die dortige "Vox Populi" hat nicht - wie von den deutschen Rechtsaußen angestrebt wird - als "Vox Rindvieh" abgestimmt.
  • Schwabe
    am 30.04.2016
    Kommentator als lupenreiner Rassist (und vermutlich auch Faschist) trägt mit seinem Beitrag dazu bei die Abgrenzung zu besorgten Menschen wie Eugenia, Elena und Anna zu verdeutlichen.
  • Harald A. Irmer
    am 29.04.2016
    @Schwabe: Sie haben ja vollkommen recht. Wir sollten uns dagegen wehren, dass die Armen aufeinandergehetzt werden, damit das Kapital nicht bluten muss. Geld ist bekanntlich genug da, nur bei den falschen Leuten.

    PS. Es heisst "Kälber", nicht "Lämmer", dann reimt es sich und man kann's sich besser merken ;-)
  • Kommentator
    am 29.04.2016
    Die AFD Führungsriege hat sich im Wahlkampf offen fremdenfeindlich und rassistisch profiliert. Jedem/jeder ist klar, für was diese Partei steht. Die Informationsflyer der AFD enthielten eindeutige Parolen zur Bewahrung der 1000-jährigen Deutschen Kultur etc..

    Die lieben Russlanddeutschen und die lieben Hopfensitze und andere Segmente der schwäbischen Spießbürgerschaft haben die AFD nicht aus Versehen gewählt, sondern gerade wegen dieser Haltung. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

    In fröhlicher Querfrontmanier möchten nun die LINKEN Schlauberger diese Wählerschaften für sich abgreifen und subsumieren deren dumpfe Rechtslastigkeit unter der Rubrik arme enttäuschte Opfer des Blabla Kapitalismus.

    Man muss sich nur mal kurz erinnern, warum die Russlanddeutschen nach Deutschland gekommen sind: Das Leben in dem schönen kommunistischen Russland war einfach nicht mehr auszuhalten und die kapitalistischen BRD Steuerbürger haben sie dann hilfreich aufgepäppelt und die bekannten Begleiterscheinungen ertragen.

    Jetzt kommt die nächste Welle der Bedürftigen und die Gepäppelten berechnen blitzschnell, dass das Geld was den neuen zu Gute kommt, ihnen natürlich abgehen wird. Das kann doch nicht sein! Der gleiche Sozialneid auf unterster Stufe ist in den hiesigen einheimischen AFD Wählerschichten zu finden.

    Derweil stützt Diktator Putin das Assad Regime in Syrien und dreht den Hahn am Flüchtlingsstrom nach Belieben auf und zu und freut sich über die Wirkungen in Europa, das Gefahr läuft sich zu zerfleischen anstatt sich vereint zu wehren.
    AFD und Putin , der diese Partei ja auch verdeckt mitfinanziert, so wie den rechtsradikalen Front National, haben ein gemeinsames Interesse an der Schwächung und Zerstörung der Demokratie in Europa.

    Man darf sich auf die Einführung von mehr direkter Demokratie bei uns unter diesen Vorzeichen freuen. Das wird bestimmt extrem witzig. Genauso wie das kommende Wochenende, an dem sich die nächste Schlägerei mit Ansage um die AFD anbahnt.

    Die Lichtgestalt Ramelow alteriert sich schon über die politische Dummheit der Linksradikalen und der Antifa, die mit ihren sinnfreien Aktionen Wasser auf die Mühlen der AFD gießen. Er hat vielleicht noch nicht kapiert, dass diese Leute auch kein Interesse an einem „angepassten“ MP von der LINKEN haben. Da geht es nämlich nur und ausschließlich um Destruktion ganz genauso wie bei den Glatzen.
  • Rolf Steiner
    am 28.04.2016
    Es sind ja nicht nur die Russland-Deutschen in Roßdorf, sondern auch dern "Landsleute" in Pforzheim oder im Ortenau-Kreis, die sich von rassistisch-nationalistischen Parolen der AfD beeindrucken ließen. Komisch, dass diese Leute sich als ehemalige Flüchtlinge so über den Tisch ziehen ließen und andere Flüchtlinge verabscheuen.
  • Schwabe
    am 27.04.2016
    "Es ist so eine Sache mit den Ängsten. Sie wuchern umso mehr, je weniger sie von Informationen gestoppt werden. Angst kann man auch trefflich instrumentalisieren, niemand beherrscht das besser als die Rechtspopulisten von der AfD"....und die Politik der sogenannten "Mitte" von den etablierten Parteien (Anmerkung von mir)! Denn die sind hauptverantwortlich erstens für die Flüchtlingsströme und zweitens für das bewußte "nicht aufklären" über das (dauerhafte) Zusammenleben unterschiedlichster Kulturkreise.
    Im Grunde, auch wenn es vielen AfD-Wählern aus Roßdorf (und anderswo) nicht bewußt ist, protestieren sie mit dieser (m.E. zugegebenermaßen oberflächlichen, dennoch menschlichen und verständlichen Abwehrhaltung gegenüber Fremden) gegen diese Politik der sogenannten "Mitte" (CDU/CSU, SPD, Grüne, FDP). Und nur dafür müssen sie es sich gefallen lassen "in Verruf" zu geraten, denn gegen die herrschende kapitalistische und alternativlose Politik der sogenannten "Mitte" hat man/frau sich nicht zu wehren. Das Werkzeug dazu "in Verruf zu geraten" ist der latente Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit (Rassismus). Doch überzeugte Rassisten sind Eugenia, Elena und Anna (sowie viele andere AfD-WählerInnen) m.E. sicherlich nicht - lediglich Opfer einer "alternativlosen" Politik der "Mitte" die mit der Rassistenkeule droht.
    Die AfD betreibt lediglich eine verstärkte Form der kapitalorientierten, alternativlosen Agenda-Politik der sogenannten "Mitte" (CDU/CSU, SPD, Grüne, FDP).
    Der beauftragte Leitantrag der Bundesprogrammkommission und des Bundesvorstandes der AfD (zur Erarbeitung des politischen Grundsatzprogrammes) soll zum nächsten Bundesparteitag (30.04.-01.05.2016 in Stuttgart) vorgestellt werden. Im Entwurf dazu ist der Teil zu Sozialpolitik erst ganz am Ende zu finden - und etwas kleiner gedruckt als der Rest. Hier heißt es, dass "Menschen in Not" zwar nicht alleine gelassen werden sollen, sich aber "solidarisch" zeigen sollen, um die "Belastung der Gemeinschaft so niedrig wie möglich zu halten". Liebe Russlanddeutschen und andere AfD-Wähler - ein gut gemeinter Hinweis von mir über den nachzudenken sicherlich lohnt: "Nur die dümmsten Lämmer wählen ihre Metzger selber".

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