Verwaiste Bahnsteige im Stuttgarter Hauptbahnhof zum Bahnstreik in der vergangenen Woche. Foto: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 189
Gesellschaft

Klein, aber schlagkräftig

Von Thilo Böhmer
Datum: 12.11.2014
Der neue Feind hört auf den Namen Claus Weselsky. Der Chef der Eisenbahnergewerkschaft GDL sei für den ganzen Verdruss verantwortlich, heißt es allerorten. Der Stuttgarter Lokführer Thilo Böhmer sieht das ganz anders.

Kennen Sie die Person, die deutschen Wirtschaft angeblich geschadet hat? Denjenigen, der tagelang von den meisten Medien als machtbesessen, maßlos und jenseits jeder Verhältnismäßigkeit agierend diffamiert wurde? Der nach Meinung der Presse seine Machtspiele auf dem Rücken der Reisenden Deutschlands austragen ließ? Dessen Adresse und Telefonnummer die Boulevardpresse auf der Titelseite veröffentlicht hat?

Es ist Claus Weselsky, der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL).

Glaubt man der flächendeckenden Berichterstattung, ist er der Hauptschuldige am derzeitigen Arbeitskampf mit der Deutschen Bahn AG. Nicht kompromissfähig, stur, uneinsichtig – das alles sind noch die harmlosesten Attribute, mit denen ihn die deutsche Medienlandschaft geschmückt hat. Die DB AG dagegen wurde als verhandlungsbereit und kompromissfähig hingestellt und wurde nicht müde, von der GDL zu fordern, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Während die GDL wie ein jähzorniges Kind beschrieben wurde, hatte die Bahn plötzlich ihr Herz für das Allgemeinwohl und die florierende deutsche Wirtschaft entdeckt.

Doch worum geht es in diesem Arbeitskampf wirklich? Was sind die Gründe für das Vorgehen der GDL und für deren scheinbar so kompromisslose Haltung? Um das zu verstehen, müssen wir in die Vergangenheit zurückgehen. Zwar hat man erst vor wenigen Jahren die GDL als eigenständige Gewerkschaft wahrgenommen, doch blickt sie mit ihrer Gründung im Jahr 1867 auf eine nahezu 150-jährige Geschichte zurück. Allerdings waren Lokführer bis zur Bahnprivatisierung vor zwanzig Jahren beamtet, und so war die GDL beim Beamtenbund angesiedelt. Streik war in dieser Zeit kein Thema.

Die GDL verhielt sich zurückhaltend bei der Privatisierung, während sich die Gewerkschaft Transnet, Vorgängerin der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), selbst vor den Karren Privatisierung spannte. Zum ersten Krach kam es jedoch erst, als die Transnet mit der DB AG einen Tarifvertrag unterzeichnete, der es der Bahn ermöglichte, Lokführer auf der Basis von Leiharbeitern zu Stundenlöhnen um die 7,50 Euro einzustellen. Nur wenige Monate später wechselte der damalige Gewerkschaftsvorsitzende Norbert Hansen nahtlos und ohne Übergangszeit in den Vorstand der DB AG. Ähnliche Vorgänge sind vonseiten der GDL nicht bekannt. Im Gegenteil, ein lukratives Angebot der DB wurde von Claus Weselsky abgelehnt. Auch über weitere Jahre machte die Transnet so ziemlich alles mit, was der Bahnvorstand wollte, die Interessen der Beschäftigten spielten offensichtlich nur bei der GDL eine Rolle. Hervorzuheben ist auch die Zustimmung der Transnet zu hohen Bonuszahlungen an Manager, die den Börsengang der DB schaffen würden. Auch vor wenigen Wochen war die Bahnnähe der EVG hier in Stuttgart erkennbar: Als Verkehrsminister Winfried Hermann die Modalitäten zur Ausschreibung des Nahverkehrsnetzes an die Betreiber für die nächsten Jahre bekanntgab, organisierte die EVG eine Demonstration von Mitarbeitern der DB Regio. Der Minister wurde bezichtigt, Sozialabbau zu fördern, da der Wettbewerb auf dem Rücken der Arbeitnehmer ausgetragen werde.

Besonders laut stimmte die Landes-CDU in den Chor der Kritiker ein. Als Solistin war die Abgeordnete Nicole Razavi zu hören, die das Verhalten des Ministers besonders scharf geißelte. Wie wäre das bei einem Ministerium unter Tanja Gönner gewesen? Bei den Schlichtungsgesprächen mit Heiner Geißler war sie als verantwortliche Ministerin auf die gegenüber anderen Bundesländern deutlich höheren Preise für die Nahverkehrsleistungen der DB Regio angesprochen worden. Gönner reagierte mit dem Hinweis, bei der nächsten Ausschreibung könne das der Wettbewerb regeln.

Die Folge: In harten Arbeitskämpfen erstritt sich die GDL für ihre Beschäftigten das Vertretungsrecht für die Lokführersparte und musste von der DB AG, die dieses Vorgehen auch gerichtlich zu unterbinden versucht hatte, als Verhandlungspartner für die Lokführer anerkannt werden. Der jetzige Arbeitskampf setzt den Kampf um das Vertretungsrecht für weitere Beschäftigte im Verkehrssektor fort. Es geht um die Zugbegleiter, Rangierlokführer und Bordgastronomen, die ebenfalls wie die Lokführer einen klassischen Bahnbetriebsdienst leisten. 

Häufig wird dem entgegengehalten, die GDL sei eine kleine Gewerkschaft. Betrachtet man allerdings das Fahrpersonal für sich, so sind von den rund 37 000 Beschäftigten 19 000 in der GDL und nur 8000 in der EVG. Auch das muss einmal fest gehalten werden.

Ein Weiteres ist wichtig zu wissen: Als der Aufsichtsrat der Bahn im März 2013 über die Weiterführung von Stuttgart 21 abgestimmt hat, votierte der GDL-Vertreter als Einziger dagegen. Nach inzwischen bekannt gewordenen Unterlagen waren extrem skeptische Aufsichtsräte zuvor von der Politik auf Linie gebracht worden. Und zur Belohnung wechselt ein Kanzleramtsminister demnächst in den Vorstand der DB AG zu einem Gehalt, für das man im Bereich Mainz und in anderen von Personalmangel geplagten Stellwerken wie Schwandorf 40 Fahrdienstleiter hätte einstellen können.

Eine Gewerkschaft wie die GDL, die immer mehr Mitglieder gewinnt und für deren Interessen einsteht, muss für die Gegenseite ein rotes Tuch sein. Interessant ist hierbei, dass nicht nur die Bahn als Kontrahent auszumachen ist, sondern dass sich auch Medien und die sonst immer so auf Tarifautonomie bedachten Politiker deutlich auf die Seite der DB gestellt haben. Verkehrsminister Alexander Dobrindt von der CSU ermunterte die Bahn zur Klage gegen die Streikenden – die DB verlor in beiden Instanzen.

In den letzten Tagen sind Rufe nach der Einschränkung des Streikrechts für bestimmte Berufsgruppen lauter geworden – nur weil eine Gewerkschaft dieses nach den gesetzlichen Regelungen in Anspruch nimmt. Dabei hat man das Streikrecht für Lokführer durch das Abschaffen des Beamtentums erst vor wenigen Jahren selbst eingeführt. Jetzt wird man der Folgen des eigenen Handelns gewahr und muss damit leben.

 

Thilo Böhmer ist gelernter Starkstromelektriker und Lokführer seit 1995. Er fährt alle ICE-Züge, in denen er bis zu tausend Menschen in 16 Wagen befördert. Der 37-jährige Stuttgarter verdient 3000 Euro brutto. Der Gewerkschaft GDL gehört er seit 1997 an. Derzeit bevorzugt er Güterzüge, weil er dort weniger Druck und mehr Ruhe hat.

Böhmers Text ist eine gekürzte Fassung einer Rede, die er auf der 246. Montagsdemonstration gehalten hat.Sehr aufschlussreich zum Weiterlesen ist dieser Link.


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33 Kommentare verfügbar

  • Tillupp
    am 21.05.2015
    Thema Schlichtung: Wenn die Bahn jetzt fies ist, dann bekommt die EVG bessere Konditionen als die GDL um die abzustrafen. Spätestens dann wandert der ein oder andere zur Konkurrenz, und die GDL verliert an Boden. Wäre es andersherum, dann würde in Zukunft nur noch die GDL mit der Bahn verhandeln, was aus Sicht der Bahn zu verhindern ist.
    Auf GDL-Seite wäre andererseits deshalb ein "Hot Deal" Paragraph ganz nützlich, also dass kein konkurrierender Tarifvertrag besser sein darf als der Eigene. Dann wäre man aber auch ohne Tarifeinheitsgesetz schon jetzt bei der Tarifeinheit angekommen.
    Warum also der Streit, der Streik, der Stress? Meiner Meinung nach genau dazu, wozu es gekommen ist, um der Politik (=Verwalter der Bahn und vieler Krankenhäuser) den Anlass für die Entmachtung der Gewerkschaften zu geben. Nicht für nur die Bahn, sondern für alle Unternehmen, Krankenhäuser, Fluggesellschaften, etc.. Globalbetriebswirtschaftlich hat es sich für die Unternehmer deshalb gelohnt, und so teuer wie behauptet war die Auseinandersetzung eh nie. Spediteure und Fernbusse haben mehr verdient, und da ist die Bahn mit Schenker und Bahnbus ja auch mit dabei.
  • Ulrich Frank
    am 18.11.2014
    @Jupp, 18.11.2014 07:33 - Ihre Beharrlichkeit in allen Ehren, Jupp. Es ist dabei jedoch ein zunehmendes rhetorisches Hineinsteigern in überzogene Gemeinplätze ("Zeit ist das kostbarste Gut") ohne detaillierte Kenntnisnahme der Situation und der Realität festzustellen: Streiks, die keinem wehtun, die gibt es nicht. Zum Kontext - und eben zur "Erklärung" - steht dann z.B. der bereits erwähnte Beitrag von Thomas Wüpper zur Verfügung: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.deutsche-bahn-streiks-als-spaetfolge-der-bahnreform-page1.7873270c-aa6c-451f-9b2f-100965b2f9f1.html

    Sie können ja auch Thomas Wüpper (und Heiner Monheim) vorwerfen er "hätte sich nicht mit der Realität auseinandergesetzt" und sei, wie es angeblich das Belieben der hier von Ihnen u.a. auch despektierlich angesehenen Forenkommentatoren ist, "in Verschwörungstheorien versunken", mit dem teuflischen Ziel, ganz Deutschland lahmzulegen.

    Die Mängel eines - in der Verantwortung der Bahn AG und letztendlich der fehlgeleiteten Politik der "Volksparteien" - schlecht geplanten Bahnbetriebs der durch seine Verspätungen und Ausfälle - und dies praktisch 365 Tage im Jahr - Fahrgästen - und denen, die sie z.B. am Bahnhof abholen - das angeblich "kostbarste Gut" raubt, erwähnen Sie nicht. Auch, daß durch das Großprojekt Stuttgart 21 welches Sie als unsere Obsession ausmachen noch zusätzliche Störungen, Verspätungen und Ressourcen-Engpässe auftauchen entgeht Ihrer Aufmerksamkeit.

    Und dahinter, so vermutet man fast schon, steckt Methode.
  • Schwabe
    am 18.11.2014
    Aktuell schickt die Bahn AG und die Bundesregierung (alleinige Aktionärin) Ihre hörige Haus- und Hofgewerkschaft EVG (Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft) mit deren Vorsitzendem Alexander Kirchner ins Rennen um die Tarifeinheit durchzusetzen (praktische Aushebelung von Grundrechten arbeitender Menschen).
    Es ist unglaublich aber wahr - die EVG bzw. deren Vorstände/deren Vorsitzender wagen/wagt es öffentlich die Tarifeinheit zu fordern. Damit könnte dann die EVG ihre arbeitnehmerfeindlichen Tarifverträge auch einer Vielzahl von MitarbeiterInnen der Bahn AG aufzwingen die aber bei der GDL organisiert sind (praktisch kommt dies einer Beschneidung von Grundrechten gleich) .
    Was ist das bloß für eine Gewerkschaft die EVG? Ist es überhaupt eine Gewerkschaft? Oder bloß ein Sprungbrett für deren arbeitgeberfreundlichen, karriereorientierten Funktionäre, damit diese früher oder später für Millionenverträge auf die Seite der Bahn wechseln?
    Wir erinnern uns an Norbert Hansen, ehemaliger Transnet-Chef (1999-2008) der zur Bahn wechselte um seinen Judaslohn zu kassieren (sein Verdienst stieg von ca. 7.800 € brutto 2005 auf ca. 556.000 € 2008 bei der Bahn AG). Dies sind mittlerweile Zustände wie sie auch in der bürgerlichen Politik zum (undemokratischen) Alltag gehören! Dies führt zur Verschlechterung unserer Lebensumstände!
    Als Mitglied der EVG bzw. als nicht organisierter Mitarbeiter bei der Bahn AG wüßte ich was ich zu tun hätte. Ich würde sofort zur GDL wechseln!

    Was hier passiert geht nicht nur die Mitarbeiter der Bahn AG etwas an. Diese Vorgehensweisen aus niederen Beweggründen (Karriere) trifft man überall in der heutigen bürgerlichen Politik!
  • Jupp
    am 18.11.2014
    Versucht doch mal euch mit dem Thema auseinanderzusetzen bevor ihr reflexartig in euren Verschwörungstheorien versinkt.
    Was ist an den Streiks der GDL anders als an Streik in anderen Branchen?
    Sie betreffen Millionen von Reisenden. Sie greifen unmittelbar in das Leben der Menschen ein und nimmt ihnen das kostbarste Gut: Die Zeit.
    Gleichzeitig sind weitere Millionen betroffen, weil ihre Betriebe logistisch beschnitten werden.
    Da wäre es prima, wenn man jemanden an der Spitze hat der erklären kann, warum man das Land lahmlegt.
    Herr W. schafft dies nicht.
    Und das liegt nicht an der bösen Mutti sondern an ihm selbst.
  • Bernd Oehler
    am 17.11.2014
    Wie heißt eigentlich der Chef der Pilotenvereinigung Cockpit? Der nimmt ja nach gerne kolportierter Ansicht gelegentlich ebenfalls unschuldige Bevölkerungsteile in Geiselhaft. Gibt es den überhaupt?
    Und wenn die Müllmänner, der ÖPNV oder die Journalisten streiken – redet man dann auch von Bsirskes »Machtanspruch«? Ach!
    Nein, die GDL erfuhr zweifellos eine Spezialbehandlung. Verlässlich kann ich nur die »Süddeutsche« beurteilen, weil ich sie täglich gedruckt und oft auch online lese: ich kann mich nicht erinnern, während des Streiks ein Statement eines streikenden Lokführers dort gelesen zu haben. Entweder die versteckten sich alle vor dem Volkszorn – oder man hat sich nicht darum bemüht. (Die FR brachte online einmal ein paar Sätze eines Lokführers, der anonym bleiben wollte.) Auch keiner der 1000 noch verbeamteten Lokführer wurde einmal nach deren Haltung zum Streik gefragt. Zu Wort kamen aber immer wieder eine Handvoll ehemaliger Funktionäre in der Rolle der GDL-Dissidenten. Zu Wort kamen natürlich auch alle Freunde der gewesenen Bahnprivatisierung 1. Stufe, die das so aber nicht gewollt hatten: dass die jetzt streiken dürfen!
    Und dann gibt sich noch die künftige 18-Prozent-Partei in Person der Arbeitsministerin dafür her, dieses nervige Streikrecht für Minigewerkschaften endlich abzuschaffen. (Ob die DGB-Gewerkschaften schon alle gerafft haben, was da läuft, ist vorläufig offen.) Minigewerkschaften haben in ihrer gelben, arbeitgeberfreundlichen Version gefälligst für lausige Tarifverträge im Niedriglohnbereich zu sorgen und ansonsten die Klappe zu halten.
    Die EVG ist Liebkind bei der Bahn, weil sie auch schon mal Billigtarife abgesegnet und für die Bahnprivatisierung eintrat.
    Man kann die Spezialbehandlung der GDL nur als dreisten politischen Angriff auf das Streikrecht insgesamt und auf die Rechte von Beschäftigten verstehen.
    Hinweise auf Stimmen von streikenden Lokführern in Medien nehme ich dankend entgegen.
  • Ulrich Frank
    am 17.11.2014
    @Jupp, 17.11.2014 07:32h - Es ist ja durchaus nicht so daß hierzulande keine Diskussionen geführt würden oder geführt würden dürften (auch "auf dem Bau", auch von den von Ihnen angeführten BILD-Lesern). Das öffentliche "Kontroverse", und Diskussionen darüber, wird ja geradezu als Markenzeichen einer "pluralistischen", angeblich freien Gesellschaft angeführt.

    Die Frage ist nur, ob dies die richtigen Diskussionen sind. Diskussionen welche nicht, durch mediale Strategien (oder sog. nudges, von denen heute die Rede ist), auf die falschen Baustellen gelotst wurden. Oder medial präjudiziert sind, durch programmierbare soziale Reflexe. Wie z.B. durch die Konzentration auf die Person Herrn Weselskys. Oder aktuell auf die Person des russischen Präsidenten, nicht nur durch das bekannte entgleiste SPIEGEL-Titelblatt. Eine derartige Lotsung war z.B. exemplarisch wahrzunehmen zu Beginn der gestrigen öffentlich-rechtlichen Günther Jauch-talkshow mit dem Interview mit V. Putin. (siehe auch: http://www.heise.de/tp/artikel/43/43347/1.html).

    Sieht oder hört man sonst einen deutschen Interviewer, /vor/ (!) dem Abspielen eines Interviews, z.B. die Glaubwürdigkeit einer Frau Merkel, eines Herrn Gabriel, eines Herrn Kretschmann bewerten? Man "merke", sagte Interviewer Seipel, noch vor dem Abspielen, die Stellen wo es bei Herrn Putin nicht koscher ist? Putin sei etwas "beleidigt" (Oberlehrer Jauch) abgereist? Das, abreisen, würde ich auch, von einem Treffen auf welchem ich von einer Meute teils auch fragwürdiger Gestalten wie ein Schulbub behandelt werde, u.a von einem halbstarken australischen MP mit seinem beabsichtigten "shirtfronting" - einmal ganz angesehen davon daß das wohl drängendste Problem, der Klimawandel, gar kein Thema, und die ganze Veranstaltung eher ein tanzender Kongress war?

    Putin sähe "angespannt" aus - der Detektor für Lügen oder ähnliches würde hier wohl auch etwas entdecken können? Eher eine Bemerkung wert wäre doch die Relaxtheit mit welcher Politiker hierzulande ihre Wahl- und sonstigen Versprechungen vergessen und dies vor dem "Volke" nicht einmal zu rechtfertigen für nötig halten. Und unsere handzahmen Medien dabei helfen, beim Käseessen. Und Frau Merkel sekundieren, auch in ihrer strategisch häufenden, hypnotisierend einmassierenden Verwendung des Wortes "gut".

    Daß es hinsichtlich des GDL-Streiks auch weit besser geht darf Thomas Wüpper, spät, dann sogar in der StZ, zeigen: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.deutsche-bahn-streiks-als-spaetfolge-der-bahnreform.7873270c-aa6c-451f-9b2f-100965b2f9f1.html
  • Schwabe
    am 17.11.2014
    "Irres Verständnis für die Lokführer" lautete die Überschrift eines Kommentars auf sueddeutsche.de vom 07. Oktober. Und weiter: "Die Mehrheit der Bürger zeigt Verständnis für einen Streik der Lokführer. Dabei verstehen sie nicht, dass es in dem Konflikt bisher nur um Macht geht" - meint der Kommentator der Süddeutschen in seinem Nachhilfeunterricht aufklären zu müssen.
    Doch, genau das verstehen die Bürger in diesem Land. Es geht darum, dass die Bahn Bosse mit ihren Millionengehältern nicht die uneingeschränkte Macht haben sollen, den Beschäftigten weiter zu niedrige Löhne und zu hohen Stress zu diktieren. Dagegen wehrt sich die GDL und das finden die Leute mehrheitlich gut.

    Um die Schlagkraft der GDL weiter zu erhöhen und aus Gründen der Solidarität abhängig Beschäftigter untereinander, empfehle ich persönlich, jedem noch nicht organisierten Mitarbeiter der Bahn AG, der GDL beizutreten (insbesondere auch den vielen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen mit Migrationshintergrund). Darüber hinaus empfehle ich allen bei der EVG bereits organisierten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen aus der arbeitgeberfreundlichen EVG auszutreten und ebenfalls der GDL beizutreten (die EVG befürwortet die grundgesetzwidrige und damit arbeitnehmerfeindliche Tarifeinheit)!

    Lieber Jupp,
    Sie sind Ihren Angaben nach zu urteilen ein Mann aus dem Volk und ein Mann für das Volk - dazu beglückwünsche ich Sie.
    Aber mit Verlaub, diesbezüglich sehe ich in Ihrer Reaktion noch Luft nach oben. Vor allem deshalb, weil Sie wieder einmal 0,00 sachliches zum eigentlichen Thema Tarifeinheit beitragen (nur Mut) und stattdessen weiter an Ihren Unterstellungen basteln und dabei neue Nebelkerzen zünden (der Einfluß der Leitmedien wird also überschätzt - soso).
    Abschließend hätte ich da noch ne Frage an Sie als Mann vom Bau. Stimmt es eigentlich, das man vom "zu viel Schalöl schnuppern" oder vom "zu lange mit dem Rüttler arbeiten" irreparable gesundheitliche Schäden davontragen kann?
  • Jupp
    am 17.11.2014
    Das was ihr als Qualitätsjournalismus bezeichnet ist schlicht das Medium das eure Meinung widerspiegelt.
    Ich habe im Studium viel auf dem Bau geklotzt und viele der dummen BILD-Leser kennengelernt.
    Es war aber so, dass die Artikel beim Vesper kontrovers diskutiert wurde. Kein einziger hat das geschriebene per se als Wahr interpretiert.
    Während man hier den Eindruck hat, dass die Leser das Denken den Autoren überlassen.
    Es ist eine primitive Medienhörigkeit erkennbar. Man schließt von sich auf andere wenn man davon ausgeht, dass die Menschen nicht in der Lage sind sich selbst eine Meinung zu bilden.
    Die BILD-Leser von der Baustelle waren sehr viel weiter als viele Kommentarschreiber hier. Man hat verschiedene Meinungen diskutiert und akzeptiert. Hier stopft man das Volk in die Dumm-Schublade. Warum? Weil es einfach ist.
    Ich schlau. Alle anderen doof. Meine Meinung richtig. Alle anderen nicht oder falsch informiert. Und das soll intellektuell sein?
    Es kommt nicht nur auf das Medium an.
  • Peter S.
    am 16.11.2014
    Herr Schwabe und Herr Lederer,
    danke für Ihre sachlichen und kompetenten Kommentare.
    Und an alle Kommentatoren, welche hier meinen der normale Mensch sei (umfassend) informiert um sich eine eigene Meinung zu bilden. Er ist es i.d.R. nicht!
    Da brauchen wir gar nicht auf die Auflage von BILD zu schauen.
    Im Zusammenhang mit der Posse um die "böse GDL" ist fast die komplette, leicht zu erreichende, Medienlandschaft inkl des Fernsehens auf der "die GDL ist schuld" Masche. Es bedarf schon einiger Anstrengungen in dieser Sache (und auch anderen Dingen) etwas anderes als den Mainstream zu finden.
    Und warum sind nicht mehr Leser/Abonenten bei Kontext, Nachdenkseiten oder ähnlichen Publikationen?
    Weil es aufwendiger ist, die automatische Reichweite nicht so gross als beim TV, nicht jeder Mensch sich über Internet informieren will......
    Und weil es übrigens viel bequemer ist, die Meinung von Mutti (stellvertretend für Mainstream Mittelmässigkeit) nachzuplappern. Muss man sich doch niemals rechtfertigen oder das eigene Gehirn um Argumente benutzen.
  • Finocchio
    am 15.11.2014
    Danke, Thilo Böhmer, ein sehr umfassender und informativer Bericht. Liest man dazu aktuell, dass die Bahn wieder ihre Privatisierungspläne, Stichwort „Börsengang“ forcieren möchte, wird klar welcher Wind weht. Zieht Euch dicke Kittel an.
    Arno Luik musste seine Kritik wohl unter der Rubrik Reise verstecken, dafür hat er die Thematik auch für Otto- Normal -Reisenden perfekt auf den Punkt gebracht:http://mobil.stern.de/reise/service/bahnstreik-wieso-der-hass-auf-claus-weselsky-und-die-lokfuehrer-2150943.html?mobil=1
  • Thomas Lederer
    am 15.11.2014
    Kontext hebt sich mit diesem Artikel von der restlichen Medienlandschaft, die wie gleichgeschaltet eine Hetze gegen Weselsky und die GDL Kollegen betreiben, sehr gut ab.
    Von der Angst der Kraft eines Streiks und dessen Auswirkungen in die Enge getrieben, schlagen Unternehmer und Regierung mit samt ihrer "unabhängigen" Medienlandschaft, wild um sich.
    Weselsky scheint ein aufrechter und kämpferischer Mann zu sein.
    Es wurde einseitig und mit Halbwahrheiten gearbeitet, die Lokführer würden 4700 Euro verdienen, das betrifft aber nur noch wenige der verbeamteten Kollegen. Die Angestellten Lokführer verdienen auch nach Jahren 1700 Euro. Sie zetern über das deutsche Streikrecht das zu wenig Regeln und Einschränkungen habe. Das Streikrecht in Deutschland besagt, dass hier nur für tarifliche Fragen gestreikt werden darf und nur nach Aufruf der Gewerkschaft. Streiks gegen Entlassungen, Betriebsschließungen und jeglicher politische Streik ist Illegal. Dieses kastrierte Streikrecht ist weltweit ohne Beispiel. Trotz dieser Gesetzeslage organisieren Kollegen Streiks gegen Entlasungen und Betriebsschließungen und für politische Ziele .
    In all den Interviews von Weselsky macht er den Eindruck eines Gewerkschaftsführers, der genau weis dass er nur der Sprecher ist und ohne die kämpfenden Kollegen nichts ist. Er hebt sich damit sehr positiv von anderen Gewerkschaftsführern und Betriebsräten ab, die uns weismachen ihr heldenhafter Einsatz würde Verbesserungen bringen und meinen, die Kollegen wären ohne sie nichts.
  • Schwabe
    am 14.11.2014
    Laut Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigen die Streiks bei der Bahn das es "gute Gründe" für die gesetzliche Tarifeinheit gebe. "Gute Gründe" für wen? Aus der Sicht der Bahn, nicht aus der Sicht derArbeiterInnen und Angestellten die den Betrieb Bahn tagtäglich am Leben halten. Hier fängt der Betrug an der Wählerschaft schon an, indem Angela Merkel bei heiklen Themen Phrasen rausdrischt "gute Gründe" und i.d.R. nie dazu sagt aus wessen Sicht es "gute Gründe" gibt (Halbwahrheiten sind die schlimmsten Lügen).
    Wie schon beim Streik der GDL 2007/2008 wird eine unglaubliche Hetzkampagne gegen die streikenden LokführerInnen und ihre Gewerkschaft losgetreten. Auch die Führung des EVG und des DGB lassen sich vor den Karren der Bahn und der Regierung spannen.
    Um das Gesetz der Tarifeinheit durchzusetzen, soll die Mehrheit der Bevölkerung gegen die Streikenden aufgebracht werden. So wird vermittelt, es handele sich um eine priviligierte Berufsgruppe, die sich noch eine priviligiertere Stellung in der Gesellschaft erstreiken wollen.
    Andrea Nahles (SPD) benutzt in der öffentlichen Debatte Begriffe aus der Arbeiterbewegung, um ihren Angriff auf das Streikrecht zu verschleiern, so meint sie: "Die Stärkeren treten für die Schwächeren ein". Das sagt die Vertreterin einer Partei, die mit der Agenda 2010 prekäre Beschäftigung und Tarifflucht gefördert hat. DIE LINKE stellt sich solchem handeln eindeutig entgegen.
    Aufgrund des Stellenabbaus infolge der Bahnprivatisierung hat die Arbeitsbelastung enorm zugenommen. Neben einer mehr als berechtigten Lohnforderung von fünf Prozent sind zentrale Forderungen der GDL deshalb unter anderem eine Arbeitszeitverkürzung von zwei Stunden in der Woche, bessere Schichtregelungen und weniger Aufbau von Schichtregelungen (die eigentlichen Verhandlungen gehen jetzt erst los - verzögert durch die Regierung mit Millionenschäden!).

    Lieber Jupp,
    wenn der Schuß nicht mal nach hinten los geht!
    Glauben Sie bloß nicht, dass der aufmerksame Leser Ihre fast schon verzweifelt anmutenden Unterstellungen nicht als das erkennt was sie sind - unsachlich und haltlos.
    Es hätte Ihre Ehre in meinen Augen zumindest ansatzweise gerettet wenn Sie wenigstens die Phrase und Halbwahrheit von Angela Merkel "gute Gründe" als Argument für die Tarifeinheit angeführt hätten. Doch selbst das muss ich Ihnen in den Mund legen.
  • Jupp
    am 14.11.2014
    Hey Leute, ihr tut so, als ob das Volk nur aus Hohlköpfen besteht. Als ob jedes geschriebene Wort sofort zur Meinung werden würde.
    Ihr vergesst, dass wir in einer mündigen Gesellschaft leben. Bzw. wollen es einige von euch nicht wahrhaben.
    Wie schön wäre es doch, wenn alle außer einem selbst strohdoof wären...
    Vlt. ist es so, dass die Menschen selbst in der Lage sind sich eine Meinung zu bilden.
    Herr Weselsky spricht doch live in die Kameras. Da muss ich hinterher keinen Fokus, Spiegel oder sonst was lesen um mir eine Meinung zu bilden.
    Warum halten viele von euch alle die eine andere Meinung haben für strunzdumm und manipuliert?
    Dreht mal eure Verschwörungstheorien etwas leiser. Und traut euren Mitmenschen etwas zu.
    Sind gar nicht so hohl die Leute da draußen...
  • invinoveritas
    am 14.11.2014
    @ Ulrich Frank und Co.


    Die Medienverächter in diesem Forum liefern immer neue Höchstleistungen ab. Der eine führt die Kampagne gegen Claus Weselsky mit schneidender Logik auf die Zeitungsanzeigen der Bahn zurück (der Verleger kriegt das Inserat, dann ruft er den Leitartikler an und bestellt bei dem ein GDL-feindliches Pamphlet - genau, so läuft das doch bei uns!), der nächste durchschaut die früher mal vierte Gewalt als "servilen Knecht der Macht", und Ulrich Frank findet diese Formulierungen: "zunehmend schmierendes Gewerbe", "öffentlich-rechtliche Untertanen-Sender", "pogromartige Hetze". Und bei alledem soll eine "fabrikmäßige braune Einigkeit" (!!) herauskommen. Merken Sie gar nicht mehr, wohin Sie sich verlaufen?

    Liebe Leute, man muss weder Merkel- noch NATO-Fahnen schwenken oder sonstwie ein debiles Opfer der herrschenden Verhältnisse sein, um festzustellen, dass man es hier mit einer giftigen Brühe aus Hass, Ressentiment und Ignoranz zu tun hat. Die nahrhafteste Zutat ist die Unfähigkeit, eine andere Ansicht als die eigene erst einmal als solche wahrzunehmen, anstatt sie sogleich dem Reich des Bösen zuzuordnen. Diese Suppe wird so oft aufgetischt, dass man auf Besessenheit von der fixen Idee schließen muss, wonach die Medien alles sind im Dreieck zwischen infam, korrupt und ahnungslos.

    Wahr ist: D i e Medien hierzulande schreiben und senden jeden Tag tausenderlei Fragwürdiges, Falsches, Borniertes, Dummes, Unkritisches, Oberflächliches, Sensationsgeiles. Interessengeleitetes und Hetzerisches sind leider auch keine Raritäten. Nur ist das eben nicht schon das Ganze, sondern bloß ein Teil davon. Und der andere kann sich sehen lassen.

    Überhaupt ist Sachkenntnis bekanntlich von Vorteil bei der Wahrheitsfindung. Ulrich Franks guter Rat, Sprecher zu beschäftigen, "wie es mittlerweile (!) sogar die Polizei und Gerichte tun", entlarvt seine Medienkompetenz als eine bloß simulierte.
  • Schwabe
    am 14.11.2014
    Wer sich über die Hintergründe der bisherigen Streiks der laufenden Tarifauseinandersetzung im Klaren ist weiß, dass allein die Bundesregierung, m.E. insbesondere Frau Merkel, Herr Dobrindt und Frau Nahles für diese und damit auch für den kommunizierten wirtschaftlichen Millionenschaden verantwortlich sind!
    Doch die von der Bundesregierung losgetretene Disskussion um die Tarifeinheit (Beschneidung von Grundrechten der arbeitenden Bevölkerung - siehe Kommentar 12.11.2014, 19:59 Uhr) ist nur die Spitze des Eisbergs und dient als "Türöffner" für weitergehende Eingriffe in das Streik- und Arbeitskampfrecht! So wurde kürzlich auch vom CDU-Wirtschaftsrat gemeinsam mit Unternehmern die Möglichkeit erörtert, in der sogenannten Dasainsvorsorge eine Zwangsschlichtung einzuführen (da ist es wieder das "Hinterzimmer"). Das könnte es den Gerichten in Zukunft einfach machen, Streiks als unzulässig zu erklären. ver.di hat diese Pläne in einer Presseerkläung zurückgewiesen. Dies macht deutlich, dass sich die Gewerkschaften generell um einen Kampf um das Streikrecht an sich einstellen müssen (m.E. einer demokratischen Regierung unwürdig - anscheinend aber nicht einer bürgerlichen!).
    Wie (m.E. hinterhältig) unsere Volksvertreter gegen die arbeitende Bevölkerung vorgehen zeigt der Gesetzentwurf zur Tarifeinheit von Frau Nahles. Die Regierenden von CDU/SPD sind sich genau darüber im Klaren, dass die Koalitionsfreiheit in dem Gesetzentwurf nicht direkt eingeschränkt werden darf, da dies ein Grundrecht darstellt. Um die Tarifeinheit trozdem in ihrem Sinne durchzusetzen gibt es im Wortlaut des Entwurfs keine direkte Einschränkung der grundgesetzlich verankerten Koallitionsfreiheit - wohl aber eine indirekte mit praktisch dem gleichen Effekt!
    Sinngemäß enthält der Gesetzentwurf folgendes:
    Gibt es verschiedene Gewerkschaften innerhalb eines Betriebs, sollen diese eine Tarifgemeinschaft bilden oder sonstige Abmachungen treffen; zum Beispiel, welche Gewerkschaft welche Berufsgruppe vetritt. Scheitert eine Einigung (ab jetzt wirds m.E. niederträchtig), soll ein Notar prüfen, welche Organisation mehr Mitglieder im jeweiligen Betrieb hat. Es soll dann nur der Tarifvertrag der Gewerkschaft, die im Betrieb die meisten Mitglieder hat, zur Geltung kommen.
    Wenn ArbeitnehmerInnen sich also in einer kleineren Gewerkschaft im Betrieb organisieren wollen, würden die Möglichkeiten massiv eingeschränkt, über diese Gewerkschaft tarifpolitische Ziele durchsetzen zu können. Das kann verschiedene Gewerkschaften treffen. Wenn die Lokführergewerkschaft GDL sich nicht mit der EVG einigen könnte, würde es davon abhängen, wie sich der "Betrieb" definiert! Wenn aber der Betrieb die gesamte DB AG wäre, dann würde nur noch die EVG die Tarife verhandeln. Das hätte fatale Folgen für die GDL und für die in ihr organisierten Mitgliedern (abgesehen von den Lokführern, da die GDL m.E. hier mehr Mitglieder hat).
    So wird die Tarifeinheit bewußt und brachial durchgesetz und Grundrechte genommen ohne das Grundrecht der Koalitionsfreiheit wörtlich direkt zu beschneiden, wohl aber deren positiven Nutzen für organisierte ArbeitnehmerInnen. Niederträchtiger geht es m.E. nicht! Doch diese Niedertracht gegenüber der Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung zieht sich m.E. wie ein roter Faden durch bürgerliche, wirtschaftsorientierte Politik!
    Da bleibt mir nur noch eins zu sagen: Nur die dümmsten Lämmer wählen ihre Metzger selber!
  • Rainer Daeschler
    am 14.11.2014
    Die Presse-Kampagne gegen den GDL-Vorsitzenden hat gezeigt, die Presse ist längst nicht mehr die 4. Gewalt, sondern ein serviler Knecht der Macht.
  • Hartmut Hendrich
    am 13.11.2014
    Es ist nicht überraschend neu, dass mit Hilfe der Medien von interessierter mächtiger Seite Meinungen beeinflußt werden. Empörend ist die plumpe unverfrorene Art in der dies neuerdings geschieht. War es früher üblich, dass „Blöd“ mit der Keule und „Die Welt“ mit dem Holzhammer Meinung machten, während die sogenannten „Qualitätsmedien“ sehr viel zurückhaltender und geschickter oft gleiche Ziele verfolgten, so hält man inzwischen wohl das Volk für einfältig genug, um es mit „einfachen“ Wahrheiten auf breiter Front auf die gewünschte Linie zu bringen.
    Um, wie im jüngsten Beispiel Stimmung gegen einen Streik zu machen, mußten Millionen Herbsturlauber und später noch mehr Einheitsfeiergäste, die nicht nach Berlin finden würden, erfunden werden. Damit die Empörung auch ein Ziel finden konnte, bemühten sich sowohl Presse als auch Funk und Fernsehen den Vorsitzenden der Lok-Gewerkschaft als absoluten Übelmann darzustellen.
    In diesem Forum bekamen wir die Wirkung dieser Kampagne geboten: Der Forist „Jupp“, der vielen Artikeln von KONTEXT sehr kritisch begegnet, fuhr voll auf diese Stimmungsmache ab. In einem der nächsten Beiträge versucht uns einer reinen Wein einzuschenken, indem er ein maßloses Medienbashing beklagt, weil doch nicht in allen Medien einheitliche Texte stehen würden. Zur Erkenntnis solch schlichter Wahrheit braucht man schon sehr vielen Wein.
    Prosit!
  • Ulrich Frank
    am 13.11.2014
    Herr Weselsky hat, angesichts der (leider) heute herrschenden Verhältnisse, einen Fehler gemacht. Er hat sich selbst vor die Kamera gestellt und sich - und damit sein Projekt - von den Medien mit ihren Fokussierungs- und Replikations- und Verstärkungseffekten quasi verbrennen lassen. Dort wurde, mit massierter Stimmungsmache und im Rahmen der gängigen Personalisierung des politischen Bereichs, auch seine private Wohnung und sein Aussehen und seine Kleidung zum Gegenstand - sieht er nun aus wie ein Lokführer oder Gewerkschafter oder nicht? Sieht er rot? Laut Handelsblatt, ja. Aha, der Leibhaftige ist er aber dann doch nicht, obwohl er Weselsky heißt ... Das für den Journalismus notwendige differenzierende Wahrnehmungsvermögen wurde zum Diskriminierungselement.

    Den herrschenden Verhältnissen angemessen gewesen wäre die Ab- bzw. Einstellung eines Medienberaters und eines möglichst photogenen "Sprechers" oder einer "Sprecherin", wie es mittlerweile sogar Gerichte und die Polizei tun. Einem "Sprecher" nimmt - und druckt - man unwidersprochen vieles ab - er ist ja nicht verantwortlich. Dahinter kann es zugehen wie im Tollhaus. Der Sprecher bürgt zudem für die "Wichtigkeit" des Anliegens wie auch der Botschaft, gibt institutionelle Festigkeit und Unhinterfragbarkeit. Die "Verantwortlichen" sind im Hintergrund, aber sie haben ja nichts gesagt. Der Sprecher könnte sie auch falsch wiedergegeben haben da der "Text nur von einem Referenten" verfaßt war.

    Die Verantwortung ist hierdurch auf formellem Wege um mindestens 50% reduziert und damit quasi verdampft. So funktioniert es auch bei Stuttgart 21 - wo dann auch die "Sprecher" sich noch verflüchtigen, der Zweck aber erreicht wird.

    Flankierend sagt man dann noch "Wir sind die Guten" und inszeniert dies indem man ein ein medienwirksames Ablenkungsmanöver startet. Mit ausnahmsweise persönlichem Auftritt. Dazu gehört z.B. die Ausrufung irgendeines Paktes (wobei ich sagen würde wer "Pakt" sagt will betrügen) oder die Hand-in-Hand Präsentation eines weihnachtsartigen Geschenkpakets wie es z.B. gestern Herr Grube und Herr Dobrindt persönlich taten: viele (Steuer-) Milliarden für die Bahn AG. Das kommt an.

    So funktioniert es hier. Ohne daß es besser wäre.
  • FernDerHeimat
    am 13.11.2014
    Die Kommentare sind wieder mal (fast) interessanter als der Artikel...
  • Schwabe
    am 13.11.2014
    @Peter S.
    a la Angela Merkel (stellvertretend für bürgerliche Politik)
  • Peter S.
    am 13.11.2014
    Jupp, schön wenn Sie und alle anderen den Lokführern einen gerechten Lohn gönnen. Aber wenn Sie hier schreiben "Der Bahnkunde gewinnt hier jedoch den Eindruck W trägt einen persönlichen Konflikt auf dem Rücken der Kunden aus." dann ist dieser Eindruck weniger Herrn W sondern dem vereinigten Bashing der Medien und aller Koalitionspolitiker geschuldet. Die Forderung der GDL einen Tarifvertrag ohne Unterwerfung unter die EVG zu machen ist nicht nur vernünftig sondern auch vom Bundesverfassungsgericht abgesegnet.
    Und nein, es geht hier nicht nur "um die böse Bahn" und "S21" denn es gibt keine böse Bahn.
    Es gibt nur das Grundübel der Bahnprivatisierung in den 90iger Jahren.
    Fast alle Probleme die wir heute sehen gehen schlussendlich darauf zurück. Ein zentrales Infrastrukturunternehmen mit Netz und Betrieb kann ich nicht privatisieren ohne gravierende Nachteile zu bekommen.
    Ein Unternehmen (hier die DB AG) hat nur EINEN Wunsch, und der heisst Profit. Da holt man sich auch angeblich gute Leute und bezahlt denen Millionen Gehälter um was zu machen? Profit. Und Profit kann man natürlich am einfachsten machen indem man die Kosten senkt, also die Infrastruktur verlottern lässt und auf Verschleiss fährt. Oder Personal abbaut bis es zu wenige (Fahrdienstleiter) sind und man den Betrieb stoppen muss. Der Streik oder der Wahnsinn mit S21 sind nur weitere sichtbare Zeichen dieser Privatisierungsdummheit a la Thatcher.
  • kdm
    am 13.11.2014
    Nun ja, wer schaltet und bezahlt Anzeigen in den Gazetten? Nicht die Gewerkschaft der Lokführer sondern, einmal darf man raten...
    Natürlich die DB AG.
  • Jupp
    am 13.11.2014
    Nachklapp:
    Habe eben etwas über Focus und Weselsky recherchiert.
    Ich muss Ihnen, Herr Frank, zu 100% zustimmen.
    Da geht mir echt die Lade runter. Angriffe auf die Privatsphäre gehen gar nicht.
    Ganz üble Kiste
  • Schorsch
    am 13.11.2014
    In den Siebzigern/Achtzigern war ein normaler Eisenbahner noch bei der GdED (Gwerkschaft der Eisenbahner Deutschlands - Vorgänger der Transnet im DGB), sehr sozial eingestellt. GdL gab es auch schon, auch die GdBA. Mittlerweile ist für mich die GDL die einzige noch funktionierende, kämpferische Gewerkschaft in Deutschland. Und das im Beamtenbund, mit einem CDU-Mitglied als Vorstand. Will was heißen!
  • Ulrich Frank
    am 12.11.2014
    @Jupp, 12.11.2014h 19:32 & invinoveritas, 12.11.2014 16:05h - Aha: also eigentlich "weder für noch gegen Weselsky". Und "unangebrachtes Medienbashing" und "Der Bahnkunde gewinnt hier jedoch den Eindruck W trägt einen persönlichen Konflikt auf dem Rücken der Kunden aus".

    Letzteres - wie dieser "Eindruck" "des" Bahnkunden zustandekommt, das würde ich gerne einmal erklärt haben, Jupp. Was sind die Indizien für einen "persönlichen Konflikt" Herrn Weselskys? Formuliert er nicht glatt genug? Schickt er keinen "Sprecher" vor so daß er gar nicht persönlich auftreten muß? Ist man dem medientypischen Verfahren und den Inszenierungen schon derart auf den Leim gekrochen? Wie soll Weselsky das erklären wenn sogleich das Sperrfeuer losgeht welches sich an seiner Person mit angeblich ungehörigen Ansprüchen entzündet? Besteht überhaupt Interesse an einer "Erklärung"?

    Man könnte sagen, es wäre gerade Aufgabe der Medien hier eine eigenständige und ausreichende Dokumentation zu liefern. Ich persönlich sehe nicht wo diese in hinreichendem Ausmaß geliefert wurde. Es gab nur einige relativ neutrale Darstellungen die im Inneren aber schon defensiv eingestellt waren, neben der größeren Anzahl etablierter, auch alternativer Medienbeiträge, welche eine absolut miserable journalistische Leistung darstellten. Einschließlich Abbildung einer Sowjetlokomotive.

    Und noch etwas: das Wort "Medienbashing" zu verwenden um Kritik an Medien pauschal abzuwerten zeugt, solange eine konkrete Darstellung fehlt, nur davon daß man sich mächtig cool und überlegen und hoch über der Sache vorkommt durch die Benutzung dieses Wortes. Mehr nicht.
  • Die Bundesregierung verursacht Millionenschäden
    am 12.11.2014
    siehe http://www.nachdenkseiten.de/?p=23885
  • Jupp
    am 12.11.2014
    Hui... man könnte meinen, manche hier haben per se etwas gegen die Bahn.
    Ich habe nicht geschrieben, dass ich gegen die Ziele der GDL bin. Ich habe auch nicht geschrieben, dass ich Medienhetze befürworte.
    Ich habe nur geschrieben, dass W meiner Ansicht nach die GDL nicht gut nach außen vertritt.
    Die Art und Weise wie er den Millionen Betroffenen einen Megastreik in den Medien erklärt sorgt für Wut und Frust. Die meisten Kunden sind tolerant und gönnen den Lokführern ihren gerechten Lohn. Der Bahnkunde gewinnt hier jedoch den Eindruck W trägt einen persönlichen Konflikt auf dem Rücken der Kunden aus.
    Aber hier geht es sowieso nur um die böse Bahn. S21 hat von der ganzen Seele Besitz ergriffen.
  • Ulrich Frank
    am 12.11.2014
    @Jupp, 12.11.2014 08:09 - An Ihrem den vorwiegenden Mediendiskurs epigonal aufnehmenden Kommentar zum aktuellen Arbeitskampf der GDL und insbesondere zu Ihrem Vorsitzenden Claus Weselsky, welchen Sie hier - u.a. wegen eines "Images" - rundum abqualifizieren, läßt sich deutlich ablesen daß diese Gesellschaft und ihre maßgebenden Vertreter, z.B. die Journalisten, und auch Sie, Jupp, alles andere als "mittig" sind, wenn ich diese äußerst wolkige, von Ihnen in der letzten kontext-Ausgabe verwendete Charakterisierung aufgreife.

    Es zeigt sich im aktuellen Umgang mit der GDL und Weselsky auch, daß politische Korrektheit langsam aber hinterhältig sicher die Darstellung von Sachverhalten überwuchert und der Stabilisierung der fragwürdigen Verhältnisse dient. Leider gehört Herr Weselsky keinem (Groß-)konzern an der einen oder mehrere hochbezahlte Sprecher (die Sie mitbezahlen, Jupp) hält welche in der Lage sind ausgefeilte und abgefeimte nichtssagende Phrasen zu drechseln. Oder Astroturfer, wie unsere Bahn AG bereits, zumindest in der Vergangenheit. Herr Weselsky hat sich im übrigen in der Zwischenzeit für den einen Vergleich entschuldigt. Beim anderen können wir durchaus genau verstehen, was Herr Weselsky meint, wenn wir nicht eine zunehmend schmierenden Gewerbe auf den Leim kriechen welches hier anfängt Erbsen zu zählen. Wenn Sie, was Sie, Jupp, glaube ich, nicht getan haben, z.B. die "Berichterstattung" z.B. im FOCUS verfolgt haben, dann kann durchaus von pogromartiger Hetze gesprochen werden. Das Anfahren und Anführen der Privatwohnung Herrn Weselskys überschreitet nicht nur sachliche sondern rechtliche Grenzen. Das Herbeizerren von Aussagen einer geschiedenen Ehefrau um Herrn Weselskys Charakter doch noch irgendwie zusätzlich anzuschwärzen ist mindestens genauso fragwürdig. Es versteht sich daß Leserkritik an derartiger Berichterstattung , obwohl sie gegen keinen der angeführten FOCUS-netiquette-Punkte verstieß, vom FOCUS radikal WEGZENSIERT wurde.

    Die übrigen Medien, von der SZ über die taz bis zu den öffentlich-rechtlichen Untertanen-Sendern mit ihren vorwiegend unzufriedenen Fahrgästen (gelegentlich strategisch am Anfang und am Ende eines Beitrags) hingehaltenen Mikrophonen - Hintergründe blieben sie weitestgehend schuldig - fuhren auf derselben teutonischen Schiene daß hierzulande alles seine gewohnheitsmäßig fabrikmäßige braune Einigkeit haben müsse, d.h. daß alles nach der Pfeife von Arbeitgebern und der diesen hörigen Politik fahren müsse.

    Die bisherigen Maßnahme wurden im übrigen, wo denn doch sonst so gerne auf den "Rechtsstaat" - und sogar die "Verfassung"! - gepocht wird, gerichtlich abgesegnet.

    Aber schweben Sie ruhig weiter auf Ihrer angeblich "mittigen" Wolke, Jupp!
  • Zaininger
    am 12.11.2014
    Lieber Jupp XY,
    wer Weselsky in der Diskussion mit Herrn von Dohnany (dem BDI-Vertreter in der SPD) erlebt hat, weiß, daß er genau der Richtige ist. Wer die DB in 1000 Einzelbetriebe aufspaltet und sich die Transnet gefügig macht, der darf sich nicht wundern, wenn auch kleine Gewerkschaften vehement für ihre Rechte und Löhne streiten.
  • invinoveritas
    am 12.11.2014
    Ich will mich hier weder hinter noch gegen Herrn Weselsky stellen, sondern nur meiner Genugtuung Ausdruck verleihen, dass jetzt auch der Lokführer Thilo Böhmer erkannt hat, wie übel es um "die deutsche Medienlandschaft" bestellt ist. Ich sehen ihn vor mir, wie er sich am Kiosk die Ausgaben der "meisten Medien" besorgt und studiert (also über hundert Tageszeitungen, ein halbes Dutzend Wochenzeitungen von "Zeit" bis "Spiegel") sowie ferner alle einschlägigen Sendungen von ARD, ZDF, Phoenix etc. anschaut. Um dann feststellen zu müssen, dass dort der GDL-Vorsitzende durch die Bank unentwegt als machtbesessen, maßlos, stur, uneinsichtig und jähzorniges Kind hingestellt und sowieso durch die Bank "diffamiert" wurde.
    Natürlich ist das alles Unfug. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass es tatsächlich eine ganze Reihe journalistischer Fehlleistungen im Zusammenhang mit dem Streik der Lokführer gab. Was (nicht nur) die Böhmersche Kritik zum Ärgernis macht, ist dieses ebenso modische wie maßlose Medienbashing, das keinerlei Differenzierung mehr kennt und großzügig alles übersieht und unterschlägt, was nicht ins Bild passt. Man google und finde beim Stichwort Weselsky sogleich in der Süddeutschen, in der Welt, in der Stuttgarter Zeitung und sogar im Handelsblatt Porträts, Reportagen und Interviews, in denen Claus Weselsky mitnichten schlecht wegkommt. Gerade was Interviews und Statements angeht, so haben ARD und ZDF in den letzten Wochen wohl keinen Erdenbürger öfter zu Wort kommen lassen als ihn. Das soll Diffamierung sein? Wieso wird "die deutsche Medienlandschaft" in Haftung genommen für den widerlichen Schwachsinn von BILD oder Regelverletzungen von Focus? Wieso werden kritische, manchmal auch inakzeptable oder sogar unterirdische Kommentare derart überhöht? Und warum lässt Herr Böhmer unerwähnt, dass der Chor der Weselsky-Kritiker von Bsirske über DGB-Chef Hoffmann bis zu seinem eigenen Vorgänger Schell reicht, von Frau Nahles über "Pro Bahn" bis zu Tausenden von Twitterern, die ganze Kübel über Weseslky ausschütten? Glaubt er ernsthaft, dass die für ihre Urteile und Verunglimpfungen "die meisten Medien" gebraucht haben?
    Was neunmalkluge Partyschwätzer und Papageien beim Thema Medien so alles plappern, ist längst genau das, was diese Ahnungslosen und Übelwollenden eben jenen Medien so gern anlasten: Hetze.
  • Peter S.
    am 12.11.2014
    Wenn ich ein Bahner wäre, wäre ich sicher bei der GDL. Denn die EVG ist, wie oben treffend geschrieben, schon lange gekauft worden. Wundert mich, dass da überhaupt noch Mitglieder drin sind.
    Das konzentrierte GDL Bashing durch alle Parteien und Medien (wenige Ausnahmen wie Nachdenkseiten) ist schon erstaunlich. Heute morgen im Radio durfe ein angeblicher Schlichtungsexperte den geballten Unfug über die GDL bzw Weselsky und das hohe Lied über die "DB AG" von sich geben. Nur mal zum Nachdenken: Wem gehört die Bahn zu 100%? Dem Staat! Merkel ist mit ihren Minister und allen Gefolgsleuten in Vorstand und Aufsichtsrat zu jeder Sekunde in der Lage, den Grube alles vorzuschreiben oder ihn auch fristlos zu feuern. Hat man bei der seltsamen Ausichtsratssitzung zu S21 ja deutlich gesehen.
    Wer hat also den Streik, mit einer für JEDE Gewerkschaft unanehmbaren Forderung, initiiert? Die Bahn "AG" mit voller Rückendeckung der CDU/SPD Regierung. Welche Gewerkschaft würde es akzeptieren, daß im Konfliktfall der Tarif der Konkurrenzgewerkschaft zu akzeptieren ist? KEINE. Über das Bashing der CDU wundere ich mich nicht, aber was die SPD hier an Verrat am ureigensten Klientel macht ist schon erstaunlich. So macht man sich als Partei auch überflüssig. Übrigens ist ALLLES was die GDL macht und auch fordert (Vetretungsanspruch für Zugbegleiter) zu 100% rechtlich abgesichert durch die höchsten Gerichte. Nun will ausgerechnet die SPD die Gesetze entsprechend verbiegen ..............nicht zu fassen. Gott sei Dank gibt es noch ein Verfassungsgericht welches nicht so einfach ausgetrickst werden kann.
  • Tillupp
    am 12.11.2014
    @Jupp, 12.11.2014 08:09
    Wenn ich Lokführer (oder Zugbegleiter, etc.) wäre, wäre mir vollkommen Wurst was die Leute von mir denken. Ich will das Geld das mir zusteht, und dafür möchte ich kämpfen. So ist das Recht. Es war die Bahn, die durch die Privatisierung die Verbeamtung der Zugführer abgeschafft hat. Wenn man jetzt feststellt, dass Lokführer hoheitliche Aufgaben wahrnehmen kann man sie ja wieder alle verbeamten, und mit einem Schlag hört der Streik auf. Wetten?
    Herr GDL-Chef Claus Weselsky, ich bewundere ihre Standhaftigkeit. Danke dass sie ihrer Verpflichtung nachkommen und Sie sich für ihre Gewerkschaftsmitglieder einsetzen um das bestmögliche herauszuholen. Streiken Sie für die Lokführer und alle anderen Berufsgruppen die Mitglied Ihrer Gewerkschaft sind! Streiken sie auch für das Streikrecht an sich, für das unsere Vorfahren teilweise ins Gefängnis gegangen sind. Nur weil es so wenige Streiks in Deutschland gibt, fällt es der Bevölkerung unangenehm auf. Das Ziel der Bahn war bisher durch Ihre GDL-Streiks Gesetzesänderungen zu Gunsten aller Arbeitgeber durchzusetzen, und die Bevölkerung dafür zu instrumentalisieren. Eine konzertierte Aktion zusammen mit den Leitmedien die offensichtlich auch keine Streiks mögen. In den Köpfen der Bevölkerung (z.B. Metaller) kommt aber langsam an, dass man selbst vielleicht auch mal eine Gewerkschaft braucht, die sich für einen einsetzt. Als viele Arbeitgeber den Flächentarifvertrag aufgekündigt haben gab es auch keine Politiker die hiergegen Gesetze erlassen haben, wegen der "Tarifautonomie", aber gegen die Arbeitnehmer geht die politische Einmischung jetzt in Ordnung. Aufpassen!
  • Jupp
    am 12.11.2014
    Als Lokführer würde ich für einen anderen Gewerkschaftsführer stimmen.
    Weselsky schadet nachhaltig am Image dieser Berufsgruppe. Sein Behinderten-Vergleich oder die neue Äußerung zur Pogromstimmung zeigen, dass dieser Mann nicht an vorderster Stelle stehen sollte. Selbst wenn die Sache richtig ist für die die GDL kämpft ist er der Falsche... Er haut auf alles drauf, bewegt sich wie der Elefant im Porzellanladen und ist nicht in der Lage zu reflektieren, warum er in der Kritik steht.
    Schlicht keine Führungsperson.

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