Der Christdemokrat und der Anarchist

Claus Peymann durfte bei der Trauerfeier für den Stuttgarter Alt-OB Manfred Rommel nicht sprechen. "Ich habe mich beworben und wurde abgelehnt", sagt der frühere Direktor des Stuttgarter Schauspiels (1974–1979). Und dabei ist der streitlustige Theatermann der Kronzeuge für die Liberalität Rommels. Der CDU-Politiker hat ihn ausgehalten, trotz einer Spende für Gudrun Ensslins Zähne. In Kontext darf Peymann reden.

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Grüße von der NSA

Stell Dir vor, du sagst am Telefon etwas, und der amerikanische Geheimdienst NSA hört mit. Oder du schickst eine E-Mail, und in Crypto City, Fort Meade, Maryland, USA, lesen sie mit. Unglaublich, aber wahr. Die Realität überholt die Fantasie. Seit Monaten versorgt der ehemalige Geheimdienst-Mitarbeiter Edward Snowden die Welt mit bestürzenden Informationen darüber, was die Schlapphüte dies- und jenseits des Großen Teichs alles so treiben. Und kaum einer regt sich darüber auf. Stattdessen gerät der Wistleblower selbst ins Visier von amerikanischen Behörden und unsäglich hilflosen deutschen Politikern.

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Spion am Tisch

Im Kontext-Interview verlangt Constanze Kurz vom Chaos Computer Club von der hiesigen Politik, NSA-Amerika die Stirn zu bieten.

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Pillenboom gegen Bambule

Früher hießen sie Suppenkasper. Heute werden Kinder mit Hummeln im Hintern schnell zu ADHS-Patienten, denen Ärzte gern Rezepte gegen das angebliche Aufmerksamkeitsdefizit ausstellen. Medikamente, die ruhig stellen und die Konzentration fördern, boomen. Für immer mehr sind sie das Mittel der Wahl gegen Schul- und Prüfungsstress.

Von Männer Gnaden

Grüne und SPD im Landtag haben ein krummes Geschäft gemacht. Damit die CDU eine Verfassungsänderung in Sachen Bürgerbeteiligung mitträgt, wurde die Zusage beerdigt, mit einer Wahlrechtsänderung endlich mehr Frauen ins baden-württembergische Parlament zu bringen.

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Wenn der Whistleblower zweimal klingelt

Die Bundesregierung lehnt es ab, Edward Snowden in Deutschland aufzunehmen. Kontext hat Persönlichkeiten aus dem Land gefragt: "Was wäre, wenn der Ex-Geheimdienstmitarbeiter Sie um Hilfe bittet?" Eine eindeutige Antwort kam vom baden-württembergischen Ministerpräsidenten. Winfried Kretschmann (Grüne) findet es richtig, Snowden hier Asyl zu gewähren.

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Steine gegen das Vergessen

In rund 500 Orten in Deutschland und mehreren europäischen Ländern erinnern Stolpersteine an Verfolgte des Naziregimes. Fast täglich kommen neue Gedenksteine vor dem letzten Zuhause von Opfern hinzu. Im Stuttgarter Stadtbezirk Bad Cannstatt hat die örtlichen Initiative das 100. Mahnmal gesetzt. Gewidmet ist es Max und Hedwig Löwenthal, einer angesehenen Pferdehändlerfamilie aus dem einst mondänen Kurort. Die Löwenthals – diskriminiert, enteignet, deportiert, ermordet.

Durchsuchung in Oberndorf

Bewaffnete Zollbeamte filzten Anfang Oktober Geschäftsräume der Schwarzwälder Bote Mediengruppe aus Oberndorf am Neckar. Beschlagnahmt wurden neben Akten und Computern auch eine scharfe Waffe mit Munition. Laut Staatsanwaltschaft besteht der Verdacht der Vorenthaltung und Unterschlagung von Arbeitsentgelten der Zeitungsausträger. Die Leser des Schwabo erfuhren von der Fahndungsmaßnahme nichts.

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Die fürsorgliche Mutter

Warum ist Angela Merkel bei den Deutschen so beliebt? Weil sie scheinbar beliebig ist, sagen Berufskritiker. Der Freiburger Psychoanalytiker Tilmann Moser hat eine andere Antwort: Die Kanzlerin gilt als fürsorgliche Mutter, die ihren Kinder sagt, ihr müsst keine Angst haben. Auch wenn die Welt noch so bedrohlich und unübersichtlich ist.

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