Vorbeugend in Haft

Wer einmal eine Torte warf, dem traut man nicht. Vor allem, wenn die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit anstehen. Das bekam die Stuttgarter Gewerkschafterin Ariane R. (30) zu spüren. Am Morgen des 3. Oktober wurde sie vorsorglich in "Unterbindungsgewahrsam" genommen. Sie soll am Vorabend eine DDR-Ausstellung überfallen und Ausstellungstafeln geraubt haben.

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Dietrichs Pyrrhussieg

Das Urteil im Rechtsstreit zwischen dem Kommunikationsbüro Stuttgart 21 und der "Stuttgarter Zeitung" ist verkündet. Als Sieger darf sich Projektsprecher Wolfgang Dietrich fühlen. Zumindest vorläufig, es sei denn, der Zeitungsverlag geht in Berufung. Doch erreicht hat der Lautsprecher des umstrittenen Bahnprojekts Stuttgart 21 durch den Prozess nur wenig. Gewachsen ist dafür die Erkenntnis, wie kritische Journalisten bedrängt werden, während die Kritisierten ungeschoren davonkommen.

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Niederlage vor Gericht

Die "Stuttgarter Zeitung" darf nicht mehr behaupten, dass der Bahn-Aufsichtsrat im September 2013 über eine verspätete Inbetriebnahme von Stuttgart 21 informiert wurde. Das S-21-Kommunikationsbüro hatte geklagt. Das Urteil des Stuttgarter Landgerichts verbietet dem Blatt nicht, in anderem Zusammenhang über Verzögerungen beim Tiefbahnhofprojekt zu berichten.

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Vom Glauben abgefallen

Wem heute noch glauben? Dem Fernsehen, dem Radio oder den Zeitungen? Die Berichterstattung über Stuttgart 21 ist ein Lehrstück über den Verlust der Glaubwürdigkeit von Medien – auch wenn die Bahn plötzlich klagt. Der Medienwissenschaftler Horst Pöttker erklärt im Kontext-Interview, warum das so ist.

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Die Einmischer

Da haben sich zwei gefunden: Walter Sittler und Gerd Leipold. Der eine Schauspieler und engagierter Bürger, der andere langjähriger Greenpeace-Chef. Sie sind vom Istanbuler Taksimplatz nach Island gereist, um die kleinen Revolutionen zu studieren. Daraus ist das Buch "Zeit, sich einzumischen" entstanden. Kontext veröffentlicht einen Auszug, in dem Sittler schildert, wie er zum Einmischer wurde.

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Wohin mit dem Geld?

Verkehrte Welt beim Bahnprojekt Stuttgart 21: Trotz Mehrkosten in Milliardenhöhe musste Bahnvorstand Volker Kefer sich zuletzt rechtfertigen, bislang zu wenig Geld für den Tiefbahnhof ausgegeben zu haben. In der zweiten Jahreshälfte müssen noch 283 Millionen Euro "abfließen".

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Die biologische Lösung

Noch kann der Überlebende Enrico Pieri hoffen, dass sich ein deutsches Gericht mit dem SS-Massaker im italienischen Sant'Anna di Stazzema beschäftigt. Ob der letzte Überlebende der Täter, die 2005 in Italien verurteilt worden waren, seine Strafe je verbüßen muss, ist zweifelhaft. Darüber streitet jetzt auch die Justiz in Italien und Deutschland

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Das Schweigen des Täters

"Die letzte Hoffnung ist hinter diesem Tor aus gelbem Holz." So beginnt der Turiner Journalist Niccolò Zancan seinen Artikel über einen 90-Jährigen, der hinter dieser Tür im brandenburgischen Wollin lebt. Der Mann ist ein in Italien rechtskräftig verurteilter Mörder, lebenslang, und jeder im Dorf weiß das.

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