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Wald des Jahres

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Der Schönbuch zwischen Stuttgart, Tübingen und Herrenberg ist zwar das größte zusammenhängende Waldgebiet im mittleren Neckarraum. Mit 156 Quadratkilometer ist er aber nur der kleinste Naturpark Deutschlands. Dieses Kleinod wird im März kommenden Jahres vom Bund Deutscher Forstleute zum "Wald des Jahres" gekürt. Forstminister Alexander Bonde (Grüne) hat umgehend "allen, die sich für dieses Waldgebiet einsetzen", gratuliert. Doch richtig zum Feiern ist den Hütern des grünen Schatzes nicht zumute.

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Den Forstleuten im Schönbuch ist die Laune schon seit Längerem vergangen. Schuld daran sind die Verwaltungsreformen der früheren, CDU-geführten Landesregierungen. Durch sie wurden in den letzten 20 Jahren insgesamt 40 Prozent des Personals wegrationalisiert, Forstreviere zusammengelegt und so um bis zu einem Drittel vergrößert. Statt Waldarbeitern erledigen schwere Erntemaschinen den Holzeinschlag. Zwanzig Prozent der Waldfläche mussten deshalb für das sogenannte Rückewegenetz geopfert werden. 40 Millionen Euro steuert der so rationalisierte Staatswald zum Landesetat als begehrte Geldquelle des Finanzministers bei. Die Naturschutzverbände protestieren. Die drei Bannwälder im Schönbuch seien viel zu klein, statt rund 100 Hektar wilden Waldes fordern sie ein zehn Mal so großes, vernetztes Biosphärengebiet von 1000 Hektar.

Mit sogenannten Schirmhieben wurden bislang großflächig wertvolle alte Buchen abgeräumt. Ein erster Erfolg ist bereits zu verzeichnen: Landesforstpräsident Max Reger hat Anfang Oktober alle Betriebsteile des Staatsforsts angewiesen, ab sofort in Buchenwäldern nur noch einzelne oder kleine Gruppen der begehrten Hochstämme zu schlagen. Die Debatte um den Wald des Jahres hat erst begonnen. Eine Waldbegehung von Thomas Hörner (Fotos) und Max Fastus (Autor).


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7 Kommentare verfügbar

  • Harald Kunz
    am 03.05.2014
    Antworten
    Waldmanns Welt
    Collage mit Textteilen der Webseite von ForstBW
    (Harald Kunz)

    Wild auf Wald,
    effektiv und effizient-
    landesweit
    -die Marke ForstBW.
    Ausdruck von Verantwortung,
    die den Wald ausbalanciert-
    und der Wald wächst.

    Wild auf Wald,
    denn den Duft von feuchtem Moos
    gibt es zum…
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