Bunter Protest in Heidelberg: Women's March gegen Frauenfeindlichkeit. Foto: Joachim E. Röttgers

Bunter Protest in Heidelberg: Women's March gegen Frauenfeindlichkeit. Foto: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 397
Zeitgeschehen

Jetzt reden Frauen!

Von Oliver Stenzel
Datum: 07.11.2018
100 Jahre Revolution in Deutschland, 100 Jahre Frauenwahlrecht: Zwei der drei ersten Reden in demokratisch gewählten deutschen Parlamenten hielten Frauen aus dem Südwesten.

Dass erst die Revolution 1918 das allgemeine Wahlrecht für Frauen in Deutschland ermöglichte, ist mittlerweile halbwegs bekannt. Deutlich schwieriger wird es bei der Frage, wann und welche Frau die erste Rede in einem Parlament hielt. "Am 19. Februar 1919 sprach erstmals eine Frau in einem demokratisch gewählten deutschen Parlament: die Sozialdemokratin Marie Juchacz", ist etwa in einem Artikel der Bundeszentrale für politische Bildung von 2014 zu finden. Ebenfalls ein Text der Bundeszentrale, diesmal von 2009, nennt dagegen Clara Zetkin: "1919/20 war sie Mitglied der Verfassungsgebenden Landesversammlung Württembergs und hielt dort die erste Rede, die je von einer Frau in einem deutschen Parlament gehalten wurde". Und zwar deutlich früher als die Kölnerin Juchacz: Am 27. Januar sprach sie als Abgeordnete der Unabhängigen Sozialdemokraten (USPD) zum ersten Mal im Parlament – wobei sie da nur eine kurze Stellungnahme vorbrachte. Tags darauf, am 28., hielt sie ihre erste lange Rede. Im Katalog zu "Vertrauensfragen", der aktuellen Ausstellung des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg, heißt es dann aber: "Der 15. Januar 1919 ist ein besonderer Tag in der deutschen Parlamentsgeschichte. An diesem Tag hielt erstmals eine Frau als Abgeordnete eine Rede in einem demokratisch gewählten deutschen Parlament. (...) die liberale Politologin und Heidelberger Abgeordnete Marianne Weber", und zwar in der badischen verfassungsgebenden Versammlung in Karlsruhe.

Ja, was denn nun?

Um es kurz zu machen: Das Haus der Geschichte hat Recht. Möglicherweise haben die weit auseinanderliegenden Wahltermine in den Teilstaaten und auf Gesamtstaatsebene die Suche erschwert. Und doch ist dies auch ein Beleg dafür, dass die erste Parlamentsrede einer Frau in einem deutschen Parlament nicht unbedingt ein eherner Pfeiler in der Erinnerungskultur des Landes zu sein scheint.

Grund genug, diese drei Reden hier in Kontext zu dokumentieren. Und dabei festzustellen, wie interessant und aufschlussreich sie, bei allen Unterschieden, doch für die Bewertung der damaligen Zeit sind. Nicht nur in Bezug auf das nach jahrzehntelangen Kämpfen errungene Frauenwahlrecht. Sondern auch in Bezug auf die deutsche Revolution, die sich ja angesichts ihres Verlaufs nach wie vor nicht so recht zur Identitätsstiftung zu eignen scheint, so nah liegen ihre Erfolge und desaströs verpassten Chancen beieinander. Angesichts ihres 100. Jahrestags am 9. November, finden sich wieder Stimmen, die die Revolution als unnötig bezeichnen, da es umfassende Reformen auch so gegeben hätte. So betont besonders Clara Zetkin: Ohne Revolution und den Sturz der Monarchie in Deutschland hätte es das Frauenwahlrecht nicht gegeben.

Rede von Clara Zetkin (USPD)

in der verfassungsgebenden Landesversammlung Württembergs, Stuttgart, 28.1.1919 (Auszüge)

"(...) Meine Damen und Herren, es ist allerdings die Auffassung vertreten worden – sowohl von dem Herrn Abg. Gröber wie von dem Herrn Abg. Haußmann – daß es eigentlich der Revolution nicht bedurft hätte, um all die Reformen zu erreichen, die wir jetzt errungen haben, und die noch in nächster Zukunft erreicht werden könnten. Schon vor der Revolution wäre die Reichsregierung, wäre auch die Regierung Württembergs entschlossen gewesen, den Weg der politischen Demokratie und großzügiger Reformen zu betreten. Die Tatsachen, die dafür angeführt worden sind, sind unbestreitbar. Aber auf was kommt es dabei an? Auf die Wertung, auf das Erfassen der Situation, in der die Regierungen sich mit einmal auf den Weg der Reformen und der Demokratie besannen.

Clara Zetkin in den 1920er Jahren. Quelle: wikimedia.org
Clara Zetkin in den 1920er Jahren. Quelle: wikimedia.org

Unsere Auffassung ist diese. In den angekündigten Reformen kann in der gegebenen Situation, kann angesichts des militärischen Zusammenbruchs, angesichts der steigenden Unruhe und Unzufriedenheit der Volksmassen, ihres wachsenden Widerstands gegen die damals herrschende Politik nur eines erblickt werden: der vorauseilende große Schatten der Revolution. Die Regierenden und Herrschenden sagten sich, daß es klüger sei, zuvorzukommen. Daß es klüger sein würde, unabwendbar gewordene Reformen freundwillig von oben her zu gewähren, als sich diese Reformen von unten durch die Massen, durch den Willen der Massen außerhalb der Regierungen und des Parlaments abtrotzen zu lassen. Denn was bei der Wertung von Reformen, bei der Wertung von Fortschritten wesentlich ist, das ist oft weniger die Errungenschaft selbst, als vielmehr die klare Erkenntnis seiner Macht, zu der das schaffende Volk im Kampfe gelangt. Was man verhindern wollte, war, daß das Volk durch den Kampf, durch das Abtrotzen von Reformen zum Bewußtsein seiner Macht und Stärke kommen sollte.

Außerdem, meine Damen und Herren, sage ich im Hinblick auf die damals verheißenen Reformen – und das sagten sich wohl auch die großen Massen –: "Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube"! Der Glaube an die Einlösung eines entschiedenen Einlenkens in die Bahnen der politischen Demokratie war unter dem Anschauungsunterricht der Tatsachen in Deutschland bei den breiten Massen ungemein schwach und klein geworden. (...)

Es hat der furchtbaren, entsetzlichen Lehren des Weltkriegs bedurft, damit endlich mit dem selbstherrlichen Regiment aufgeräumt wurde. Ich bin deshalb auch als Frau kleingläubig und keineswegs überzeugt, ob wohl ohne die Revolution das Frauenwahlrecht gekommen wäre, wie es in dem Entwurf des Herrn Ministers Liesching vorgesehen gewesen ist. Wir stehen eben der anderen Tatsache gegenüber, daß noch im Juli 1918 der damalige Minister des Inneren, Herr v. Köhler, unter der Zustimmung aller bürgerlichen Parteien das Frauenwahlrecht für unannehmbar erklärt hat. (Zwischenruf: Sehr richtig!)

Clara Zetkin, 1857 im sächsischen Wiederau geboren, von 1891 bis 1920 in Stuttgart lebend, wird heute vor allem als Begründerin des weltweit am 8. März gefeierten Frauentags gefeiert, den sie 1910 als Vorsitzende des Sozialistischen Internationalen Frauensekretariats ausruft. 1878 tritt sie in die SPD ein (damals noch Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands), von 1891 bis 1917 ist sie Chefredakteurin der SPD-Frauenzeitung „Gleichheit“. Die überzeugte Pazifistin gehört zu Beginn des ersten Weltkrieges zu den wenigen in der SPD, die sich klar gegen eine Zustimmung zu Kriegskrediten aussprechen, 1917 verlässt sie daher ihre Partei, tritt der USPD bei. Von 1919 bis 1933 ist sie Reichstagsabgeordnete, erst für die USPD, dann für die kommunistische KPD. Mit Hitlers Machtübernahme geht sie ins Exil in die Sowjetunion, wo sie sich schon seit den 1920er Jahren immer wieder aufhält. Am 20.6.1933 stirbt sie in Archangelskoje nahe Moskau. (os)

Ich kann den Beweis dafür auf den Tisch des Hauses niederlegen, daß das Frauenwahlrecht vor der Revolution entschieden abgelehnt wurde. Das zeigt ein Bericht des Staatsrechtlichen Ausschusses – veröffentlicht am 13. Juli 1918 – der sich zu beschäftigen hatte mit der Eingabe von 16 württembergischen Frauenvereinigungen, die nicht nur eine Hinzuziehung der Frau zu den Arbeiten aller öffentlichen Körperschaften verlangten, sondern auch das Wahlrecht in der Gemeinde und im Staat.

Auf 22 gedruckten Seiten haben damals sowohl der Berichterstatter, der Herr Abg. Mohr, wie sein Mitberichterstatter, der Herr Abg. Hasel, geradezu mit Bienenfleiß die Gründe für den Nachweis zusammengetragen, daß die Einführung des Frauenwahlrechts sowohl eine Schädigung der Allgemeinheit, wie eine Beeinträchtigung des wahren Werts und der wahren Würde der Frau zur Folge haben würde.

Verehrte Versammlung! Meine Damen und Herren! – Entschuldigen Sie, ich bin noch ein Neuling im Parlament trotz meines Alters - also meine Damen und Herren, angesichts der angeführten Tatsachen fällt es mir schwer zu glauben, daß - die gute Absicht des Herrn Minister Liesching in allen Ehren - daß das Frauenwahlrecht wirklich eingeführt worden wäre. Es hat der starken Stimme der Revolution bedurft, damit die bürgerlichen Herren ihren Weg nach Damaskus gefunden haben. Das ist eine Überzeugung, die sicherlich von den meisten Mitgliedern des Hauses geteilt werden wird. (...)

Rede von Marianne Weber (DDP)

vor der badischen verfassunggebenden Nationalversammlung, Karlsruhe, 15.1.1919 (ungekürzt):

"So sei mir gestattet, nicht als Parteiangehörige, sondern als Frau einige Worte zu Ihnen zu sprechen, denn ich bin mir bewußt, daß heute tausende von badischen Frauen mit Freude und Dankbarkeit und mit klopfendem Herzen auf uns schauen und die Tatsache, daß heute zum erstenmal Frauen in dieses Haus eingezogen sind, die berufen sind, an der Gestaltung des Staates, an dem Wiederaufbau des badischen Staates teilzunehmen, als einen Augenblick von geschichtlicher Bedeutung empfinden. Wir Frauen können nur unserer hohen Freude und Befriedigung darüber Ausdruck verleihen, daß wir zu dieser Aufgabe mitberufen sind, und ich glaube sagen zu dürfen, daß wir besser für sie vorbereitet sind, als die meisten von Ihnen glauben.

Marianne Weber mit ihren DDP-Fraktionskollegen, 1919. Quelle: Stadtarchiv Karlsruhe
Marianne Weber mit ihren DDP-Fraktionskollegen, 1919. Quelle: Stadtarchiv Karlsruhe

Millionen von uns haben seit vielen Jahrzehnten draußen außerhalb des Hauses ihren Unterhalt selbst erwerben und auf eigenen Füßen stehen müssen, und sie haben sich die harte Luft des Draußenlebens um ihren Kopf wehen lassen. Tausende von uns haben während des Krieges Männerarbeit geleistet, mit geringeren leiblichen Kräften als der Mann. Tausende von uns Frauen haben ein Heimatheer gebildet, ohne welches das Frontheer keine Munition und keine Kleidung gehabt hätte. Und tausende von uns, die nicht gezwungen waren, den harten Kampf ums Dasein zu führen, haben doch seit vielen Jahrzehnten, durchdrungen von tiefem sozialem Verantwortungsgefühl, mitgewirkt an der Lösung der schweren sozialen Aufgaben.

Marianne Weber, 1870 in Oerlinghausen geboren, war Rechtshistorikerin und Frauenrechtlerin und von 1894 an in der bürgerlichen Frauenbewegung aktiv. 1893 heiratet sie den Soziologen Max Weber, zieht mit ihm 1897 nach Heidelberg. 1918 tritt sie in die linksliberale Deutsche Demokratische Partei (DDP) ein, für die sie 1919 in den badischen Landtag einzieht. Ein Jahr später gibt sie ihr Mandat wieder auf, weil sie mit ihrem Mann nach München geht. Von 1919 bis 1923 ist sie Vorsitzende des Bundes Deutscher Frauenvereine, des Dachverbands der bürgerlichen Frauenbewegung. Bis kurz vor ihrem Tod 1954 ist sie als Wissenschaftlerin und Autorin aktiv. (os)

Sie haben sich dabei auch geschult, zu allen Angelegenheiten des öffentlichen Lebens, und zur Gesetzgebung, soweit sie das weibliche Geschlecht betraf, Stellung zu nehmen, und so glaube ich, von uns sagen zu dürfen, daß wir nicht unvorbereitet in dieses Haus einziehen.

Wir als Frauen werden hier selbstverständlich nicht nur die Interessen unserer Partei, sondern auch die Interessen unserer Geschlechts zu vertreten haben, und so glaube ich, daß auch die Frauen der verschiedenen Parteien, die wir heute hier sehen, sich untereinander noch durch ein besonderes Band verknüpft fühlen werden. Aber ich darf wohl für uns gemeinsam das Versprechen abgeben, daß das Wichtigste uns immer sein wird das Interesse des Ganzen und das Interesse unseres badischen Vaterlandes, für das wir hier mit Ihnen ernst und freudig zusammenarbeiten wollen."

Rede von Marie Juchacz (SPD)

vor der Weimarer Nationalversammlung, 19.1.1919 (Auszüge):

"Meine Herren und Damen! (Heiterkeit) Es ist das erste Mail, daß in Deutschland die Frau als freie und gleiche im Parlament zum Volke sprechen darf, und ich möchte hier feststellen, und zwar ganz objektiv, daß es die Revolution gewesen ist, die auch in Deutschland die alten Vorurteile überwunden hat. (Sehr richtig! Bei den Sozialdemokraten)

Die Frauen besitzen heute das ihnen zustehende Recht der Staatsbürgerinnen. Gemäß ihrer Weltanschauung konnte und durfte eine vom Volk beauftragte sozialistische Regierung nicht anders handeln, wie sie gehandelt hat. Sie hat getan, was sie tun mußte, als sie bei der Vorbereitung dieser Versammlung die Frauen als gleichberechtigte Staatsbürgerinnen anerkannte. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten)

Marie Juchacz 1919. Quelle: wikimedia.org
Marie Juchacz 1919. Quelle: wikimedia.org

Ich möchte hier feststellen – und glaube damit im Einverständnis vieler zu sprechen –, daß wir deutschen Frauen dieser Regierung nicht etwa in dem althergebrachten Sinne Dank schuldig sind. Was diese Regierung getan hat, das war eine Selbstverständlichkeit: Sie hat den Frauen gegeben, was ihnen bis dahin zu Unrecht vorenthalten worden ist. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten)

Wollte die Regierung eine demokratische Verfassung vorbereiten, dann gehörte zu dieser Vorbereitung das Volk, das ganze Volk in seiner Vertretung. Die Männer, die dem weiblichen Teil der deutschen Bevölkerung das bisher zu Unrecht vorenthaltene Staatsbürgerrecht gegeben haben, haben damit eine für jeden gerecht denkenden Menschen und für jeden Demokraten selbstverständliche Pflicht erfüllt. Unsere Pflicht aber ist es, hier auszusprechen, was für immer in den Annalen der Geschichte festgehalten werden wird, daß es die erste sozialdemokratische Regierung gewesen ist, die ein Ende gemacht hat mit der politischen Unmündigkeit der deutschen Frau. (Bravo! Bei den Sozialdemokraten)

Durch die politische Gleichstellung ist nun meinem Geschlecht die Möglichkeit gegeben zur vollen Entfaltung seiner Kräfte. Mit Recht wird man erst jetzt von einem neuen Deutschland sprechen können und von der Souveränität des ganzen Volkes. Durch diese volle Demokratie ist aber auch zum Ausdruck gebracht worden, daß die Politik in Zukunft kein Handwerk sein soll. Scharfes, kluges Denken, ruhiges Denken und warmes menschliches Fühlen gehören zusammen in einer vom ganzen Volke gewählten Körperschaft, in der über das zukünftige Wohl und Wehe des ganzen Volkes entschieden werden soll.

(...) Ich möchte hier sagen, daß die Frauenfrage, so wie es jetzt ist in Deutschland, in ihrem alten Sinne nicht mehr besteht, (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten) daß sie gelöst ist. Wir werden es nicht mehr nötig haben, mit Versammlungen, mit Resolutionen, mit Eingaben um unser Recht zu kämpfen. Der politische Kampf, der immer bestehen bleiben wird, wird sich von nun an in anderen Formen abspielen. Innerhalb des durch Weltanschauung und selbstgewählte Parteigruppierung gezogenen Rahmens haben wir Frauen nunmehr Gelegenheit, unsere Kräfte auswirken zu lassen. (...)

Marie Juchaz, 1879 in Landsberg an der Warthe geboren, ist vor allem als Mutter der Arbeiterwohlfahrt (AWO) bekannt. Am 13. Dezember 1919 gründet sie den Wohlfahrtsverband, ist bis 1933 dessen Vorsitzende. In die SPD tritt Juchacz 1908 ein, bei der Spaltung der Partei 1917 bleibt sie bei den Mehrheitssozialdemokraten. Mit der Spaltung hängt auch zusammen, dass sie 1917 die Redaktionsleitung der SPD-Frauenzeitschrift „Gleichheit“ übernimmt – ihre Vorgängerin Clara Zetkin ist in die USPD eingetreten. Bis 1933 ist Juchacz Abgeordnete der Weimarer Nationalversammlung. Nach Hitlers Machtübernahme emigriert sie erst ins Saarland, dann nach Frankreich und schließlich in die USA. 1949 kehrt sie nach Deutschland zurück, 1956 stirbt sie in Düsseldorf. (os)

Es ist in der politischen Debatte so manches gesagt worden, was mich zum Widerspruch reizte und zum Nachdenken gebracht hat. Herr Graf v. Posadowsky (Fraktionsvorsitzender der monarchistischen Deutschnationalen Volkspartei (DNVP), d. Red.) hat hier z.B. die Frage gestellt: was ist unter Junkerherrschaft zu verstehen? (Lachen bei den Sozialdemokraten) Das weiß alle Welt (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten) mit Ausnahme einer ganz kleinen Gruppe, die sich bisher gegen dieses Wissen verschlossen hat. (...) Ich möchte Herrn Grafen v. Posadowsky-Wehner den Rat geben, einmal bei den deutschen Frauen nachzufragen, was man unter den Junkern bisher in Deutschland verstanden hat und auch noch versteht. (...)

Es ist weiter von Herrn Graf von Posadowsky gefragt worden, warum wir uns diesen Waffenstillstand haben gefallen lassen. Die Antwort ist bisher in diesem Hause schon gegeben worden, aber ganz kurz will ich meine Meinung dazu sagen. (...) Weil dieser Krieg durch Ihre Politik bis zum moralischen Zusammenbruch unseres Volkes geführt hat. (Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten. – Zurufe rechts: Weltrevolution!) Und die Revolution! Ja, meine Herren. Sie werden diese Revolution nicht verstehen, Sie werden sie niemals buchen als das, was sie ist, als eine geschichtliche Tatsache, die herauswachsen mußte aus den Verhältnissen, zu denen Sie getrieben haben. (...)


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