"Die Anfänge der Weimarer Republik werden nicht angemessen beachtet", sagt Paula Lutum-Lenger. Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 394
Kultur

"Eine der besten Demokratien"

Von Johanna Henkel-Waidhofer (Interview)
Datum: 17.10.2018
Paula Lutum-Lenger, die künftige Leiterin des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg, hat Erfahrung mit brisanten Themen. Den Stuttgart-21-Bauzaun zeigte das Museum 2011 als Symbol für "gestörte politische Kommunikation". Drei Jahre später stand der Erste Weltkrieg im Mittelpunkt. In der neuen Sonderausstellung geht es um den Anfang der Demokratie.

Frau Lutum-Lenger, sind Sie ein misstrauischer Mensch?

Nein, ich habe großes Vertrauen.

In wen vor allem? 

In unsere Institutionen und unsere Zivilgesellschaft.

Womit wir mitten in der Großen Landesausstellung wären, "Vertrauensfragen. Der Anfang der Demokratie im Südwesten 1918-1924". Sind Sie erschrocken darüber, dass so viel Aktualität in der Thematik steckt?

Ja und nein. Wenn das von uns für dringlich gehaltene Gegenwartsproblem heute noch aktueller ist als zu Beginn unserer Ausstellungsplanung, dann ist das politisch unerfreulich. Es verleiht unserer Ausstellung aber auch zusätzliches Gewicht. Das vergangene Wochenende zeigt einerseits, wie mangelndes Vertrauen sich auf Wahlen auswirkt, und andererseits, wie groß das Potenzial einer auf sich selber vertrauenden Zivilgesellschaft ist. In Berlin sind eine Viertelmillion Menschen auf die Straße gegangen für eine bessere Welt, um sich gegen Hass zu positionieren: "Hass ist keine Meinung" ist doch ein wunderbarer Satz.

Mit Blick auf die junge Weimarer Republik drängt sich der Gedanke auf, was wäre, wenn wir heute nicht in wirtschaftlich derart prosperierenden Verhältnissen lebten?

Vergleiche dieser Art sind immer schwierig. Wir wollen Ausstellungen verstehen in ihrer Zeit. Wir haben heute trotz Protestwählern und der Erosion der Volksparteien lange nicht diesen massiven Vertrauensverlust wie nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. Und auch nicht die Hyperinflation von damals. Es lohnt den Blick auf Errungenschaften, auf das Frauenwahlrecht zum Beispiel oder darauf, dass eben nicht hinter jeder Ecke die Stasi oder die Gestapo lauert und was es bedeutet, dass wir uns frei äußern und versammeln können. Wir haben eine der besten Demokratien, die es gibt.

Testbild Kartoffeln

Paula Lutum-Lenger, Jahrgang 1957, ist promovierte Volkskundlerin und Honorarprofessorin an der Uni Tübinger. Seit 1989 ist sie Ausstellungs- und Sammlungsleiterin und stellvertretende Direktorin des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg und wird im kommenden Jahr dessen Leitung übernehmen. Sie ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat für das Museum der Bayerischen Geschichte in München, für das Museum von Christen und Juden in Laupheim und das Theodor Heuss Haus in Stuttgart. (ana)

Ist sie krisenfest?

Auf jeden Fall hat sie schon sehr ernste Krisen überstanden. Etwa wenn ich an unsere Ausstellung "Terror im Südwesten" über die Rote Armee Fraktion vor vier Jahren denke. Der Deutsche Herbst von 1977 war eine sehr große Herausforderung, in der sich der Rechtsstaat bewährt hat. 

Sie haben bei der Eröffnung der Ausstellung die Leitfrage gestellt: Was schafft Vertrauen? Wie lautete Ihre Antwort?

Teilhabe und Sicherheit, Glaubwürdigkeit, Vielfalt, Zugehörigkeit und Zusammenarbeit. Das sind auch die Themen unserer sechs Foren, die alle gleich aufgebaut sind. Von außen, um Vitrinenkarrees herum, können historische Objekte betrachtet werden. Im Inneren werden die Probleme der ersten Demokratie behandelt und die Versuche, sie zu überwinden. Und schnell wird klar, dass die uns auch heute noch angehen. An interaktiven Stationen werden die Begriffe sehr konkret. Jeder kann sich selber fragen, wieviel Freiheit wir als Gesellschaft herzugeben bereit sind für mehr Sicherheit. Oder ob ich ganz persönlich zu Opfern bereit bin für diese größere Sicherheit. Und dann passiert Interaktion durch Interaktion: Es ist sehr schön, wenn Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Einzelbesucher sind Individuen, aber sie wollen sich anderen Individuen mitteilen und ihre Meinung kundtun. So entsteht Zugehörigkeit und Zusammenhalt.

Was also können und müssen wir für heute konkret lernen aus dem Umsturz 1918 im Südwesten?

Dass nach einem so tiefgreifenden Vertrauensverlust wie nach dem Ersten Weltkrieg mit dieser enormen Friedenssehnsucht, eine hochgradige Mobilisierung der Menschen für eine neue politische Ordnung zu erreichen ist. Beim Betreten der Ausstellung werden wir mit diesem Verlust konfrontiert, mit den letzten Panzerschlachten, mit den vielen gefangenen deutschen Soldaten. Und dann, dank lebensgroßer Schwarz-weiß-Fotos von Menschen aus Württemberg und Hohenzollern und Baden, dass es Individuen sind, aus denen sich ein Volk zusammensetzt, dass es auf jeden einzelnen ankommt. Es kommt zu dieser hochgradige Mobilisierung und der aus heutiger Sicht traumhaft hohen Wahlbeteiligung von deutlich über 80 Prozent. Gegen solche Aspekte sperrt sich die gängige Interpretation der Weimarer Republik zu oft, weil immer gleich ihr Scheitern von 1933 ins Zentrum rückt.

Das in die Katastrophe führte.

Sicher, trotzdem aber werden die Anfänge bis heute viel zu wenig und nicht angemessen beachtet. Wir sind nicht die ersten, die darauf hinweisen. Aber wir wollen Weimar ganz konsequent von vorne anschauen, nicht von hinten, vom Ende. Wir können zeigen, wieviel entstanden ist. Das reicht von neuen Schulformen über die Resozialisierung im Strafvollzug und den Wohnungsbau – sehr aktuell – bis zum Wahlrecht für Frauen und – auch das gab es bis dahin nicht – für Soldaten. Vieles in dieser Zeit war sehr modern, ist aber über die NS-Zeit und die sehr reaktionäre Nachkriegszeit in Vergessenheit geraten. Anton Geiß, der erste badische Staatspräsident, ist von Landkreis zu Landkreis gereist, hat geworben, sich überall den Fragen und der Debatte gestellt. Das schafft Glaubwürdigkeit. 

Und es klingt wie ein Rezept für seine Partei: Geiß war Sozialdemokrat. 

Das zeigt doch, wie Geschichte eine Art ist, sich mit Gegenwartsfragen zu beschäftigen. Wir sind politisch, anders wäre es gar nicht möglich, eine solche Ausstellung zu konzipieren. Aber politisch heißt nicht parteipolitisch.

Kommt diese Haltung durch die neue Rechtsaußen-Opposition ins Rutschen? Martin Roth, der verstorbene frühere Direktor des Victoria and Albert Museum in London, hat nach dem "Brexit" und angesichts der erstarkenden AfD an Künstler und Künstlerinnen, vor allem aber an Museummacher appelliert, den Elfenbeinturm zu verlassen und für die Demokratie zu streiten. Wie kann dieser Kampf aussehen? 

Für unser Haus beanspruche ich, dass wir uns nie in einen Elfenbeinturm zurückgezogen haben. Eine rein akademische Herangehensweise war uns immer fremd. Anderseits kann der politische Auftrag eines Museums nicht in der Agitation für oder gegen eine konkrete politische Entscheidung, für oder gegen eine einzelne Partei bestehen, sondern allein in der Stärkung des verfassungsmäßigen Fundaments unserer demokratischen Grundordnung. Und dafür müssen wir alle Spielräume nutzen, auch um aufzuklären darüber, was Ausgrenzung anrichtet und vor allem das Wählen aus Protest. Da lassen sich mit dem Blick auf Weimar kluge Lehren gewinnen, weil dort die Folgen von bloßen Protestwahlen offen zutage treten.

Das unterstellt, dass ProtestwählerInnen zu erreichen sind?

Es gibt keinen Grund, es nicht zu versuchen. Auch wenn ein Teil dieser Protestwähler und Protestwählerinnen womöglich ein derart geschlossenes Weltbild hat, dass es sehr optimistisch wäre zu glauben, eine historische Ausstellung könne dies aufbrechen, Nutzen und Bedeutung demokratischer Teilhabe vermitteln und Wahlergebnisse beeinflussen.

Sie sind designierte neue Chefin im Haus der Geschichte. Was hat sich verändert in den vergangenen Jahren angesichts der zunehmenden Feindseligkeit, der sich die real existierende Demokratie ausgesetzt sieht? 

Nach meiner Wahrnehmung richtet sich diese Feindseligkeit gegen Personengruppen wie Menschen ausländischer Herkunft oder selbst gemäßigte politische Gegner linker oder rechter Couleur. Das schadet der Demokratie. Deshalb haben wir nicht erst in der jetzigen Ausstellung immer auf die verheerenden Folgen hingewiesen, die die Verschiebung von Sagbarkeitsgrenzen und die Verrohung des Umgangs mit anderen haben können.

Sind Sie ein optimistischer Mensch?

Sicher. Wir haben stabile Verhältnisse und eine Zivilgesellschaft, die in der Lage ist, sehr viel zu leisten. Nehmen Sie die große Solidarität in der Flüchtlingsfrage, wo so viele Menschen eine so große Bereitschaft hatten, mitzuhelfen und sich einzubringen. Selbst mit kleinsten Beiträgen im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Oder nehmen Sie ein ganz anderes Beispiel, nämlich Stuttgart 21. Der Bauzaun steht bei uns im Fundus. Da hat eine Stadtgesellschaft gezeigt, wie man mit sich diametral widersprechenden Positionen umgehen kann.

Und wie ist es um ihren Optimismus bestellt, wenn es um die Zukunft von Museen geht in der digitalisierten Welt?

Museen werden immer wichtiger – gerade so ein Museum wie das Haus der Geschichte: Wie hätte ich in einer anderen Zeit gelebt, wie hätte ich mich verhalten? Unsere Ausstellungen sollen Menschen in die Lage versetzen, sich Fragen wie diese zu stellen und darüber miteinander ins Gespräch zu kommen. Dabei sind die Möglichkeiten der digitalen Welt eine große Chance. Wir personalisieren und individualisieren, wir bringen Zeugen der Vergangenheit dazu, zu erzählen. Da haben wir unsere Stärke und daran wird sich auch nichts ändern – ob analog oder digital.

Die Ausstellung "Vertrauensfragen. Der Anfang der Demokratie im Südwesten 1918-1924"ist bis zum 11. August 2019 im Haus der Geschichte Baden-Württemberg zu sehen.


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7 Kommentare verfügbar

  • Lina Peters
    am 19.10.2018
    Ich hatte mir ja gewünscht "wir“ wären souverän mit dem Bauzaun umgegangen und hätten ihn am Abend der HdG Pressekonferenz am Bauzaun, mit der offiziellen Kaperung des Zauns, direkt abends eine Kulturveranstaltung: satanistisches Exponate verbrennen für den Widerstand oder sowas ähnliches betrieben!
    Denn es kam wie ich warnte und wie seit Jahrhunderten bekannt: museal bedeutet: andere übernehmen die Deutung! Besonders gravierend, wenn diese Elfenbeinturm Inhaber akademisch 'auf' die Dinge (herunter) blicken!

    "Gestörte politische Kommunikation" das ist Mappus und Schuster Sprech!
    Nein, die Mehrheit der Stadtgesellschaft wollte was anderes!
    Wenn ich nicht mitgenommen werden will, dann ist das kein Kommunikationsfehler, sondern weil ich da gar nicht hin will!
  • Schwa be
    am 19.10.2018
    "Frau Lutum-Lenger, sind Sie ein misstrauischer Mensch?
    Nein, ich habe großes Vertrauen.
    In wen vor allem?
    In unsere Institutionen und unsere Zivilgesellschaft."

    Ogottogottogott - sie hat Vertrauen in "unsere" Institutionen!?
    Das kann m.E. nur jemand sagen der im Wohlstand lebt, von diesem profitiert, diesen verteidigt und somit über seinen Vorgarten nicht hinausdenkt.
  • Charlotte Rath
    am 19.10.2018
    Frau JHW fragt: „Was wäre, wenn wir heute nicht in wirtschaftlich derart prosperierenden Verhältnissen lebten?“ Ich frage: Wer ist „wir“?
    Und was verstehen Sie unter „derart prosperierenden Verhältnissen“?

    Seit zwei Jahrzehnten wird Raubbau am deutschen Volksvermögen getrieben (Privatisierungen), seit zwei Jahrzehnten wird der Reichtum von unten nach oben verteilt. Weist Deutschland heute wirtschaftliche Verhältnisse auf, die jedermann/-frau eine faire Teilhabe am politischen Gemeinwesen ermöglichen?„Armut braucht Gerechtigkeit, die das Recht eines/r jeden auf Teilhabe an der Gesellschaft einlöst. Davon sind wir noch weit entfernt. … Seit Jahren wird das oberste Zehntel reicher und das unterste Fünftel ärmer. .. Kein Geld, miese Jobs, Schulden, Wohnungsnot, Dreck und schlechtes Essen betreffen ein Fünftel der Menschen … Abgeordnete nehmen Arme kaum wahr. Die Folge: Je ärmer, desto niedriger die Wahlbeteiligung.“ https://www.nationale-armutskonferenz.de/wp-content/uploads/2018/10/Schattenbericht-2018_2019.pdf

    Die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) veröffentlichte im Jahr 2014 folgenden Text zur Lohnentwicklung: „In Deutschland - als auch europaweit - sind die Löhne gestiegen. Führte dies auch zu Steigerungen der Einkommen und der Vermögen? Zumindest für die letzten 14 Jahre lässt sich feststellen, dass Lohnerhöhungen nicht gleichzeitig zu einem Anwachsen der verfügbaren Einkommen führten. Aufgrund relativ hoher Inflationsraten und nur sukzessiver Lohnsteigerungen haben die Deutschen und die Europäer heute weniger Geld im Portemonnaie als noch im Jahre 2000.“ Bisher hat die BpB keine Notwendigkeit gesehen, den Text zu aktualisieren. http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/arbeitsmarktpolitik/187829/lohnentwicklung-in-deutschland-und-europa?p=all

    Das Wirtschaftswachstum beruht v. a. auf Export (Verschuldung anderer Länder), nicht auf der Binnennachfrage. Die Investitionen der Unternehmen gehen kaum in Real-, sondern vor allem in Finanzinvestitionen (Firmenkäufe u.ä.). Die Investitionen der öffentlichen Hand reichen nicht, um den Bestand zu erhalten (weil die „schwarze Null“ sogar bei Negativzinsen eine Kreditaufnahm erschwert). Reich wird man in Deutschland kaum noch durch Tun, sondern in erster Linie durch Haben.

    „Denken wir an Europa vor 50 Jahren: Es herrschte Vollbeschäftigung, die Staatsverschuldung war 20 Jahre lang gesunken, während der Sozialstaat ausgebaut wurde. Ein vereintes Europa war reale Utopie. Heute sind 18 Millionen Menschen arbeitslos, 100 Millionen müssen sich mit "atypischen" Jobs zufrieden geben, die Staatsverschuldung ist hoch, "wir" können uns den Sozialstaat nicht mehr "leisten". Nationalismus beschleunigt die europäische Des-Integration. Wie war das möglich? Noch dazu, wo gleichzeitig das BIP auf das 2,5-fache gestiegen ist! Ohne konkrete Antworten braucht man sich die Frage, wie es langfristig weitergeht in Europa, erst gar nicht zu stellen.“ https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/wie-wird-der-neoliberalismus-enden
    • Schwa be
      am 19.10.2018
      Dem ist nichts hinzuzufügen, außer vielleicht: Nur die Reichen können sich einen armen Staat leisten!
  • Andromeda Müller
    am 18.10.2018
    Hm , m.E. sind die Antworten und die dahinter stehenden Überzeugungen sehr weltfremd.
    Z.B. Zitat 1 : "Oder nehmen Sie ein ganz anderes Beispiel, nämlich Stuttgart 21. Der Bauzaun steht bei uns im Fundus. Da hat eine Stadtgesellschaft gezeigt, wie man mit sich diametral widersprechenden Positionen umgehen kann. "
    Also alles vorbildlich , ja ? Wirklich ?
    Das entzieht der Diskussion bei Kontext zu diesem Thema komplett den Boden !

    Zitat 2 : "Museen werden immer wichtiger – gerade so ein Museum wie das Haus der Geschichte: Wie hätte ich in einer anderen Zeit gelebt, wie hätte ich mich verhalten ?"
    Wie sind die Besucherzahlen der letzten Jahre ? Und wie hätte ich mich verhalten ?
    Völlig unrealistisch , da man sein "Setting" von damals und die damaligen Einflüsse nicht kennen kann. Es ist wohl eher Helden-Wunschdenken , daß man sich damals richtig verhalten hätte. Und heute ?
    Wer saturiert ist bekommt heute doch nicht mehr den Allerwertesten hoch , siehe "Künstler" . Was es noch an Dichtern und Denkern gibt hat doch auch keine Lust mehr dank MSM.
    Zitat 3 : "Sicher. Wir haben stabile Verhältnisse ........." . Inwiefern ? Die Stabilität , die uns Hartz IV , AFD , ebenso populistische Volksparteien mit blöder Wahlrethorik , Wikipedia/Wikihausen und den politischen Drang nach militärischen Auslandseinsätzen gebracht hat ? Nebst Altersarmut und "es ging uns noch nie so gut" -Propaganda , massenweise verbreitet ?
    Zitat 4 : "Für unser Haus beanspruche ich, dass wir uns nie in einen Elfenbeinturm zurückgezogen haben. Eine rein akademische Herangehensweise war uns immer fremd."
    Das Interview erzählt das Gegenteil.
    z.B. die Annahme einer "real existierende Demokratie" , unwidersprochen . In Kontext waren doch ganze Artikelserien zu S21 und NSU und andere Themen , die diese leider unwidersprochene These ad absurdum führen.
    So auch :
    Zitat Frage : "Das unterstellt, dass ProtestwählerInnen zu erreichen sind?"
    Antwort : "Es gibt keinen Grund, es nicht zu versuchen. Auch wenn ein Teil dieser Protestwähler und Protestwählerinnen womöglich ein derart geschlossenes Weltbild hat,
    ..... "
    Es scheint hier eher ein derart geschlossenes Weltbild zu geben , daß es , - bei allen gegebenen Indizien über Jahrzehnte , daß es keine Demokratie gibt -, man von dieser fixen Idee einfach nicht lassen kann.
    Sonst wäre man ja auch nicht für einen solchen Posten qualifiziert.
    Zitat 5 : "Dass nach einem so tiefgreifenden Vertrauensverlust wie nach dem Ersten Weltkrieg mit dieser enormen Friedenssehnsucht, eine hochgradige Mobilisierung der Menschen für eine neue politische Ordnung zu erreichen ist."
    Heute wird doch von der Politik der "Mitte" und MSM geradezu für Krieg getrommelt .
    Da herrscht jedenfalls keine Friedenssehnsucht. Und die 80 % Wahlbeteiligung , die hätte man natürlich gerne für die militärischen Auslandseinsätze der Bundesregierung und des Parlaments . Aber keine Sorge , die kommt noch mit den MSM.
    Zitat : "...dass eben nicht hinter jeder Ecke die Stasi oder die Gestapo lauert ..."
    Wirklich ? Warum sitzt Snowden denn nicht in Stuttgart ? Warum kann Assange nicht per Skype befragt werden , wie jeder x-beliebige Kriminelle ?

    Last but not least , Zitat : "Frau Lutum-Lenger, sind Sie ein misstrauischer Mensch?"
    "Nein, ich habe großes Vertrauen."
    "In wen vor allem?"
    "In unsere Institutionen und unsere Zivilgesellschaft."
    Wirklich ? In den Verfassungsschutz , die Parteien , die MSM ? In ihre Bank ?
    Wissen Sie , warum dauernd die Berater in einer Bank ausgetauscht werden ?
    Weil das Vertrauen des Kunden die Grundlage für den nächsten Beschiß an ihm legt.
    So auch die Politiker , die immer vorab um Vertrauen werben , statt sich dieses zu erarbeiten.
    Auch Ganoven und Kriminelle , nicht nur Anlageberater , arbeiten mit dieser
    Masche.
    Der Anfang der "Demokratie" lag in Griechenland und , genau wie damals haben plebs und Frauen heute genausowenig zu melden wie damals .
    Einfach mal den Kopf aus dem Suppenteller und Rand erheben, wäre schön
    • Marla V.
      am 19.10.2018
      Zustimmung @Andromeda
      Wie kann ein Artikel so merkelanerisch schönfärberisch sein?
      Ich erwarte von jedem, der den Widerstand miterlebt hat, eine kritische Berichterstattung! Ich erwarte von jedem, der das manigfalltige Grummeln in der Bevölkerung gerade in Hinblick auf staatl.Institutionen wahrnehmen muss, andere Fragen... Und ich erwarte von jedem, der halbwegs gebildet ist, darauf hin zu weisen, dass es gerade die Institutionen waren, die unglaublich versagen und versagt haben!
      Remonstrieren und Mut im Amt scheint nur absolut dünn gesät!
      Echt: wir bräuchten mehr Beuys!
    • Marla V
      am 19.10.2018
      Ps: @Andromeda ... "Demokratie ab Griechenland?!?!" Gerade als Frau habe ich nie verstanden, warum dieses Männermärchen ohne wenn und aber so weiter erzählt wird und wurde!
      Da sind also ein paar Gesonderte, nur erwachsene ausgewählte Männer und labern und erdichten Demokratie und dann gilts?
      Demokratie der Auserwählten bei Unterdrückung der Mehrheit? (Ist das nicht das was AfDler und einige Andere gerne hätten? Die, die die 'unwerten Leben' nicht mitbestimmen lassen wollen? Das Gott Vater, Gott Sohn, Gott Heiliger Geist Demokratie Prinzip? Das soll Vorbild sein?)
      Ist Demokratie nur da wo HERRschaftsprinzipien ausgelebt werden? Ständevertretung, Parteien, Apparate, Institutionen Macht? Kann eine parlamentarische Demokratie überhaupt eine Demokratie sein?

      Ich gehe von der Arbeitshypothese aus, dass demokratische Prinzipien in jedem Menschen angelegt sind, und sie schon lange bevor Mensch akademisch reden und schreiben konnte 'alltags-gelebte Demokratie' war!
      Nur feudal und HERRschaftlich Eingestellte brauchen diese 'gewährte Demokratie' Idee! (Die heute mit Erler und der Politik des 'Gehörnt werdens' perfektioniert herrschaftlich wird!)
      Und das Ganze ist natürlich nur eine weiße, männliche Wertegemeinschaftsidee!

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