Feinstaubgegner im Stuttgarter Rathaus. Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 246
Wirtschaft

Alarm am Neckartor

Von Dietrich Heißenbüttel
Datum: 16.12.2015
Seit elf Jahren schafft es das Stuttgarter Regierungspräsidium nicht, das Feinstaubproblem am Neckartor in den Griff zu bekommen. Ab Januar wird es ernst. 20 Prozent weniger Verkehr will Minister Winfried Hermann: bei Feinstaubalarm. Und zunächst freiwillig.

Die Heslacher kennen das: Wenn im engen Tal des Stuttgarter Stadtteils die Luft von Hopfendüften geschwängert ist, herrscht Inversionswetterlage. Heißt: Kein Lüftchen regt sich, die Düfte von Stuttgarter Hofbräu und Dinkelacker können nicht abziehen und liegen wie eine Glocke über dem Stadtteil, Stuttgart versinkt dank Kessellage im Dunst.

An solchen Tagen registriert das Messgerät am Neckartor Feinstaubkonzentrationen, die deutlich über dem Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter liegen. Seit zehn Jahren ist das an maximal 35 Tagen im Jahr zulässig. Doch am Neckartor waren es jedes Jahr mehr. Zuletzt immer noch über 60 Tage.

Bereits vor einem Jahr hat die EU-Kommission mit Klage gedroht, falls nicht endlich wirkungsvolle Maßnahmen ergriffen würden gegen den Feinstaub. Denn bisher wurde wenig erreicht. Feinstaubkehrmaschine und Feinstaubkleber waren reine Alibi-Maßnahmen. Rote, gelbe und grüne Umweltzonen, Fahrverbote für Lkw oder eine veränderte Ampelschaltung haben zwar die Tage reduziert, an denen die Höchstwerte überschritten werden. Aber das reicht noch nicht.

Gegen Feinstaub nützen auch Elektroautos nichts

Und so luden Verkehrsminister Winfried Hermann, Oberbürgermeister Fritz Kuhn und Regierungspräsident Johannes Schmalzl am Freitag, den 11. Dezember, also zum Pressetermin ein, um den nächsten Schritt zu erläutern: Ab 11. Januar soll Feinstaubalarm ausgelöst werden, wenn der Deutsche Wetterdienst vorhersagt, dass es an mindestens zwei Tagen hintereinander zu Inversionswetterlagen kommt, die Luft in der Stadt also nicht zirkulieren oder abziehen kann. Über Radio und Zeitungen, Online-Medien, Tafeln an Ausfallstraßen und eine eigens eingerichtete Website werden die Bürger zwei Tage vorher informiert. Dann sollen sie ihre Holzöfen aus lassen und prüfen, ob sie ihr Auto stehen lassen können. Die EU schaue sehr genau hin, was in Stuttgart passiert, betont Verkehrsminister Winfried Hermann. Sie wolle Ergebnisse sehen.

Aber Feinstaub ist ein komplexes Problem. Ein weit verbreiteter Irrtum besteht darin, zu glauben, die kleinen Partikel stammten vorwiegend aus dem Auspuff. An den Hauptverkehrsstraßen ist die erste Ursache der Reifen- und Bremsabrieb. Da nützen auch Elektroautos nichts. Bei dem zweiten großen Problem, den Stickoxiden, hingegen schon: Sie stammen weitestgehend aus den Verbrennungsabgasen. Und die Werte liegen überall zu hoch, nicht nur am Neckartor.

Tatsächlich habe die Stadt schon einiges erreicht, sagt OB Kuhn: Vor allem das Jobticket für Landesbedienstete kommt gut an. Die Fahrgastzahlen des Verkehrsverbunds (VVS) sind in den letzten Jahren jeweils um drei Prozent gestiegen, stärker als andernorts. Auch die Feinstaubwerte seien zurückgegangen, nur am Neckartor gebe es noch zu viele Überschreitungen.

Derweil taucht ein neues Problem auf: Auf die Stadt als Ganzes, nicht nur auf die großen Straßen bezogen, entwickeln sich die beliebten Holzöfen in Privatwohnungen nach und nach zum Feinstaub-Produzenten Nummer eins. Die Verantwortung dafür liegt nicht allein bei den Politikern, sagt Winfried Hermann und hat damit sogar recht: "Wir haben alle Verantwortung." Bei erhöhter Belastung sollen die Bürger künftig auf ihre "Komfort-Kamine" verzichten, sagt er. In der Tat lässt sich hier nur an die Vernunft appellieren.

100 000 Autos sollen an Alarm-Tagen stehen bleiben

Im Straßenverkehr sieht es anders aus. Das Problem existiert keineswegs nur am Neckartor. Aber da steht nunmal das Messgerät. Warum sollte es an der Staatsgalerie, am Marienplatz oder am Neckarufer bei Bad Cannstatt bei ebenso viel Verkehr weniger Feinstaub geben? Flächenberechnungen der Stadtklimatologen zeigen denn auch, dass das Problem überall entlang der großen Straßenachsen besteht. Da auch bei Elektroautos Reifen- und Bremsabrieb entsteht, hilft letztlich doch nur eine deutliche Reduzierung des Autoverkehrs. 

Und hier beginnt das Problem: Hermann möchte erreichen, dass an Feinstaubalarm-Tagen 20 Prozent weniger Autos unterwegs sind. Auf der Feinstaubalarm-Website ist nachzulesen, dass täglich 890 000 Fahrzeuge die Gemarkungsgrenze überqueren. Die Stadt geht davon aus, dass es sich um 445 000 Fahrzeuge handelt, die morgens hin- und abends zurückfahren. Dazu kommen 81 000 Berufspendler innerhalb Stuttgarts. Insgesamt sind das mehr als 500 000 Autos, von denen mehr als 100 000 an Feinstaubalarm-Tagen in der Garage oder am Straßenrand stehen bleiben sollen.

Nun ist die S-Bahn, das weiß auch OB Fritz Kuhn, im Berufsverkehr bereits jetzt überlastet. Und nach den genannten Zahlen handelt es sich in 85 Prozent der Fälle um Fahrten von außerhalb der Stadtgrenzen in die Stadt hinein. Kuhn will die Arbeitszeiten flexibilisieren und die Arbeit im Home Office stärken. Die Stadt geht hier voran und will auch private Arbeitgeber ermutigen. Hermann seinerseits hat bereits vor einiger Zeit Metropolexpresszüge angekündigt, die im Halbstundentakt verkehren sollen. Die finanziellen Mittel dafür sind sogar vorhanden (Kontext berichtete). 

Derweil hat die Bahn – auch nicht dumm, sie verdient ja daran – angeboten, die S‑Bahnen vormittags im Anschluss an den Berufsverkehr von zwei auf drei Zugeinheiten zu verlängern. Das ist ohnehin überfällig, da die S-Bahnen etwa der Linie S 1 derzeit zwischen neun und elf Uhr nur im Halbstundentakt verkehren und ständig überfüllt sind. Problem: Selbst wenn nur jeder Zweite einen Sitzplatz bekäme, würden in einen dreiteiligen S‑Bahn-Zug kaum mehr als 1000 Fahrgäste passen. Um 100 000 Menschen an Feinstaubalarm-Tagen die Fahrt in die Stadt zu ermöglichen, wären mindestens 100 zusätzliche S-Bahnen nötig.

Pilotprojekt Stuttgart

Zudem ist bei vielen Pendlern aus der Region das Problem nicht, dass sie nicht auf ihr "Heilig's Blechle" verzichten wollen, sondern dass die Verbindungen auf dem Land, also vom Dorf zur nächsten S-Bahn-Haltestelle, schlicht unzureichend sind. Wenn der Bus nur im Stundentakt fährt und der Anschluss an die Bahn nicht immer klappt, ist das ein K.O.-Kriterium für den öffentlichen Verkehr. Minister Hermann will erreichen, dass die Umland-Kommunen ihren ÖPNV auf den S-Bahn-Takt abstimmen, wie es etwa in Esslingen bereits der Fall ist. Allerdings hilft auch das noch nicht, den Engpass zu beseitigen, der auf der Haupt-S-Bahn-Strecke zwischen Hauptbahnhof und Schwabstraße besteht. Feinstaubalarm hin oder her, 100 000 zusätzliche Fahrgäste kann der öffentliche Nahverkehr kaum bewältigen.

Hermann spricht von einem selbst lernenden System. In der Tat hat noch keine andere deutsche Stadt Feinstaubalarm ausgerufen. Interessant wird sein, wie sich der Appell und verschiedene zukünftige Angebote auswirken: etwa das der Daimler-Gesellschaft Moovel, an den ersten beiden Feinstaubalarm-Tagen Zuschüsse zu Tickets zu gewähren. Oder das der SSB, bis April Jahresabos mit drei statt zwei Freimonaten auszugeben. 

Das größte Potenzial, erklärt Minister Winfried Hermann, bestünde allerdings darin, dass statt derzeit durchschnittlich 1,2 Personen in Zukunft mehr Menschen in jedem Auto säßen, das in die Stadt hinein- oder durch sie hindurchfährt. Das klingt nun freilich wenig ehrgeizig.

Dabei könnte und müsste noch so viel mehr passieren: Mehr Park&Ride-Plätze müssten angeboten und in Kombination mit der S-Bahn attraktiver gemacht werden, so dass sich das Umsteigen aus finanziellen und Zeitgründen auch lohnt. Der Ausbau des Radwegnetzes kommt viel zu langsam und zaghaft voran. Dass der Autoverkehr reduziert werden kann, wenn sich eine Stadt mehr um ihre Radler kümmert, haben Kopenhagen und Helsinki schon unter Beweis gestellt.

Aber Hermann und Kuhn sitzen zwischen zwei Stühlen. Hermann will schon etwas tun, er hält zum Beispiel eine City-Maut für eine geeignete Maßnahme. Aber er findet dafür keine Mehrheiten und hat auch keine Lust, immer nur den Buhmann zu spielen. Jeder Schritt, der den Autoverkehr einschränkt, zieht dagegen reflexartige Aufschreie seitens der Autolobby und der Opposition nach sich.

Johannes Schmalzl, der Dritte im Bunde und als Regierungspräsident eigentlich der Hauptverantwortliche, hält sich eher zurück. Feinstaub sei, sagt er zwar, auch verglichen mit Delhi und Peking, kein Luxusproblem. Vierzehnmal so viele Menschen wie durch Autounfälle kommen durch feinstaubedingte Atemwegserkrankungen ums Leben. Dann aber erklärt er, es komme zu "Zielkonflikten", wenn eine Fußgängerampel einer Verstetigung des Verkehrs entgegenstünde.

Genau so es hat das Regierungspräsidium in den letzten elf Jahren gehalten: Immer schön dafür sorgen, dass der Autoverkehr flüssig voran kommt, in der Hoffnung, dass sich das Feinstaubproblem damit von selbst erledigt. Dazu passt auch eine Pressemitteilung von Schmalzls Partei, der FDP, deren verkehrspolitischer Sprecher mahnt, auch "den Straßenbau im Blick zu behalten."


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4 Kommentare verfügbar

  • Bernhard Efinger
    am 28.10.2016
    Dicke Luft

    Im Stuttgarter Kessel, die Luft ist so dick,
    greift man zu einem uralten, faulen Trick:
    Mit Verboten den Verursachern zu winken,
    weil Abgase nicht nur zum Himmel stinken,
    sondern allen leidgeprüften Bewohnern dort,
    die seither wohnen am kontaminierten Ort.

    All jene Versuche sind kläglich gescheitert,
    laufend hat man Schnapsideen erweitert,
    die eine Heilsbotschaft sollten verkünden.
    Man versuchte, die Heilung zu begründen
    und kam letztendlich immer zu dem Schluss:
    Die Gedanken sind zwar frei aber ein Stuss.

    Wo alte Diesel sich in Dreierreihen winden
    und Stickoxide sich mit Atemluft verbinden,
    wird ein Albtraum wahr, es ist zum Lachen,
    weil so was Menschen aus Habgier machen.
    Die Natur ist belastet und auch Tiere leiden,
    denn sie können das Übel nicht vermeiden.

    Zieht ab den Gestank aus Stuttgarts Kessel
    und befreit die Anrainer von dieser Fessel.
    Politiker seid mal endlich klug und besonnen,
    dann habt ihr im Vorfeld die Wahl gewonnen.
    Nehmt Geld in die Hand, das verschwindet,
    wenn man es nicht an solche Zwecke bindet.

    Lobbyisten könnte man mit Namen nennen,
    die nur hochprofitabelste Geschäfte kennen
    und Gesundheit, wie auch das Wohlergehen
    der Allgemeinheit mit anderen Augen sehen.
    Sie haben doch jahrelang studiert und gelernt,
    wie man sich von der Menschlichkeit entfernt.

    Autor: Bernhard Efinger
  • CharlotteRath
    am 25.12.2015
    Regierungspräsident Johannes Schmalzl betonte: "Ich nehme das Problem sehr ernst und appelliere an alle Bürgerinnen und Bürger. Wir alle sollte unseren Beitrag zu einer gemeinsamen Lösung des Problems leisten und unser Mobilitätsverhalten überdenken" (Schlusswort im Artikel 'Feinstaub-Alarm ab 2016', Stuttgarter Amtsblatt Nr. 51/2015, Seite 1, ).

    Herr Schmalzl hatte 11 Jahre Zeit, das Problem hauptamtlich sehr ernst zu nehmen. In dieser Zeit scheint ihm nicht aufgefallen zu sein, dass es unter "allen Bürgerinnen und Bürgern" bereits einige geben soll, die sich in Stuttgart ohne motorgetriebenes Privatfahrzeug fortbewegen. Oder braucht Herr Schmalzl weitere 11 Jahre Amtszeit, um den Mut zusammenzukratzen, sich mit seinen Appellen an die richtige Zielgruppe zu wenden, nämlich an Autofahrerinnen und Autofahrer?

    Nach 11 Jahren Amtstätigkeit könnte seinem "Überdenken" auch mal ein "Tun" folgen - besonders, nachdem er sich selbst öffentlich in die Pflicht nimmt ("wir) .
    Herr Schmalzel, gehen Sie mit gutem Beispiel voran:
    Ab dem 1.1.2016 nur noch mit öffentlichen Verkehr, dem Fahrrad und zu Fuß zu Ihren Stuttgarter Terminen!

    Vielleicht hilft das auch der eigenen Meinungsbildung vorwärts?
    Fußgehen, Radfahren und Warten an Bus- und Tramhaltestellen in einer Stadt bedeuten immer auch unfreiwillige Teilhabe am Autolärm und -gestank anderer ...
  • Roland Beck
    am 23.12.2015
    Leider zeichnen sich die Verantwortlichen durch eine ziemliche Phantasielosigkeit bei der Verbesserung des ÖPNV aus, deshalb hier ein paar kurz- und mittelfristig zu vertretbaren Kosten umsetzbare Vorschläge:

    - klare Hinweise, wenn jemand in der Lichtschranke der S-Bahn steht, also lautes Piepsen an dieser Tür mit zusätzlicher optischer Anzeige (*1). Das sollte die Verspätungen deutlich verbessern.

    - Verlängerung wenigstens einer zusätlichen Linie der S4, S5 oder S6 während der Rush-Hour nach Vaihingen zur Entlastung der S1-S3. (*2)

    - Ausbau des Schienennetzes, besonders im Innenstadtbereich, denn Busse stehen auch im Stau. Hier bietet sich das Konzept des VCDs zur Panoramabahn an (http://www.panoramabahn-stuttgart.de/), welches auch vor der Fertigstellung von S21 umsetzbar ist (*3).

    - Einsatz von elektronischer Zugsteuerung um eine schnellere Zugfolge zu ermöglichen (*4).

    - Einbau von Bahnsteigtüren an den unterirdischen Haltestellen (v.a. HBF und Stadtmitte), um einen sichereren Betrieb und höhere Einfahrtgeschwindigkeiten zu ermöglichen (https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnsteigt%C3%BCr) (*5)


    (*1) Bis vor kurzem haben die Türen der S-Bahn nur beim Schließen gepiepst, also nicht, wenn jemand in der Lichtschranke steht. Mittlerweile scheint das bei einigen Bahnen verbessert zu sein, jedoch ist das Piepsen recht leise und das kleine rote Blinklicht wird gerne übersehen.

    (*2) Im Moment bekommt man in der S1-S3 erst ab Vaihingen einen Sitzplatz, da dort viele Fahrgäste aussteigen. Wenn man Autofahrer zum Umstieg auf die Bahn bewegen möchte, klappt das nur, wenn es genug Sitzplätze gibt.

    (*3) Bei der Panoramabahn wäre es wichtig, heute schon den Platz für Haltestellen im Stadtgebiet und eventuelle Ausweichgleise für Zugüberholungen am Westbahnhof freizuhalten.

    (*4) Trotzt Verspätung stehen Züge oft minutenlang an der Haltstelle und warten darauf, dass der Streckenabschnitt davor frei wird. Mit der heutigen Technik sollte eine Fahrt "Stoßstange an Stoßstange" möglich sein.

    (*5) Bahnsteigtüren verhindern außerdem Störungen durch Luftballons, die ja zu Zeiten des Volksfests, Frühlingsfests, Weindorfs oder Weihnachtsmarkts zu lange andauernden Ausfällen der S-Bahn führen.
  • Blender
    am 16.12.2015
    @ An den Hauptverkehrsstraßen ist die erste Ursache [für Feinstaub] der Reifen- und Bremsabrieb.

    Hat die o.g. Behauptung schon mal jemand bewiesen, oder stammt das aus Ex-Verkehrsministers und Autolobbyists Wissmann's Anti-Elektro-Auto Desinformationsmappen? Die Rechnung zur o.g. Behauptung würde ich gerne genauer unter die Lupe nehmen.
    Erstens: Nie im Leben glaube ich, dass der größte Teil des Feinstaubs von Bremsen und Reifen kommt. Ich brauche für mein Auto innerhalb von 4 Jahren ca. 20 kg Reifenprofil bzw. Bremsscheiben während ich in der selben Zeit ca. 10000kg Sprit verbrenne.
    Zweitens: Aber selbst wenn es stimmte dass der Feinstaub hauptsächlich vom bremsen stammt, produzieren E-Autos beim Verlangsamen trotzdem wesentlich weniger Feinstaub, da sie oft durch Energierückgewinnungssysteme langsamer werden und eben NICHT durch betätigen von Bremsen.

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