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Ausgabe 282
Schaubühne

Das ist ja wohl ein Witz

Von unserer Redaktion
Datum: 24.08.2016
"Genschman" hat sie bekannt gemacht. Greser und Lenz sind Meister der politischen Satire in Form der Karikatur, seit Jahrhunderten eines der schärfsten Messer einer freien Presse in demokratischen Gesellschaften. Ihre Scharfe-Messer-Schau startet im September in Meersburg und vorab in unserer Schaubühne.

Mit Hans-Dietrich Genscher, einst omnipräsente FDP-Urgestalt, im Superhelden-Umhang auf dem Cover der Satirezeitschrift "Titanic" sind die Karikaturisten Achim Greser und Heribert Lenz berühmt geworden. Das war in den Achtzigerjahren. Mittlerweile sind die beiden Männer aus Aschaffenburg Titanen der gezeichneten Spitzen und des giftigen Textes in comichaften Sprechblasen.

Heribert Lenz (links) und Achim Greser heute. Foto: Rainer Wohlfahrt
Heribert Lenz (links) und Achim Greser heute. Foto: Rainer Wohlfahrt

Greser und Lenz haben gemeinsam studiert und sind seit Mitte der Neunziger zum Duo zusammengeschweißt, das nach ihrem Karrierestart für die "Titanic" ausgerechnet zum Klassenfeind FAZ wechselte und bis heute, mit Ausnahmen für "Stern" und "Focus", auch dort geblieben ist. 2004 wurden sie mit dem "Geflügelten Bleistift" in Gold des Deutschen Karikaturenpreises geehrt, denn Greser und Lenz gehören zur High Class am Himmel der Sterne-Karikaturisten, und das seit mehr als zwanzig Jahren. Ihr Motto: Jeder Krieg hat seine Opfer, das Gleiche gilt für den guten Witz.

Im neuen Schloss in Meersburg wird ab dem 3. September 2016 bis zum 15. Januar 2017 eine Werkschau des Duos zu sehen sein: Kultur, Politik, Zeitgeschichte, Privates, Sport und Wirtschaft als Zeitreise durch das FAZ-Archiv der vergangenen Jahrzehnte. Mit dabei ist natürlich ebenfalls die umstrittene Zeichnungsserie "Der Führer privat" von Achim Greser und die Ikonen der eher linksorientierten Zeitungsleser: die roten Strolche, die Bildergeschichten rund um "Ziege" Scharping, "Ossi-Bär" Thierse und Oberförster Kohl. "Das ist ja wohl ein Witz!" ist der Titel der Ausstellung. Nein, es ist Kunst.

 

Info:

Mehr zur Ausstellung erfahren Sie hier.


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