Zur Fotostrecke auf das Bild klicken.

Ausgabe 181
Schaubühne

Stuttgart und das Willkommens-Gesicht

Fotos: Joachim E. Röttgers
Datum: 17.09.2014
Am 22. Oktober eröffnet das "Welcome Center" in Stuttgart, das Fachkräften aus dem Ausland den Start in ein neues Arbeitsleben erleichtern möchte. Die Landeshauptstadt und die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart haben den Medienkünstler Wolf Nkole Helzle beauftragt, dem Willkommen ein Gesicht zu verleihen. Unser Fotograf Joachim E. Röttgers hat ihn bei seiner Arbeit beobachtet.

Am neuen Welcome Center selbst lässt sich viel Kritik üben. Beispielsweise, warum ein herzliches Stuttgarter Willkommen vor allem denen vorbehalten ist, die der hiesigen Wirtschaft nützlich sind und nicht für alle gleichermaßen gilt (Kontext berichtete). Aber die Kunst-Aktion anlässlich der Eröffnung des neuen Zentrums ist eine lobenswerte:

Der Medienkünstler Wolf Nkole Helzle arbeitet vor allem zu Fragen des Individuellen und des Kollektivs. Wie stehen beide Pole in Beziehung? Wie verändern und bedingen sie sich? Seit den Neunzigerjahren reist er von seinem Wohnort Mehrstetten bei Münsingen rund um den Globus und fotografiert Menschen auf der ganzen Welt. Mittlerweile saßen schon mehr als 40 000 vor seiner Kamera. Die Einzelbilder schichtet er später mit einer speziell entwickelten Software übereinander und kreiert daraus ein "multiple portrait". Wolf Nkole Helzle erschafft aus hunderten Ich's und Du's ein einziges Wir.

In Stuttgart portraitiert der Fotograf an drei Terminen Menschen, die in der Stadt leben, arbeiten, unterwegs sind, die hier aufgewachsen oder zugezogen sind. Zur Eröffnung des Welcome Centers wird er alle Gesichter zu einem einzigen verschmelzen und zusätzlich die Einzelportraits ausstellen.

Mitmachen kann jeder, der Teil des Gesichts werden möchte. Termine sind der 19. September, von 10 bis 20 Uhr und der 25. Oktober, von 10 bis 19 Uhr, jeweils im Rathaus Stuttgart, und der 25. Oktober zum Tag der offenen Tür im Welcome Center am Charlottenplatz 17.

Zur Homepage des Künstlers geht es hier.


Gefällt Ihnen dieser Artikel?
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!

2 Kommentare verfügbar

  • tillupp
    am 17.09.2014
    Den Fachkräftemangel gibt es nicht, er wird nur herbeigeredet um das Gehalt junger Menschen zu drücken. Man braucht die Konkurrenz nur dafür um das Prinzip von Angebot und Nachfrage zu unterwandern.
    P.S.: Weshalb man diese Institution anglizistisch unbedingt "Welcome Center" nennen musste statt z.B. "Begrüßungszentrum" habe ich auch noch nicht verstanden. Wahrscheinlich hat sich ein Marketing-Fuzzi 'ne goldene Nase dran verdient. In Mannheim wurde übrigens das Touristeninformationszentrum in Welcome Center umbenannt. Ich bin mir hier allerdings nicht sicher, wie viele Touristen die Räume am Bahnhofsplatz als Auskunftsstelle identifizieren.
  • FernDerHeimat
    am 17.09.2014
    Vermutlich bräuchte es dieses "Welcome" gar nicht, wenn die einheimischen Arbeitgeber auch angemessene Löhne bezahlen wollten. Aber die jammern lieber weiter über den "Fachkräftemangel", den sie selber erst herbeigeführt haben...

Neuen Kommentar schreiben

KONTEXT per E-Mail

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer mittwochs um 9 Uhr
unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail.
JETZT ANMELDEN

Letzte Kommentare:
















Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!