Feierte jüngst seinen Geburtstag im S-21-Tunnel: der Tunnelbauer und Sachverständige für den Bundestag Walter Wittke. Hier bei einer Tunnelbesichtigung 2016. Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 375
Politik

Augen zu und durch den Anhydrit

Von Winfried Wolf
Datum: 06.06.2018
Kommenden Montag diskutiert der Verkehrsausschuss im Bundestag über das Thema "Ausstieg und Umstieg bei dem Bahnprojekt Stuttgart 21". Union und SPD benennen Profiteure des Projekts als Sachverständige. Einer von ihnen feierte jüngst seinen 83. Geburtstag in einem S-21-Tunnel.

Dass es eine Anhörung zum Ausstieg aus dem größten Infrastrukturprojekt in Deutschland gibt, ist bereits bemerkenswert. Immerhin liegt der Baubeginn mehr als acht Jahre zurück. Dass der Beschluss zum Zustandekommen dieser Anhörung – ein Antrag der Linksfraktion – von allen Bundestagsparteien getragen, dieser also einstimmig gefasst wurde, unterstreicht die Bedeutung der Anhörung zusätzlich. Offenbar herrscht inzwischen bei einem Teil der Öffentlichkeit in Sachen Stuttgart 21 eine neue Nachdenklichkeit. Allerdings spricht die Auswahl der Sachverständigen durch Union und SPD dafür, dass die Bundesregierung für ein "Augen zu und durch den Anhydrit" eintritt.

Kostensteigerungen machen vorsichtig

Die neue Sensibilisierung in Sachen S 21 hat viel zu tun mit harten Fakten. Anfang 2018 wurde im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn (DB) eine weitere Kostensteigerung des Großprojekts von bislang 6,5 auf 8,2 Milliarden Euro durchgewinkt. Auf der Verkehrsausschusssitzung vom 18. April erklärte Bahnchef Richard Lutz, Stuttgart 21 sei "komplett unwirtschaftlich". Der mit Stuttgart 21 produzierte Verlust belaufe sich auf "2,228 Milliarden Euro".

Wobei diese Zahl noch deutlich zu niedrig und methodisch fragwürdig ist. Denn wenn S 21 "komplett unwirtschaftlich" ist, dann bringt ein fertig erstellter Tiefbahnhof in jedem Jahr neue Verluste. Wenn die Kapazität um mehr als 30 Prozent abgebaut wird, dann häuft dieser teuer erbaute Engpass Kosten auf Kosten – jahrzehntelang.

In der knallharten privatkapitalistischen Wirtschaft wird genau diese Logik erkannt und meist auch entsprechend verfahren. So stieg der Thyssen-Krupp-Konzern vor einem Jahr aus seinen neu erbauten Stahlwerken in den USA und in Brasilien komplett aus, mit einem Verlust in Höhe von acht Milliarden Euro. Dieser gigantische Betrag wird bei Thyssen Krupp als "sunk costs", als "versunkene Kosten", verbucht. Es gab auch, anders als bei Stuttgart 21, keine Möglichkeit für einen "Umstieg", keine Chance, diese Anlagen zum Beispiel in verkleinerter Form zukünftig zu nutzen. Allerdings bedurfte es mit Heinrich Hiesinger eines neuen Konzernchefs, um zu dieser ebenso radikalen wie rationalen Einsicht zu gelangen.

Doch der neue Bahnchef Lutz erklärte bereits einen Tag nach seiner Ernennung, am 23. März 2017, er sei "finster entschlossen", Stuttgart 21 zu Ende zu bauen. Das heißt, er ist bereit, immer aufs Neue gutes Geld dem Schlechten hinterher zu werfen. Und so hatte Lutz sich auch auf der Verkehrsausschuss-Sitzung im April 2018 gegen einen Ausstieg ausgesprochen. Er verwies dabei auf Neubaustrecken, etwa die Hochgeschwindigkeitsverbindung Köln-Rhein/Main. Dabei seien die Kosten schließlich ebenfalls massiv gestiegen. Heute sei man jedoch "froh, dass diese Strecken gebaut wurden." Genau ein solcher Vergleich ist jedoch falsch. Die genannten Neubaustrecken sind immerhin zusätzliche Strecken, sie bringen Kapazitätserweiterungen. Stuttgart 21 bringt jedoch mehr als dreißig Prozent Kapazitätsabbau.

Und im Übrigen darf es für ein Unternehmen nicht um einen abstrakten späteren "Nutzen" gehen. So führte vor siebeneinhalb Jahren, am 10. November 2010, der damalige Infrastrukturvorstand Volker Kefer im Verkehrsausschuss des Bundestags aus, für die DB sei allein der betriebswirtschaftliche Gewinn entscheidend: "Wir beurteilen ganz klar nach betriebswirtschaftlichem Nutzen und nicht nach volkswirtschaftlichem Nutzen. (...) Betriebswirtschaftlicher Nutzen heißt, dass wir die in das Projekt einzubringenden Eigenmittel der Bahn ins Verhältnis zu dem zu erwarteten verkehrlichen Nutzen setzen. (...) Das heißt also, wir rechnen hier wie ein ganz normales Wirtschaftsunternehmen einen betriebswirtschaftlichen Nutzen. Die (...) Aussage, (...) dass wir einen positiven Nutzen bis zu einer Gesamtsumme von 4,769 Mrd. Euro haben, bestätige ich. Ja!"

Die Aussage war kristallklar: Das Unternehmen DB ging bei Stuttgart 21 solange von einem betriebswirtschaftlichen Gewinn aus, wie die 4,769 Milliarden Euro S-21-Kosten nicht überschritten werden. Jetzt gibt es im gleichen Protokoll eine weitere, höchst erhellende Passage. Kefer antwortete auf den Beitrag eines SPD-Abgeordneten über zu erwartende S-21-Kostensteigerungen wie folgt: "Sie, Herr Beckmeyer, sagen, für Sie existiert eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die 4,7 Milliarden Euro überschritten werden. Für uns existiert diese hohe Wahrscheinlichkeit nicht, sonst hätten wir anders entschieden bei dem Projekt."

Wohlgemerkt: Kefer sagt im Bundestag, wie im Übrigen der damalige Bahnchef Grube wiederholt in der Öffentlichkeit: 4,7 Milliarden Euro sind das absolute Limit. Aktuell rechnet die Deutsche Bahn mit 8,2 Milliarden Euro Kosten. Das Projekt ist unwirtschaftlich hoch zwei. Wer es angesichts bestehender Alternativen weiter betreibt, begeht nach Paragraph 266 Strafgesetzbuch Untreue: "Wer [...] die ihm [...] obliegende Pflicht, fremde Vermögensinteressen wahrzunehmen, verletzt und dadurch dem, dessen Vermögensinteressen er zu betreuen hat, Nachteil zufügt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren [...] bestraft." Kein Wunder, dass sich der Infrastrukturchef Volker Kefer am 31. Dezember 2016, der Bahnchef Rüdiger Grube am 30. Januar 2017 und der Aufsichtsratschef Utz-Hellmuth Felcht am 31. März 2018 vom Gleisacker machten, und dass der Vorsitzende des S-21-Propaganda-Vereins Bahnprojekt Stuttgart-Ulm, Georg Brunnhuber, am 31. Dezember 2018 vorzeitig sein Lautsprecher-Amt abgibt.

Sachverständige mit Interessenkonflikten

Die Auswahl der Sachverständigen durch die Parteien lässt einen gewissen Ausblick auf die Anhörung im Bundestag zu. Bislang sind die Namen von sieben Sachverständigen bekannt: Für die CDU/CSU wurden der Vorsitzende der Region Stuttgart, Thomas Bopp (CDU), und Bernd Hillemeier benannt. Die SPD-Fraktion benannte den Leiter des DB Projektes Stuttgart-Ulm, Manfred Leger, und Walter Wittke von der WBI GmbH. Für die Grünen ist der Vorsitzende des VCD Baden-Württemberg, Matthias Lieb, und für die Linkspartei ist Hannes Rockenbauch vom Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21, zugleich Stuttgarter Stadtrat für SÖS-Linke-Plus, im Ausschuss als Sachverständige. Die AfD benannte Thilo Sarrazin. Offen ist aktuell der von der FDP zu bestimmende Sachverständige.

Auffallend ist: Alle vier Sachverständigen der Regierungsparteien sind durch ihre konkrete Arbeit und Position mit der Durchführung von S 21 befasst. Sie sind objektiv nicht objektiv. Bopp vertritt die Region, die Projektpartner ist und S 21 kofinanziert. Allerdings klagt die DB AG inzwischen gegen die Projektpartner – neben der Region auch gegen das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart – auf eine anteilige Übernahme der S-21-Mehrkosten. Hinzu kommt, dass auch den S-21-Befürwortern in der Region inzwischen die meisten Argumente pro S 21 ausgegangen sind. Die Flughafenanbindung durch S 21 bzw. mit der Neubaustrecke ist inzwischen unklar. Die Hochgeschwindigkeitsstrecke Wendlingen-Ulm, von der man sich Vorteile verspricht, hat inzwischen erkennbar nichts mit dem Tiefbahnhof zu tun. Auf der persönlichen Website von Herrn Bopp findet sich aktuell kein Wort mehr zu S 21.

Bernd Hillemeier ist Mitglied im Projektbeirat der DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH. Er erhält für seine Tätigkeit eine "Aufwandsentschädigung", zu deren Höhe die DB AG schweigt. Aufschlussreich ist die folgende Feststellung des Professors, der sich gerne als "Beton-Papst" feiern lässt: "Die Grenzen des Betons sind die Grenzen unserer Phantasie."

Manfred Leger ist als S-21-Projektleiter ein geradezu blind-begeisterter Tunnel-Bauer. Ende 2016 erklärte er in einem S-21-Werbefilmchen, Stuttgart 21 sei "ein Weihnachtsgeschenk für uns alle".

Walter Wittke ist ähnlich untergründig drauf. Er feierte jüngst seinen 83. Geburtstag "auf der Baustelle" – in einem S-21-Tunnel. Er wandere "zwar leidenschaftlich gerne, lieber als oben auf dem Gipfel ist er aber unten im Berg", so ein Bericht im S-21-Projektmagazin "Bezug" (März 2017). Die WBI GmbH, die Firma von Walter Wittke und dessen Sohn Martin, wird seit vielen Jahren von der DB AG dafür bezahlt, dass sie beim Bau der S-21-Tunnel in den kritischen Bereichen mit quellfähigem Anhydrit dafür sorgt, dass entstandene Risse abgedichtet werden. Bislang wurden mehr als 10 000 Injektionen durchgeführt. 3,6 Millionen Liter Abdichtungs-Chemikalien – das entspricht 19 000 Badewannen – wurden dabei in den Untergrund gepumpt. 

Sarrazin bestätigt Vorwürfe der S-21-Gegner

In seinem bereits vorliegenden Statement sagt Sarrazin, dass sich in seiner Amtszeit alle Großprojekte der DB als unwirtschaftlich erwiesen hätten und dass "unter den großen Projekten Stuttgart 21 den mit Abstand hintersten Rangplatz ein[nahm]". Er, Sarrazin, sei dann dennoch von Mehdorn beauftragt worden, "mit dem Land und der Stadt Verhandlungen zu führen", Stuttgart 21 wiederzubeleben. Eine maßgebliche Rolle habe dabei "die Zusage des Landes Baden-Württemberg gespielt", im Fall dieser Wiederbelebung von S 21 "die Nahverkehrsleistungen im Land pauschal an die DB zu vergeben". Trotzdem spricht er sich für den Weiterbau aus.

Gegner des Projekts kritisieren schon lange, dass Stuttgart 21 entgegen dem Wirtschaftlichkeitsgebot dadurch "erkauft" wurde, dass Milliarden Euro an Steuergeldern der DB zuflossen, unter anderem in Form eines überteuerten Nahverkehrsvertrags. (ww)

Das Verfahren ist hoch umstritten: Niemand in Europa wagt Vergleichbares in diesem unberechenbaren Untergrund. Die Preisfrage lautet: Wie soll jemand, dessen Firma überwiegend von den S-21-Tunnelbau-Abrechnungen mit der Deutschen Bahn AG abhängt und die umso mehr gedeiht, je länger die S-21-Bauarbeiten andauern und je mehr sie sich verteuern, neutral in einem Bundestagsausschuss als Sachverständiger aussagen können? Und dann gar noch zum Thema "Ausstieg und Umstieg bei S 21"?

Ganz offensichtlich haben CDU, CSU und SPD es versäumt, Sachverständige zu benennen, die in der Lage sind, möglicherweise vorhandenen Sachverstand unvoreingenommen in die Debatte über einen Ausstieg und Umstieg bei Stuttgart 21 einzubringen. Und so könnte am 11. Juni die verquere Situation eintreten, dass – neben Matthias Lieb und Hannes Rockenbauch – vor allem die Stellungnahme von Thilo Sarrazin auf großes Interesse stößt. Der Mann ist in erster Linie ein Rechtspopulist, der Rassismus in Deutschland wieder salonfähig gemacht hat. Offensichtlich kocht die AfD hier ihr parteipolitisches Süppchen. Doch Sarrazin ist in diesem Fall auch Fachmann. Zwischen September 2000 und Dezember 2001 war er Vorstandsmitglied von DB Netz, also führend in der Bahngesellschaft tätig, die für Stuttgart 21 verantwortlich zeichnet. Zu dieser Zeit reaktiverte der damals neue Bahnchef, Hartmut Mehdorn, das Projekt Stuttgart 21, das sein Vorgänger im Amt, Johannes Ludewig, eingestellt hatte. Sarrazin verließ die Deutsche Bahn im Streit und scheiterte anschließend mit einer Gehaltsklage gegen den früheren Arbeitgeber. 2006 und 2007 trat er öffentlich gegen einen Börsengang der Deutschen Bahn AG auf, so auch in dem Film "Bahn unterm Hammer", der von der Kampagne "Bahn für alle" mitgetragen wurde. 

 

Von Winfried Wolf erschien im Januar 2018 in neuer, erweiterter Auflage "abgrundtief + bodenlos. Stuttgart 21, sein absehbares Scheitern und die Kultur des Widerstands" (Leinen, 380 Seiten, 20 Euro).

Das Jahrhundertloch: Stuttgart 21

Immer neue Kostensteigerungen, Risiken durch den Tunnelbau, ungelöste Brandschutzfragen, ein De-facto-Rückbau der Infrastruktur – das sind nur einige Aspekte des Milliardengrabs.

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10 Kommentare verfügbar

  • Hans Peter Sommer
    am 13.06.2018
    Engelberg-Tunnel!
    Auf was sich die Bahn mit dem Anhydritvorkommen eingelassen hat sieht man im Engelbergtunnel der B 81.Der verläuft auch durch Schichten von Anhydrrit und ist seit seinem Bestehen eine Dauerbaustelle.Eine de beiden Tunnelröhren ist fast immer wegen Bauarbeiten gesperrt.Wie extrem die Auswirkungen mit Anhydrit sein können sieht man in Stauffen wo bei einer Erdwärmebohrung Wasser in die Schicht gekommen ist.Dort hebt sich die Innenstadt und es sind Häuser regelrecht zerrissen worden.
    • Albrecht Wolf
      am 15.06.2018
      Das Ist richtig! Nicht nur Staufen und Leonberg. Erinnert eich auch an die Autobahn Stuttgart - Singen. Wegen mangelhafter Abdichtung war damals an verschiedenen Stellen der Untergrund unruhig geworden. Die Hebungen der Fahrbahn mussten beseitigt werden. Die Kosten für die Reparaturen überstiegen die Kosten für den Bau der ganzen Autobahn.
  • Schwa be
    am 08.06.2018
    Stoerungsmelder - der neue Ausbildungsbetrieb der privatisieren Deutschen Bahn AG. Der Beruf mit Zukunft - solange es den ehemals öffentlichen Nahverkehr noch gibt! Verdienst: Zum Leben zu wenig zum Sterben zu viel. DB AG - da geht was.
  • Charlotte Rath
    am 07.06.2018
    „Für alle finanzwirksamen Maßnahmen sind angemessene Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen durchzuführen. Das Nähere bestimmt das Finanzministerium“, steht in der Landeshaushaltsordnung für Baden-Württemberg. Der frühere Finanzminister Dr. Nils Schmid sah sich während seiner Amtszeit nicht genötigt, die eigenwirtschaftlichen Berechnungen der DB AG zu hinterfragen. Wie sieht das die heutige Finanzministerin Baden-Württembergs? Werden der DB AG möglicherweise auch im Jahr 2018 noch Landesmittel zugunsten von S 21 zugewiesen?

    In der Landeshaushaltsordnung steht auch: „Ausgaben und Verpflichtungsermächtigungen für Baumaßnahmen dürfen erst veranschlagt werden, wenn Pläne, Kostenermittlungen und Erläuterungen vorliegen, aus denen die Art der Ausführung, die Kosten der Baumaßnahme, des Grunderwerbs und der Einrichtungen sowie die vorgesehene Finanzierung und ein Zeitplan ersichtlich sind. Den Unterlagen ist eine Schätzung der nach Fertigstellung der Maßnahme entstehenden jährlichen Haushaltsbelastungen beizufügen.“
    So, die Kosten für den Grunderwerb waren also schon alle längst klar? Mindestens für den Filderabschnitt kann das kaum sein. Und wie sieht es mit den anderen Unterlagen aus?

    Ursprünglich war dort übrigens auch enthalten, dass alle Genehmigungen für das Vorhaben vorliegen müssen - der Teilsatz wurde allerdings von unseren tapferen Steuergeld-Treuhändern vor einigen Jahren entfernt … Acht Jahre nach Baubeginn fehlen noch immer wichtige Genehmigungen. Ob irgendein kleiner Häuslesbauer damit bei den Behörden durchkäme - oder gar zugunsten seines staatlichen Zuschusses bei der KfW? Sofern sich Großprojekte in Deutschland nur noch durchführen lassen, indem rechtsstaatliche Grundsätze verbogen bzw. geschliffen werden, frage ich mich, wofür wir uns so viele Parlamentarier halten, die doch durchweg "Schaden vom Volke abwenden" und "vor dem Gesetz sind alle gleich" verteidigen wollen ...
    • Peter Kurtenacker
      am 07.06.2018
      Manche kapieren es nie: Die haben einfach nur die Beschlüsse der vorherige Regierung durchgeführt. SPD und Grüne habe nichts neues nach der Volksabstimmung beschlossen, die haben nur vorhandene Beschlüsse umgesetzt. Ist alte Tradition das man Beschlüsse der Vorgängerregierung nicht einfach über Bord wirft.
      Eine CDU-Regierung hat deshalb in den 80er-Jahren die Ostpolitik der SPD-Vorgängerregierung weitergeführt. Glücklicherweise und das Ergebnis war dann die Wiedervereinigung. EU uä. würden sonst überhaupt nicht funktionieren.
      Der Einzige der nichts von einer solchen Regel hält ist der US-Präsident Trump. Die AfD und Co wollen genauso so arbeiten, einfach alles anders machen.
      Egal wer in Zukunft reagiert, einfach so zu tun als ob es die bisherigen Baumaßnahmen nie gegeben hat funktioniert nicht.
      Und den Unsinn: Die bestrafen wir alle, kann man auch getrost vergessen.
      Selbst nach den 3.Reich und den Untergang der DDR hat man nicht alles so einfach zurückdrehen können was da falsch lief. Und da war schlimmeres als der Bahnhof S21 dabei.
      Wer über die Zukunft sprechen will, muss neue Lösungen präsentieren können. Einfach alles auf Null geht nicht. Man braucht sogar die gleiche Maschinen und Bauleute für eine andere Lösungen.
  • Normaler Bürger
    am 06.06.2018
    Was ich nicht verstehe: Warum man seitens der Linken für diese Anhörung nicht auf echte Fachleute zurückgreift, die gleichzeitig so etwas wie a) Unabhängigkeit und Objektivität, und b) Ansehen und Autorität verkörpern, wie z.B. einen Prof. Knoflacher, oder einen Prof. Monheim. Nicht dass ich Hannes Rockenbauch keine gute Vorstellung zutraue. Aber er ist eben nicht minder 'vorbelastet' wie ein Walter Wittke oder ein Manfred Leger. Man muss immer die Außenwirkung bedenken - ein schwerwiegendes Säumnis, das die gesamte Bewegung seit vielen Jahren systematisch begeht. Irgendwie ist man immer zu sehr auf sich selbst fixiert. Ich wundere mich seit langer Zeit darüber.
    • Peter Kurtenacker
      am 07.06.2018
      Da müsste man erst einmal fragen ob diese Fachleute das überhaupt mitmachen würden. Da die Linken der Fehler machen gegen ALLE zu kämpfen, wollen viele nichts mehr mit ihnen zu tun haben. Theoretisch könnten die Linken nur in einer Koalition von SPD-Grünen-Linken mit regieren, egal auf welcher Regierungsebene (Stadt, Land, Bund). Dazu wird es nie kommen ist meine Voraussage.
      Die Grünen sind nicht so dumm. Eher besteht die Gefahr das irgendwann CDU-CSU mit der AfD regiert. Ein österreichischer Kabarettist hat einmal zurecht gesagt, wir sind in Österreich halt schon etwas weiter als Deutschland.
      Die Linken sind halt in der Mehrzahl auch Spinner. Selbst wenn alles den Bach her untergeht haben eher die "Rechten" als die Linken eine Chance an die Macht zu kommen. Liegt in der Natur der Menschen. Wir sind letztendlich auch alles kleine Egoisten.
      Edel wie wir sind wollen viele die Umweltsünden am Ende der Welt sehen und pusten mit jeden Flug mehr Dreck in die Luft als ein Diesel-LKW bei S21. Und die laufen dann zum Teil bei den linken Veranstaltungen herum und prahlen damit was sie für ein Elend schon gesehen haben. Und so gibt es weitere Beispiele.
      Da überlegen sich halt Fachleute was sie wo sagen.
      Peter Conradi und Roland Ostertag sind warnenden Beispiele. Schon zu Lebzeiten wurden beide von den S21-Gegnern angefeindet weil sie auch abweichende Meinungen äußerten. Jetzt werden sie in Nachhinein von denselben vereinnahmt. Gerade bei Conradi habe ich da einige böse Sachen selber mitbekommen.
      Und Walter Sidler könnte als Lebender bestimmt einige warnende Dinge sagen.
      Die S21-Gegner machen ihr Umfeld, vielleicht auch unbewusst, kaputt.
      Wie mir mal eine Dame aus diesen Kreis so schön schrieb: Wir sind die Stuttgarter Elite. Mit solchen Sekten komme ich irgendwie nicht klar, gilt auch für die nette Nachbarin von den Zeugen Jehovas. Man geht ihnen halt irgendwann halt möglichst aus den Weg.
      Und wer es zum Professur geschafft hat, hat mit solchen Leuten jede Menge Erfahrung gesammelt. Und die Bundestagsabgeordneten werden ihren linken Kollegen schon zeigen das sie nicht viel zu melden haben. Da halten CDU, SPD und Grüne zusammen. Die AfD hat ja schon durch Sarrazin mitgeteilt: S21 war ein Riesenfehler, aber jetzt müssen wir es fertigmachen. Also ist die Geschichte gelaufen. Da könnte nur ein Erdbeben, mehre Starkregen und ein aufquellender Kriegsberg etwas bewirken. Letzte Möglichkeit ist in meiner Meinung nach die größte Chance für ein Ende von S21.
  • Peter Kurtenacker
    am 06.06.2018
    Alles Gejammere ist sinnlos, das Projekt S21 wird durchgedrückt.
    Das viele Geld ist nicht verloren, das ist nur in anderer Leute Taschen.
    Man kann tagelang herum jammern, aber wenn man "neue Gutachten" als S21-Gegner in die Welt setzt, sollte man nicht Uralte Dinge benutzen.
    Der "Dubbel" im "neuen Gutachten zum Wasserschutz der Gegner" aus den 60er Jahre ist bezeichnet. Da kann ich aus meinen Beständen sogar einen aus technischer Sicht uralten "neueren" aus den 90er anbieten. Ab gesehenen das es fragwürdig ist mit Maschinenbaudingen bei einen Bauwerk zu argumentieren. Hier hätte man einen aktuelles "Wendehorst oder Schneider-Tabellenbuch" benutzen müssen.
    Es gäbe noch einiges andere zu sagen.
    Warum hat man das nicht mit den Geologen abgestimmt? Der hätte Aua schreien müssen.
    Es gibt sogar viel schlimmere Dinge in den Planänderungen mit denen man argumentieren hätte können.
    Die Planänderung der Pfahlgründung hat mich sprachlos gemacht. Da stehen konkrete Zahlen über das höhere Grundwasser in der Stadt drinnen (ca.5% höher als früher).
    Hat anscheinend niemand gemerkt. Das wurde schon alles 2012/13 genehmigt. Der Wasserschutz ist damals schon praktisch aufgehoben wurden.
    Bei Matthias Gastel hat sich schon 2016 Gedanken zu den Thema gemacht, inklusive Anfragen im Bundestag. Hat auch damals niemand interessiert.
    Und selbst wenn es zum Starkregen kommt. Muss halt die Stadtreinigung und Feuerwehr wieder in Ordnung bringen.
    Bahnunterbrechnung? Der Ersatzverkehr funktioniert immer. Irgendwelche Probleme wegen der Sperrung am Bodensee bekannt?
    Sarrazin liegt leider richtig: S21 ist sinnlos, überteuert und von Anfang an voller Baumängel. Aber sie werden es durchziehen.
    Aus den Reihen der Ing22 habe ich schon oft gehört, wir werden die Eröffnung wie beim BER verhindern. Aber wegen ihres Halbwissen in Sachen Bau werden sie scheitern. Da gibt es viel zu viele Phantasien bei S21.
    Man muss den Kackbau nüchtern ansehen um überhaupt etwas zu ändern. Da fehlt es gewaltig. Habe ich schmerzlich gemerkt als ich meine letzte Fachfrage in die Runde der Gegner warf. Die verstehen noch nicht einmal das Problem (es ging um die Stützen und das Problem der Stege). Einer der Gründe warum ich nichts mehr machen werde.
    Was mich inzwischen am meisten ärgert, es gibt sehr wohl einige älter Baufachleute in den Reihen der Gegner. Aber die hat man nie zu einen Team zusammengeführt.
    Lieber wird mit den "Intellektuellen" herumgelabbert.
    S21 hat schon längst die Sondergenehmigung, die beim BER fehlen. Nur die Gegner sind nicht in der Lage die ganzen genehmigten Planänderungsbeschlüsse der EBA richtig zu lesen und zu verstehen. Da hilft halt Karl Marx nicht weiter.
    Eine wichtige Grundlage dazu ist das verstehen der inzwischen bald komplett umgestellt Normen.
    Da nutzen viele meine Baufachbücher vor 2010 nichts mehr. Die sind zum Teil überholt. Willkommen in der neuen Bauwelt mit internationalen Normen.
    Es gibt beispielsweise Phantasien das man mit alten Zügen den alten Bahnhof erhalten könnte. Die Herrschaften sollten sich vielleicht mal mit den EU-Normen und Übergangsfristen dazu vertraut machen. Auf der Neubaustrecke dürfen viele der jetzt noch eingesetzten Züge schon wegen dieser EU-Umstellungen gar nicht mehr fahren. Und die EU hat geregelt das neue Züge mit Übergangsfristen eingesetzt werden müssen. Ist allein wegen der Brandschutzauflagen der Züge und Waggons nicht nur bei S21 sinnvoll.
    Für die guten alten Dampfloks wird man Sonderstrecken suchen müssen.
    Das gibt eine Bundestags-Anhörung mit vielen schweren Vorwürfen, usw.
    Das wird praktisch ergebnislos bleiben, außer der Erkenntnis, das muss bezahlt werden.
    Und Kretschmann wird recht bekommen: Es gibt Fehler, die müssen gemacht werden. S21 gehört dazu. Ist einfach ein Teil der Evolution der Menschheit.
    Halt ein Defekt in den Gen der Zivilisation.
    Ist halt alles irgend wie Sch...
    • Andrea K.
      am 08.06.2018
      Sie mögen mit so vielem Recht haben, was Sie sagen. Aber hinterher weiß ich immer, was ich besser anders gemacht hätte. Viele viele waren so naiv. Ich dachte tatsächlich, mit echten Informationen, Daten und Fakten könnte man die Menschen bewegen. Hätte ich nur damals schon von Edward Bernays gewusst - wer wissen will, wie Menschen wirklich funktionieren, dem sei die Dokumentation über ihn in der Arte-Mediathek empfohlen.

      Und warum haben Sie nicht "die Baufachleute zu einem Team zusammengeführt"? Alle anderen haben sich doch auch gefunden. Es gab keinen Chef, der die Projektgegner in Fachgruppen oder Arbeitskreise geteilt hat. Egal ob Geologen, Ingenieure oder Juristen - einer hat sich hingestellt und seine Fachkollegen um sich versammelt. Warum Baufachleute das nicht getan haben? Ich weiß es nicht, ich kenne keinen.

      Wir werden sehen, wohin der Irrweg21 noch führt. Wenn ich heute daran denke, dass Frau Merkel die "Zukunftsfähigkeit Deutschlands" an diesem Projekt messen wollte - wow. Aber da wusste sie noch nichts von VW, hatte wohl noch Hoffnung bei BER und konnte nicht voraussehen, dass sogar die weltberühmte "deutsche Autobahn" heute schon bei 25° hinüber ist...
  • Thomas A
    am 06.06.2018
    1. Alle Physiker die 1981 einen Laborversuch im Pfaffenwald hatten lieben Wittke. Wohin auch sonst mit der Lebenszeit. Das war nicht nur der Bienenweg.
    2. Zur Wirtschaftlichkeitsberechnug von S21 und! K21 gab es mal einen Beitrag in Eisenbahnrevue international. Unterzeichnet mit Breymaier (schreibweise mir gerade nicht geläufig. Jedoch zwangsweise gleich wie bei der SPD-landesvorsitzenden).Da verlor S21 deutlich gegen K21.

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