Leichter zu entwirren als die Wahrheit im Netz: fürchterlicher Kabelsalat. Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 303
Politik

Dann klopft mal schön

Von Johanna Henkel-Waidhofer
Datum: 18.01.2017
Das Recherchenetzwerk "Correctiv" will Facebook auf die Finger schauen und, wo nötig, drauf klopfen. Mit Blick aufs Wahljahr 2017 und die mögliche Beeinflussung durch Fake News. In eine bessere digitale Welt aufbrechen könnten aber auch viele andere – ohne großen Aufwand.

Ausgerechnet FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke, der gern die verbale Keule schwingt, sorgte beim Dreikönigstreffen für Furore mit seinem einfachen und praktikablen Vorschlag. Die klassischen Medien, forderte der frühere Lehrer, sollten ihre Kommentarfunktion nur noch für Nutzer mit Klarnamen öffnen: "Wer öffentlich etwas kommentieren möchte, soll sich dazu bekennen – oder die Klappe halten."

Mehr war nicht nötig, um nicht nur liberale Nerds in Wallung zu versetzen. Im Netz und außerhalb. "Die Frage ist doch, ob ein 56-jähriger Berufspolitiker, der vor langer Zeit Germanistik, Politik, Geschichte und Soziologie studiert hat, der richtige Ansprechpartner bei einem solchen Thema ist", postete einer, um solche "Plattitüden von Kritikverweigern" scharf zu kritisieren und dann mitzuteilen: "Ich traue mich nicht, so etwas unter meinem echten Namen zu veröffentlichen." Die Frage nach dem Warum, muss auf ewig unbeantwortet bleiben. Denn anders als beim guten alten Leserbrief und selbst bei den tausenden kritischen Mails, geschrieben mit offenem Visier, die täglich in den Redaktionen republikweit eingehen, ist eine ernsthafte Argumentation unmöglich.

Auf vielen Portalen wird allein der Anstoß zu einer Debatte über Klarnamen mit Zensur gleichgesetzt. "Wir sind der Überzeugung", bot einer der (jungen) Delegierten beim FDP-Parteitag einen Einblick in seine Gedankengänge, dass es "keine absolute Wahrheit" gibt, dass das "freie offene Internet Sinnbild der zensurfreien Kommunikation ist" und es möglich sein müsse, "Überzeugungen zu verbreiten und zu verteidigen, die naturwissenschaftlich nicht belegbar sind". Jedwede Wahrheitsprüfung sei gerade von Liberalen abzulehnen. Der Applaus fiel keineswegs spärlich aus.

Mit Milliardär Zuckerberg in einem Boot

Auch vor dem Hintergrund solcher Debatten ist es zumindest gewagt, wenn "Correctiv" jetzt falsche Nachrichten aufspüren mochte, die dann mit Warnhinweisen versehen werden. Unentgeltlich übrigens und vorerst ohne Finanzierungperspektive, im Rahmen eines Testlaufs. Ziemlich zeitgleich zur Bekanntmachung der ungleichen Allianz schwirrte die Realnews rund um den Erdball, dass Facebook-Gründer Marc Zuckerberg zu jenen acht Männern gehört, die mit 426 Milliarden US-Dollar zusammen so viel Geld besitzen wie die ärmere Hälfte der gesamten Weltbevölkerung.

Schon die ersten Kommentare auf Geschäftsführer David Schravens Erläuterungen zur neuen Zusammenarbeit belegen, wie dünn das Eis für das gemeinnützige Recherchenetzwerk ist. "Alles nur Meinungsmache"; oder: "Grundgesetzwidrige Zensur, nicht mehr, nicht weniger"; oder: "Werden auch Aussagen und Kommentare der Politiker mit Falschmeldung oder Fake gekennzeichnet? Da habt ihr euch aber viel vorgenommen. Denke, wenn ihr euch anmaßt, Privatpolizei zu spielen, werdet ihr einen ganzen Haufen Geld brauchen, um die Gerichtsverfahren durchzustehen, die euch erwarten. Ist doch absolut lachhaft, wenn sich da irgendwelche Robin-Hood-Verschnitte zusammensetzen und für Gerechtigkeit in der Welt sorgen wollen. Zumal eure Seite wohl eindeutig eure einseitige politische Richtung ausdrückt."

Die Personalfrage treibt andere ebenfalls um, etwa die Internetwächter von mimikama.at in Österreich, die mit zwei haupt- und 17 ehrenamtlichen Mitarbeitern bestückt sind, und sich pro Tag bis zu einem Dutzend Themen widmen (können). Derzeit zum Beispiel dem Umstand, dass Fake News mehr sind als entsprechend zu kennzeichnende Nachrichten, sondern "ein Geschäftsmodell, an dem Facebook mitverdient". Wie groß der Aufwand auch nur einer kontinuierlichen Pflege der eigenen Seite mit Rückantworten auf Beschimpfungen, Beleidigungen und Verdrehungen ist, davon kann gerade die Südwest-FDP ein Lied singen. Mit nicht weniger als vier Mitarbeitern war sie in der heißen Phase des Landtagswahlkampfs aktiv. "Und wir sind kaum nachgekommen", so Lisa Rossel, die in der Landesgeschäftsstelle dafür zuständig war.

Rückenwind kommt aus Österreich

Im aufgeheizten österreichischen Präsidentschaftswahlkampf hat die für die Van-der-Bellen-Kampagne verantwortliche Agentur Jung von Matt ebenfalls eine Reaktionsinitiative im Netz gestartet. "Wir haben ununterbrochen unzählige Foren durchforstet, wir haben jedes einzelne Posting, das gegen Van der Bellen gerichtet war, aufgespürt und eine Antwort gepostet", berichtete Co-Geschäftsführer Martin Radjaby kürzlich. "Wir waren always on, weil die FPÖ always on war." So etwas sei "mühselige Kleinarbeit". Dass FPÖ-Kandidat Norbert Hofer am Ende klar unterlag, zeige allerdings, dass sich die Mühe lohne. Internationale Interessenten werden inzwischen in Wien vorstellig, um zu erfahren, wie der rechtspopulistische Trend in ganz Europa gebrochen werden könnte.

Correctiv will in der Testphase nach eigenen Angaben genau diesen Aufwand miterheben. Wie das im Detail funktionieren soll, bleibt fürs erste das große Rätsel, genauso wie die Antwort auf die Frage, wie das gemeinnützige Projekt seinen Spendern erläutern will, dass sie Geld dafür ausgeben sollen, "Facebook zu heilen". Schraven räumt das in seinem Facebook-Statement selbst ein, ebenso wie den Hauruckstart. "Leider haben wir sehr wenig Zeit", schreibt er, die "entscheidende Richtungswahl" in NRW findet bereits im Mai statt. Der Geschäftsführer befürchtet, dass die "große Bedrohung der Gesellschaft" durch Fake News – gerade bei Facebook – in den kommenden Monaten noch massiver wird.

Immerhin: Die Verantwortlichen bei mimikama.at sind froh, dass "zumindest ein erster Schritt gemacht ist", wie Mitarbeiter Andre Wolf sagt. Es sei erfreulich, dass nicht englisch-, sondern deutschsprachige Enttarner unterwegs sind. Wie in vielen Foren wird allerdings auch bei dem seit 2011 gegen "Internetmissbrauch, Internetbetrug und Falschmeldungen" kämpfenden Verein darüber diskutiert, wie Markierungen und die darauffolgenden Konsequenzen für alle, die Fake News posten, gerichtsfest ausrecherchiert werden können.

Über die Klarnamenpflicht wird schon seit Jahren debattiert, schon zu Zeiten, die noch nicht als postfaktisch galten. Und es liegen zahlreiche Studien auf dem Tisch, die belegen, dass sich zumindest ein Teil der Pöbler und Beleidiger keineswegs abhalten lässt und ließ, weil sie schon heute mit ihrem Namen kübeln mit Verbalinjurien gegen Promis und Normals. Weit vor FDP-Rülke sind zahlreiche Politiker gebasht worden, etwa der stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Ralf Stegner, der Anfang 2016 meinte, demokratische Debatten zeichneten sich dadurch aus, dass man "seinen Namen und sein Gesicht zeigt". Der Hass war überbordend. Schon damals wurde breit darüber diskutiert, wie einfach gerade politische interessierte Nutzer und Nutzerinnen selber aktiv werden könnten. "Nachdenken, Hinsetzen, Schreiben", postet einer auf der Kieler SPD-Seite, "denn wir sind in der Mehrheit: Warum machen wir das nicht deutlich?" So kann's auch gehen.


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15 Kommentare verfügbar

  • Alreech
    am 24.01.2017
    Echten Nachrichten über Stuttgart 21, den Flughafen BER, die Elbphilharmonie, die Arbeitslosenstatistik und drogendealende syrische Flüchtlinge aus Marrokko die mit 14 Identitäten in Deutschland leben sind gefährlicher als jede Fake News.
    Mit der Anonymität ist das auch so eine Sache, wer falsch kritisiert muß damit rechnen das er von Nazis oder Antifa Besuch bekommt...
  • Salzberg
    am 24.01.2017
    Herr Zuckerb. ist zwar gegen Grenzen hat sich um sein gesamtes Anwesen auf Hawai aber eine Steinmauer bauen lassen und will sich noch mehr Land einverleiben um mehr Privatsphäre zu haben.Dazu will er Hawainer denen das Land seit Generationen gehört enteignen lassen,was die Gesetze dort auch erlauben...
  • andromeda
    am 22.01.2017
    Interessante Quelle : ZKM-Karlsruhe/Ausstellung

    "Global Control and Censorship"
    Interview mit dem Kurator :

    https://www.taz.de/Archiv-Suche/!5238161&s=Smarte+Totalitarismus/
    Beispiele der Schädigung von beruflicher und finanzieller Autonomie , ganz ohne Anklage , Prozeß/Belege und Urteil gibt es zuhauf , wenn die Richtung nicht stimmt.
    (mit politischem "Gerichtsprozeß" ebenso,siehe : "Politische Justiz in unserem Lande" von Kontext:)

    http://www.taz.de/taz-Debattenserie-Digitalisierung/!5367252/

    Prof. Thomas Fischer/Richter am BGH Interviews
    http://blog.justizfreund.de/bundesrichter-thomas-fischer-sagt-aermere-menschen-zu-bestrafen-falle-der-justiz-leicht-bei-maechtigen-versage-sie-13-10-2015/

    Soviel ich weiß , was seit Jahrzehnten immer mal wieder angemahnt wird , die Straflosigkeit bei Bestechlichkeit von Bundespolitikern/Landespolitikern(?) aufzuheben, sowie den Zwang Spenden in der Kategorie III /über 20 000.-Euro an Politiker , meldepflichtig in exaktem Betrag zu machen , ist immer noch nicht umgesetzt.

    Aber für eine solche Rechtsstaatlichkeit setzt sich sich ein "liberaler" Rülke/Politik und "Medien" typischerweise nicht ein . Keinerlei Forderungen echte Mißstände abzuschaffen .

    Dafür lieber "Anonymität" und mit ihr Meinungsfreiheit bekämpfen,
    die totale Überwachung legalisieren und (Ignorieren 3 er Verfassungsgerichtsurteile)
    private "soziale Netzwerke" /correctiv als Zensurbehörden
    zur Eindämmung falscher "Meinungen" installieren .
    Ist ja jetzt auch Gesetzesvorhaben unisono , schon mitbekommen ?

    Dazu passt folgender Link:
    http://blog.justizfreund.de/abschied-vom-recht-wir-sind-auf-dem-weg-zu-einer-globalen-sicherung-von-herrschaftsanspruchen-ohne-recht-02-2007/

    Zuletzt nochmals Fischer-interview mit Jurapol, z.Bsp. ab 54:08
    zu "Überwachungsstaat" :
    https://www.youtube.com/watch?v=3jbYnSAfS1k
  • andromeda
    am 21.01.2017
    Das Buch :
    "Sie kennen Dich!
    Sie haben Dich!
    Sie steuern Dich"
    von Markus Morgenroth / Informatiker (uvm.)
    weist auf folgendes hin .

    Anonymität ist eine Mär . Selbst die sog. "Anonymisierung",
    z.B.bei Gesundheitsdaten , ist ein Klacks für spezielle Programme zur De- Anonymisierung . das ist nur IT-Rechen-Routine.

    Vor bereits ca. 2 Jahren , lt. kleiner kurzer und einmaliger Zeitungserwähnung Seite xx -statt 1. Seite , wurden 22(?) Mio. Personendaten/Rezeptdaten aus einem von 2 süddeutschen Abrechnungszentren für Apotheken/Medikamentenrezepte
    von einem Mitarbeiter illegal kopiert und verhökert.

    Jede Arzthelferin kann dies ebenfalls für einen kleineren Kreis tun.

    Mit Einführung der elektronischen Krankenkarte , die nicht mehr abgewendet werden kann , erweiterte sich der "Fundus".
    Die Ärzteschaft leistete genau solange Widerstand , bis klar war , dass die ntwdg.Technik für die Praxen umsonst geliefert werden würde .

    M.M. weist weiter daraufhin , daß es in Zukunft keinerlei Privatheit mehr geben wird . Weltweit . Schon heute gibt es 25 Milliarden Apps auf Handys( wie alt ist das Buch schon?) , die permanent Ortsangaben senden . Programme zur ebenso permanenten Sprach-und Textspeicherung sind ein alter Hut , sie sind so versteckt , daß normale Verbraucher/Bürger/Leute sie nie entdecken werden können.

    Dito digit.TV,Laptop,Tablet,Festnetz. jetzt wird ja auch ganz doll der digitale Haushalt beworben . Der macht das Leben ja so einfach und unkompliziert und sicher.

    Schaufensterpuppen , die permanent aufzeichnen , wer gerade auf der Strasse passiert (via.Handy/biometr.Gesichtserkennung/RFID) und in welcher Form , langsam , schnell, hastig usw., sind schon lange Realität .

    Werbung wird aufgrund der Datenmengen individualisiert . Jede Person , jeder Verbraucher bekommt seine individuelle Werbung und seinen individuellen (höheren) Preis im anfälligsten Moment.
    Kaufhäuser wissen schon vor Schwangeren , aufgrund ihres veränderten Kaufverhaltens , daß sie schwanger sind.

    Selbst im deutschen Wald seien bereits weit über 100 000 Kameras installiert , ja 100TSD (Jäger, Förster usw.).

    Ebenso bekommt jeder seine "individuellen" Informationen und Nachrichten , direkt auf den Geist geschneidert .Bereits heute werden Sportartikel von Programmen erstellt .

    Die Medien haben schon lange nicht mehr die Funktion ein Informationsangebot vorzuhalten . Vielmehr haben sie die Aufgabe das Denken des Menschen zu formen und zu bearbeiten . Der Mensch ist ihr "Produkt", wird zum geführten Objekt .
    Eine vernünftige ,vielfach historisch und ,- offenkundig gegenwärtig -, belegbare These, und deshalb Tatsache.

    Die Deutungsgewalt über : Was sind die "FakeNews" ist der letzte totalitäre Angriff auf die Meinungsfreiheit (deswegen zynisch "Correctiv" benannt).

    Was will dieser "Rülke"?

    Gute Nacht.

    .
  • Liane
    am 20.01.2017
    @Andreas Speer: Sie scheinen ja in Utopia zu leben..... Aber ja es wäre super, wenn eine Meinungsäußerung nicht berufliche oder persönliche Konsequenzen hätte! Aber das ist ne Mär....
    Und: die braune Suppe kam 33 auch ohne Internet.....
    Und u.a. laut Heitmeyer war sie vor 2011 auch schon da!
    (auch Reps hier in BW)

    Eine ehemalie ddrianerin schrieb mal: in der ddr habe sie immer mit ner Schere im Kopf gelebt, gearbeitet, getan: das darf ich hier, das nicht!...... So langsam habe sie den Eindruck auch im Westen müsse sie die Schere einbauen.....
    Wollen Sie so eine Demokratie?
  • Andreas Spreer
    am 20.01.2017
    Wer falsche Tatsachen behauptet, andere beleidigt etc., muss dafür mit seinem Klarnamen geradestehen. Andernfalls fährt jede Gesellschaft an die Wand. Ich kann und will mich nicht mit Leuten auseinandersetzen, die nicht bereit sind, zu ihren Aussagen zu stehen. Wenn man deswegen seinen Job verliert, muss man sich halt vorher überlegen, was man schreibt. Das ist in der "realen" Welt genauso. Das Gegenteil wird nicht dadurch richtiger, dass es viele Leute so machen, bloß weil ihnen noch keiner auf die Finger geklopft hat. Die ganze braune Soße wäre nie so stark geworden ohne das! Deswegen Bravo zu dem Vorschlag von Hans-Ulrich Rülke und danke für den Artikel.
  • era
    am 19.01.2017
    Es ist wohl begründet, im Internet nicht mit seinem Klarnamen zu posten. Während der Bahnhofproteste war es niederschwelliger den Klarnamen zu nutzen. Das war ein One-Issue, man war auf der Straße und sowieso zu sehen.
    Die Bewegungen im WWW sind aber vom Gesicht-Zeigen auf der Straße und in diesem Umfeld unterschiedlich.
    Krankenkasse, PolygoCard, Versicherungen, OnlineBanking - darüberhinaus meine Log-Ins auf Shopping und Nachrichtenportalen- da läppert sich einiges zusammen.
    Und alles kann in Sekunden zu einem Profil zusammengestellt werden.

    Ich bin ein Privatmensch und will das vorerst auch bleiben.
    Die Möglichkeiten, digital einen Menschen zu verfolgen und zu mainpulieren, ihn zu sperren, seine Zugangsrechte zu beschneiden usw sind unvergleichlich viel größer, umso mehr wie dass eben auch lebenswichtige Handlungen irgendwann nur noch übers www abgewickelt werden können.

    Es beruhigt nicht, dass Kontrolle über Recht im WWW vom Staat ausgeübt wird. Die Knechtungspraxis für Bezieher von Hartz IV ist abschreckend genug. Und correctiv ist nicht einmal das - Stiftungen! Vielen Dank.

    Zum Schluß: FaceBook ist KEIN Nachrichtenportal. Wenn das umgesetzt wird, sitzen in den Kantinen und Kneipen demnächst wohl auch Meinungskommissare und passen auf, was geredet wird!?
  • a.weisshaupt
    am 19.01.2017
    beim wort "fake-news" denke ich an die öffentlich rechtlichen zwangsgebühreneintreiber und an die mainstreammedien, die mir gerne jederzeit was von faulen griechen, bösen putins, gefährlichen rechten und sonstigen feindbildern erzählen, während ihre auflage aus völlig nicht nachvollziehbaren gründen der null entgegenschrumpelt.
    ob das mit fischigen zensurklitschen wie correctiv, amadeu-antonio-stiftung und bertelsmann besser wird?
  • Blinkfeuer
    am 19.01.2017
    Nur bei fb wird beobachtet oder auch bei der NATO- Show, ARD, 20:00h täglich?
  • Harald A. Irmer
    am 18.01.2017
    Vllt werden die Fake-News ganz interessant. Ich werde Facebook fragen, ob man gezielt nach ihnen suchen kann.

    Man könnte einen Club "Freunde der Fake-News" aufmachen (natürlich ohne justiziable Beleidigungen etc.).

    Habe DDR-Erfahrung - Dada hilft.
  • Andrea
    am 18.01.2017
    Wie definiert man "Fake News"?

    Wir haben Politiker, die sich regelmäßig beim Erfinden von Zahlen erwischen lassen: https://www.freitag.de/autoren/wolle-ing/falsche-zahlen-eine-politiker-timeline

    hätte das dann Konsequenzen?

    Über das Lügen mit Statistiken gibt es ein Buch von Walter Krämer oder hier eine schöne Darstellung: http://www.math.uni-magdeburg.de/~wkahle/luegtstat.pdf. Wie ist das denn zu bewerten? Wenn das "Fake news" ist, dann ist Werbung ab sofort illegal.

    Und wer ist eigentlich verantwortlich, wenn eine Falschmeldung immer wieder abgeschrieben wird, wie gestern erst passiert beim NPD-Nicht-Verbot: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/falschmeldungen-ueber-das-urteil-zum-npd-verbot-14677930.html

    Wir werden uns der Situation nicht entziehen können, wir müssen lernen damit umzugehen. Ein Schwerpunkt "Medienkompetenz" in der Schule könnte ein Anfang sein. Hilfreich wäre das allemal, vor allem im Wahljahren.
  • Marie
    am 18.01.2017
    Bzgl Klarnamen und Hetze und fake

    Es ist immer wieder interessant, dass das "nach unten treten" immer wieder vorherrschende "Politik" der bekannten und selbsternannten Elite ist! (Und auch derer, die sich als gebildeterererer als... sehen!)

    a) wie wäre es, mal in einem Mehrspalter die fakes der offiziellen Stellen und die fakes der "nerds" nebeneinander zu stellen!
    (Incl deren Auswirkungen! Der Fake Bushs hat einen noch heute andauernden Weltkrieg ausgelöst, die demokratischen Prinzipien weltweit in die Ecke verbannt und Millionen Menschenleben, und Millionen Menschenvertreibungen ausgelöst! Dagegen: was löst der Oettinger fake von Neumeier aus? https://youtu.be/dONvEnRVJHY ;-)

    b) es ist erschreckend wie wenig die Frage gestellt wird, warum sich in einem angeblich demokratischen Land Leute nicht mehr trauen, mit Namen zu ihrer Meinung zu stehen!
    (Innerhalb von Parteien: oft taucht mittlerweile der Satz auf: er/sie möchte namentlich nicht genannt werden! Weichei? Feigling? Oder zurecht Angst vor Repressalien?)
    (Bei Widerstand21 oft zu beobachten, wie institutionelle Mitarbeiter sich deckeln lie(a)ssen, nicht namentlich genannt werden woll(t)en, sich bedeckt halten müssen!....warum?
    Es geht "nur um einen Bahnhof" und trotzdem liessen sich Tausenden von institutionellen Mitarbeitern gleichschalten! Wahnsinn!)

    c) angesichts der Unfähigkeit von Sicherheitsbehörden, der Innenminister, der Datenschützer, eines "Internet vergisst nie!" und einer zunehmenden Datenzusammenfassung (bei Bewerbungen werden Internetabfragen gestartet) ist es doch mehr als fraglich, warum sich Menschen outen sollen!
    Und DAS ist der demokratische Horror!
    (Bekanntlich haben Leute aufgrund ihres "öffentlichen" Auftretens für den Kopfbahnhof ihren Job verloren! Erschreckend!)

    d) mein letztes Interview gab ich einem STZ Mitarbeiter, namentlich (ich stehe zu dem was ich sage!), musste dann aber festgestellen, dass ich nicht als "Informantin" geschützt worden, sondern dem ProlerMob zum Fressen hingeworfen worden war! Seitdem gebe ich keine Interviews mehr!
    - d1: mein Eindruck1: viele Redaktionsstuben erhöhen sich und ergötzen sich daran, dass sie die Macht haben, Fussvolk aufeinander zu hetzen!
    - d1: mein Eindruck2: Redaktionsstuben sind maßgeblich mit Zündeln beschäftigt und verweigern aktiv ihre Moderator-Funktion
    (Vera am Nachmittag lebt davon, dass sie Hinz gegen Kunz aufwiegelt!)
    - d1: mein Eindruck3: Journalisten schreiben "zündelnde" Artikel und ergötzen sich am Aufruhr! (Weil die Quotenjunkies das brauchen!)

    - d2: wie schützen also Datenschützer, Kommentarredakteure, Oberschecker meinen Namen? Das Internet ist definitiv nicht nur eine positive Erfindung, sondern auch eine gewaltätige und menschenverachtende! In dem weltweite Fluss kämpft der Einzelne gegen unsichtbare Giganten!
    Einerkajak gegen Queen Mary und div Containergiganten!

    - d3: warum lassen sich soviele vor den marktradikalen und Mainstream Wagen spannen?
    Da wird ein Internet als Gefahr (aber nur im Sinne der Mächtigen) gesehen und schon machen ganze Heerscharen den Käscher?
    Kann es sein, dass Politiker, Journalisten, PseudoExperten die FussvolkKonkurrenz fürchten und "vernichten" wollen? (Frei nach dem Motto: ich, nur ich, bin der Herr, dein Gott, die Wahrheit und die Meinung?)

    e): Reanimation des Aufklärungsgedankens tut not! Incl These/ Antithese! Und Geschichtsbewusstsein!
    Warum wird so wenig inhaltlich definiert, geklärt und gestritten! Streitkultur gehört zur Bildung, zur Demokratie und zur Aufklärung!
    Ab wann schadet eine andere Meinung und wo kann sie stehen bleiben?
    Hat nicht unsere Geschichte gezeigt, dass verrückte, spinnerte Ideen irgendwann "plötzlich" Standard wurden? Müsste uns das nicht vorsichtig sein lassen?

    Stellt euch immer vor: ihr seid Galileo, der den Machthabern erklärt, laut seinen Ideen sei die Erde eine Kugel!

    Sind nicht gerade erschreckend und verdammt viele feudale, klerikale Fachidioten mit der "die Erde ist ne Scheibe" MittelalterSensen unterwegs?
    Und peitschen und heizen diese "Senser" nicht den KulturKampf an?
    Und lassen sich nicht unglaublich viele Linksliberale vor den falschen Propheten Wagen spannen? Und sind damit -wie zunehmend NGOs- eine viel grössere Gefahr?
  • Jürgen Falkenstein
    am 18.01.2017
    https://correctiv.org/correctiv/aufsichtsrat-ethikrat/
    https://correctiv.org/correctiv/foerderer/
    https://correctiv.org/correctiv/finanzen/

    Damit ist ja wohl sichergestellt, daß da nix passieren wird, was unsere Eliten verärgern könnte!
  • Marie
    am 18.01.2017
    @Schwabe
    Dazu:
    https://correctiv.org/correctiv/finanzen/

    Eine tolle Wertsteigerung von Schraven und Humborg, oder?
    Offenlegung der Bruttogehälter der Geschäftsführung und Chefredaktion
    2015
    David Schraven: 111.038 Euro
    Dr. Christian Humborg: 88.200 Euro
    Markus Grill: 87.500
    2014
    David Schraven: 36.338 Euro
    Dr. Christian Humborg: 14.167 Euro
  • Schwabe
    am 18.01.2017
    Ausgerechnet „Correctiv“ soll Facebook von Falschmeldungen befreien? Da wird doch der Bock zum Gärtner gemacht!

    Die Debatte um „Fake-News“, also Falschmeldungen, auf Facebook nimmt kein Ende. Nun soll ausgerechnet das selbsternannte „Recherchezentrum“ Correctiv für Facebook in Deutschland fragwürdige Nachrichten überprüfen und Falschmeldungen etikettieren. Dafür verlangt Correctiv offenbar von Facebook keinen einzigen Cent. Ein seltsamer Deal. Vor allem dann, wenn man bedenkt, dass Correctiv selbst alles andere als neutral ist und eine fragwürdige Finanzierungsstruktur aufweist. Da wird der Bock zum Gärtner gemacht. Die Beauftragung von Correctiv ist ein weiterer Schritt in die falsche Richtung. Von Jens Berger.

    Weiterlesen: http://www.nachdenkseiten.de/?p=36631

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