Schulbeginn in der Waldorfschule auf der Stuttgarter Uhlandshöhe. Foto: Charlotte Fischer

Schulbeginn in der Waldorfschule auf der Stuttgarter Uhlandshöhe. Foto: Charlotte Fischer

Ausgabe 441
Medien

Sie tanzen die Waldorfmania

Von Jürgen Lessat
Datum: 11.09.2019
Zum 100-jährigen Bestehen der Waldorfschulen gab es in den "Tagesthemen" ein Buchstaben-Tänzchen, und der grüne Landesvater fand nur lobende Worte. Kritische Stimmen zu den "versteinerten Schulen" fanden im Jubiläumsjubel hingegen wenig Gehör.

Nach Brexit-Chaos, Bahamas-Wirbelsturm und Unions-Klimaklausur versuchte sich Caren Miosga in anthroposophischer Bewegungskunst – und tanzte eurythmisch das Wort "Tagesthemen". Zwar nicht vor laufenden Kameras, sondern nur in Bildern auf der riesigen Studio-Videowand. "Das hier ist weder Akrobatik noch Cheerleading, sondern schlicht das ABC, so wie es die Waldorfpädagogik lehrt", moderierte Miosga am 3. September einen Beitrag über die anthroposophischen Schulen an, die in diesen Tagen ihr 100-jähriges Gründungsjubiläum feiern.

Der anschließende Film zeigte anhand der Interkulturellen Waldorfschule Mannheim, "warum diese Art zu lernen auch heute noch viele Schüler und deren Eltern bewegt" (Miosga). Allerdings kam der vom SWR zugelieferte Beitrag nicht bei allen Zuschauern gut an. "Werbeunterbrechung für Waldorfschulen in den Tagesthemen" monierte etwa der Waldorf-Kritiker Andreas Lichte im Humanistischen Pressedienst. In einem ausgewogenen Beitrag, wie man ihn von öffentlich-rechtlichen Medien erwarten dürfe und müsse, hätte auch Kritisches über das Waldorf-Konzept und seinen Gründer Rudolf Steiner Erwähnung finden müssen, so Lichte.

Schule der Bildungsbürger und Exportschlager

Lobhudelei hin, Lehrkonzeptschelte her. Tatsächlich bekamen die "Tagesthemen"-Zuschauer nur einen Ausschnitt aus einer 45-minütigen Reportage zu sehen, die zwei Tage später in voller Länge im dritten Programm des Südwestrundfunks (SWR) ausgestrahlt wurde. In "Waldorf global: Eine Schule geht um die Welt" präsentierte SWR-Redakteurin Esther Saoub noch ausführlicher die Schule im Mannheimer Brennpunktviertel Neckarstadt-West, in der Kinder aus unterschiedlichsten Schichten und Kulturen gemeinsam lernen. Damit suchte sich die Autorin allerdings einen anthroposophischen Solitär aus: bis heute besuchen vor allem Kinder aus dem gehobenen deutschen Bildungsbürgertum die hiesigen Waldorf-Schulen, während Migrantenkinder deutlich unterrepräsentiert sind. "Ich wollte nicht das Gleiche immer wieder erzählen", begründete Saoub ihre Auswahl in einem Radiointerview.

Während ihrer einjährigen Recherche besuchte die Autorin auch anthroposophische Einrichtungen im brasilianischen Sao Paulo, in der russischen Industriestadt Samara und in einem Flüchtlingscamp im Nordirak. Die Botschaft der dokumentarisch angehauchten Reportage: 100 Jahre nach Gründung der ersten Waldorfschule in Stuttgart ist daraus eine riesige Schulbewegung geworden, die Rudolf Steiners Bekenntnis von der "Erziehung zur Freiheit" in alle Welt exportiert.

Laut Bund der Freien Waldorfschulen besuchen etwa 88 000 Schüler die 245 Freien Waldorfschulen in Deutschland, davon etwa 60 im Südwesten. "Weltweit bieten derzeit mehr als 1150 Schulen und knapp 1900 Kindergärten Waldorferziehung an: von Island über Ägypten bis nach Südafrika, von Honolulu übers Silicon Valley bis nach Tokyo", heißt es in einer Presseerklärung der weltweit ältesten Waldorfschule auf der Stuttgarter Uhlandshöhe. Diese wurde am 7. September 1919 durch den Unternehmer Emil Molt als eine Schule für die Arbeiterkinder (!) seiner Waldorf-Astoria Zigarettenfabrik eröffnet. Sie gilt als Mutter aller Waldorf-Schulen, auch weil sie anfangs von Rudolf Steiner (1861-1925), dem österreichischen Esoteriker und Gründer der anthroposophischen Weltanschauung, persönlich geleitet wurde.

Doch noch vor Ausstrahlung schlug Saoubs Waldorf-Reportage in Medienkreisen Wellen. Der freie Journalist Boris Rosenkranz störte sich im Online-Magazin "Über Medien" an allzu einseitiger Aufmachung. Die Reportage sei eine "weitgehend freundliche Darstellung der Waldorf-Pädagogik". Kritisch bemerkte er, dass darin neben Schülern, Lehrern und Eltern auch der Bildungsforscher Heiner Barz als vermeintlich unabhängiger Experte zu Wort kommt. Laut Waldorf-Kenner Lichte wurde Barz‘ Studie über "Bildungserfahrungen an Waldorfschulen" unter anderem vom Bund der Freien Waldorfschulen mitfinanziert. In der SWR-Doku wird dies nicht erwähnt.

SWR-Autorin eng mit Waldorf-Bewegung verbandelt

Rosenkranz recherchierte auch, dass SWR-Autorin Saoub, die bislang für ARD und ARTE aus dem Nahen Osten berichtete, mit der Waldorf-Bewegung enger verbunden ist als auf den ersten Blick ersichtlich. So ist Saoub selbst nicht nur Waldorf-Schülerin, sondern sitzt auch im Vorstand des Vereins für ein "Freies Schulwesen, Waldorfschulverein e.V.", dem Träger der Schule auf der Stuttgarter Uhlandshöhe. Beim großen Festakt zum 100-jährigen Jubiläum in der Stuttgarter Liederhalle war sie noch als Moderatorin vorgesehen, sagte aber einen Tag vor der Veranstaltung mit den grünen Festrednern Winfried Kretschmann (Ministerpräsident) und Fritz Kuhn (Oberbürgermeister) ab. Der Druck war zu groß geworden. 

Keine Noten, kein Sitzenbleiben

Waldorfschulen haben keinen Direktor, sondern werden vom Kollegium verwaltet und von einem Schulverein getragen. Die klassischen Fächer wie Mathe, Deutsch oder Geografie unterrichtet in der Waldorfschule bis zur achten Klasse ein einziger Lehrer. Es gibt kein Sitzenbleiben und keine Noten – außer bei den staatlichen Abschlussprüfungen. (jl)

Darf jemand wie Saoub, die "mittendrin" in der Waldorf-Bewegung steht, dann auch eine Doku über Waldorfschulen drehen, wollte Rosenkranz vom SWR wissen. In seiner Antwort wand sich der Sender um ein klares Ja oder Nein. Der Auftrag sei gewesen, "anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Waldorf-Idee die weltweite Expansion der Waldorfschulen grob nachzuzeichnen". Und da es bereits, "auch seitens des SWR", Dokumentationen gebe, "die sich explizit kritisch mit der Idee und Historie der Waldorf-Bewegung auseinandersetzen, hat die Redaktion sich für einen deskriptiven Ansatz entschieden". "Deskriptiv (von lateinisch describere, beschreiben, umschreiben) bezeichnet einen beschreibenden bzw. abbildenden Standpunkt, der den Anspruch einer wertfreien Betrachtung erhebt", definiert Wikipedia das Fremdwort. "Was also das Gegenteil von kritisch sein muss, denn kritisch gäbe es ja schon", interpretiert Rosenkranz das Statement des Senders.

Hektische Korrekturen beim SWR

Rosenkranz' Neugier löste offenbar hektische Aktivitäten im SWR aus. Denn kurz vor dem Sendetermin der Reportage wurden sowohl Pressetext als auch Filmabspann um einen "Transparenzhinweis" ergänzt. Erst durch diesen erfuhren Zuschauer von der engen Verbandelung der Filmautorin mit der Waldorf-Bewegung. "Es war also offenbar nicht von Anfang an geplant, offen mit der "ehrenamtlichen Verbindung" umzugehen", schlussfolgert Rosenkranz. So fehlte auch in den "Tagesthemen" der Hinweis auf Saoubs Vorstandstätigkeit. Moderatorin Miosga erwähnte bloß, Saoub sei "selbst eine Waldorfschülerin".

Anders als der SWR berichtete etwa das ZDF das 100-jährige Waldorf-Jubiläum ausgewogener. "Die einen feiern sie als vorbildliche reformpädagogische Schulen. Für andere sind sie einfach nur esoterisch und weltfremd", stellte das "Heute"-Portal die Positionen gegenüber. "In einer Zeit, in der sich viele Menschen überfordert und verunsichert fühlen und darauf mit Abschottung und Ausgrenzung reagieren, müssen wir mehr vermitteln, als das Einmaleins, physikalische Formeln und grammatikalische Regeln", wird darin Henning Kullak-Ublick zitiert, Vorstandssprecher des Bundes der Freien Waldorfschulen und der Internationalen Waldorf-Konferenz.

"Es gibt kein jahrgangsübergreifendes Lernen. Stattdessen herrscht zumindest in der Unterstufe ein autokratisches Regime: Der Klassenlehrer unterrichtet acht Fächer allein, meist im Frontalunterricht", kommt als Gegenredner Professor Heiner Ullrich bei "Heute" zu Wort. "Ich höre immer wieder von Klagen, dass an Waldorfschulen weniger neue Lernformen anzutreffen seien als an staatlichen Schulen. Zudem sind sie ein Ort der jahrelangen digitalen Abstinenz", sind für den Erziehungswissenschaftler von der Uni Mainz Waldorfschulen in der pädagogischen Vergangenheit stehen geblieben.

"Waldorf hat Charakter einer Sekte"

Die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) protokollierte Aussagen eines ehemaligen Waldorflehrers aus Baden-Württemberg. "Waldorf hat den Charakter einer Sekte, und mittlerweile bin ich überzeugt: Waldorf richtet Tag für Tag Schaden an. An fast jeder Schule findet sich ein harter Kern an Leuten, die Rudolf Steiner wie einen Religionsgründer behandeln", begründet Nicholas Williams in der SZ, warum er inzwischen aus dem Waldorf-Schuldienst ausgestiegen ist.

Unter den ARD-Sendern setzte sich zuletzt der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) kritisch mit der Waldorfpädagogik und deren Weltanschauung auseinander. Anlass für den im April im Politmagazin "Kontraste" gesendeten Bericht war ein Masernausbruch in Freiburg. Während die meisten Medien den genauen Ausbruchsort verschwiegen, benannte "Kontraste" den Infektionsherd: die Waldorfschule im Freiburger Stadtteil Rieselfeld. "Insbesondere im bürgerlich-alternativen Milieu gibt es viele Impfgegner, bestärkt in ihrer Ablehnung von medizinisch sinnvollen Impfungen werden sie oftmals durch Anthroposophen und Heilpraktiker", so das Magazin. Noch deutlicher wird der Virologe Professor Klaus Überla vom Universitätsklinikum Erlangen in dem RBB-Beitrag: "Bei fast allen Masernwellen in den vergangenen Jahren spielten Waldorfschulen eine Rolle. Deutschlandweit sind sie Brutstätten des Virus. Es ist ein Erbe des Begründers der anthroposophischen Waldorfpädagogik. Rudolf Steiner, der auch an Naturgeister glaubte, sah Masern als Chance, das eigene Karma zu verbessern."

Bis heute schürten anthroposophische Ärzte Zweifel an den offiziellen Impfempfehlungen, kritisiert der Virologe. Dennoch würden die Anthroposophen weiter hofiert, vor allem von den Grünen, heißt es in "Kontraste". Zwar spreche sich die Partei offiziell für Masernimpfungen aus. Eine Impf-Pflicht, inzwischen bundesweit eingeführt, lehnten die Grünen kategorisch ab.

Rudolf Steiner: Philosoph und Rassist

"Steiners Lebenswerk ist gewaltig. Es ist eigentlich unübersehbar", betonte Winfried Kretschmann am vergangenen Samstag in seiner Festrede. Doch der promovierte Philosoph sei auch ein Mensch gewesen, ein Mensch mit Fehlern. "Seine Begriffe von ‚Stamm‘ und ‚Rasse‘ gehören zu seinen größten Fehlern. Sie sind vollkommen inakzeptabel", so Kretschmann. "Auch angesichts eines heute wieder erstarkenden Rechtspopulismus." Mit der "Stuttgarter Erklärung" von 2007 habe sich der Bund der Freien Waldorfschulen richtigerweise deutlich und kritisch gegen jede Form von Nationalismus, Rassismus und Diskriminierung ausgesprochen.

Kritische Worte zur Waldorfpädagogik? Fehlanzeige. "Die Waldorfschule war - gemessen an ihrer Verbreitung im In- und Ausland - eine der erstaunlichsten und erfolgreichsten deutschen Bildungsideen des letzten Jahrhunderts", so Kretschmann, der selbst Lehrer an einer staatlichen Schule war. Stattdessen tröstende Worte: "Die Waldorfschulen können auch sehr gelassen mit dem Vorurteil leben, dass man in ihnen vor allem lerne, seinen Namen zu tanzen und Honig zu schleudern."

Finanzschwache bleiben draußen

Im September 2017 wurde das baden-württembergische Privatschulgesetz geändert, was zu einer deutlich verbesserten finanziellen Förderung freier Schulen durch das Land führte. "Nun können auch die Waldorfschulen als sogenannte Schulen besonderer pädagogischer Prägung mit auskömmlichen staatlichen Zuschüssen unser Schulwesen weiter bereichern. Sie können als Schulen in freier Trägerschaft dem Anspruch Emil Molts auf Bildung für alle treu bleiben. Ohne ihre Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern abzusondern!", so Ministerpräsident Winfried Kretschmann beim 100-Jahr-Festakt der Stuttgarter Waldorfschule auf der Uhlandshöhe.

Mit dem Privatschulgesetz wurde auch dessen Vollzugsverordnung geändert. Diese stellt klar, dass ein monatliches Schulgeld über 160 Euro gegen das Sonderungsverbot des Grundgesetzes verstößt, wonach Privatschulen grundsätzlich allen Bürgern und deren Kinder ohne Rücksicht auf ihr Einkommen und Vermögen offenstehen müssen. Recherchen zu diesem Beitrag ergaben Hinweise, dass einzelne Waldorfschulen bis heute ein höheres Schulgeld (im Waldorfsprech: Elternbeitrag) in den individuellen Finanzgesprächen vereinbaren oder Kindern einkommensschwacher Eltern den Waldorfschulbesuch aus finanziellen Gründen von vornherein verwehren. Betroffene Eltern können sich vertraulich an den Autor wenden. (jl)


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37 Kommentare verfügbar

  • Waltraud L.
    am 26.09.2019
    Was an der Filmsendung mit "nur lobende Worte" kritisiert wurde, kehrt sich in diesem Artikel eindeutig ins Gegenteil: Eine ins Lächerliche gezogene Eurythmie, deren Sinn und Hintergrund mit keinem Wort erwähnt wird, und in den Zwischenüberschriften Schlagworte wie "Sekte" und "Rassist", welche auf den Leser sowohl suggestiv, als auch alarmierend wirken. Alles Vorwürfe, die seit Jahrhunderten über Geisteswissenschaftler, Pholosophen und deren Forschen über Geist und feinstoffliche Welten, angewendet werden. Dazu wird von Sektenstrukturen in Waldorfschulen berichtet, dass dies auf menschliches Versagen bezüglich der Grundidee dieser Pädagogik beruht, wird nicht erwähnt. Auch wird eine Rede angeführt, in der die Fehlerhaftigkeit Rudolf Steiners bezüglich seiner Aussagen über Rasse und Stamm genannt wird, doch Zitate einzeln aus dem Zusammenhang gerissen treten dem Leser total verfälscht entgegen, werden jedoch dazu benützt Rudolf Steiner Rassismus vorzuwerfen. Schade!!! Die Aussage, das Rudolf Steiner ein Rassist sei, ist von der Wahrheit Lichtjahre entfernt. Er stand für die Entwicklung, Individualität und Freiheit eines jeden Menschen, egal welcher Hautfarbe, Religion oder Kultur.
    Es ist ein Leichtes, mit negativen Bezeichnungen und Schlagworten Personen, Philosophien und Weltanschauungen zu diffamieren.
    Ich selbst war nie auf einer Waldorfschule, noch nenne ich mich Anthroposoph. Doch seit ca. 20 Jahren studiere ich geisteswissenschaftliche Werke verschiedener Geistforscher,
    u.a. auch von Rudolf Steiner. Die suggestive Art des o. g. Artikels fördert in keinster Weise den Impuls für eine eigenständige Auseinandersetzung mit Rudolf Steiner und den Grundlagen seiner wertvollen Pädagogik und Philosophie.
  • Josef Tura
    am 16.09.2019
    "Es liebt die Welt, das Strahlende zu schwärzen, und das Erhabene in den Staub zu ziehen." Schiller, wenn ich mich recht erinnere. Und im Journalismus wie auch bei Bestseller-Autoren ist es inzwischen finanziell sehr einträgliche Mode geworden, an die Sockel von Denkmälern zu pinkeln. Ich warte auf den Tag, wo enthüllt wird, daß Mutter Teresa Spendengelder veruntreut hat und Albert Schweitzer afrikanische Sklaven ausbeutete...
  • Köhler, Henning
    am 16.09.2019
    Ja, es gab Fälle von physischer und psychischerr Kindesmisshandlung an Waldorfschulen, Ja, es gab Missbrauchsfälle an Waldorfschulen. Ja, es gibt Rassisten und Deutschnationale unter Waldorflehrern. Ja, es gibt fragewürdige bis haarsträubende Äußerungen Rudolf Steiners, von denen sich jeder, der ihm posthum einen Gefallen tun will, distanzieren sollte. Nur: Das sind alles keine Waldorf-Spezifika. Gewalt und Missbrauch gab und gibt es auch an kirchlichen, staatlichen oder reformpädagogischen Schulen aller Couleur. Rechtsextreme Lehrer findet man überall. Fragwürdige bis haarsträubende Äußerungen kann man, so weit ich sehe, allen bedeutenden Denker- und Gründergestalten bzw. einzelnen ihrer Anhänger und Nachfolger vorwerfen. Ich habe mal an einer Veranstaltung linker Aktivisten teilgenommen, wo inakzeptable Zitate von Steiner und anderen Anthroposophen verlesen wurden. Gut vorbereitet, verlas ich meinerseits inakzeptable Äußerungen von linken Galionsfiguren. Anschließend distanzierte ich mich von den betreffenden Aussagen Steiners und anderer Anthroposophen. Die linken Aktivisten wiederum distanzierten sich von den Entgleisungen ihrer Vordenker. So kamen wir weiter. - Perfide ist die Methode, Dinge, die überall vorkommen, einseitig gegen Steiner und die Waldorfpädagogik zu instrumentalisieren. Im Übrigen wurde und wird an Waldorfschulen SELTENER als an "normalen" Schulen Gewalt gegen Kinder ausgeübt (ich habe nach 40 Jahren als Kindertherapeut und pädagogischer Berater einen ganz guten Überblick), und sexueller Kindesmissbrauch hat bekanntlich wenig bis nichts mit Schulformen oder Weltanschauungen zu tun. - Tatsächlich treiben sich in der Waldorfszene Leute herum, die einen seltsamen esoterischen Dunst verbreiten, und m.E. ist der von mir hoch geschätzte Steiner daran nicht ganz schuldlos. Andererseits stoße ich bei meinen Exkursionen in die "normale" Schullandschaft und in den "normalen" erziehungswissenschaftlichen Diskurs auf so viel gelehrt klingenden
    Schwachsinn, dass mir der esoterische Dunst (vorausgesetzt natürlich, es ist ein philantopischer esoterischer Dunst) manchmal fast lieber ist, weil da wenigstens noch die Fantasie zu ihrem Recht kommt. - Steiners Ansatz war, alles in allem, ein radikal freiheitlicher und humanistischer. Das sorgte damals, 1919 ff., von rechts bis links für große Aufregung. Man kann, ja muss die real existierende Waldorfpädagogik kritisieren, und das tue ich als "Insider" seit langem. Aber die in dem Kontext-Artikel aufgeführten Kritikpunkte gehen völlig am Thema vorbei. Eine Debatte über die Grundlinien der Pädagogik Rudolf Steiners anzustoßen, lag dem Autor ganz fern. - Ich halte v.a. die zunehmende Anpassung der Waldorfschulen an den pädagogischen Mainstream für falsch, denn dadurch verschwimmen oder verschwinden Kernelemente dieses ursprünglich revolutionären pädagogischen Ansatzes. En Detail ist manches, was Steiner über Pädagogik sagte und schrieb, anfechtbar. Trotzdem sehe ich kein alternativpädagogisches Konzept, das so konsequent von der Würde des Kindes ausgeht. Aber zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft eine große Lücke. C'est la vie. Je höher der Anspruch, desto tiefer die Kluft, nicht wahr? Sie nach Kräften zu verringern, sollte das wichtigste Anliegen anlässlich des 100-jährigen Waldorf-Jubiläums sein ... statt auch noch die Fehler der Verangenheit als Erfolge zu feiern. - Ich bin, nebenbei bemerkt, ein anthroposophisch orientierter bekennender Linker. So etwas gibt es auch.

    Henning Köhler, Janusz Korczak Institut Nürtingen.
  • Christoph Köhler
    am 16.09.2019
    Die Mission dieses Artikels ist nur allzu durchsichtig: „Beschädige das Erscheinungsbild der Waldorfschulen so perfide wie möglich, indem Du im Artikel zunächst sachte kritisierst, um im Textverlauf zunehmend bösartiger zu argumentieren“. Dieser betrübliche Versuch, lieber Autor, der sich dem wachen Leser rasch als ein Produkt à la „Wolf im Schafspelz“ disqualifiziert, wird wirkungslos in der Versenkung der Zeiten untergehen. Das Ziel Ihrer Mission werden Sie deshalb nicht erreichen. (Man fragt sich nur: Woher kommt wohl diese hass-artige unterschwellige Aggression eines solchen Artikels, die nicht aus echtem Interesse konstruktiv kritisieren, sondern die - weshalb?! - destruktiv zerstören möchte?)
    Ein entsetzter und empörter Leser - der wohlgemerkt weder Waldorflehrer noch Elternteil ist!
    • Bernd D. Behnk
      am 16.09.2019
      Sehr geehrter Christoph Köhler,

      wenn Sie hier distanzierter, aber durchaus sachlicher Berichterstattung zu Waldorf-Schulen und deren sektöses spirituelles Umfeld unterstellen, sie
      „Beschädige das Erscheinungsbild der Waldorfschulen so perfide wie möglich, indem" ..."im Artikel zunächst sachte kritisiert [wird], um im Textverlauf zunehmend bösartiger zu argumentieren“,
      zeigt dies erneut die geradezu eingeimpften (trotz weit verbreiteter Impfgegnerschaft) Reflexe eines Steiner-Jüngers.

      Was um Himmels Willen ist daran perfide, wenn im Beitrag ein ausgewiesener Virologe, wie Professor Klaus Überla vom Universitätsklinikum Erlangen, mit der nachprüfbaren Feststellung zitiert wird:
      "Bei fast allen Masernwellen in den vergangenen Jahren spielten Waldorfschulen eine Rolle. Deutschlandweit sind sie Brutstätten des Virus. Es ist ein Erbe des Begründers der anthroposophischen Waldorfpädagogik. Rudolf Steiner, der auch an Naturgeister glaubte, sah Masern als Chance, das eigene Karma zu verbessern."

      Sie hingegen versuchen den Autor als„Wolf im Schafspelz“ zu disqualifizieren, ohne auch nur ein einziges Sachargument oder gar einen Gegenbeweis zu erbringen.
      Ihre einzige Legitimation ist ihre Feststellung, lediglich "Leser - der wohlgemerkt weder Waldorflehrer noch Elternteil ist" zu sein.

      Von Ihrem Namen und dem Duktus Ihres Kommentars, könnte man jedoch ableiten, dass Sie Betreiber des Blogs "ChK - das-gewicht-der-welt" sind, welcher sich dort wie folgt erklärt:

      "Ich möchte hier auch offen legen, dass, neben dem unerschöpflichen Pool der Dichtung aller Zeitepochen, eine meiner Hauptstudienquellen die Anthroposophie*** Rudolf Steiners ist, der der aktiv in Angriff genommenen spirituellen Entwicklung des Einzelnen, und damit der Menschheit insgesamt, eine (über)lebensnotwendige Wichtigkeit für deren sinnvollen Fortbestand zuschreibt. Mit wachsendem Interesse und großer Neugier arbeite ich persönlich mich durch die Niederschriften von Steiners Vorträgen,**** chronologisch - durch die jeweils vor 100 Jahren gehaltenen. Mitunter ist es verblüffend, auf Aus- und Voraussagen zu stoßen, welche nicht selten eins zu eins die aktuelle brisante globale Lage beschreiben oder kommentieren. Sofern es mir vergönnt sein wird, dauert dieses Studienprojekt also bis zum September 2024, dem Monat der letzten überlieferten Vorträge Steiners (im März 1925 legte er seinen irdischen Leib ab)."

      Falls es sich nicht um IHREN Blog handeln sollte, nehmen Sie es aber gern als Beispiel für ein weiteres Individuum, welches, wie auch immer, dem Sog dieser esotherischen Sekte verfallen ist, welche sich anschickt, sich nicht nur hier im Ländle auszubreiten, jedoch ohne die eigenen Glaubensinhalte Aussenstehenden auch nur annähernd offen zu legen. Es gilt vielmehr zu tarnen, zu täuschen und zu leugnen, oder bestenfalls, wie in vielen Kommentaren hier, Nebelkerzen in nicht geringer Zahl zu werfen.

      Im Kaufmännischen gilt allgemein der Grundsatz von Wahrheit und Klarheit - Steiners "Lehrern und Jüngern" ist dies- wie bereits dargelegt - vom Meister persönlichuntersagt worden.

      Solch einem Verein würden doch sicherlich auch SIE NICHT jahrelang ihre Kinder anvertrauen!?

      mit freundlichen Grüssen aus Stuttgart-West

      Bernd D. Behnk
    • Christoph Köhler
      am 16.09.2019
      ...gegen Ihr falsches "sehr geehrter" verwahre ich mich ausdrücklich.
      Zudem: Ihr sichtlicher Spaß an Ihrem eignen destruktiven Formulierungsrausch hat diabolische Züge... das mag auf Sie selbst zurückfallen... Was also wollen Sie wirklich?! (Übrigens: Chapeau! Gut recherchiert!) - Gehen Sie doch bitte in sich und befragen Sie sich, woher der hasserfüllte Tenor in Ihren Worten rührt. Man hat Ihnen offenbar heftigen Schmerz zugefügt - das tut mir für Sie Leid und ich wünsche Ihnen, dass Sie irgendwann in Frieden mit diesem Ihrem Hass kommen, um zu erkennen, dass die Bewegung der Waldorfschulen NICHT vernichtet werden muß (denn dies steckt in Ihrem Wortbeitrag, Sie hassen die Waldorfschulbewegung zutiefst.) So wird man wohl noch manche erbitterte Formulierungsorgie von Ihnen lesen müssen, die Sie jedoch vollkommen umsonst von sich geben, denn Sie können dieser großen guten Bewegung nicht mehr schaden. - Nun darf man Ihre ganz ganz sicher vernichtende Antwort erwarten.
    • Christoph Köhler
      am 16.09.2019
      ...übrigens Herr Behnk: Das unautorisierte Auskopieren und hier auf der Seite Veröffentlichen von Texten aus meinem Blog könnte sehr konkret auf Sie zurückfallen. Seien Sie vorsichtig! Und fühlen Sie sich diesbezüglich nicht auf der sicheren Seite! Was Sie da getan haben ist juristisch und moralisch grenzwertig, und das wissen Sie genau. - Ich untersage Ihnen dies hiermit (wie auch auf dem Blog ausdrücklich zu lesen) nochmals. Erst nach Rücksprache mit mir kann eine Verwendung von Texten meines Blogs ggf. anderweitig gestattet werden!) --- Und sparen Sie sich einen erneuten Kommentar zu diesem Hinweis. Respektieren Sie ihn.
    • Bernd D. Behnk
      am 17.09.2019
      Sehr geehrter Christoph Köhler,

      sehen sie dies jetzt nicht als "einen erneuten Kommentar", den Sie sich ja verbitten, sondern als einen rechtlichen Hinweis.

      Aufgrund Ihrer Sprechertätigkeit für arteTV und andere öffentlich-rechtliche Sender, düfte ihnen auch der § 51 UrhG, welcher die Zitierfreiheit regelt, sowie die einschlägige Rechtsprechung bekannt sein. Vielleicht können Sie sich vorstellen, dass auch mir der korrekte Umgang mit Zitaten geläufig ist und ich mir, ganz sicher, von Ihnen keinen Maulkorb umhängen lasse.

      Nachdem aber Ihre Lieblingsunterstellungen gegenüber dem Autor des Artikels und Mitkommentatoren "Hass", "bösartig(er)" "Aggression" "vernichtend(e)" und "diabolisch(e)" lauten, interpretiere ich dies und Ihre Unterlassungsforderungen als durchsichtigen Versuch, rein vorsorglich, auch andere Kritiker einzuschüchtern und so von weiteren Kommentaren abzuhalten.
      Dies hat meiner Ansicht nach, in der Waldorf-Steiner-Szene durchaus Methode.

      Glauben Sie mir verehrter Herr Köhler, Sachargumente und belegbare Fakten hätte ich in Ihren Kommentaren lieber gesehen, aber diese Vermisst ich ja auch auf Ihrer "Seite für den Frieden!", welche scheints ausschliesslich von Claqueuren und "bitte nur nach vorheriger Rücksprache" zitiert werden soll.

      Weshalb nur, erinnern mich Ihre Forderungen in fataler Weise an die Zensurwünsche von Bernd Höcke und seines Pressesprechers aus den OFF des derzeit viralen ZDF-Interviews?

      MfG
      Bernd D. Behnk
  • Rainer Mäußnest
    am 16.09.2019
    Sehr geehrte Leser der Kommentare,
    offensichtlich geht es hier um mehr als nur darum, ob jemand seine Verbundenheit zu einer Sache transparent hätte machen müssen; was uns aber nicht weiter zu kümmern braucht, denn ein gewisser Herr legt offen:
    „Die Steiner-Jünger gerieren sich in Ihren Kommentaren oft als Otto-Normalleser, sind aber durchweg Funktionäre, Produkte oder Partizipienten dieser Sekte...“
    Na, da weiß man doch jetzt Bescheid. (*)
    Nein, ich bin überzeugt, es geht um ein Weltbild, ein Menschenbild, um das, was Wisssenschaft sein soll und darf.

    Näher einzugehen auf die Methode des Framings, des Verwendens von Kampfbegriffen, des sich Berufens auf vermeintliche Autoritäten, des Implizierens von Meinungskorridoren, erübrigt sich aus meiner Sicht. Aufmerksam lesen sollte eigentlich genügen.
    (s.a. https://twitter.com/AnthroBlogger)

    In aller gebotenen Bescheidenheit möchte ich denen, die eine einseitig materialistisch geprägte Weltanschauung als nicht zureichend oder zumindest nicht als zwingend erachten mögen, dieses Buch ans Herz legen:
    Was die Welt zusammenhält
    Ein grundlegender Dialog über Materie und Geist
    von Hartwig Volbehr
    (ISBN: 978-3-86616-283-9)

    Aber Vorsicht: Der Autor schreibt selbst – (siehe oben *)
    „ ...Durch Georg Kühlewind, den ungarischen Denker und Geisteswissenschaftler, eröffnete sich mir ein neuer Blick auf das Wesen des Ich und unser Sein. Er vermittelte mir auch den Zugang zum Werk Rudolph Steiners, des Begründers der Anthroposophie...“

    Nichts für ungut, mfG
    Rainer Mäußnest
    • Bernd D. Behnk
      am 17.09.2019
      Pardon, liebe Redaktion,

      da auch Rainer Mäußnest sich auf Teile meines Kommetars bezieht, kann ich mir eine weitere Antwort leider nicht verkneifen.

      Es geht hier nicht darum, "was Wisssenschaft sein soll und darf", sondern darum, dass Mäußnest hier als Hardcore-Impfgegner agiert, der als Petent, gemeinsam mit dem Initiator Hans U. P. Tolzin, folgende Petition an den deutschen Bundestag gerichtet hat:
      "Der Bundestag möge beschließen, ab sofort sämtliche für Deutschland geltenden Zulassungen von Impfstoffen ruhen zu lassen." [Pet. Ref. 2-16-15-2120-013545]

      Den "impf-report"-ler Tolzin, ein gelernter Molkereifachmann überkam, nach eigener Schilderung, "1999 auf einen Impfkritikerkongress in Filderstadt" seine initiatio und seitdem verdient er sein Geld als" Journalist" [leider keine geschützte Berufsbezeichnung], Reporter und Verleger obskurer Inhalte.
      Dabei hat er jedoch bereits vor Jahren "den Boden wissenschaftlich überprüfbarer Fakten längst verlassen." [Quelle: ARD Panorama v. 19.03.2015]

      Tolzin war obendrein auch gesundheitspolitischen Sprecher der Partei "Deutsche Mitte" (DM) welche "an Reichsbürger erinnernde verschwörungstheoretische und rechte Positionen, wie etwa eine vermeintlich mangelnde Souveränität Deutschlands, sowie Ideen des Anthroposophie-Gründers Rudolf Steiner vertritt."
      [Quelle: Bundestagswahl-Service (4): Deutsche Mitte von J.-P. Baeck]

      Wenn Rainer Mäußnest letztlich noch die Lektüre eines grundlegenden "Dialog über Materie und Geist" als Buchempfehlung abgibt, kommt - nicht nur er - mir hier vor, wie Zeugen Jehovas, welche mit ihren Wachturm-Weisheiten ungefragt und unerbeten am Sonntagmorgen an meiner Tür klingeln. Aber weder die, noch Rainer Mäußnest, oder einige andere Mitdiskutanten zeigen auch nur die geringste Bereitschaft auf der Basis des Standes der Wissenschaft und mit nachprüfbaren Fakten zu argumentieren, stattdessen kommen hier nur nebulöse Andeutungen, Unterstellungen und/oder esotherisches Geschwurbel oder pseudoreligöse Glaubensinhalte als Beitrag.

      Und da dies für mich etwas von vorsätzlichen Versuchen zur Volksverblödung hat, kann man/ich es einfach nicht unkommentiert so stehen lassen.

      MfG und gut`s Nächtle

      Bernd D. Behnk
    • Rainer Mäußnest
      am 18.09.2019
      Für den Fall, daß es sich nur um ein technisches Problem gehandelt hat, hier nochmal mein Kommentar:

      Hallo Herr Behnke,
      zum Abschluß ein zur Klärung an sich überflüssiger Kommentar. (Es kann hier nur um das Oberflächliche gehen, die Art und Weise, wie Inhalt transportiert wird.) Warum?

      Anlaß ist ein Artikel über einen Beitrag zur Waldorfschule, der hier im Forum eine Kontroverse darüber auslöste, was, salopp gesagt, als Weltanschauung so durchgehen kann.

      - Überflüssig, weil zur Methode das Wesentliche schon gesagt ist und in Ihrer Antwort seine Bestätigung findet.
      - Dennoch zu schreiben, weil Sie behaupten oder glauben „nur nebulöse Andeutungen, Unterstellungen und/oder esotherisches Geschwurbel oder pseudoreligöse Glaubensinhalte als
      Beitrag“ zu finden.

      Daß ich bei Ihrem Manipulationsversuch eine Rolle spiele, hat natürlich nur nebenbei mit meiner Person zu tun; es ergibt sich aus der Notwendigkeit, die Botschaft („Volksverblödung“) mit einer Geschichte zu verknüpfen.
      Da waren Sie also investigativ und haben herausgefunden, daß ich 2006 diese Petition mit unterschrieben habe:
      https://www.impfkritik.de/impfschaden/petition/?parts[]=impfschaden&parts[]=petition

      Den Gesslerhut missachtet, entlarvt als „Hardcore-Impfgegner“! – Was ist das eigentlich?
      Ich würde sagen: Ein Kampfbegriff, der auf Emotion zielt und den Weg zum korrekten Meinungskorridor (Overton-Fenster) weisen soll.

      Da der Inhalt der Petition im Hinblick auf Ihre Botschaft nicht recht kompatibel sein will, trifft es sich, daß es über den Initiator was zu zitieren gibt. Stand der Wissenschaft? Nachprüfbare Fakten? Das sind Ihre geliehenen „Argumente“. Was ich über den Initiator denke, ist doch vollkommen irrelevant. Es geht um das Vergehen der Kontaktschuld.

      Sie sind sicher schon selbst darauf gekommen: Eine Verschwörungstheorie.
      Apropos Verschwörungstheorie: Mir ist aufgefallen, Sie spendieren dem Begriff Esoterik (von ἐσώτερος) ständig ein h (also Esotherik). Kann es sein, meine zugegeben etwas krude Interpretation, daß Sie wegen des zusätzlichen h (Th...) eine Verbindung zu einer Theorie, namentlich der Verschwörungstheorie, zu erkennen glauben?

      Darüber muß man nicht lachen. Ein schlechter Scherz. Ein Versuch, dem Niveau einer abstrusen Assoziation zu unerbetenen Sonntagsbesuchen zu entsprechen? Nehmen Sie , was Sie wollen.
      Die Literaturempfehlung ist an Interessierte gerichtet (an wen sonst?), um zumindest so Inhaltliches zu berücksichtigen.

      Es ist natürlich nur ungesunde Skepsis, daß auffällt: Die berufliche Qualifikation des Impfkritikers konnten Sie aufdecken. Beim Buchautor haben Sie darauf verzichtet.
      Ich darf Ihr Zitat zitieren:
      Honi soit qui mal y pense!

      MfG
      Rainer Mäußnest
  • Martin Seith-Böhm
    am 16.09.2019
    Sehr geehrte Redaktion von Kontext.

    Der Artikel zeugt mir vor allem von einem: Unverständnis der Sache auf
    der Basis eines vermeintlich derzeit "aufgeklärten Denkens".

    Z.Bsp: Eurythmie ist kein Tanz. Sie ist eine Bewegungskunst, die Laute
    und Töne, Intervalle etc. in künstlerische Bewegung umwandelt. Von
    Buchstaben ist oft fälschlicherweise die Rede, tatsächlich geht es um
    die Empfindungsqualität der Laute. Vielleicht noch erfahrbar in der
    Dichtkunst, die diese Qualitäten bisweilen ebnfalls benutzt, nicht nur
    in Endreimen, sondern auch, um Stimmungen über den begrifflichen Inhalt
    hinaus noch stärker fühlbar zu machen. Ob das Wort "Tagesthemen" das
    geeignete Mittel war, um die Sache adäquat darzustellen, bleibt
    dahingestellt. Ohne eine gewisse Vertiefung in diese Materie, wird man
    oft etwas herauslesen, was gar nicht Intention der Sache ist.

    Dass die ursprünglich so gedachte Schule für Arbeiterkinder vermehrt
    eine für das sog. Bildungsbürgertum geworden ist, liegt unter anderem an
    der seit Jahren deutlich eingeschränkten, gesetzlich vorgeschriebenen
    Länder-Finanzierung, die eine finanzielle Beteiligung der Eltern
    zwingend vorraussetzt, von gerne gemachten Ausnahmen einmal abgesehen.

    Dass Steiner in Bezug auf "Stamm" und "Rasse" sich zu Wort meldete, das
    stimmt. - Diese Dinge werden als Nachklänge auf durchaus lange
    zurückliegende Zeiten bezogen. Auch im alten Germanien spielte es eine
    ganz andere Rolle, zu welchem Stamm Du gehörtest als heute in
    Deutschland. Die Gegenwart und Zukunft denkt Steiner ganz anders. Steiner
    betont heftig sein Unverständnis gegenüber dem sog.
    "Selbstbestimmungsrecht der Völker" eines Woodrow Wilson. Warum wohl?
    Der "Völkerbund" war deswegen nicht falsch, aber das reine
    Nationalstaatsprinzip, das bis heute sein Unwesen treibt, durchaus. Auch
    wenn er seine speziellen Eindrücke zum "Judentum" äußerte, war er nie
    ein Gegner jüdischer Menschen, sondern arbeitete mit ihnen zusammen
    (z.Bsp. mit Rosa Luxemburg, wenn stimmt, was ich neulich gelesen habe.).
    Er war auf der Suche nach Menschen, die auf sozialer Ebene im Stande
    sind, für einander da zu sein, ohne Ansehen der Nation und anderer
    Stigmatisierungen. (Freiheit im Geiste, Gleichheit vor dem Gesetz,
    Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben).

    Ich denke,wenn es heute noch eine "Mission" eines "Volkes" gibt, dann
    die, sich endlich die Mühe zu machen, die sog. "christlichen Werte"
    praktisch zu leben, anstatt einem egozentrischen "wir da drinnen" und
    "die da draussen" Rechnung zu tragen: Das ist der aktuell hier gelebte
    Rassismus!

    Seine "Lehre" als eine Sekte zu bezeichnen, verkennt den Umstand der
    Freiheit als zentralstes Anliegen seines umfangreichen Werkes und die
    Würdigung jedes einzelnen Menschen als Individuum, jenseits von Blut,
    Rasse, Glaubensrichtung oder Ähnlichem. Kritisieren kann man an der
    heutigen Waldorfbewegung, wie so oft bei älter gewordenen
    Traditionsverwaltern, nach ca 100 Jahren eine gewisse unzeitgemässe
    Unbeweglichkeit, Innovations-Hemmung, aber nicht pauschal und alles über
    einen Kamm der Ablehnung geschoren.

    Nun: Kritik an den Waldorschulen ist angebracht, wenn man bei einem Teil
    der Schulen erkennt, dass sie in einem gewissen Traditionalismus
    verharren (übrigens unser öffentliches Schulsystem auch), der der
    ursprünglich intendierten Beweglichkeit des Systems nicht mehr gerecht
    wird. Tatsächlich gibt es mittlerweile pädagogische Ansätze, an denen
    auch die Waldorfschulen nicht vorbei gehen sollten. Und da gibt es
    verschiedene, auch positive Beispiele.

    Dagegen ist die gewisse "Digital-Abstinenz" mittleweile durchaus als
    sinnvoll belegt, auch in der neurologischen Forschung. Nichts kann den
    Heranwachsenden mehr Sicherheit im Leben geben, als die Dinge, die man
    sehen, riechen,schmecken, bearbeiten kann. Die Virtuelle Welt kann dann
    trotzdem noch ihren Platz bekommen, wenn die Gehirne der jungen Menschen
    annähernd ausgereift sind.

    Dass anthroposophische Ärzte bisweilen gegen wissenschaftlich als
    "sinnvoll" bezeichnete Impfungen sind, liegt wohl eher daran, dass in
    der derzeitigen "Schulmedizin" auch Kinderkrankheiten stets als zu
    vermeidendes Risiko, Impfschäden dagegen als Kollateralschäden gesehen
    werden. Menschen funktionieren nicht wie Maschinen, sondern als
    individuelle sich entwickelnde Organismen, die durch gewisse Krisen oft
    erst ihre Stabilität erobern können. Auch davon weiß die
    "Wissenschaft": In der Allergologie hat man z.Bsp. das Phänomen
    erkannt, dass Kinder, die von jung an in einer landwirtschaftlichen
    Umgebung aufwachsen (mit höherem Infektionrisiko) nicht so anfällig sind
    für Allergien als andere, also ein besseres Immunsystem aufbauen und
    besser mit Krankheiten umgehen können. - Also bitte: Wann kehrt denn in
    diese Debatte endlich mal eine gewisse Vorsicht ein, bevor man alle
    "beschimpft", die ihre Kinder nicht impfen lassen, -aus bewußtem Grund
    und nicht wegen einer Ideologie.

    Mit herzlichem Gruß

    Martin Seith-Böhm
  • Bohsung, Ingrid
    am 13.09.2019
    Die Kommentare haben mich z.Tl.sehr erschreckt! Als ich als junge Frau durch meinen Mann die Waldorfschule kennenlernte,bedauerte ich sehr, daß ich nicht an einer Waldorfschule sein durfte.Ich besuchte in der Kriegs- und Nachkriegszeit die Schule und waroft sehr unglücklich. Das wunderbare in der Waldorferziehung ist, daß die besonderen Talente im Kind, im Jugendlichen nicht unterdrückt , sondern gefördert werden. Daß ein Kind der ersten Klasse z.B. in den Monatsfeiern Orchestermusik, Rezitationen großer Dichtkunst erleben darf ,vorgetragen von den älteren SchülerInnen, um nur diese Beispiele zu nennen ,beeindruckt mich immer wieder aufs Neue. Unsere 5 Kinder besuchten bis zum Abitur die geliebte Uhlandshöhe und sie wurden Wissenschaftler,Lehrer,Architekt, Kunstakademie-Dozent,Musiklehrerin. Da bedurfte es z.B.keiner Bundeswehr,um aus den Söhnen und der Tochter "anständige" Menschen zu machen, wie Herr Dr.Gscheidle meint. Einige Enkelkinder von uns haben mit Erfolg andere Waldorfschulen verlassen und stehen erfolgreich im Beruf. Ich glaube, daß die Waldorfschule Uhlandshöhe weiterhin viele weitsichtige Impulse in die Welt senden wird, für die LeHrerinnen und Lehrer eine sehr, sehr schwere Aufgabe.
  • Karl-Dieter Bodack
    am 12.09.2019
    Ich habe mit Eltern ab 1980 in Bayern ein Waldorfschule gegründet, der "Freistaat" Bayern verweigerte Zuschüsse, verbot schließlich den Unterricht im neuen Schulgebäude in Gröbenzell: Die Eltern schafften es trotzdem und schufen eine bemerkenswerte Schule, die die Anerkennung als UNESCO-Projektschule erhielt: Da erschüttert mich "kontext" mit einem wahrhaft unqualifizierten Artikel: Jürgen Lessat sollte sich in Realitäten der Waldorfschulen umschauen und seine Urteile nicht auf Hörensagen aufbauen -- dann würde er dem Anspruch von "kontext" gerecht.
  • Jeanette Fink
    am 12.09.2019
    Ich schließe mich den meisten der vorherigen Kommentare an. Ich habe seit ca. 30 Jahren als Mutter und Großmutter mit einer Waldorfschule zu tun, habe diese Schule mitgegründet und kenne natürlich nur diese Schule gut. In unserer Gründungsklasse gab es einige geringverdienende alleinerziehende Mütter (mich z.B.) und das ist auch heute noch so. In all den Jahren sind mir viele Klischees und Vorurteile begegnet meist von Menschen, die noch nie einen Fuß in eine Waldorfschule gesetzt haben. Ich habe irgendwann aufgehört, die Waldorfpädagogik zu verteidigen, weil man gegen Vorurteile schwer ankommt. Sicher gibt es auch an Waldorfschulen unfähige PäädagogInnen und Probleme irgendwelcher Art, aber die gibt es auch an staatlichen Schulen. Der Artikel von Herrn Lessat hat auch mich sehr enttäuscht.
  • Stefanie Michelstamm
    am 12.09.2019
    Herr Strortz mach das einzig Richtige. Er bindet seine Mitgliedschaft nicht daran, ob ihm ein Artikel gefällt oder nicht. All die, die das machen oder androhen, scheinen keine liberale Bildung genossen zu haben.
    Mir persönlich ist der Artikel egal. Ich hatte mir darin auch mehr Fakten erhofft; halte ihn nicht für ein investigatives Glanzstück, aber wie gesagt: egal.

    Was mich jedoch bedrückt, ist dass doch einige der Leser und Förderer denken, ihnen wird - wie beim Pizza-Service - auch von Kontext immer das geliefert, was ihnen schmeckt.Vielleicht haben sich viele daran gewöhnt, weil beim "Gründungsthema" S21 (keine Frage: die meisten wie auch ich sind gegen das Projekt) in Kontext - etwas vorhersehbar - immer nur Gegenargumente geliefert werden und Gegner oder Journalisten wie Arno Luick bis zur Grenze der Peinlichkeit gefeiert werden.
    Ich mag auch auch mal überraschenden Journalismus, der mich unvoreingenommen mit Gegenpositionen konfrontiert.
  • Bernd D. Behnk
    am 11.09.2019
    Meine Gratulation geht an Die KONTEXT Redaktion und an den Autor Jürgen Lessat
    dafür,
    dass Sie mit Ihrem Artikel Mut und Courage zeigen, indem Sie kritisch und distanziert über die allgemein verbreitete Jubel- und Hofberichterstattung zum 100-jährigen Bestehen der Waldorfschulen berichten und somit vielleicht das eine oder andere arglose Elternpaar noch einmal zum Nachdenken anregen, bevor sie ihre Kinder diesem System anvertrauen, in dem lediglich „rund die Hälfte der Lehrkräfte an Freien Waldorfschulen über ein Staatsexamen verfügen “. [Quelle: Andrè Sebastiani, „Anthroposophie„]

    Es ist ja durchaus bekannt, dass jedwede öffentliche Kritik an anthroposophischen Einrichtungen, wie Waldorfschule, Filderklinik oder "Sozialtherapeutische Jugendarbeit" auf der Gutenhalde in Filderstadt, einen Shitstorm besorgter Bürger und / oder der besprochenen Institutionen nach sich zieht - gern und oft verknüpft mit Herabsetzungen, Drohungen oder vermeintlichen Unterlassungsansprüchen . . . und in der Gründungsstadt der Astoria-Betriebsschule auf der Uhlandshöhe potenziert sich die Leserwut geradezu.

    Die Steiner-Jünger gerieren sich in Ihren Kommentaren oft als Otto-Normalleser, sind aber durchweg Funktionäre, Produkte oder Partizipienten dieser Sekte:

    - "Ich war auf einer Waldorfschule und in all den Jahren hat nie jemand . . ."
    - "Oben bleiben, auch auf der Uhlandshöhe . . ."
    - "Eines meiner beiden Kinder geht auf eine Waldorfschule und . . ."
    - "Stimmt, ein paar Schläge haben uns damals auch nicht geschadet . . ."

    Letzteres entspricht auch dem O-Ton Steiners:
    "Aber unter Umständen kann es auch einmal notwendig sein, daß man sogar ein bißchen prügelt", oder gemäss Erich Gabert, dem letzten noch von Rudolf Steiner persönlich an die Waldorfschule berufenen Lehrer: Der Schmerz habe eine „seelisch reinigende und zugleich eine das Bewußtsein aufweckende und aufhellende Wirkung.“

    Wenn ein anderer Kommentator hier eine "belastbare Ahnung von Waldorfschulen" einfordert, bevor man es wagt, die Erziehungsmethoden des „Propheten“ Steiner öffentlich zu hinterfragen, ist dies an Tücke kaum zu überbieten, denn ggü. Aussenstehenden wird par ordre du mufti hartnäckig geschwiegen, gelogen oder zumindest alles euphemistisch verbrämt.

    "Schweigen wir über alles das, was wir handhaben in der Schule. "

    Gemäss Protokoll einer Lehrerkonferenz an der ersten Waldorfschule vom 25.9.1919 brach es aus Steiner nämlich wie folgt hervor:

    "Ich bin jetzt erst seit Stunden wieder da, aber ich habe schon so viel Geschwätz gehört, wer eine Ohrfeige gekriegt hat und so weiter; es geht schon ins Grenzenlose, dieses Geschwätz durch die Leute hindurch, dass es mir schrecklich war. Nicht wahr, wir brauchen uns nicht zu kümmern, wenn es durch alle möglichen undichten Fugen herauskommt. Da sind wir harthäutig dagegen; aber tragen wir nur ja nicht selber dazu bei. Schweigen wir über alles das, was wir handhaben in der Schule. Halten wir uns an eine Art Schulgeheimnis. Reden wir nicht zu den Außenstehenden, außer zu den Eltern, die mit Fragen zu uns kommen, und da wiederum immer nur über die eigenen Kinder, dass nicht zu Geschwätzen Veranlassung gegeben wird. (…) Das ist ja leider besonders in Stuttgart, dass viel in anthroposophischen Kreisen geklatscht wird." [GA 300a, S. 73]

    In den letzten hundert Jahren hat sich hier in Stuttgart offensichtlich nicht viel geändert.

    Übrigens ist "handhaben" auch die scientologische Sprachregelung für
    ". . . Bürgerinnen und Bürger, Medienvertreter und Politiker, sondern auch die Scientologen an der eigenen Basis zwecks größerer Akzeptanz zu manipulieren."
    [Quelle: Scientology und die „Handhabung“ der Wahrheit, Scientology 6 | 2014, Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg]

    . . . und dies ist nicht die einzige Gemeinsamkeit dieser beiden Sekten.

    In freudiger Erwarung weiterer Wutkommentare seitens der sich getroffen Fühlenden und mit freundlichen Grüssen aus Stuttgart

    Bernd D. Behnk
    • Hans-Joachim Aderhold
      am 12.09.2019
      Der Kommentar von Herrn Behnk spricht für sich.
      Nur auf eines möchte ich hinweisen: An meinem Gymnasium waren Ohrfeigen noch in den 60er Jahren an der Tagesordnung, was man von Waldorfschulen so nicht sagen kann.
    • Bernd D. Behnk
      am 13.09.2019
      Sehr geehrter Hans-Joachim Aderhold,

      nachdem Sie diesen Artikel - also nicht nur meinen Kommentar - mit bislang fünf Kommentaren und Sub-Kommentaren geflutet haben, nehme ich mir noch einmal die Zeit, hierauf zu Antworten.

      Ihre Feststellung "Der Kommentar von Herrn Behnk spricht für sich." nehme ich vorab mal als Kompliment entgegen, aber Ihr anschliessender Rechtfertigungsversuch für die, bis heute stringente, ideologieimmanente Gewaltausübung in Waldorfschulen, empfinde ich als perfide, zumal seit den frühen 70er-Jahren, bis heute, eher nur noch letztere einschlägig auffällig werden.

      Man denke hier z.B. an die Schauspielerin und „Tatort-Kommissarin“ Karoline Eichhornwelche sich wie folgt an Ihre Schulzeit an der Stuttgarter Waldorfschule in den 1970er Jahren erinnert :

      „Wir hatten richtig heftige Lehrer. Die haben geschlagen, uns in den Schrank gestellt und an die Heizung gekettet.“ (Karoline Eichhorn, „An die Heizung gekettet – Schauspielerin erlebte in der Waldorfschule keinen Stress, aber Gewalt“
      [Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung, 2011]

      Selbst bis in die heutige Zeit wurden Fälle von Prügelstrafen bei der Jubilarin, der hochgepriesenen ersten Stuttgarter Waldorfschule, aktenkundig:

      „Bei der Polizei liegen offenbar zwei Anzeigen von Eltern ehemaliger Waldorf-Schüler vor. Der Vorwurf: Körperverletzung und Misshandlung Schutzbefohlener. (…) Der Pädagoge soll Schüler sogar bedroht haben, nichts über die mutmaßlichen Übergriffe verlauten zu lassen.“
      [Quelle: Stuttgarter Zeitung, „Übergriffe an der Waldorfschule?“, 2016]

      Der hier zitierte (Waldorf-)"Pädagoge" versuchte, wie oben in meinem Kommentar bereits dargelegt, das Problem in Steiner-/Scientology-Marnier zu "handhaben - vulgo: mit Drohungen unter den Teppich zu kehren.
      Die Methode des "Handhaben" von Scientology können Sie im ebefalls bereits zitierten Bericht 6 | 2014, LfV B-W und der Fachliteratur nachlesen - die Anweisungen Steiners sind Ihnen ja bestens bekannt.

      Das was Sie hier meiner Ansicht nach versuchen, ist Straftaten und Körperverletzungen an Schutzbefohlenen und Kindern, mit Ihren, ein halbes Jahrhundert zurückliegenden vorgeblichen Eigenerfahrungen an staatlichen Schulen zu verteidigen.
      Diese Strategie hat bei den Jüngern Steiners und bei Waldorf-Fans durchaus Methode.

      Nachdem Sie in Ihren Konterkommentaren zu "OLIVER RAUTENBERG" auch einbinden "was Sie sonst noch auf Twitter und anderswo von sich geben . . .",
      sollte der geneigten Leserschaft hier, auch nicht verborgen bleiben, dass Sie als Geomantie-Prediger unter ISBN 978-3-89979-098-6, allen Enstes folgendes verkünden:

      >> Seit der Jahrtausendwende finden in den übersinnlichen Ebenen der Erde und des menschlichen Bewusstseins tiefgreifende positive Wandlungen statt: es entstehen neue Landschaftsorgane, neue Ätherkräfte, neue Elementarwesen, Veränderungen in der Engelwelt, neue feinstoffliche Wahrnehmungsmöglichkeiten unter uns Menschen.<<

      und in Ihrem Interview in der Rems-Murr Rundschau vom 07.01.2009 :

      >> Es gibt sogar „Hausgeister", die „wie ein Dirigent ein Orchester" das Gewese der Elementarwesen koordinieren. Wenn dieses Zusammenspiel gestört ist, kann es zum Beispiel zu einem Rohrbruch kommen.
      Der Antroposoph Rudolf Steiner habe einst zu „einigen sehr alten und hochstehenden und weisen Elementarwesen in verschiedenen Kontinenten offenbar Kontakt aufgenommen mit der Bitte zu schauen, ob im Reich der Naturwesen einige bereit wären, sich auf eine Zusammenarbeit mit den Menschen vorzubereiten"; mit „hellfühligen" Menschen. <<

      Was sagen eigentlich Ihre GRÜNEN Vorstandskollegen im Ortsverband Winterbach oder der GRÜNE Landesfürst zu Ihrer derartig abstrusen missionarisch von Ihnen verbreiteten Weltensicht?

      LIEBE GEGENWÄRTIGE UND KÜNFTIGE WALDORF-SCHULKINDER-ELTERN !

      Diese Lehren sind nur ein Quäntchen dessen, wass Ihren Kindern ganz subtil eingeblasen werden könnte.

      Das steht so nicht im Lehrplan, denn sonst müsste der Staat diese Butzen sofort dicht machen, aber dieser verquere, ätherische steinersche Astralkosmos - geboren in Atlantis reinkarniert von Lehrergeneration zu Lehrergeneration. [ACHTUNG keine Satire!]

      Aber Steiners Esotherik ist nun mal integraler Bestandteil der Ausbildung zum Waldorf-Lehrer. Die ehemalige WD-Schülerin Judith Sevinc Basad berichtet z.B. : „Im Unterricht haben wir gelernt, dass der Mensch nicht vom Affen abstammt und die Evolution Unsinn ist“,

      Honi soit qui mal y pense!

      MfG
      Bernd D. Behnk
    • Hans-Joachim Aderhold
      am 13.09.2019
      Im von Thomas Mayer und mir herausgegebenen Buch "Erlebnis Erdwandlung" haben 42 geomantisch geschulte Menschen ihre Wahrnehmungen zu diesem Thema dargelegt. Eine solche Schulung erfordert genauso viel Sorgfalt wie ein naturwissenschaftliches Arbeiten. Mit Waldorfpädagogik hat das so viel zu tun wie die Staatsschule mit dem Schmelzen der Gletscher.
  • Martin Stortz
    am 11.09.2019
    Auch ich bin seit dem Start KONTEXT-Unterstützer und habe das nie bereut, bis heute!

    Der Artikel von Herrn Lessat ist leider eines dieser journalistischen Exponate, wo ein Datum einen Zwang zu erzeugen scheint, irgendetwas Scheinjournakistisches zu dem jubilarischen Thema abzulassen. Ein echtes journalistisches Interesse erkenne ich hier leider nicht, zusammengesammelte Zitate aus der SZ und aus HEUTE, halbwahre Info-Boxen als Information müssen ersetzen, was bei längerem und genauerem Recherchieren (vielleicht vor Ort?), bei wirklichem Hinschauen auf die Kinder und wie mit ihnen umgegangen wird, wohl zu einem anderen Ergebnis geführt hätte.

    Ich möchte hier nur auf einen Punkt hinweisen, der in dieser Diskussion noch nicht aufgetaucht ist: Jede Waldorfschule (bis auf die erste!) ist von Eltern gewollt. Das heißt: Eltern haben sich zusammengetan, ob wohlhabend oder nicht, und haben eine Schule gegründet, weil sie es so wollten. Waldorfschulen sind von daher kein Impuls von Staatsseite, sondern aus der Bürgerschaft heraus entstanden. Von daher kann es auch keinen Rektor geben, wer sollte den einsetzen... Selbstverwaltung (mit all ihren Schattenseiten) ermöglicht somit nicht nur freies Lernen und Unterrichten, sondern auch von Elternseite Einflussnehmen auf die Schulgestaltung. Nur soviel in aller Kürze zu diesem Thema.

    Ich selbst bin kein Waldorfschüler, meine Kinder sind oder waren alle auf der Waldorfschule, von daher weiß ich, von was ich rede. All die Rautenbergs, Lichtes , Rosenkranz', Williams etc. dürfen von mir aus ruhig ihre Meinung haben, ich habe meine.
    Und ich bleibe KONTEXT-Förderer.

    mfG Martin Stortz
  • Hans-Joachim Aderhold
    am 11.09.2019
    Wenn jemand so offenbar keinerlei belastbare Ahnung von Waldorfschulen hat und eine Redaktion ihm Raum gibt, seine unrecherchierten Zitate anderer vermeintlich Sachkundiger zu präsentieren, dann muss man sich über diesen Beitrag nicht wundern. Schade für das Papier und die Druckerschwärze bzw. die Zeit, so ein Gebräu online zu lesen!
    Kontext disquailifiziert sich damit leider. Das tut mir leid wegen Stuttgart 21 – da gab es schon Besseres!
  • thomas knaupp
    am 11.09.2019
    Ich finde den Artikel von Jürgen Lessat einfach nur blöd. Werde aber trotz diesem Fördermitglied bleiben. Warum er so sauer auf die Waldorfpädagogik ist, erschließt sich mir nicht. Vielleicht sollte er dies noch erklären. In meiner Klasse waren etliche Kinder, deren Eltern sich das Schulgeld nicht leisten konnte. Diese wurde dann durch Patenschaften anderer Eltern übernommen.

    Oben bleiben, auch auf der Uhlandshöhe, thomas
  • Ernst-Friedrich Harmsen
    am 11.09.2019
    "Schuster, bleib bei deinen Leisten", könnte man zu Jürgen Lessats "Waldorfmania" sagen, denn er hat ja offenbar die gängige Presse gelesen, aber doch selbst wenig gefunden, was denn tatsächlich Anlass zur Kritik bieten könnte.

    Was den Zugang zu Waldorfschulen betrifft und die unterschiedlichen Elternbeiträge hat Lessat nichts beizutragen; schade, denn der wird ganz individuell erhoben an den meisten W'Schulen, und zahlreiche Eltern mit geringen Einkommen zahlen kaum einen Geldbeitrag, dennoch können ihre Kinder Teil der Waldorfschule sein. Dafür zahlen geldreiche Eltern eben einen höheren Beitrag und tragen die anderen mit. Das zum sozialen Rahmen.

    Was den "Philosophen und Rassisten" angeht, darf man wohl mal den merkwürdigen, sich vielfach wandelnden Sprachduktus der allgemeinen Ausdrucksweise der Zeit seit 1880 bis etwa 1968 anschauen, Irrtümer inklusive, und heute wissen wir natürlich alles besser, weil die Begriffe von heute eben unsere sind; die Welt, unsere Sprache und unsere Anschauungen haben sich gravierend geändert. Haben Sie, Herr Lessat, pädagogische Vorträge Rudolf Steiners gelesen und sich mit den Inhalten und der Sprache auseinandergesetzt? denn das muss ein heutiger Waldorflehrer immer wieder leisten, kritisch auf sich und die Möglichkeiten gemeinsamer, kollegialer Arbeit dabei sehen, um dann die wachsende Persönlichkeit jedes Schülers zu achten und zu fördern.

    Schließlich darf man wohl fragen, warum Schülerinnen und Schüler immer wieder im Verlauf z.B. ihrer Pubertät und danach selbständig sich als Schüler an den Schulen melden und bewerben, wenn sie es nicht mehr aushalten in einer staatlichen Schule nach schwierigen Jahren und dann selbst als Gescheiterte dort in einer W'Schule zurecht kommen und ihre gewählten Abschlüsse erfolgreich hinter sich bringen. Dass es Schüler gibt, die anderes suchen, als Waldorfpädagogik, ist ebenso wahr.

    Vielleicht hilft es mehr, wenn es einen denn interessiert, herauszubringen, warum Eltern ihre Kinder vermehrt in Waldorfschulen bringen und nicht nur normierende Ansprüche zu postulieren, denn eins ist klar: normieren tun die Waldorfschulen in ihrer Erziehung zur Freiheit nicht!
  • Ks
    am 11.09.2019
    Eines der drei regelmäßig wieder kommenden Kampagnenthemen: Windkraft, Homäophatie und Waldorfschule.

    War der Artikel jetzt nur ideologiebehaftet oder schon "Journalismus mit Haltung", der ja bekanntlich Recherche und faktentreue ersetzt.

    Früher stand ich den Waldorfschulen kritisch gegenüber, sicher auch, weil manche ein bißchen seltsam waren, aber das hast Du im staatlichen Schulsystem auch. Es gibt gute und schlechte Gymnasien.

    Eines meiner beiden Kinder geht auf eine Waldorfschule und es geht ihr sehr gut damit. Und solange das so bleibt, darf sie auch weiter auf diese Schule gehen.

    Abschließen kann ich Dr. Diethelm Gscheidle nur meine Bewunderung für diesen gelungenen Beitrag ausdrücken. Stimmt, ein paar Schläge haben uns damals auch nicht geschadet. Schließlich hat uns die POS zu entwickelten sozialistischen Persönlichkeiten geformt. Jawohl!
  • Andreas Neider
    am 11.09.2019
    Sehr geehrte Redaktion,

    der Beitrag von Herrn Lessat in der heutigen Ausgabe „Sie tanzen die Waldorfmania“ gibt mir den Anlass, meine finanzielle Unterstützung Ihrer Zeitung aufzukündigen.

    Der Bericht strotzt vor tendenziöser Einseitigkeit und ergeht sich im seitenlangen Zitieren anderer kritischer Beiträge. Eine eigene authentische Wahrnehmung des Bildungsansatzes der Waldorfschulen, die nicht umsonst ihr 100 jähriges Jubiläum und ihre mittlerweile weltweite Verbreitung feiern durfte, liegt in dem Beitrag nicht vor.

    Die Unseriosität dieses Beitrages, dessen Autor Agraringenieur ist und damit keinerlei Kompetenzen für den Bildungssektor aufweisen kann, lässt mich an der Kompetenz Ihrer Redaktion zweifeln.

    Mithin werde ich für ihre Zeitung keinen Cent mehr zur Unterstützung ausgeben.
  • Ro Neu
    am 11.09.2019
    Kritische Artikel in allen Ehren, aber der Artikel von Nicholaus Williams in der SZ ist einfach handwerklich unterirdisch schlecht. Natürlich gibt es auch an den Waldorfschulen schräge Leute, wie überall halt. Aber aus zwei bedauerlichen Einzelfällen so was wie "Waldorf richtet Tag für Tag Schaden an." zu konstruieren, ist einfach nur peinlich.
    Da würde ich mir von Kontext auch etwas mehr Reflektivität wünschen.

    PS: Ich war auf einer Waldorfschule und in all den Jahren hat nie jemand ein Horoskop von uns erstellt oder uns mit einem Seelenkalender-Spruch begrüßt!
    • Oliver R.
      am 11.09.2019
      "Zwei bedauerliche Einzelfälle" an der Waldorfschule? Das kann ich so nicht stehen lassen.

      Leider sind krude Esoterik, veraltete Lehrmethoden, Impfskepsis und Co. keine Einzelfälle, sondern regulärer Alltag an den meisten Waldorfschulen. Es läuft mehr schief, als man sich als Waldorfeltern oder -Schüler mit begrenzter Sichtweise auf die eigene Schule vorstellen kann.

      Unter den Lehrern findet man "Quantenheiler", Nazis und Holocaust-Leugner wie Andreas Molau und Bernhard Schaub, Reichsbürger und Rechtsextreme wie in Rendsburg und Minden, Erotik-Gurus wie Tilman Wacker, Ufo-Verschwörer wie Herwig Duschek, Indigo-Kinder-Schwurbler wie Rainer Heyligenstädt, Evolutions-Leugner wie Wolfgang Schad und viele mehr. Auch Verschwörungstheoretiker wie die ehemaligen Waldorfschüler Ken Jebsen und Daniele Ganser sind als Vortragsredner gern gesehene Gäste.

      Krude Esoterik findet man an jeder Waldorfschule, sie ist tief im System verankert. So tourt beispielsweise das selbsternannte "Engelsmedium" Jana Haas zum Thema "Spiritualität in der Erziehung" durch die Waldorfschulen in Achberg, Offenburg, Überlingen, Wangen, Rottweil oder Bodensee und vielen anderen.

      An vielen Schulen gab es Gewaltexzesse von Lehrern gegen Schüler. Beispiele allein aus den letzten Jahren findet man aus Stuttgart Uhlandshöhe, Jena, Kassel, Gera, Krefeld, Münster, Berlin oder Kempten, wo ganze 14 (!) Lehrer angeklagt wurden, weil sie ihre Schüler geprügelt haben sollen. Wohlgemerkt: das sind allein Fälle der letzten Jahre;

      Gewalt an Waldorfschulen thematisierte schon Charlotte Rudolph in den 80er Jahren. Es mag damit zusammenhängen, dass Band 1 der Pädagogischen Schriften des Bundes der freien Waldorfschulen (Erich Gabert – “Die Strafe in der Selbsterziehung und in der Erziehung des Kindes“) über 40 Jahre lang "kräftige Ohrfeigen" als Erziehungsmethode empfahl.

      Auch sexueller Missbrauch durch Lehrer kommt in den esoterischen Waldorfeinrichtungen durchaus nicht selten vor, so zB in München, Schwabing, Überlingen, Berlin-Kreuzberg, Berlin Märkisches Viertel, Witten-Heven oder Krefeld.

      Impfgegner, die aus Glaubensgründen ihre Kinder nicht gegen Masern impfen lassen, führen immer wieder zu gefährlichen Masernwellen. Auslöser sind idR Waldorfschulen, zB allein im Jahre 2015 in Erfurt, Marburg, Dresden, Werder, Hangelar, Ludwigsburg, St. Augustin, Berlin-Friedrichshain, Bremen und Oberhausen. Nach Stimmen von Sabine Reiter vom Robert-Koch-Institut, Jan Leidel von der STIKO, zahllosen Gesundheitsämtern und Virologen - und nicht zuletzt der WHO - sind vor allem Waldorfschulen die Auslöser.

      Waldorflehrer scheint die okkulte Lehre des Hellsehers Rudolf Steiner zu begeistern. In eigenen Umfragen gaben nur 1% der Lehrer an, Steiner skeptisch gegenüberzustehen.

      Die Waldorfschule hat also mehr als nur ein Problem, mehr als nur einen "Einzelfall". Es sind in der Tat hunderte.

      Irrationalität und magisches Denken verbreitet sich durch eine esoterische, anti-wissenschaftliche Schule, die mit ihren veralteten, auf Hellseherei basierenden Unterrichtsmethoden wie aus der Zeit gefallen wirkt.
    • Hans-Joachim Aderhold
      am 11.09.2019
      Sie verstecken sich hinter Ihrer Anonymität. Ihre Einstellung nehme ich Ihnen aber gerne ab. Wem so Vieles unverdaulich ist, der mag glauben sich auf einer solchen Grundlage des Diffamierens bewegen zu müssen. Unterscheidungsvermögen ist da nicht zu erwarten.
    • Oliver R.
      am 11.09.2019
      Guter Herr Aderhold,

      ich "verstecke" mich nicht, ich trete überall mit meinem Klarnamen auf. Leider hat das Kommentar-Formular meinen Nachnamen nicht akzeptiert, da er "unzulässige Wörter" enthält. Was ist da los, @Kontext? Selbst wenn es so wäre, macht das meine Aussagen dadurch nicht automatisch unwahr.

      Zum Thema: "Diffamierungen". Das ist laut Lexikon "Gerüchte verbreiten, Verleumdung". Nun, alles was ich im Kommentar geschrieben habe, entspricht der Wahrheit.

      Ich habe zu vielen Vorgängen den Namen der Beteiligten genannt. Recherchieren ist somit ein leichtes. Googeln sie gerne mal einen meiner Punkte wie "Andreas Molau Waldorfschule", "Masern Erfurt 2015" oder "Waldorfschule Gewalt Kempten". Sie werden zu jedem Punkt einen seriösen Zeitungsartikel als Beleg finden. Sollten sie bei mir eine Falschbehauptung vermuten, nennen Sie mir diese, und ich stelle das klar und nenne Ihnen einen Link dazu. Abgemacht?

      Auch geht es nicht um "Unterscheidungen". Es gab alle diese Vorfälle an Waldorfschulen. Das können Sie ohne die Unwahrheit zu sagen leider nicht in Abrede stellen. Ich wünschte ja auch, es wäre nicht so.

      Gruß,
      Oliver Rautenberg
    • Hans-Joachim Aderhold
      am 12.09.2019
      Danke für das Outing.
      Allein der letzte Absatz strotzt nur so von Diffamierungen und Unterstellungen. Wenn man anschaut, was Sie sonst noch auf Twitter und anderswo von sich geben, ist mir aber klar, dass Sie nicht anders können. Die behaupteten Wahrheiten kenne ich ganz gut. Da ist auch nicht alles falsch. An den Schlüssen, die Sie daraus ziehen, aber schon. Was Sie unter dem Strich von sich geben, können Sie den Hasen geben. Die stört das nicht. Aber verschonen Sie doch bitte denkende Menschen, die ihren Horizont nicht auf Schmalspur stellen möchten, mit Ihren Ergüssen!
    • Christian Felsch von Wild
      am 12.09.2019
      Hallo Herr R.

      zumindest in einigen der von Ihnen genannten Punkte müssen Sie sich zumindest eine unvollständige Darstellung gefallen lassen:

      Andreas Molau war so lange Lehrer, bis sein Engagement bei den Nazis (unter Pseudonym) herauskam. Es erfolgte eine sofortige Kündigung.
      Ebenso unvollständig ist Ihre Recherche zur Gewalt in Kempten: Seriöse Zeitungen haben vollständigerweise berichtet, dass der Bund der Freien Waldorfschulen schon lange einen Rechtsstreit mit der Kemptener Schule wegen missbräuchlicher Nutzung des Namens "Waldorf" führte. Diese Schule war nie eine Waldorfschule.

      Allein zwei von drei genannten Punkten sind also bei weitem nicht so sauber recherchiert (oder dargestellt) wie Sie hier gern Glauben machen wollen.
    • Oliver R.
      am 12.09.2019
      Bester Aderhold,

      Outing? Sie belieben zu scherzen. Leider gehen Sie auf meine Darstellung inhaltlich nicht ein, stattdessen wollen Sie sich an küchenpsychologischen Deutungen meiner Person abarbeiten. "Horizont auf Schmalspur" - ist das Ihre Vorstellung von einer gepflegten Diskussion unter Erwachsenen? Meine nicht.

      Gruß,
      Oliver Rautenberg
    • Oliver R.
      am 12.09.2019
      Hallo Herr von Wild,

      Sie haben recht, mein Satz war falsch eingeleitet. Es müsste heißen "unter den Lehrern FAND man...", da fast alle oben erwähnten nicht mehr in der Waldorf-Welt tätig sind.

      Die Waldorfschule Kempten war nie eine Waldorfschule? Doch, das war sie. Soviel ich weiß, von 1974 bis 1987. Sie arbeitete immer und mW auch noch heute nach dem Konzept der Waldorfpädagogik. Die Webseite der Schule sagt: "Einheitliche Volks- und höhere Schule des Menschen in der Erziehungskunst Rudolf Steiners.". Mir geht es darum, was diese Pädagogik verursachen kann. Welcher Name nun an der Tür steht, ist für eine bekennende Steiner-Schule vielleicht zweitrangig - wenn auch nicht unwichtig, das ist sehr richtig.

      Ich möchte nichts "Glauben machen", sondern freue mich über Korrekturen.

      Oliver Rautenberg
    • Hans-Joachim Aderhold
      am 12.09.2019
      Von gepflegter Diskussion bemerke ich bei Ihnen nichts. "Schmalspur" meint Ihre eingeschränkte Wahrnehmung, die alles, was Sie nicht wahrnehmen können, als Humbug ansieht. Schade!
    • Christian von Wld
      am 13.09.2019
      Hallo Herr R.

      meine Infos sind da etwas divergent: Seit Öffnung der Schule 1974 hat der Bund der Freien Waldorfschulen versucht, juristisch gegen die Schule vorzugehen (s. auch hier: http://www.michael-bauer-schule.de/fileadmin/downloads/Bund-PI_Namensstreit.pdf.
      Im Jahr 1987 gab es dann endlich eine Einigung, in der sich die Schule Kempten zum Ablegen des Namens verpflichtete.

      Es macht sehr wohl einen Unterschied aus, ob auf einer Verpackung nur ein Name steht oder auch der entsprechende Inhalt drin ist. Nicht umsonst gab es o.g. juristische Auseinandersetzung, da die Pädagogik in Kempten mit den Qualitätsvorgaben des Bundes der Freien Waldorfschulen unvereinbar war und ist.
      Leider ist der Bezug auf die Pädagogik Rudolf Steiners (als Person des öffentlichen Interesses) kein rechtlich schützbarer Begriff, so dass ein Hinweis darauf leider kein Garant dafür ist, eine ordentliche Waldorfpädagogik zu bekommen.
      Mit dem gleichen Recht betreibt/betrieb A. Molau ein Nazi-Jugend-Landheim im Harz und berief sich dabei auf R. Steiner. Das passt aber irgendwie nicht zu einem auf Toleranz aufgebauten Selbstverständnis, das zur modernen Waldorfpädagogik gehört (s. Stuttgarter Erklärung). Und ja, ich kenne die unsäglichen Äußerungen Steiners über Rassen usw., die heute mehr als dämlich klingen, damals aber auch von annerkannten Größen wie Kant oder Voltaire ähnlich geäußert wurden, ohne das heute bei jedem Bericht über einen der beiden darauf rumgeritten wird...
  • Dr. Diethelm Gscheidle
    am 11.09.2019
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    auch ich stehe den Wald-Dorf-Schulen extrem kritisch gegenüber! Bekanntlich werden unsere Kinder hier zu dummen, frechen, aufmüpfigen und faulen Versagern verzogen, die später in der Gosse landen, wo ich dann von meinen Steuergeldern deren sowieso viel zu großzügig bemessenes "Hartz-IV" bezahlen darf. Auf den Wald-Dorf-Schulen lernt man nämlich nur Unsinn (wie das Spielen "moderner" Theaterstücke oder das Aufführen weibischer Tänze, selbst durch die Buben!) anstatt sinnvoller Dinge, die man im späteren Beruf einsetzen kann. Zudem folgt man in der Erziehung irgendwelchem Montessori-Unsinn, anstatt unseren Kindern mit dem redlichen, traditionellen und erfolgreichen Bildungs- und Erziehungsinstrument "Rohrstock" zu braven, redlichen und fleißigen Buben und Mägdelein zu erziehen!

    Allerdings hat mittlerweile auch unser staatliches Schulsystem große Lücken - ich habe gehört, dass selbst hier in einzelnen Klassenzimmern kein Rohrstock mehr vorhanden ist, und einige Schulen verfügen angeblich nicht einmal mehr über einen löblichen Karzer! Und wenn Sie unsere dumme, ungezogene, verweichlichte, faule und teils kriminelle Jugend betrachten, dann sehen Sie ja, wohin derart verweichlichende Montessori-Kuschel-Pädagogik führt! Außerdem werden auch an staatlichen Schulen unredliche Fächer wie Englisch (das die Sprache unseres schönen deutschen Vaterlandes mit unredlichen Anglizismen verhunzt) mit viel zu vielen Stunden unterrichtet, und es wird sogar dieser ekelhafte "Sechsualkunde"-Unterricht abgehalten - man sollte diese Fächer durch redlichen Turn-Unterricht, der zur Stärkung der Wehrhaftigkeit dieses unseres Landes führt, sowie durch eine starke Ausweitung des löblichen Religionsunterrichtes ersetzen.

    Die beste Bildungs- und Erziehungseinrichtung für unsere Kinder und Jugendlichen ist immer noch die redliche Bundeswehr für die Buben (die hier Anstand, Respekt, Moral, Gehorsam, Sauberkeit, Pünktlichkeit, Redlichkeit und Keuschheit lernen) und ein katholisches Internat für die Mägdelein (die hier an ihre spätere Aufgabe als Hausfrau und Mutter herangeführt werden).

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. Diethelm Gscheidle
    (Bildungs- und Erziehungsfachmann, Verkehrswissenschaftler & Dipl.-Musikexperte)

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