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Meckerärsche, die Augen rechts!

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Wahlen sind nicht immer schön. Nehmen wir Schulz. Das Überspringen der 100-Prozent-Hürde zeigt, dass Martin selbst von sich selbst überzeugt ist. Das ist viel in Zeiten des Zweifels. In den Niederlanden hingegen hat dieser Geert Wilders haushoch verloren – und fünf Sitze dazu gewonnen.

Wunder gibt es immer wieder, erst recht im Land der flachen Hierarchien, wo sich die rechte Elite weiter konsolidiert hat. Hetze und Rassismus haben das politische System längst durchdrungen. Der umjubelte Wahlgewinner Mark Rutte (VVD) meint ja seit jeher, dass MigrantInnen nach Hause gehen sollten, ohne Tschüss und ohne Wenn und Aber, wenn sie sich nicht normal verhalten könnten. Was ist schon normal in diesen Zeiten, und was ist zu Hause? Sind's die Hunger-Regionen Afrikas?

Ohne Handschlag nach Hause gehen musste auch Angela Merkel, in deren Lande, meinte neulich Donald Trump, eine Revolution unmittelbar bevorsteht. Falls Sie was merken, liebe Leserin, lieber Leser, informieren Sie mich.

Richtig Druck machen momentan vor allem die Leute von Pulse of Europe, die im Handumdrehen und bundesweit die Menschen beim Bummelgehen erwischen. Der Zulauf erklärt sich aus großer Frustration: Das erhoffte Europa der Freien und Gleichen ist am Absaufen und driftet nach rechts, europäische BürgerInnen haben kaum was zu melden: Die "E"-Union ist ein Musterbeispiel für Nicht-Demokratie.

Mancherorts, so hört man, habe man das Gefühl, dass die entfernten Kriege näherkämen. Man hört schon die Einschläge – wo wir doch viel lieber mit Auslandseinsätzen fern der Heimat für Frieden sorgen möchten, koste es, was es wolle.

In Stuttgart jedenfalls waren unter den 500 besorgten BürgerInnen zwar auch die üblichen verdächtigen Neinundzwanzig-ObenbleiberInnen und linkes Kroppzeug, aber vor allem Leute, die für die Idee eines gerechten und weltoffenen Europas demonstrieren – und in Wilders, Trump, Le Pen und Konsorten die Ungeliebten sehen.

"Alles Meckerärsche", tät' meine Omi Glimbzsch aus Zittau sagen. Sie meinte damit immer das Establishment, das diese und alle Demos mit Argwohn beobachtet – und dem es nicht gelingt, auch nur die Hälfte der WählerInnen zur Europawahl zu bewegen, ganz zu schweigen zu einer Demo.

 

Peter Grohmann ist Kabarettist und Initiator des Bürgerprojekts Die AnStifter.


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3 Kommentare verfügbar

  • Jue.So Jürgen Sojka
    am 29.03.2017
    Antworten
    Meckerärsche, Jammerer, Jammerlappen - und Heulsusen!

    DRadio Kultur veröffentlicht Zeitfragen am Mi. 04.01.2017 um 19:30
    WAS FÜR EIN ELEND! Kulturgeschichte des Jammerns
    Überall wird geklagt und gejammert. Wir alle leben in einem Jammertal, aus dem es offenbar kein Entrinnen gibt. Denn der…
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