Die neue Seidenstraße steht, der Vortrag ist abgesagt. Foto: Jonathan Kos-Read/Flickr, CC BY-ND 2.0

Ausgabe 367
Gesellschaft

Seidenstraße fällt aus

Von Jürgen Lessat
Datum: 11.04.2018
Hinter dem wenig bekannten Schiller-Institut verbirgt sich die dubiose Polit-Sekte der LaRouche-Bewegung. Einer ihrer Referenten hätte jetzt auf Einladung des Stuttgarter Asien-Hauses über die neue Seidenstraße reden sollen. Nach einem Hinweis von Kontext wurde die Veranstaltung abgesagt.

Das Thema klingt unverfänglich, die Namen von Referent und Organisation erscheinen unverdächtig: Am 20. April sollten Interessierte in Stuttgart mehr über die neue Seidenstraße erfahren, dem von Chinas Machthaber Xi initiierten Entwicklungsprogramm. Mit 900 Milliarden Dollar will die kommunistische Wirtschaftsmacht die alten Handelsrouten zwischen Asien und Europa wiederbeleben, durch den Bau eines Netzwerks an Straßen, Eisenbahnen, Häfen und Flughäfen. Dieses gigantische Vorhaben sollte im Bürgerzentrum Ost ein "Alexander Hartmann, Schiller-Institut, Wiesbaden" erläutern, auf Einladung des angesehenen Stuttgarter Vereins Asien-Haus.

Dabei lohnt es sich, Referent und erst recht das Institut, das sich mit dem Namen des berühmten Dramatikers schmückt, näher zu beleuchten. Hartmanns Linkedin-Profil weist ihn als Chefredakteur von "Neue Solidarität" aus, einer Wochenzeitung, die von der "E.I.R. GmbH, Nachrichtenagentur und Verlag" in Wiesbaden herausgegeben wird. Deren Online-Auftritt verrät, dass die "Neue Solidarität" das deutschsprachige Kampagnenblatt der internationalen LaRouche-Bewegung ist, einem politischen Netzwerk mit einer Vielzahl von Vereinen und Unternehmen um den US-Amerikaner Lyndon Hermyle LaRouche und dessen deutsche Ehefrau Helga Zepp-LaRouche. Zugleich zeigt das Profil, dass Hartmann Landesvorsitzender der BüSo-Partei in Hessen ist. Doch dazu später.

"Das Ehepaar LaRouche und seine Anhänger produzieren Verschwörungstheorien, die von Tarnorganisationen verkauft und von den Parteien des Kultes als politische Programme vertreten werden", heißt es etwa beim Bundesverband Sekten- und Psychomarktberatung. "Die LaRouches und ihre Anhänger behaupten, die Welt sei auf dem Weg in die Sklaverei, versklavt von einer Gruppe von Menschen, die wahlweise Finanzoligarchie, Britannien, synarchistische Internationale, Weltfinanzsystem oder auch zionistische Lobby genannt wird", beschreibt der RefRat, der Studierendenausschuss der Berliner Humboldt-Universität, die Bewegung.

Lyndon LaRouche habe dies erkannt, und nur er könne die Menschheit in eine freie Welt führen, laute die Doktrin der Bewegung. Tatsächlich habe die Vorstellung davon, wie diese Welt aussehen soll, aber nicht im Geringsten etwas mit Freiheit zu tun, warnen die RefRat-Autoren: "Vielmehr schwebt LaRouche eine faschistoide Gesellschaft vor, die den angeblich unterdrückten natürlichen Drang der Menschen nach produktiver Arbeit wieder herstellen soll, und in der unter der Führung von LaRouche die Menschen zu einer arbeitenden Masse von BefehlsempfängerInnen verkommen."

Das Patentrezept parat

In der Tat kann der inzwischen 95-jährige Lyndon LaRouche eine schillernde Vita vorweisen. Von 1949 bis 1963 war er Mitglied der Socialist Workers Party (SWP), einer trotzkistisch eingestuften US-amerikanischen Kleinstpartei. Nach seinem dortigen Ausscheiden versuchte er unter dem Pseudonym Lyn Marcus drei Jahre lang erfolglos eine neue Organisation aus Trotzkisten Europas sowie der SWP aufzubauen.

Es folgten Vorträge an der von ihm ins Leben gerufenen "Freien Hochschule", die Zulauf vor allem von Studierenden der New Yorker Columbia-Universität hatte. Daraus bildete sich Ende 1967 innerhalb der Studentenvereinigung "Students for a Democratic Society" (SDS) das erste "Labor Committee" (LC). Als Folge von Kontroversen über die Rolle der Rockefeller-Familie in der New Yorker Schulpolitik – LaRouche sah die Unternehmer-Dynastie als Beherrscher der Weltwirtschaft – wurden er und sein Labor Committee aus der SDS verbannt. Nach einigen Machtwirren innerhalb des LC gelang es LaRouche, dieses stärker auf seine Person auszurichten. 1971 erfolgte die Umbenennung in National Caucus of Labor Committees (NCLC).

Ab 1972 versuchte LaRouche auf zwei Europareisen seine Bewegung über die Grenzen der Vereinigten Staaten hinaus zu etablieren. Diese Bemühungen mündeten im Folgejahr in die Gründung der politischen Vereinigung "European Labor Committees" (ELC). Nachdem sich die ELC vergeblich den damals zerstrittenen sozialdemokratischen und kommunistischen Parteien Europas als einender Kopf anzudienen versucht hatte, entschloss sich LaRouche 1974, in Deutschland eine eigene Partei zu gründen: die Europäische Arbeiter Partei EAP. Vorsitzende wurde Helga Ljustina (je nach Quelle auch Helga Ljustina Zepp), nach ihrer Heirat mit Lyndon LaRouche im Jahre 1977 Helga Zepp-LaRouche.

LaRouche bewarb sich nach 1976 in seiner Heimat mehrfach erfolglos für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten, zunächst als Kandidat der von ihm geführten "U.S. Labor Party", später scheiterte er bereits bei den Vorwahlen um die Kandidatur für die Demokraten. Danach wurde LaRouche in mehreren Strafverfahren, unter anderem wegen Verschwörung und Betrugs, zu einer 15-jährigen Haftstrafe verurteilt, die er bis 1994 in einem US-Gefängnis absaß. Unverdrossen kündigte LaRouche in Laufe seiner langjährigen "Karriere" den wirtschaftlichen Zusammenbruch an, sollten die Regierenden nicht seinen Patentrezepten folgen.

Nur wenig blasser erscheint der Lebenslauf seiner 24 Jahre jüngeren Gattin. Helga Zepp-LaRouche führte die EAP – Slogan: "Wir haben das Patentrezept"- zwischen 1976 und 1985 mit bescheidenem Erfolg (maximaler Stimmenanteil 0,1 %) durch mehrere Landtags-, Bundestags- und Europa-Wahlkämpfe. Beobachter stuften die Kleinstpartei unter ihrer Führung zeitweilig als rechtsextrem ein. Auf eine parlamentarische Anfrage zu Jugendsekten und Psychogruppen bezeichnete die Bundesregierung die EAP als Polit-Sekte. 1986 traten die Patrioten für Deutschland als EAP-Nachfolgepartei auf, an deren Spitze ebenfalls Zepp-LaRouche stand. 1992 gründete sie die nächste Nachfolgepartei, die Bürgerrechtsbewegung Solidarität BüSo, deren Bundesvorsitzende sie bis heute ist. Als BüSo-Parteichefin forderte Zepp-LaRouche etwa "Zurück zur D-Mark", die Realisierung eines "europäisches Transrapid-Netzes" und unermüdlich den Ausbau der Kernkraft. Ähnlich den heutigen rechten Populisten verleugnet die Partei seit langem den Klimawandel.

Stets bemüht, aber wenig erfolgreich

Aktuell steht vor allem die neue Seidenstraße auf der BüSo-Agenda. In ihrem wöchentlichen Podcast thematisiert die Parteichefin daneben tagesaktuelle Ereignisse, wie etwa den Giftanschlag auf den Doppelagenten Skripal und dessen Tochter, die Russland-Ermittlungen gegen die Trump-Unterstützer oder den Bürgerkrieg in Syrien. Stets sind dabei westliche Regierungen wie die der britischen Premierministerin Theresa May, das kapitalistische Finanzsystem oder zu investigative Medien die Bösen, während Russlands Staatspräsident Putin und insbesondere die chinesische Staatsführung mit Wohlwollen betrachtet werden. Trotz vielfältiger Aktivitäten im Internet und mit Straßenständen gaben die Wähler bei der Bundestagswahl 2017 der BüSo nur 0,0 Prozent der Stimmen.

Weitaus größere Schlagzeilen als die Partei machte bislang das Wiesbadener Schiller-Institut, das Zepp-LaRouche 1984 gründete, um gegen die Abkopplung Westeuropas von den USA zu kämpfen. Die "Vereinigung für Staatskunst", so der Untertitel des Vereins, geriet nach der Jahrtausendwende durch einen mysteriösen Todesfall in die Weltpresse. Am frühen Morgen des 27. März 2003 starb der 22-jährige Brite Jeremiah Duggan auf einer Wiesbadener Bundestraße, nachdem er von zwei Autos angefahren und überrollt worden war. Der jüdische Sorbonne-Student war in die hessische Landeshauptstadt gekommen, um an einem Seminar gegen den drohenden Irakkrieg teilzunehmen, das vom Schiller-Institut veranstaltet wurde. Polizei und Staatsanwaltschaft gingen damals relativ schnell von einem Suizid aus.

Ein Ermittlungsergebnis, dem Duggans Eltern bis heute nicht glauben. Denn 25 Minuten vor seinem Tod hatte der junge Mann noch seine Mutter Erica in London angerufen und ihr gesagt, dass er in großen Schwierigkeiten stecke. Er kam aber nicht mehr dazu, ihr zu sagen, in welcher Stadt er war, bevor die Verbindung abbrach. Für Erica Duggan wurde der Fall nie richtig untersucht, da die Behörden ihn vorschnell als Selbstmord abgetan hätten. Ermittlungen der britischen Behörden zweifelten die Version der deutschen Behörden ebenfalls an. Im März 2007 veröffentlichte Jeremiahs Mutter zwei Gutachten von privaten forensischen Pathologen, die zu dem Schluss kommen, Jeremiah Duggan sei zu Tode geprügelt geworden.

Veranstalter fühlt sich getäuscht

Mehr als neun Jahre lang versuchte die Familie, deutsche Behörden zur Wiederaufnahme der Ermittlungen zu bewegen. Nachdem Duggans private Nachforschungen zu neuen Zeugen geführt hatten, die angaben, dass Jeremiah von zwei Vertretern des Schiller-Instituts angegriffen und zu Tode gehetzt worden war, entschied 2012 das Oberlandesgericht Frankfurt, dass Polizei und Staatsanwaltschaft den Fall neu aufrollen müssten, wegen des Tatverdachts einer Körperverletzung mit Todesfolge.

Die wiederaufgenommen Untersuchungen dauerten außergewöhnlich lange: erst vor wenigen Tagen, Ende März 2018, teilte die Staatsanwaltschaft Wiesbaden mit, das Verfahren erneut eingestellt zu haben. "Die langjährigen Ermittlungen haben ergeben, dass dem Tod von Jeremiah Duggan keine Straftaten zugrunde liegen", teilt Behördenleiter Achim Thoma auf Kontext-Nachfrage mit. Der junge Mann habe mehrfach versucht, sich das Leben zu nehmen, indem er unvermittelt auf die Straße und vor mehrere herannahende Autos gelaufen sei.

Jeremiahs Mutter will auch die erneute Verfahrenseinstellung nicht akzeptieren. Die deutschen Behörden hätten seit 15 Jahren mit den gleichen Scheuklappen ermittelt und wichtige Fragen ignoriert. "Es ist ein Skandal, dass sich der Wiesbadener Staatsanwalt nach all den Jahren weigert, mich überhaupt zu interviewen. Die Gefahr, die meinen Sohn tötete, besteht noch immer", so ihre Kritik. Sie frage sich, warum eine politische Sekte, die von ihrem europäischen Hauptquartier in Wiesbaden aus antisemitische Hetze und anti-britische Verschwörungstheorien weltweit verbreite, in Deutschland Immunität genieße. Sedar Kaya, Duggans Berliner Rechtsanwalt, bestätigte gegenüber Kontext, dass er Beschwerde gegen den Einstellungsbeschluss der Wiesbadener Staatsanwaltschaft einlegen wird.

Nach Kontext-Hinweisen auf den sektenpolitischen Hintergrund des Gastreferenten sagte das Stuttgarter Asien-Haus den Vortrag über die neue Seidenstraße umgehend ab. "Wir wurden über die wahre Ausrichtung des Schiller-Instituts getäuscht", so ein Vereinsvorstand. Herrn Hartmann als hessischen Landesvorsitzenden der BüSo Partei sehe man als ungeeignet an, um überparteilich über die neue Seidenstrasse zu berichten. "Die Überparteilichkeit ist seit Gründung eines der Prinzipien des Asien-Hauses."


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8 Kommentare verfügbar

  • era era
    am 16.04.2018
    Auch von meiner Seite vielen Dank für die Recherche. Damit wird deutlcicher, was hinter den Wahlplakaten steht.
    Ich fasse Zeitungsartikel aber immer mehr mit spitzen Fingern an, in denen wichtige Teile der Aussagen und Schlußfolgerungen nur durch billige Schlagwörter (Wohlwollen gegenüber Rußland und China (= Putinversteher) rein emotional und kampagnenmäßig hervorgerufen werden.
    Kritik an Obama oder anderen Präsidenten unserer "Wertegemeinschaft" ist nicht automatisch ein Zeichen für weltanschauliche Verwirrung. VOrteile in der Seidenstraße etc zu sehen auch nicht.
    Menschen und Organisationen, die diese Positionen vertreten können deswegen nicht automatisch als unglaubwürdig eingestuft werden. Es mag dafür andere Indizien geben, die man eher suchen sollte.
    "Trotzki" ist auch ein Signalwort, dass Unverläßlichkeit, Träumerei oder schlimmeres suggeriert. Warum weiß ich nicht. Was ich bisher von Trozki gelesen oder erfahren habe (wenig genug), machte eher den Eindruck eines analytischen, zeitkritischen und scharfen Verstandes, der eher keinen Leithammeln hinterherlief.
    Ich empfinde diese Stilmittel als rückenmarksgesteuert, sie manipulieren den Leser auf der Ebene seiner Gefühle, Feindbilder und instinktiven Abwehrreaktionen.

    Auch wenn sie in diesem Artikel nur in homöopathischen Dosen vorhanden sind, schmeckt der LEsegenuß nicht mehr.
    Auch ein Holzspreißer im Finger ist nur wenige Millimeter lang, macht sich aber sehr unangenehm bemerkbar.

    Dass es in der Öffentlichkeit dafür immer weniger Bewußtsein gibt, ist der Grund warum ich mein vollen Namen nicht im Internet sehen möchte. Die Regeln von Nicht-Manipulation, demokratischer Offenheit in Diskussionen sind zu weit erodiert. (Siehe Zitate R. Luxemburg, Voltaire). Diffamierung und Rufmord sind weit hinein in die ehemals seriösen Medien zu üblichen Methoden geworden, womit unliebsame Kritiker mundtod gemacht werden.
    Erhellend ist in diesem Zusammenhang Robert Pfaller "Erwachsenensprache". Dass gerade politisch korrekte Sprache ein Mittel zur Unterdrückung werden kann, sollte nicht der AfD überlassen werden, sondern auch hier bei kontext ins Bewußtsein rücken. Ich wünschte der Unterschied zwischen Antidemokraten und "den Guten" bestünde nicht einfach in der anderen Position, sondern in der Wahl anderer, demokratischer, freiheitlicher und resprektvollerer Mittel.
    • Gideon Rugai
      am 17.04.2018
      Dem (Beitrag von era era) schliesse ich mich uneingeschränkt an. Ich hatte selber mal eine kurze e-mail Korrespondenz mit einem BüSo-Mitarbeiter, der mich wohl gern "rekrutiert" hätte, aber jegliche Konversation beendete, als ich kurz die seltsamen Umtriebe des Herrn Larouche (recht schell via Internet zu ermitteln) anführte.
      Was ich aber genau wie mein Vorredner kritisiere, sind diese kleine hinterhältigen Rundumschläge, gegen alles was sich als verschwörungstheoretisch,Russland-freundlich bis hin zum "strukturellen Antisemitismus" aufs Tapet bringen lässt- China ist immer noch böse kommunistisch, und Menschen die die zunehmende Kartellisierung (statt Totschlagsargument "Verschwörung") im Sinne eines schleichenden Kooperatismusin (als beinahe "heillige" Globalisierung verklausuliert) in Wirtschaft und Politik anklagen, werden (unterschwellig) natürlich auch gleich zu Aluhut-Trägern erklärt - womit Kontext im Grunde dieselbe manipulativ-hysterische Wirklichkeitsschau (oder -scheu?) verbreitet wie z.B. die Tagesschau unter blutleeren Apparatschicks wie Dr. Gniffke (dazu einfach mal die zahlreichen Rundfunkbeschwerden a la Bräutigem/Klinkhammer der ständigen Publikumskonferenz und der Rationalgalerie studieren - da wird nicht nur beschwert sondern glasklar analysiert auf welch teils infame Weise mit der sogenannten Meinungs- und Informationsfreiheit Schlitten gefahren wird - auf unsere Kosten - und höchst manipulativ um das mittlerweile zu Staub zerfallende Narrativ vom allseits guten u. menschenfreundlichen Westen unter allen Umständen aufrecht zu erhalten).
      Alles beleg- und dokumentierbar, auch vieles von dem was mit neudeutschen Kampfbegriffen wie Verschwörungstheorie-/theoretiker zur No-Go-Area gemacht werden soll.
      Ich kenne Kontext und dessen Background nicht weiter, aber warum macht sich der Narr ausgerechnet dort mit dem Lumpen gemein, wo der Dreck unverkennbar unter der Teppichkante hervorquillt ??
      Ignoranz, mangelndes Aufklärungsbewusstsein, Opportunismus ?
      Vielleicht ist das auch nicht wirklich im Sinne der Redaktion, sondern der Autor ist einfach nur "completely biased" ?
      Möglich.....da ich aber ebenfalls mit Voltaire konform gehe : Bitteschön ! Letztlich hat jeder sein Handeln und Denken vor sich selbst zu verantworten...ich z.B. schlafe sehr gut :)
  • Gerolf v.Heintschel
    am 14.04.2018
    Es ist großartig, was Herr Lessat recherchiert hat ! Was mir auffällt ist, die Polit-Sekte ist trotz merhfacher Versuche mehr Öffenlichkeit zu erlangen, immer noch - zum Glück - eine kleine Splittergruppe. Anscheinend kommt die Gruppe mit Ihrem Programm, ihren Argumenten also doch nicht bei den Menschen an. Ich teile Herrn B. Meyers Ansichten und das Zitat von Voltairet: " Ich teile nIcht Ihre Meinung, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern können." Ich denke, Wahrheit bleibt Wahrheit und wird immer siegen, manchmal leider erst spät. Freie Meinungsäußerung ist ein wesentlicher Bestandteil der Demokratie. Mit Verschweigen, nicht rechtzeitig alles sagen, Lügen, wird der Demokratie ein Bärendienst erwiesen. Es gibt immer drei Wahrheiten: Meine, deine und die richtige!
  • Philippe Ressing
    am 13.04.2018
    Wer wie ich aus der Anti-AKW-Bewegung stammt, der erinnert sich an die Auftritte der Vorgängerorganisation Europäischen Arbeiterpartei. Sie agitierten in den 70ern und 80ern für die Atomkratwerke und hetzte gegen die Anti-AKW-Bewegung. Auch vor Arbeitsämtern konnte man damals die Infotische dieser Polit-Provokateure erleben. Noch vor ein paar Jahren verteilte ein Mitglied Flugblätter vor dem DGB-Haus in Stuttgart, anlässlich einer Veranstaltung. In Bad Cannstatt stehen BÜSO-Emissäre und werben regelmäßig - eigentlich sind sie eine ähnliche Truppe wie die Scientology-Sekte. Wer sich wundert, warum die Truppe trotz nicht messbarer Wahlergebnisse immer wieder antritt, so fallen sie unter den Schutz des Parteienrechts, was ein Verbot erschwert und Steuerprivilegien mit sich bringt.
  • Bernhard Meyer
    am 12.04.2018
    Damit kein Irrtum auftaucht: ich hab mit der LaRouche-Bewegung nichts zu tun.
    Aber den Friedensnobelpreisträger Obama zu impeachen, dafür gibt es weit treffendere Begründungen als bei Trump.
    Was mich aber am meisten stört, ist die wachsende Unsitte, Raumverbote auszusprechen.
    Wann immer ein Redner eingeladen wird, der im Mainstream nicht gut angesehen ist, versucht man mittels Denuntiation ein Haus- und Redeverbot herbeizuführen. Altehrwürdige Grundsätze der Aufklärung werden so über Bord geschmissen, wie den von Voltaire: Ich teile nicht Ihre Meinung, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern können." Oder den von Rosa Luxemburg. "Freiheit ist immer Freiheit des Andersdenkenden." Offenbar huldigt man einem anmaßenden Beschützertrieb um den "unbedarften Bürger" vor "schädlichem Gedankengut" zu bewahren. Warum tut's es nicht ein aufklärender Kommentar in der Tageszeitung NACH der Veranstaltung? Über den man sich dann in Leserbriefen trefflich streiten könnte?
    • Ronald D. Vogel
      am 16.04.2018
      Das habe ich auch erst gedacht ... Aber lt Onkel Kant sollte man Tugenden gegeneinander abwägen. Und da ist es besser so einem Blödsinn keine Plattform zu geben ... nachher glauben die Leute das noch. :-/
  • Peter Kurtenacker
    am 11.04.2018
    Die haben Schwerpunkte, hier in Degerloch haben sie einen größeren Ableger und tauchen auch beim DM-Markt regelmäßig mit einen Stand auf. Tun so als ob sie für Öko sind und sind gleichzeitig für Atomstrom. Toll :-(
    • Elmar Fässler
      am 28.04.2018
      Bin der Meinung das sich eine Unkultur des Bashings breitgemacht hat. Wenn der Redner kompetent über die "neue Seidenstrasse" vortragen kann dann soll er das doch machen. Meiner Meinung könnte man diverse Organisationen die unreflektiert proatlantisch agieren und dem Glauben an den Götzen der freien Märkte anhängen durchaus als Sekten einstufen.
      Mit der Antiamerikanismus - und Antizionismuskeule wird jeder mundtot gemacht der auch nur einen Millimeter vom Mainstream abweicht. Wie schmal ist mittlerweile das politische Spektrum! Wenn ich mir vor Augen halte wie viel grösser die politische Vielfalt vor 10 oder 20 jahern noch war...

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