In ihm lodert's: "Aufbruch"-Initiator Wieland Backes. Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 348
Gesellschaft

Der Super-Wieland

Von Josef-Otto Freudenreich
Datum: 29.11.2017
Der "Aufbruch Stuttgart" ist noch kein Jahr alt und schon weltberühmt in der Stadt. Das liegt am großen Vorsitzenden, dem Fernsehmenschen Wieland Backes ("Nachtcafé"), der weiß, wie man mit Medien spielt. Aber genau dahinter lauert die Gefahr.

Vor drei Jahren hat in Wieland Backes "immer noch das Feuer" gelodert. So hat er's der taz in einem langen Gespräch mit Chefreporter Peter Unfried verraten, auch noch darauf verweisend, dass er ein "Kind von 1968" sei. Kein schwäbischer Konservativer, sondern offen und fortschrittlich. Das war im November 2014, einen Monat bevor er sein "Nachtcafé" verlassen hat. Nach 27 Jahren und 706 Sendungen. Er wollte damit sagen: Leute, ein Backes verschwindet nicht einfach, ihr hört noch von mir.

Und so geschah es. Bei der Trauerfeier für Peter Conradi, im März 2016. Beieinander standen der Ex-Moderator, der Opernintendant Jossi Wieler und die Kulturjournalistin Amber Sayah von der "Stuttgarter Zeitung". Sie sprachen über die Sanierung der Staatsoper und darüber, dass es eine "Jahrhundertchance" wäre, gleich die ganze Kulturmeile neu zu gestalten, inklusive B-14-Beseitigung. Ein großer Wurf, versteht sich.

Das fanden die Spitzen der übrigen Hochkultur auch schick und taten, was man in Deutschland tut, wenn man gemeinsame Sache machen will: Im März 2017 gründeten sie einen Verein, den "Aufbruch Stuttgart". Hinter Backes versammelten sich Wieler, die Direktorinnen Christiane Lange (Staatsgalerie), Ulrike Groos (Kunstmuseum), Cornelia Ewigleben (Landesmuseum), die Architekten Arno Lederer und Werner Sobek sowie Helmut Nanz von der gleichnamigen Stiftung. Getragen waren sie von der "Vision Stuttgart", die Backes schon mal im Rahmen eines Gastbeitrages in den StZN vorformuliert und "Think Big Stuttgart" überschrieben hatte. Das musste sein, weil Backes und seine Mitstreiter Oberbürgermeister Fritz Kuhn offenbar als eher kleinteilig empfanden.

Die Großbürgerinitiative kann Kuhn nicht ignorieren

Wie das bei Kuhn angekommen ist, weiß man nicht genau. Es ist zu vermuten, dass er eher ergrimmt als erbaut war, weil er selber an einem Visionspapier arbeitete, mit seinen, also den besten Ideen drin. Aber der Oberstratege im Rathaus weiß auch, dass er die Großbürgerinitiative nicht ignorieren kann, die beim Schwäbischen Heimatbund genauso willkommen ist wie bei den Rotariern. Und, ganz wichtig, als Liebling der örtlichen Monopolpresse gestartet ist. Ein "Segen für Stuttgart" sei sie, lobte die StZ, wer Visionen habe, müsse "zum Aufbruch gehen", empfahl die StN, und wenn das so ist, kommt auch Kuhn. Das gedruckte Wort bedeutet ihm viel.

Am 17. September steht er auf einem Stapel von Holzpaletten und spricht zu geschätzt 2000 Menschen, die sich auf der gesperrten B 14 tummeln und von den Organisatoren nicht Demonstranten genannt werden, weil das in der Stadt einen schlechten Klang hat (Kontext berichtete). Kuhn sagt ihnen seine Unterstützung zu, weil er ja auch für viel Kultur und weniger Autos ist. Allerdings sei vor Fertigstellung von Stuttgart 21 nichts zu machen. Mehr gibt's nicht vom OB, mehr muss später sein Baubürgermeister Peter Pätzold berichten, der bemüht ist, keinen Dissens aufscheinen zu lassen. Der "Aufbruch" sei eine "begleitende Initiative", die das Rathaus-Konzept der lebenswerten Stadt unterstütze, erläutert der Grüne, weshalb man in "regem Kontakt" mit Herrn Backes stehe. Als nächstes sei er am 12. Dezember zum Thema B 14 und Kulturmeile ins Stadtmuseum geladen. So viel Wertschätzung nach so kurzer Zeit. Andere Bürgerinitiativen träumen davon.

Ja, das war eben ein Signal der Stärke, jener "Marsch für Stuttgart" an jenem Septembersonntag. Auch deshalb, weil sich die andere Bürgerinitiative, jene gegen Stuttgart 21, brav verhielt. Backes hatte den Sprecher des Aktionsbündnisses, Werner Sauerborn, aufgefordert, auf Schilder und Transparente sowie Sprechchöre, die an Montagsdemos oder Ähnliches erinnern könnten, zu verzichten. Die meisten seiner 660 Mitglieder würden dies als "eine Art der Unterwanderung begreifen", schrieb er ihm. Das hat prima geklappt. In der Sonne leuchteten Luftballons, viele Grüne waren dabei, worauf bereits von der fünften Kolonne Kuhns die Rede war, was aber Unsinn war, weil bürgerschaftliches Engagement in Stuttgart nicht par ordre du mufti passiert. Auch Publikum von der Halbhöhe, das schon lange nicht mehr auf der Straße war, hatte seine Freude, sowie der Chefredakteur der "Stuttgarter Zeitung", Joachim Dorfs, und der Geschäftsführer der Südwestdeutschen Medienholding, Richard Rebmann.

Durchs Rathaus sausen und Feuer unterm Hintern machen

Sie haben keine Parolen gerufen, sie durften auch noch für umsonst in die Staatsgalerie, was den CDU-Fraktionschef im Rathaus, den Heizungsbaumeister Alexander Kotz, zu der Bemerkung veranlasste, das wünschte er sich auch mal beim Handwerkertag. Aber Kotz hat halt keinen Backes als Frontmann. Viele dürften wegen des berühmten Moderators da gewesen sein, der jetzt in eine neue Rolle geschlüpft war. In die des Supermanns, der durchs Rathaus saust und den Beamten Feuer unterm Hintern macht, bis der behördliche Schwergang einem emsigen Summen und Brummen weicht. Auf diesen "Weckruf" hat die Stadt geradezu gewartet, heißt es in der noch jungen Vereinschronik. Und manchmal wundert sich der frühere Fernsehjournalist, "wie lange der Ruhm anhält". Aber bitte "keine Hybris", das erschiene dem 71-Jährigen unpassend.

Backes will sich lieber bescheiden zeigen und reklamiert das auch für seine MitstreiterInnen. Von wegen Großbürgerinitiative, von wegen Klientelpolitik, von wegen Lobbyismus in eigener Sache. Er sei nicht elitär, sagt er, und seine Truppe "keine Stimme der upper class". Diese Sicht der Dinge sei ganz falsch, beharrt er und erzählt, wie er früher dem journalistischen Nachwuchs beigebogen habe, die Mächtigen hart ran zu nehmen. Er guckt dabei wie weiland im "Nachtcafé", als er nach Wahrheiten über tödliche Krankheiten und sexuelle Vielfalt im Lehrplan gesucht hat. Aber die Stadt ist kein Studio.

Der direkte Draht zur Chefetage im Pressehaus bringt nicht mehr die alten Ergebnisse, schützt nicht vor der Wankelmütigkeit des Medienwesens, von dem der "Aufbruch" abhängig ist. Vor allem im StZ-Lokalteil mehren sich die kritischen Stimmen, sei's gegen einen Gastbeitrag von Architekt Lederer, dem das 200 Jahre alte Königin-Katharina-Stift im Weg ist, sei's gegen die forschen Töne von Backes, der Kuhn einen "Durchmarsch" bei der Planung des künftigen Rosenstein-Quartiers vorwirft. Das hängt mit der thematischen Expansion des "Aufbruch" zusammen, der sich nicht mehr nur um die "PS-Meile", sondern auch um bezahlbares Wohnen kümmern will. Verspricht Backes. Da kann im Eifer des Gefechts schon mal was durcheinander geraten, und ein Gemeinderatsbeschluss zum "Durchmarsch" werden. Da fehlt die Liebe zum Detail, man könnte auch sagen, die Kenntnis von Sachständen in Gemeinderat und Verwaltung. Was dort mittlerweile zu erhöhten Erregungszuständen führt, wenn der Name "Aufbruch" fällt.

Herr von Holst begibt sich fast in Lebensgefahr

Ein sehr honoriges Mitglied des Vereins ist Christian von Holst, der ehemalige Direktor der Staatsgalerie. Der heiße Freund des Tiefbahnhofs schafft es, zwei Stunden über die "stadträumliche Bedeutung der von James Stirling entworfenen Neuen Staatsgalerie" und die "dringend veränderungsbedürftige Situation des Museums an der B 14" zu reden. Das ist verständlich, wenn man bedenkt, dass der 76-Jährige auf, neben und über der Betonschneise mit dem Fotoapparat herum gesprungen ist, fast unter Lebensgefahr, um zu belegen, warum kein anderes deutsches Museum einen solch "schäbigen Zugang" hat. Autos im Sekundentakt. Seine Lösung: Zwischen Neckartor und Marienplatz zwei Spuren weg und zehn Zebrastreifen dazu, dann wären's 15 wie auf den Champs Elysees, und die Menschen hätten Platz zum Flanieren. Er selbst geht mit gutem Beispiel voran und fährt mit dem E-Bike in die Stadt. Vielleicht ist das aber auch ein Beispiel dafür, warum CDU-Kotz, der Freund aller Autofahrer, sagt, der "Aufbruch" sei "keine Bewegung".

Womöglich zieht Kotz den S-21-Protest als Vergleich heran, und hätte damit, soziologisch betrachtet, sogar recht. Das Medienphänomen "Aufbruch" ist keine Bewegung von unten, keine Apo, keine Basis-, sondern eine Backes-Veranstaltung. Der Honorarprofessor, Bundesverdienstkreuzträger und Bundespräsidentenwähler (für die SPD) ist der große Vorsitzende, er ist der Eröffner und Beender, dazwischen bestimmt er die Richtung - wie einst im "Nachtcafé".

Tatsächlich: Backes spricht mit dem Aktionsbündnis

Deutlich wird das an seinem Verhältnis zum Thema Stuttgart 21. Er möchte es einfach nicht behandeln. Das sei doch ein "Krieg von gestern", betont Backes. Er frage nicht mehr nach der Vergangenheit, auch wenn es die "Chronik einer Katastrophe" sei und er nach dem Schwarzen Donnerstag mitdemonstriert habe. Aber bitte, das war vor sieben Jahren. Alles Geschichte.

Das sollen auch die Herren Eisenhart von Loeper, Norbert Bongartz und Werner Sauerborn vom Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 kapieren, die ihm diese "Dethematisierung" zum Vorwurf machen. Sie glauben, Backes spreche darüber nicht, um sich das Wohlwollen der Eliten zu erhalten, der ewige Streit um den Bahnhof, den sie das "Monster im Wohnzimmer" nennen, störe da nur. Der linke Stadtrat Tom Adler, der die inzwischen 395. Montagsdemo organisiert, kritisiert die Fixierung auf den "Lifestyle solventer Schichten", auf die SUV-Fahrer, die sicher vom Park- ins Operhaus gelangen wollten. Das wiederum weist Backes weit von sich und sagt, ihm sei wichtig, von dieser "Lagerzeit" weg zu kommen, den "Grauschleier" los zu werden, und darüber rede er mit jedem. Auch mit dem Aktionsbündnis.

Am 8. Dezember ist es so weit. Dann trifft sich der "Aufbruch" mit dem "Umstieg 21", und Wieland Backes wird wahrscheinlich wieder die Geschichte erzählen, die am Sarg von Peter Conradi begann. Wenn man so wolle, sagt er, sei der große Gegner von Stuttgart 21 der "Pate" seines Aufbruchs.


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21 Kommentare verfügbar

  • Peter Meisel
    am 04.12.2017
    Der "Aufbruch Stuttgart" - Visionen einer Kultur?
    Da hätte man gleich den Werbefachmann der Frau Merkel, Herrn Sebastian Turner zum OB wählen können. Sie hatte die öffentlich wirksame Ablenkung von der S21 Katastrophe heute vorhergesehen. Und die FDJ Agitprop hat sie zur Marktkonformen Demokratie umbenannt und mit Herrn Turners „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ INSM trotz der Wahl Fritz Kuhn’s etabliert.
    Hier wird getrommelt und gepfiffen um vom Milliarden Grab abzulenken?

    So habe ich KONTEXT schätzen gelernt: Ein Artikel unter der Rubrik „Pulsschlag - Wie eine Region tickt von Meinrad Heck mit dem Titel „Spekulation, na und?“ .
    Die Geschichte spielte noch zu Regierungszeiten eines Kanzlers Helmut Kohl, weswegen sie als „Bimbes-Story“ durch den deutschen Blätterwald fegte, Und zum Glück tauchte weder in den Medien noch im Korruptionsverfahren vor Gericht der Name Stuttgart 21 auf. Als hätte es ihn nie gegeben.

    Von der Kulturjournalistin Amber Sayah habe einen Artikel (und Buch) zur neuen Stuttgarter Stadtbibliothek in Erinnerung: „Die neue Stuttgarter Stadtbibliothek zeigt. welche stadträumlichen Probleme Stuttgart 21 mit sich bringen wird“ (Süddeutsche Zeitung, 14.11.2011, S.11)

    Ich habe empfunden, das Milliardengrab nimmt Gestalt an: Stuttgart 21 Katakomben. Der Bahnhofsturm als Grabturm mit Stern und Bauerwartungsland. Zitat: „Sucht man nach vergleichbaren Baukörpern in der Architekturgeschichte, landet man unweigerlich bei Grabbauten der Antike, die, wie das Mausoleum von Halikarnassos, ähnlich blockhaft abweisend in der Landschaft herumstanden, oder aber, wie die Grabtürme von Palmyra, in ihrem gleichmäßig abgesetzten Geschossen übereinandergestapelte Särge konservierten. Vor allem aber, die Assoziation „Kolumbarium“ drängt sich beim Anblick der Bibliothek peinlich auf.“

    Wie steht so treffend im Katechismus der Katholischen Kirche unter „In der Wahrheit leben“ 2469 „Die Menschen können nicht in Gemeinschaft miteinander leben, wenn sie sich nicht gegenseitig glaubten, als solche, die einander die Wahrheit offenbaren“.
  • Schwa be
    am 04.12.2017
    Samstag 9.12. Landesweite Demonstration in Stuttgart "Für eine Welt in der niemand fliehen muss!". Zu dieser Demo ruft auch DIE LINKE auf. Beginn 14.00 Uhr Lautenschlagerstraße
    Mehr Infos unter www.flucht-demo.de
    Auch hier könnte der "Super-Wieland" mit "Aufbruch Stuttgart" seine guten Absichten eindrucksvoll unter Beweis stellen indem er den Aufruf zur Demo unterstützt (online zeichnet) - leider bisher Fehlanzeige, siehe: http://flucht-demo.de/unterstuetzerinnen/
  • Andromeda Müller
    am 04.12.2017
    Meine volle Zustimmung zu Tom , Marla ,Ressing .
    Warum ? Wird hier sonnenklar und mit den schönsten Beispielen genau erklärt : https://www.youtube.com/watch?v=aK1eUnfcK4Q
    Auch schöne Vorlagen zum schwarzen Donnerstag sind zu besehen. Das ganze "Spiel" wird hier beschrieben.
  • Martin R.
    am 03.12.2017
    Was soll das für ein Text sein? Diese Zusammenstellung von deutlich erkennbaren Ressentiments, schlechter Polemik und persönlichen Anwürfen hat mit Journalismus jedenfalls nichts zu tun.
  • Nina Picasso
    am 03.12.2017
    Ja, der "Krieg" mit dem Wasserwerfer etc. ist vorbei, nicht vorbei ist aber der "Krieg" gegen die Pendler/Bahnnutzer, die seit Stuttgart21 immer massiver unter Zugausfällen, Verspätungen etc leiden! Es wird ja nicht besser werden mit S21. Der "Krieg" wird auch nach eventueller Fertigstellung weitergehen, wenn ein sicherer, ebener Bahnhof ein Tunnelhalt mit einem gefährlichen Gleisgefälle geworden ist. Wegrollunfälle (u.U. mit Verletzten) sind vorprogrammiert. Auch der "Krieg" gegen die Anwohner der Baustellen ist mittendrin, sie werden zermürbt und krank gemacht durch Lärm,Dreck und Feinstaub, auch mitten in der Nacht! Hier wird keine Rücksicht genommen wie in Ulm! Der "Krieg" gegen Alteingesessene wird weiter geführt, von der Enteignung bis hin zum Wegfall von Stadtbahnhaltestellen, damit die "Milaneojünger" nicht 100 Meter weiter laufen müssen. Der "Krieg" geht weiter mit einer fortschreitenden Gentrifizierung! Wer glaubt denn an sozialen Wohnungsbau auf den wegfallenden Gleisgrundstücken. Rechnet selber: ca. 1,6 Mrd Euro hat die Stadt Stuttgart wegen S21 bis dato ausgegeben - rechnet das auf vielleicht 50 ha Flächen um! Bis Bauende, Inbetriebnahme werden es sicher mind. 2 Mrd. €. Sie führen "Krieg" gegen die Natur, die Tiere, und den fortschreitenden Klimawandel. Es interessiert sie nicht. Autos haben Vorrang, nach wie vor. Sie nehmen Rechtsbrüche in Kauf, bei S21 interessieren diese nicht. Die Stadt Stuttgart führt "Krieg" gegen seine eigene Bevölkerung - diejenigen, die nicht so solvent sind. Projektbetreiber und Förderer von Stuttgart 21 und Menschen wie W. Backes, die ein Mäntelchen des Schweigens darüberlegen wollen, fördern es.
  • Schwa be
    am 03.12.2017
    Nächste Woche wird der städtische Haushalt für die Jahre 2018/19 vom Gemeinderat verabschiedet. Für den dringend notwendigen kommunalen Wohnungsbau, für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, für Schulen, Krankenhäuser, Kitas gibt es nicht das Geld, das nötig ist. Für Prestigeobjekte gibt es wieder viel zu viel Geld.
    Am Montag 4.12. vor der Gemeinderatssitzung von 8.00 - 8.30 Uhr vor dem Mittleren Sitzungssaal im dritten Stock des Rathauses in der Innenstadt wird für den Bau von städtischen preisgünstigen Wohnungen und gegen den Abriss von bezahlbaren Wohnungen eine Unterschriftenliste übergeben. Je mehr Menschen vor dem Sitzungssaal sind, desto besser.
    Weiter lädt die Fraktion SÖS-LINKE -PluS zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung über die Haushaltsberatungen ein.
    Donnerstag 7.12.2017 um 19.00 Uhr in den Kleinen Sitzungssaal
    Am Freitag 15. 12. 2017 wird der Haushalt mit einer ganztägigen Gemeinderatssitzung abschließend in öffentlicher Sitzung beraten und verabschiedet. Die Sitzung beginnt um 8.30 Uhr.
    Da Wieland Backes versprochen hat sich mit seinem Verein auch um bezahlbaren Wohnraum zu kümmern nehme ich an das er und viele der Vereinsmitglieder an den o.g. Terminen persönlich anwesend sein werden um sich den bereits existierenden und kämpfenden Organisationen anzuschließen bzw. diese zu unterstützen.
  • Horst Ruch
    am 01.12.2017
    ....wie man mit Medien (so der so) spielt...kan nit verstahn , geht‘s im obigen Artikel um die seit 30 Jahren vernachlässigte Stuttgarter Stadterneuerung oder um Klassenkampf? Ich staune, wie die meisten der KommentatorInnen nach dem nicht erfolgten „Durch“bruch der Sondierungsverhandlungen in Berlin, sich am Stuttgarter „Auf“bruch in ideologischen Neiddebatten wegen dessen Anführers verkrampfen.
    • Kornelia A.
      am 02.12.2017
      Wer lesen kann ist im Vorteil....
      Verkrampfen? Es geht darum, dass hier ein Verein, Dinge vereinnahmt, die vorher und an anderer Stelle schon angedacht wurden!
      Es geht darum, dass hier jmd "aufstehen" übt, indem er sich kleingeistig über Andere erhebt!
      Es geht darum, dass hier dargestellt wird, dass 'unsere demokratischen Errungenschaften ungleich verteilt werden!
      Vor dem Gesetz und seinen Vertretern sind offensichtlich andere gleicher!
      Dass es immer ein bißchen differiert, o.k, aber so unverfroren wie es mittlerweile offenkundig wird ist bedrohlich!

      Kein Wunder, dass man heute von einer 'kinderentwöhnten' Zeit spricht! Denn aktive Eltern und Großeltern wissen, dass es für den langfristigen Familienfrieden schlecht bestellt ist, wenn man Kain und Abel gegeneinander ausspielt!
    • adebai Forest Gump
      am 03.12.2017
      danke fürs Stichwort:" mit gleicher Gier nach hellen Häusern, Kachelbad...und schhlanken Frauen..." :wir sind doch nicht Horsti Schmandhoff . Piechs Coop ist wie der Hit, aber kein Penny wert für ideologischen Leistenbruch. Des war Humor, Witz. Oh Horschti., von oim Mundwinkel zum nägschte - lache!...Wenns denn Klassenkampf mit einer Massenbasis wär: Ja toll, wann, wo ist die Bastille? Und die Zeit wär schon lange wieder reif. Adebai Forest Gump
  • Philippe Ressing
    am 01.12.2017
    Das Lustige ist, dass sich immer wieder Selbstdarsteller nach vorne drängen - ein ideales Spielfeld gerade für Journalisten vom EDEKA-Stammtisch des SWR (Ende DEr KArriere). Die Massen dürfen sich bewegen, aber wir bestimmen schon, wohin. Dabei wollen sich die Protagonisten es nicht mit den Mächtigen verderben. Und so hoffiert man den Chef der CDU-Light -, OB Kuhn - S21 ist für Backes und Co abgehangener Käs. Bezahlen dürfen die 1 Mrd Zusatzkosten ja vor allem diejenigen, die nix haben in der honorigen Landeshauptstadt: Noch weniger güsntiger Wohnraum, Sparen bei sozialen Ausgaben, Krankenhaus mit marodem Feuerschutz, teurer Nahverkehr - aber das beschäftigt die bourgeoise doré in Stuttgart nicht - Hautpsache man trifft sich beim nächsten Presseball wieder...
  • adebei Forest Gump
    am 30.11.2017
    Marla.......What seid ihr kleinlich. Mehrheiten sind immer Minoritäten - das gendert sich in der Aufspaltung: Kommt doch einfach zur Mitgliederversammlung: Every Samstag, ab vierzehn clock beim FeinkoschtBöhm- Wieland gibt die Losung: alle Einkaufswagen mit Suppenfonds und Piccolo. Dann stopp am Champagner-Tresen - ond no isch Aufbruch.....
    • Schwa be
      am 01.12.2017
      Vielen Dank von mir für die treffende, humoristische Umschreibung von Wieland Backes großbürgerlichen Verein "Aufbruch Stuttgart".
      Humor ist wenn man trotzdem lacht :-)
      Würde es der FeinkoschtBöhm Verein um Wieland Backes ernst meinen mit seiner "Gemeinnützigkeit" auch für die kleinen Leute (und dazu muss man in diesem Deutschland grundsätzliches ändern), dann würden bzw. müssten sie m.E. ohne wenn und aber sofort den Kontakt insbesondere zur www.mieterinitiativen-stuttgart.de oder zum Aktionsbündnis gegen S 21 (www.umstieg-21.de) suchen und diese unterstützen. Vielleicht kommt das ja noch - ich werde das im Auge behalten.
      Insbesondere die Mieterinitiativen kämpfen an der Basis mit und für finanziell ärmere Menschen gegen die asoziale Wohnungsbau- bzw. Abrisspolitik der nicht nur städtischen Wohnungsbauunternehmen.
  • Marla V.
    am 30.11.2017
    Übrigens: nach 45 erzählten Großbürgertum und Reichbürgertum und ihre winselnden Anhänger auch das Märchen von "alle Widerstandskämpfer".
    Ich hätte von investigativen Journalisten gerne Bildbelege!
    "Mitdemonstrantenbelge" (den Berufsdemonstranten-Ausweis bitte!)

    Impulse of Europe, Backes, SorosDemos, PR-Bürgermanagement Agenturen .... Sie alle sind dafür da, die Mehrheit in kleine Häppchen zu unterteilen.... damit diese dann gefressen werden können!
    • hesse kopp
      am 30.11.2017
      So isses. Volle Zustimmung zu Inhalt und Wortwahl Ihrer Kommentare.
  • Marla V.
    am 30.11.2017
    Tja, schon ein Possenspiel, immer wieder zu erleben, dass Großbürgertum und Reichbürgertum immer mehr vom Demokratie -, Recht- und Aufmerksamkeitskuchen 'geschenkt' bekommen! Und nahezu unkritisch Hotspot genießen können!
    Und gerade akademiker-kulturaffine-Salonlinke scheinen das zu unterstützen mit einer geradezu devoten winselnden Haltung!
    Hier kommen mir die ABler vor wie ein Hund, der getreten wurde, aber immer wieder angekrochen kommt!

    Liegt da nicht die Verachtung der Unterschicht drin vergraben? Dieser Schicht, der man höchstens charityklerikal, sozialfürsorgerisch 'betreut' ? Der man oberlehrerhaft strafenden Blickes begegnet, während man um Kuchenkrümel der VIPs bettelt?

    In einer Zeit, wo die Gesellschaft das Linke dringender denn je braucht, scheinen 'Linke' in einer bedeutungslosen Echokammer rum zu suhlen!

    Das Bürgerparlament mußte 2000 Euro Rathaussahlmiete zahlen ...... die Backes kriegen ganze Kulturtempel geschenkt!
  • Tom Adler
    am 29.11.2017
    Den verstorbenen konsequenten S21-Gegner Peter Conradi als Paten von "Super-Wielands" Aufbruch Stuttgart zu reklamieren, ist eine peinliche Nummer. Im Unterschied zu Wieland Backes und anderen hat er sich nach Schwarzem Donnerstag, Landtagswahl und Volksabstimmung nicht opportunistisch in die Büsche geschlagen, um die Freunde der alten und neuen Tunnelbahnhofsunterstützer nicht zu vergrätzen. Und tatsächlich fügt sich so eins zum anderen: die S21-Unterstützerfronde braucht schließlich dringend Entlastungs-Themen und Initiativen wie die um Kulturmeile und Rosensteinbebauung, denn ihre ursprünglichen Begründungen und Rechtfertigungen (Kosten, Fertigstellung, Leistungsfähigkeit, Flughafen...) kollabieren in regelmässigen Abständen. Zu dieser Funktion der Backes-Initiative lese ich leider nichts in dem Text. Dafür unkommentierte Backes-Zitate zum "wegkommen von der Lagerzeit" und "Grauschleier wegziehen". Wer sich in dieser Stadt umschaut, kommt eigentlich nicht umhin, sich Gedanken zu machen, welcher Teil dieser "Lager" den allgegenwärtigen Grauschleier über die Stadt legt. Schade. Schade auch die Wertung " jenes 17.September" als Signal angeblicher Aufbruch-Stärke, weil sich die Bürgerinitiative der S21-Gegner "brav" verhalten und Backes Forderung, sich nicht mit Transparenten und Schildern zu zeigen, erfüllt habe. Wer mit offenen Augen dort war, weiss, dass das "S21-Monster im Wohnzimmer" unübersehbar präsent war - zum Missfallen etlicher S-21-De-Thematisierer. Und wer den gigantischen und teuren Werbeaufwand für den 17.9. wahrgenommen hat, intensiv unterstützt aus dem Stuttgarter Pressehaus, könnte sich bei 2000 Teilnehmern, auch die Frage stellen: hat dieser "Aufbruch" womöglich seinen Zenit schon überschritten?
  • Horst Ruch
    am 29.11.2017
    ....Was soll eigentlich die (linke) Polarisierung bewirken? „Hoch“kultur gegen „Flach“Kultur. Umstieg gegen Aufbruch, Halbhöhe gegen Halbhöhle, Backes gegen Sittler.
    Auch ist der süffisante Abschnitt über von Holst nicht dem Thema dienlich, bzw. müßte ergänzt werden um dessen Nachforschungsarbeit zur Landespolitischen Fehlplanung zur B14.
    Wichtig ist doch die Bündelung aller Kräfte. Es ist mehr als bedauerlich, daß OB Kuhn mit Unterstützung seiner Ahnungslosen (Gemeinderäten) die Reise ins Uferlose so Sang und Klanglos von Dr.Schuster übernommen hat.
    Wie anders denn ist es möglich Bewegung in lähmende Stadterneuerung in Gang zu bringen, wenn einzig das Betrauern des S21Jammertals betrachtet wird. So gesehen ist Dr. Backes als Medien“Star“ eine gute Besetzung etwas in Gang zu bringen.
    Konnte er doch 2010 seinen Lebensunterhalt beim Staatssender SWR nicht aufs Spiel setzen, und sich politischen Aktivitäten gegen S21 widmen.
    Hätte er, wer weiß, das Heft der S21-Gegner in die Hand genommen wäre S21 „weltberühmt“ schon längst ad Acta gelegt worden.
    • Marla V.
      am 30.11.2017
      Das glauben Sie doch selber nicht!
      Backes kann jetzt dicke Backen machen, weil er so mainstreamig daher kommt und das Begehr der Obrigkeit vertritt: Opernerweiterung, Investoren- und Immobilienhaie und Gated Communities! Und natürlich die Kulturler und IBA Profiteure!
      Jetzt kann der Provinzkasper mutig tröten, wo es nahezu keinen Mut erfordert!

      Alle, die der MöchtegernS21Suppe 2010 in die Brühe gespuckt haben, wurden marginalisiert! (s. die unglaublichen NS Anschuldigungen seitens des braungebrannten Schwiegersohns! )
      Ob Schorlau, Steinfest, Prayon (bundesweit Bekannte): sie hatten kein leichtes Spiel, eine sichtbare Meinung zu vertreten!
  • Markus Hitter
    am 29.11.2017
    Ja, die Schlacht gegen Stuttgart 21 ist eine Schlacht von gestern. Gleichwohl ist sie eine Schlacht, die weder beendet noch ausgestanden ist. Dinge, die man begonnen hat, soll man auch zu Ende bringen.

    Das gilt insbesondere für die Schlacht gegen Stuttgart 21. Denn jetzt ist die Zeit für den Widerstand, die Ernte der harten Arbeit einzufahren. Das Projekt hat inzwischen begonnen, sich selbst zu zerlegen. Siehe Zeitpläne, siehe Finanzierung, siehe Herumtänzeln am Flughafen. Die Sache jetzt nicht zu Ende zu bringen würde bedeuten, all den Aufwand zu einer Schaumschlägerei zu degradieren. Das wäre ein Bärendienst für weitere Bürgerbewegungen. Auch für die Bewegung des Herrn Backes, der sicherlich nicht nur als Schaumschläger wahr genommen werden will.
  • Schwa be
    am 29.11.2017
    Wie im Artikel m.E. richtig erwähnt wird, ist "Aufbruch Stuttgart" keine Bewegung von "unten" sondern eine Großbürgerbewegung und ein Medienphänomen welches " (...) als Liebling der örtlichen Monopolpresse gestartet ist.".

    Nach meiner Einschätzung ist "Aufbruch Stuttgart" eine "bewusste" Gegenbewegung von "oben" um den immer stärker werdenden "echten" Bewegungen von "unten" etwas entgegenzusetzen. Wie zum Beispiel dem "Aktionsbündnis gegen S 21" (siehe www.umstieg-21.de) oder Mieterinitiative Stuttgart (siehe www.mieterinitiativen-stuttgart.de).
    Die Kultur- bzw. Museumsmeile dient dem Verein "Aufbruch Stuttgart" unter der Führung von Wieland Backes dafür als Aufhänger.

    Der große Unterschied zwischen Bewegungen von "unten" im Gegensatz zu Bewegungen von "oben" ist, dass Bewegungen von "unten" grundsätzliches kritisieren und Verbesserungen zugunsten des Gemeinwohls anstreben. was denen "oben" überhaupt nicht schmeckt.

    Ich bin sehr gespannt auf den 8. Dezember. "Dann trifft sich der "Aufbruch" mit dem "Umstieg 21", (...). Die Äußerungen von Wieland Backes werde ich mit geschärften Sinnen verfolgen.
  • Heinz Greiner
    am 29.11.2017
    Ich hatte gegenüber Peter Conradi im Theaterhaus geäußert , daß hätte man ,was Spaeth gewollt hätte , die B14 untertunnelt , dann hätte es kein S21 vermutlich gegeben . Er antwortete zu meiner Überraschung , daß er dagegen strikt gewesen wäre . Wenn H. Backes sich nun auf ihn bezieht, scheint das wenig glaubwürdig .
    Sein Agieren mit dem reichen , schwäbischen Biedermeierthum ist so ärgerlich wie es seine ( Gartenlaube) Sendungen für kritische Zeitgenossen waren .

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