Henri am Tischkicker. Foto: Uwe Anspach

Henri am Tischkicker. Foto: Uwe Anspach

Ausgabe 226
Gesellschaft

Was macht eigentlich Henri?

Von Kirsten Ehrhardt
Datum: 29.07.2015
Der Name steht für einen Jungen mit Downsyndrom und für heftigen Streit ums Thema Inklusion. Ein Jahr zu spät, am 1. August 2015, tritt in Baden-Württemberg eine Änderung des Schulgesetzes in Kraft, die Henri den Weg ins Gymnasium eröffnet hätte. Nun hat seine Mutter ein aufklärerisches Buch geschrieben. Auszüge daraus.

Henri zieht sich zuerst immer Schuhe und Strümpfe aus und sitzt im Schneidersitz auf seinem Stuhl. Als Oberbekleidung findet er ein Unterhemd völlig ausreichend. Seine Lehrerinnen möchten, dass er alles anbehält. Sie haben keine Chance. Drehen sie sich um, hat Henri – zack – den Pulli ausgezogen. Wir versuchen bei der Fußbekleidung eine Zeit lang einen Kompromiss: Wenigstens Hausschuhe soll er im Unterricht tragen. Auch das ist nicht wirklich erfolgreich. (...)

Henri ist, wie viele Menschen mit Downsyndrom, sehr klein. Bei seiner Einschulung ist er gerade mal so groß wie ein Vierjähriger. Doch er soll seinen Schulranzen unbedingt allein ins Gebäude tragen, das ist den Lehrerinnen wichtig. Keiner seiner Klassenkameraden darf ihn ihm abnehmen. Sie tun es trotzdem. Mit seinem Schulranzen, der oft auch viel zu schwer für ihn ist, sieht Henri aus wie eine Schnecke, die ihr etwas zu groß geratenes Haus auf dem Rücken mit sich herumschleppt. Ich bespreche mit den Lehrerinnen, dass im Ranzen wirklich nur Dinge sein müssen, die Henri von einem Tag auf den anderen braucht. Andere Kinder können das selbst aussortieren. Henri benötigt dabei Unterstützung. Man kann Henri leicht davon überzeugen, einen leichten Schulranzen zu tragen. Einen schweren lässt er einfach im Foyer stehen.

Bunt anmalen ist in der Grundschule sehr wichtig. Das weiß ich noch von seiner Schwester Emily. Da hatten wir uns bei so mancher Hausaufgabe darauf geeinigt: Emily rechnet, Mama malt an. Henri aber malt und schreibt alles mit Bleistift. Für seine Verhältnisse liebevoll angemalt hat er das Bauernhofbild, das er eines Tages mit nach Hause bringt. Alles natürlich in Grau mit seinem Lieblingsbleistift. Darunter steht: "Bitte sorgen Sie dafür, dass Henri alles noch einmal bunt anmalt." Ich lese Henri diesen Satz vor. Henri schaut mich entgeistert an und sagt: "Aber ich liebe Grau!" Ich schreibe seine Antwort als direktes Zitat unter das Bild. Henri packt es in den Ranzen, und fertig sind die Hausaufgaben. Von den Lehrerinnen höre ich dazu nichts mehr. (...)

Henri ist langsam. So langsam wie Franklin, die kleine Schildkröte in seinen Bilderbüchern. Gehetzt zu werden hasst er. Dann wird er noch langsamer. Wer als Lehrer schon einmal mit einem Kind mit Downsyndrom zu tun hatte, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit genau das erleben, denn viele – nicht alle – Menschen mit Downsyndrom sind genauso wie Henri. Die erwachsene Tochter einer Freundin sagt immer: "Schnell kann ich nicht." Henri drückt es anders aus. Wenn jemand "Zack, zack" zu ihm sagt, setzt er seinen Wichtig-wichtig-Blick auf und sagt sehr bestimmt: "'Zack, zack' sagt man nicht!" Wer einmal im Schneesturm mit Henri zu Fuß von der Schule nach Hause gegangen ist, erlebt eindrucksvoll und frierend, dass sich Henri nicht beschleunigen lässt. Er hat sein Tempo. Und Punkt. (...)

Henri kann sich verändern, aber nur aus eigener Kraft und in seinem Tempo. Manchmal ist das so langsam, dass wir Schnellen das gar nicht recht mitbekommen. Dass er zum Beispiel seinen Stift inzwischen aus dem Mäppchen holt, ohne dass wir es ihm dreimal sagen müssen. Dass er auf einmal beim Umziehen nach dem Sport nicht immer der Letzte ist. Druck auszuüben bringt gar nichts. Druck lässt Henri nur verzweifeln. (...) Für die Lehrerinnen ist es neu und damit besonders schwer, auch besonders schwer auszuhalten. "Wenn man lange genug wartet, wird das schönste Wetter", sagt ein japanisches Sprichwort. Aber Warten ist verdammt schwer. (...) Ich glaube, dass ein wesentliches Merkmal einer inklusiven Schule ist, mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten umgehen zu können, auch wenn das schwerfällt und für viele Lehrer eine Umstellung bedeutet. (...)

In diesen Wochen geht mir oft der Satz von Vernor Muñoz, dem UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Bildung, durch den Kopf, den er in seinen 2007 vorgelegten Deutschlandbericht geschrieben hat: "Nicht die Menschen müssen sich dem Bildungssystem anpassen, sondern das Bildungssystem muss sich den Menschen anpassen." Hier haben wir in Deutschland im Gegensatz zu vielen anderen Ländern einen großen Nachholbedarf. Bei uns gab es jahrzehntelang nur "Integration": "Du bist anders, aber wir lassen dich mitmachen – allerdings nach unseren Regeln", hat es einmal eine Mutter auf den Punkt gebracht. Und dabei liegen die pädagogischen Konzepte, wie man allen Kindern im Unterricht gerecht werden kann, schon seit über 40 Jahren vor. (...)

Was war für Henri in der ersten Klasse das größte Problem? Ich denke, dass er sich in dem, wie er ist und wie er sein kann, nicht genug wertgeschätzt und geliebt fühlt. Wenn ich heute die Kommentare der Lehrerinnen in seinen Mitteilungsheften lese, stoße ich fast nur auf Kritik an ihm. Und mein Herz wird wieder so schwer, wie es damals oft war. Henri spürt sofort, ob man ihn mag oder nicht. Ob man ihn akzeptiert oder nicht. Ob man ihn in Ordnung findet oder nicht. "Man sieht nur mit dem Herzen gut", sagt ein Sprichwort von Saint-Exupéry, und mit dem Herzen sieht Henri besser als viele andere Menschen. (...)

Zwei Jahre später, als ich angefangen habe, mich auch beruflich für Inklusion zu engagieren, habe ich die Gelegenheit, Schulen in Italien zu besuchen, wo Inklusion schon seit über 40 Jahren gelebte Normalität ist. Ich staune über die Lehrerinnen. Alle haben sie Kinder mit Behinderung in der Klasse. Sie sind streng und gleichermaßen zugewandt, sie sind sehr herzlich und gleichermaßen konsequent. Und sie sind sehr ermutigend: Sie loben unendlich viel. Übrigens alle Schüler. Heute, nach fast vier Jahren, habe ich eine Idee davon, was einen guten Lehrer in einer inklusiven Klasse ausmacht. Es sind für mich drei Dinge: Geduld, Ideen und Humor. Eigenschaften, die wir uns eigentlich bei allen Lehrern für alle Kinder wünschen, übrigens auch am Gymnasium. Diese Eigenschaften sind nicht einfach auf Knopfdruck da. Sie können sich entwickeln, und dabei zeigt sich: Auch Lehrer haben ein bestimmtes Tempo, nicht nur Henri. (...)

Henri findet schnell Freunde in der Klasse. Er ist glücklich, als Nico zu ihm sagt: "Henri ist mein Freund." Und er ist glücklich, als Max auf dem Nachhauseweg meint: "Ich finde das total gemein: Alle waren schon nachmittags zum Spielen bei Henri, nur ich noch nicht!" Als die Kinder anfangen, sich zu Übungszwecken kleine Kärtchen und Briefe zu schreiben, bekommt Henri eine Karte von Martin, auf der steht: "Halo Henri, wie gedes dir. Ich Möte Mal Wida zu Dir." Clara und Bianca, zwei seiner neuen Freundinnen, möchte er ins Kino einladen. Besser gesagt: Er hat das schon getan, als er es mir erzählt. Und er hat klare Vorstellungen, wie das ablaufen soll: Mama fährt alle hin, kauft die Eintrittskarten, Chips und Getränke und dann: "Mama weg." (...)

Bald wird Henri nachmittags auch zu den anderen eingeladen. "Muss ich etwas beachten bei ihm?", fragt Max' Mutter. Ich überlege kurz. "Das Wichtigste ist eigentlich, dass ihr genug Playmobil, Autos und Lego habt", sage ich. "Kein Problem! Und werde ich ihn denn verstehen?" "Wenn nicht", rate ich ihr, "dann frag einfach noch mal nach. Und mach dir keinen Stress, wenn er nichts isst. Mit Keksen und Kuchen kannst du ihn nicht locken!" "Na ja", lacht sie, "an einem Nachmittag ist ja wohl noch kein Kind verhungert." Als ich ihn abends abhole, sagt sie: "Das war ja easy. Ich hab den ganzen Nachmittag von den Jungs nichts gesehen und gehört." (...)

Wie sehen die Kinder Henri eigentlich? Als sich die Klasse im Deutschunterricht mit Gedichten beschäftigt, ist eines so aufgebaut, dass jedem Buchstabe eines Vornamens eine bestimmte Eigenschaft zugeordnet wurde, die mit diesem Buchstaben beginnt. Das sollen die Kinder paarweise auch für ihre Mitschüler machen. Ich weiß nicht, wer von ihnen aufgeschrieben hat, wie er Henri sieht. Auf jeden Fall steht auf seinem Zettel: H wie "Humor", E (nicht ausgefüllt), N wie "nett", R wie "Reue" und I wie "intelligent".

Wie erleben die Kinder aus unserem Freundeskreis Henri? Auch das ist für mich immer spannend. Wir besuchen ein Ehepaar, das wir aus der Elterninitiative kennen, zum ersten Mal zu Hause. Sie haben eine Tochter mit Behinderung und einen cleveren Sohn, einen Viertklässler wie Henri. Die Kinder spielen schön zusammen. Am nächsten Tag sagt mir die Mutter, ihr Sohn sei vor allem von Henris vielen verrückten Ideen und seiner Fantasie beeindruckt gewesen. Und die Tochter habe gesagt: "Ich glaube, der Henri mag mich. Der hat mich beim Abschied ganz fest umarmt." (...)

Henri ist auch endlich Ministrant! (...) In einem von den "Minis", den Nachwuchs-Ministranten, gestalteten Gottesdienst geht es in der Predigt um Steine und Federn, die man in seinem Rucksack mit sich herumträgt. Steine, die einen belasten, Federn, die das Leben leicht machen. Ich schaue auf Henri, der mit seinen Mini-Freunden und den Gruppenleitern, die ihn inzwischen ins Herz geschlossen haben, in der Bank sitzt, und denke: Nein, Henri findet sein Leben nicht schwer. Er fühlt bis jetzt nur die Federn. Es sind keine Schonraum-Federn, sondern Federn eines kleinen Kriegers, so wie Yakari, Henris kleiner Comic-Held, sie an seinem Stirnband trägt. Doch in unserem Rucksack, im Eltern-Rucksack, werden die Steine immer größer und schwerer. Wir sind da schon mitten in der Auseinandersetzung um Henris weiteren schulischen Weg. Henri kommt am Ende des Gottesdienstes zu mir und sagt: "Du in der Kirche traurig ausgesehen!" "Nur ein bisschen", antworte ich. (...)

Nun beginnt eine Geschichte, deren vorläufiges Ende vielen bekannt ist, weil sie in den Medien heftig und hitzig diskutiert wurde: Wie können Eltern nur auf die Idee kommen, dass ihr Kind mit Downsyndrom auf ein Gymnasium gehen solle? ...

 

Info:

Kirsten Ehrhardt, 52, hat ein Buch über ihre Erfahrungen mit ihrem jetzt zwölf Jahre alten Sohn geschrieben, das gerade veröffentlicht wurde: "Henri. Ein kleiner Junge verändert die Welt." Heyne, 8,99 Euro.


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9 Kommentare verfügbar

  • johanna henkel-waidhofer
    am 31.07.2015
    1.) bis 5.) - 6.) ist nur anmaßend und richtet sich selber - also 1.) bis 5.): Selbst wenn jede dieser Fragen richtig beantwortet WÄRE. Na und? Was soll's? Die Antworten treffen auf alle Schüler und Schülerrinnen zu, mal mehr und mal weniger. Was haben die Antworten also mit Inklusion zu tun? Nichts. Der gemeinsame Unterricht ist - spät genug - beschlossen, wird jetzt stattfinden, und in unzählige Klassen werden Kinder und Jugendliche davon profitieren. Sogar die, die Anweisungen der Lehrkräfte absichtlich und mit Ansage missachten. Wie wir es alle getan haben, mal mehr und mal weniger ...
  • invinoveritas
    am 31.07.2015
    @Tillupp

    Das kommt dabei heraus, wenn man weder Zunge noch Hirn im Zaume halten kann: Man wechselt halt das Thema, in der Hoffnung, dass es nicht bemerkt wird. Und man feuert böllerartige Fragen ab wie die, ob der andere den fraglichen Artikel denn überhaupt gelesen hat oder selber mal in der Schule war.

    Sie versuchen vergeblich abzulenken von Ihren dreisten Unterstellungen vom 29.7.: 1. Der Frau Ehrhardt gehe es um Selbstdarstellung und Deutungshoheit. 2. Ihr Buch (woher wissen Sie schon wieder, dass die Lehrer vorher von dem Buchprojekt wussten?) sei eine Drohkulisse für diese Pädagogen gewesen.

    Kurzum: Nix als fauler Zauber und Besserwisserei eines Blenders, der sich unentwegt mit besonderen Kenntnissen brüstet, die er weder hat noch haben kann. Z.B. dass ZDF-Anchorman Christian Sievers sechs Stunden brauchte, um sich ein paar Fragen an Winfried Kretschmann zurechtzulegen. Frage an den Augenöffner: Was soll das alles?
  • Tillupp
    am 31.07.2015
    invinoveritas, 30.07.2015 17:18, haben Sie den Artikel denn gelesen. Sind sie Lehrer, Eltern normalbegabter Kinder, oder waren sie selbst mal in der Schule?

    Also beantworten wir die Frage halt anhand des Textes:
    Was macht eigentlich Henri?
    1.) Er benimmt sich inadäquat:
    Zitat: zieht Schuhe und Strümpfe aus und sitzt im Schneidersitz auf seinem Stuhl. Als Oberbekleidung findet er ein Unterhemd völlig ausreichend. Seine Lehrerinnen möchten, dass er alles anbehält.
    2.) Er ist unselbständig.
    Zitat: Er soll seinen Schulranzen unbedingt allein ins Gebäude tragen, das ist den Lehrerinnen wichtig. Keiner seiner Klassenkameraden darf ihn ihm abnehmen. Sie tun es trotzdem.
    3.) Er kommt in der Schule nicht mit.
    Zitat: Henri ist langsam. [..]. Gehetzt zu werden hasst er. Dann wird er noch langsamer.
    4.) Er erzieht Lehrer.
    Heute, nach fast vier Jahren, habe ich (Anm.: Mutter und Autorin) eine Idee davon, was einen guten Lehrer in einer inklusiven Klasse ausmacht. Es sind für mich drei Dinge: Geduld, Ideen und Humor.
    5.) Er misachtet Anweisungen der Lehrer.
    Zitat: "Bitte sorgen Sie dafür, dass Henri alles noch einmal bunt anmalt." Ich lese Henri diesen Satz vor. Henri schaut mich entgeistert an und sagt: "Aber ich liebe Grau!" Ich (Anm: Mutter und Autorin) schreibe seine Antwort als direktes Zitat unter das Bild.
    6.) Er unterliegt den Launen seiner Mutter und Autorin.
    Zitat: "Du in der Kirche traurig ausgesehen!"

    Und was hat er in der Schule gelernt? Dass er zum Beispiel seinen Stift inzwischen aus dem Mäppchen holt, ohne dass wir es ihm dreimal sagen müssen. Toll. Toller Erfolg. Wirklich Monty-Pyton-artiger toller, totaler Erfolg.

    Aber wenn ich lese dass seine Klassenkameraden in der 5. Klasse "Halo Henri, wie gedes dir. Ich Möte Mal Wida zu Dir." schreiben (kann er das lesen?) dann ist ja vielleicht die ganze Klasse auf dem Niveau der Sonderpädagogik, und Henri gerade deshalb zufällig in der Richtigen Schule gelandet. Möglicherweise sind blöderweise allerdings die Lehrer dann die Falschen weil nicht dafür ausgebildet. Sonderpädagogik sollte von Sonderpädagogen gemacht werden, nicht von Lehrern in Realschulen und Gymnasien.
  • invinoveritas
    am 30.07.2015
    Unsäglich, wie sich hier einige Leute zu Bewertungen der Frau Ehrhardt und ihrer Motive aufschwingen, für die ihnen schlicht die Basis fehlt: die Kenntnis ihrer Person. (Allen voran natürlich: Augenöffner Tillupp)

    Und aus dem Buch - hier wurden übrigens, wie im Vorspann mitgeteilt, lediglich Auszüge daraus gedruckt, sie hat keineswegs einen Artikel über ihr Buch geschrieben - "Publicitygier" und "Rechthaberei" herauszulesen, ist erstens kühn und müsste doch wohl zweitens irgendwie halbwegs plausibel gemacht werden. Oder was hielten die hier versammelten Beckmesser von dem ähnlich qualifizierten Vorwurf, sie seien wahlweise entweder bloß neidisch (auf die Buchautorin) oder in Wahrheit behindertenfeindlich?

    Und die Frage, ob Kontext jetzt zur PR-Plattform für solche
    Mütter wird, ist eine Unverschämtheit - gegenüber Kontext wie gegenüber der Frau Ehrhardt. Manchmal trifft man auf eine Runterputzattitüde gegenüber anderen, die in ihrer Selbstgerechtigkeit oszilliert zwischen dumm und widerlich.
  • Madeleine
    am 30.07.2015
    Wird KONTEXT jetzt zur PR- und Selbstdarstellungsplattform von rechthaberischen Müttern - pardon, Schriftstellerinnen! - ?
    Sorry, aber ich hatte etwas mehr "Neutralität, Recherche und guten Journalismus" von KONTEXT erwartet. Schade, dass sich diese Wochenzeitung für so etwas vereinnahmen läßt. Kann meinen Vorrednern (und dieses Mal insbesondere Tillupp) nur zustimmen!
  • bluemoon
    am 30.07.2015
    Nach den G8 Erfahrungen mit zwei Söhnen, die damals noch, mit Grundschulempfehlung aufs Gymnasium sind kann ich auch nach Lesens dieses Artikels die Intention der Mutter nicht nachvollziehen. Den Hauch von Publicity Gier seitens Henris Mutter kann man schwer entziehen.
  • Paul-Wilhelm Bürkle
    am 30.07.2015
    Diese Darstellungen kann ich nur unterstreichen, denn seinen Sohn so zu exponieren ist schon beinahe kriminell. Wenn die Selbstdarstellung der Mütter mangels größerer Kinderzahl sich in deren Ausbeute zur Publikation erschöpft, dann ist das arg trauig!
  • Susanne
    am 29.07.2015
    Die Beschreibung des Buches habe ich gerne gelesen, da ich im Bekanntankreis auch Eltern mit behinderten Kindern habe. Wenn nich der Kommentar von Tillupp gewesen wäre, hätte ich den Artikel für gut befunden. Aber Tillupps Kommentar hat mir die Augen geöffnet.
  • Tillupp
    am 29.07.2015
    Die bessere Überschrift: Was macht eigentlich Henri's Mutter? Antwort: Einen Artikel scheiben über ihr eigenes Buch.
    Eine unabhängige journalistische Recherche (eventuell mit kritischer Auseinandersetzung mit dem Buch) wäre mir in Kontext lieber gewesen. Der Autorin geht es vor allem Ihre Selbstdarstellung und um die Deutungshoheit. Auf welcher Schule ist Henri denn jetzt eigentlich glücklich? Werksrealschule, Gesamtschule oder Gymnasium? Das hätte mich jetzt mal hier interessiert. Sie schreibt: " Von den Lehrerinnen höre ich dazu nichts mehr. (...) ", was ich als Resignation der Lehrer interpretiere. Man lässt ihn halt machen, auch wegen der Drohkulisse einer Publikation durch die Mutter. ... und wo bleibt eigentlich der Persönlichkeitsschutz von Henri Erhard geb. 2003, seine informationelle Selbstbestimmung? https://de.wikipedia.org/wiki/Informationelle_Selbstbestimmung

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