"Die Untat" von Claudia Merk. Bild 1 von 12. Mehr Kunst gibt's per Klick aufs Gemälde.

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"Zerbrochenes Glas" von Weiran Wang.

"Zerbrochenes Glas" von Weiran Wang.

"Große Gaben" von Johannes Fedisch.

"Große Gaben" von Johannes Fedisch.

"Das verlorene Gut" von Alessia Schuth, Teilansicht.

"Das verlorene Gut" von Alessia Schuth, Teilansicht.

"Tisch" von Elena Haas.

"Tisch" von Elena Haas.

"Bildungsexil" von Jinjoo Lee.

"Bildungsexil" von Jinjoo Lee.

"Sugar" von Tanja Hamester und Lisa Nase.

"Sugar" von Tanja Hamester und Lisa Nase.

"Nächster Schritt" von Weiran Wang.

"Nächster Schritt" von Weiran Wang.

Von Lea Chotjewitz, ohne Titel.

Von Lea Chotjewitz, ohne Titel.

Von Ivan Zozulya, ohne Titel.

Von Ivan Zozulya, ohne Titel.

"Ausrasten" von Mako Sangmongkhon.

"Ausrasten" von Mako Sangmongkhon.

Ausgabe 338
Schaubühne

Widerspruch!

Von Susanne Stiefel
Datum: 20.09.2017
Mit ihrer Kunst wollen sie widersprechen. Wollen Impulse geben, über Fremdenfeindlichkeit, Rechtsruck und Heimat nachzudenken. Eine Ausstellung von Kunststudierenden aus Stuttgart und aus München – über die Ländergrenzen hinweg.

Sie stehen dicht gedrängt auf einem großen Platz, um sie ein Meer von Leere. Frauen und Männer, Frauen mit Säuglingen auf dem Arm, kleine und große Kinder. Sie stehen so dicht, dass sie nicht umfallen können.

Fotografie von Michelle Mall, ohne Titel.
Fotografie von Michelle Mall, ohne Titel.

Als wären sie in einem überfüllten Boot, das sie übers Mittelmeer nach Europa bringen würde. Mit ihrer inszenierten Fotografie hat die Kunststudentin Michelle Mall Menschen, die sich vorher nicht kannten, aufgefordert, sich auf einem vorgezeichneten Raum zu stellen und dort Minuten zu verharren.

Danach diskutierte sie mit den Beteiligten über ihre Gefühle und über Geflüchtete. Ihre Fotografie ist eines der Exponate von 18 Studierenden, die derzeit im Stuttgarter DGB-Haus aufgebaut werden. "Und wir sind heute immer noch am Verändern", sagt die betreuende Professorin Cordula Güdemann. Immer wieder kommen neue Ideen hinzu. Ein Projekt, das sich ständig weiterentwickelt. Und das ist ganz im Sinne der AusstellungsmacherInnen.

Gemeinsam mit ihrem Kollegen Stephan Dillemuth von der ABK München und ihren jeweiligen Klassen haben die engagierten KünstlerInnen ein Jahr lang Bücher gelesen, Filme geschaut, wie etwa "Blut muss fließen" des Regisseurs Peter Ohlendorf und des Journalisten Thomas Kuban über die harte Szene von Rechtsrock-Konzerten.

Sie haben sich schlau gemacht, Faschimusexperten eingeladen, selber viel gelernt. Sie haben sich getroffen in München und in Stuttgart, Mails sind über die Länder-Grenzen geflogen. Und sie haben nicht zuletzt darüber diskutiert, wie das geht – mit Kunst widersprechen.

"Frau" von Evgenia Kosavera.
"Frau" von Evgenia Kosavera.

Das Ergebnis ist demnächst im Stuttgarter Willi-Bleicher-Haus zu sehen. Verstörende Bilder eines Geister-Netzes, in dem sich Menschen verfangen haben.

Collagen, die mit Sprache arbeiten und zeigen, dass Sprache niemals unschuldig ist, dass sie Machtinstrument, Verführungsmittel und Schutz sein kann.

Gemälde, in denen Menschen ihr Gesicht und ihre Identität verlieren.

Sie haben sich viel erarbeitet in diesem einjährigen Prozess. Sie haben das neben den üblichen Prüfungen gestemmt, weil sie sich einmischen wollen, mit ihren Mitteln. Mit der Kunst.

Und wenn es nach Cordula Güdemann geht, soll dieser Prozess mit der Ausstellung nicht zu Ende sein. Die Künstlerin und Professorin erwartet Diskussion, hofft darauf, dass sich neue Möglichkeiten ergeben, mit Kreativen ins Gespräch zu kommen.

Und auch das: "Ich würde mir wünschen", sagt Cordula Güdemann, "dass unsere gemeinsame Ausstellung auch in München zu sehen ist."

 

Info:

Die Ausstellung "Recherche gegen Rechts – Deine Heimat" im Stuttgarter Willi-Bleicher-Haus wird am Freitag, 22. September um 19 Uhr eröffnet. Es sprechen Cordula Güdemann und Stephan Dillemuth und der DGB-Regionalgeschäftsführer von Nordwürttemberg, Berhanrd Löffler.

Bis 27. Oktober ist die Ausstellung zu sehen von Montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr.


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