Sieht so eine gesunde Körperhaltung aus? Zur Fotostrecke auf das Bild klicken.

Sieht so eine gesunde Körperhaltung aus? Zur Fotostrecke auf das Bild klicken.

Anlehnungsbedürftig.

Anlehnungsbedürftig.

Sie hängt an ihm.

Sie hängt an ihm.

Sie hängen aneinander.

Sie hängen aneinander.

Hoffnungslos verkeilt.

Hoffnungslos verkeilt.

Ringen ohne Sieger.

Ringen ohne Sieger.

Erschöpfte Sparringspartner.

Erschöpfte Sparringspartner.

Abstrampeln ohne Erfolg.

Abstrampeln ohne Erfolg.

Am Boden.

Am Boden.

Kopf hoch!

Kopf hoch!

Im freien Fall.

Im freien Fall.

Geht doch! Jedenfalls mit Helm, Knie- und Brustschützern.

Geht doch! Jedenfalls mit Helm, Knie- und Brustschützern.

Ausgabe 319
Schaubühne

Nur nicht den Kopf hängen lassen

Von Dietrich Heißenbüttel
Fotos: Joachim E. Röttgers
Datum: 10.05.2017
Der aufrechte Gang will gelernt sein. Vor allem in einer unsicheren, von Umbrüchen begleiteten Zeit. Im Tanztheater-Stück "Headless" der Stuttgarter Backsteinhaus-Produktion lassen sich Andreia Rodrigues und Giancarlo D'Antonio ganz schön hängen. Bis sie zum Schluss lernen, Haltung zu bewahren.

Mit Helm auf dem Kopf und Rollschuhen an den Füßen skaten Andreia Rodrigues und Giancarlo D'Antonio beschwingt auf die Bühne. Bis – Katastrophe! – das Licht ausgeht und sie plötzlich schutzlos dastehen. Nein, gesund sieht ihre Kopf- und Körperhaltung nicht aus. Sie bräuchten wohl mal ein wenig Physiotherapie, oder auch ein Coaching zur Steigerung des Selbstwertgefühls. Es tut weh, zuzusehen, wie ihre Köpfe haltlos herumbaumeln.

Dabei ist das, was sie vorführen, natürlich nicht auf eigene Haltungsschäden der Tänzer zurückzuführen. Es ist ein Bild, in das sich der Zuschauer hineinversetzen kann. Wer würde nicht gerne manchmal den Kopf hängen lassen, sich auf den Kopf stellen, mit dem Kopf durch die Wand wollen? Wer würde nie den Kopf verlieren, wenn ihm jemand den Kopf verdreht? Wer schafft es, immer den Kopf oben zu behalten, wenn er nicht mehr weiß, wo ihm der Kopf steht?

"'Headless' ist eine Parabel auf die Zeit der allgemeinen Verunsicherung, Gegenwehr und ihre Folgeschäden, eine Haltungsübung und ein Lied gegen die Angst", heißt es in der Ankündigung. Nicki Liszta, die Choreografin, hat die Backsteinhaus Produktion 2005 gegründet und drei Jahre später den Stuttgarter Theaterpreis gewonnen. Eine Förderung der Stadt erhielt sie anschließend für ihre Projektreihe "Das Leben ist kein Ponyhof – die sieben Todsünden."

Zur Fotostrecke geht's per Klick auf das Bild oben. 

Info:

"Headless" ist von Mittwoch, 10. Mai bis Samstag, 13. Mai jeweils um 20 Uhr im Theater Rampe zu sehen.


Gefällt Ihnen dieser Artikel?
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!
botMessage_toctoc_comments_9210
KONTEXT per E-Mail:  

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer mittwochs um 9 Uhr unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail. Datenschutz-Hinweis

Letzte Kommentare:
















Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!