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Stuttgart, deine Bäume

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 Fotos: Joachim E. Röttgers 

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In der Landeshauptstadt sind Bäume ein heikles Thema. Sie machen Dreck, hieß es früher, und sie stehen manche Plänen im Weg. Zum Tag der Alleen haben wir uns einmal angesehen, wie Stuttgart mit seinem Baumbestand umgeht.

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Seit 2008 gibt es den Tag der Alleen: Ein Fotowettbewerb kürt die schönste Allee Deutschlands. Initiatoren waren der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Alleenschutzgemeinschaft, die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und die Arbeitsgemeinschaft Deutsche Alleenstraße, bei der auch der ADAC mitmacht. In den 1960er-Jahren hatte der Automobilclub noch eine Kampagne gegen Alleen geführt: In Straßenbäumen sah er damals nur eine tödliche Gefahr.

Diese Haltung begann sich auch in den fünf neuen Ländern zu verbreiten, als die Ex-DDR-Bürger ihre Ersparnisse in schnelle West-Autos steckten. Die schönen Alleen, die sich im Osten der wiedervereinigten Republik vielfach noch erhalten hatten, waren bedroht. 1993 wurde das erste Teilstück der Deutschen Alleenstraße eingeweiht: 246 Kilometer lang, von Sellin auf Rügen bis zum brandenburgischen Rheinsberg. Inzwischen reicht die 2900 Kilometer lange Ferienstraße bis zum Bodensee. Bei Wittenberg verzweigt sie sich in zwei Arme nach Dresden und Dortmund, die in Koblenz wieder zusammentreffen. In Baden-Württemberg führt die Alleenstraße von Karlsruhe aus südwärts zum Daimler-Werk Gaggenau, anschließend das Nagoldtal hinauf bis nach Freudenstadt, dann von Horb neckarabwärts bis Reutlingen und von dort aus weiter nach Süden. Um Stuttgart macht sie einen großen Bogen.

In Stuttgart sind Bäume ein heikles Thema. Nicht erst seit 2012 das Stuttgart-21-Baugelände im Schlossgarten gerodet wurde. Früher hieß es einmal: Bäume machen Dreck. Gemeint war, in der Stadt der Kehrwoche, das Herbstlaub. Sieht man auf der Homepage der Stadt Stuttgart nach, scheint heute eigentlich alles in Ordnung. "Die über 100 000 Stuttgarter Bäume auf öffentlichen Grundstücken", heißt es da, "sorgen zusammen mit den vielen Tausend Bäumen in privaten Bereichen für eine hervorragende Lebensqualität im Ballungsraum Stuttgart." Und weiter: "Die Bäume bieten im Sommer einen schattigen kühlen Platz und verschönern das Straßenbild. Oft ist ein besonders schöner und großer Baum ein Wahrzeichen für eine Straße, der auch die Wiedererkennung erleichtert. Mit ihrer Blattmasse produzieren die Bäume Sauerstoff und binden den Feinstaub."

Sollte sich einer auf die Website verirren, der Stuttgart nicht kennt, er müsste denken, prachtvolle Bäume stünden in Stuttgart an allen Straßen und Plätzen. Davon ist die Realität dann doch ein Stück weit entfernt.


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3 Kommentare verfügbar

  • Karle Häberle
    am 27.10.2016
    Antworten
    "... und das bei einem grünen OB!" . Der Begriff "grün" in politischem Zusammenhang ist längst kein Markenzeichen mehr, auf das man sich verlassen kann. Alle sind sie zu denselben Lügnern geworden.
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