Bei Starkregen überflutungsgefährdet: die Klettpassage. (Zur Schaubühne auf das Bild klicken.)

Noch ohne Rohrverbindung: das Oberhaupt des Cannstatter Dükers.

Von der anderen Seite: Bauarbeiten für den Cannstatter Düker, der im ersten Halbjahr 2016 hätte fertig sein sollen.

Pittoreskes Rohrwirrwarr beim Grundwassermanagement.

Nicht ganz so weiß wie in der Visualisierung und schwer herzustellen: Teil einer Kelchstütze. 28 davon sollen das Bahnhofsdach einmal stützen.

Hat eigentlich nichts in einem Mineralwasserschutzgebiet zu suchen: Dieseltank für ein Notstromaggregat.

Kürzlich betonierte "Sauberkeitsschicht" in Baufeld 16. Die herausragenden Stahlstäbe gehören zu den in den Boden gerammten Gründungspfählen.

Baugrube beim früheren Gleisvorfeld: Sollte Stuttgart 21 noch gestoppt werden, könnte man hier auf zwei Ebenen ein Parkdeck und einen Busbahnhof einrichten, sagen die Ingenieure.

Freigelegter Tempel? Ne. Zulauf für den Hauptsammler West, einen der drei großen Abwassersammler. Im Hintergrund: die übrig gebliebene Front der ehemaligen Bahndirektion H 7.

Kein Licht am Ende des Tunnels, aber immerhin hinterm Kran auf dem nördlichen Bahnhofsvorplatz.

Wandelnde Lexika: Wolfgang Kuebart (li.) und Hans Heydemann von der Gruppe Ingenieure 22 führen um die Baustelle.

Ausgabe 275
Schaubühne

Alles im Lot im Loch?

Von Oliver Stenzel
Fotos: Joachim E. Röttgers
Datum: 06.07.2016
Was sieht man eigentlich auf dem Baustellenareal von Stuttgart 21? Wo sind Probleme und Verzögerungen erkennbar? Und was könnte man mit den Baugruben anfangen, falls das Projekt doch noch gestoppt wird? Antworten darauf sollen alternative Baustellenführungen der Gruppe Ingenieure 22 liefern, am heutigen Mittwoch steigt die erste. Für Kontext gab es eine Vorab-Begehung.

Trocken ist's heute, die Sonne brutzelt, und vom Südausgang des Bonatzbaus steigt der Staub von Baumaschinen aus dem großen Loch auf, das einmal der Mittlere Schlossgarten war. Es braucht nur wenige Schritte, um einen ersten Hinweis darauf zu finden, was eines der zentralen Probleme des Tunnelbahnhofprojekts Stuttgart 21 ist: Wasser. Gegenüber dem Zugang zur Klettpassage liegt in einer Mulde ein Betonwürfel von der Größe eines Einfamilienhauses. "Das ist das Oberhaupt des Cannstatter Dükers", erklärt Wolfgang Kuebart, Physiker und Mitglied der S-21-kritischen Gruppe Ingenieure 22. Als Gegenpol zu den offiziellen Führungen des S-21-Projektbüros bietet die Gruppe ab dem heutigen Mittwoch regelmäßig eine alternative Baustellenführung an, und Kuebart gibt gemeinsam mit dem Ingenieur Hans Heydemann vorab ein paar Einblicke, was die Besucher erwartet.

Der Cannstatter Düker, so erfahren wir, gehört neben dem Nesenbachdüker und dem Hauptsammler West zu den großen Abwassersammlern der Stuttgarter Innenstadt. Deren bisheriger Lauf wird durch den geplanten Tiefbahnhof zerschnitten und muss daher umgeleitet und unter dem Bahnhofstrog hindurchgeführt werden. Abgesehen von den Problemen, die diese Umleitung bereitet, weil sie den Mineralwasser führenden Schichten bedenklich nahe kommt, sei völlig unklar, ob die Kapazität der neuen Leitungen bei Starkregen überhaupt reiche. Ergäbe sich schon dadurch potenziell eine größere Hochwassergefahr, erklären die beiden Fachmänner, werde diese noch gewaltig dadurch gesteigert, dass der Trog des fertigen Bahnhofs eben nicht nur in die Tiefe, sondern auch in die Höhe geht und einen bis zu sechs Meter hohen Wall an der engsten Stelle des Talkessels bilden wird.

"Das Wasser kann nicht mehr wie bisher über den Schlossgarten ablaufen, sondern staut sich auf und könnte die Klettpassage und den Tiefbahnhof überschwemmen", sagt Heydemann. Der Ingenieur beschäftigt sich schon seit Jahren mit diesem Problem und ist ein wandelndes Lexikon, was mögliche Tiefbahnhof-Überschwemmungen angeht. Detailliert erklärt er das Risiko anhand der Geländehöhen und zerpflückt die offiziellen Aussagen, die es vom zuständigen Projektbüro dazu gibt. Nicht nur angesichts der jüngsten Überschwemmungen im Land kann einem da etwas mulmig zumute werden. 

Unerwartete Probleme und Alibihandlungen

Handelt es sich hier um potenzielle Risiken in der Zukunft, zeigt die Führung aber auch an vielen konkreten Stellen, dass auch beim aktuellen Baufortgang längst nicht alles so im Lot ist, wie es das Projektbüro gerne verkündet. Dass etwa beim besagten Oberhaupt des Cannstatter Dükers noch große runde Öffnungen an den Seiten, aber keine zulaufenden Rohre zu sehen sind, bestätigt einmal mehr, wie wenig belastbar schon die kurzfristigen Planungen des Projekts sind. Im vergangenen September kündigte die Bahn in einer Pressemitteilung noch an, "der neue Kanal soll in der ersten Jahreshälfte 2016 in Betrieb genommen werden".

Die ist vorbei. Ein betriebsfertiger neuer Kanal ist auch mit viel Wohlwollen nicht in Sichtweite. Dafür sind die Arbeiten an anderen Stellen der Baustelle schon erkennbar weiter gediehen. "Weiter als beim Nesenbachdüker, obwohl man den viel dringender bräuchte", so Kuebart. 

Ohne den fertigen Nesenbachdüker nämlich, dessen Bau wegen der schwierigen Geologie noch einige ungelöste Probleme bereithält, kann die Bodenplatte des Bahnhofs gar nicht betoniert werden. Momentan sieht man von ihm nicht viel mehr als zwei Rohrelemente, die einsam auf dem Gelände des ehemaligen Landespavillons herumstehen. Letztlich auch okay. Das Düker-Oberhaupt kann ohnehin erst gebaut werden kann, wenn die Stadtbahnhaltestelle Staatsgalerie verlegt ist, was noch mindestens zwei Jahre dauern soll.

Und was wiederum die Betonierung jener sogenannten Sauberkeitsschicht in Baufeld 16, die kürzlich als erster Schritt beim Bau der Bahnhofs-Grundplatte gepriesen wurde, vollends zur Baufortschritt vorgaukelnden Alibihandlung macht. Kuebart weist auf das Gelände neben jener Sauberkeitsschicht: "Schwarzbrauner, torfiger Boden, mit dem man wohl nicht gerechnet hatte und der noch komplett ausgetauscht werden muss, weil er nicht hält." Was zusätzlich dauern wird. 

Immer noch möglich: Alternativen zum Weiterbau

Doch in der auf zwei Stunden angesetzten Führung wollen die Ingenieure 22 nicht nur auf Probleme hinweisen, die den Bau verzögern, verteuern und riskant machen. Sondern auch auf Alternativkonzepte, falls Stuttgart 21 noch gestoppt würde. "Wir wollen aufzeigen, welche Alternativen auch beim jetzigen Stand der Bauarbeiten noch umsetzbar sind", so Kuebart.

Peter Dübbers, Enkel des Bahnhofsarchitekten Paul Bonatz, will diese Konzepte bei der Führung genauer erläutern. So könnte man die bereits ausgehobene Grube unterhalb der ehemaligen, versetzten Prellböcke dafür nutzen, auf zwei Ebenen zum einen ein Parkdeck einzurichten, zum anderen den Zentralen Omnibus-Bahnhof (ZOB) wieder zurückzuholen, der mit Baubeginn von S 21 in die Stadtperipherie verbannt wurde. Das danach wieder nach hinten verlegte Gleisfeld könnte ein halb transparentes Solardach bekommen, die abgerissenen Seitenflügel des Bahnhofsgebäudes in modernisierter Form, aber mit deutlichen Reminiszenzen an ehemalige Proportionen und Fassadengliederung wieder aufgebaut werden (eine Bildergalerie zu dem Konzept gibt's unter diesem Link).

Auch an anderen Stellen bedeute ein Ausstieg aus dem Projekt keinen stadtplanerischen Stillstand. So könnten auch für das sogenannte C-Areal am Nordbahnhof, momentan komplett mit Baulogistik belegt, umgehend Wohnungen geplant werden. Und die könnte die Stadt dringend brauchen.

Die Idee zu den Führungen ist den Ingenieuren nicht etwa mit den jüngst eingeräumten Kostensteigerungen und Terminverzögerungen des Projekts entstanden, sondern schon im vergangenen Jahr. "Wir haben da schon ein paar Führungen für die Mahnwache gemacht. Von dieser kam auch die Idee, das nun öffentlich als alternative Führungen anzubieten", so Kuebart. Auch um aufmunternd in die Protestbewegung gegen Stuttgart 21 hineinzuwirken. "Viele von uns sind in eine Art stille Opposition gegangen", sagt Kuebart. Die Führungen sollen zeigen, was immer noch möglich ist. An Ideen mangelt es jedenfalls nicht.

 

Info:

Alternative S-21-Baustellenführung, Mittwoch, 6. Juli, 3. August, 7. September, jeweils 17–19 Uhr, Treffpunkt: Südausgang des Hauptbahnhofs.

Eine detaillierte Vorstellung der Alternativkonzepte erfolgt unter dem Motto"Umstieg 21 Baustellen umnutzen"am 15. Juli, von 17 bis 19 Uhr im Gewerkschaftshaus (Willi-Bleicher-Str. 20, Großer Saal, Stuttgart-Mitte).


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21 Kommentare verfügbar

  • Müller
    am 12.07.2016
    @Herr Ruch
    Vielen Dank. Ich bin gerne das Salz. Und ich freue mich sehr, dass es hier Leute gibt die andere Meinungen ertragen können. Respekt!

    Zu Ihrem Beitrag weiter unten:
    Die voraussichtlichen weiteren Kostensteigerungen sind natürlich eine Katastrophe.
    Da hat man als Proler keine Gegenargumente. Da bin ich echt platt.
    Bei den anderen Punkten bin ich aber auch platt.
    Stresstest nicht bestanden? Leistungsfähigkeit von 8x4=32?
    Da ist wieder diese trotzige Haltung der schlechten Verlierer.
    Stresstest gefordert. Auditor ausgewählt. Stresstest bestanden.
    Fertig. Außer dieser seltsamen Seite von einen Chemiker oder so gibt es niemanden der auf diese tolle 8*4-Formel kommt. Das ist albern.
    Planfeststellungen: Bei keinem Großprojekte sind alle Bereiche beim Baubeginn planfestgestellt. Das wäre auch bei K21 nicht so.

    Muss jetzt weiter. Gruß Müller
  • Horst Ruch
    am 11.07.2016
    ....Vergeudete Zeit ? ...nein ....@demokrator, ob Lohnschreiber oder nicht, nur so können wir "verknöcherten Gegner" erst erfahren, wie die simple Denke der Fortschrittsfanatiker gestrickt ist.. Es wär' jammerschade, wenn alle Kommentatatoren sich nur gegenseitig mit der gleichen Meinung im eigenen Saft beglücken würden. So Schreiber wie @Müller bringen da ein bisschen Pfeffer und Salz in die Sprichwörtliche Suppe S21....würden diese sich nicht nur anonym zu erkennen geben. Weiter... @ Schwabe .....nehmen wir z.B. Oettinger, mein Beispiel Nr. 3, und lesen heute in der Stgt. Zeitung -8 Jahre nach seinem Deal "Finanzierungsvertrag S21"-, 3 Jahre nach seinem eingefädelten 20 Mia-EU-Finanzierungsdeal für die Erweiterung des Atiomkraftwerks Cattenom, -angeblich zum Anreiz des Verbleibs Goßbrittaniens in der EU- er wieder manipuliert mit der Atomlobby in Ungarn, dann erschließt sich allmählich der Kreis, der EU-AG innerhalb derer wir regiert werden....deswegen andere Meinungen bleiben wichtig. "wir" könnten uns ja auch mal getäuscht haben.
  • Schwabe
    am 11.07.2016
    4.Die Staatsverbrecher
    (und der Ausverkauf der deutschen Infrastruktur - S 21 ist da ein Beispiel von vielen)
    Mit an verbohrter Sturheit grenzender Hartnäckigkeit halten alle Bundesregierungen von Gerhard Schröder bis Angela Merkel an ihrem Ziel fest, große Teile der deutschen Infrastruktur, vor allem aber die Autobahnen, zu privatisieren. Dass selbst der Bundesrechnungshof und alle Landesrechnungshöfe dagegen Sturm laufen, ist ihnen völlig egal.
    Man kann das auch deutlicher ausdrücken: Die Bundesregierung betreibt den Ausverkauf der gesamten Infrastruktur und will noch bis Jahresende mit dem gesamten Autobahnnetz anfangen. Die Steuerzahler haben einst Riesensummen dafür aufgebracht, um die Objekte zu finanzieren. Bald sollen sie für’n Appel und’n Ei in die Hände von Wirtschaftsunternehmen fallen. Und selbst wenn aus den Privatisierungsplänen diesmal doch nichts werden sollte, weil sich etwa in Kreisen der SPD zu starker Widerstand regen sollte, so halten alle interessierten Kreise weiterhin an ihren Privatisierungsplänen so lange weiter hartnäckig fest, bis sie am Ende doch durchgesetzt werden können.
    Dann können die privaten Investoren den Bürgern noch einmal gewaltige Beträge abknöpfen und in die eigenen Taschen stecken. Man kann es drehen wie man will, in den repräsentativen Demokratien haben die Bürger immer die Arschkarte und müssen zahlen. Sie sind und bleiben die Dukatenesel, die als Einzige immer zur Verfügung stehen, wenn Dukaten gebraucht werden. Und Esel sind sie auch, wenn sie das immer mit sich machen lassen.
    Was erstaunt, ist die von parteipolitischen Orientierungen völlig unabhängige Beharrlichkeit aller Bundesregierungen. Ob die nun eher links-grün (na ja, was die so links nennen) oder eher konservativ-liberal oder konservativ-sozialdemokratisch sind: Sie alle betreiben seit den 1970er Jahren und verstärkt wieder seit den 1990er Jahren den Ausverkauf des Staatseigentums mit nachgerade krimineller Energie.
    Dahinter könnte man mit Mühe noch Spuren ökonomischer Vernunft entdecken, wenn die Investoren die gesamte Summe bezahlen würden, die auch die Steuerzahler im Verlauf vieler Jahre für die Objekte aufgebracht haben. Das ist aber nicht der Fall. Sie zahlen nur einen minimalen Bruchteil. Schon allein deshalb ist die Rede vom Ausverkauf der deutschen Infrastruktur gerechtfertigt.
    Nach den Plänen der Bundesregierung soll das gesamte deutsche Autobahnnetz teilprivatisiert werden. Dazu wird eine Autobahngesellschaft gegründet, an der private Investoren etwas weniger als die Hälfte der Anteile übernehmen können.
    Quelle: Telepolis
  • Blender
    am 11.07.2016
    @Müller's Frage: wann wird K21 fertig?
    K21 ist schon fertig, der Kopfbahnhof funktioniert trotz S21 Demontage/ bzw. Sabotage weiterhin recht gut. Mit etwas Kosmetik wird K21 bei laufendem Betrieb dann auch noch hübsch.
  • Demokrator
    am 10.07.2016
    @Horst Ruch:

    Sie vergeuden (leider) Ihre Zeit jemandem mit Fakten zu kommen, der gar kein Interesse daran hat!

    Wenn Sie die entsprechenden Artikel bzw. Kommentare auf der STZ/STN lesen, dann kommen Ihnen die Sprüche bzw. Agitationsmasche unseres "Freundes" mehr als bekannt vor.

    Da scheint's wohl auch eine "Agentur" zu geben.
  • Horst Ruch
    am 10.07.2016
    .....S21 wird gebaut, Fertigstellung statt 2019 voraussichtlich 2025.
    .....S21 wird gebaut, Leistungsfähigkeit statt 48 Zügen voraussichtlich 32
    .....S21 wird gebaut, Gesamtkosten laut Oettinger's Finanzierungsvertag v. 30.03.2009 statt 3 076 Mia €. bereits davor vom Bundesrechnungshof am 30.10.2008 für falsch erklärt. Alljährlich sukzessive auf momentan 10 Mia € gesteigert. Mangels Planung kein Ende der Kosten gesichert.
    .....S21 wird gebaut, obwohl Stresstest nicht bestanden
    .....S21 wird gebaut, obwohl Planfeststellungen unvollständig.
    .....S21 wird gebaut, obwohl erst das Enrwurfskonzept von Ingenhoven/Frei Otto vorliegt, dieses jedoch nicht den Bahnvorschriften entspricht.
    .....S21 wird gebaut, obwohl die Steckenplanung der DB AG erst nach der VA v. 27.11.2011 zur Durchführung begonnen wird.
    ......S21 wird gebaut, obwohl es nur für Teilbereiche gültige Pläne gibt.
    .....S.21 wird gebaut, obwohl die Wirtschaftlichkeit für die DB AG nie gegeben ist. Das eigenwirtschaftliche Projekt also nur durch Subventionen den Betrieb aufrecht erhalten kann.
    .....S21 wird gebaut, weil die Lenkungskreislenker die "kritischen" Begleiter als anspruchslose Laien übertölpeln.
    .....S21 wird gebaut, weil EX OB Schuster zur (verlogenen) VA die Ausstiegskosten/Schadenersatzkosten auf ein mit 100€-Scheinen aufgebauten Turm " berechnet" hat, der 25 mal höher wäre, wie der Jetzige Bahnhofsturm.
    .....S21 wird gebaut, damit sich das Merkel-Deutschland nicht vor Griechenland blamieren muß.
    .....S21 die unendliche Geschichte, in der der staatlich unterstützte Lügenspparat die Hauptrolle spielt...... Gleichwohl es natürlich auch Gewinner gibt, die im Dunklen...Haifisch...deren Zähne....usw. Und so fort......als kleiner Ausschnitt dem Fortschrittsgläubigen @ Müller gewidmet.....wohlwissend, daß die Expeditionen ins Weltall weitaus größere Summen verschlingen. Der feine Unterschied: es werden vorher keine Behauptungen aufgestellt, die nie zu erfüllen sind.
  • Andreas Spreer
    am 10.07.2016
    @Müller.
    Dass die Frage nach dem Fertigstellungstermin unsinnig ist, habe ich versucht zu erklären. Genauso können Sie auch fragen, wann ihr Auto fertiggestellt ist.
    Dass Sie danach nicht fragen dürfen, ist eine von diesen Unwahrheiten.
    Sie dürfen auch nach den anderen Sachen fragen und haben schon 100 Mal die Antworten bekommen. Die Anbindung an die Neubaustrecke: Im Zweifelsfall so wie bisher, über die bestehenden Gleise im Neckartal. Die Kosten: Ein Bruchteil der jetzt geplanten. Usw.
    Dass m. E. unter den gegebenen Umständen ein Kombibahnhof eine gar nicht so schlechte Lösung wäre, eine, die den Konflikt vielleicht nicht lösen, aber doch zumindest entschärfen könnte, steht auf einem anderen Blatt.
  • Schwabe
    am 10.07.2016
    Mit dem Umstieg auf K 21 bekommt Baden-Württemberg einen fortschrittlichen, leistungsfähigen und lichtdurchfluteten oberirdischen Bahnhof als moderne Verkehrsdrehscheibe. Und auf dem Weg dahin wird der von der Tunnelblickfraktion verstümmelte Kopfbahnhof immer noch besser seinen Job machen als es das unterirdische S 21 mit seinen 8 Gleisen je könnte.
    Darüber hinaus kostet K 21 mehrere Milliarden Euro weniger und auf dem C-Areal am Nordbahnhof, welches die Bahn derzeit als S 21 - Logistikfläche blockiert, könnten sofort ca. 1.000 dringend benötigte Wohnungen für Gering- und Mittelverdiener erstellt werden.
  • Müllw
    am 09.07.2016
    .....@Müller
    Welchen argumentativen Zweck verfolgen Sie eigentlich mit Ihrer Frage nach einem möglichen Fertigstellungstermin von K21?.....

    Ich denke man sollte halt so ehrlich sein und Montags den K-Befürwortern sagen, dass den Fertigstellungstermin fast niemand erleben wird.

    Und wenn bei k21 der Fertigstellungstermin eine so untergeordnete Rolle spielt, dass man nicht mal danach fragen darf, warum gibt es dann so einen Shitstorm wenn man bei S21 erfährt dass man vielleicht erst 2023 fertig wird?

    Man darf nicht fragen was K21 ist. Wie die NBS angebunden wird. Was es kostet. Und ganz verboten ist die Frage wann es fertig sein soll.

    Seltsames Verhalten von Menschen die doch immer die Informationspolitik der Bahn kritisieren.
  • Andreas Spreer
    am 09.07.2016
    Nochmal @Müller: Anderes Beispiel. Sie wohnen doch sicher auch in einem Haus. Das wurde irgendwann mal gebaut. Und irgendwann und immer wieder mal muss es renoviert werden. Und wann ist bei dem der Fertigstellungstermin? Darauf werden wir wohl nie eine Antwort bekommen, weil das eine unsinnige Frage ist. Genauso verhält es sich mit Ihrer Frage nach dem Fertigstellungstermin von K21.
  • Kornelia
    am 08.07.2016
    Wichtige Grundregelungen einer Demokratie!
    1.die Bürgerbewegung kriegt keine fachgerechte Knete aus dem Sàckle, keine bezahlten Zeitdebutate, keine sonstigen Umsonstes..., deswegen ist eine gleichwertige "ihr müßt Leistungen erbringen" Forderung absolut daneben!

    2. Und was viel wichtiger ist: der Souverän muss nicht Alternativmodelle basteln, kochen, fertigstellen, nur weil er massenhaft Fehler bei den Vorhabenträgern und/oder den Angestellten entdeckt! Oder weil er einfach etwas anderes will!

    Stellen Sie sich vor, Sie fahren Ihr Auto in die Werkstatt, der Mechaniker kriegt 100 Euro pro Stunde plus Materialkosten, dann holen Sie Ihr Auto ab und nach 100 Metern "rien ne va plus"
    Schieben Sie dann Ihr Auto nach Hause, Arbeitskittel an, und Reperatur selber machen?
    Meine Vermutung: Sie stauchen den bezahlten AutomechanikerSäckel zusammen und fordern "kostenlose" Uberstunden, oder?
    Sie sind Chef und bestellen eine neues Marketing Konzept, nun finden Sie das verwendete blau total daneben....entwickeln Sie dann ein anderes Konzept, um dann der PR Firma zu verdeutlichen, dass Sie blau doof finden?
    Nein!

    Schon beim Faktencheck dachte ich: chapeau, Geißler, ....
    hat der doch "unsere" Jungs bei den eitlen Eiern gepackt und sie ihr Modell darstellen lassen!

    Vergleiche sind immer gut und ein geschicktes Manöver, um von Fehlern abzulenken.
    Und so konnte dann die Welt ein -eigentlich von der Sache her -undemokratisches Spiel beiwohnen:
    Niemals darf ein demokratisch geführter Widerstand davon abhängen, ob der Sonicht-sager ein eigenes Projekt erstellt hat- ehrenamtlich!
    Sonst könnten ja nur Eliten an einer Demokratie teilnehmen!

    DDR 89: zurück zum Ursprung, die haben vergessen ein schlüssiges Neu-Konzept abzuliefern?
    Friedensdemos 80er: zurück auf kalter Krieg weil Gegenkonzept fehlte!

    Wenn aber seit Jahrhunderten der Souverän ehrenamtlich eigene Ideen entwickelt, eigene Konzepte erstellt, dann ist diese aktive Machergesellschaft ein Gewinn für jede Gemeinschaft!

    Aber niemals darf daraus ein "muss" entstehen!

    Also: die Vorhabenträger sind seit 20Jahren am basteln,
    die Politiker seitdem am begleiten, die Verwaltokratie am verwalten, die Medien am (aus)schwärmen, die PR Agenturen am hohlschwätzen.... alle mehr oder weniger vom Souverän super gut bezahlt für jeden Sesselfurz.... doch die bislang erbrachte Leistung ist beschämend!
    Wahrscheinlich würden diese ohne monatliche Zuwendungen nicht mal das Klo finden!

    Aber der Geisslersche Trick hat und kann immer noch wunderbar vom Planungsversagen ablenken!
  • D. Hartmann
    am 08.07.2016
    Fakt ist, Stuttgart verfügt bereits über einen leistungsfähigen Hauptbahnhof (, auch wenn dieser inzwischen einen ziemlich verwahrlosten Eindruck macht). Mit dem laufenden Neubau (S2x) wurde keine Erhöhung der Kapazität geplant. Seine Leistungsfähigkeit wird unter der des Kopfbahnhofs im Zustand der 60er Jahre liegen.

    Somit besteht überhaupt kein Zeitdruck bei der Fertigstellung eines neuen Hauptbahnhofs (wo und in welcher Form auch immer, ob K21 oder Cannstatt-Untertürkheim). Es kann also in aller Ruhe und Gründlichkeit geplant werden.

    @ Müller:
    Welchen argumentativen Zweck verfolgen Sie eigentlich mit Ihrer Frage nach einem möglichen Fertigstellungstermin von K21?

    Sie fordern doch nicht wirklich die Fertigstellung von S2x nach dem Motto: „Koste es, was es wolle“? (Derzeit schon wirtschaftlich nicht mehr vertretbare 6,5 Mrd. EUR)

    Gut 1 Mrd. EUR hat der 2015 fertiggestellte neue Hauptbahnhof in Wien gekostet. Dieser verfügt über eine deutlich höhere Kapazität als S2x.

    Für ca. 2 Mrd. EUR hat man in Zürich bis 2015 den alten Kopfbahnhof ertüchtigt. Dieser ist ebenfalls deutlich leistungsfähiger als S2x (seit 2014 in Betrieb: 4 neue Durchgangsgleise im Untergrund).

    Warum also für S2x in Stuttgart mehr ausgeben als in Wien oder Zürich?
    Am Ende (wann ist noch offen) mind. 5 Mrd. (vielleicht sogar über 10 Mrd. EUR) mehr als in wirtschaftlich vergleichbaren Nachbarländern!
    Wie ist das zu rechtfertigen?

    Weil in Baden-Württemberg schon jede Bahnstrecke elektrifiziert ist, auf jeder (gebührenfreien) Bahnhofstoilette schon goldene Wasserhähne hängen, und in den Kitas pro Kind mind. 2 Erzieher/Innen vorhanden sind, die überdies noch besser als die Facharbeiter beim Daimler bezahlt werden ….

    Eine seltsame Welt dieses Land.
  • PeterPan
    am 08.07.2016
    Die Kosten interessieren die (große) Politik nicht. Da gehts um die politische Existenz und die (ohnehin unrettbar verlorene) Glaubwürdigkeit. Es geht um Gesichtsverlust und ums Recht haben. Die Pro-Seite kann unmöglich zugeben, dass sie das alles hat geschehen lassen und dass die Contra-Seite oft allzu Recht hatte, wenn sie Murks! rief. Oder LGNPCK!

    Für den Bau-Stop geht es nicht um Geld, nicht um Gleise oder Leistung in der Spitzenstunde. Allein der politische Vorteil ist entscheidend. Und nur wer den für sich wittert wäre bereit dieses Fass aufzumachen. Und genau deshalb machen es auch die GRÜNEN nicht. Das wäre ihr politischer Suizid. Es zwickt gewaltig in allen Mühlen.

    Alle wissen dass da großer Murks fabriziert wird, dass BER dereinst daneben verblassen wird. Es juckt sie nicht. Die sogenannten VERANTWORTLICHEN. Es sind nämlich keine.
    Die Steuerzahler sind verantwortlich. Sie allein tragen (finanzielle) Konsequenzen, sie allein zahlen. Stadt, Land, Bund, Europa: Alles Steuertöpfe. Wer aber verdient? - Eben.
  • Müller
    am 07.07.2016
    @schwabe und Co.
    Schon verstanden. K21 wird super.
    Nur... Was ist K21?
    Bis wann können die Pläne zu den Planfeststelllungs- und Anhörungsverfahren vorliegen ?
    K21 hat heute die planerische Reife von S21 in den 80ern. Es existiert nichts. Bildchen, Ideen, Vorschläge. ..
    Erstellt von den Parkschützern.

    Da jammert man jahrelang über die ach so schlimme Infopolitik der Bahn. Aber auf der Gegnerseite existiert faktisch nichts.

    Mir ist klar, dass ich auf die Frage nach einem möglichen Fertigstellungstermin von K21 niemals eine Antwort bekommen werde. Die Antwort würde alle Träume zerstören.
  • Andreas Spreer
    am 07.07.2016
    Herr/Frau/Kind Müller sollte nach England schauen. Dort mussten gerade die obersten Unwahrheitenerzähler vor dem Brexit ihre Hüte nehmen. Und Tony Blair steht wegen seinen Unwahrheiten vor dem Irakkrieg ohne Hosen da. Das ist vielleicht der beste Weg, sich zu wehren: Unwahrheiten widersprechen, und wenn sie noch so dreist wiederholt werden. Damit die Erzähler sehen, wie es für sie endet. Leider total langweilig.
    In diesem Sinne Danke,, @Schwabe!
  • Schwabe
    am 07.07.2016
    Mit dem Umstieg auf K 21 bekommt Baden-Württemberg einen fortschrittlichen, leistungsfähigen und lichtdurchfluteten oberirdischen Bahnhof als moderne Verkehrsdrehscheibe. Und auf dem Weg dahin wird der von der Tunnelblickfraktion verstümmelte Kopfbahnhof immer noch besser seinen Job machen als es das unterirdische S 21 mit seinen 8 Gleisen je könnte.
    Darüber hinaus kostet K 21 mehrere Milliarden Euro weniger und auf dem C-Areal am Nordbahnhof, welches die Bahn derzeit als S 21 - Logistikfläche blockiert, könnten sofort ca. 1.000 dringend benötigte Wohnungen für Gering- und Mittelverdiener erstellt werden.
  • Müller
    am 06.07.2016
    Ja, schöne Bilder zum Ausstieg.
    Da hat sicher jemand ne Woche am Fotoshop gearbeitet.

    Aber die Gegners wollen doch nicht nur billige Hochglanzfotole machen.

    Wie sieht das Szenario denn aus? Vor dem Volksentscheid hat man gelogen, dass man K21 sofort bauen könnte. Tut man dies nun wieder?

    Nichts kann man in D sofort bauen.

    Spielen wir das absurde Szenario mal durch:

    S21 wird gestoppt.
    Die politische Rückabwicklung bis zum Go vin K21:
    2 Jahre.
    K21 wird geplant. Abschnitt HBF, Gleiserweiterung Richtung Cannstatt, Neckartal, Anbindung NBS bei Wendlingen, das sind viele KM neue Trassen, Tunnels znd viele Brücken. Durch Parks, Streuobstwiesen , an Wohngebieten etc.
    5 jahre Ausführungsplanung.
    5 jahre Planfeststellung
    2 Jahre lokalpatriotische Proteste (siehe Steg in Kernen)

    Wenn es gut läuft beginnt der Bau in 15 Jahren. Es sind die gleichen Menschen beteiligt die heute S21 planen, genehmigen bauen etc.

    Da kommt keine Fee und macht aus den Bildchen Realität.

    Bauzeit 10 Jahre.

    Früheste Inbetriebnahme 2040. Optimistisch.
  • Rudolf Schwarz
    am 06.07.2016
    Baut doch den neuen Bahnhof klimafreundlich nach Untertürkheim. Da sind doch alle Anschlüsse, Schiene, Straße, ÖPNV schon da. Und Platz hat's da auch genug für einen Fernbusbahnhof etc. Alles beisammen auf einem Gebiet. Der bisherige Hauptbahnhof kann/muss reduziert als Stadtbahnhof erhalten bleiben. Fahrzeit UT bis Stadtbahnhof = 5 Minuten. Die Kultur hätte ihre Freude dran - und Platz für ein schönes Konzerthaus.
  • Peter S.
    am 06.07.2016
    Die Simulation eines modernisierten Kopfbahnhofes bei dem Link ist beeindruckend.
    Integriert sehr viel was schon gemacht wurde.
    Dann hätten wir sicherlich einen super schönen und funktionalen Bahnhof.
    Dagegen sieht die schräge Tiefhaltestelle ganz schön alt aus.
  • Horst Ruch
    am 06.07.2016
    ....Führungen mit Kuebart und Heydemann ok, geht es hier um die technische und funktionelle Problematik....Wie nun gerade W. Hermann im Radio-Interview gesagt hat, dann ist alleinig die VA v. 27.11.2011 für die Kosten verbindlich. Funktion und Technik interessieren ihn offensichtlich nicht. Das Land zahle maximal den Anteil von knapp 1 Mia. Aus und fertig. Da die VA -trotz ständiger Dementis- keine Rechtskraft besitzt, brauch die DBAG sich natürlich nicht um solche "Kinkerlitzchen" kümmern.
    Ob der Steuerzahler von BW zur Kasse gebeten wird oder von Berlin ist letztlich Wurst. "Geld liegt wie Heu auf der Straße", ein Ausspruch von Heiner Geißler im Zusammenhang zu S21, also von einem, der schon immer alles wußte. So läßt sich auch die Gleichgültigkeit der Teilnehmer des letzten Lenkungskreises deuten; man könnte gerade meinen, daß OB Kuhn nach dem Ende seiner Amtszeit durch sein Verhalten noch ein kleines Zubrot durch die DB AG erwarten darf, wie alle abgetretenen "Lenker" im Jahre 2021.
    Ist Gleichgültigkeit strafbar?
  • Peter Meisel
    am 06.07.2016
    Super aktuell der Blick ins Loch! Meine Sicht habe ich wie folgt zusammengefasst:
    Es gibt Neuigkeiten vom Bundesrechnungshof zu Stuttgart 21
    Der Verursacher:
    Information der Landesregierung Baden-Württemberg zur Volksabstimmung am 27. November 2011, die CDU/FDP Position
    4. Die neueste Kostenkalkulation bestätigt: S 21 ist im Kostenrahmen und hält weiterhin einen
    Puffer für mögliche Baupreissteigerungen vor.
    S 21 IST SORGFÄLTIG GEPRÜFT
    S 21 IST LEISTUNGSFÄHIG
    S 21 HÄLT FINANZIERUNGSRAHMEN EIN
    Für S 21 ist ein Finanzierungsrahmen von bis zu 4,526 Milliarden Euro vertraglich vereinbart. Darin enthalten ist ein Risikopuffer für eventuelle Preissteigerungen und unvorhergesehene Entwicklungen beim Bau.
    KÜNDIGUNG STELLT NEUBAUSTRECKE WENDLINGEN-ULM IN FRAGE

    SPÄTRÖMISCHER LIMES GRINARIO / KÖNGEN (mein Dorf hat eine Meinung dazu)
    https://www.dropbox.com/s/2ua1jcz6lzkt1pt/Screenshot%202016-06-16%2020.53.35.png?dl=0
    Das Ergebnis am 27.11.2011
    https://www.dropbox.com/s/0dfijgm6qzb6dk5/Bildschirmfoto%202016-04-20%20um%2011.08.37.png?dl=0

    Quo vadis? Neuigkeiten zu S21 Aktuell 5.7.2016
    Bundesrechnungshof geht intern von Mehrkosten aus
    S 21 könnte bis zu zehn Milliarden Euro kosten.
    Von Thomas Wüpper 05. Juli 2016 - 18:00 Uhr
    Der Bundesrechnungshof geht intern davon aus, dass das umstrittene Stuttgarter Bahnprojekt am Ende bis zu zehn Milliarden Euro kosten könnte. Wer die Mehrkosten tragen soll, ist ungeklärt. Im schlimmsten Fall droht eine Bauruine, wenn das Geld ausgeht.
    Nur wer hinschaut, kann etwas sehen! lautet das sehenswerte Ballett in Stuttgart: KRABAT

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