Der Fotojournalist Jérémy Saint-Peyre hielt vor allem Momente am Rande von Kriegsgebieten fest. Bei Klick auf das Bild geht es zur Fotostrecke.

Ausgabe 272
Schaubühne

Krieg in Bildern

Von unserer Redaktion
Fotos: Jérémy Saint-Peyre
Datum: 15.06.2016
In der Fotoausstellung "Inter Kultur Foto Art" zeigen vier junge Fotografen aus Syrien, Frankreich und Deutschland ihre Bilder von Krieg, Flucht und Ankunft. In unserer Schaubühne gibt's Bilder des französischen Fotojournalisten Jérémy Saint-Peyre zu sehen.

Seit fünf Jahren herrscht in Syrien Krieg. Längst haben wir uns an die regelmäßigen Berichte und Kriegsbilder gewöhnt – leider. Im vergangenen Jahr zählte die UNO mehr als 220 000 Tote. Zwölf Millionen Syrerinnen und Syrer sind auf der Flucht. Da Bilder bekanntlich mehr als tausend Worte erzählen, haben Journalisten und Fotografen eine besondere Verantwortung: Sie entscheiden, wie Menschen Krieg, Zerstörung und Flucht zu sehen bekommen. Welche Ethik sie durch ihr Schaffen vermitteln.

Im Rahmen einer großen Veranstaltungsreihe mit dem Schwerpunkt Syrien zeigt das Institut Français in Stuttgart die Fotoausstellung "Inter Kultur Foto Art – Perspektiven junger französischer, syrischer und deutscher Fotografen". Die Bilder entstanden zwischen 2012 und 2016 und thematisieren neben Krieg und Flucht auch die aktuelle Situation Geflüchteter in Stuttgart. Hier ist besonders der Stuttgarter Fotograf Alex Wunsch hervorzuheben. Für eine Reportage über syrische Flüchtlinge in Stuttgart hielt er ihr Ankommen in Stuttgart und ihre Geschichte von Heimat, Flucht und Asyl fest. Seine Bilder sind ebenfalls bis Ende Juli am Marienplatz und im dort ansässigen Café Condesa zu sehen.

Die Bilder unserer Schaubühne wiederum hängen im Institut Français am Berliner Platz und zeigen die eindrucksvollen Arbeiten des Franzosen Jérémy Saint-Peyre. Der in Lyon lebende Fotograf interessiert sich besonders für Bilder abseits der Medien. Orte am Rande der Kriegsgebiete, die wenig Aufmerksamkeit bekommen. In einer zwischen 2013 und 2014 entstandenen Reportage über Syrerinnen und Syrer auf ihrer Flucht entlang der türkisch-syrischen Grenze entstanden so Momentaufnahmen ihrer Situation in Lagern in der Türkei und im Libanon.

 

Info:

Die Ausstellung "Inter Kultur Foto Art" ist bis zum 29. Juli im Institut Français und am Marienplatz zu sehen. Mehr Infos zur Ausstellungen finden Sie hier. Einführend und begleitend zur Ausstellung können Sie hier einen Essay des Autors und Fotografen Andreas Langen lesen.


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1 Kommentar verfügbar

  • Schwabe
    am 18.06.2016
    Liebe Leute, schreckliche Bilder von Krieg und Vertreibung soll das Volk doch nun wirklich nicht sehen.
    Das Volk soll ausschließlich der über Jahre betriebenen Kriegshetze/Angstmache (Gehirnwäsche) westlicher Regierungen/Medien still folgen sprich auf den Leim gehen. Still heißt ohne auf die Barrikaden zu gehen Zustimmung zu signalisieren, was die Regierenden als (fragwürdige) Legitimation nutzen ihre schreckliche Politik fortzusetzen - das ist alles. Denn das Volk direkt befragen (ankreuzen Ja/Nein) ob es Krieg führen möchte, das werden sie auf Teufel komm raus nicht tun.
    Denn eines ist so sicher wie das Amen in der Kirche - ohne die stille Zustimmung einer Bevölkerung zu einem aufgebauten Feindbild (heute insbesondere Russland) können die Regierenden/die Rüstungsindustrie keinen Krieg führen - und glaubt mir, sie wollen einen Krieg/Konflikt gegen Russland vom Zaun brechen bzw. sie haben ein großes Interesse daran mit Rüstungsgütern (Mordinstrumenten) unvorstellbar hohe Profite einzufahren!
    Dies alles geschieht jetzt und hier. Im Deutschland des 21. Jahrhunderts. Alles unter dem Deckmantel der Demokratie und zur Verteidigung westlicher Werte. Dabei handelt es sich ausschließlich um niedere Beweggründe des Establishments zu deren Erfüllung es der Überrumpelung der Bevölkerung bedarf!
    Lasst euch nicht von staatlich geschürtem Rassismus (Kriegshetze/Angstmache) instrumentalisieren, bleibt menschlich/kritisch/solidarisch - auch über den eigenen Familien-, Freundes-, Bekanntenkreis hinaus und über Grenzen hinweg.
    Bevölkerungen bzw. die Menschen eines Landes bauen keine Feinbilder gegenseitig auf, dazu bedarf es immer einer "Führung". Im Gegenteil, Menschen ohne hierarchische Führung, sind gastfreundlich, stolz auf ihre Kultur, laufen weniger Gefahr gespalten zu werden und haben ein gesundes Selbstvertrauen.

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