(Zur Fotostrecke auf das Bild klicken.) "Um diesen Stillstand aufzulösen, wurden wir gewählt." Aus der Präambel des Koalitionsvertrags.

"Stuttgart 21 zeigt: Die grün-rote Koalition ist eine Liebesheirat mit getrennten Betten." Winfried Kretschmann im April 2011 nach Abschluss der Verhandlungen mit der SPD.

"Es gibt zwei Wege für den politischen Aufstieg: Entweder man passt sich an oder man legt sich quer." Konrad Adenauer

"Man widerlegt lieber den, der schwer als der zu leicht zu widerlegen ist." Jean Paul

"Die Ratlosigkeit ist dann am größten, wenn jeder den richtigen Weg kennt." Günter Schneiderath, niederrheinischer Aphoristiker

"Das Schöne am Menschen ist, er gewöhnt sich an alles." Winfried Kretschmann

"Die Kunst zu heucheln verstehe ich nicht, aber ich kann schweigen, also wenn man nicht will, dass ich sagen soll, was ich denke, so ist es nicht nötig, mich sprechen zu machen." Liselotte von der Pfalz

"Wenn ich meine Augen schließe und die vergangenen vier Jahre Revue passieren lasse, dann bin ich vor allem eines: Stolz auf unsere Arbeit." Nils Schmid

"Ob es mir gefällt oder nicht, ich unterliege Zwängen, denn ich kann als Chef einer Regierung unmöglich sagen, dass diese Regierung interne Probleme und Schwierigkeiten hat, die manche Beteiligte an den Rand ihrer Kräfte bringen." Winfried Kretschmann

"Frauen sind anders, Männer auch." Aus der Koalitionsvereinbarung (Im Bild: die Ministerinnen Bilkay Öney und Theresia Bauer)

"Vielleicht war von einer Liebesheirat zu reden ein bißchen euphorisch, aber wir haben eine wunderbare WG: Der Kühlschrank ist immer voll, und es gibt keinen Streit, wer saugt und spült." Winfried Kretschmann

"Es gibt kein sichereres Mittel festzustellen, ob man einen Menschen mag oder nicht, als mit ihm auf Reisen zu gehen." Mark Twain

"Wir stehen im kommenden Jahr vor einer Schicksalswahl für unser Land, ich weiß, so etwas hört

"Der Philosoph, der in der Öffentlichkeit eingreifen will, ist kein Philosoph mehr, sondern Politiker; er will nicht mehr nur Wahrheit, sondern Macht." Hannah Arendt

Ausgabe 212
Schaubühne

Szenen dieser Ehe

Von unserer Redaktion
Datum: 22.04.2015
Jetzt sind sie also wieder hochgezogen an den historischen Ort in der Stuttgarter Halbhöhenlage, die Fuhrleute der grün-roten Koalition. Im "Haus der Architekten", mit angemessenem Weitblick über die Stadt, dort, wo das Bündnis vor vier Jahren ausverhandelt wurde, sekundierten die Landesvorstände beider Parteien, als der Eheschwur erneuert wurde: Winfried Kretschmann und Nils Schmid wollen gemeinsam weiterregieren über 2016 hinaus. Eine Schaubühne über die Schicksalsjahre einer politischen Ehe.

Sie haben noch viel vor, in der Bildungspolitik oder in Fragen der Mobilität, sie wollen die Haushaltskonsolidierung schaffen und verhindern, dass die Räder zurückgedreht werden von den Schwarzen. Natürlich hatte der Regierungschef ein schlaues Zitat im Gepäck, diesmal von Giuseppe Tomasi di Lampedusa ("Wenn wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, dann ist es nötig, dass sich alles verändert"). Natürlich mussten die Erinnerungen an die Klippen bei den Verhandlungen – Stuttgart 21 – und die schwierigen Anfangszeiten draußen bleiben. Manches sei vielleicht ein wenig überstürzt geschehen, sagt der Ministerpräsident. Inzwischen gibt es, ausweislich der regelmäßigen Umfragen, eine sehr reelle Chance, dass aus der 15. Legislaturperiode eine erste Halbzeit und aus der 16. die zweite wird.

Weil Bilder nicht nur an der eigenen Basis besser haften bleiben als kluge Sprüche, folgte auf die warmen Worte eine Geschenkübergabe im Stile großer Indianer: Zwei Rucksäcke in den entsprechenden Farben wechselten die Besitzer. Tagelang durfte über den Inhalt gerätselt werden. Am Ende kamen im Nieselregen zwei Akkuschrauber, Kinderbücher – der eine ist Vater, der andere wird demnächst Großvater – und Schokolade zum Vorschein, die grüne, quadratisch, praktisch, gut, mit Mandeln, die rote – nein, nicht Trauben-Nuss – mit Marzipan. Und schon wieder lag Guido Wolf, der Herausforderer, falsch mit seiner neidischen Behauptung: "In Wahrheit sind die Rucksäcke ohne Wegzehrung." Das hat das bekannte Schokoladen-Premiumprodukt aus Waldenbuch nicht verdient.


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4 Kommentare verfügbar

  • invinoveritas
    am 26.04.2015
    @by-the-way


    Anstatt nach immer neuen Vokabeln dafür zu suchen, was diese von Vollkommenheit wahrlich weit entfernte Demokratie angeblich wirklich ist, wäre es womöglich aufschlussreich darzutun, was sich denn strukturell ändern müsste, damit dieses Land wird, als was es in der ganzen Welt schon jetzt gilt, und im globalen Ranking wahrlich nicht das Schlusslicht.

    Zu befürchten steht allerdings, dass da wenn überhaupt Konzepte skizziert würden, deren herausragendes Merkmal Weltfremdheit ist.

    Sie zeigt sich erstens in der anhaltenden Empörung darüber, dass es bei Wahlen tatsächlich mehr um Mehrheiten gehen soll als um Wahrheiten. Dabei empfiehlt sich dieses Prinzip dringend, weil Mehrheiten bei korrekter Auszählung im Gegensatz zu Wahrheiten weder anzweifelbar sind noch erst auf ihre Relevanz hin untersucht und diskutiert werden müssen (genau das ist das Problem bei den Wahrheiten zu S 21; leider halten nun mal viele S21-Befürworter die Lügen der Bahn für irrelevant oder zumindest nebensächlich).

    Und die Weltfremdheit zeigt sich zweitens in der lustvollen Phantasie von der abscheulichen Koalition, die Grüne oder SPD ja sowieso mit den Schwarzen eingehen werden. Was sollen sie denn sonst tun, wenn es für sie selbst nicht mehr reichen sollte? Was wäre denn daran verwerflich? Hätte man dann lieber Neuwahlen? Oder eine Koalition mit der AfD, falls die reinkommt, damit man dann auf die schwarzbraune Haselnuss eindreschen kann? Oder eine Minderheitenregierung der CDU? Oder gar keine Regierung, und stattdessen einen von by-the-way angeführten Revolutionsrat?

    Merke: So ganz am Rande hat Politik auch was mit Realität zu tun.
  • By-the-way
    am 25.04.2015
    MEHRHEITEN - NICHT WAHRHEITEN...

    Das EINZIGE, was in dieser Demokratie-Simulation zählt, wurde ja von Herrn Kretschmann klar benannt!

    Ersparen wir uns also weitere Diskussionen um diesen
    Demokratie-Fake....

    ... entweder, die sogenannten "Grünen" oder die Rest-"S"PD, werden williger Koalitionspartner von Lupus mappus, dem Wolf.

    Champagner-Wette, wer traut sich, dagegenzuhalten ?!!!

    Wahrheiten?
    SO WHAT ?!!
  • "Alternativlos"
    am 24.04.2015
    Um nicht in den demokratiearmen schwarzen Sumpf zurückzusinken, bleibt dem tapferen Schwaben - oder der mutigen Badnerin - nichts anderes übrig, als dieser Koalition erneut eine Chance zu geben?

    Besonders die SPD wird sich freuen, dass sie dafür belohnt werden soll, was sie alles fürs Gemeinwohl getan hat:
    - Ablehnung der Frauenquote bei Kommunalwahlen,
    - Blockade der Kennzeichnung von Polizeibeamten,
    - williges Versenken von Steuermilliarden im umweltschädlichen und Menschenleben aufs Spiel setzenden Kellerbahnhofsprojekt S 21,
    - Schutz der Machenschaften der NSA-Zentrale Europe durch Landespolizeibeamte,
    - Aussitzen der Zustände in den Justizvollzugsanstalten und in der Stuttgarter Staatsanwaltschaft,
    - Ignorieren der Vorwürfe gegenüber EUCOM und AFRICOM (beide mit Sitz in der Landeshauptstadt Stuttgart), dass von dort, unter Verstoß gegen das Völkerrecht, maßgeblich zur Ermordung von Hunderten von Zivilisten durch Drohnen beigetragen wurde und wird,
    ... und darüber, wie der heilige Geist über den Wassern, erneut Pontifex Kretsche?

    Hallo Kontextredaktion, nee, das kann es doch wohl auch nicht sein!
  • Rolf Schmid
    am 22.04.2015
    Unter Blinden ist bekanntlich bereits der Einäugige König. Dass "die Schwarzen" nach den den Zeiten des Cleverles Lothar Spät in Baden-Württemberg allesamt Blinde sind, kann Niemand bestreiten, der deren Wirken im Ländle und auch in Berlin und in Brüssel nicht bloss durch die erblindete Parteibrille beurteilt, sondern an deren "Taten" misst!
    Und, dass es im Nachbarland Bayern diesbezüglich noch schlimmer ausschaut, ist für einen gestandenen Alt-Badener, der noch immer stolz darauf ist, dass wenigstens diese beiden Südländer rechtzeitig zusammen gefunden haben, aber seitdem kaum noch Grosses zustande gebracht haben, auch kein Trost.
    Deshalb, d.h. unter diesen trostlosen Bedingungen auf Seiten der Schwarzen, ist die Aussicht, der - vermeintlich - Grüne MP und dessen, - ebenfalls vermeintlich - Rote Stellvertreter könnten sogar in meiner schwarzen Heimat ein da capo schaffen, wenigstens ein Hoffnungsschimmer!

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