Das Programm für die ersten 100 Tage, mit dem AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund durch die Lande zieht, lässt erkennen, wie allein Sachsen-Anhalt unter allen Bundesländern dastünde im Falle einer Alleinregierung. Und was der Republik blühte, sollte die Partei jemals eine Bundesregierung anführen. Die Rundfunkstaatsverträge würden sofort einseitig gekündigt, Asylbewerber:innen zur Arbeit verpflichtet, Demokratieprogrammen wie "Schule ohne Rassismus" alle Zuschüsse gestrichen, Regenbogenflaggen verboten.
"Alles ist möglich" lautet das Motto der Rechtsradikalen. Alles sollte zum "Wohl der Bürger in Sachsen-Anhalt" sein, wie es im Wahlprogramm heißt. Dieses Wohl sei "einzig und allein unser Maßstab". Ausgerechnet den jedoch hat Siegmund elf Tage vor dem in jedem Fall historischen Urnengang im drittgrößten der fünf ostdeutschen Bundesländer umdefiniert. Beim TV-Wahlkampfduell des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) schlug er neue Töne an: Das Land sei abhängig "von den völlig verrückten Entscheidungen in Berlin". Es geht ihm nicht mehr vorrangig um die Menschen in Sachsen-Anhalt. "Das große Rad muss in Berlin gedreht werden", verkündet er und nennt den 6. September "einen ersten Schritt" hin zu Veränderungen in ganz Deutschland.




0 Kommentare verfügbar
Schreiben Sie den ersten Kommentar!