Wolfgang Drexler will weiterarbeiten wie im ersten Ausschuss: "Schritt für Schritt und gewissenhaft". Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 279
Politik

NSU-Netzwerk im Blick

Von Johanna Henkel-Waidhofer (Interview)
Datum: 03.08.2016
Wolfgang Drexler sagt, sein Untersuchungsausschuss habe einen ordentlichen Job gemacht. Jetzt gelte es, zusätzliches Licht ins NSU-Dunkel zu bringen. Im Kontext-Interview nimmt er zu den offenen Fragen Stellung.

Herr Drexler, es schwirren noch immer so viele Theorien durch die Welt. Muss der zweite Ausschuss den NSU-Komplex nicht noch einmal von vorne aufrollen?

Nein, und das wäre auch gar nicht sinnvoll. In der zur Verfügung stehenden Zeit hat der erste Untersuchungsausschuss doch einiges an Ergebnissen erarbeitet. Gerade zum Todesfall Florian H., zu dem Mord und dem Mordversuch in Heilbronn oder zum Ku-Klux-Klan. Wir sind wirklich den zentralen dieser sogenannten Theorien nachgegangen. Der neue Untersuchungsausschuss muss sich jetzt mit einzelnen Fragen befassen, die aus Zeitgründen nicht mehr abgehandelt werden konnten, etwa zur Anwesenheit von Geheimdienstmitarbeitern auf der Theresienwiese zum Tatzeitpunkt. Über allem stehen aus meiner Sicht die komplexen Themen des Unterstützernetzwerks der Terrorgruppe und die möglichen weiteren Aktivitäten im Land.

Das heißt, der Fall Florian Heilig gilt als erledigt?

Damit haben wir uns wirklich sehr intensiv befasst. Die Beweisaufnahme hat keine Hinweise auf ein Fremdverschulden erbracht, aber einige Hinweise auf einen Suizid. Jeder im Saal konnte miterleben, wie ein Augenzeuge berichtet hat, dass er die Explosion gesehen hat und keine weitere Person dort gewesen ist. Es hätte also ein Fernzündmechanismus gefunden werden müssen. Es ist aber keiner gefunden worden. Und auch die Auswertung des Whatsapp-Verkehrs des Verstorbenen mit der Freundin namens Bandini zeigt, dass er in der Nacht vor dem Tod in einem psychisch labilen Zustand gewesen sein muss. Aus meiner Sicht, die zumindest die Fraktionen im Landtag teilen, die bereits am ersten Ausschuss teilgenommen haben, muss keine neue Beweiserhebung durchgeführt werden. Immer mit der Einschränkung, wenn nicht eine neue Erkenntnislage erneute Untersuchungen erforderlich macht.

Was ist mit Melisa M. und ihrem Verlobten Sascha W.?

Ich weiß, dass es darüber noch immer Diskussionen gibt, aber nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaften zu den Todesfällen gehen wir davon aus, dass kein Zusammenhang mit dem NSU-Komplex besteht. Melisa M. ist beim Motocross mit dem Geländemotorrad gestürzt, aus einer daraus resultierenden, eigentlich harmlosen Knieprellung mit Bluterguss hat sich dann ein Thrombus gelöst und eine Lungenembolie verursacht. Das Motorrad wurde auf Manipulationen untersucht, außerdem haben die Rechtsmediziner festgehalten, dass eine Lungenembolie so nicht künstlich herbeigeführt werden kann. Auch bei Sascha W. hat die Staatsanwaltschaft ausschließen können, dass ein Fremdverschulden vorliegt. Es gibt in beiden Fällen keine Hinweise auf Fehler und Versäumnisse. Nach meinem Eindruck herrscht bei den Fraktionen die Auffassung, dass die Fälle nicht neu aufgerollt werden müssen, wenn sich keine neue Sachlage ergibt.

Begonnen werden sollen die Zeugenvernehmungen im September mit dem Thema Theresienwiese und den ausländischen Geheimdiensten. Zwei Zeugen sind geladen. Was ist zu erwarten?

Wir haben dieses Thema aus Zeitgründen nicht abschließend behandeln können, deshalb sollen zwei weitere Zeugen gehört werden. Es muss dabei vor allem darum gehen, die fehlenden Versatzstücke zu einem möglichst tragfähigen Mosaik zusammenzusetzen. Dazu fehlen uns noch die Aussagen eines BND-Mitarbeiters und eines früheren Mitarbeiters der US-Streitkräfte. Der dürfte einen großen Anteil an der Entstehung der Vermutungen über eine Anwesenheit amerikanischer Dienste gehabt haben. Dazu muss er jetzt Auskunft geben.

Aber auch darüber hinaus mutmaßen Beobachter, dass der erste Ausschuss seine Möglichkeiten nicht ausgeschöpft hat.

Mein Motto in dem Ausschuss war immer: Gründlichkeit vor Schnelligkeit. Ich bin schon der Meinung, dass wir die zur Verfügung stehende Zeit sehr gut genutzt und ausgeschöpft haben. Wir haben in den knapp 15 Monaten 136 Zeugen, einige davon mehrmals, und 18 Sachverständige vernommen. Es sind über 600 Stehordner Akten gesichtet, und wir haben einen knapp tausend Seiten starken Abschlussbericht verfasst. Zum Polizistenmord in Heilbronn hat der Ausschuss wirklich umfangreiche Untersuchungen vorgenommen. Wir sind allen wichtigen Theorien nachgegangen. Wir waren in Heilbronn und haben vor Ort gesehen, dass verschiedene Aussagen einfach nicht zu den Zeitabläufen passen. Daran ist nicht zu rütteln. Und zum Abschluss der Beweisaufnahme bestanden keine begründeten Zweifel mehr an der Täterschaft von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos.

Zeugen gibt es dafür keine, außer jener Frau Theresia F. …

… aber es gibt doch eine ganze Reihe von Indizien, die nicht einfach vom Tisch gewischt werden können. Zum Beispiel die Funde in der NSU-Wohnung in der Frühlingsstraße, darunter die Tatwaffen und eine Jogginghose Böhnhardts mit Blutantragungen der toten Polizistin oder das Bekennervideo der Terrorgruppe, mit dem wir uns intensiv beschäftigt haben. Ein weiteres Beispiel wäre der Fund der Dienstwaffen der beiden Polizisten im ausgebrannten Wohnmobil. Auch die Aussage Zschäpes vor dem Oberlandesgericht München stützt diese These. Auch dafür, dass es sich um eine gezielte Tat gegen die beiden Beamten als Personen richtete, konnten wir trotz umfangreicher Untersuchungen keine Anhaltspunkte finden. Vielmehr kam die Beweisaufnahme zu dem Ergebnis, dass es sich um einen Anschlag gegen die Polizei handelte.

Was ist mit Theresia F., jener Frau, die, nicht nüchtern allerdings, Details aus der Nähe beobachtet haben will?

Der Vorgängerausschuss hatte beschlossen, sie als Zeugin zu vernehmen, dann aber aus persönlichen Gründen von einer Ladung abgesehen. Das haben wir sehr gut überlegt und das war im Sinne der Zeugin, von der wir zeitweise nicht einmal eine ladungsfähige Anschrift hatten. Wir haben auch eine Fürsorgepflicht. Ich möchte einer Entscheidung des zweiten Ausschusses nicht vorgreifen, bislang ist aber nicht geplant, einen erneuten Beweisbeschluss zu fassen.

Wieder werden zum Auftakt Sachverständige gehört. Warum?

Um gezielt nach möglichen Netzwerken und vor allem aktiven Unterstützern der Terrorgruppe in Baden-Württemberg Ausschau halten zu können, braucht es vertiefte Kenntnisse über die Art und Weise, wie sich solche rechte Netzwerke damals gebildet und wie sie funktioniert haben. Und zwar zwischen den einzelnen Bundesländern, aber auch im Verhältnis zu anderen Staaten. Ich nenne hier nur als Stichworte das internationale rechtsextreme Musiknetzwerk "Blood and Honour" oder mögliche Beziehungen der KKK-Gruppen in Deutschland, bis hin zu Kontakten in die USA, über die möglicherweise auch der NSU unterstützt wurde. So sieht unser neuer Untersuchungsauftrag ausdrücklich das Verhältnis dieser Ku-Klux-Klan-Gruppen im internationalen Kontext vor. Das ist neu.

Kommt der vielzitierte Achim S. als Zeuge, der Gründer der "European White Knights of the Ku Klux Klan"?

Das werden wir sehen. Der erste Ausschuss hatte ihn auch geladen. Es könnte aber sein, dass wir diesmal bessere Aussichten haben.

Woher die Hoffnung?

Seine Äußerungen uns gegenüber vom letzten Sommer geben Anlass zur Erwartung, dass er zur Aussage anreisen wird. Es kommt jedenfalls nicht in Betracht, von vornherein von einer Ladung abzusehen, nur weil die Möglichkeit besteht, dass er sich weiterhin im Ausland befindet und nicht bereit ist, anzureisen.

Apropos "Blood and Honour": Die Musikszene ist noch lange nicht ausgeleuchtet.

Richtig. Die rechte Musikszene bildet seit langem einen Kern rechtsradikaler Netzwerke. Wir wissen aus vielen Studien und Strafverfahren gegen rechte Gewalttäter und Mörder, dass sie durch gewalttätige rechte Musik erst den Weg der Radikalisierung genommen haben. Häufig haben sie sich unmittelbar vor ihren Taten durch die menschenverachtenden und gewaltverherrlichenden Texte bis zum Tatentschluss aufgeputscht. Auch die Terrorgruppe NSU hat zunächst ihr sogenanntes Bekennervideo mit der gewalttätigen Musik einer Musikband unterlegt, in der unter anderem ein Rechtsanwalt aus Bietigheim der Frontmann war. Viele andere führende Personen, die wir aus dem Kontext NSU und KKK mit unterschiedlichsten Bezügen zu Baden-Württemberg kennen, waren ebenfalls selbst stark in der rechtsextremen Musikszene aktiv. Dem müssen wir nachgehen.

Im ersten Ausschuss sind schräge Verhaltensweisen von Polizisten bekannt geworden. Kann dem eine parlamentarische Untersuchung überhaupt erfolgreich nachgehen und für Konsequenzen sorgen?

Dazu sind wir durchaus im Stande. Es sind auch schon einige Zeugen befragt worden und die haben durchaus aufschlussreiche Antworten gegeben. Die öffentliche Aufklärung ist dazu da, solche Fälle transparent zu machen. Zum Beispiel, die Aussage eines Polizisten vor dem Ausschuss, sich mit einem Hitlergruß vor einer Hakenkreuzfahne zu fotografieren lassen, müsse kein Zeichen für Rechtsextremismus sein, sondern könne auch auf Trunkenheit zurückzuführen sein. Und durch die am Ende der Arbeit formulierten Handlungsempfehlungen hat ein Untersuchungsausschuss schon eine starke Möglichkeit, auch für Konsequenzen zu sorgen.

Der neue Vorsitzende ist der alte und muss jetzt damit umgehen, dass ein Teil der Abgeordneten bereits den ersten Ausschuss hinter sich hat und der zweite Teil neu und weniger wissend dazu kommt. Wie kann das funktionieren?

Ich bin froh, dass das erarbeitete Fachwissen nicht verloren geht, sondern der neue Ausschuss darauf aufbauen kann. Um den neu hinzukommenden Personen die Einarbeitung zu ermöglichen, war es wichtig, dass sich der Untersuchungsausschuss noch vor den Sommerferien konstituiert und Akten beizieht, sodass sich die Beteiligten möglichst frühzeitig einarbeiten können.

Die AfD schickt jene Frau Baum in den Ausschuss, der Sie ihrer extremen Äußerungen wegen den Handschlag verweigert haben. Ist diese Entsendung eine Provokation?

Ich erwarte von ihr, wie von allen anderen Mitgliedern auch, eine konstruktive Mitarbeit. Mehr ist dazu nicht zusagen.

Haben Sie jetzt beim zweiten Anlauf die Hoffnung, den vielen Theorien, vor allem auch dem Vorwurf, dass die NSU-Ausschüsse in Bund und Ländern gar nicht richtig aufklären wollen, erfolgreich zu begegnen?

Dem Vorwurf konnte doch schon der erste Ausschuss erfolgreich begegnen …

… zum Beispiel?

Zu Beginn unserer Arbeit war noch offen, ob eine Friseurin, die der rechtsextremen Szene zuzuordnen ist, der ehemaligen V-Frau namens Krokus berichtet habe, dass Neonazis Informationen hätten über den Gesundheitszustand, die Aussagefähigkeit und den weiteren Verbleib von Martin A., dem schwer verletzten Polizisten. Wir haben klären können, dass das nicht stimmt. Und wir haben Torsten O. aus der Haft geholt. Auch in diesem Fall konnte jeder sehen, wie er selbst erklärt hat, dass er dem Mitarbeiter des Landesamts für Verfassungsschutz nicht wie behauptet im Jahr 2003 vom NSU und Mundlos berichtet habe. Genauso werden wir auch jetzt arbeiten, Schritt für Schritt und gewissenhaft. Wir müssen uns dabei an Beweise und Tatsachen halten, reine Theorien helfen uns bei der Aufklärung nicht weiter.


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10 Kommentare verfügbar

  • Manfred Fischer
    am 13.08.2016
    Wegen Urlaub kommt meine nachfolgende Bemerkung zu diesem Artikel verspätet.
    Wolfgang Drexler sagt nach Aussage von Frau Henkel-Waidhofer: "Sein Untersuchungsausschuss habe einen ordentlichen Job gemacht."
    Vermutlich hätte das Herr Drexler vor Zeiten auch zu seinem Job als S21 - Sprecher gesagt, als er mit der Aussage: "Der geplante Tiefbahnhof bringt die doppelte Leistung des Kopfbahnhofes" durch unser Land zog. Eine Korrektur seiner damaligen Falschaussage habe ich von "ihm" weder gehört noch gelesen. Ein guter Aufklärer scheint er mir daher nicht zu sein.
  • Schwabe
    am 08.08.2016
    Der tiefe Staat ?!
    Gladio: Geheimarmeen in Europa
    In Italien und Deutschland sterben in den 60er bis 80er Jahren zahlreiche Menschen bei Bombenanschlägen. Indizien belegen bestimmte Zusammenhänge, die Spuren führen zu einer geheimen Struktur namens „Gladio“. Ursprünglich als Spionage- und Sabotageorganisation im Falle eines sowjetischen Angriffs gegründet, diente Gladio politischen Interessen und wird nun verdächtigt, im Umfeld rechtsradikaler Gruppen Gewalttaten im Auftrag politischer Interessen begangen zu haben.
    In den 60er bis 80er Jahren erschüttert eine Serie von Bombenanschlägen Italien. So sterben 1969 in Mailand 16 Menschen bei einem Bombenanschlag. Im August 1980 detoniert eine Bombe im Bahnhof Central in Bologna – 85 Menschen sterben. Im September des gleichen Jahres gibt es auch in Deutschland Bombenopfer. Beim schwersten Anschlag der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte sterben 13 Menschen auf dem Münchner Oktoberfest. Im Lauf der Jahre häufen sich die Indizien, dass diese Anschläge in einem bestimmten Zusammenhang stehen: Alle Täter kommen aus dem Umfeld rechtsradikaler Gruppen, mehrfach wird militärischer Sprengstoff benutzt.
    Die Spuren führen zu einer geheimen Struktur, koordiniert von der NATO und den nationalen Geheimdiensten – ohne parlamentarische Kontrolle. Ihr Name: „Stay behind“, später auch „Gladio“. Sie geht auf eine US-Initiative für „verdeckte Operationen“ von 1948 zurück. Geheime Waffendepots werden angelegt und Agenten ausgebildet. Im Falle eines sowjetischen Angriffs auf Westeuropa sollten sie sich überrollen lassen und hinterrücks Sabotageakte und Guerillaoperationen durchführen. Doch der sowjetische Angriff blieb aus. Was aus den geheimen Strukturen wurde, ist weitgehend unbekannt. Quelle: arte via YouTube

    Das Video dazu rd. 1.24 Std
    https://www.youtube.com/watch?v=HtUoPRERbXk&sns=em
  • Rolf Steiner
    am 07.08.2016
    Es wimmelt nur so von Personen mit dem Vornamen „Jörg“ in der rechten Szene. Zum Beispiel: .
    Ein J ö r g B. – Polizist – roch kein Benzin bei F. Heiligs Wagen. Er machte damals ein Praktikum im Bereich „Brandermittlung und und war zufälligerweise der Bruder eines weiteren Polizisten, der beim Ku Klux Klan mit dabei war. Frage: Gibt es auch andere Brandbeschleuniger, die nicht nach Benzin riechen?

    Ein J ö r g B. als KKK-Sicherheitschef passte auf, dass bei Kreuzverbrennungen keine Passanten zufällig Zeugen wurden,. Er bekam über seinen Bruder Steffen, einem Streifenbeamten der Polizei, Kontakt zu Polizisten. KKK-Boss S. wiederum erwog, für die in seinen Augen besonders ansprechbare Berufsgruppe „Polizisten“ eine eigene Sektion zu gründen und fantasierte davon, sogar Politiker in die "European White Knights" zu locken.

    Dann: Die zwei Polizisten: J ö r g W. und Timo H. aus der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) in Böblingen, zu der ab 2005 auch die in Heilbronn getötete Michèle K. und der schwer verletzte Martin A. gehörten. Einer dieser beiden KKK-Polizisten – offiziell war er nur wenige Monate Mitglied – war Gruppenführer der in Heilbronn ermordeten Beamtin K.

    Der Polizeibeamte Timo H. gehörte dem EWK KKK, also dem Ku-Klux-Klan, als Vollmitglied von Dezember 2001 bis Sommer 2002 an. Geworben wurde H. von seinem Kollegen Jörg W., der ebenfalls bei der Böblinger Dienststelle tätig gewesen war, allerdings zu einem früheren Zeitpunkt. Auch dieser J ö r g W. selbst wurde von dem Polizeibeamten J ö r g B. geworben.
    J ö r g W. berichtet vom Aufnahme-Ritual beim KKK: Er wurde mit verbundenen Augen in eine Burgruine bei Schwäbisch Hall geführt, mit einem Holzschwert zum „Ritter“ geschlagen. Er musste sich in den Finger stechen, mit Blut auf einem Blatt Papier „unterschreiben“. J ö r g W.: „Für mich war das im Nachhinein ein Kasperles-Haufen aus acht Leuten.“ 2003 erhielt J ö r g W. eine zeitlich befristete Beförderungs-Sperre plus Rüge.
    Gegen vier Betreiber des größten deutschsprachigen Nazi-Internetforums „thiazi.net“ wurde Anklage wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung und gemeinschaftlich begangener Volksverhetzung in mehreren hundert Fällen erhoben. Eine der angeklagten Personen war Daniela W. aus Untereisesheim (Landkreis Heilbronn), die unter dem Pseudonym „Fjörgyn“ für die technische Infrastruktur des Portals zuständig gewesen sein soll. Stand auch da ein „ J ö r g “ dahinter?
    Originell: die Anmeldedaten des VS-Mannes Temme (Mord in Kassel) weisen diesen als "J ö r g Schneeberg"– natürlich auch ein Tarnname.
    Ironie: wie hieß der Polizeibeamte, der von ist von Februar 2004 bis November 2014 Präsident des Bundeskriminalamts sein durfte: Richtig geraten. Es war ein J ö r g Ziecke.
    Mag sein, dass die eine oder andere Meldung hier nicht genau stimmig sein könnte und alle aus den verschiedensten Medien stammen. aber die Zufälligkeiten bleiben bestehen: Oft war ein J ö r g dabei. Und: es darf weiter um den NSU gerätselt werden.
  • Friedensblick.de
    am 06.08.2016
    Herr Drexler stützt sich auf die Darstellung der Behörden, deren Glaubwürdigkeit er eigentlich kritischer sehen müsste.

    Der von Drexler zitierte Explosions-Zeuge roch kein Benzin bei Florian Heiligs Wagen, genausowenig wie die Feuerwehrleute vor Ort. Die Feuerwehrleute bezweifeln daher, dass Benzin als Brandbeschleuniger verwendet wurde. Der Polizist, Jörg B. der Benzin roch, machte zufälligerweise gerade ein Praktikum im Bereich „Brandermittlungen“ und war zufälligerweise der Bruder eines Polizisten, der beim Ku Klux Klan - mitdabei war.

    Die zwei Mitfahrer von Florian Heilig, die angeben, dass er Benzin in einen Kanister getankt, seinen Selbstmord angedeutet hätte, verstrickten sich im Ausschuss in grundsätzliche Widersprüchlichkeiten. Erst nachträglich kam diese Geschichte auf, die ersten polizeilichen Vernehmungen ergaben auf Selbstmord keine Hinweise. Wer führte die zweite Vernehmung? Genau Jörg B.

    Der bei der Obduktion beteiligte Mediziner bezweifelte die Handlungsfähigkeit Heiligs, da er eine eine tödliche Mischung aus Medikamenten intus hatte. Es hätte sich um einen zweifelhaften "Doppel-Selbstmord" gehandelt.
    http://friedensblick.de/19469/manipulierten-polizisten-zeugenaussagen-ueber-florian-heilig/

    Drexlers Aussage "Die Beweisaufnahme hat keine Hinweise auf ein Fremdverschulden erbracht" ist sachlich nur schwer nachvollziehbar.
  • Barolo
    am 06.08.2016
    @Rolf Schmid, wer auch immer die Morde an den Uwes und der Polizistin begangen hat ist noch offen. Vertuscht haben es aber ganz eindeutig nicht Geheimdienste sondern die ermittelnden Polizisten! Und das ist für mich die eigentlich Katastrophe.
  • Schwabe
    am 05.08.2016
    Was für ein Spiel treibt Wolfgang Drexler?
    Der Vorsitzende des NSU-Ausschusses Baden-Württemberg kämpft für die offizielle Version der Behörden
    Fortsetzung in Stuttgart – aber auch Fortschritt? In der letzten Sitzungswoche vor den Sommerferien Ende Juli hat der Landtag von Baden-Württemberg den Untersuchungsausschuss No. 2 zum Polizisten-Mord von Heilbronn eingesetzt. Er wird im September seine Arbeit aufnehmen, Vorsitzender bleibt Wolfgang Drexler, SPD.
    Die verschiedenen Statements Drexlers in den letzten Tagen lassen vermuten, dass der Nachfolge-Ausschuss so weitermacht wie sein Vorgänger. Keine gute Botschaft, denn dessen Arbeit war zumindest oberflächlich. Hauptverantwortlicher dafür ist Wolfgang Drexler. Aus aktuellem Anlass ein paar Beispiele:
    Quelle: Telepolis
    http://www.heise.de/tp/artikel/49/49042/1.html
  • Rolf Steiner
    am 04.08.2016
    Gelingt es dem UA - im fünften Jahr nach der Selbstenttarnung des NSU-Kerntrios - das Unterstützernetzwerk aufzuhellen? In Thüringen laufen weiterhin Aktionen, bei denen die Nazis zu ihren braunen "Solidaritätskonzerten" z.B. für den mutmaßlichen Unterstützer des Mördertrios einladen. U.a. sogenannte Musikveranstaltungen im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und in Kirchheim./Th. Eine Gruppierung zur Unterstützung von neonazistischen Gefangenen äußerte im Anschluss an eine Veranstaltung, dass „für unseren inhaftierten Freund W.“ die Musiker ohne Gagen auftraten und man „fleißig“ Geld gesammelt habe. Bei einem anderen Konzert im März d.J. hing ein Banner für Wohlleben im Konzertsaal eines Neonazi-Treffs. Ebenso hat kürzlich eine Nazi-Gruppe aus Jena bei so genannten Sonnwendfeiern den auf der Anklagebank sitzenden Wohlleben in den Fokus gerückt, in der Stadt wurden Flyer verteilt und erhebliche Propaganda-Aktivitäten zu dessen Unterstützung im Internet gestartet.

    Ein brauner Versandhandel aus Sondershausen hatte im Juni 2016 ein Solidaritäts-T-Shirt für Ralf Wohlleben im Angebot. Beim Betreiber handelt es sich immerhin um den derzeitigen stellvertretenden Landesvorsitzenden der Thüringer NPD, die sich gerade mitten im laufenden Verbotsverfahren befindet, Während Wohlleben der jüngsten Entwicklung im Münchner NSU-Prozess mit einer Verurteilung wegen Beihilfe zum mehrfachen Mord rechnen muss. Mit den für den NPD-Mann als nicht erst neuen Unterstützer entlarvenden Worten „Solidarität ist eine Waffe! Freiheit für Wolle“ wurden T-Shirts angeboten, Zur "Stütze" jenen NPD-Mann Wohlleben, dem die Beschaffung der Ceska 83-Pistole vorgeworfen wird. Die Waffe war bei neun der zehn Morde des NSU zum Einsatz gekommen.

    Nicht nur in Thüringen gibt es bis heute viele Unterstützer der rechtsextremen Mordbrenner. Was tat und tut sich in Baden-Württemberg? Herr Drexler, bitte übernehmen....
  • Rolf Schmid
    am 04.08.2016
    Der NSU-Fall ist in allererster Linie ein Geheimdienst-Fall! Und alle bisherigen Untersuchungsausschüsse haben zumindest DAS eindeutig erwiesen. Ob und wen die beiden Uwes und deren Freundin, die Angeklagte, tatsächlich ermordet haben, bleibt Dank der Geheimdienst-Geheimnisse vermutlich auf ewig im Dunkeln!
  • Barolo
    am 03.08.2016
    "Ein weiteres Beispiel wäre der Fund der Dienstwaffen der beiden Polizisten im ausgebrannten Wohnmobil. Auch die Aussage Zschäpes vor dem Oberlandesgericht München stützt diese These."
    Herr Drexler, welche Waffe wurde den wann im Womo gefunden und dokumentiert?
    Da gibt es u.a. zwei sich komplett widersprechende Aussagen der Polizisten vom Schwaben LKA und von PD Menzel. Was wurde von der Polizei in Stregda am 4.11.2011 abgefragt? Munitionsnummer wie eine Polizistin sagt oder eine Waffennummer? Warum sind nicht alle drei Waffennummern auf den H+K Waffen? Wo sind die Fotos aus dem Innern des Womos vor allem die Badwaffe mit Mundlos daneben?
    Ach ja und die von Dexler erwähnte Zschäpe Aussage, die Uwes hätten die Heilbronner Polizisten bei helllichtem Tag erschossen um gute Waffen zu haben. Was für eine unglaubliche Story. Diese zwei Heckler+Koch Waffen haben die Uwes aber in den folgenden 4 Jahren aber niemals benutzt. Ist ja vollkommen logisch.
    Aber im Womo hatten sie die H+K plötzlich dabei aber, wie bei allen anderen "NSU Mordwaffen", ohne die geringste Spur von Uwe Fingerabdruck/DNA dran.

    Herr Drexler, es gäbe soviel zu hinterfragen.
    Wenn man denn wollte.
  • Werner
    am 03.08.2016
    Herr Drexler sollte sich die Fernsehdokumentation `Tod im Wohnmobil. Wie starben die NSU Terroristen wirklich´ ansehen. Dann kann er sich seinen Untersuchungsausschuss in die Haare schmieren. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

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