Goldener Hase auf der Neckarbrücke in Heilbronn. Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 215
Politik

Fischen im Trüben – der Fall Kiesewetter

Von Johanna Henkel-Waidhofer
Datum: 13.05.2015
Der Stuttgarter NSU-Untersuchungsausschuss nähert sich dem Hauptkomplex seiner Arbeit: mögliche Versäumnisse bei den Ermittlungen im Mordfall Kiesewetter aufzuklären. Die Analyse wird Monate in Anspruch nehmen. Auch weil die Pannenserie lange vor der Enttarnung der Rechtsterroristen begann.

Im Einsetzungsbeschluss, den der Landtag im November 2014 mit den Stimmen aller vier Fraktion auf den Tag genau drei Jahre nach dem Auffliegen des NSU in Eisenach gefasst hat, ist die selbst gestellte Aufgabe rund um die brutale Tat von Heilbronn klar umrissen. Die Abgeordneten wollen wissen, "ob es Hinweise auf einen rechtsextremistischen Hintergrund der Tat gab und ob ein rechtsextremistischer Hintergrund der Tat von den baden-württembergischen Justiz- und Sicherheitsbehörden hätte erkannt werden müssen"; ob Informationen zum Umfeld der 22-Jährigen Thüringerin früher hätte nachgegangen werden müssen; und nicht zuletzt, ob die so lange verfolgte Phantom-Spur den Blick auf anderes verstellt hat. In den Fragen schwingt der Vorwurf mit, dass sich die Behörden von Anfang an nicht ausreichend interessiert haben für die junge Frau, die nach ihrem Tod nicht einmal ihren Vornamen behalten durfte. Sie selber schrieb sich Michéle, alle Welt sagt heute, angestoßen nicht zuletzt von den Ermittlern, Michèle.

Juni 2007. Sieben Wochen nach der Tat konnte die Heilbronner Polizei endlich eine konkrete Spur präsentieren. Die Zeitung mit den ganz großen Buchstaben wurde als erste darüber informiert, dass Spezialisten am Tatort die DNA einer seit 14 Jahren gesuchten Serientäterin gefunden hatten. Auf einer eilends organisierten Pressekonferenz schwankten die Beamten zwischen Zuversicht und Zurückhaltung. Denn noch, sagte Heilbronns Polizeichef Roland Eisele damals, lasse das keinen Schluss auf eine unmittelbare Tatbeteiligung zu.

Die große Wattestäbchen-Panne

Was folgte, war ein beispielloser Ermittlungsmarathon über eineinhalb Jahre hinweg. Landespolizeipräsident Erwin Hetger sprach bald von einem "dicken Faustpfand", das man nun in der Hand halte, stellte sich vor, "wie sich die Täterin im Netz verfängt". Immer neue Vergleichsspuren in Deutschland, Österreich oder Frankreich tauchten auf, die ältesten davon aus dem Jahr 1993. Es gab keinerlei Fingerabdrücke oder Personenbeschreibungen, dafür aber jede Menge Spekulationen. Im Februar 2009 wanderte die Zuständigkeit ab zum Landeskriminalamt. Fünf Wochen später ist der Spuk vorbei: Nicht die gesuchte "Killerin" (BILD) hatte die DNA-Spuren hinterlassen, sondern die Mitarbeiterin einer Wattestäbchen-Firma aus Frickenhausen, deren Produkte an Hunderten Orten zur Spurensicherung benutzt worden waren.

In der Folge musste CDU-Innenminister Heribert Rech einräumen, dass österreichische Behörden schon im Spätherbst 2008 auf die Möglichkeit einer Verunreinigung hingewiesen hatten. Im Mai 2009 legte er eine Bilanz vor, wonach über 3000 Speichelproben erhoben worden waren, darunter von rund 600 "in der Vergangenheit einschlägig in Erscheinung getretenen Frauen". Die Verantwortlichen beteuern immer wieder, dass das Phantom, die "UwP" (Unbekannte weiblichen Person), wie es im Beamtenjargon hieß, zwar viele Kräfte gebunden habe, dass aber in andere Richtungen desgleichen intensiv gedacht worden sei. Die zur Aufarbeitung der Ermittlungen von SPD-Innenminister Reinhold Gall eingesetzte EG Umfeld verteilte in ihrem Abschlussbericht die Verantwortung vorsorglich auf mehrere Schultern: "Im Ergebnis ist zu konstatieren, dass die ermittelnde Polizei nicht frei in den strafrechtlichen Ermittlungen ist; strafrechtliche Ermittlungsstände und Ermittlungsergebnisse unterliegen demnach einer ständigen Wertung durch die ermittlungsleitende Staatsanwaltschaft als Anklagebehörde."

Von den Untersuchungsausschüssen in Berlin und Erfurt wurde herausgearbeitet, wie eng die Verbindungen der Bereitschaftspolizistin in ihre Heimat und damit – zumindest peripher – unweigerlich zur rechten Szene waren. Alex Mögelin, der dritte Einsatzleiter der Soko Parkplatz, gab den Landtagsabgeordneten Anfang Mai während der Vor-Ort-Begehung der Theresienwiese in Heilbronn allerdings einen Eindruck davon, dass dies im Land bis Ende 2011 eher kein Thema war: Die zweiköpfige Streifenwagenbesetzung, Kiesewetter und ihr später schwer verletzter Kollege Martin Arnold, sei in den Wochen und Monaten nach der Tat immer gemeinsam betrachtet worden. Ihr unterschiedlicher Hintergrund galt nicht als erheblich.

Mittlerweile trennt die Polizei zwischen Alt- und Neufall, also vor und nach dem Auffliegen des NSU. Jede Menge Spuren wurden noch einmal abgeklopft. Dennoch könnte sich im Laufe der nächsten Wochen als schwerer Fehler herausstellen, dass der Tod der Thüringerin nicht eigenständig durchleuchtet wurde. Und mögliche Nahtstellen zur rechten Szene in Baden-Württemberg dazu. 

Kiesewetters Onkel schöpft schon 2007 Verdacht

Zur Beerdigung am 2. Mai 2007 fahren 750 Polizisten aus Baden-Württemberg, danach bleiben die Kontakte spärlich. Viele der Bekannten in Oberweißbach, Kiesewetters Heimatort, werden überhaupt nicht gehört. Bei einigen, die inzwischen als Zeugen in den Untersuchungsausschüssen in Berlin und Erfurt aussagten, klopft das Bundeskriminalamt überhaupt erst Anfang 2012 an. Aktenvermerke liegen lange in den Schubladen, bevor sie ernsthaft aufgearbeitet werden. Etwa jener über einen Unbekannten, der regelmäßig Blumen aufs Grab der jungen Frau legt. Oder das Protokoll zu einem Gespräch nur zwei Tage nach der Beisetzung: Kiesewetters Onkel Mike W., auch er Polizist, unterhielt sich mit einem Kollegen bei einem Kaffee zum Dienstschluss im Aufenthaltsraum des Kriminaldauerdiensts über die Heilbronner Tat und eine Verbindung zu den "bundesweiten Türkenmorden". Und das viereinhalb Jahre, bevor die dem NSU zugeschrieben wurden. W. war dazu sogar vernommen worden: "Meiner Meinung nach besteht aufgrund der verwendeten Kaliber und der Pistolen, die ich aus den Medien kenne, ein Zusammenhang mit den bundesweiten Türkenmorden", steht im Protokoll zu lesen. Und weiter: "So viel ich weiß, soll ein Fahrradfahrer eine Rolle spielen, ich sage nicht, dass ein Zusammenhang besteht, ein Kollege hat mich nur angesprochen, dass ein Zusammenhang bestehen könnte." Später sagt er Widersprüchliches, erinnert sich nicht mehr genau. 

Der Hinweis wird nach dem Auffliegen des NSU wieder aufgegriffen. Mögelin, der Einsatzleiter der Soko Parkplatz in Heilbronn, bekommt ihn im November 2011 zu sehen. W.s ehemalige Lebensgefährtin Anja Wi. wird ebenfalls erst Ende 2011 zum Mord an der jungen Frau vernommen, die sie als Freundin betrachtete. Kiesewetter hielt regelmäßigen Kontakt zu Mike W., der zugleich ihr Patenonkel war, und zu dessen Freundin, ebenfalls bei der Polizei. Anja Wi. quittierte den Dienst, nachdem sie Informationen aus internen Datenbanken geholt hatte, darunter auch über Neonazis. Sie wurde suspendiert, zog vor Gericht, gewann, nahm dennoch den Hut, "um Ruhe zu haben". 

Im Abschlussbericht des Thüringer Ausschusses sind viele Details zusammengetragen, Anknüpfungspunkte an die rechte Szene, zu der Kiesewetter zahlreiche Beziehungen hatte. Über Anja etwa oder über eine Cousine, die mit einem Mitglied des Thüringer Heimatschutzes liiert war. Kiesewetter kannte Musiker rechter Bands, einen schon seit Kindertagen. Sie verkehrte in rechten Kneipen, in der Nähe ihres Elternhauses etabliert sich Ende 2005 ein Gasthof, eine Heimstatt für NPD-Mitglieder. Nur eine Woche ehe ihr Sarg zu den Klängen von Nenas "Wunder geschehen" in die Erde gelassen wird, ist sie daheim, um den Geburtstag ihrer Mutter mitzufeiern. Wilde Gerüchte ranken sich um diese Stippvisite: Musste sie sterben, weil sie an Informationen gekommen war, die dem – damals noch nicht bekannten – NSU gefährlich hätten werden können? Ausgerechnet BKA-Präsident Jörg Ziercke nährte die Spekulationen, als er Ende November 2011 die Möglichkeit einer Beziehungstat erwähnte und mutmaßte, dass sich die Wege des Opfers mit denen von Rechtsextremen in Oberweißbach gekreuzt haben könnten.

EG-Umfeld: Mundlos und Böhnhardt haben geschossen 

Schon bei der Beisetzung am 2. Mai 2007 sprach Landespolizeipräsident Hetger in seiner Trauerrede einen weiteren bis heute unaufgeklärten Punkt an: "Unglaublich tragisch" sei dieser Tod, weil Kiesewetter sich an dem Tag, "an dem sie ihr Leben verlor und der eigentlich ein Urlaubstag war, freiwillig zum Dienst meldete". Dieser Umstand stützt bis heute die These, sie sei eben doch ein Zufallsopfer geworden. "Der Tausch müsste schon sehr schnell sehr gezielt verraten worden sein, wenn Kiesewetter hätte getötet werden sollen", sagte der FDP-Obmann Ulrich Goll beim Vor-Ort-Termin in Heilbronn.

Acht Jahre sind eine lange Zeit. Viele Zeugen, die ab dem 22. Mai im Landtag gehört werden, dürften sich nicht mehr detailliert erinnern. Allerdings liegen den Abgeordneten umfangreiche Aussagen, Protokolle, Hunderte Aktenordner und die umfangreichen Abschlussberichte der Untersuchungsausschüsse im Bundestag und im Thüringer Landtag vor. Und nicht zuletzt die Theorie der Bundesanwaltschaft, die dieses Verbrechen Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos zur Last legt: Weil in dem am 4. November 2011 in Eisenach ausgebrannten Wohnmobil des NSU-Trios die Dienstwaffen von Kiesewetter und ihrem Kollegen und in ihrem Zwickauer Quartier die Heilbronner Tatwaffen gefunden wurden; weil einer Jogginghose, die laut DNA-Untersuchung Mundlos zugeschrieben wird, Blutspritzer der jungen Polizistin anhaften; oder wegen des Bekennervideos des NSU zu den Migrantenmorden, an dessen Ende unter anderem Bilder von der Spurensicherung am Tatort am Neckarufer, von der Gedenkfeier und eine Karte von Heilbronn eingeblendet sind. Die Mitglieder der EG Umfeld, von denen einige auch in den Landtag geladen werden, kommen nach ihrer Überprüfung der Kollegenarbeit ohnehin zu einem eindeutigen Schluss: "Auf die Polizeibeamtin Kiesewetter und ihren Streifenpartner haben Mundlos und Böhnhardt geschossen."


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24 Kommentare verfügbar

  • Peter S.
    am 02.06.2015
    Eine hervorragende Zusammenfassung die sowohl unter dem Aspekt des angeblichen NSU Polizistenmordes als auch unter dem Punkt einer seltsam gleichgeschaltet agierenden Presse zu offensichtlichen Lügen aus unserem Staatsapperat wichtig ist.

    Die hier gesammelten Fakten und die verständliche Aufbereitung verdienen höchste Anerkennung an Dr. Andreas Müller.
    Es lohnt sich wirklich die sieben Teile zu lesen und sich dann ein Bild zu machen.
    Wer es eilig hat sollte zumindestens den letzten Teil lesen.

    https://sicherungsblog.wordpress.com/2014/12/08/rus-in-den-augen-der-redakteure-teil-1/
  • barolo
    am 21.05.2015
    Hallo Herr Steiner,
    zumindestens mir geht es nicht um verharmlosen von rechtem Terror. Sie müssen auch meine Argumente nicht unbedingt nachvollziehen.
    Aber wenn es um eine Behauptung wie Ihre geht (2 Uwes machen 10 Morde) dann zählt nichts anderes als Beweise.
    Und Ihr Ablenkungsmanöver mit Adolfs grottenschlechtem Buch (ich glaube das haben wenige wirklich gelesen) ist eben ein untauglicher Versuch im Sinne der Anklage.
    Sie können gerne Vermutungen aufstellen und Annahmen treffen, aber solange Sie nicht mehr haben ist das nichts wert.
    Wie im Münchner NSU Stadl eben auch.

    Also wie isses?
    Einen Beweis für nur einen der Morde? (Fingerabdruck, DNA, Augenzeuge etc vom Tatort)
    Sollte wg Glaubwürdigkeit aber datumsmässig schon vor dem Mord an den Uwes liegen. Sie wissen schon, danach wirds schon sehr manipulationsverdächtig ;-)

    Übrigens, wenn Sie mir helfen könnten, wie die Uwes sich ohne Benutzung der Hände selber erschiessen konnten, also das würde Ihren Thesen einen gewaltigen Schub an Glaubwürdigkeit geben.
  • Rolf Steiner
    am 20.05.2015
    Wenn ich diese "Verharmloser des Rechten Terrors" am Werk sehe, dann muss ich bekennen, dass es mir sehr schwer fällt, deren "Argumente" nachzuvollziehen.

    Manche Schreiber der braunen Vertuschungsriege würden vermutlich sogar "Mein Kampf" als Fälschung vorstellen, um die Verbindung zwischen Nazis und den Menschheitsverbrechen des 2. Weltkriegs in Abrede zu stellen.
  • Franz
    am 20.05.2015
    Herr Rolf Steiner, ich finde es besser beim NSU nicht nur abzuschreiben, sondern auch selbst sein Gehirn zu bemühen. Drei Morde hat das Zwickauer Neonazi-Trio in Nürnberg begangen, schreiben Sie. Haben Sie einen Beweis?
    Zschäpe hat sich am 8. November 2011 bei der Polizei in Jena gestellt, und vorher wahrscheinlich Bekennervideos verteilt, möglich auch über Helfershelfer, schreiben Sie weiter. Hierfür gibt es auch keinen Beweis.
    Solche Annahmen aufstellen kann man ganz viele über den NSU. So wie diese hier: Zschäpe war am 6.11.2011 auf der Flucht mit einem Schönen-Wochenend-Ticket. Bei der Fahrkartenkontrolle zeigte sie als Legitimation den gleichen Personalausweis vor, mit dem sie sich bereits am 11.01.2007 bei der Polizei in Zwickau auswies. Hans-Peter Uhl, innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in der BILD: „Solche Papiere erhalten im Regelfall nur verdeckte Ermittler, die im Auftrag des Nachrichtendienstes arbeiten und vom Nachrichtendienst geführt werden".
    Wie ist Zschäpe an diesem Personalausweis gekommen? Die Medien (z.B. LVZ) haben ja sogar beschrieben auf welchem Namen, Geburtstag usw. dieser Ausweis ausgestellt war. Niemand aber schreib, ob sie diesen Ausweis am 8.11.2011 den Behörden übergeben oder wo dieser abgeblieben ist. Warum?
    Sind so Kleinigkeiten, die zum weiteren Nachdenken einladen.
  • Barolo
    am 20.05.2015
    Hallo Herr Steiner, sie sind ja ganz eifrig am suchen.
    Wir stellen also fest, die Videos sind deutlich nach den Morden an den Uwes und der Hausexplosion "aufgetaucht".

    Wer in der Leserschaft sich die wirklich abenteuerliche Story mit den "NSU DVD" anschauen will wir hier fündig
    https://sicherungsblog.wordpress.com/2015/03/25/der-nsu-betrug-teil-5-das-paulchen-video/
    und
    https://sicherungsblog.wordpress.com/2015/02/10/welche-dvds-wurden-wann-und-wo-gefunden-die-aktenlage/

    Aber warum nach DVDs mit Märchen suchen?
    Warum wird nicht nach Beweisen für die Täterermittlung gesucht?
    (z.B. die Spur Rauschgiftdeal in Heilbronn)

    Sapperlot aude, oder so ähnlich ;-)
  • Rolf Steiner
    am 19.05.2015
    Ich muss mich korrigieren:

    Entgegen der Meldung von SpOn war die "Bekenner-DVD" nicht am 10.11.2011, sondern am Freitag, dem 11.11.11 bei den "Nürnberger Nachrichten" vorhanden. Dies geht aus einem Brief der Nürnberger Nachrichten vom 15.8.2013 deutlich hervor.

    Natürlich könnte es sein, dass das "berühmte Päckchen" schon in den späten Abendstunden des 10.11.11 eingeworfen wurde,

    Zschäpe wurde am 8.11.11 - also kurz zuvor in Jena festgenommen.

    Die beiden UWE begingen ihren vermutlichen Selbstmord am 4.11.2014.
  • Rolf Steiner
    am 19.05.2015
    Barolo - "Das zitierte Paulchen Video kam ja erst l a n g nach dem Mord an den Uwes." Hä?

    Der zu vermutenden Selbstmord der 2 Uwe geschah am 4. November 2011. Am selben Tag kam es kurz nach 15 Uhr zur Explosion und einem anschließenden Brand in einem Wohnhaus in der Frühlingsstraße 26 in Zwickau-Weißenborn, in der die beiden Bankräuber zusammen mit Beate Zschäpe gewohnt hatten. Die Polizei leitete eine Fahndung nach der Frau ein.

    Zschäpe stellte sich am 8. November 2011 der Polizei in Jena,

    Drei Morde hat das Zwickauer Neonazi-Trio in Nürnberg begangen. Bekannt wurde, dass dort in einer Zeitungsredaktion eine der Bekenner-DVDs früher als anderswo aufgetaucht ist.“ Zwei Tage nach der Festnahme der Zschäpe, Und zwar am Donnerstag, dem 10. November 2011. Ohne Briefmarken, ohne Poststempel. Schickte die festgenommene Beate Z. einen Helfer, der den Paulchen-Panther-Film persönlich einwarf? (SpO 18.11.2011 - 14:12 Jannis Brühl).

    Das Nürnberger Päckchen deutet daraufhin, dass Z. während ihrer Tage auf der Flucht einem Helfer die DVD übergab oder sie ihm per Post schickte. Derjenige warf sie dann bei der Zeitung Nürnberger Nachrichten ein.

    Auf die Nürnberger DVD ist die Zeichentrickfigur Paulchen Panther aufgedruckt, sie salutiert. "Frühling" steht auf der Scheibe und "DVD 1" - unheimliche Hinweise, dass ein weiterer Film zumindest geplant war. In die Montage haben die Nazis viel Arbeit gesteckt: Der Panther "führt" den Zuschauer durch Schlagzeilen über die Verbrechen durch Videobilder der Orte und Tatwaffen: Glassplitter, Nagelbomben, Nahaufnahmen eines Mordopfers. Einige ihrer Opfer fotografierten diese mörderischen Neonazis nach der Tat.
  • Tillupp
    am 19.05.2015
    @Franz, 18.05.2015 12:50
    14. Frage: Warum vernichteten Geheimdienste Informationen?

    ... obwohl diese ja normalerweise sowieso niemand unberechtigter zu Gesicht bekommt. Da mehrere Landesverfassungsämter ihre "ZUFÄLLIG" und "ZEITGLEICH" diesbezüglichen Akten vernichtet haben, kann man von einer konzertierten Aktion oder einer kriminellen Verbrüderung ausgehen. Aus meiner Sicht ist es geradezu die Kernkompetenz der Geheimdienste Informationen zu SAMMELN, und nicht sie zu vernichten, vor allem dann nicht, wenn man sie vielleicht brauchen könnte! Sonst könnte man Frage 14 auch anders fragen: Warum sammeln Geheimdienste überhaupt Informationen?
  • Barolo
    am 18.05.2015
    Hallo Herr Steiner, da sehe ich gerade wie sich das zu einem interessanten Disput entwickelt hat.
    Auch wenn ich sehe, daß Sie sich mit dem "NSU Komplex" beschäftigt haben, so bin ich über Ihre Schlussfolgerungen und teilweise Nebensächlichkeiten (aus Faktenlage NSU) doch erstaunt.
    Es ist total irrelevant ob Nazis die Polizei mögen oder nicht. Oder wer mit welcher Gesinnung mal jemand umgebracht hat.
    Es geht um den Mordfall Kiesewetter und da ist Ihre Behauptung "Kiesewetter nicht das einzige Opfer von Neonazis" eben ohne jeden Fakt.
    Es geht eben um fehlende Hinweise (vor den toten Uwes 2011) oder um Beweise die auch nur bei einem der 10 Morde auf die Uwes, bzw. auf einen rechtsradikalen Täter gezeigt haben.
    Tausende von Spuren in über 4 Jahren (Heilbronn) und KEINE zeigt nach rechts? Hä? Und dann kamen die wundersamen Pistolen im WoMo. Die Auffindestory hat schon was von Slapstick. (Eine oder zwei? Und von welchem Polizisten? Fotos von wann? Was sah und fotografierte die Feuerwehr?...........)
    Das zitierte Paulchen Video kam ja erst lang nach dem Mord an den Uwes.

    Das ist das Dilemma welches die Regierung mit dem (selbstgeschaffenen?) NSU Phantom hat.
    Keine Beweise und nur Tote die sich meist noch doppelt umbringen. Erschiessen+verbrennen oder vergiften+verbrennen oder nur verbrennen. (das eher seltene selbstverbrennen ist seltsamerweise fast immer dabei)

    Es gibt lt BKA sogar nicht mal einen Beweis, daß die Uwes am Tattag in der Nähe des Tatortes Theresienwiese waren.
    Oder an einem der anderen 9 Tatorte.
    Danke an Franz für die Zusammenfassung der Erkenntnisse aus dem Prozess.

    Ich würde Ihnen daher empfehlen mehr Zeit auf das NSU Aktenstudium zu verwenden, als auf braune Lieder oder Neonazi-Kameradschaften Aufkleber.

    Die Vertuschungspraktiken von Verbrechen und ungestraften Lügen hochrangiger "Staatsdiener" machen mir momentan weit mehr Sorge, als das was Sie als Problem aufbauschen.
  • Rolf Steiner
    am 18.05.2015
    Didoldi - ich habe keine Lust, den Erzieher von irgendwelchen Doldis zu spielen. Schämen Sie sich, aber selbst dazu sind Sie nicht imstande.
  • Franz
    am 18.05.2015
    In den Medien wurden 13 Fragen vor Beginn des Münchner NSU- Prozesses genannt, die der NSU-Prozess klären muss. Bisher wurde keine dieser 13 Fragen beantwortet. (In Klammern der aktuelle Kenntnisstand den ich nach Medieninformationen habe)

    1. Wer hat die NSU-Morde begangen?
    (Ungeklärt, keine Beweise für Tatbeteiligung von Böhnhardt/Mundlos/Zschäpe (BMZ))

    2. Wer ist für die beiden Bombenanschläge von Köln verantwortlich?
    (Ungeklärt, keine Beweise für Tatbeteiligung von BMZ)

    3. Warum gab es in der Ceska-Mordserie zwischen den ersten vier Taten und dem 5. Mord im Jahr 2004 fast drei Jahre Pause?
    (Ungeklärt, saßen die wirklichen Mörder in dieser Zeit im Gefängnis?)

    4. Wie haben sich die Drei über die Jahre hinweg finanziert?
    (Ungeklärt, ihre angeblichen Banküberfälle reichen dafür nicht)

    5. Haben die Drei immer zusammengelebt?
    (Teilweise geklärt, BMZ haben nicht immer zusammengelebt. Und die Zwickauer Wohnung in der Frühlingsstraße war zuletzt nur noch gelockert bewohnt. Von wem ungeklärt)

    6. Warum hatten Mundlos und Böhnhardt mehr als 20.000 Euro aus einem früheren Bankraub, die verräterischen Dienstwaffen der Heilbronner Polizisten und die NSU-Bekennervideos bei sich, als sie am 4. November 2011 zum Banküberfall nach Eisenach fuhren?
    (Ungeklärt, eine Erklärung dafür gibt es nicht)

    7. Was geschah am 4. November 2011 im Wohnmobil?
    (Die tatsächlichen Abläufe sind noch immer ungeklärt. Bewiesen ist inzwischen, dass die behaupteten Abläufe größtenteils erfunden bzw. erlogen waren)

    8. Gab es einen dritten Mann im Wohnmobil?
    (Die Polizisten sagen, sie hätten niemanden weglaufen gesehen. Zwei Anwohner behaupten dagegen, er wäre vor dem Eintreffen der Polizisten weggelaufen. Nicht geklärt)

    9. Wie hat Zschäpe in Zwickau von dem Tod ihrer Freunde in Eisenach erfahren?
    (Zschäpe war wahrscheinlich am 4.11.2011 nicht in Zwickau. Es gibt starke Verdachtsgründe, dass zwei andere weibliche Personen sich am 4.11.2011 in dieser Wohnung aufhielten)

    10. Warum hat Zschäpe Feuer in der Zwickauer Wohnung gelegt?
    (Da Zschäpe nicht in Zwickau war hat sie auch nicht das Feuer gelegt)

    11. Wohin flüchtete Zschäpe, nachdem sie die Wohnung verlassen hatte?
    (Es gibt keine Augenzeugen, die Zschäpe beim Verlassen der Zwickauer- Wohnung am 4.11.2011 gesehen haben)

    12. Wer hat die Umschläge mit den Bekennervideos verschickt?
    (Ungeklärt, die Antifaschisten vom ZOB haben im Januar 2015 dieses Video erstmals veröffentlicht, dieses Video ist kein Bekennervideo für einem NSU)

    13. Welche Rolle haben die V-Leute in der Umgebung des Trios gespielt?
    (Das zwischen den Zeilen lesen in den Medienveröffentlichungen, was Ostdeutsche sehr gut können, lässt die starke Vermutung zu, dass Zschäpe und Böhnhardt selbst V- Leute waren, Mundlos nicht)

    Fazit: Beim NSU ist bisher noch gar nichts geklärt und soll wahrscheinlich auch nicht geklärt werden.
  • dildoldi
    am 18.05.2015
    Herr Steiner,

    ich lach mich tot ! Haben Sie auch mal substanzhaltige Phrasen auf Lager ? Oder sowas Abwegiges wie Fakten ?
    Was meine Kinderstube betrifft : kann mit Ihrer ganz sicher mithalten ! Aber was soll der Hinweis überhaupt ? Keine Argumente mehr ? Trotzdem

    MfG
  • Rolf Steiner
    am 17.05.2015
    Didoldi -
    Ihre abgrundböse Meinung "weil es die Intelligenz jedes halbwegs logisch denkenden Menschen beleidigt." spricht jedenfalls nicht für eine gute Kinderstube.

    Mit aggressiven Phrasen leisten Sie sich nicht den geringsten Gefallen, sondern Sie machen sich dadurch diskussionsunwürdig.
  • dildoldi
    am 17.05.2015
    Herr Steiner,

    Ihre Thesen sind mindestens genauso unbeweisbar wie meine. Oder waren Sie jeweils vor Ort als diese Morde passierten ? Ich gehe mal nicht davon aus. Deshalb sei Ihnen Ihre Meinung ohne jeglichen Vorbehalt zugestanden - deren Realitätsgehalt geht aber - meiner Meinung nach - gegen null und ist für mich völlig unbefriedigend weil es die Intelligenz jedes halbwegs logisch denkenden Menschen beleidigt. Sie widerlegen oder antworten auf meine Statements ja auch nicht mit Fakten, sondern bestenfalls mit Meinungen, kein Wunder, sind Sie ja offensichtlich Anhänger der offiziellen Verschwörungstheorie von den beiden sich selbst mordenden Killer - Uwes.

    MfG
  • Rolf Steiner
    am 16.05.2015
    Frau/Herr dildoldi!

    Mag ja alles richtig sein, was Sie hier behaupten. Aber ich bin nicht Ihrer Meinung.

    Die "false flag" ist ebenso eine unbeweisbare Vermutung wie der Bezug auf die RAF. Vermutlich sehen Sie Paulchen Panter mit Kopfschuss auf einen Beamten auch als eine Verschleierung "wahrer Absichten" an?
  • Rolf Steiner
    am 16.05.2015
    Kopfschüsse - wie oft tauchen diese KOPFSCHÜSSE auf ??? !!!

    "Die NSU-Opfer wurden nicht erschossen, weil sie besonders schlecht oder ausgesprochen gut integriert waren – was immer das auch genau bedeuten soll, darüber ließe sich noch seitenweise schreiben – nein, sie wurden mit KOPFSCHÜSSEN exekutiert, weil sie Migranten waren. Und sie wurden postum öffentlich zu angeblichen Kriminellen gemacht, weil sie Migranten waren. Und weil sie Migranten waren, wurde sogar an dem Tag der Trauerfeier über ihre vermeintlichen Versäumnisse gesprochen, anstatt die rechtsextreme Parallelwelt in Teilen Ostdeutschlands zu thematisieren, aus denen die Täter stammen. " (Aus dem Buch “Terror von rechts” von Patrick Gensing)

    Übrigens: Nicht nur in "Teilen Ostdeutschlands" ist diese Parallelwelt der Rechtsextremen zu finden, nein, u.a. auch in Baden-Württemberg. Das sollten die bekannten ursprünglichen Verhinderer des UA zur Kenntnis nehmen.

    Doch nun zu den KOPFSCHÜSSEN:

    Der türkische Händler Süleyman Tasköprü (31) wurde mit drei KOPFSCHÜSSEN in seinem Lebensmittelgeschäft ermordet.
    Der 21jährige Halit Yozgat wurde gegen 17 Uhr in seinem Internetcafé mit zwei KOPFSCHÜSSEN getötet. Der zweite Schuss wurde auf das am Boden liegende Opfer abgefeuert.
    Der 41-jährige griechischstämmige Betreiber eines Schlüsseldienstes in München war am Abend des 15. Juni 2005 mit drei KOPFSCHÜSSENin seinem Geschäft getötet worden
    am 4. April 2006, wurde der türkischstämmige Mehmet Kubasik mit mehreren KOPFSCHÜSSEN vor dessen Kiosk getötet
    Eiskalt wurde auch der 38-jährige Enver Simsek in Nürnberg ermordet. Ein Rechtsmediziner schilderte detailliert, die fünf KOPFSCHÜSSE.

    Am 4. November 2011 fahren Mundlos und Böhnhardt fahren in Eisenach auf Fahrrädern zur Filiale der Wartburg-Sparkasse am Nordplatz. Um ca. 9 Uhr 30 überfallen sie diese maskiert. Dabei verletzen sie einen Angestellten durch einen Schlag mit einer Waffe auf den KOPF leicht und erpressen 70.000 Euro

    Michéle Kiesewetter starb an den Folgen des KOPFSCHUSSES aus der Pistole Radom, Modell VIS 35, Kaliber 9 mm Luger noch am Tatort, Polizeimeister A., den eine Kugel aus der Pistole TOZ, Modell TT 33, Kaliber 7,62 mm Tokarew, (KOPFSCHUSS) getroffen hatte, konnte durch intensivmedizinische Behandlung gerettet werden. Im Bekennervideo des NSU schießt die Comicfigur Paulchen Panther mit einer Pistole auf den KOPF eines Polizisten.

    Der eine Uwe wurde im "Finale" von seinem Komplizen und Freund Uwe Mundlos getötet. Mit KOPFSCHUSS. Oder war es anders? Die Männer starben „an einem Brust- und einem Kopfschuss“. (Spiegel Online) Auch Welt.de bestätigte: “Der eine Tote hatte eine Schusswunde in der Brust, der andere im Kopf.” (Welt) Laut offizieller Darstellung gab es keinen Brust- sondern jeweils einen Kopfschuss. Das BKA vertritt , weil in der Lunge Böhnhardts keine Rußpartikel gefunden wurden, die Theorie dass Uwe Mundlos zunächst seinen Kumpel Uwe Böhnhardt mit einem KOPFSCHUSS getötet hat.

    Der Zeuge M. berichtete den Ermittlern auch, dass er sich am 20. November 2011, also kurz nach dem Ende des NSU, mit einem Rechtsaktivisten namens Jan W. in Dresden getroffen habe; es seien dabei Zweifel geäußert worden, ob Böhnhardt und Mundlos tatsächlich Selbstmord verübt hätten. Die beiden Uwes seien früher einmal bei dem Rechtsradikalen W. in Dresden gewesen und hätten ihm eine Waffe an den KOPF gehalten: Er solle aufpassen, was er daherrede. Die beiden seien "ganz schön krass draufgewesen", habe M. den Ermittlern gesagt.

    Vielleicht wirkt der eine oder andere Anhaltspunkt mit "KOPF" übertrieben? Aber man kann ja nie wissen, wozu dieser evtl. nützlich sein könnte.
  • dildoldi
    am 16.05.2015
    Sehr geehrter Herr Steiner,

    warum ich so sicher bin, dass es keinen Neonazihohlbirnen waren die diese Morde begangen haben ? Na weil es nicht den Hauch einer Spur von ihnen an den Tatorten gab, was in den Ermittlungsakten, für jeden nachlesbar, dokumentiert ist ! Und was den Fall Mannichl betrifft : vielleicht ist Ihnen der Begriff "false flag" geläufig, den ich als Täter mit Durchschnitts - IQ benutze, um eben den Verdacht in eine von mir ablenkende Richtung zu weisen. Zum Thema Tatwaffen sei anzumerken, dass das lt. BAW kein Tatindiz sein kann, da ja bekannt sei, dass solche "heissen" Waffen vom Täter unverzüglich an Dritte weitergegeben werden, so wie es Michael Buback erfahren musste, als er im Gespräch mit Bundesanwälten im Fall des Mordes an seinem Vater darauf hinwies, dass Verena Becker bei ihrer Festnahme die Tatwaffe des Mordes dabeihatte. Und nochmal : welche Beweiskraft hat ein wie auch immer gearteter, abstrakter Hass auf "Bullen" bei einer konkreten Tat ?

    MfG
  • Rolf Steiner
    am 15.05.2015
    Nach offizieller Darstellung wäre alles ein großer Zufall gewesen.
    Zufälligerweise machte die Streife gleich zweimal Pause in der “Theresienwiese”, zufälligerweise wussten die Attentäter von der sich dort bietenden Gelegenheit eines heimtückischen Überfalls.

    Sicher sind sich die Ermittler dagegen, dass der Täter bei Kiesewetter einen Abstand von ca. 90 Zentimeter zu seinem Opfer hatte, im Fall von Martin A. war der Abstand demnach noch kürzer. Wer so präzise mordet, der muss ganz nah den Opfern gestanden haben. Warum fuhr Kiesewetter mit ihrer Streife am 25.04. gleich zweimal die “Theresienwiese” an, obwohl dort weder der Pausenort von Kiesewetter noch der von Arnold war? Kiesewetter parkte versteckt hinter einem Trafohäuschen im hinteren Teil der Heilbronner “Theresienwiese”.

    Waren es "Bekannte" von Kiesewetter, die ganz harmlos auftraten? Wurde eine "Rechnung" beglichen? Heimtückisch? Oder stimmt es, dass der/die Täter sich heimlich anschlichen und auf die Frau und den Mann gleichzeitig schoss/en?

    Dazu passt eine Szene in einem später von Ermittlern sichergestellten Bekennervideo des NSU - darin schießt die Comicfigur Paulchen Panther mit einer Pistole auf den Kopf eines Polizisten.

    Mit der Ceska, die mit einem Schalldämpfer ausgestattet war, ermordete der NSU mutmaßlich alle neun türkisch- und griechischstämmigen Opfer. Nur bei dem Mord an der Polizistin Michele Kiesewetter wurde diese Pistole anscheinend nicht verwendet.

    Und noch etwas: Der 41-jährige griech. Betreiber eines Schlüsseldienstes in München war am Abend des 15. Juni 2005 mit drei Kopfschüssen in seinem Geschäft, also auch aus großer Nähe getötet worden. Am 6. April 2006 wurde Halit Yozgat in seinem Internetcafé in Kassel regelrecht hingerichtet: zweimal im Nahbereich Kopfschüsse, die Projektile blieben stecken, War die Tat in Heilbronn ebenfalls eine sorgfältig eingefädelte, aus geringer Nähe durchgeführte Hinrichtung? Zufällige Opfer?

    Zwei Zeugen, nämlich Thomas Richter und Florian Heilig sind kurz bevor sie ieine Aussage machen konnten, ebenfalls umgekommen. Und Heiligs ehemalige Freundin starb an Thrombose. Sind auch diese 3 Todesfälle rein zufällig?
  • Rolf Steiner
    am 15.05.2015
    Weshalb ist "dildoldi" so sicher, dass es keine Nazis waren, die in Heilbronn und anderswo Polizeibeamte als Opfer aussuchten? Weshalb war die Mordwaffe im Wohnmobil? Weshalb dieser Hass der Neonazis, der sich in Berlin, Dortmund, Waltrup entlud? Weshalb der menschenverachtende Song des Nazi-Barden Raunijar?

    Der von Neonazis niedergestochene Polizeichef Mannichl in Passau ist ein weiteres, nicht zu übersehendes Opfer der Rechtsradikalen. Denn wer sonst als die braunen Ganoven sollte bei der Tat "Grüße vom Nationalen Widerstand" ausrichten?

    Nur wenige Stunden nach der beinahe tödlichen Messerattacke auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl erschien auf "Altermedia", der tonangebenden deutschen Neonazi-Seite im Internet, ein Artikel, der mit den Worten begann: "Der Krug geht so lange zum Wasser, bis er bricht." Nach dem Mordversuch an dem Passauer Polizeipräsidenten versuchte die rechtsextreme Szene, ihn zum Täter zu stempeln, der sein Amt gegen sie missbrauchen würde.

    Das ist doch das Erschreckende: Mannichl und seine Kollegen wurde angriffen, weil sie ihren Job ausführten. Anders als jener Polizeifunktionär aus Sachsen-Anhalt, der seinen Leuten sagte, sie müssten am rechten Rand nicht so genau hinsehen. Anders als Beamte, die volksverhetzende Sprüche bei Demonstrationen der Pegida-Legida-Querulanten-Truppe ignorierten. Anders als Innenministerien, die Opferzahlen gerne schön rechnen und rechte Gewalt klein reden.
  • dildoldi
    am 14.05.2015
    Herr Steiner !

    Und weil so ein paar Neonazi - Hohlbirnen die "Bullen" zu ihren Feinden erkoren haben beweist das was ? Dass M. Kiesewetter von ihnen ermordet wurde ? Ist eine polizeiliche Ermittlung wohl schon der Beweis für die Tat ? Und dann fährt man dafür hunderte Kilometer quer durch Deutschland anstatt eine der etlichen, gleich großen ( oder größeren ) Städte am Wegesrand für dieses Vorhaben auszuwählen ? Ich schätze dass man Ihre Prämisse unter dem guten alten Pippi Langstrumpf Motto subsumieren kann : "Ich mach mir die Welt, widdewidde wie sie mir gefällt !" Ich hege keinerlei Sympathie für diese Bagage, aber was sie nicht waren, waren sie nunmal nicht !

    MfG
  • Brigitte Leithold
    am 13.05.2015
    Aufklärung? Wieso sitzt im NSU-Ausschuss Baden-Württemberg der damals verantwortlcihe Ex-Justizminister Goll (FDP) ?
  • Rolf Steiner
    am 13.05.2015
    Barolos Hä??? Warum denn?

    Ich sage nur, Nazis sind keine Polizei-Freunde:

    Nach jetzigem Ermittlungsstand ist Kiesewetter nicht das einzige Opfer von Neonazis. Am 23. Februar 1997 schoss ein Berliner Neonazi den Polizeiobermeister G. nieder. Dessen Kollege Stefan K. wurde schwer am Bein und im Gesicht verletzt. Der rechtsradikale Täter befand sich auf der Flucht, nachdem er vier Tage zuvor in Berlin-Marzahn einen Buchhändler angeschossen hatte.

    Auch drei Polizeibeamte wurden am 14. Juni 2000 in Dortmund und in Waltrop von dem Neonazi M.B. Berger erschossen. Eine weitere Polizistin wurde dabei schwer verletzt. Der rechtsradikale Polizistenhasser richtete sich selbst.

    Besonders pikant: Nach der Terrortat verteilten Mitglieder der Neonazi-"Kameradschaft Dortmund" Aufkleber mit dem Text "B....... (der Täter!) war ein Freund von uns. 3:1 für Deutschland".
    Hä? Warum denn - würde Barolo wieder fragen......

    Ein widerlicher, durch und durch brauner Liedermacher mit dem "Künstler"-Namen Raunijar, entblödete sich nicht, 2011 auf seiner Demo-CD das Hetzlied "Bullenschwein is burning" vorzutragen. Und im Lied "Kein Vergeben, kein Vergessen" der seit Ende der Neunzigerjahre dumpf grölenden Neonazi-Band "Weisse Wölfe" heißt es: "Du wirst bluten, Bulle! Wo bist Du. Bullenschwein? Ich will Deine Augen sehn, Bulle! Deine Augen! Und dann schick ich Dich zur Hölle! Hö, Bullenschwein! Jetzt hast Du zum ersten mal Angst, aber das ist nicht wichtig. Wir sind die Jäger, wir töten die Schwachen, damit die Starken überleben! Du kannst die neue Welt nicht aufhalten! Eure stinkende Gesellschaft wird Typen wie uns nie loswerden. Wir müssen euch töten! Wir sind die Zukunft!"

    Schon seit langem sind Polizisten zum neonazistischen Feindbild geworden.

    Danke - Kontext - für diesen Text und für weitere Aufklärung.
  • Tillupp
    am 13.05.2015
    Vielleicht haben aber auch die Mörder der beiden Uwe auf diese Weise die erbeuteten Polizisten-Waffen entsorgt, und eine Spur gezielt in Richtung NSU gelegt. Wer weiß das schon? Irgendjemand da draußen weiß es, da bin ich mir sicher. Zschäpe hat sich nur gestellt weil sie niemandem in ihrem Umfeld mehr trauen konnte. Nur im Gefängnis war sie vor der Ermordung sicher, und dadurch dass sie jetzt alle deckt versucht sie sich ihr Leben nach der Entlassung "zurückzuverdienen". Ich denke nicht dass das aufgeht, sie wird wahrscheinlich recht kurz nach der Entlassung eine Thrombose mit Lungenembolie bekommen, und in ihrem Blut Spuren der dafür bekannten Mini-Pille Diana, oder eine Knieprellung muß dafür herhalten, das hat schon mal geklappt, irgendsowas.
  • Barolo
    am 13.05.2015
    Was für ein bunter Strauss an Möglichkeiten, wer denn der/die Mörder waren.

    Über 4 Jahre NICHTS gefunden was nach rechtsradikalen Mördern aussieht.
    Aber am Schluss sagt die EG Umfeld :"Auf die Polizeibeamtin Kiesewetter und ihren Streifenpartner haben Mundlos und Böhnhardt geschossen."
    Hä??? Warum denn?
    Hat die EG Umfeld auch nur EINEN selbst recherchierten Beweis für diese seltsame "Uwe+Kiesewetter" These?

    Oder ist es nur weil die nachweislichen Russlungen-Lügner Runge (Generalbundesanwalt) und Ziercke (ex- BKA Chef) es so befohlen haben?
    Weil im Wohnmobil bei den toten Uwes (mit seltsamer Verspätung) zwei H&K P2000 gefunden wurden?
    Übrigens zwei Uwes, die den einmaligen Zirkustrick vollbrachten, sich ohne Benutzung der Hände selbst zu erschiesen.
    Die Russlungenlüge ist übrigens deswegen so wichtig, da dieser fehlende Russ neben den fehlenden Fingerabdrücken klar den Mord an den Uwes beweist.

    Sehr geehrte Frau Johanna Henkel-Waidhofer, ist es nicht etwas schräg, bei der "NSU Mordserie" von einer Pannenserie der Polizei zu sprechen?
    Wieviele verschiedene Fehler ist ein Journalistengehirn bereit als "Panne" zu akzeptieren?
    Wäre es nicht mal auch möglich, Richtung Manipulation zu denken?
    Dazu muss man nicht Verschwörungsfan sein, sondern einfach die reichlich vorhandene (geleakten) Ermittlungsakten zu lesen.

    P.S.: Ich bin mir nicht sicher wie es den vielen ehemaligen Ermittlern im Fall Kiesewetter so geht. Ich würde mich jedenfalls unglaublich schämen bei diesem offensichtlichen Schmierentheater mitzumachen und mich zum Pannen-Deppen machen zu lassen.

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