Ausgabe 351
Medien

Obszön überbezahlt

Von unserer Redaktion
Datum: 20.12.2017

Wofür sie so hohe Boni bekommen, wissen Manager manchmal selbst nicht so genau. "Ich habe keine Ahnung, wann meine Vergütung steigt, wann sie sinkt", sagte der Chef einer deutschen Bank im März 2017 (natürlich anonym) der Tageszeitung "Die Welt". Fest steht ohnehin, dass Bonuszahlungen in vielen Bereichen eine derart absurde Höhe erreicht haben, die sie mit angemessener Leistungsvergütung längst nichts mehr zu tun haben. Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung verdienten die Vorstandsmitglieder der 30 Dax-Unternehmen 2014 das 57-fache eines einfachen Mitarbeiters. Bei VW war es sogar das 141-fache. Daran hat sich bis heute nicht viel verändert.

Es geht nicht um eine Neiddebatte. Klaffen Einkünfte dermaßen irrational weit auseinander, ist das ein massives Gerechtigkeitsproblem. Und wenn Gerechtigkeit zur Lachnummer wird, nagt das am Kitt der Gesellschaft. Es ist Aufgabe der Politik, dem vorzubeugen. Wirkungsvoller als bisher.

Deswegen muss es Medien geben, die nicht das hohe Lied der Lobbyisten und ihrer parteipolitischen Sprachrohre singen, sondern diese Defizite aufzeigen. Das ist das Ziel von Kontext.

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