Ausgabe 347
Medien

Rundum geglückter Sozialabbau

Von unserer Redaktion
Datum: 22.11.2017

Die ganze Welt bewundert Deutschland für die Agenda 2010: Das durfte Agenda-Kanzler Gerhard Schröder erst kürzlich im Interview mit dem "Zeit"-Herausgeber Josef Joffe behaupten. Und der entgegnet, ganz im Geiste des kritischen Journalismus: "So ist es." Merkel habe die Saat geerntet – und sich ebensowenig bei ihm bedankt wie die eigene Partei, ärgert sich der Genosse der Bosse.

Wenigstens auf die Jusos in Baden-Württemberg kann Schröder bauen: Die haben ihr Resümee aus der Wahlklatsche gezogen und finden die Agenda darf nicht kritisiert werden. Eine Folge dieser Politik: Ein Hartz-IV-Empfänger bekommt seine Bezüge gekürzt, weil ihm ein paar Groschen vom Betteln als Nebeneinkunft angerechnet werden.

Nirgendwo sonst in Europa ist das Einkommensgefälle größer als in Deutschland, dem Land des effektiven Niedriglohnsektors. Wir von Kontext thematisieren die ungleiche Verteilung von Reichtum immer wieder. Ebenso wie die Folgen der Agenda 2010, die zum größten Sozialabbau in Deutschland geführt hat. 

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3 Kommentare verfügbar

  • Norwig Zwerenz
    am 23.11.2017
    Leute, ist es nicht eher so, daß nirgends in Europa das Lebensniveau so hoch ist wie in Deutschland ? Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der ein Armer gehungert und gefroren hat, einem, den es gut ging, der hatte genügend zu essen und ein Dach über dem Kopf, und ein Reicher hatte Überfluß. Da hatten Arme keinen Anspruch auf eine Wohnung mit Südbalkon und Zentralheizung, von sonstigen gesetzlich geregelten Zuwendungen ganz zu schweigen. Von arbeitsfähigen, gesunden Leuten in der dritten Hartz IV Generation will ich gar nicht reden. Der Begriff " Armut " ist doch sehr relativ.
    • Schwa be
      am 27.11.2017
      Nur weil es Zeiten gab in denen es den Menschen noch schlechter ging als heute (z.B. vor oder nach Kriegen), diese heutigen, bewusst von der Politik herbeigeführten katastrophalen Verschlechterungen/Zustände zu verteidigen legt m.E. ein großes Maß an Arroganz offen und Sympathie für die verantwortliche neoliberale Politik. Altersweisheit geht m.E anders!
    • M. Stocker
      am 27.11.2017
      Ach Herr Zwerenz.. Das war wohl eine Runde aus 'Opa erzählt aus dem 70er-Krieg'!
      Und wir ham uns jewaschen! Jawoll! Und zwar mit Sand! Jawoll, mit Sand!

      Und was den angeblichen Anspruch der Armen auf Wohnung mit Südbalkon angeht: Da sind Sie der Gehirnwäsche der Springerzeitungen auf den Leim gegangen, die immer wieder irgendwelche 'Florida-Horsts' ausgräbt, oder zur Not auch erfindet, die als Hartz-IV-Empfänger im Reichenparadies üppig vom Geld des doitschen Steuerzahlers leben. Darüber kann man schon mal die Steuergestaltungsmöglichkeiten der Reichen und der international agierenden Konzerne aus den Augen verlieren. Und was ham Sie eigentlich gegen Zentralheizung für alle?

      Übrigens: die Arbeitskraft der noch nicht Hartz-IV-Empfänger von Siemens in unserem fast vollbeschäftigten Arbeiter-Paradies ist genauso überflüssig wie die derer, die Sie so verachten. Man nennt das die Folge der Automatisierung, Digitalisierung oder ganz hip Industrie 4.0. Also das, was seit 30 Jahren schon ununterbrochen läuft.

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