Go home, Ami! Ami, go home!
Spalte für den Frieden dein Atom.
Sag: Good bye dem Vater Rhein.
Rühr' nicht an sein Töchterlein –
Lorelei – solang' du singst,
Wird Deutschland sein!
Das hab' ich in der Staatlichen Grundschule in Tambach-Dietharz trällern müssen, alle fünf Verse, frühe 1950er. Da galt, erst recht in der DDR wie überall, Atomkraft noch als Heilmittel gegen alle Gebrechen des Kapitalismus. "Der Ami" war längst nicht mehr Verbündeter gegen die Faschisten und der Nordamerikaner der Feind aller Roten. Nun aber, 70 Jahre später, da der Rückzug der US-Army in die Rocky Mountains und die Abgründe und Schluchten Chicagos droht, hofft alle westliche Welt, dass sich der König jenseits des Großen Wassers seines Besseren besinnt: "Friedrich muss zu Kreuze kriechen, sonste wird’s nischt!" (Omi Glimbzsch aus Zittau).
Was aber sagen die Enkel, etwa ein vielgefragter Militärexperte wie Brigadegeneral Peter Grohmann? "Die Kriege von morgen werden nicht mehr mit Kanonen und Panzern geführt, sondern mit Drohnen, mit heimtückischen Angriffen auf unsere Infrastruktur."
Hybride Kriegsführung, Leute, wacht auf! Die Kombination konventioneller militärischer Mittel mit Cyberangriffen, Desinformation und Sabotage – das ist das Gebot der Stunde. Die Grenzen zwischen Krieg und Frieden verwischen, übrig bleibt der eine oder andere Einmarsch auf echtes Festland.
"Gewalt geschrien!", hör' ich's da aus Zittau. Mag sein, dass Omi Glimbzsch zu viel Blut mit Tatort gesehen hat, aber Fakt ist, dass nur ganz, ganz kleine Panzer und Kanonen per Bahn ostwärts rollen könnten: Die neuen Tunnel sind nicht für größeres Gefährt ausgerichtet – viel zu niedrig, zu schmal – und über die maroden Brücken käme die Bundeswehr allenfalls zu Fuß. Das dauert.
Peter Grohmann ist Kabarettist und Koordinator beim Bürgerprojekt Die AnStifter. Alle Wettern-Videos gibt's hier zum Nachgucken.




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