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Wir Fettaugen

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Wiener Blut, / Wiener Blut! / Eig'ner Saft, / Voller Kraft, / Voller Glut. /
Wiener Blut, / selt'nes Gut, / Du erhebst, / Du belebst /Unser'n Mut! ...

Nichts beschäftigt uns verständlicherweise dieser Tage mehr als das Wiener Blut, das ja letztlich auch deutsches Blut ist, wie das von Donald Trump. Wir wissen allerdings: Auch deutsches Blut schützt nicht vor Dummheit und Ignoranz. Doch unser Blut ist in Gefahr: einerseits durch die Ethnomorphose, die Umvolkung oder Durchmischung, wie der gewöhnliche Nazi weiß – sprich: Schnackseln bis zum Umfallen –, andererseits durch die Covid-19-Pandemie. Doch ruhig Blut! Dass so mancher leichthin als Grippe gewerteter Corona-Fall seine Ursache in einer aus den USA eingeführten Blutkonserve haben könnte, ist fast ausgeschlossen.

Richtig ist jedoch, dass das wahre deutsche Blut hinten und vorne nicht ausreicht für die eigenen Leute. Daher muss Fremdblut (Plasma und so) millionenfach importiert werden. Der größte Teil der Blutkonserven kommt aus den Vereinigten Staaten – richtig, den alten Südstaaten – und aus Brasilien. Dort ist die Blutspende oft das einzige Einkommen. Aber auch bei uns gehören Obdach-, Wohnungs- und Arbeitslose oder Hartz-IV-Empfänger und Studierende zu den fleißigsten Blutspendern. Anders als bei einer Wurstkonserve, die exakte Angaben zum Produzenten enthalten muss, gibt es bei der gewöhnlichen Blutkonserve für den Empfänger nichts Wichtiges mitzuteilen, denn Covid-19 wird ja nicht durch Blut übertragen. Wiener Blut – blaues Blut. Wo immer es fließt, hat es jetzt erst einmal Ausgangssperre, vor allem in Wien: hohe Inzidenz.

Damit kommen wir nun zum Impfstoff. G20 hin oder her, wir sind auf der todsicheren Seite! Denn unser Deutschland hat uns Deutschen schon 94 Millionen Dosen gesichert – weil wir eben älter sind als die anderen Völker. Impfgegner (wie etwa die neue Sophie Scholl aus Kassel) abgezogen, wird der Vorrat zunächst mal reichen. Für mancherlei Verunsicherung sorgt aber, dass ein Teil des Impfstoffes von Biontech stammt, einem Mainzer Unternehmen, in dem das Humanmediziner-Ehepaar Ugur Sahin und Özlem Türeci die Fäden zieht. Ja, deutsche Staatsbürger – und in diesem Fall auch Steuerzahler –, aber halt türkische Wurzeln.

Wenn es hart auf hart kommt, würde ich auch diesen Impfstoff schlucken. Ich gehöre wie die meisten im Lande zu den Fettaugen. Wir können es uns aussuchen, in welcher Suppe wir schwimmen, Hauptsache oben. Egal, was Sie jetzt sagen: Der Afrikaner als solcher, wenn er denn – rein theoretisch – je Impfstoff von Biontech bekäme, könnte ja nicht einmal die Kühlung beim Transport – minus 70 Grad! – garantieren. Von den sonstigen Zuständen ganz zu schweigen.


Peter Grohmann ist Kabarettist und Koordinator von Bürgerprojekten. Alle Wettern-Videos gibt es hier zum Nachgucken.


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1 Kommentar verfügbar

  • Peter Grohmann
    am 30.11.2020
    Antworten
    Das nächste "Wettern der Woche" fordert das Vebot der Kirchen - nur wegen Fratelli tutti. Überlegenswert.
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