Ausgabe 452
Kolumne

Papst distanziert sich von AKK

Von Peter Grohmann
Datum: 27.11.2019

Der Heilige Vater lässt mal wieder nichts unversucht, um sich neue Feinde zu schaffen. Weit entfernt von aller Realität, in Japan also, bannt er Herstellung, Besitz und Einsatz von Atomwaffen. Das ist nichts weniger als eine pazifistische Kampfansage an Trump, Xi, Merz und Putin, eine Ohrfeige für den Moslem Teigchip Erdoğan, der seine Truppe aufrüsten will, ein Fußtritt für Flintenuschi von der Leyen, die eine atomare Nachrüstung der CDU auf gar keinen Fall ausschließen will, und eine katholische Klatsche für Annegret Kramp-Karrenbauer und ihren Wunsch nach atomarer Teilhabe. Ganz im Ernst: Solch deutliche Worte wie die des Papstes sind in der säkularen Welt so gut wie nie zu hören. Stattdessen gibt's Kriegsspielchen aller Art - bis es wirklich mal knallt. Aber bitte nicht in der Vorweihnachtszeit, da ginge alle Kauflust zum Teufel.

Wenn am Freitag die Kinder der Welt mal wieder die Schule schwänzen, ist Matthäi am Letzten. Die Fridays-for-Future müssten eine Art Sprungrevision einführen - jeden Freitag streikt eine andere Klasse, immer im Wechsel. Das Ach und Weh verlogener Erwachsener wird allerdings nicht aufhören. Dass in Deutschland rund 20 000 Grundschullehrer*innen fehlen, ist kaum ein Thema - so wenig wie marode Schulen, Unterrichtsausfall oder ein immer krasser werdender Rassismus an den Schulen. Die meisten Eltern sind bekanntlich schon bei der Einladung zum Elternabend total überfordert.

Klar, von Kinderrechten steht nix im Grundgesetz - wie tröstlich, dass das Recht auf Bildung ein Menschenrecht ist (Artikel 26 der Erklärung der Menschenrechte). Mit der Ratifizierung der UNO-Kinderrechtskonvention hat sich Deutschland aber verpflichtet, die Rechte von Kindern zu achten, zu schützen und zu fördern. Rein theoretisch ergäbe sich das auch aus dem "C" der CDU, das erfreulicherweise vom Parteitagsgebäude abmontiert wurde, weil in der Bibel steht, dass man den Namen des Herrn nicht für Parteizwecke missbrauchen darf. Ach Gott, sagen jetzt viele Atheisten, was denn noch! Naja, da sind ja noch die vielen anderen Götter, die man tunlichst nicht haben darf, etwa Merkel, Wagenknecht, Scholz (lieber Esken & Walter-Borjans). Logisch, beim Fünften Gebot hören dann Spaß und Gehorsam völlig auf: Du sollst nicht töten. Wen nicht?

"Erinnern, gemeinsam gehen, schützen. Dies sind drei moralische Imperative, die ... einen neuen Weg des Friedens eröffnen können ... Nie wieder Krieg, nie wieder das Dröhnen der Waffen, nie wieder so viel Leid!" (Franziskus in Japan)


Peter Grohmann ist Kabarettist und Koordinator des Bürgerprojekts Die AnStifter. Alle Wettern-Videos gibt es hier zum Nachgucken.


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1 Kommentar verfügbar

  • Peter Meisel
    vor 2 Wochen
    "Wenn am Freitag die Kinder der Welt mal wieder die Schule schwänzen" haben die Kinder einen wichtigen Grund:
    Die Klimaerwärmung hat den Papst sogar überzeugt, daß er auch mit Greta Thunberg darüber diskutiert hat. Sie hat ihn "aufgeklärt"?
    Greta Thunberg in Rom beim Papst Ostern 2019:
    „auf der Piazza del Popolo, dem barocken Platz im Herzen Roms.“
    Wenn immer Politiker und Politologen sich über den Zustand einer modernen res publica Gedanken machen, drängen Reminiszenzen an das alte Rom sich auf.
    Immerhin, der Hinweis auf die "römische Dekadenz" im Mund eines deutschen Politikers war nicht nur ein Symptom von standesgemäßer Halbbildung. Er war auch nicht bloß ein Symptom von verbalem Draufgängertum, das bei einer gewissen Klientel Eindruck machen sollte. Er enthielt eine Reihe von gefährlichen Implikationen, denen der Redner ohne Zweifel ausgewichen wäre, hätte er sie sich bewusst gemacht. Das römische Brot-und-Spiele-System war ja nicht weniger gewesen als die erste Ausgestaltung dessen, was man seit dem 20. Jahrhundert als "Massenkultur" bezeichnet. Es symbolisierte die Wende von der gravitätischen Senatorenrepublik zum postrepublikanischen Theaterstaat mit einem kaiserlichen Mimen im Zentrum. (Peter Sloterdijk in
    "DER PROFI-BÜRGER" Schriftenreihe der HFG Karlsruhe NF Bd. 8 Juli 2011 S. 47-48 )
    Was hat diese Bedenkenträgerin Greta in Rom auf dem Piazza des Volkes beim Papst erreicht?
    Er zitiert seine Aussage von 2016: "Die Barmherzigkeit ist göttlich, sie hat mehr mit dem Urteil über unsere Sünde (= Sein) zu tun. Darunter verstehe ich unser Nichtstun gegen die Klimaerwärmung. Das Mitleid hat ein Menschliches Gesicht. Das brauchen wir heute, um der Globalisierung der Gleichgültigkeit Einhalt zu gebieten!
    Zitat aus "Gottes Name ist Barmherzigkeit 3. Aufl.2016, S. 118.

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