Foto: VfB

Ausgabe 179
Gesellschaft

Im Tabellenkeller der Geschichte

Von Bruno Bienzle und Thomas Kuban
Datum: 03.09.2014
Ein Blick auf die Bundesligatabelle würde genügen, um Hohn und Spott über dem VfB Stuttgart auszuschütten: "Furchtlos und treu". Aber das Problem ist kein sportliches. Der wichtigste Fußballverein im Land beweist mit seinem Motto, dass er aus der Geschichte nichts gelernt hat.

Es klang wie ein Befehl. "Brust raus!" Unter diese Maxime stellte Präsident Bernd Wahler seinen programmatischen Auftritt bei der Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart Ende Juli in der Porsche-Arena, als er den alten württembergischen Wappenspruch "Furchtlos und treu" als künftiges offizielles Leitbild des Klubs propagierte. Um eventuelle Kritik zu kontern, eine derart angejahrte Devise spreche der zugleich angestrebten Verjüngungskur der Weiß-Roten Hohn, präsentierte der vormalige Marketing-Manager von Adidas das neue Motto vorsorglich im modischen Gewand: furchtlosundtreu, in einem Wort geschrieben, soll Schwabens Fußballstolz neuen Glanz verbreiten und prangt fortan - in weißer Schrift auf schwarzem Grund - samt VfB-Wappen auf dem Mannschaftsbus. 

Doch statt den erhofften donnernden Applaus erntet der VfB seitdem neben pflichtschuldiger Ergebenheit aus der Cannstatter Kurve ("Besser als nix") harsche Kritik und beißenden Spott. Er beweise ein seltsames Geschichtsbewusstsein, exakt hundert Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs jenen Leitspruch aus der Versenkung zu holen, mit dem Tausende Angehörige württembergischer Regimenter auf die Schlachtfelder jenseits des Rheins und in den Tod gezogen seien. Selbst linker Umtriebe Unverdächtige, wie das VfB-Ehrenmitglied Matthias Kleinert, schütteln darüber nur den Kopf.

Tatsächlich war der Treueschwur im Laufe der Zeit mancherlei Vereinnahmung ausgesetzt. Zu Zeiten des Nationalsozialismus sowieso, doch bis in unsere Tage bedienen sich rechtsextreme Gruppierungen sowie Musikgruppen der Neonaziszene wie "Race War" ungeniert des Wahlspruchs der alten Württemberger.

Am VfB-Chef ist alle Geschichte spurlos vorüber gegangen

Doch am VfB-Chef und sämtlichen Beratern, an der Spitze die vom VfB mit der Entwicklung einer Markenstrategie beauftragte Stuttgarter Werbeagentur Panama, muss all das spurlos vorübergegangen sein. Nicht so an vielen VfB-Fans, wie sich in den einschlägigen Foren im Internet nachlesen lässt. "Sieht so die von Wahler versprochene schwäbische Hochleistungskultur aus?" Oder: "Was für ein kranker Scheiß! Mensch Wahler, können Sie nicht mal ein bisschen aufpassen!?" - "Wie wär's, Wahler und Bobic ließen endlich Taten sprechen! Sprüche haben sie während und nach der verkorksten letzten Saison genug geklopft." Oder: "Und dieser Mann ist uns vom Aufsichtsrat als Marketingexperte gepriesen worden!" Der FC Bayern, wirft ein anderer weiß-roter Fan ein, hätte sein krachledernes, aber unverdächtiges Mia san mia, der VfB aber schieße "ein Eigentor". Vorzugsweise geeignet als Quell fortwährenden Spotts. "Furchtbar und kopfscheu" hätten sich Gentner & Co bei der Pokal-Pleite in Bochum präsentiert. Und am letzten Spieltag gegen Köln sah es auch nicht anders aus.

Joe Bauer, Kolumnist der "Stuttgarter Nachrichten", hat dem VfB-Präsidenten in einer seiner Depeschen im Internet eine verbale Vollrasur verpasst: "Der VfB-Slogan ist ein Fressen für rechtsextreme Ultras. Abgesehen von der historischen/politischen/militaristischen Dimension: Jeder Schützenverein aus der tiefsten Provinz würde sich heute mit dieser dumpfbackigen Parole blamieren. Wenn der Präsident eines Erstligaclubs aus der Hauptstadt eines Bundeslandes so etwas nicht begreift, ist er fehl am Platz. Er müsste zurücktreten. Erstens aus Ahnungslosigkeit, zweitens aus Unfähigkeit, seine Pflichten als Repräsentant eines Vereins und einer Stadt zu erkennen. Sei's drum. Ich weiß, wie sie beim VfB ihr ´Traditionsbewusstsein' rechtfertigen werden: Nur weil die Nazis Brot essen, dürfen wir kein Brot essen? Doch. Fresst die Dummheit löffelweise."

Was sagt Bernd Wahler zu alledem? Gar nichts. Der Nachfolger des vormaligen Porsche-Managers Gerd Mäuser, der sich als wandelndes Missverständnis im Roten Haus entpuppt und keinem Fettnapf aus dem Weg gegangen war, zahlt auch im zweiten Amtsjahr Lehrgeld. Staunend registriert er, wie in bester Absicht verkündete Ansagen quasi über Nacht zum Bumerang werden. Da war die von den Mitgliedern bei seiner Vorstellung noch pflichtschuldig mit Applaus bedachte Erklärung, der VfB gehöre für ihn in die Champions League, die ihn seitdem immer wieder einholt. Vor dieser Saison stellte er dem VfB-Anhang "ein, zwei Kracher" in Aussicht und auch gleich klar, dass er dabei an Verstärkungen für die Profitruppe denke und nicht etwa an das neue Ehrenratsmitglied Guido Buchwald oder an Karl Allgöwer, den er sich in einem Gremium vorstellen könne, das den glücklosen Sportvorstand Fredi Bobic beraten soll.

Kein Wunder, dass im Flurfunk in der VfB-Zentrale der hauptamtlich tätige VfB-Boss wie schon sein Vorgänger als "unser oberster Azubi" apostrophiert wird.

Lockt der VfB mit seiner Parole Rechtsradikale an?

Nun mögen Manager und Werbeagenten Geschichte als Steinbruch betrachten, aus dem sie passendes PR-Material heraus klauben können. Aber die braune Vergangenheit ihres Wahlspruchs einfach ausblenden, und seine Gegenwart ignorieren, wenn man damit die "Verbundenheit des Clubs mit den Schwaben der Region" zeigen will? "Furchtlos und treu" - so nannte sich auch eine Neonazi-Vereinigung im Stuttgarter Umfeld, die um die Jahrtausendwende herum aus der Sektion Württemberg des Neonazi-Netzwerks "Blood & Honour" und dessen Jugendorganisation "White Youth" entstanden ist. Nach eigener Darstellung sei das noch vor dem Verbot der "Blood & Honour"-Division Deutschland gewesen, was das Landesamt für Verfassungsschutz damals geglaubt und "Furchtlos & Treu" nicht als Nachfolgeorganisation einer verbotenen Gruppierung bewertet hat.

Hinzu kommt: Während sich andere Fußballvereine der Nazi-Problematik in ihrer Anhängerschaft zunehmend bewusst werden und zumindest teilweise dagegen vorgehen, lockt die VfB-Führung mit ihrer neuen Parole die Rechtsextremisten womöglich geradezu an. Dabei ist zu beachten, dass auch die Nazis von "Furchtlos & Treu" fußballbegeistert waren und wahrscheinlich noch sind. Sie organisierten sogar Fußballturniere.

Dass der VfB auf seiner Startseite im Internet bis vor kurzem auch noch drei Trikots in der Reihenfolge schwarz-weiß-rot präsentierte, also in den Farben der Reichsflagge, dürfte symbolverliebten Nazis ebenfalls nicht entgangen sein. Das lässt den Fehlschuss der VfB-Chefetage als besonders kunstvolles Eigentor erscheinen. Denn unter den Fans tummeln sich nachweisbar Nazis, wie wohl bei fast allen Bundesliga-Vereinen.

Als da wäre "Neckar-Fils Stuttgart" beispielhaft zu nennen, eine schlagkräftige Gruppierung, die sich zum VfB bekennt. Es handelt sich - um es im Hooligan-Jargon zu sagen - um eine "Firm". Ihre Initialen "NF" sind - mehr oder weniger zufällig - identisch mit jenen der britischen Rechtsaußen-Partei "National Front".

Im Internet kursieren Video-Aufnahmen von einem Stuttgart-Konzert der britischen Nazi-Kultband Skrewdriver am 8.8.1992. Ein symbolträchtiges Datum, denn die "88" steht in der Szene als Zahlencode für "Heil Hitler". Hinter Skrewdriver-Sänger Ian Stuart Donaldson, der als Gründer das internationalen Nazi-Netzwerks "Blood & Honour" gilt, ist eine Flagge von "Neckar-Fils Stuttgart" zu sehen. Derzeit präsentiert sich die Stuttgarter NF-Truppe auf ihrer Facebook-Seite mit einer Foto-Show, die mit dem Titel "Mann für Mann" der Nazi-Band "Störkraft" musikalisch unterlegt ist. Im späten Frühjahr 2014 feierte "Neckar-Fils Stuttgart" bereits das 35-jährige Bestehen feiern.

Und noch ein letzter Hinweis: Im Falle der Nazi-Organisation "Furchtlos & Treu" brannte im Jahr 2003 zwar keine konspirative Wohnung und auch kein Wohnwagen aus wie beim NSU 2011, aber das Clubheim zwischen Meimsheim und Botenheim. Das liegt vor den Toren der Stadt Heilbronn, in der es noch viele offene Fragen bezüglich des Mordes an der Polizeibeamtin Michèle Kiesewetter gibt. Damit befasst sich ein Recherche-Projekt des Freiburger Film-Labels FilmFaktum.


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29 Kommentare verfügbar

  • Michael Jarosch
    am 10.09.2014
    http://de.wikipedia.org/wiki/Wappen_W%C3%BCrttembergs#Wappen_des_Landes_W.C3.BCrttemberg_nach_1918
  • JR
    am 09.09.2014
    Hihi... Jetzt unterstützen auch die Fantas das Motto mit einem Stadionsong.
    Auf gehts Kontext, haut alle in die Naziecke.

    Schade, wenn man im Ländle nix zum Schimpfen findet...
    Dann muss man halt was erfinden oder über Rostwasser schreiben.
  • maguscarolus
    am 09.09.2014
    Für mich zeigt das Verhalten der VFB-Schickeria nur deren Zugehörigkeit zu den wahrhaft bildungsfernen Schichten!
  • Benno Mehring
    am 09.09.2014
    Zu @soso und JR: Irgendwie lustig. Anfang bis Mitte der 70er Jahre kam ein Stadionverbot durch den amtierenden VfB-Präsidenten einem Nachweis für journalistische Unabhängigkeit gleich. Der Senator der Gutenberg-Gesellschaft, Konsul von Togo und Verleger von Kunstbüchern bewies seine Affinität zum Fußball, als er den VfB mit einem "Librio der Extraklasse" verstärken wollte und den 22 Mitgliedern des DFB-Kaders für die WM '74 per Formbrief sein Interesse an einer Verpflichtung übermittelte und um Antwort unter Angabe "Ihrer Gehaltsvorstellungen" bat. Das Ende der Ära Weitpert: Abwahl in einer ao. Mitgliederversammlung im April '74, Abstieg im Mai '74 unter Hinterlassung eines Schuldenbergs in zweistelliger Millionenhöhe. Der Nachfolger hieß übrigens Mayer-Vorfelder.
  • Lennart
    am 08.09.2014
    Das ist wahrer Qualitätsjournalismus. Da darf Bruno Bienzle, laut der Gedenkseite für Axel Dünnwald-Metzler auf einer Degerlocher Homepage "absoluter Kickers-Fan" (http://www.stuttgarter-kickers.de/verein/gremien/ehrenprasident-axel-dunnwald-metzler) einen abfälligen Artikel über den VfB und seine Fans schreiben. Da kommt man dann ganz schnell von Neckarfils über das zugegebenermaßen etwas anachronistische aber in der Fanszene durchaus verbreitete "Furchtlos und treu" zur Anordnung der Trikots auf der Homepage.

    Aber vielleicht kriegt Herr Bienzle ja jetzt etwas Oberwasser, wo die Blauen in der Dritten Liga auf Platz 1 stehen, während der VfB im Tabellenkeller der Ersten Liga feststeckt. Seien Sie sich sicher, Herr Bienzle: das geht wieder vorbei und schon bald können Sie es sich wieder in Ihrer blauen Bedeutungslosigkeit gemütlich machen.
  • MCBuhl
    am 07.09.2014
    Waren wirklich Soldaten oder Untertanen gemeint? Oder meinte das Herrscherlein nicht sich selbst?
    Wie alt ist das Wappenmotto eigentlich?
    Gibt es da nicht den Zusammenhang mit der Reichssturmfahne? Also dass der württembergische Graf in einem Reichsheer ganz vorne mit dabei ist? Furchtlos eben...
  • Michael Jarosch
    am 07.09.2014
    "Wenn wir alles, was (Neo-)Nazis einmal verwendet haben, mit dem Bann belegen, überlassen wir ihnen ein Stück weit die Macht."

    Das ist wohl war.

    "Furchtlos und treu" ist allerdings keine unverfängliche Aneinanderreihung irgendwelcher Worte. Wir alle wissen, was für Leute furchtlos und treu zu sein haben (zumindest nach Auffassung derer, die diese Menschen auf so etwas einschwören wollen): Soldaten.
    Dieser Ausspruch hat natürlich einen militärischen Ursprung - und genau das finden (Neo-)Nazis gut, und genau deswegen wird er so gerne von diesen Kameraden genutzt.

    Ich bin sicherlich kein Freund dessen, dass man kampflos den Nazis alles überlässt, was sie einmal angefasst haben. Allerdings frage ich mich, was man als kritisch denkender Mensch an diesem Spruch denn retten muss, dass er nicht komplett in die Hände der Nazis gerät. Er passt doch zu ihnen!

    Daran ändern übrigens auch die Artikel der Stuttgarter Nachrichten (aus dem Kommentar von Thomas Schmadke, weiter unten) nichts: Zwar sagen gleich zwei Historiker: "Alles in Ordnung!" Aber warum sie zu dieser Einsicht kommen, steht da nicht. WENN einmal inhaltlich darauf eingegangen wird, ist dann doch wieder nur die Rede von "Heimat", "Stolz", "Tradition" oder allem zusammen.

    Es mag zwar heute wieder Trendy sein, sich positiv auf seine Herkunft zu berufen, allerdings brauche ich kein (letztlich ausgrenzendes) Wir-Gefühl, um mich wohl (oder besser) zu fühlen. Und wenn der VfB meint, ein Motto, das Kadavergehorsam fordert, wäre das richtige für seinen Verein, dann ist's wohl auch nicht meiner.
  • JR
    am 07.09.2014
    @soso
    Danke für den Hinweis.
    Ich habe mich schon gefragt was den Autor bewegt hat einen solch abstrus konstruierten Artikel zu schreiben.
    Da ist einer schlicht beleidigt.
    Und selbst wäre der Autor nicht mal auf das Thema gekommen. Er nutzt nur die Steilvorlage des dunkelblauen Joe Bauer. Ohne dass er ein Prozent dessen Talent hat.
    Oberpeinlich ist der Vergleich der VfB Trikots mit der Reichsflagge.
    Warum hat das Kontextlogo die gleichen Farben ?

    Man könnte glauben, dass die Rechten hinter der Zeitung stecken um die linken mit so schlechten Artikeln zu diskreditieren.
  • Soso
    am 06.09.2014
    „Bruno Bienzle war 39 Jahre Redaktionsmitglied der "Stuttgarter Nachrichten", davon 26 Jahre Lokalchef und zuvor zwölf Jahre im Sportressort. In der Abstiegssaison 74/75 belegte ihn VfB-Präsident Weitpert nach der 3:4-Heimniederlage gegen den MSV Duisburg mit Stadionverbot.
    Quelle: http://www.kontextwochenzeitung.de/medien/159/zwei-zeitungen-im-brustring-2146.html
  • Hartmann Ulrich
    am 06.09.2014
    "Furchtlos und trew" (mit w) war der Wahlspruch des Hauses Württemberg und Teil des Landeswappens. Mir ist das Motto erstmals auf Weinflaschen begegnet. Wenn wir alles, was (Neo-)Nazis einmal verwendet haben, mit dem Bann belegen, überlassen wir ihnen ein Stück weit die Macht.
  • MCBuhl
    am 05.09.2014
    Der einzig wahre Klub der Stadt hat dieses Motto auch schon mehrfach drucken lassen:
    http://t.co/WXWzXr7DXb

    Es ist auch noch einer der drei Sterne des Vereinsemblems zu erkennen (Könner, Kämpfer, Kameraden)
  • Simon Steiner
    am 05.09.2014
    Der Slogan hat 1. ein braunes Gschmäggle und 2. passt die Wahl zwar zum altbackenen Gebaren des VfB als Verein aber nicht zu seinen Fans und auch nicht zu seiner Spielweise. Das macht das alles zusammen gesehen so abstoßend.
  • Marco
    am 04.09.2014
    Die Wurzeln des Vereins liegen eben in den unteren Schichten der Stuttgarter - oder besser - der Cannstatter Gesellschaft. Das wird nicht nur im leicht geschönten Gründungsdatum (denn hier wäre 1912 wesentlich treffender), sondern auch immer wieder in der einen oder anderen Aktion des Vereins oder Aussage von Verantwortlichen deutlich. Mangelnder Stil und mangelnde Weitsicht machen sich eben irgendwann auch im sportlichen Bereich bemerkbar. Immer gehetzt von der Besessenheit den FC Bayern abzulösen, hat man längst dessen Größe und Stil aus den Augen verloren. Man verlegt sich lieber darauf, den in der Stadt beheimateten Drittligisten zu schikanieren und benötigt anschließend wieder eine Heerschar Stabsdirektoren, um alles zu relativieren. Damit erreicht man die Championsleaque aber wohl nicht wirklich...
  • Alm Öhi
    am 04.09.2014
    Der VfB ist da auch in guter Gesellschaft. 1899 Hoffenheim wirbt jetzt mit "Ein Team. Ein Weg. Einmalig"

    http://www.achtzehn99.de/hoffe-verpasst-sich-einmaligen-auftritt/

    Am Besten holen sie sich jetzt noch Jonathan Meese auf die Ehrentribüne.
  • Nadine
    am 03.09.2014
    Ich kann mich Stuttgarterin nur anschließen. Abgesehen von der Tatsache, dass weder Furchtlosigkeit noch Treue in irgendeiner Art und Weise etwas mit Fußball zutun haben, weckt diese doch recht dumpfe Parole allenfalls vereins- und nationalstolze Gefühle in irgendwelchen pubertierenden Jungens-Brüsten (und Männerbrüsten, die auf dem Niveau hängen geblieben sind); schlimmstenfalls allerdings, wie weiter unten im Artikel angedeutet, führt es zu dämlichen Nazigröhlereien irgendwelcher Idioten.

    Wie man sich sowas ausdenken kann...Ignoranz, gepaart mit Unwissen, fehlender Sensibilität und Werbegeilheit...das sind die richtigen Zutaten für so eine Hirnbrühe...!
  • Schwabe
    am 03.09.2014
    Ähnlichkeiten des Artikels über den neuen "Schlachtruf" des VFB mit den "Brunzdummen Bühnennazis" (siehe letzte Kontext Ausgabe 178) drängen sich mir unweigerlich auf!
    Herr Schmeiß Hirn ra.
  • Marc Braun
    am 03.09.2014
    Jetzt wo sie es sagen fällt es mir auch auf. Ich hätte nie gedacht dass die Kontext-Leute so weit rechts sind!
  • AZ
    am 03.09.2014
    Da ging der Furor mit den Autoren durch. Dass die Führung im wesentlichen verbesserungswürdig ist, ist richtig. Dass man Herrn Wahler dann als Azubi bezeichnet und das auf Flurfunk (sprich: Hörensagen) zurückführt, ist nicht die feine Art.

    Aber dass der neue Präsident mehr heiße Luft verbreitet als den VfB voran zu bringen, das stimmt. Siehe hier:
    http://vertikalpass.de/eine-reine-luftnummer/
  • Filip Kostic
    am 03.09.2014
    muss nun leider auch die Bank drücken.

    Bekanntlich steht die 18 ja für A(dolf) H(itler) - das geht ja nun gar nicht!

    Die 18 sollte man einfach nicht mehr vergeben und auch sonst - ebenso wie die 88 gar nicht mehr benutzen.

    Politisch korrekt wäre das jetzt also die 177. Ausgabe des Kontext.

    Die Frage der Volljährigkeit müsste dann eben einfach anders geregelt werden.
  • Rechtsaußen
    am 03.09.2014
    Politisch korrekt wird der VfB zukünftig nicht mehr über den rechten Flügel angreifen - dieser bleibt zukünftig unbesetzt - und auch keine Stürmer mehr einsetzen.
  • Gaigeler
    am 03.09.2014
    Jetzt lassen wir die Buben auf und neben dem Rasen noch etwas mit dem Ball rumbubeln. Und wenn sich dann das mit der ersten Liga erledigt hat, können wir wieder ein anständiges, für die Leichtathletik brauchbares Stadion aus dem Betonkasten machen
  • Tom
    am 03.09.2014
    Anscheinend arbeitet die Führung (!) des Clubs schon an einem neuen Spruch. Erste Auszüge:

    Seit 15:45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen! Und von jetzt ab wird Tor mit Tor vergolten! Wer mit Fouls kämpft, wird mit Grätschen bekämpft. Wer selbst sich von den Regeln eines humanen Spiels entfernt, kann von uns nichts anderes erwarten, als dass wir den gleichen Schritt tun. Wir werden dieses Spiel, ganz gleich, gegen wen, so lange führen, bis die Sicherheit des Clubs und bis sein Klassenerhalt gewährleistet sind.
  • „Niemand hat die Wahrheit, wir alle suchen sie.“
    am 03.09.2014
    mit diesem denkwürdigen Spruch von Karl Jaspers begrüßen wir Sie herzlich auf den Internet-Seiten unserer Loge "Furchtlos und Treu" Stuttgart.
  • Graf Eberhard im Barte
    am 03.09.2014
    war dann wohl der geistige Urvater der braunen Horden, als er seinen Kopf furchtlos im Schoß eines seiner treuen Untertanen bettete?
  • Stuttgarterin
    am 03.09.2014
    Die bisherigen Kommentare offenbaren den Horizont und das Wissen um die Bedeutung der deutschen Geschichte der Kommentierenden, deshalb ist Bend Wahler wohl bis heute nicht zurückgetreten.
    Was ist bloß aus dem VfB und seinen Fans geworden...
  • Blinkfeuer
    am 03.09.2014
    Dieser Verein ist für mich nur relevant, wenn er die Seppls besiegt.
    Ansonsten wünsche ich den Topmanagerchen schöne blutioge Nasen, wenn sie Fußball mit WIN- Exxell managen wollen.
  • GSi
    am 03.09.2014
    Ich bin kein VfB-Fan und Fußball interessiert mich nur am Rande, aber als Stuttgarterin empfinde ich die Neuauflage des Wappenspruchs "Furchtlos und treu" nur peinlich.
    Denn als Bundesligist ist der VfB u.a. ein Repräsentant und Werbeträger der Stadt. Stuttgart profitiert somit bundesweit durch einen höherem Bekanntheitsgrad, womit in der Vergangenheit auch gerne kokettiert wurde. Nun erhält dieser Bekanntheitsgrad einen peinlichen Beigeschmack, der mir die Schamröte ins Gesicht treibt.
  • Thomas Schmadke
    am 03.09.2014
    Kommentar "Mutige Wahl" von Gunter Barner/Stuttgarter Nachrichten:
    "Man muss den Slogan nicht mögen, wer ihn aber für ideologische Grabenkämpfe nützt, hat das Wesen des Fußballs nicht verstanden."

    http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.kommentar-zum-vfb-slogan-furchtlos-und-treu-mutige-wahl.92611c42-c9c2-4888-b67b-8890c46e4ec7.html

    Und:
    "So sieht es auch der bekannte Historiker und Autor Harald Schukraft. „Das Motto ‚furchtlos und treu’ hat nichts mit Kriegsverherrlichung zu tun“, sagt der Stuttgarter, „es kann bedenkenlos verwendet werden.“

    "Gerhard Raff spricht von der „demokratischen Pflicht, in den braunen Sümpfen germanischer Urwälder geistig zurückgebliebenen Zeit- und Volksgenossen diese schöne Devise wieder zu entreißen“

    http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.vfb-stuttgart-eine-heikle-geschichte-der-motto-streit-beim-vfb.ddb33029-b09b-4a9d-b527-c49d27c45c63.html
  • JR
    am 03.09.2014
    Man sollte den VfB verbieten!
    Schwarze, rote und weiße Trikots!
    Das sind die Farben der Reichskriegsflagge!

    Oh Gott!
    Was muss ich oben auf der Kontextseite entdecken?
    KONTEXT in Schwarz!
    Darunter WOCHENZEITUNG in Rot!
    Und dies auf weißem Hintergrund!

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