Ausgabe 169
Editorial

Zuspruch & Nachtrag

Von unserer Redaktion
Datum: 25.06.2014

Die Kontext-Reportage "Kinderhölle Korntal" von Susanne Stiefel bewegt die Menschen. In Dutzenden Kommentaren meldeten sich Leser zu Wort. Immer mehr Betroffene rufen an oder mailen, um uns ihre Heimgeschichte zu schildern, seit Detlev Zander sein Schweigen gebrochen hat und von den Misshandlungen erzählt, die er als Heimkind der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal von 1963 bis 1977 erfahren und als eidesstattliche Erklärung niedergelegt hat. Am kommenden Freitag wird Zanders Anwalt Christian Sailer eine Stellungnahme abgeben zum Prozesskostenhilfe-Antrag seines Klienten und damit auf die Diakonie der Evangelischen Brüdergemeinde reagieren. Nach monatelangen Gesprächen hat diese Zweifel an Zanders Glaubwürdigkeit angemeldet und beantragt, dessen Antrag auf Prozesskostenhilfe zurückzuweisen. Wir werden die Entwicklung weiter verfolgen.

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"Mein Nachbar NSA". Es gibt spannendere Überschriften als diejenige, die der "Spiegel" für seine Titelgeschichte in Heft Nummer 25 wählte, das vorige Woche erschien. Etwas aufregender liest sich die Unterzeile: "Enttarnt: die geheimen Standorte der amerikanischen Spione in Deutschland", versprach das Nachrichtenmagazin mit einer "Deutschland-Akte" von Edward Snowden. Die Auswertung geheimer Dokumente des Whistleblowers zeige, dass der amerikanische Spionagedienst NSA nirgendwo in Europa so aktiv ist wie hierzulande. Am Mittwoch vergangener Woche folgte "Spiegel online" und veröffentlichte 53 Geheimdokumente aus der Snowden-Akte. Ein Bericht über Besuche in den deutschen NSA-Dependancen offenbart, dass die NSA ihren Hauptsitz unter der Bezeichnung "NSA/CSS Representative Europe Office (National Security Agency/Central Security Services)" in der Patch-Kaserne in Stuttgart-Vaihingen hat. Dies verbreitete die Deutsche Presseagentur unter Berufung auf "Spiegel online", zahlreiche Zeitungen publizierten die dpa-Meldung.

Diese NSA/Stuttgart-Meldung ist ein wunderbares Beispiel, wie Erkenntnisse in unserer heutigen Informations- und Wissensgesellschaft weiterverbreitet werden – oder auch nicht. Denn dass die Ami-Schlapphüte ihr Europa-Hauptquartier im Schwabenland haben, darüber hatte Kontext bereits am 4. Dezember 2013 unter dem Titel "Gegenspionage zwecklos" berichtet. Speziell über dessen erste offizielle Bestätigung durch die deutsche Bundesregierung. Siehe Bericht hier. Eine entsprechende Agenturmeldung fand damals keine weitere Beachtung. Einige Wochen davor hatten die "Süddeutsche Zeitung" sowie der "Norddeutsche Rundfunk" spekuliert, dass das Spionage-Hauptquartier in den Patch-Barracks angesiedelt ist. Und noch viel länger lässt sich auf Wikipedia die entsprechende Information nachlesen. Der Eintrag datiert auf den 19. Mai 2012, als Quelle ist das amerikanische Regierungsportal fbo.gov angegeben.

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Der erste Gewinner unserer Kontext-Werbeaktion steht fest. Unsere Glücksfee hat Andreas Köhler aus den acht neuen Kontext-Unterstützern herausgefischt, die mit ihrer Spende für Kontext gerne einen Besuch beim Bildhauer Peter Lenk gewinnen wollten. Geschafft hat es der Mann aus Balingen. Exklusiv für ihn und seine Begleitung wird der Bildhauer Peter Lenk nun sein Atelier am Bodensee öffnen und die Geschichten zu seinen provokativen Kunstwerken erzählen. "Ich freue mich sehr, dass das Los auf mich fiel", sagt der überglückliche Gewinner. Der Besuch bei Peter Lenk sei für ihn eine zusätzliche Motivation gewesen, Kontext zu unterstützen. Am 5. Juli wird der Lenk-Fan mit Kontext-Mitbegründerin Susanne Stiefel zu einem Besuch beim künstlerischen Satiriker aufbrechen. Peter Lenk hat sich übrigens für den Gewinner eine persönliche Überraschung einfallen lassen und beim Erzählen schon vergnüglich gekichert. Aber wir verraten nichts! Und Andreas Köhler hat schon bewiesen, dass er keine Angst vor Peter Lenk hat.


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Ausgabe 402 / Fingerhakeln mit Kretschmann / Hans-Peter Piepho / vor 2 Tagen 7 Stunden
Die interessante Figur ist Ebert






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