KONTEXT:Wochenzeitung
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Die Latte liegt hoch

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Kontext sei vergleichbar mit der "Le Monde diplomatique", schreibt taz-Geschäftsführer Karl-Heinz ("Kalle") Ruch in der Samstagsausgabe seines Blattes. Da fühlen wir uns natürlich mächtig geehrt, weil "Le Diplo", wie die Franzosen sagen, ein echtes Erfolgsprodukt ist. Sie erscheint in 16 Sprachen, in einer Gesamtauflage von 300.000 Exemplaren, seit 1954 bei "Le Monde", seit 1995 auch bei der taz und sie erklärt internationale Politik. In langen, kritischen Analysen. Die Latte liegt also hoch. Wir von Kontext machen's eine Nummer kleiner. Schritt für Schritt, aber immer gerne bereit, zur Horizonterweiterung beizutragen. Zum Beispiel in der Hauptstadt. Der Berliner Blick, den hat auch die taz. "Kalle" Ruch spricht sogar von der Kreuzberger Perspektive, und so wird verständlich, wenn er sagt, seinen Lesern täte es ganz gut, auch aus anderen Regionen der Republik mit Stoff versorgt zu werden.

Wer weiß, vielleicht hilft Kontext sogar in Prenzlauer Berg, im Kampf gegen die schwäbischen Hausaufkäufer – als gedruckter Beleg, dass nicht alle so sind.

Es hat gedauert, bis die taz erkannt hat, dass Baden-Württemberg zu ihren wichtigsten Regionen gehört. Hier hat sie mit am meisten Leser und Genossen, hier leben aufgeweckte Menschen, die verstanden haben, dass die Demokratie eine wache Presse braucht. Auch Ruch verwendet den Begriff des Labors, in dem sich Zukünftiges entwickelt, und das möchte er seinen Lesern nicht vorenthalten.

Als unabhängige Stimme aus Stuttgart. Auch das ist wichtig, auch im Hinblick auf seine Zeitung. "Kontext ist kein Teil der taz", schreibt Ruch, "Kontext ist auch keine Regionalausgabe der taz". Kontext ist und bleibt ein eigenständiges Medium "profilierter JournalistInnen" (Ruch) aus Stuttgart, das auch seinen Lesern einen "Mehrwert" bietet. Als "schwäbisch inspirierte" Beilage. Da stimmen wir voll inhaltlich zu. Niemand braucht also, bei allen Gemeinsamkeiten, die Sorge zu haben, dass Kontext zum Bügel der Berliner Brille wird. Eine kleine "Diplo" würde schon reichen.

CDU-Schäuble: Alle wollen fliegen und keiner will den Bagger

Werfen wir lieber einen Blick auf Baden. Dort, in Gengenbach, ist Wolfgang Schäuble (CDU) zu Hause. Mag sein, dass er dort die Beobachtung gemacht hat, dass jeder fliegen will. Auch der mit der Altersvorsorge, wie er meint. Der Baden-Airpark Karlsruhe/Baden-Baden hat immerhin das zweithöchste Passagieraufkommen in Baden-Württemberg. Und allen diesen Menschen muss man "wieder und wieder" sagen, dass es ohne Flughäfen, Straßen und Schienen nicht gehe. Ergo nicht ohne den Berliner Großflughafen und nicht ohne Stuttgart 21.

Und weil das so ist, sollen sie sich zurückhalten mit ihren ständigen Wünschen zum Lärm-, Brand- oder Umweltschutz. Das ist es nämlich, was Großprojekte so schwierig, langwierig und teuer macht. Ja, der Bürger ist schuld, wenn seine Steuern in großen schwarzen Löchern verschwinden. Nachzuhören ist der Bundesfinanzminister (im Interview mit Sigmund Gottlieb) hier. Oder als Zusammenfassung nachzulesen hier.

 

 


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1 Kommentar verfügbar

  • lowandorder
    am 02.06.2013
    Antworten
    Frau Hohmann-Dennhardt ist ja geradezu prädestiniert,
    diesen Augias-Stall auszumisten.

    Als ehemalige Sozial- und Verfassungsrichterin
    sind ihr die hier aufgespießten menschenverachtenden
    Verstöße gegen den Grundsatz
    " gleicher Lohn für gleiche Arbeit" geläufig,
    oder müßten ihr auch als…
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