Die Energiewende ist längst kein Projekt der Zukunft mehr. Sie findet statt, nicht nur bei den großen Energieunternehmen, sondern auch sichtbar auf den Dächern von Wohnhäusern, in Bürgerwindparks und in Nahwärmenetzen, die Menschen zunehmend mit klimafreundlicher Wärme versorgen. Unternehmen wie der genossenschaftlich organisierte Ökostromversorger Elektrizitätswerke Schönau eG (EWS) zeigen seit vielen Jahren, dass Klimaschutz praktisch, dezentral und wirtschaftlich tragfähig ist. Menschen übernehmen Verantwortung, wenn ihnen die Möglichkeit dazu gegeben wird. Klimaschutz wird dadurch greifbar, gleichzeitig entsteht Wertschöpfung vor Ort, Arbeitsplätze bleiben in der Region, und das Engagement vieler Einzelner bildet das Fundament für gesellschaftliche Akzeptanz.
Umso irritierender ist es, dass in der Gestaltung der Energiepolitik nun in vielerlei Hinsicht ein Rückwärtskurs droht. Zentrale Instrumente wie der europäische Emissionshandel geraten ins Wanken. Zuletzt setzte die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wieder auf die Atomkraft. Klar tut sie das auch vor dem Hintergrund der sich verändernden Sicherheitslage. Aber mit Blick auf die Stromversorgung ist die Atomkraft eine Sackgasse, von der wir glaubten, dass wir sie zumindest in Deutschland endgültig verlassen hätten, denn nichts spricht dafür. Atomstrom ist die teuerste, risikoreichste und umweltschädlichste Form der Energieversorgung. Die Entsorgung des Atommülls ist ungeklärt, die Kühlung wird – siehe Frankreich – in Zeiten der Klimaerwärmung problematisch, die notwendigen Uran-Brennstäbe verfestigen weiter die Abhängigkeit von autoritären Regimen und ohne hohe Subventionen tragen sich Atomreaktoren wirtschaftlich niemals.




2 Kommentare verfügbar
-
Antworten
Strunzdumm oder korrupt oder beides? Das ist hier die Frage.
Kommentare anzeigenSela
vor 7 Stunden