Zu groß, zu schwer, zu breit, zu alles: SUV. Foto: Joachim E. Röttgers

Zu groß, zu schwer, zu breit, zu alles: SUV. Foto: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 429
Debatte

Weg mit den Panzern

Von Wolfgang Storz
Datum: 19.06.2019
Stuttgart hat es verdient, von SUVs befreit zu werden, meint unser Autor. Denn die Schwäbinnen und Schwaben haben eine Stadt aufgebaut, in der es keine Sandverwehungen, keine metertiefen Schlaglöcher, keine wegen Barrikaden unzugänglichen Stadtteile und keine Neckar-Furte gibt.

Es gibt keinen vernünftigen Grund, auch nur einen dieser wuchtigen übermotorisierten Maschinen die Stadtgrenzen passieren zu lassen. Zumal es auch für vier Kinder plus Hund plus Gepäck locker einen Kombi tut.

Inzwischen ist fast jedes dritte Auto, das in Deutschland neu zugelassen wird, ein Geländewagen oder ein geländegängiger SUV (Sport Utility Vehicle). Allein 2018 wurden 933 000 SUVs neu auf Straßen, Fußgänger und Fahrradfahrer losgelassen, darunter 303 000 klassische Geländewagen. Die Gesamtzahl für Deutschland: gut 5 500 000, bei insgesamt 47 Millionen PKWs.

Es benötigt aber niemand in Städten und Gemeinden ein solches Gefährt, um sich sicher, bequem, individuell und angemessen schnell fortzubewegen. Für ihren Einlass spricht also nichts.

Spricht eventuell etwas dagegen? Jede Menge sogar.

SUVs sind überdurchschnittlich groß und nehmen deshalb vernünftigen AutofahrerInnen auf Straßen, Parkplätzen und Parkhäusern protzig viel Platz weg. Eine kleine Rechnung: Auf einer Fläche mit 100 SUVs könnten 130 Kleinwagen parken, denn sie sind bis zu 40 Zentimeter breiter als ein Kleinwagen. Weiter: Sie schaden Luft, Natur und Umwelt besonders, stoßen sie doch in der Regel doppelt so viel CO2 aus wie Kleinwagen und deutlich mehr Stickoxide.

Wegen breiterer Reifen und höherem Druck auf die Straße haben sie mehr Reifenabrieb, weshalb sie dem Belag besonders schaden, lauter sind und mehr Feinstaub und Mikroplastik hinterlassen. Bei ihrer Herstellung — mehr als doppelt so schwer wie ein Kleinwagen — werden überdurchschnittlich viel Material und Ressourcen verbraucht. Sie gehören allein wegen ihres durchweg hässlich-martialischem Design als kulturell-ästhetische Zumutung in menschenferne Gebiete verbannt und in jedem Fall raus aus unseren Städten (hier geht's zur Petition).

Ihr Einsatz ist eher in Savannen-, Wüsten-, Dschungelgebieten sinnvoll, grundsätzlich jedoch nicht in zivilisierten menschengefüllten Gebieten. Sicher gibt es bestimmte Berufsgruppen wie Förster, Wolfsrudel-Hirten, Vulkanforscher, Landwirte und Jäger, die solche Fahrzeuge zur Arbeit gut gebrauchen können.

Damit kommen wir zu einem entscheidenden Punkt, dessen Folgen gerade in bevölkerten Städten und Gemeinden über die bisher genannten Aspekte hinausgehen. Stichwort: Verkehrssicherheit. Da diese Kolosse bewusst deutlich breiter und höher konstruiert sind, einen größeren Wendekreis haben, die FahrerInnen deutlich höher sitzen, fühlen sich diese, stahlummantelt sicher wie in einer fahrbaren Burg, so dass sie die Gefahren, die von ihrer Geschwindigkeit und ihrem Fahrverhalten für Dritte ausgehen, strukturell unterschätzen und deshalb viel riskanter fahren, beispielsweise auf der Straße ohne Fahrradweg gerade mal so einen Hauch von 30 Zentimeter am Fahrradfahrer vorbei. Zudem können sie in ihrem Koloss kein Gefühl mehr entwickeln, welche Unsicherheiten sie bei allen anderen Verkehrsteilnehmern auslösen, die deutlich verletzlicher und schwächer als sie sind. Übrigens: Gefährte, die so konstruiert sind, sind viel schwerer als andere zu beherrschen, was wohl nur einem Teil der SUV-Community bewusst zu sein scheint.   

Wenn, wie es heißt, viele BürgerInnen einen SUV kaufen, weil sie sich so vor rauen und rücksichtslosen Verkehrsverhältnissen schützen wollen: Verkörpert der, der so argumentiert, nicht gerade die von ihm beklagte Rücksichtslosigkeit? Denn er verbreitet doch mit seinem Schutz ein Maximum an Unsicherheit. Macht das jeder und jede, wo endet dann die Spirale? Etwa da: Jedes SUV hat vorne — wie eine Planierraupe — noch ein Schild aus Stahl montiert, so zwei Meter breit, um all die lästigen Radfahrer, Fußgänger, Auto-Normalos und sonstigen Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

Was spricht noch für das SUV-freie Stuttgart?

Richtig: Porsche, Daimler, IG Metall. Was hat nun dieses Trio mit einem SUV-freien Stuttgart zu tun? Viel.

Beide Konzerne haben hochkompetente Ingenieure und Mobilitätsexperten, die es verdient haben, an besserem zu arbeiten als an protzig-primitiven Fortbewegungsmitteln. Warum entwickeln sie nicht hochintelligente vernetzte öffentliche Nahverkehrssysteme — für Stuttgart, die Region, die Metropol-Region Stuttgart? Mit Rufbussen, Robocabs, Produkten wie dem elektrischen 12-Sitzer-Kleinbus Olli, der schon in Berlin herumfährt. Sicher: Daimler unternimmt bereits einiges: Car2go, seit kurzem mit BMW zusammen, mit etwa 20.000 Fahrzeugen in etwa 30 internationalen Metropolen; der eCitaro, ein vollelektrisch betriebener Stadtbus; Verkehrsberatung für Kommunen, unter anderem zum Aufbau von sogenannten Schnellbussysteme (Bus Rapid Transit-Systeme).

Jedoch sind das eher sehr überschaubare Schritte für einen wirtschaftlich so leistungsfähigen Großkonzern. Und natürlich konzentriert auch er sich vor allem darauf, seine Autoproduktion auf die Elektromobilität umzustellen.

Ein Vorhaben, das Umweltschützer kritisch sehen: Woher kommen die Ressourcen, um die insgesamt zig Millionen neuen Hochleistungs-Batterien herzustellen? Elektroautos brauchen deutlich mehr Kupfer und Aluminium. Der Abbau von beiden Rohstoffen verursacht hohe Umweltschäden, die Herstellung von Aluminium aus Bauxit ist zudem besonders energieintensiv. Elektromobilität braucht den Rohstoff Lithium in rauen Mengen, bei dessen Abbau — vor allem in Salzsee-Regionen in Bolivien, Chile und Peru — enorme Mengen Wasser verbraucht werden. Die Liste der Umweltkritiker ist lang.

Damit wird klar: Nicht der Umstieg auf die Elektromobilität ist die Lösung, sondern die Entwicklung von neuen Systemen, vor allem für Großstädte und Metropolregionen, bei denen der klassische Individual-Autoverkehr eine möglichst geringe Rolle spielt.

Umdenken schon seit den Siebzigern

Also der Sachverstand wäre im Prinzip da. Und Geld auch. Denn vom SUV-Geschäft profitiert nur einer: "Geländewagen haben höhere Margen als andere Pkw." Das sagte bereits vor Jahren Dieter Zetsche, bis vor kurzem Vorstandsvorsitzender von Daimler. Aber nicht nur deshalb verdienen die Autokonzerne seit vielen Jahren prächtig. Bei Porsche blieben unter dem Strich in 2018 rund 3,1 Milliarden Euro, gut drei Prozent mehr als 2017. Und Daimler verzeichnete 2018 einen dramatischen Gewinneinbruch! Und lag (vor Steuern und Zinsen) nur noch bei 11,1, anstelle von 14,3 Milliarden Euro.

Und die IG Metall, in diesen beiden Unternehmen bestens organisiert, würde mit einer anderen Mobilitätspolitik an alte Traditionen anknüpfen, die in diesen Klima-Zeiten weitsichtiger denn je scheinen.

Eine Gruppe kritischer Betriebsräte bei Daimler-Benz entwickelten bereits in den 1970er- und frühen 1980er-Jahren Konzepte für einen sozialökologischen Umbau der Autoindustrie. Die sogenannte "Plakat"-Gruppe um Willi Hoss und Dieter Marcello sah darin keine Bedrohung der Arbeitsplätze, sondern geradezu einen Beitrag zu deren langfristigen Sicherung. Daimler-Benz sollte "alternative Produkte für ein alternatives Verkehrssystem" bauen.

SUV-Poster. Foto: Raus aus unserer Stadt

Warnhinweise für SUVs, wie die auf Zigarettenpackungen?
Der Jugendrat der Generationen Stiftung, initiiert von Utopia.de-Gründerin Claudia Langer, macht's möglich: am vergangenen Dienstag haben die Jugendlichen in einer „No SUV"-Aktion auf dem Berliner Kudamm gegen dicke Karren protestiert und knallige Aufkleber verteilt („Dieses Auto gehört nicht in die Stadt" in rot). Auch der Jugendrat hat eine Petition geschaltet. (ana)

Und zu Zeiten des IG Metall-Vorsitzenden Franz Steinkühler, zuvor Bezirksleiter in Stuttgart, entwickelte die Gewerkschaft Anfang der 1990er Jahre, also vor etwa 30 Jahren, mit Umweltverbänden das Programm „Auto, Umwelt und Verkehr. Umsteuern, bevor es zu spät ist.“ Autokonzerne sollten nicht länger nur Autos, sondern Mobilitätssysteme produzieren. Das neue Geschäftsmodell: Fahrleistung bereitstellen, nicht länger nur Autos verkaufen.

Aus all diesen Gründen ist Stuttgart bestens vorbereitet. Diese Stadtgesellschaft sollte sich trauen, diese gepanzerten Fahrzeuge, diese hoffentlich letzte Exzess der Automobilgesellschaft, rauszuwerfen, um wieder richtig durchatmen zu können.

So könnte doch ein erster kleiner Schritt aussehen, einer der noch auf freiwillige Umkehr setzt: überall offizielle Verkehrsschilder — "Liebe SUVs, geht freiwillig, Ihr seid nicht willkommen".


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20 Kommentare verfügbar

  • SUV-Fahrer, und das gerne und wieder und weiter
    am 14.10.2019
    Was für eine Kette von Argumenten mit inhaltlicher Ahnungslosigkeit.
    Ich frage mich, was die ganze Hetze und die Hetzkampagnen bringen.
    Alleine der Sprachgebrauch, von sehr vielen übernommen --Panzer- ist eine
    unverschämte Hetze und hat nichts mit der Realität zu tun.
    Mein Wagen ist nicht gepanzert, insofern kann ich nicht gemeint sein.
    Kommt das eigentlich aus einem Neid-Verständnis heraus, diese Hetze?
    Mit Sicherheit auch.
    Warum werden diese Fahrzeuge so viel gekauft und sind extrem beliebt? Weil sie praktisch sind, angenehm zu fahren, und auch sicher sind.
    Mein Fahrzeug ist unwesentlich breiter als ein Golf heutzutage. Ebenso unwesentlich schwerer. Ein "Normalfahrzeug" wiegt heute auch bereits 1.500 - 1.700 kg.
    Grössere Limousinen deutlich mehr.
    Jeder Kleinwagen hat mindestens 100 PS, ein Golf Gti sogar um die 230 PS.
    Ist das ein Normalwagen dann.
    Mein Wagen hat Kat, Dieselfilter und wird höher besteuert. Im Laufe der Jahre hat man die grüne Plakette eingeführt, und auf Treibstoff die Ökosteuer aufgeschlagen, was viele vergessen haben.
    Auch vom Platzverbrauch liegt mein Wagen im Normalbereich. Selbst ein X5 von BMW kommt noch in jede normale Parklücke.
    Die Hetze , wie im Artikel angeführt, führt dazu, dass nun bald SUV-Fahrer als Aussätzige behandelt werden, und nicht nur verbal angegangen werden , sondern auch attackiert werden -- zumindest die Fahrzeuge.
    Sind wir hier in der DDR 2.0 angekommen, Denunziantentum und STASI-Methoden?
    Leute , das kann keiner wollen.
    Ich möchte mir von niemanden vorschreiben lassen, was für einen Wagen ich fahre, und wohin ich fahre. Im übrigen, definiere Kleinwagen ?? Soll vorgeschrieben werden was ein Kleinwagen ist? Zählt Golf Gti noch dazu?
    Kommt mal runter, mit Hetze kommt man nicht weiter.
    • Jerg Ratgeb
      am 15.10.2019
      Ach Gottchen. Gerade in diesen Tagen ist es gut zu wissen, welche Mitbürger*innen die wahren Opfer sind: 6 mal „Hetze“ in einem Kommentar, dazu – fast unvermeidlich – DDR, Stasi usw., drunter machen Sie’s wohl nicht. Höchste Zeit, zusätzlich zu den „Rettet-den-Diesel“-Demos „Rettet-die-SUVs“-Demos zu organisieren, weil sonst gibt’s ja nichts zu retten, gell? Die Jungs von „Fridays for Hubraum“ sind sicher gerne dabei.

      Für Fußgänger*innen und Fahrradfahrer*innen ist der Begriff Panzer übrigens voll und ganz zutreffend. Auf die Perspektive kommt es an. Und auf die Erfahrung, denn es ist nun mal so, dass die Lenker*innen solcher Gefährte – gewiss nicht alle, aber doch viele – die Sicherheit, in der sie sich wiegen, zur rücksichtslosen Machtausübung missbrauchen. Ich weiß, wovon ich rede, denn ich bin täglich mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs. Und weil der Besitz eines SUV natürlich auch mit Status und Geld zu tun hat, verwende ich sogar bevorzugt den Begriff „Klassenkampf-Panzer“. Neid? Kein bisschen, viel eher: Mitleid.
    • SUV-Fahrer, und das gerne und wieder und weiter
      am 17.10.2019
      tja, jerg sowieso bestätigt meine Meinung auch noch. Der Neid kommt ja im letzten Teil deutlich raus. Klassenkampf und so Mist.... lächerlich. Völlig ahnungslos, neidvoll,
      daraus entstehend Terror und Hetze gegen SUV-Fahrzeuge und deren Besitzer (Schmierereien), was ja eine Sachbeschädigung darstellt. Aber das war bei Linken ja noch niemals ein Problem.
      Meine Einschätzung, Lehrer (gerne auch Oberlehrer...), Volvo-Fahrer (Kombi), grüner,
      vielleicht Soz-Pädagoge, Vegan, mindestens vegetarisch unterwegs.
      Also zusammenfassend, die Mitmenschen gern belehren wollen, Verbote als Standardmittel.
      Nein ernst kann man diverse Argumente hier ja nicht nehmen. Verbote, nur Kleinwagen, spezielle "Knöllchen" wenn über eine Linie oder ähnlicher Kokolores.
      Weltfremd bis zum Abwinken.
      SUV taugen gar nicht zum Rasen, und die Fahrer fahren i.d.R. eher defensiv, so wie ich auch. Sie sind unwesentlich grösser als viele PKW1s, und als ein VOLVO - Kombi sowieso, und ähnliche Fahrzeuge, z. B.- VW -Passat. Und viele viele andere auch.
      Schadstoffe im Rahmen der o.g. Fahrzeuge im grossen und ganzen. An einer überhöhten Unfallhäufigkeit sowohl ausserhalb von Städten als auch innerhalb gibt es null Anschein bzw. null Gründe.
      Das Ganze zielt auf Hetze. Wenn man das will , muss man nur so weitermachen.
      SUV sollen wohl als (Bauern)-Opfer herhalten bzw. dienen sehr schön den Politikern und vielen anderen zum Beweis einer Scheinaktivität. Im Mittelalter gab es so was immer schon, als man Opfer brauchte, sie hinrichtete, und das Volk war zufrieden.
      Gründe oder Beweise brauchte man schon damals nicht.
      Aber Hauptsache Gender....
    • Jerg Ratgeb
      am 17.10.2019
      Es wird immer unterhaltsamer. Jetzt sind wir also von der Hetze über die Stasi bei Terror und mittelalterlichen Hinrichtungen angekommen. Opfer („und das gerne und wieder und weiter“) immer nur: die mit den dicken Autos. Die aber, wie ich von Ihnen erfahre, gar nicht dick, groß, schwer, schnell, stark im Verbrauch und im Schadstoffausstoß sind, denn im Grunde handle es sich irgendwie praktisch um Kleinwagen, also so gut wie. Ich denke das nächste Mal dran (also vermutlich: morgen), wenn so ein armer Brummer wieder mal – ganz defensiv, versteht sich – nicht anders kann als den Radweg zu blockieren, weil die Parklücke die Gemeinheit besitzt, zu klein für so ein „Normalfahrzeug“ zu sein. Da reelle Argumente (Herr Storz führt dafür eine ganze Menge ins Feld) in solchen Parallelwelten offensichtlich nicht ankommen, erspare ich mir weitere. Weise aber darauf hin, dass der – hoffentlich nicht auch schon unter Terrorverdacht stehende – ADAC erst kürzlich resümiert hat: „Natürlich entscheidet beim Autokauf nicht allein der Kopf, sondern auch der Bauch. Wohl nur aus diesem Grund können die Hersteller so viele SUV an die Kunden bringen. Denn die Offroader haben kaum wirkliche und messbare Vorteile – im Gegenteil.“ Das Zitat und Details zu Ihren Märchen bezüglich Gewicht, Verbrauch und Sicherheit finden Sie hier: http://bit.ly/2nTD4Zf Es tut mir leid für Sie, aber solche Märchen stammen ausnahmslos aus den Marketingabteilungen der Autoindustrie, die mit ihren enormen Gewinnspannen bei SUV (noch) über die Tatsache hinwegtäuschen kann, dass sie sich – die deutsche auf alle Fälle – auf einem sehr absteigenden Ast befindet. Weil sie nicht auf Willi Hoss, der leider nicht mehr unter uns weilt, und auf viele andere hören wollte.
      Und was Sie immer mit Volvo haben (bauen die nicht auch solche Ungetüme, XC-irgendwas, sehen aber aus wie alle anderen auch?)… Meines Wissens verkauft dieser Hersteller keine Fahrräder, erst recht keine Kombi-Fahrräder, was hat er also mit mir zu tun? Sie liegen damit genauso voll daneben wie mit allen anderen Phantasmagorien über mich. Ich verstehe zwar nicht alles, was Sie sagen wollen („Verbote, nur Kleinwagen, spezielle ‚Knöllchen‘ wenn über eine Linie oder ähnlicher Kokolores“), aber das habe ich verstanden: vorgestriges Denken, Besitzstandwahrung, wildes Um-Sich-Schlagen einschließlich persönlicher Herabwürdigung, um sich der Realität nicht stellen zu müssen. Die Dinosaurier hatten beim Aussterben den Vor- oder Nachteil, wie man’s nimmt, des eher kleinen Gehirns. Denken Sie das nächste Mal dran, wenn Ihr Bauch wieder einmal sagt: „Ich möchte mir von niemanden vorschreiben lassen, was für einen Wagen ich fahre, und wohin ich fahre.“ Junge Leute ticken in ihrer großen Mehrheit heute ganz anders. Ob Sie das wollen oder nicht: Die Erde dreht sich weiter und eines ist sicher: Der automobile Wahn, wie wir ihn kennen, hat, zumindest mittel- und langfristig, keine Zukunft mehr.
  • Charlotte Weber
    am 26.06.2019
    Großartiger und längst überfälliger Artikel von Wolfgang Storz zu einem extrem anachronistischen Fahrzeug!
    Wer intakte Umwelt, Steigerung der Gesundheit, Erhalt der Ressourcen, lebens- und liebenswerte Städte mit intelligentem Mobilitätskonzept anstrebt usw. - und das sind doch die Lippenbekenntnisse der verantwortlichen Politiker - , der kann nur EIN Gesetz wollen: ein Auto für den Individualverkehr mit Maximal- Gewicht ( und damit Ressourcen-Verbrauch), maximalen Ausmaßen (was den Flächen auf Fahrbahnen, auf Parkplätzen, Parkhäusern entspricht) und mit maximalem Kraftstoffverbrauch! So einfach ist das! Der SUV wäre nicht mehr dabei!
  • Real Ist
    am 24.06.2019
    In zwei Punkten gebe ich Herr Storz recht, E-Mobile sind nicht die Lösung und SUV`s erzeugen tatsächlich mehr Feinstaub als kleinere Fahrzeuge.

    Ansonsten versteht er aber die Gesamtzusammenhänge nicht, die Hauptursache für gefährlichen Feinstaub basiert insgesamt auf zu viele Menschen auf zu kleinem Raum, für deren Wohnungen und Mobilität mit viel schwerem Baugerät unnötig viel Feinstaub erzeugt wird, mit Ausschluss von SUV`s ist es nicht getan, man müsste auch dafür sorgen, dass die Stadt nicht weiter wächst, das Gegenteil geschieht aber, siehe Rosensteinviertel und S21 mit bis zu 240.000 LKW-Fahrten täglich und unzähligen Kränen und Baggern im Einsatz.

    Zu den Themen Stickoxyd und CO² hätte Herr Storz besser geschwiegen, beide Hypothesen sind bis heute unbelegt, im Gegenteil, wenn sich Herr Storz mal "neutral" mit den Themen befassen würde, könnte er leicht feststellen, dass es sich wissenschaftlich gesehen um Märchengeschichten handelt, man sollte keine Probleme herbei reden, die nicht existieren, weil dadurch Resourcen gebunden sind, die man besser für tatsächlichen Umweltschmutz verwenden könnte.
  • alexielle
    am 22.06.2019
    Mit welchem Recht schreibt dieser Auto den Leuten vor, was sie kaufen dürfen oder nicht? Wer ist dieser Autor, dass er sich einfach dieses Recht nimmt. Noch ist Deutschland ein freies Land. Noch dürfen Menschen tun und lassen was sie wollen, essen was sie wollen, fahren was sie wollen, fliegen wenn sie wollen, noch können sie im Wald spazieren laufen, denn noch ist genügend da. Nur weil der Autor unter dem Begriff Lügenpresse fällt, Grünen Wähler ist, hat er nicht das Recht, anderen Leuten vorzuschreiben, mit was sie fahren wollen. Ich hoffe, die Grünen erleben wieder so eine Katastrophe wie 2005, wo sie abgewählt wurden. Dieser Autor sollte sich schämen. Noch haben wir keine Diktatur und ich bete jeden Tag dafür, dass es nie soweit kommt.
    • C. Schmidt
      am 22.06.2019
      Sehr geehrter Herr Storz,

      für die Batterien wird meines Wissens auch Mangan benötigt, was in Knollen auf dem Grund der Tiefsee liegt. Es soll von Robotern gefördert werden, die den Tiefseeboden durchwühlen. Dabei zerstören sie das ganze Leben da unten, es regeneriert sich sehr langsam und trägt vermutlich zum erheblich zum biologischen Gleichgewicht der Meere bei. Es sind unerforschte Arten. Und schöne (Leucht-Tiere) und liebenswerte (Kraken).

      Die beleibteren Personen müssen bei den höheren und größeren Autos nicht nach oben aussteigen und haben innen etwas mehr Platz.

      Auch bei Kleingartenanlagen stehen diese größeren Autos herum, sind also für alle erschwinglich und für viele erstrebenswert.

      Es ist einfach noch ein Schritt auf der Image-Leiter weiter nach oben, z.B. auch für Hochzeiten oder für die einzelnen (jungen) Männer zum Sich-Zeigen.

      Ein jogginghosentragender Bär hat mit stolz erklärt, dass er für die Auspuff-Geräusch-Aufrüstung des SUV-Audi-Modells, das er fuhr, € 3000,- ausgegeben hat. Bisher dachte ich, die Lärm-Emissionen seien reglementiert. Aber wohl bei den SUV nicht, weil es wohl richtigen Spaß macht und man das hier nicht verbieten möchte?

      Vielleicht könnten Sie dies und den Punkt mit dem Mangan noch besser recherchieren?
    • Marla M.
      am 23.06.2019
      Offensichtlich kennen Sie @Alexielle sich wenig im Zusammenleben aus und sind darüber hinaus auch wenig politisch bewandert!

      1. Jedes Zusammenleben muss über Verbote/Gebote MIT dem menschlichen Ur-Recht auf Freiheit abgewogen werden!
      Das macht Demokratie auch so schwer!
      (Übrigens auch familiales Zusammenwirken oder Arbeitsleben!)
      Warum dürfen Sie nicht mit Ihrer neu erworbenen Cesna durch die Straßen zum Müllaneo zuckeln? Warum dürfen Sie Ihren Müll nicht auf der Straße entsorgen...die Großen tun das ja auch? Warum dürfen Sie nicht alkoholisiert Auto fahren und warum nicht mit Ihrer Pferdekutsche auf die Autobahn? und warum sollte man die Theo nicht als Rennstrecke benutzen dürfen! Und warm dürfen Sie ihre Gören nicht sexuell ausbeuten, sind doch Ihre Rotznasen..... etc pp

      2.CDUCSU gilt zu Recht als die Verbotspartei! Aber nur als Verbotspartei gen Fussvolk! Was sie immer wieder gen Machteliten und sich selber an Freiheiten gönnt und gönnte aber den Normalos komplett verweigerte... davon könnte man Buchregale füllen!
      Kirchen-analog galt hier immer schon: Wasser predigen und selber Wein saufen (wahrscheinlich ist es ihrer Weinseeligkeit auch zu verdanken, dass Cannabis unter Verbot und harten Strafen rangiert! Alkohilisierte CDU Straßenraudis kommen besser wech als Bekiffte) (auch spanne1nd bei dieser Truppe: wie sie das Gebot/Verbot "Du sollst nicht töten" bei den Einen rechtfertigen und bei den Anderen strengstens geahndet wissen wollen! "Herr Seibert, können Sie erklären was gute Bomben und was tödliche Bomben sind?")

      3. Und im 21.Jahrhundert sollte man meinen, dass endlich in den Gehirnen angekommen ist: alle menschlichen Fortschrittentwicklungen haben Folgewirkung!
      -Antibiotika: eine tolle Entwicklung, nur leider aus GIER viel zu oft angewandt, hat zur Folge, dass das Urmittel zu einer Gefahr geworden ist! Hätte man der AntibiotikaFlutGier frühzeitig perfekt Einhalt geboten, wäre es weiterhin ein Erfolg und nicht -wie jetzt- eine Bedrohung!
      - Plastik ist zu einer globalen Bedrohung geworden! Hätte das Dualen System gemacht was es sollte (Plastik recyclen, Plastik verneiden) wäre es nicht zum 1000.dümmsten Erfindungsprojekt der Menscheit geworden! Was fehlte? Kontrolle und Verbote! Was gab es en masse? GeldGier!
      - riesen Kreufahrtschiffe... hat eine Form angenommen, die dringend Verbote braucht! China plant ein 10 000 Menschen Schiff!
      - SUV sind nun mal panzerartige Fahruntersätze, die in Gegenden unterwegs sind, wo sie mehr Platz beanspruchen (Parkplätze und Fahrraum). Sie sind Teil einer Verkehrsgemeinschaft! Fußgänger, Kinder, Behinderte, Alte, Fahradfahrer, Kl. Autofahrer (Smart vs SUB ist keine gute Unfallkonstellation!)

      Ich würde SUV Fahrer eher fragen, warum sie sich so gegen ihre Umwelt absichern müssen! Wovor sie Angst haben.
      "Und geht's gut" wird mit einer -seit Jahre zu beobachtenden- zunehmenderen kriminellen Energie abgesichert (ÜberÜberwachung, eigene Überwachunssysteme, Häuser wie fort knox gesichert, KinderVerfolgungsapps, SUV, sich gegenseitig MißtrauenKonstellationen, im Auto wird sofort die Versiegelung eingeschaltet - in Kolumbien durchaus nützlich, in Deutschland Für Tramper schädlich!)

      Ja, ich erlebe eine zunehmende Abschottung im Inneren! Gegen wen?
      Man verbarrikadiert sich in 'Gefängnisse', um sich gegen wen zu schützen?
    • Harmut Hendrich
      am 23.06.2019
      Das ist schon interessant, der Autor gibt zu bedenken, auf welch abschüssiger Bahn wir uns befinden. Da empört sich ein oder eine „alexielle“ (es wäre zu schön zu wissen, welche Persönlichkeit sich hinter solch mächtiger Empörung verbirgt), dass er sich anmaße, Leute wie ihn oder sie in ihrer Freiheit (wohl „Freie Fahrt für freie Bürger“) zu beschränken.
      Der Autor wollte solchen „Freiheitsliebenden“ doch überhaupt nichts verbieten. Er prangert einen unsinnigen Sachverhalt an, da mögen Klügere Anlaß zum Nachdenken finden, andere dürfen ihr eigenes Verhalten für untadelig halten und leben, wie bisher (als wenn es kein Morgen gäbe). Dass dies auf Dauer wohl weniger gesellschaftliche Anerkennung, sondern wohl eher zu allgemeiner Ächtung führen könnte, sollten solche “Freiheitsfreunde” aber nicht beklagen. Einige Anstöße zum Nachdenken enthält ja der Beitrag von Marla M.
    • Frank Röder
      am 11.09.2019
      Mit dern Recht und der Pflicht des Journalisten zu informeiren und dem Recht auf freie Meinungsäußerung! Ist die Frage damit beantwortet?
  • Ernst Hallmackeneder
    am 22.06.2019
    Außer dienstags (da fahre ich ins Remstal zum Biometzger meines Vertrauens, um die 20 kg benötigtes Fleisch für die Woche zu holen, meine treue Haushälterin kriegt aber auch was ab) düse ich täglich nach dem nachmittaglichen Aufstehen mit meinem flotten 700-PS-SUV ab in Richtung Alb, und genieße einige ruhige und feinstaubfreie Stunden neben meinem Lieblingswindrad, knarze bei geöffneter Wagentüre gemütlich `ne Schachtel Reval ohne. Eine Wohltat! Und gelegentlich fällt mir ein dicker Raubvogel auf die Kühlerhaube, ein gesunder zusätzlicher Braten; Fledermäuse mag ich nicht so. Anschließend zurück nach Stuttgart, Fenster dicht und Rolladen runter, um dem gefährlichen Feinstaub zu entgehen.
  • Christoph Ozasek
    am 20.06.2019
    In der letzten Debatte zum Luftreinhalteplan habe ich für SÖS-LINKE-PluS beantragt, dass die Stadt das Land auffordert, ein SUV-Verbot für die Umweltzone festzuschreiben. Im Ausschuss für Umwelt und Technik gab es dafür keine Unterstützung, nur Hohn und Spott. Solange sich der OB, die Grünen und die SPD nicht mit der Automobilindustrie anlegen wollen kommen wir keinen Schritt in Richtung neue Mobilitätskultur und Entgiftung der Stadt voran. Christoph Ozasek, Stadtrat DIE LINKE
    • M. Stocker
      am 20.06.2019
      Lieber Christoph, vollkommen richtig, keiner will sich mit der Automobilindustrie anlegen. Aber die Linke hat auch selbst ein gerüttelt Maß an Verantwortung bei der von dir erwähnten Frage der Entgiftung der Stadt. Anstatt beim Stickoxid-Desaster für eine sinnvolle Übergangslösung, nämlich der Nachrüstung aller Euro 5-Diesel mit SCR-Kat auf Herstellerkosten zu bestehen, beteiligt sich der größte Teil an der medial gepushten Deppenalternative: entweder Fahrverbote (Grüne + CDU-Autoverkäufer) oder Umweltverschmutzung (CDU (Rest) + Grün, das neue Schwarz in BW + FDP + SPD + AfD).
      Das ist nicht wirklich schlau, wenn man ein Problem, das bei LKWs seit 2004 und bei PKWs seit 2007 serienreif technisch gelöst hat, durch Verschrottung von Fahrzeugen lösen will. Die meisten, die auf solche Fahrzeuge angewiesen sind (wg. Vertreibung aus der Stadt-/Arbeitsplatznähe durch Wuchermieten z.B.), gehören nicht zu der Bevölkerungsschicht, die mal so gschwind 20000 Euro oder mehr in der Portokasse hat, um ein 5 bis 8 Jahre altes Auto auf den Schrott zu schmeißen und sich dann noch mit erheblichen Mehrkosten für höheren Benzinverbrauch zu belasten. Von Umwelt, Klimaschutz und Nachhaltigkeit brauchen wir hier erst garnicht anfangen.

      Nochmal zum Hauptthema SUVs. Der einfachste und praktikabelste Vorschlag scheint mir der zu sein, der von Thomas Albrecht genannt wurde: Höchstmaße vorschreiben, und wer mit seiner SUV-Schüssel jemanden anderen zuparkt oder behindert, rigoros anzeigen (können), Knöllchen, im Wiederholungsfall Punkte in Flensburg.
  • Thomas Albrecht
    am 20.06.2019
    Vieles liesse sich einfach durchsetzen: Strafzettel, wenn über den Parkplatz hinaus geparkt wird, Schilder "Parken hier nur für Fahrzeuge bis xx,x m Breite und y,yy m Länge", spezielle Sektoren in Parkhäusern für überbreite Fahrzeuge zu deutlich höheren Parkgebühren und klar: Parkverstösse insgesamt höher ahnden. Ärgern oder verbieten hilft nichts, man muss es steuern!
    • M. Stocker
      am 20.06.2019
      Gute Idee! Wobei ich die Schaffung spezieller Sektoren für überflüssigen Quatsch halte. Die Herrschaften, die sich seit neuestem einen Pickup-Truck gönnen, meist für den Transport ihres eigenen Hinterns und ihres Tablet-Computers, sollen bitte dahin auswandern, wo man mit solchen Fahrzeugen noch Schweinehälften, Zementsäcke und die Ersatzteile für die Feldbewässerungspumpe transportiert. Nach Nebraska, oder auch gerne Ohio.
      Das Teilchen, das von VW auf die Straße gestellt wird, hat die Bezeichnung Amarok. Man muss nur zwei Buchstaben streichen, dann hat man eine passendere Bezeichnung: Amok. Für einen kompletten konzeptionellen automobilen Amoklauf.
  • Max Eifler
    am 20.06.2019
    Wenn ich morgens aus dem Haus in meinem gentrifizierten Viertel in Stgt.-Süd trete, sehe ich nur fucking Tanks, in denen ganz wichtige Muttis zum shoppen oder der Kita fahren. Urgh. Das muss weg.
  • Ehemalige Stuttgarterin
    am 19.06.2019
    Scho meglich, dass se koine Sandverwähunge zug'losse hen , abr au koine Barrikade?? Sie hen a Barrikade für d'kalte Luft zug'losse, d'CRANKO-SCHUL!
  • w.-g. esders
    am 19.06.2019
    ja!

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