Leerstehendes Gebäude in der Haussmannstraße. Foto: Martin Storz

Ausgabe 239
Debatte

Dieses Haus ist noch nicht besetzt

Von Gastautor Tom Adler
Datum: 28.10.2015
Früher sind leer stehende Häuser einfach besetzt worden. Heute ist ein Gesetzesbrecher, wer sie nur von innen anschaut. Tom Adler von der Linken hat's probiert und gilt nun als Extremist. In Kontext begründet der Fraktionschef im Stuttgarter Gemeinderat, warum solche Aktionen dringend "wiederholungsbedürftig" sind.

Ein Gebäude mit guter Anbindung an den ÖPNV, direkt am Stuttgarter Eugensplatz. Mit über 100 Zimmern in gutem Zustand, Gemeinschaftsräumen zum Teil mit Parkettboden, Küchen, Behindertentoiletten, Aufzügen, barrierefrei – und seit über zwei Jahren leer stehend. Ideal, um es für dringend Wohnungssuchende zu nutzen, für StudentInnen, Flüchtlinge. Doch an der Fassade hängt ein riesiges Transparent: "Endlich zu Hause! Wir planen an diesem Standort den Neubau von exklusiven Eigentumswohnungen. Lassen Sie sich vormerken."

Der Eigentümer, die Bietigheimer Wohnbau, will das Gebäude abbrechen, um dort diese "exklusiven Eigentumswohnungen" zu bauen.

Am Abend des Montag, 19. Oktober, hing ein zweites Transparent daneben: "100 leer stehende Zimmer. Sofort beschlagnahmen für Wohnungssuchende, Geflüchtete, Studierende." Mieterinitiativen und Aktive vom Stuttgarter "Leerstandsmelder" hatten zum Ortstermin vor das Gebäude eingeladen, um auf den Skandal aufmerksam zu machen.

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Gleichzeitig habe ich ein Video auf meine Facebookseite gestellt, das die Forderungen der Demonstranten unterstützt und von Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) und seinem Finanzbürgermeister Michael Föll (CDU) verlangt, gegen den Abbruch vorzugehen. Und es dokumentiert: Das ehemalige Bürogebäude ist in gutem Zustand, hat bewohn- und nutzbare Zimmer und eine Haustechnik, die schnell und ohne viel Aufwand in Betrieb zu nehmen wäre. Ich war drin, ich habe es mit eigenen Augen gesehen.

Die Zeitung macht aus der Aktion eine "handfeste politische Affäre"

Am nächsten Tag macht die "Stuttgarter Zeitung" aus der Aktion und dem Filmchen eine "handfeste politische Affäre", denn das Video, auf dem ich zu sehen bin, liefere den Beweis für "mutmaßlichen Hausfriedensbruch". Geschlagene vier Mal hintereinander wird diese "politische Affäre" in der StZ hochgezogen, erst mit der Ankündigung einer Strafanzeige, dann mit der Rücknahme derselben durch die Bietigheimer Eigentümer, mit einer Distanzierung des Mietervereinsvorsitzenden und SPD-Landtagskandidaten Rolf Gassmann. Der CDU-Fraktionschef Alexander Kotz verwendete mehrere Minuten seiner Haushaltsrede im Gemeinderat, um die Aktion und den "Einbrecher" von der Konkurrenzfraktion als "extremistischen Rand" zu geißeln, mit dem man gemeinsam keinen Haushalt für Stuttgart machen werde.

Weder die Kotz-Attacken noch die an den Haaren herbeigezogene Hausfriedensbruch-Affäre sind besonders beeindruckend. Beeindruckend ist dagegen, dass die harten wohnungspolitischen Tatsachen dieser Stadt in der Berichterstattung so gut wie keine Rolle gespielt haben.

Bereits seit 2010 bestätigen valide Daten der Fachämter, dass die Zahl der Wohnungssuchenden wächst und der Bestand von Wohnungen mit niedrigen Mieten besorgniserregend schwindet. Seither verschärft sich die Lage kontinuierlich, insbesondere für Normal- und Geringverdiener, StudentInnen und RentnerInnen. Stuttgarts Einwohnerzahl wächst in den letzten Jahren um über 5000 jährlich, weiterer Zuzug ist prognostiziert, Flüchtlinge nicht eingerechnet. 6000 StudentInnen stehen unversorgt auf den Wartelisten des Studierendenwerks.

Die Zahl der Haushalte mit Wohnberechtigungsschein liegt 2015 bei über 6200, die Vormerkungen beim städtischen Wohnungsamt erreichen die 4000er-Marke, mehr als die Hälfte davon sind Not- und Dringlichkeitsfälle – die höchsten Werte seit 1990. Gleichzeitig steigen Bodenpreise und Mieten unaufhörlich. Die Zahl der Wohnungen mit sozialer Mietpreisbindung sinkt seit Jahren ständig, von 21 900 im Jahr 1992 auf 15 500 heute. Bis 2020 sind noch 14 300 übrig, so die Prognose. Denn jedes Jahr fallen doppelt so viele Wohnungen aus der Mietpreisbindung, wie neue hinzukommen.

Kuhns Politik scheitert an der brutalen Realität des Marktes

Der seither eingeschlagene Weg in der Stuttgarter Wohnungspolitik scheitert an der brutalen Realität des Marktes. "Her mit den Immobilien", titelt das "Handelsblatt" am 21. Oktober, und stellt fest: "Vor allem institutionelle Investoren setzen auf Beton und Steine". Die sind der Realisierung maximaler Renditemargen verpflichtet, nicht sozialer Wohnraumversorgung. Renditen mit unsozialem Wohnungsbau (Abbruch von preiswerten Mietwohnungen zugunsten von teuren Eigentumswohnungen) sind für sie attraktiver als Förderangebote für Sozialwohnungen. Das niedrige Zinsniveau begünstigt auch, dass viele Immobilienunternehmen – selbst Genossenschaften! – vorzeitig öffentliche Subventionen zurückzahlen, um sich von der Pflicht sozialer Mietpreisbindung freizukaufen und danach schneller Marktmieten durchsetzen zu können.

Das Bündnis für Wohnen, von Oberbürgermeister Fritz Kuhn mit großem Tamtam ausgerufen, ist eine Sackgasse, die Fortsetzung längst gescheiterter Politik. Seine neueste Initiative zeigt dies deutlich. Sie sieht vor, die letzten großen städtischen Flächen an Wohnungsbauunternehmen zu verkaufen. Um 45 Prozent verbilligt, damit sie bis 2019 auch mietpreisgebundene Wohnungen bauen. Mit dem Deal nähere man sich dem Ziel von 300 Wohnungen pro Jahr im sozialen Mietwohnungsbau an, wird Finanzbürgermeister Michael Föll zitiert. Damit hätte der OB in seiner Amtszeit zwar etwas von seinem Konzept "Wohnen in Stuttgart" umgesetzt, aber es noch nicht einmal geschafft, den vorhersehbaren Verlust von mindestens jährlich 468 mietpreisgebundenen Wohnungen bis 2020 auszugleichen.

Und noch etwas: Gemeinderatsmehrheit und Verwaltungsspitze bemühen bis heute das Klischee vom Getto, wenn über sozialen Wohnungsbau gesprochen wird. Mit der Wirklichkeit hat das nichts zu tun. Die 6200 unversorgten Stuttgarter mit Wohnberechtigungsschein sind keine abgestürzten Hartz-IV-Empfänger. Alle Untersuchungen sagen voraus, dass die Altersarmut dramatisch zunehmen wird – alles in die Jahre gekommene Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger? Ein Viertel der lohnabhängig Beschäftigten muss im Niedriglohnsektor arbeiten. Eine alleinerziehende Krankenschwester verdient nach sechs Dienstjahren 1420 Euro netto. Bleibt da nach der Miete noch genug Geld für das Leben übrig?

What the fuck, was soll die Leier vom Getto?

Was soll, what the fuck, die elende, gebetsmühlenhaft von Grünen, SPD und CDU wiederholte Leier von den Gettos? Die ständig beschworene Durchmischung von Wohnvierteln findet in Wirklichkeit doch statt durch Verdrängung von Mietern mit kleinen Einkommen. Von Durchmischung an der Gänsheide oder am Killesberg hat noch nie jemand geredet.

Fritz Kuhns Programm ist allein schon deshalb ein Tropfen auf den heißen Stein, weil es den tatsächlichen Bedarf nicht im Entferntesten decken wird. Und das Bild des verdampfenden Tropfens beschreibt auch die Methode der gängigen Mietpreisbindungspolitik sehr treffend: Öffentliches Geld und öffentlicher Boden wird für Investorengewinne verdampft. Für Mietpreisbindungen mit befristeter Laufzeit, an deren Ende die Umverteilungsmaschine von Neuem angeworfen werden muss.

Wer soziale Wohnungsversorgung als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge dauerhaft sicherstellen will, muss bereit sein zu einem radikalen Kurswechsel. Statt Grundstücke zu verkaufen, müssen Grundstücke für den Gemeindewohnungsbau von der Stadt erworben, selbst mit Wohnungen bebaut, bewirtschaftet und vermietet werden. "In Deutschland haben viele Städte in den vergangenen Jahren ihr Tafelsilber – Flächen und Wohnungen – verkauft. Aber die Hoheit über Immobilien in der eigenen Stadt ist die Bastion, um Verdrängungsmechanismen des Markts standhalten zu können", sagt Ilse Helbrecht, Professorin für Metropolenforschung an der Humboldt-Universität Berlin, und sie hat recht. Nur mit dem Ausbau des Gemeindewohnungsbaus besteht eine realistische Chance, diese Hoheit in Stuttgart und für die StuttgarterInnen wieder zurückzuerobern.

Amsterdam und Wien machen vor, wie es gehen kann

Die Stadt Amsterdam hat diesen Kurswechsel eingeleitet und einen Bodenfonds zum Aufkauf von Immobilien und Grund eingerichtet, um der Spekulation entgegenzuwirken und das Wohnen in einer "Stadt für alle" bezahlbar zu halten beziehungsweise wieder zu machen. Die Stadt Wien ist der größte Grundbesitzer der Stadt. Über 220 000 Menschen leben in preiswerten Gemeindewohnungen, die von der Stadt gebaut wurden und verwaltet werden. "Wien, Du hast es besser!", schrieb dazu die Zeitschrift "Brand eins", die sonst weniger das Gemeinwohl im Auge hat und den Tafelsilberverkäufern in Stadtrat und Verwaltung zu denken geben sollte.

Solange aber das Denken verweigert wird, sind Aktionen wie die in der Haußmannstraße dringend nötig und wiederholungsbedürftig. Protest und Aktionen von Mietern, Mieterinitiativen, Leerstandsmeldern müssen den Finanzinvestoren signalisieren, dass hier nicht mehr alles nach ihren beim Baubürgermeister bestellten Verwertungsplänen läuft und es schwieriger wird, mit Wohnungen Geld zu verdienen. "Die Stadt in Risikokapital verwandeln", so drückt das der Sozialwissenschaftler Andrej Holm aus.

Den eilfertigen Konstrukteuren des "Hausfriedensbruchs" und der "handfesten politischen Affäre" im Stuttgarter Pressehaus sei schließlich noch ein Bericht ihrer Kollegen vom "Spiegel" aus dem Jahr 1981 ans Herz gelegt. Damals gab es nicht nur Hausbegehungen, sondern Hausbesetzungen – sogar in Stuttgart. In dem Magazin ist zu lesen: Das Amtsgericht Stuttgart lehnte den Erlass eines Strafbefehls gegen einen Hausbesetzer ab. Wenn "neue gesellschaftliche Erscheinungsformen" wie etwa "Go-ins" zu beobachten seien, so die weitere Begründung, dann sei es "die natürliche Aufgabe der Rechtsprechung", das "Bedürfnis nach einer weitergehenden Präzisierung" des Hausfriedensbruchs zu befriedigen: Keinen Schutz brauchen Gebäude, wenn "der innere Friede ... nur aus einer Grabesstille besteht".

 

Tom Adler (61) ist Vorsitzender der Fraktionsgemeinschaft SÖS/Linke PluS im Stuttgarter Gemeinderat. Er sitzt auch im Aufsichtsrat der Wohnungs- und Städtebaugesellschaft SWSG und war 28 Jahre lang Betriebsrat bei Daimler.


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21 Kommentare verfügbar

  • Kornelia
    am 03.11.2015
    @schwabe: Kohl und Genscher haben die zwischen gestellt und Schröder und Fischer haben das Ganze endgültig "besiegelt"
    Sozial wurde zum Charity, zum Äbäh Wort.....
    Dabei ist sozial die Grundlage aller Lebewesen!

    Wir sollten endlich mit Sozialhilfe ALLES bezeichnen was vom Gemeinschaftsgeld finanziert wird!
    Gleichzeitig wird eine Gesellschaft, die wie Europa so dicht aufeinander hockt nicht überlebenden, wenn sie nicht eine lernerfahrende Durchmischung hat!

    Der Gemeinderat hat sich selber die Taschen erhöht, von wegen Verantwortung, und betreibt eine massive Verdrängungspolitik, gleichzeitig nimmt sie die "Vergasung" der Kessel Kinder billigend in Kauf!

    Alle Gebäude, die gebaut werden streben ein mehr an Autos an (oder wie will man gehobene Wohner und Hotelgästen verbieten ein Statussymbol zu fahren?)
    Gerber, Müllaneo, Die Hotels, das Hotel hinter dem Rathaus, Breuninger, zig "gehobenes Wohnen Gebäude"......
    Der verheerende Zusatzeffekt: durch die neofeudale Fürsten Mentalität werden die Randgemeinden ausgeblutet...
    Effekt: auch die Verdrängten haben immer weniger Überlebensraum!

    Schon seit Jahrzehnten ist die "in die Stadtflucht" massiv tatenlos (extra?) begleitet worden! Keine medizinische Versorgung, keine Lebensmittelversorgung zwingt zur Flucht in die Stadt.... Und hier wird dann verdrängt....
    Ohne Sinn, ohne Plan
    so agiert das Polit-Personal incl der Verwaltokratien!
  • Kornelia
    am 03.11.2015
    http://m.weltnetz.tv/video/652-merkel-ist-irre

    Frau Merkel ist machtgierig..... Georg Schramm!
    https://m.youtube.com/watch?v=Kn14lK7uNws
    super gute Replik, auch in Hinsicht der Erhöhung Merkels!
  • wilhelm
    am 03.11.2015
    Ich will hier nur kurz auf das Mietshäuser-Syndicate hinweisen, welches Gebäude aufkauft und der Spekulation entzieht:

    http://www.syndikat.org/de/
  • andromeda
    am 03.11.2015
    Warum nicht öffentlich machen wer mit Leerstand/Wohnraum spekuliert und von wem das zugelassen , befördert und noch subventioniert wird.
    Schließlich tun diese Personen nichts Ungesetzliches , wenn auch äußert schädlich für das Gemeinwohl . Da Öffentlichkeit einer Personen- Kennzeichnung (Name/Firma/Geschäftsführung) gleichkommt , möchten sie , trotz aller Legalität, nicht in der Öffentlichkeit stehen , da es nicht legitim erscheint teuren Wohnraum auf Kosten vieler Bürger und günstigen Wohnraums zu schaffen . Soviel Feinfühligkeit haben die Entscheider/Investoren/Umwandler .
    Paradebeispiel Ist ja die Umwandlung des Gleisvorfeldes von Stuttgart 21 zu teuren Blockimmobilien; der neue "notwendige und modernere" Bahnhof als Rechtfertigungsgrund für eine große städtebauliche "Möglichkeit". Nebst anderen Gründen , über die in Kontext berichtet wurde - "Kollosseumsbau von Stuttgart"-( Geldwäsche-Gedanke) lt. Abhörprotokollen der ital. Mafiapolizei.
    Bei all den verlassenen amerikanischen Kasernen läuft es ja auch , fast überall , so : Leerstand bis Verwahrlosung eintritt , Kommunen/Städte kaufen von der Bima , verkaufen billig an Investoren , da die öffentliche Hand sich plötzlich als unfähig erklärt , dann ein paar Jahre unermüdliche "Planungen"auf Kosten der Allgemeinheit für irres Geld , noch kaputtere Bauten , Subventionen werden von "Investoren" eher "Subvestoren" eingefordert und sogleich bewilligt ,- sonst noch längere Wohnungsnot (plötzlich zu vermeidend) , Abriß , billige phantasielose Blockbebauung und teure Vermarktung an Naive.
    Dabei gibt es rein gar nichts neu zu planen , zu investieren oder abzureißen . Einfach verkaufen an gemeinnützige Wohnungbaugenossenschaften und an Privatleute (nicht Firmen) z.B.mit sozialer Mietpreisbindung für z.B. 15-25 Jahre - zu geringeren Veräußerungspreisen ( - gering bleibende Sozialmieten Kaufbedingung), oder an Privatleute in Wohnungseigentum , zur Not per Losverfahren - mit Gutachterfestpreis .
    Dann können diese neuen Eigentümer im Rahmen der bisherigen Bebauungsgesetze selber gestalten . Hier erleben ganz viele Eigentümer Freiheit , nicht nur ein paar Investoren !
    Nichts abreißen , keine Nahverdichtung , Spielplätze und Grillplätze ,Grünflächen und Sportstätten einfach nur von privater oder genossenschaftlicher Hand erhalten und kleinteilig gestalten lassen . Das ist alles , kostet die Stadtsäckel fast nichts und schafft regionale Nachfrage bei Handwerk und Dienstleistungen.
    Das wäre einfach , günstig , sozial und liberal .
    Stattdessen das Gegenteil ; und wenn die einfachen Leute sich dann keine teuren Wohnungen leisten können , und die letzten billigen Bruchbuden für Wuchermieten von Geschäftsleuten mit Beziehungen und richtigem Parteibuch an Flüchtlinge vermietet werden , wundern sich dann alle ,dass die einfachen Leute eine Wut bekommen und entsprechend reagieren.
    Dann rufen die Gleichen "marktliberalen Subventionsabnehmer und Steuervermeider "über ihre Medien
    diese zu political correctness und zum Untertanentum auf . Diese sind es aber satt ruhig zu bleiben und suchen sich als Ventil wiederum Schwächere , Hartz 4ler . Flüchtlinge oder Ausländer zum Feinbild.
    Natürlich sind wir ganz Stolz auf die Bürgerbeteiligung bei solchen "Projekten". Da kann sich jedes Ausland bzgl.demokratischer Mitbestimmung was abschauen . Sehr lustig , denn damit lässt sich gut die lange Zeit ausfüllen, die solche Investoren-Projekte für Absprachen , Planung , Bau , Subventionsanforderung und Bewilligung , Verkauf und vorrausgehende Landschaftsplege benötigen.
    Aber alle befinden das Pseudo-Procedere marktlibertär und fair.
  • Schwabe
    am 02.11.2015
    Sozialer Wohnungsbau bedeutet die Schaffung erschwinglichen Wohnraums durch die öffentliche Hand. Sozialer Wohnungsbau gehört somit zur Daseinsvorsorge und bildet gemeinsam mit der Energieversorgung, dem Gesundheitswesen, dem ÖPNV und der Bildung die Grundpfeiler einer gesunden Gesellschaft - sofern sie nicht privatisiert, sprich der Profitlogik preis gegeben wurden. Doch genau dies geschieht unter Parteien wie der CDU/CSU, der SPD, den Grünen, der AfD und der FDP - und zwar alternativlos!
  • Andrea
    am 01.11.2015
    Herr Adler hat mit seiner Aktion offensichtlich einen Nerv getroffen. Die Kommentare, die ihn als Person diskreditieren sollen, statt sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, beweisen das sehr eindrücklich.

    Die Wohnbausituation zeigt, dass in Stuttgart in vorauseilendem Gehorsam längst realisiert wurde, was Frau Merkel fordert: Eine marktkonforme Demokratie. Will sagen: Wenn es um Profite geht, hat der Bürger hintenanzustehen.

    Einzig mögliche Konsequenz: Anpassung der Mietobergrenzen an den lokalen Mietspiegel. Und wenn für die alleinerziehende Krankenschwester nur eine Wohnung an der Gänsheide gefunden werden kann - nun, dann ist das eben gewollt.
  • Manfred Fischer
    am 30.10.2015
    Die Tatsache, dass in Stuttgart die Zahl der Sozialwohnungen abnimmt, anstatt dem dringenden Bedarf entsprechend zu zu nehmen, zeigt doch klar, dass Gemeinderat und Bürgermeister auf diesem Feld bislang falsche Entscheidungen getroffen haben.

    "Sozialwohnungen" klingt für viele Bürger heute so, als ob die entsprechenden Anwärter auf eine Sozialwohnung vorhätten, der Stadt auf der Tasche zu liegen. Tatsächlich erzeugt aber unsere Gesellschaft zunehmend prekäre Einkommen auch bei Personen, die sehr wohl den ganzen Tag einer anstrengenden Arbeit nachgehen, ja sogar häufig für schlecht bezahlte Dienste an der Gesellschaft selbst. Dies ist nachweislich schon in früheren Zeiten von mitdenkenden und weitsichtigen Persönlichkeiten erkannt worden, die sich dann eindrucksvoll - auch in Stuttgart - dafür eingesetzt haben, solchen Wohnraum zu schaffen. Mir scheint, dass es heute leider an "führenden Persönlichkeiten", die nicht nur in ihren engstirnigen Bahnen denken, mangelt. Wenn z.B. heutzutage von der Stadt hohe Boni für Manager von Wohnbaugesellschaften bezahlt werden, damit diese für die Stadt "einträglich" wirtschaften, kann das dazu führen, dass Sozialwohnungen so umgewandelt werden, dass sie für die eigentlich Nutzungsberechtigten unbezahlbar werden. Dies zeigt beispielhaft, dass bei den Personen, die ich vorher genannt habe, offensichtlich der Weitblick fehlt.

    Zum Thema Tafelsilber: Wie Stuttgart das Tafelsilber verscherbelt, habe ich z.B. bei der Villa Gemmingen beobachtet. Die Stadt hat damals den Verkauf auch an Bedingungen geknüpft, die eine Verpflichtung des Käufers für die Gesellschaft einschloss. Ein entsprechendes Angebot des Käufers habe ich als Bürger bislang jedoch nicht bemerkt. Zuvor war z.B. den Bürgern ein Bereich dieses Anwesens mit nutzbar gewesen.

    Mir scheint, dass in vielen Köpfen von Verantwortlichen der Satz "Eigentum verpflichtet" keinen „Wohnraum“ mehr hat. Herr Adler möchte aber erfreulicherweise diesem Thema Geltung verschaffen. Wem bei seinem Aufruf nur „Straftat“ oder „Lehrstandsschnüffelei“ einfällt, will sich m.E. vor dem eigentlichen Problem des sozialen Wohnungsbaus weiterhin drücken oder noch schlimmer, nur engstirnig an den Profit denken. Diesen Personen möchte ich zurufen: “Nehmen sie sich, um der auf Sozialwohnungen angewiesenen Mitbürger willen, dem vorliegenden, echten Kernthema an und verstecken sie sich nicht weiter hinter Nebensachenthemen.
  • Konrad Wanner
    am 30.10.2015
    Nur wenn es viele Tom Adlers gibt, die den Herren in den Vorstandsetagen der Wohnungsbaugesellschaften durch Hinweise auf deren Spekulantenunwesen mit der öffentlichen Bekanntmachungen von leerstehendem Wohnraum den nötigen Druck machen, wird sich an dieser Politik wieder irgendetwas ändern. Sowohl in der Kommunalpolitik als auch in der Landespolitik fallen SPD und Grüne mit einer völlig verfehlten Wohnungspolitik auf. Sei es der Verkauf der 21000 Wohnungen in 2012 an die Patricia oder jetzt die Duldung von Leerstand das kann nicht mehr hingenommen werden. Und wenn sich diese Parteien nicht mehr von ihren Vorgängern im Amt unterscheiden, gibt's halt irgendwann die Quittung.
  • M.Mustermann
    am 30.10.2015
    Ohne vertieft in die Debatte um Recht und Unrecht einsteigen zu wollen: Ich finde es ausgesprochen belustigend, dass irgendein "F.Fischer" sich hier über anonyme Kommentatoren auslässt. Dafür stehe ich mit meinem Namen.
  • Atanjeo
    am 30.10.2015
    Was ich aus der Sicht der Grün-Roten Regierung schon gar nicht verstehen kann: Warum ist es erlaubt, ein sich im guten Zustand befindliches Haus mit viel Wohnraum an einen Spekulanten zu verkaufen, der dieses Haus erst einmal jahrelang leer stehen lässt, dann abreißt und für viel weniger Menschen neu komplett baut.

    Dahinter steht ökologisch betrachtet eine so schlechte "Ökobilanz", das man halb Stuttgart mit Plastik dämmen muss, um diese wieder auszugleichen!
  • F. Fischer
    am 29.10.2015
    Entlarvend ist, daß hier anonyme Faketrolls mit bezeichnenden Namen ... "vanish" "someonesdaughter" und "Blender" (nomen est omen) ... die Klappe sehr sehr weit aufreißen. Und die laienhaften juristischen Ausführungen dieser Herrschaften lassen nicht einmal ein müdes Lächeln zu. Das Töchterle versucht es gar in der Verzweiflung mit Beleidigungen, die inhaltlich kaum fehlgängiger sein könnten. Köstlich. ... Who cares. Wählerstimmen wird sowas kaum bringen. ... Und der wichtigen Sache, die Herr Adler natürlich mit Recht anspricht, wird es auch kaum dienen. ... Wenn ich Herrn Adler mal sehe, werde ich ihn darauf persönlich ansprechen. Auch auf die zweifelhafte "Unterstützung", die er im Netz "genießt".
  • Cornelius Frohn-Best
    am 29.10.2015
    Vielen Dank an Tom Adler für diese Aktion und den Kontext-Artikel. Hier wird genau das benannt, was von den Stadtoberen und gerade von einem grünen OB, den viele in der Hoffnung gewählt haben, dass sich in dieser Stadt grundlegendes ändert, erwartet werden muss um der weiteren Vernichtung preiswerten Wohnraums entgegen zu wirken.
  • Vanish
    am 29.10.2015
    Herrje! Kommentator F. Fischer ist mit seinem 2. Kommentar sogar noch unter das Niveau des 1. Kommentars gerutscht. Und da dachte ich schon, sehr viel tiefer geht nimmer ...

    Ach ja - nur damit keine Mißverständnisse aufkommen: ich bin hier nicht im Auftrag der LINKEN oder einer sonstigen Partei oder Gruppierung unterwegs, sondern schlicht im Auftrag des gesunden Menschenverstands.
  • Blender
    am 29.10.2015
    @F. Fischer, 28.10.2015 23:57 vs. someonesdaughter, 28.10.2015 19:52
    Alias "F. Fischer", ich verstehe Ihre u.g. Polemik nicht. Sie Schreiben "Wer Straftaten begeht oder diese unterstützt oder zu legitimieren versucht, ist raus." Auf der anderen Seite schreibt someonesdaughter "Strafttäter sind unerwünscht." Ich finde Ihre Meinungen liegen gar nicht so weit auseinander. Bleibt also festzulegen was Straftaten sind, und das wird in Parlamenten und Gerichten entschieden. Dass das Betreten von leerstehenden Wohnungen KEINE Straftat ist hat das Amtsgericht Stuttgart schon mal so entschieden. Auf der anderen Seite gibt es viele Urteile zu Verleumdung und übler Nachrede. Ich kann bei MP Kretschmann ehrlich gesagt keine Straftaten feststellen, im Gegensatz zu exMP Stefan Mappus+ Willi Stächele (z.B. http://www.kostenlose-urteile.de/StaatsGH-Baden-Wuerttemberg_GR-211_EnBW-Aktienkauf-durch-das-Land-Baden-Wuerttemberg-war-verfassungswidrig.news12378.htm ), die aber beide bedauerlicherweise nicht im Gefängnis sitzen.
  • someonesdaughter
    am 29.10.2015
    "Ach Gottchen. Oder soll ich lieber sagen: Ach, Stalinchen. Ein kleines armseliges anonymes Würstchen mit Nämchen "someonesdaughter" kotzt sich hier aus. [geifer ... hetz ... pöbel ... Hass]"

    Ich denke dass jemand, der sich dieses Gossenvokabulars bedient und hier derart hysterisch um sich schlägt, Mitleid verdient. Getroffene Hunde bellen eben und dieser anonyme getroffene Hund ist offensichtlich auch noch ein reinrassiger kackbrauner doitscher Schäferhund. Hatter vielleicht Tollwut? Der arme.

    BTW versuche ich mich zu erinnern, ob die Kommentarspalten von Kontext schon immer voll von Aluhüten, "Pack" [tm Gabriel] und 'besorgten Bürgern' waren oder ob das eine neue Entwicklung ist. Vielleicht sind sie mir früher einfach nicht so aufgefallen?
  • F. Fischer
    am 28.10.2015
    Ach Gottchen. Oder soll ich lieber sagen: Ach, Stalinchen. Ein kleines armseliges anonymes Würstchen mit Nämchen "someonesdaughter" kotzt sich hier aus. Köstlich. Wenn das ALLES ist, was die LINKE zu bieten hat. Da kann man nur viel Glück für den weiteren Lebensweg wünschen ... Ein digitales Großmaul im Auftrag seiner Majestät der Linken. Herrlich.
  • someonesdaughter
    am 28.10.2015
    "Seltsam. Die Linke hat immer noch nichts dazu gelernt. Über die Jahrzehnte. Noch immer werden Straftaten "legitimiert". Der saubere Herr "Stadtrat" spricht sich quasi selbst frei. Die Rechtfertigungsschwurbelei im Artikel ist unerträglich bis peinlich. "

    Seltsam, fürwahr: Wenn Sie der Ansicht sind, der Stadtrat habe eine Straftat begangen, sollten Sie ihn anzeigen. Dann kann ein Richter darüber entscheiden. Im Moment spulen Sie sich hier zum Richter auf und das steht Ihnen nicht zu, "sauberer" "Kommentator" F. Fischer.

    "Nochmal ... Wer Straftaten begeht oder diese unterstützt oder zu legitimieren versucht, ist raus."

    Sie wissen schon, dass es ebenfalls eine Straftat ist, andere - noch dazu öffentlich - einer Straftat zu bezichtigen? Und jetzt kein "Rechtfertigunsggeschwurbel", genau das tun Sie hier nämlich vielzeilig. Irgendwie .... inkonsequent, nicht wahr?

    "Das gilt für grüne Ministerpräsidenten ebenso ... wie für kleine Stadträtlein und ihre Fraktiönchen oder Grüppchen (SÖS, Linke + und AfD). "

    Das gilt auch für Leute wie Sie, kleine Kommetatörchen im Empörungsmodus.

    "Strafttäter sind unerwünscht."

    Vielleicht ziehen Sie Ihren Beitrag dann einfach unter größtem Bedauern und der Bitte um Entschuldigung zurück?
  • F. Fischer
    am 28.10.2015
    Seltsam. Die Linke hat immer noch nichts dazu gelernt. Über die Jahrzehnte. Noch immer werden Straftaten "legitimiert". Der saubere Herr "Stadtrat" spricht sich quasi selbst frei. Die Rechtfertigungsschwurbelei im Artikel ist unerträglich bis peinlich. Und KONTEXT macht diesen Mist mit. Das ist nur noch "Pseudolinkslyrik". Sowas ist völlig inakzeptabel. Und auch unwählbar. Da bleib ich notfalls lieber daheim oder mach einen netten Ausflug am Wahltag. Das bringt mehr.

    Nochmal ... Wer Straftaten begeht oder diese unterstützt oder zu legitimieren versucht, ist raus. Das gilt für grüne Ministerpräsidenten ebenso ... wie für kleine Stadträtlein und ihre Fraktiönchen oder Grüppchen (SÖS, Linke + und AfD). Die Wohnungsprobleme sind politisch zu lösen. Strafttäter sind unerwünscht.
  • Ulrich Scheuffele
    am 28.10.2015
    Der Aufsichtsratsvorsitzende der Bietigheimer-Wohnbau ist Jürgen Kessing, ein SPD-Mann.
    Danke lieber Tom, für diese Aktion. Du bist die Ursache, dass ich aktuell die Linke wähle.
  • Vanish
    am 28.10.2015
    Das Zitat vom guten alten Tucholsky hat nie seine Aktualität verloren:

    Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht.

    Jahrelanger Leerstand ist in unserer Zeit des mehr als knappen bezahlbaren Wohnraums ein Skandal, auf den hingewiesen werden muss.
    Deshalb: Danke an Tom Adler und all seine MitstreiterInnen! Ich wünschte, wir hätten mehr PolitikerInnen von diesem Kaliber.
  • Blender
    am 28.10.2015
    Nach dieser Werbung in Kontext wird die Bietigheimer Wohnbau bestimmt bald genügend Vormerkungen haben um mit dem Abriss und Neubau zu beginnen. Wem es oben auf dem Bild durch die Lappen gegangen ist, hier nochmal die Telefonnummer: 07142-76333. Ruft doch mal an.

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