Die Deutsche Bank gibt Finanzunterricht in der Schule. Screenshot Deutsche Bank

Ausgabe 208
Wirtschaft

Wenn Banker Lehrer spielen

Von Jürgen Lessat
Datum: 25.03.2015
Immer mehr Schulen holen sich Konzerne, Firmen und Verbände in die Klassenzimmer. Immer häufiger halten Banker, Makler und Manager Unterricht. Was die einen als wertvolle Bildungspartnerschaft feiern, ist für Kritiker ein mehr oder weniger verdeckter Lobbyismus.

Die Vereinbarung war der lokalen Presse einen groß bebilderten Beitrag wert. "Das Hölderlin-Gymnasium kooperiert jetzt mit der Deutschen Bank, um die Schüler fit in Finanzen zu machen", informierte die "Stuttgarter Zeitung" im vergangenen November über die neue Partnerschaft zwischen der traditionsreichen Schule und dem Branchenprimus. "Unsere Jugendlichen benötigen das Rüstzeug für den verantwortungsvollen Umgang mit Geld", begründete Schuldirektor Matthias Wasel laut Zeitung die Kooperation. "Wir wollen die Schüler sensibel machen für die Konsequenzen ihres Handelns", begründete Markus Josenhans, Direktor der Stuttgarter DB-Filiale, das Engagement des Kreditinstituts. "Viele Menschen, auch die gut ausgebildeten, haben den richtigen Umgang mit Geld nicht gelernt", zitierte das Blatt den Banker.

Doch gerade bei der Deutschen Bank gibt es Zweifel, ob das Geldhaus seine Leistung nur aus Leidenschaft für Finanzgeschäfte erzielt. Oder ob an den Milliardengewinnen in der Vergangenheit auch kriminelle Energien ihren Anteil haben. 

Banken drängen in die Schule

"Es spricht zunächst nichts dagegen, Experten in Schulen zu schicken. Doch gerade Banker haben dort derzeit nichts zu suchen", sagt Professor Reinhold Hedtke. Angesichts der Rolle der Banken bei Finanzspekulation und Steuerbetrug müssten sich "diese Institutionen zunächst erst selbst resozialisieren", verlangt der Soziologe der Uni Bielefeld. Es sei ziemlich illusorisch, von den Hauptschuldigen der Krise gegenüber unbedarften Schülern eine Entschuldigung für das bisherige Handeln zu erwarten. "Gerade Banker sind doch diejenigen, die unsere Kinder anfixen, ein Girokonto zu eröffnen, über das sie dann einen Kredit aufnehmen können", sieht der Wissenschaftler die Behauptung ad absurdum geführt, dass Mitarbeiter aus der Finanzindustrie Schülern am besten den richtigen Umgang mit Geld beibringen können.

Tatsächlich sind Finanzinstitute schon lange in den Schulen aktiv. Seit über 25 Jahren betreibt etwa der Bundesverband der deutschen Banken das "SchulBank"-Programm, angeblich um "junge Menschen nachhaltig für Wirtschaft zu interessieren". Zur Erfüllung dieser "gesellschaftspolitischen Aufgabe" organisiert der Verband Schülerwettbewerbe und versendet ein umfangreiches Angebot an Unterrichtsmaterialien.

Ähnlich aufgestellt ist die Deutsche Bank, die Schulkooperationen in der "Initiative Finanzielle Allgemeinbildung" (FAB) bündelt. Nach eigenen Angaben stehen 1320 Mitarbeiter in über 770 Filialen als FAB-Referenten bereit, um Unterrichtseinheiten zu gestalten. Auch genossenschaftlich organisierte Volksbanken und öffentlich-rechtliche Sparkassen schmücken sich gern mit dem Hinweis, Kooperationspartner örtlicher Bildungseinrichtungen zu sein. In diesem Jahr feiert der "Sparkassen-SchulService" sein 40-jähriges Bestehen, nach eigener Aussage das "zentrale Instrument, wenn es um die Aktivitäten der Sparkassen in Sachen Spar- und Wirtschaftserziehung geht".

Was die Präsenz im Unterricht betrifft, lassen sich auch Industrie und Handwerk nicht lumpen. Arbeitgeberverbände, Kammern und Großkonzerne etikettieren ihr Kooperationsbestreben als Bildungspartnerschaft. Als größtes und ältestes Türöffner-Netzwerk hierzulande gilt die Bundesarbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT. Seit 60 Jahren will sie "mit praxisorientierten Angeboten, konkreter Unterstützung und anregenden Impulsen für eine systematische Berufs- und Studienorientierung" einem drohenden Fachkräftemangel entgegenwirken. Mehr als 22 000 Ehrenamtliche in etwa 440 lokalen Arbeitskreisen sind im Einsatz, um jungen Menschen berufliche Perspektiven aufzuzeigen. Die Angebote reichen von Betriebserkundungen für Lehrer, Arbeitshilfen für den Schulalltag, Planspielen, Wettbewerben und Auszeichnungen bis zu Veranstaltungen und Projekten, in denen Schulen und Betriebe den Übergang in den Beruf gemeinsam mitgestalten.

Welche Bedeutung die Wirtschaft dem Netzwerk beimisst, lässt sich am Führungspersonal ablesen. Die Wirtschaft repräsentiert auf Bundesebene Wolfgang Malchow, seit Anfang 2012 Aufsichtsrat der Stuttgarter Robert Bosch GmbH, zuvor Arbeitsdirektor und Geschäftsführer des Unternehmens. Neben der Bundesregierung fördern die Bertelmann-Stiftung und der Technologiekonzern Siemens das Netzwerk. Auch McDonald's ist mit im Boot. Der US-Konzern, dessen Burgerflotte in der jugendlichen Zielgruppe beliebt ist, unterstützt die bundesweite Umsetzung des Spiels "beachmanager". Das Wirtschaftsplanspiel für die Sekundarstufe I (achte bis zehnte Jahrgangsstufe) soll anhand eines virtuellen Wassersportcenters "ökonomische Zusammenhänge einfach, praxisnah und mit Spaß" vermitteln.

Auch die Industrie- und Handelkammern (IHK) sind Bildungspartner. Häufig mit dem Segen der jeweiligen Landesregierungen. Seit Ende 2008 etwa besteht die "Vereinbarung über den Ausbau von Bildungspartnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen" in Baden-Württemberg. Nach dem politischen Machtwechsel wurde die Partnerschaft im März 2012 mit der grün-roten Regierung fortgeschrieben. Erklärte Absicht ist, sie weiter auszubauen und zu intensivieren. Als oberstes Ziel wurde vereinbart, dass jede weiterführende allgemeinbildende Schule in Baden-Württemberg mindestens eine Kooperation mit einem Unternehmen eingehen und pflegen soll.

Ein Engagement, das schon jetzt reiche Früchte trägt. Allein in Baden-Württemberg kooperieren etwa 1700 Schulen mit über 3800 Unternehmen, heißt es von Kultusminister Andreas Stoch (SPD). "Schule muss auch auf die Anforderungen der Berufs- und Arbeitswelt vorbereiten", unterstreicht eine Sprecherin von Stoch. Die Zusammenarbeit erfolge auf Augenhöhe mit transparenten und nachvollziehbaren Strukturen und Inhalten. Zentraler Bezugspunkt für alle Lerninhalte sei immer der Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule sowie der jeweils gültige Bildungsplan. Um Einflussnahmen seitens der Wirtschaft auszuschließen, gebe es entsprechende Verwaltungsvorschriften und Anordnungen.

Wieder ein Genosse der Bosse

Doch das genügt nicht. Im Zuge der Bildungsplanreform soll ökonomische Bildung deutlich höheren Stellenwert im Musterländle bekommen. Ab 2016 wird das neue Fach "Wirtschaft, Berufs- und Studienorientierung" an allen weiterführenden allgemeinbildenden Schulen eingeführt – im Gymnasium (G 8) ab Klasse 8, an Real-, Werkreal- und Gemeinschaftsschulen ab Klasse 7. Dort findet der Wirtschaftsunterricht bisher im Rahmen von Fächerverbünden statt, etwa in GWG – Geografie, Wirtschaft, Gemeinschaftskunde. Neben dem neuen Fach soll die "berufliche Orientierung" durchgängig in allen Klassenstufen verankert werden.

Weil in fast allen Bundesländern Wirtschaft bislang nicht als separates Schulfach existiert, kommt dem Südwesten eine Vorreiterrolle zu. Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) ist von der Neuerung so überzeugt, dass er im vergangenen Dezember selber das Fach anstelle des Kultusministers ankündigte. Doch nicht alle stimmen in Jubelarien ein. "Das neue Fach geht eindeutig auf die Interessen von Industrie und Handwerk zurück", sagt Soziologieprofessor Hedtke. Seit Jahren dominierten Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände sowie Kammern die öffentliche Debatte über ökonomische Bildung. Besonders aktiv seien dabei die Verbände, Konzerne und Stiftungen der Finanzindustrie aufgetreten. Nicht zuletzt stützen sich die Akteure auf eine starke publizistische Unterstützung der Wirtschaftspresse.

"Dieses konservativ-wirtschaftsliberale Netzwerk dominiert den Diskurs und dringt mit politisch einseitigen Unterrichtsmaterialien bereits heute breit und tief in die Schulen ein", beschreibt Hedtke das Agendasetting. Dabei sei die Frage, wie man ökonomische Bildung organisiert, umstritten. "Die Forderungen der Wirtschaftsverbände zielen auf eine Zerlegung multidisziplinärer Schulfächer in viele kleine disziplinäre Einzelfächer ab", kritisiert er. Kern der Kontroverse bleibe aber das Verhältnis zwischen Wirtschaft und Politik: "Ein separates, vorwiegend auf die Volkswirtschaftslehre gegründetes Fach Wirtschaft symbolisiert den Autonomieanspruch der kapitalistischen Marktwirtschaft gegenüber demokratischer Politik", betont Hedtke.

Warnende Beispiele, die diese These bestätigen, gibt es etliche. Als Bildungspartnerschaft verstehen auch RWE Dea und Exxon ihre Kooperationen mit niedersächsischen Schulen. Für das Seminarfach "Erdgas – eine Energie der Zukunft?" stellen die Unternehmen seit 2007 Praktikumsplätze für Schüler und Lehrer bereit, betreuen Facharbeiten und überweisen 10 000 Euro jährlich für Geräte, die das Schulbudget nicht hergibt.

"Doch umsonst gibt's das Geld natürlich nicht", sagt Felix Kamella von der Initiative Lobbycontrol. In internen Berichten beschreiben die Firmen unverblümt, was sie sich vom schulischen Engagement versprechen: "Interesse der Jugendlichen an einem Arbeitsplatz in der Erdölindustrie", "Versachlichung der Darstellung über die Erdgasproduktion in Schulen", "Verbesserung der Reputation der Branche". Und: "Verbesserung der Akzeptanz vor Ort durch die Unterstützung örtlicher Schulen", zitiert Kamella aus den Unterlagen.

Die Kooperation ermöglichte den PR-Chefs, in den Schulen aufzutreten. Dabei erklären sie Lehrern und Schülern, welche Folgen Fracking auf die Umwelt hat, schildert Kamella. Zufall oder nicht? Alle begünstigten Schulen befinden sich in Regionen, in denen die Firmen mit der umstrittenen Methode Gas fördern wollen.

Tatsächlich liest sich die Seminararbeit einer Elftklässlerin des Domgymnasiums Verden auffallend wohlwollend. "Mithilfe der finanziellen Zuwendung der RWE Dea konnten in den naturwissenschaftlichen Fächern zahlreiche Anschaffungen getätigt werden, die den Schülern vor allem im Experimentalunterricht zugute kommen", lobt sie. Sie erwähnt auch, dass zwei ehemalige Schüler sich "aufgrund der Kooperation an der Universität Freiberg eingeschrieben, um dort eine Karriere in der Erdöl-, Erdgasbranche zu beginnen". Dass Fracking durch den Einsatz hochgiftiger Chemikalien umstritten ist oder dass die Verbrennung fossiler Energieträger den globalen Klimawandel beschleunigt, thematisierte die Schülerin in ihrer Seminararbeit nicht.

"Diese Kooperationen sind besonders krasse Fälle von Einflussnahme. Aber leider nicht so selten", sagt Lobbycontroller Kamella. Nach seiner Beobachtung versuchen immer mehr Unternehmen durch schulisches Engagement gesellschaftliche Diskussionen und Debatten zu beeinflussen. Deep-Lobbying hat sich als Fachbegriff dafür etabliert, kritische Auseinandersetzung mit sensiblen Themen auf diese Weise zu unterdrücken.

Mitunter versprechen sich Unternehmen auch einen allgemein Imagegewinn durch Schulkooperationen. "Bildungsthemen sind grundsätzlich positiv besetzt", sagt der Lobbycontroller. Häufig verbessert das Engagement nachhaltig den Kontakt zu Entscheidungsträgern. "Bildungspolitiker freuen sich immer über Unterstützung von außen", beschreibt er den Mechanismus. Dabei muss nicht immer die große Politik das Ziel sein. Mitunter stehen auch Bürgermeister und Gemeinderäte von Kleinstädten im Fokus. "Der Versandhändler Amazon veranstaltet nur dort Schulwettbewerbe, wo er auch Verteilzentren betreibt", nennt Kamella ein Beispiel. Sobald zusätzlich die Lokalpresse wohlwollend über derartige Events berichtet, zahlt sich das Engagement auch in der örtlichen Bevölkerung aus.

Lobbycontroller sind skeptisch

Nicht selten ist der didaktische Nutzen derartiger Partnerschaften fraglich. Im Jahr 2011 beteiligte sich die Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) als Hauptsponsor an der Initiative "Handelsblatt macht Schule" und übernahm alle Kosten für Erstellung, Druck und Versand einer Unterrichtseinheit zur "finanziellen Allgemeinbildung". Der Bundesverband der Verbraucherzentralen beurteilte das Material in methodisch-didaktischer Hinsicht als mangelhaft. "Insbesondere dort, wo hohe Provisionen oder Ausgabeaufschläge fällig werden (Versicherungen, Bausparverträge, Investmentfonds) sind die Informationen oberflächlich und einseitig. Den Schülern werden die notwendigen Kriterien für die eigenständige Bewertung von Finanzprodukten nicht gegeben", kritisierten die Verbraucherschützer. Das Material diene wohl eher dem Verkauf von Finanzdienstleistungs-Produkten und der Anwerbung von Vermögensberatern, vermuteten die Experten. Mittlerweile ist die DVAG nicht mehr als Sponsor der Initiative aufgeführt.

"Es geht nicht darum, den Kontakt zwischen Schulen und Unternehmen zu unterbinden", betont Lobbycontroller Kamella. Zwei grundsätzliche Aspekte dürften dabei jedoch nicht unter den Tisch fallen. "Die Schulpräsenz darf keine Werbeveranstaltung sein, und einzelne Berufe oder Branchen dürfen nicht überrepräsentiert sein", fordert er. Während Banken und Versicherungen leicht Zugang zu Unterricht bekämen, seien gesellschafts- und wirtschaftskritische Initiativen deutlich seltener präsent. "Dem Experten des Autokonzerns glauben Schüler mehr als dem Lehrer, während der Gewerkschafter von vornherein als Interessenvertreter wahrgenommen wird", warnt Soziologe Hedtke vor "schiefen Bildern", die leicht in Klassenzimmern entstehen können.

Mittlerweile bieten spezielle Agenturen an, Unternehmen den Zugang zu Schulen zu verschaffen. Strikt beachte man dabei das Werbeverbot, versprechen sie. "Viele Schulleiter und Lehrer sind überfordert, subtile Einflussnahme durch Profis noch zu erkennen", konstatiert Lobbycontroller Kamella. In der Lehrerausbildung sei Lobbyismus an Schulen bislang kaum ein Thema, fordert er, die Studieninhalte anzupassen. Auch fehlten meist eindeutige Regeln, die schulischem Lobbyismus einen Riegel vorschieben. "Die Politik muss handeln", so Kamella.

Das Stuttgarter Kultusministerium, das selbst mit dem Software-Konzern SAP kooperiert, verweist auf Verwaltungsvorschriften, die Werbung für wirtschaftliche, politische, weltanschauliche oder sonstige Interessen an Schulen verbieten. Zudem sei Sponsoring nur erlaubt, wenn "Beeinflussung auszuschließen ist und auch kein Anschein einer möglichen Beeinflussung zu erwarten ist". Daneben erarbeite man derzeit mit allen relevanten Akteuren einen "Code of Conduct" für Kooperationen. Auch Schuldirektor Matthias Wasel vom Stuttgarter Hölderlin-Gymnasium hat kein Problem mit Managern der Deutschen Bank im Unterricht: "Wir passen gut auf, dass es keine Werbeveranstaltung wird."


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7 Kommentare verfügbar

  • Gottfried Strehler
    am 01.04.2015
    Warum sind Aldi, Lidl und Consorten eigentlich noch nicht auf die Ideee gekommen?
    Warum nicht Fachleute in die Schule lassen, das kann den Horizont durchaus erweitern, insbesondere wenn es der Klassenlehrer als Stoff weiter verarbeitet. Doch sollten es unabhängige Wissensvermittler sein, dann macht es Sinn.
  • Ma Ma
    am 27.03.2015
    @Frühlingserwachen Mit Ironie: Banken haben in Schulen wirklich nichts verloren. Sparkassen müssen dort aber sogar hin. Manchmal hilft ein Blick ins Gesetzbuch. In diesem Fall in die Sparkassengesetze der Länder. Ausnahmslos in allen Bundesländern sind die Sparkassen als öffentlich-rechtliche Institute verpflichtet in ihrem Geschäftsgebiet die regionale Wirtschaft, die Kultur, den Sport und die Wirtschaftserziehung zu fördern. Banken sind in der Regel AGs und damit ihren Aktionären verpflichtet. Hier kann man pointiert von einer Pflicht zur Gewinnmaximierung ausgehen. Eine Ausnahme sind sicherlich die Genossenschaftsbanken, die dem Wohl ihrer Genossen und damit einem Teil der regionalen mittelständischen Wirtschaft verpflichtet sind, ist das Profitmaximierung? Die Sparkassen jedenfalls sind ein Stück weit (aber natürlich nicht gänzlich) der Logik der Profitmaximierung entzogen. Und sicherlich nicht diejenigen, die Verursacher der Finanzkrise sind uns resozialisiert werden müssen (die Formulierung von Prof. Hedtke ist eh mehr auf Krawall gebürstet, als ein fundierter Beitrag).

    Im Artikel wurde auf das 40ste Jubiläum des Sparkassen-SchulService verwiesen. Die Bemühungen der Sparkassen um Wirtschaftserziehung in Schulen und in der Erwachsenenbildung sind aber viel älter, die gehen zurück auf die Ursprünge der Sparkassen.

    Wie wäre die Alternative? Die Wirtschaftserziehung Lehrern überlassen, die von de Schule in die Uni und von dort ins Beamtentum wechseln? Die aus persönlicher Erfahrung einen schauklappenverengten Einblick ins Berufsleben haben. Die z. B. selbst keine Ahnung von den gesetzlichen Sozialversicherungen haben müssen. Die übrigens in der Regel alles andere als Wirtschaft studiert haben und zwar nicht mal in einer Schnellbleiche. Politik oder Geschichte oder Geografie gelten als Qualifikation für den Wirtschaftunterricht. Na bravo. Man stelle sich mal vor, dass Englisch von der Französischlehrerin unterrichtet wird, weil beides ja doch irgenwie viel miteinander zu tun hat. Wäre ein Unding, oder? Bei Wirtschaft aber kein Problem, gell.

    Eine andere Alternative wäre, Kinder und Jugendliche gar nicht mit dem Teufelszeug Wirtschaft in Berührung zu bringen. Das wäre den Banken vielleicht sogar das liebste, dann hätten sie nämlich richtig doofe Kunden vor sich, die sie nach Strich und Faden über den Tisch ziehen können.

    Nee, Wirtschaft gehört in die Schule. Und für den Unterricht gibt es so was wie den Beutelsbacher Konsens. Sprich: Unterricht muss neutral bzw. kontrovers geführt werden. Und so lange das gewährleistet ist, schadet auch ein "Experte" aus dem echten Leben nicht. Selbst wenn der aus einem Unternehmen kommt und selbst wenn er aus einer Bank (igitt!) kommt. Dann muss der Lehrer halt auch noch einen Globalisierungskritiker einladen. Und schon haben die Schüler eine kontroverse Darstellung. Und lernen vielleicht sogar, wie man einen Überweisungsschein oder Dauerauftrag ausfüllt, dann hätten sie sogar was fürs Leben gelernt.

    Jetzt bin ich aber mal sehr gespannt, in welche Schublade ich gestopft werden.
  • Schwabe
    am 27.03.2015
    @Frühlingserwachen
    Da gebe ich Ihnen vollkommen recht.

    Ich kann mir aber leider vorstellen, dass viele Eltern nicht weiter über solche "Veranstaltungen" nachdenken und die langfristigen Ziele/Auswirkungen der dahinter stehenden Intention nicht erkennen. Naheliegender sind da evtl. Gedanken wie: Was ist denn schon dabei. Und außerdem, von einem so jungen dynamischen und attraktiven Mann kann doch keine Gefahr ausgehen.
    An den jungen Mann gerichtet möchte ich an den Film mit James Dean erinnern "Denn sie wissen nicht was sie tun". Kleiner Tipp: Öfters mal bei www.nachdenkseiten.de reinschauen - am besten täglich!
    Die Vereinnahmung unserer Kinder und Jugendlichen durch das Kapital und die Bundeswehr sollten wir nicht zulassen. Denn die Gefahr die dahinter steckt ist nicht geringer wie die vor rund 80 Jahren unter den Nazis. Heute lächelt Sie uns an (so lange wir brav sind) und trägt eine andere Uniform (Anzug).

    "finanzielle Allgemeinbildung" - auf so nen Blödsinn muss man erst mal kommen.
  • Frühlingserwachen
    am 26.03.2015
    Die Banken haben im Klassenzimmer genausowenig verloren wie die Bundeswehr.
  • diego garcia
    am 26.03.2015
    einst tanzte man ums goldene kalb. heute sollen die kindlein zahlen auf monitoren anbeten und an papiere und den value von shareholdern glauben. der priester talare wurden durch krawatten ersetzt, also pfeilen, die nach unten weisen.
    herden von böcken wurden zu landschaftspflegern.
    die sap sagt nichts zur nsa, die sa teilen sie sich.
    bund und bertelsmann beginnen beide mit b. liz sagt 'spring!', angie fragt 'wie hoch'? das volk wird vertreten und verraten. die heiligen sehen dem treiben von ihrer wolke zu und weinen bitterlich. das menschengeschlecht ist wieder mal auf einen apple hereingefallen.
    oder gibt es etwa einen praktikablen ausweg? natürlich!
    wie jeder weg beginnt er mit einem schritt dem weitere folgen. schon dieser erste schritt wäre gleichzeitig auch die erste wirklich funktionierende, ressourcenschonende sparmassnahme in diesen weltweiten krisenzeiten.
    der erste schritt lautet: KRAWATTE SPART DEN STRICK !
  • Schwabe
    am 26.03.2015
    Kapitalistische Gehirnwäsche - die Hitlerjugend läßt grüßen!
  • Insider
    am 25.03.2015
    Meine Kinder erfreuten sich noch am Sparkassen-Kasperle, das jährlich im Frühjahr in der örtlichen Grundschule gastierte. Spielgeld für den Mathematikunterricht wurde noch kostenlos zur Verfügung gestellt und dann hatte es sich. Heute stellt der Sparkassenverband ganze Info-Mappen den Grundschullehrkräften zur Verfügung, anhand derer sie sich informieren können, welche Angebote für ihre Klasse oder gar den Elternabend möglich sind.

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